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94 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt...
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten...
Veröffentlicht am 5. November 2008 von Amigo Del Sol

versus
6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Ich kann keine Kommunisten leiden."
"Ich kann keine Kommunisten leiden." (Josef Bachmann im Film)

Der Titel, Baader-Meinhof-Komplex, verspricht etwas, was er nicht halten kann. Einen Sachverhalt zu schildern, welcher Komplex, sowohl in seinem zeitlichen Ausmaß, als auch in seinem Sachverhalt ist. Doch schaut man nur die erste halbe Stunde, so wird schnell klar, dass es sich hierbei nur um...
Veröffentlicht am 23. Juli 2009 von remieremy


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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine gewagte Mischung aus Dokumentation und Actionfilm., 30. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Meiner Meinung nach zu gewagt. Während einige junge Leute in die Kinos gehen um sich über das Thema zu informieren, können sie der Geschichte nicht gerade gut folgen, während andere Leute sich diesen Film ansehen um "amüsiert" zu werden, obwohl das Thema eigentlich zu ernst ist.

Schauspielerisch ist der Film wirklich gut gelungen, doch ich finde den Mix aus "ein bisschen Dokumentation" und "ein bisschen Action" falsch. Für einen richtigen Spielfilm ist er zu unemotional und für einen Dokumentarfilm zu reißerisch. Man identifiziert sich ein bisschen mit den Figuren, ein bisschen aber auch nicht, und somit verstehe ich nicht, warum die Filmemacher sich nicht entscheiden konnten.

Meiner Meinung nach hätten sie sich besser entscheiden sollen, denn das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 16. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Als erstes sollte positiv gesagt werden, das die Intention von Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel, dieses Stück deutscher Geschichte filmisch zu verarbeiten sicher zu würdigen ist. Andererseits zeigt sich, wie schwierig es letztlich ist, solch ein komplexes Thema in knapp 2 1/2 Stunden zu verarbeiten. Insgesamt wirkt der Film sehr skizzenhaft, mitunter sind die einzelnen Szenen und Ereignisse hektisch aneinandergereiht. Oft wird, auch wenn es natürlich der Realität entspricht, zu viel Zeit und Wert auf die Darstellung der brutalen, menschenverachtenden Anschläge verwendet. Wer keinerlei Hintergrundinformationen vorab zu diesem Thema besitzt, könnte überfordert sein den ganzen Zusammenhängen überhaupt zu folgen. Vieles bleibt nur angedeutet. Wer sich wirklich ein ausführliches, fundiertes Bild dieser Zeit und der Personen machen will, wird Stefan Austs Standardwerk mit gleichem Titel (welches ja Grundlage für den Film war) lesen müssen. Allerdings kann ich auch sagen, das sich das Buch, obwohl ca. 880 Seiten stark, gut lesen läßt. Auch gut das Buch "Sie nannten mich Familienbulle" des damaligen BKA-Sonderermittlers Alfred Klaus.
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24 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial gemachter Film !!! Atemberaubendes Tempo !!!, 30. September 2008
Von 
Sina Gerritsen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Normalerweise bin ich ja kein Freund von Rezensionen zu Artikeln, die noch nicht erschienen sind, aber bei diesem Film mache ich eine Ausnahme, da ich den Film vergangene Woche bereits im Kino gesehen habe u. sogar jetzt noch so beeindruckt bin von diesem Film, daß ich es nicht einfach für mich behalten kann !!!
Außerdem werde ich mir die DVD in jedem Falle auch kaufen, schon allein, um mir den Film noch einmal in aller Ruhe anschauen zu können, das ist nämlich so einer von den Filmen, die man sich immer wieder u. wieder anschauen kann, u. entdeckt immer wieder Neues beim Zuschauen.
Im übrigen war auch das Making of, das ich am Vorabend des Kinobesuches rein zufällig noch in der ARD gesehen hatte, auch so interessant gemacht, daß es mich erst recht interessierte den Film zu schauen, was ich ja dann auch getan habe, u. dieses Making of wird hoffentlich auch auf einer der DVD Versionen mit drauf sein.
Aber um auf den Film zurückzukommen, er ist einfach super, er ist spannend, er ist beklemmend, er ist bedrückend u. absolut fesselnd, ich schwöre es, die zweieinhalb Stunden, die der Film tatsächlich dauert, kommen einem überhaupt nicht so lange vor, weil ständig irgendetwas neues Schreckliches geschieht, die Zeit rast nur so vorbei.
Die ganze RAF Zeit auf hunderfünfzig Minuten eingedampft, wenn man so will, da steckt Zündstoff drin, im wahrsten Sinne des Wortes, andauernd gehen irgendwo Bomben hoch oder es wird geschossen wie wild, es ist im Grunde unfaßbar, daß das alles wirklich passiert ist damals.
Der Film erzählt die Geschichte der RAF von Ende der 60er Jahre bis zum sogenannten heißen Herbst 1977, er tut dies ohne zu werten, sondern er reiht die einzelnen Ereignisse chronologisch aneinander, gemischt mit original Aufnahmen aus der Zeit, was dem Ganzen noch mehr Authentizität verleiht. Die Rollen sind auch sehr, sehr gut besetzt, mein absoluter Favorit ist Johanna Wokalek in der Rolle der Gudrun Ensslin, aber super sind natürlich auch ganz klar Moritz Bleibtreu als Andreas Baader und Martina Gedeck als Ulrike Meinhof. Wirklich alle Rollen sind top besetzt u. der Film ist super schnell geschnitten, so das er richtig Tempo hat, man kommt kaum mit, das gibt dem Film etwas Atemberaubendes, man ist fassungslos über soviel Gewalt in dem Wissen, daß es sich hier nicht um Fiktion im üblichen Sinne handelt, sondern um die Abbildung der Wirklichkeit einer Zeit in unserem Land, die noch gar nicht so lange her ist.
Bernd Eichinger hat einmal mehr bewiesen, daß er ein genialer Filmproduzent u. Drehbuchautor ist, nach dem noch lange, lange nichts kommt, weil keiner ihm das Wasser reichen kann, er hat einfach ein Gespür für Themen zur richtigen Zeit, das macht ihm mit Sicherheit so schnell keiner nach !!!
Auch die Regie von Uli Edel war super klasse gemacht, man konnte bei dem Making of hervorragend beobachten, wie er die einzelnen Szenen angegangen ist mit seinen Schauspielern u. Teamleuten, das war auch erste Klasse !!!
Abgerundet wird das Ganze noch mit der passenden Filmmusik von Peter Hinderthür u. Florian Tessloff, plus zwei-drei Musiktiteln aus der Zeit, die jeder noch kennt.
Gemacht wurde der Film wohl nach dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust, soweit ich das in Erinnerung habe, aber das Drehbuch stammt von Bernd Eichinger, wie ich ja bereits erwähnte.
Mein Fazit zu diesem Film ist eindeutig, Leute, schaut Euch diesen Film unbedingt an, damit ihr seht, was in Deutschland früher so abgegangen ist, u. damit Ihr seht so geht es schon mal gar nicht, Gewalt ist keine Lösung !!! War sie noch nie u. wird sie auch nie sein !!!
Bernd Eichinger, Uli Edel, Stefan Aust u. allen, allen klasse Schauspielern, die mitgemacht haben, nochmal ein großer Dank an dieser Stelle für einen unvergeßlichen Film, der echt unter die Haut geht !!!
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekter Trailer für das Buch - nicht mehr, aber auch nicht weniger!, 10. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Eins vorweg: Der Film "der Baader-Meinhof-Komplex" bietet nur eine episodenhafte Darstellung einzelner Schlüsselereignisse aus der Geschichte der RAF und ihrer Mitglieder. Inhaltlich ist das Thema für jeden Film zu komplex, natürlich bleibt vieles aus dem gut 700 Seiten dicken Buch Stefan Austs auf der Strecke.
Aber: Ist das tatsächlich eine Schwäche? Ich denke nein, es ist vielmehr eine Stärke. Der Regisseur beweist Mut zur Lücke anstelle der Versuchung zu erliegen entweder einen vielstündigen, langatmigen und dennoch immer noch unvollständigen Monumentalfilm zu drehen oder durch eine falsche Zuspitzung auf einen massenkompatiblen emotionalen "Höhepunkt" (das hätte im schlimmsten Fall die Darstellung der Beziehung zwischen Andreas Baader und Gudrun Ensslin sein können) das Thema zu verraten. Dieser Film kann keine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema ersetzen (insbesondere nicht die Lektüre des hervorragenden Buchs von Stefan Aust) und behauptet es auch gar nicht. Er konzentriert sich vielmehr darauf, das Buch von Aust sinnvoll dadurch zu ergänzen, dass er gekonnt auf Stärken des Mediums Film gegenüber dem Medium Buch setzt. Der Film vermittelt gekonnt Atmosphäre, Zeitgeist und Lebensgefühl der Zeit, was dem Buch Austs zwar für ein Sachbuch sehr gut, aber eben doch nur eingeschränkt gelingt. Der Film schafft das in erster Linie durch die sehr authentische Ausstattung und die fast durchgehend hervorragende Besetzung und die schauspielerischen Einzelleistungen. Lediglich Bruno Ganz ist mit seiner bräsig-tattrigen Spielweise als Horst Herold eher eine Fehlbesetzung.

Kurzum: Wer keine Ahnung von der RAF und von Stefan Austs Buch hat, wird mit diesem Film nicht glücklich werden können. Er ist definitiv keine billige Möglichkeit sich die vermeintlich anstrengende Lektüre des Buches zu ersparen und nach etwas mehr als zwei Stunden Film ohne Anstrengung tolle Noten im Geschichts-LK abgreifen zu können. "Der Baader-Meinhof-Komplex" ergänzt Austs Buch um Atmosphäre und Lebensgefühl, was insbesondere für "Nachgeborene" extrem spannend ist, die die 70er nicht bewusst am eigenen Leib erlebt haben.
Damit gibt es eigentlich zwei sinnvolle Möglichkeiten, den Film zu verwenden:

Zweitbeste Verwendung: Man kann den Film gut als vorbereitenden Trailer ansehen, um sich auf eine anschließende Lektüre des Buchs von Stefan Aust vorzubereiten und so schon einmal in die Welt der 70er einzutauchen. Man wird ihn auf diese Weise definitiv nicht inhaltlich vollumfänglich verstehen, aber dafür liest man ja später das Buch.

Erstbeste Verwendung: Am besten ist es meines Erachtens trotzdem, zuerst das Buch Austs zu lesen und anschließend den Film anzusehen, da man auf diese Weise das gelesene noch einmal rekapitulieren kann und gleichzeitig durch die vorherige Lektüre die inhaltlichen Lücken des Films gar nicht mehr stören, die tollen Darsteller und die stimmige Atmosphäre allerdings umso mehr beeindrucken.

Abschließend ein kurzes Wort zu technischen Aspekten: Während es mir herzlich egal ist, wie groß das FSK-Logo ist und ob das Cover nun in rot oder in froschgrün gehalten ist, stört mich der Ton der DVD ein wenig: Leider sind leise Passagen zu leise und laute zu laut, so dass man ständig die Lautstärke des Fernsehers anpassen muss. Ansonsten sind mir keine erkennbaren Schwächen technischer Art aufgefallen.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seriös aufbereitete Zeitgeschichte, 27. Juli 2009
Als Kind habe ich die Aktionen der RAF über die Medien miterlebt und war deshalb gespannt auf die filmische Aufarbeitung.

Ein Grundproblem wird von den Filmemachern meisterhaft gelöst: nämlich die Darstellung der Fakten, ohne selbst wertend einzugreifen. Mich stört meist an historischen Filmen oder Dokumentationen, dass der Autor seine potische Meinung einfließen läßt. Gerade bei US-Produktionen vereinfacht sich die Darstellung dann zu strahlenden Helden auf der einen Seite und miesen, häßlichen Schurken auf der Gegenseite. Analog dazu hätte man schneidige Polizeieinsätze gegen böse, skrupellose Anarchisten zeigen können ...

Aber so einfach haben es sich die Filmemacher nicht gemacht, sie geben sich Mühe, das politische Umfeld der damaligen Zeit in kurzen Szenen sichtbar zu machen, also im wesentlichen den Vietnam-Krieg und den Nahost-Konflikt. Auf diesem Bodensatz erwächst Protest gegen die "herrschende Klasse" und Willi Brandts Spruch "mehr Demokratie wagen" reicht den jungen Studenten nicht mehr aus. Aufgrund der Ignoranz der Masse und der teilweise übertrieben brutalen Vorgehensweise der Polizei kommt es zu gewaltbereiten Gruppen junger Leute, die ihren Hass gegen das Establishment in radikale Anschläge umsetzen.

Hier könnte man fast vermuten, dass die Filmemacher grundsätzlich mit den Zielen und der Vorgehensweise der Terroristen konform gehen, aber sie zeigen auch deren verantwortungsloses Vorgehen, indem diese einfach wahllos auf Polizisten oder auch Zivilisten wie z.B. Fahrer bekannter Personen schießen.

Anfangs haben die Aktionen der losen Gruppe um Baader, Ensslin und Meinhof noch spätpubertäre, kindliche Züge und wirken wie ein Protest gegen die Spießigkeit der Erwachsenenwelt (bei Gudrun Ensslin werden diese Gegensätze als Pfarrerstochter und Anarchistin besonders gut dargestellt).

Erste Erfolge der Terroristen durch Bombenanschläge sind wohl darauf zurückzuführen, dass es in Deutschland damals so gut wie keine Anschlagsgefahr gab und niemand darauf vorbereitet war. Einen selbstgebastelten Sprengsatz konnte man so einfach in einem Kaufhaus in ein Regal stecken und später zünden (im Grunde ging das recht einfach ...).

Fast hanebüchen waren die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei im Falle von der Befreiung von Andreas Baader. Der war nach den ersten Anschlägen festgenommen worden und konnte auf simple Art von zwei KollegInnen befreit werden.

Der Film beschreibt dann die Eskalation, die schnell auch zu bundesweiter Aufmerksamkeit führt und selbst die Politiker bis hin zum Bundeskanzler zu Statements veranlasst. Diese Aufmerksamkeit führt zu einer Großfahndung, durch die die gesuchten Terroristen einer nach dem anderen erfasst werden.

Damit erscheint aus Sicht der Staatsmacht das Problem der Anarchisten gelöst, aber im Untergrund formen sich weitere Gruppen der RAF. die in der Folgezeit versuchen, ihre Vorgänger freizupressen durch das Entführen von in der Öfentlichkeit bekannten Personen. Im Film wird deutlich, dass die inhaftierten Terroristen kaum noch Bezug haben zu ihren Nachfolgern.

Geradezu grotesk muten die Szenen vor Gericht an; durch ihr anarchistisches Verhalten machen insbesondere Baader und Ensslin die Justiz lächerlich.

Die Leistung der Schauspieler ist durchweg hervorragend, die Rollen sind glaubwürdig besetzt, auch die Emotionen kommen im Film gut rüber. Die Hauptfiguren werden nicht schwarz-weiß dargestellt, sondern als Personen mit Facetten guter und schlechter Art - eben wie richtige Menschen.

Die fünf Sterne vergebe ich deshalb, weil der Film sehr objektiv gestaltet wirkt, er entschuldigt nichts, aber läßt dem Zuschauer die Möglichkeit, sich seine eigene Meinung zu bilden. Darum ist der Film wesentlich niveauvoller als die oben zitierten US-Produktionen.

Einziges Manko ist die "Kürze" des Films. Trotz gewaltiger Überlänge sind zu viele Einzelheiten in die Dokumentation gepackt worden, es wäre schön gewesen, wenn man neben dem Kinofilm eine Langfassung produziert hätte, die mindestens die doppelte Länge umfasst.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade, da wäre mehr drin gewesen., 24. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Es ist gut und richtig, dass die Rote Armee Fraktion endlich zum Gegenstand eines ambitionierten deutschen Filmprojekts wurde; und um es gleich zu sagen, nach "Das Leben der Anderen" lässt auch "Der Baader-Meinhof-Komplex" hoffen, dass sich der Deutsche Film nun endgültig von allen Flachheiten und Peinlichkeiten erholt hat.
Das Thema ist spannend, die Schauspieler durchweg exzellent, die Kulissen großartig - Material für einen großartigen Film ist also durchaus gegeben; warum bleibt "Der Baader-Meinhoff-Komplex" trotzdem so oberflächlich, warum wirkt er kaum nach? Wie so häufig fehlt es am notwendigsten: Am Drehbuch.

Der Film nimmt sich sehr viel Zeit, die Epoche vorzustellen, die die RAF hervorbrachte: Prägende Ereignisse und Figuren wie die Kennedy-Ermordung, Rudi Duttschke, die ersten Menschen auf dem Mond, Martin Luther King und schliesslich die Ermordung Benno Ohnesorgs werden quasi als Nährboden für eine neue politisierte Jugendbewegung vor dem Zuschauer ausgebreitet. Bis sich die RAF offiziell formiert sind also bereits 40 Minuten vergangen; umso überraschender ist dann, dass von diesem Punkt an, der Film sein Tempo deutlich anzieht; und bis zum Ende beibehält.
Der gesamte Mittelteil des Films ist eine kommentarlose und nur oberflächlich verknüpfte Aneinanderreihung von Schießereien, Überfällen, Sprengstoffattentaten und Morden: Die Motivation der RAF, die Beziehung der einzelnen Mitglieder untereinander tritt (von Liebesbeziehungen und vereinzelten Streitigkeiten abesehen) komplett in den Hintergrund. Und während die Drahtzieher Baader, Meinhoff, Ensslin, nur noch als Figurendarsteller agieren, lässt der Film bereits die zweite Generation der RAF-Terroristen auftreten, so dass sich der Zuschauer auf ein zweites Ensemble konzentrieren muss, wenn er noch nichteinmal das erste wirklich verstanden hat. Die enge Orientierung an der literarischen Vorlage von Stefan Aust verstärkt dieses dramaturgische Ungleichgewicht noch, denn die Ermittlungsarbeiten des BND unter der Figur von Horst Herold erweisen sich als unwichtiger und eigentlich überflüssiger Nebenschauplatz, der das Geschehen immer wieder unterbricht und den Handlungsfluss ausbremst.

Auch wenn es durchaus erschütternde Momente in diesem Film gibt, bleibt das Endergebnis doch seltsam unbefriedigend: Man erhält den Eindruck, der Regisseur habe mehr darauf geachtet, dass bei der Nachbildung der Tatorte die Autos die richtige Farbe haben, oder die Kugeln beim Ponto-Attentat im richtigen Winkel in die Wand schlagen, als eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen: Zuviel bleibt nur fragmentarisch, zu oft wird die Brutalität nur um des Effektes willen gezeigt.
Sowohl die erste als auch die zweite Generation der RAF hat einen eigenen Film verdient; mit dem Vorsatz den alles erklärenden Film über die RAF-Zeit zu drehen, war der Regisseur jedoch zu oft gezwungen, Abstriche zu machen, und wichtige Aspekte des Drehbuchs für Explosionen und Schiessereien zu opfern. Das ist schade.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Maß der Dinge, 6. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Ein schwieriges Unterfangen, die Ursprünge der RAF filmisch auf das Trapez zu bringen. Für den Zuschauer, der bereits das Buch zum Film gelesen hat, ist dies sicherlich ein Vorteil. Oder er sollte die Zeiten einfach miterlebt haben. Vieles wird dem Betrachter dann bekannt vorkommen. Eigentlich wäre es wegen vieler fehlender Details empfehlenswert gewesen, den umfangreichen Stoff in einem Zweiteiler unterzubringen. Trotzdem, der Film ist wegen seiner Schauspieler und wegen der aufgerollten deutschen Vergangenheit einfach sehenswert. Möglicherweise findet sich mal eine "extended Version" im Fernsehen wieder.

Von meiner Seite ein Lob an Bernd Eichinger, daß er sich dieses schwierigen Themas angenommen hat. Man mag darüber streiten, ob hier Hollywood Manier, ob mangelnde Authenzität Einzug gehalten hat oder ob in einigen Teilen zu oberflächlich agiert wurde. Aber aufgrund der Zeit, die für die Vermittlung des Stoffes zur Verfügung stand, mußten wohl oder übel Schwerpunkte gesetzt werden. Kritik ist einfach. Aber Kino hat scheinbar auch eigene Gesetze (...bekommen).

Meines Erachtens zeigt der Film, dass die heutigen Regierungen der westlichen Welt die gleichen Fehler machen wie sie zu Zeiten Baader-Meinhof gemacht wurden. Es gibt eine (große) Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft, die sich nicht mit den Ursachen auseinandersetzen will, sie bekämpft einfach die Symptome. Das Ursächliche bzw. das, was gnadenlos ohne die Konsequenzen zu bedenken verändert wurde, bleibt bestehen. Zumindest in der Einsatzleitung im Film denkt mal ein Einzelner über das "warum" nach, während der Rest der Truppe entweder desinteressiert dreinschaut oder der simplen Meinung ist, man müsse das "Übel" bekämpfen und zerstören. Die Szene allein ist eigentlich schon 5 Sterne wert. Die eigenen Interessen mit einer unbeschreiblichen Arroganz und Gier bedingen, das "unsere" Gesellschaft etwas Besseres ist als die "anderer" Menschen, deren Lebensweise in unserer westlichen Gesellschaft als nicht opportun angesehen wird. Mit dieser Maßgabe hat die westliche Gesellschaft in der Vergangenheit schon ganze Völkergruppen in die Unterdrückung getrieben, vernichtet und deren Land assimiliert. Die Vorgehensweise hält sich bis heute.

Es besteht kein Zweifel daran, dass das, was die RAF getan hat, absolut verwerflich ist. Auf der anderen Seite steht hinter so einem Vorgehen auch die Ohnmacht, auf andere Art und Weise keine Option zu sehen, auf Misstände aufmerksam zu machen. Denn die, die von diesen Misständen profitieren, wollen sie ja weiterhin für ihr eigenes Wohlergehen nutzen und lassen eine Veränderung zur Gleichberechtigung nicht zu.

Über 30 Jahre sind seit Baader-Meinhof ins Land gegangen, aber dazugelernt wurde eigentlich - nichts.
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75 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen BMK oder.. guter Stoff grandios schlecht verfilmt, 15. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
So.. ich hab ihn auch gesehen und bin froh, dass ich mit niedrigen Erwartungen da rein bin. Ich hatte mich zwar ob der Besetzung sehr auf den Film gefreut, aber leider ist genau das eingetroffen, was ich befürchtet hatte. Wie hier auch schon gesagt, lebt der Film einzig und allein von seinen Gewaltszenen - alles andere ist wie Theater mit Kamera.

Die Darsteller sind allesamt so dermaßen auf ihre durchideologisierten Textzeilen fixiert, dass das in meinen Augen mit guter schauspielerischer Leistung eher weniger zu tun hat denn mit gestelzter Rezitierung diverser Textpassagen aus dem Buch.

Baader, seines Zeichens völlig durchgeknallter Soziopath, war kein revolutionärer Held und wird es auch niemals sein.. Bleibtreu ist also in meinen Augen völlig falsch besetzt - was die Rolle doch ziemlich heroisiert. Gudrun Ensslin befand sich irgendwo in der Mitte zwischen Baader und Ulrike Meinhof, Johanna Wokalek glitt jedoch für meinen Geschmack zu oft in Phrasendrescherei ab. Das gilt eigentlich für den gesamten Film.. ich bin mir sicher, dass Stefan Aust für seine Beratungsfunktion jede Menge Schmerzensgeld kassiert hat.. ich jedenfalls hätte ohne entsprechenden Bankbalsam sicherlich nicht dabei zugesehen, wie ein TV-Regisseur (Uli Edel) mein Jahrhundertbuch derart dilettantisch kommerziell verreisst.

Man kann auch das beste Buch nicht allein mit einer Riesengang an guten deutschen Schauspielern verfilmen und dann allen Ernstes der Meinung sein, dass da was authentisches und vorzeigbares herauskommt - das hat noch nie gereicht. Diesen Film auch noch als Oscarkandidaten zu handeln zeigt nur einmal mehr sehr deutlich auf, worauf es bei den Oscars ankommt.. mit Leistung (Qualität) hat das gar nichts zu tun, mit Popularität (Getöse) schon eher. Streckenweise bin ich lieber raus aus dem Kino, eine rauchen, die Bar suchen, telefonieren, als mir das länger anzutun.. zu viele schnelle und völlig zusammenhanglos geschnittene Szenenwechsel, zu viele Dokumentationsschnipsel, zu viel Pathos.. das wirkt alles wie mit allen Mitteln gewollt und nicht gekonnt - inklusive eines sehr desillusionierenden (schlecht gespielten) Schlußstatements von Brigitte Mohnhaupt und dieser dermaßen hingepfuschten (zudem auch noch historisch falschen) Exekutionsszene eines Hanns-Martin Schleyers.

Ob der zahlreichen Umsetzungsfehler der tatsächlichen RAF-Dekade und des pompösen line-ups sendet der Film ein falsches Signal.. oder auch gar keins - die Aussage fehlt. Es wird nicht geklärt, ob und wie tief die Gründungsmitglieder der RAF überhaupt Tatsache hinter Ihrer Idee standen, es fehlen Schlüsselmomente (stattdessen wird der Gedanke der freien Liebe überproportional ausgeweidet - sex sells?) gerade der ersten Generation, aufgegriffen werden nur die umstrittensten Ereignisse und das im Schnelldurchlauf. So kann eine Verfilmung von zehn Jahren Geschichte sicherlich nicht überzeugen und wenn dann auch noch die überwiegend jugendlichen Zuschauer mit Kommentaren wie "Geil, wie der dem in den Kopf geschossen hat" oder "Haste die chica mit den dicken Hupen ganz am Anfang gesehen? Die würd ich auch ***!" aus dem Kino gehen und dabei lachen, ist da was schiefgelaufen.. aber mächtig. Der Film hat definitv kein FSK12 verdient.. auch das steht hier schon und ich sehe das genauso. Schon aus kognitiven Aspekten müsste das ein FSK18-Film sein - auch wenn das bei den derzeitigen Allgemeinbildungslücken wohl immer noch nicht reichen dürfte. Dann lieber für eine Kinokarte 15 Euro verlangen und ein Paperback von Austs Buch dazugeben.. da hätten wohl die meisten Zuschauer (die das Buch sicherlich nicht kennen.. ich hab vorher mal rumgefragt und musste feststellen, dass ich trotz meiner immerhin 30 Jahre noch 10 Jahre Abstand zum nächsten hatte, der das Buch gelesen hat) mehr von gehabt.

Das Thema ist ernst.. verdammt ernst. 34 (bekannte) Opfer, etliche feige Anschläge, 10 Jahre Angst und Schrecken und alles was in einem Multimillioneneurofilm davon zu sehen ist, ist zum einen der Spaß der Täter und zum anderen die verfälschte Darstellung einer lückenlos nachvollziehbaren Entstehungsgeschichte? Schwach.. und fehl am Platz - Faszination rechtfertigt bestimmt nicht diesen Schrein, den die Herren Edel und Eichinger dem deutschen Terrorismus damit gesetzt haben. Für Lacher ist in so einem Film kein Platz.. für Verehrung von Verbrechern sicherlich auch nicht - beides gibts aber in jeder Kinovorstellung des BMK.

Traurig.. und historisch falsch. Wenn es den ein oder anderen wirklich interessiert, was damals passiert ist, wie es dazu kam und wo die RAF ihre tatsächliche Basis gefunden hat (nämlich in Ulrike Meinhofs ersten Versuchen, ordinäre Zerstörungswut zu politisieren), bleibt hier nur der Verweis auf das Buch und viel Zeit zum lesen/ verstehen. Is n Wälzer.. komplex geschrieben und nicht einfach zu lesen, aber so ist das eben mit Zeitgeschichte - danach ist man in jedem Falle schlauer, weiss, warum Extremismus zwar verführerisch aber saugefährlich ist und kann sich halbwegs ein Bild davon machen, was die heutige moderne Linke entscheidend geprägt hat - und sich gleichzeitig fragen, warum die sich seitdem kein Stück weiterentwickelt hat.

Für mich immer noch eins der besten Sachbücher ever.. unsere Geschichte ist nämlich spannender als die meisten vermuten und das Verständnis diesbezüglich sicherlich wertvoller als jeder von Uli Edels Filmen. Wer sich damit dennoch in Filmform auseinandersetzen will, dem sei "Das Todesspiel" ans Herz gelegt, was hier und da mal als Zweiteiler bei den Öffentlich-Rechtlichen wiederholt wird - da hat man den Nerv getroffen und wahrt auch die nötige Balance zwischen Opfern und Tätern, die im BMK-Film völlig fehlt. Weniger bekannte Darsteller, aber weitaus mehr Inhalt.. überzeugender gespielt, wesentlich glaubwürdiger und eben keine sozialromantische Hommage, sondern eher eine Mahnung an den Zuschauer.

Meiner Meinung nach mit weniger budget und tamtam der wesentlich bessere Film und angesichts der Balance auch eher für Schulklassen und unbefangene Konsumenten (ohne speziellen Bezug zum Thema, was ich von mir leider nicht behaupten kann.. Nachkriegsgeschichte ist mein Steckenpferd) geeignet.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film, der die Republik spaltet, aber definitiv sehenswert ist, 12. April 2009
Von 
M. Förster (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Die einen finden diesen Film toll, die anderen bemängeln seine Authentizität. Wiederrum andere reiten auf die mangelnde Umsetzung des Buches rum (wie fast bei jedem Film mit Buchvorlage schon einfach nur aus Prinzip), während wiederrum andere die Verherrlichung/Verharmlosung der RAF befürchten und die mangelnde Fokusierung auf die Opfer bemängeln.

Dieser Film polarisiert und spaltet die Republik, soviel ist sicher. Lässt man die gängigen Vorurteile hinter sich und betrachtet diesen Film nüchterner, dann findet man einen Film, der versucht ein gewaltiges Stück bundesdeutscher (nicht gesamtdeutscher) Geschichte darzustellen. Natürlich kann ein einziger Kinofilm keine geschichtliche Aufarbeitung sein, wie sie sich von vielen gewünscht wurde und wie sie vielleicht auch noch notwendig ist. Im Film selbst stehen die Terroristen im Vordergrund. Ich finde das gut so. Nicht, weil diese Terroristen bewundernswert sind, sondern weil es die zentrale Frage ist, warum und wie Terroristen in der BRD entstehen konnten. Was waren ihre Motive? Was waren ihre Hintergründe? Was hat sie bewegt? Was wollten sie erreichen?
Wer jetzt ihr die ultimative Antwort in allen ihren komplexen Details erwartet, der dürfte mit falschen Erwartungen an den Film herangehen. Die groben Beweggründe der Truppe, als auch der Einzelpersonen, wurden grob skizziert und sind nachvollziehbar. Wer hier mangelnde Tiefe der Figuren bemängelt, der sollte sich statt der DVD lieber die Biografien der RAF-Mitglieder anschaffen und diese studieren. Ich persönlich fand die Tiefe ausreichend und kann mir nicht vorstellen, wie man sie in der Kürze besser hätte darstellen sollen.
Als Ausgangspunkt die Studentendemo zum Schah-Besuch mit dem Tod Benno Ohnesorgs zu nehmen finde ich sehr gelungen. Waren es diese und andere Ereignisse, die das damalige Klima der BRD prägten und letztlich auch eine deutsche Terroristengruppe auf deutschem Boden ermöglichte.

Dass die Terroristen als Menschen gezeichnet wurden und nicht als Monster - wie von manchem Rezensenten hier scheinbar erwartet - ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Das waren keine Geisteskranken, dass waren keine dummen Menschen und ganz unsympatisch waren sie auch nicht. Warum sollte man dies auch anders darstellen? Warum sollte man diese Rollen nicht auch durch sympatische Schauspieler besetzen lassen? Aus Bequemlichkeit, damit man nicht darüber nachdenken muss wie solche Menschen zu Mördern werden konnten, und das in der BRD? Wer so über den Film denkt, der macht es sich mit der Geschichte etwas zu einfach.

In einer anderen Rezension hieß es, man hätte den Film chronologisch kürzer halten oder ihn aufteilen sollen. Ich fand den dargestellen Zeitraum ok, auch wenn natürlich viel ausgelassen wurde. Ich fand es für das Verständnis sogar essentiell auch die Auswirkungen auf die nachfolgenden RAF-Generationen zu sehen. Dass der Film da etwas komplex und vielleicht auch anstrengend wird, mag sein. Das setzt aber vielleicht auch nur entsprechende Fähigkeiten beim Zuschauer über das Hollywood-0815-Maß hinaus voraus. Eine Aufteilung des Stoffs in mehrere Filme hätte ich ungünstig empfunden. Zum einen kann man echt keine Trilogien mehr sehen. Davon gab es in den letzten Jahren genug und nicht immer war dieses Format optimal (siehe Matrix). Zum anderen gibt es wieder die Pauschalnörgler, die den zweiten Teil prinzipiell niemals als gut empfinden werden. Nein, da ist es besser es bei einem Film zu belassen.

Sei's drum. Der Film ist empfehlenswert für Jeden, der mit einem offenem Geist an den Film herangeht und keine Geschichtsdoku im Kinoformat erwartet. Dies kann und sollte ein einziger Kinofilm auch nicht erreichen. Aber dieser Film ist wohl bislang das ambitionierteste Projekt die RAF-Geschichte auf Zelluloid zu bannen. Schon allein deshalb sollte man ihm eine Chance geben.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewagte Variante...., 24. März 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Eine Bilanz des Schreckens der 1970 gegründeten und 1998 aufgelösten Rote Armee Fraktion (RAF), vor allem in dem umwälzenden 70er Jahrzehnt geschehen und bis heute eines der dunkelsten Kapitel der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Von 1967 bis zum Deutschen Herbst" im Jahr 1977 wütet die linksextremistische Terrorgruppe um Andreas Baader und Ulrike Meinhof in einer noch jungen BRD. Diese ist zu dieser Zeit dominierend von einer sorglosen Wirtschaftswunder-Gesellschaft beherrscht, die sich der Nazivergangenheit kaum gestellt hat, die andererseits aber die revolutionären 68er Strömungen Vietnam, Martin Luther King und "Make Love not War" wahrnimmt. Die Baader-Meinhof Bande stellt diesen ambivalenten deutsche Alltag vor die Zerreisprobe, versetzt eine ganze Nation, vor allem die Führenden in Politik, Wirtschaft in Angst und Schrecken und bringt am Ende sogar die Regierung von Helmut Schmidt ins Wanken. Regisseur Uli Edel (Letzte Ausfahrt Brooklyn) und der populäre Produzent Bernd Eichinger (Der Untergang, Name der Rose, Das Parfum) haben sich aus einem völlig überraschenden Blickwinkel erneut an das Thema RAF" herangewagt und zeigen vornehmlich die Taten und nicht die Täter. Der Baader Meinhof Komplex" ist eine etwas andere Aufarbeitung deutscher Geschichte, die man sonst so nicht kennt und eine mystifizierte Revolutionsromantik sowie auch mit der damit verbundenen unsichtbar mitschwingenden (Fast)Zuneigung oder Verständnis zu den Terroristen vergangener Produktionen bricht und auf sämtliche Identifikationen völlig verzichtet und somit eine persönliche Neubewertung anbietet.
Dies ist gleichzeit der Kritikpunkt, den man dem Film vorwerfen kann. Er unterlässt die obligatorisch mitgelieferte moralische und auch politische Wertung, die in anderen Produktionen zu diesem Thema immer gegeben war.
Der Film zeigt aber 34 Tote, mehr als 200 Verletzte, Terror am Fliessband...
Das Tempo ist durchgehend rasant und wirkt dennoch stellenweise dokumentarisch, was die Macher sicherlich auch so gewollt haben. Es gibt zahlreiche Einfügungen mit Original-Archivmaterial dieser Zeit: Der Schahbesuch, die Studentenunruhen, den Tod von Benno Ohnesorg, das Attentat auf Rudi Dutschke...es brodelt und eskaliert langsam. Der harte Kern formiert sich: Andreas Baader (Moritz Bleibtreu - vielleicht eine Fehlbesetzung), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek, die sehr gut spielt), eine ambivalente wie auch progressive Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck, die etwas braucht um in dieser Rolle zu wirken)und Jan Carl Raspe (Niels Bruno Schmidt)... und wird 1972 gefasst. Schärfere Haftbedinungen, ein fast politisch anmutender Schauprozess, zumindest aus der Sicht der RAF: Die zweite, noch brutalere Generation um Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl, Peter Jürgen Book (Vincenz Kiefer) oder Christian Klar (Daniel Lommatsch)formiert sich und zelebriert fast schon ohne eine wirkliche politische Motivation das Töten und die Rache an der Staatsgewalt.
Der hochintelligente Terroristenjäger vom BKA Horst Herold (Bruno Ganz) fungiert fast schon (irritierenderweise) als die Off-Stime des Films, eine Figur die die Ereignisse von damals aus einer politisch korrekten und aufgeklärten Sichtweise von Heute dokumentiert. Eine Figur, der die Bande mit aller Härte jagt, der aber sensibel und weitsichtig genug ist, Gründe für den Terror zu benennen, nicht das "Gut" und "Böse" Schema zu benennen und den Lösungsansatz nicht alleine im "Symptome ausmerzen" sieht. Das führt dann auch zu den nachdenklichen Tönen, dass die Eskalation vielleicht verhindert hätte werden können, wenn sich Staat und linker Protest im Vorher hätten annähern können.
Der Film ist mit seinen 150 Minuten nie langweilig, er wirkt stellenweise durch die kühle Inszenierung etwas kalt und wenig zugänglich.
Die Herangehensweise ist allerdings gewagt, aber für mich doch recht erfreulich. Er klammert zwar psychologischen Ansatz, Tiefgang und politische Einordnung aus, kann aber durch die Befreiung dieser üblichen Zutaten in einem RAF-Film ein einigermassen neuen Denkanstoss vermitteln.
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Der Baader-Meinhof-Komplex
Der Baader-Meinhof-Komplex von Uli Edel (DVD - 2009)
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