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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutsche Geschichte filmisch gut umgesetzt
Zum Inhalt des Filmes möchte ich an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren, da viele dieses Kapitel der Geschichte in irgendeiner Weise ohnehin schon kennen, für den Rest möchte ich nichts von der Spannung nehmen.
Was ich allerdings sagen kann ist, dass der Film historisch sehr genau ist, natürlich - und dessen muss man sich einfach bei...
Vor 5 Monaten von A. Fuchs veröffentlicht

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie unbefriedigend.....
Dieser Film stand schon eine ganze Zeit auf meiner Wunschliste, vor allem weil viele meiner Freunde ihn mir empfohlen haben. Als Frau, die 1979 das Licht der Welt erblickte, sind Themen die in diesem Film behandelt werden zwar nicht unbekannt, aber wirklich wissen was sich damals abgespielt hat... nein.

Also habe ich den Film geschaut um zu erfahren, was es...
Vor 12 Monaten von Knuddelschnuff veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutsche Geschichte filmisch gut umgesetzt, 17. Juli 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt des Filmes möchte ich an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren, da viele dieses Kapitel der Geschichte in irgendeiner Weise ohnehin schon kennen, für den Rest möchte ich nichts von der Spannung nehmen.
Was ich allerdings sagen kann ist, dass der Film historisch sehr genau ist, natürlich - und dessen muss man sich einfach bei diesem Genre bewusst sein - gibt es die ein oder andere Abweichung von der Realität, die ich an dieser Stelle mal der "künstlerischen Freiheit" zugestehe. Was mich besonders begeistert hat ist die Rollenbesetzung, denn die Schauspieler ähneln in ihren Rollen sowohl optisch, als auch darstellerisch den Originalen unheimlich.
Ich habe in vielen Kritiken gelesen, dass in diesem FIlm der Terrorismus in ein positives Licht gerückt wird, dies kann ich aber absolut nicht nachvollziehen, denn die Gewaltbereitschaft und die niedrige Hemmschwelle diese einzusetzen, wird in vielen Szenen sehr deutlich.
Ansonsten bleibt mir inhaltlich bloß zu sagen, dass ich diesen Film als ein sehr positives Beispiel für die Verfilmung eines historischen Themas einordne, zumal er das Geschehen sehr deutlich veranschaulicht, zum anderen aber auch sicherlich ein guter Einstieg in dieses wichtige Thema ist, gerade für Schüler oder junge Menschen im Allgemeinen, die zu dieser Zeit noch nicht gelebt haben.

Einen Stern Abzug gibt es allerdings für die Qualität des Filmes. Ich weiß nicht ob es am Format Bluray liegt oder an der Vertonung allgemein, jedenfalls stört den Filmgenuss ungemein, dass die Gespräche relativ leise sind, sodass, wenn man diese lauter stellt, die Lautstärke anderer Geräusche wie Waffen oder Explosionen wahnsinnig hoch ist und mir persönlich dann zu laut, sodass ich während des Films häufig die Fernbedienung getätigen musste. Das tut dem Inhalt sicherlich keinen Abbruch, aber ich möchte zumindest darauf hinweisen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend aber auch verwirrend, 14. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Baader Meinhof Komplex (Blu-ray)
Der Inhalt des Filmes sollte wohl jeden interessierten zumindestens Ansatzweise bekannt sein; Es geht um den Beginn und Werdegang der RAF-Terrorgruppe in den 1960er Jahren.
Der Beginn ist sehr spannend und sehr authentisch. Man hat ein richtiges Mittendrin-Gefühl. Der Regisseut hat sich Mühe gegeben, das bekanntes Original Filmmaterial und Film Übereinstimmungen hat.
Die erste Hälfte ist sehr spannend und zeigt den Beginn und die Aktionen der Terrorgruppe. In der Zweiten Hälfte geht es fast nur noch darum, wie die Köpfe der Gruppe im Gefängnis sitzen und dort Mürbe werden.
Der Film ist sehr Action-Reich mit viel Ballerei und Explosionen. Die 60er/70er Jahre kommen dabei sehr gut herüber.

Eigentlich hat der FIlm 5 Sterne verdient. Aber durch die Masse an Themen geht der "Rote Faden" verloren. Wer überhaupt kein Hintergrundwissen hat, wird aus dem Film nicht schlau. Wirklich etwas erklärt wird hier nicht. Auch ist eine "Charaktervorstellung" aufgrund des hohen Tempos kaum vorhanden und man muß sehr gut aufpassen wer wer ist.
Zudem verändern sich die Charaktere im Film häufig. Das sie man "Normal" sind, später einen Bart tragen und man sie erst gar nicht wiedererkennt. Das liegt aber sicher daran, das sich die "Originale" auch entsprechend veränderten (Hätte der Regisseur dies nicht auch gemacht hätte an dieser Stelle gestanden "Charaktere ändern sich nicht, fehlende Authentizität *g*)
Auch das quasi noch in den letzten Filmminuten neue Charaktere auftreten die man noch nie gesehen hat, aber wichtig zu sein scheinen ist verwirrend, aber auch hier gibt die Realität das Drehbuch vor.
Ich hätte dies durch "Namenseinblendungen" gelöst, die in solchen Filmen oft vorkommen um Charaktere Stumm vorzustellen.

Neben diesem "Verwirrspiel" kommt noch das schnelle Tempo dazu. So flieht Ulrike Meinhoff mit ihren Kindern aus Deutschland. In der nächsten Szene ist sie mit der RAF in einem Ausbildungscamp und ihre Kinder in Sizilien.
Das ist nur eine Szene bei der man glaubt kurz eingenickt zu sein oder irgendwas verpasst zu haben. Mal gehen die Baaders ins Gefängnis, in der nächste Szene sind sie schon wieder frei.
Alles in allem sehr verwirrend und schwer zu verdauen. Zumal man in der "Verwirrtheit" auch oft die aktuellen Szenen nicht richtig mitbekommt, weil man am Grübeln ist :)

Zu guter Letzt endet der Film abrupt und fast schon mittendrin. Irgendwelche "Fazits" am Ende oder "Was weiter passierte" fehlt.

Der Film an sich ist aber eigentlich zu gut um ihn schlechter zu bewerten. Wer sich mit dem Thema auskennt oder zumindestens ein wenig bei Wikipedia nachliest oder eine Sendung zum Thema gesehen hat, wird hier einen guten, spannenden Film sehen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Machen Sie sich selbst ein Bild., 15. März 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Thematisiert werden die Methoden der Baader-Meinhof-Gruppe, einer Stadtguerilla, die in der Folge der Tötung des Studenten Benno Ohnesorg bei einer Schah-Demonstration, der Empörung wegen des Vietnamkrieges und Dritter-Welt-Probleme entstand und das aberwitzige Ziel entwickelte, die Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland umzustoßen.

Die damaligen Attentate und Überfälle der Gang werden reißerisch dargestellt aber nicht zufriedenstellend ausgeleuchtet, die Verhaftung des "harten Kerns" - Meinhof, Bader, Ensslin, Raspe und Meins- wird gezeigt und es wird das Leben der Häftlinge in Stammheim mit den entsprechenden Folgen thematisiert.

Die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer und eines Lufthansaflugzeuges - als Mittel um die Inhaftieren freizupressen - wurden, neben vielen anderen Gewalt-Aktionen der Gruppe, auch in den Film reingepackt. Die Angst der Opfer wird dabei kaum visualisiert. Dem gesamten Streifen mangelt es an Empathie.

Mich hat dieser Film nicht überzeugt, weil er an der Oberfläche agiert und letztlich als bloßer Aktionsfilm daherkommt.
Wie ist es möglich, dass intelligente, nachdenkliche, junge Menschen mit bürgerlichen Backround derartig ausrasten und mit einer solchen Kälte und Abgefeimtheit zu morden beginnen?

Trotz hervorragender Schauspieler wie Bruno Ganz, der als einziger eine Reflektionsebene erkennen lässt, ist es nicht gelungen zum eigentlichen Thema vorzudringen, der damaligen Auseinandersetzung der 68er Jugend mit der Nazigeneration, die noch immer an den Schalthebeln der Macht saß und nicht in der Lage war die Nachfolgegeneration an die Hand zu nehmen und Vertrauen zu schaffen.

Die Gewalt eskalierte meines Erachtens aufgrund dessen, weil man auf Gewalt mit den falschen Mitteln antwortete. Man hätte sich dieser jungen Menschen annehmen müssen. Dazu war die Nazi- Generation nicht in der Lage.

Diese Tatsache erst bewirkte, dass die Baader-Meinhof-Gang ein Heer von Sympathisanten um sich scharen konnte und Gewalt immer wieder neue Gewalt gebar.

Nicht nur Baader war ein Fall für den Psychiater, aber er hauptsächlich. Der Film schafft es nicht, das Kranke der Gesellschaft in jenen Tagen zu thematisieren, sondern strickt weiter an einem Mythos, den jede Seite für sich entsprechend auslegen kann.

Aber machen Sie sich bitte selbst ein Bild.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie unbefriedigend....., 26. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Dieser Film stand schon eine ganze Zeit auf meiner Wunschliste, vor allem weil viele meiner Freunde ihn mir empfohlen haben. Als Frau, die 1979 das Licht der Welt erblickte, sind Themen die in diesem Film behandelt werden zwar nicht unbekannt, aber wirklich wissen was sich damals abgespielt hat... nein.

Also habe ich den Film geschaut um zu erfahren, was es wirklich mit Benno Ohnesorg, Andreas Baader und Ulrike Meinhof auf sich hatte. Nachdem ich ihn jetzt vor ein paar Tagen geschaut habe, muss ich sagen, dass ich mehr Fragen habe als beantwortet wurden. Jetzt kann man sagen, dass das ja nichts schlechtes ist, Fragen zu haben, sich für etwas nach einem Film zu interessieren etc. Was mir bei diesem Film jedoch eher negativ aufgefallen ist, sind zwei Dinge.

(Achtung Spoiler)
Erstens ist mir aufgefallen, dass die persönlichen Hintergründe der Protagonisten nur im Fall von Ulrike Meinhof erzählt wurde. Natürlich wird im Film erzählt, was bei den Studenprotesten beim Besuch des Schahs passiert ist und auch, wie Benno Ohnesorg getötet wurde. Dennoch bleiben die Charaktere irgendwie ohne Schatten. Sie wirken wie Schablonen, die austauschbar sind für alle möglichen Menschen. Bei Ulrike Meinhof gewinnt man einen Eindruck ihres Daseins. Sie verzichtet auf ihre Familie, riskiert sogar die Sicherheit ihrer Kinder, um sich "der Sache" anzuschließen. Die anderen Charaktere wirken selbst wie scharfe Bomben, als würden sie mit einem "Einfach mal so Dagegen Schild" durch die Welt laufen.

Vielleicht ist die Geschichte hinter diesem Film einfach zu komplex, das mag schon sein. Aber ich denke, dass man zum Beispiel mit Einblenden hätte arbeiten können, Textpassagen oder was auch immer, um den Handlungsstrang besser zu erläutern.

Zweitens muss ich gestehen, dass ich nicht genau weiß, ob mir die wirklichen Personen Baader und Meinhof einfach unsympatisch sind, oder ich die Art und Weise, wie die Schauspieler die Charaktere dargestellt haben, einfach nicht mag. Gerade Baaders Sprüche wirken auf mich einfach nur schlecht. Was mir generell auch nie wirklich klar geworden ist, ist wie die Gruppe die Härte der Gewalt rechtfertigen. Vielleicht steht es mir nicht zu, zu urteilen. Aber ich hatte gehofft, dass der Film mir dies ein wenig besser erläutert, leider war das nicht der Fall. Irgendwie geht es die ganze Zeit nur um Rache? Eine Bombe auf ein Verlagshaus zu werfen, in dem unschuldige Menschen arbeiten erscheint mir - ungeachtet dessen, was dieser Verlag veröffentlicht - einfach nur falsch. Ich versuche wirklich die ganze Zeit, mich in die damalige Zeit zu versetzen und zu verstehen - aber ich kann es nicht. Ich meine, muss ich wirklich erst die komplette Sekundärliteratur und ein paar Biographien lesen, damit ich einen Film bewerten kann?

Ich schwanke sehr mit der Höhe der Punktzahl, aber ich mehr als drei Punkte kann ich derzeit für den Film einfach nicht vergeben. Vielleicht werde ich ihn noch einmal ansehen und mein Urteil ein wenig revidieren. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das nicht möglich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte, 30. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Baader-Meinhof-Komplex von Bernd Eichinger unter der Regie von Uli Edel ist ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte. Viele mögen ihn als aneinander gereihte Actionszenen beschreiben, was den Kern allerdings nicht wirklich trifft. Zumal man bedenken sollte, dass es sich hier nicht um einen Dokumentarfilm handelt, sondern um einen ganz normalen Spielfilm vor historischem Hintergrund. Und ich denke, diesen Erwartungen wird der Film durchaus gerecht.
Der Regiesseur Uli Edel hat es geschafft, eines der wohl wichtigsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte so zu verpacken, dass es weder langweilig erscheint, noch unglaubwürdig. Natürlich lebt der Film auch von seinen actionreichen Szenen, die allerdings nur selten überladen oder unpassend erscheinen. Sie verleihen ihm vielmehr eine gewisse Spannung und Dramaturgie, welche eine tragende Rolle in der RAF-Geschichte spielte. Ebenfalls auffallend wirkt die Authentizität, mit welcher die Produzenten diesen Film angegangen sind. Die Liebe zum Detail lässt die Ereignisse auch für Nicht-Zeitgenossen lebendig wirken. Es sind die Bemühungen der Schauspieler und des Regiesseurs, die dazu beitragen, dass dieser Film keine Dokumentation über den RAF-Terrorismus des vergangenen Jahrhunderts ist, sondern eine Verfilmung auf einer hoch emotionalen Ebenen aus der Sichtweise der eigentlichen Täter.
Ich denke, dieser Film gibt Aufschluss über eine ganze Generation, einen Sinneswandel in Deutschland, ohne dabei nackte Fakten in den Vordergrund zu rücken und bis ins äußerste Detail zu verfolgen , sondern die Hintergründe grob zu umreißen und Allgemeinwissen zu vermitteln. Der Baader-Meinhof-Komplex soll keine Nacherzählung sein, er soll zum Nachdenken anregen und vor allem die Geschichte auch aus einer anderen Perspektive zeigen. Dies gelingt ihm unter anderem durch den tatenkräftigen Einsatz der Schauspieler wie z.B. Martina Gedeck in der Rolle der Ulrike Meinhof.

Für die TV-Langfassung muss ich einen Stern abziehen, da 10 Euro für 8 Minuten extra Szenerie etwas zuviel verlangt sind. Zwar geben diese Extra-Szenen Aufschluss über die Verkettung von Ereignissen im Film und hätten schon in der Kinofassung präsent sein müssen, könnten jedoch, aufgrund ausreichend vorhandenen Materials, üppiger ausfallen. Nett sind das Making Of sowie die Zusatzbeiträge von den Schauspielern, dem Regiesseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger auf der zweiten DVD. Wen die Hintergründe des RAF-Terrorismus weiter beschäftigen, der könnte an diesem Zusatzmaterial seinen Gefallen finden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The answer my friend is blowin' in the wind, 18. November 2008
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Eine Drehbuchseite ergibt eine Minute Film. Stefan Austs Buch Der Baader Meinhof Komplex ist 1000 Seiten lang. Genug Material für eine Serie. Regisseur Uli Edel hatte allerdings nur die Länge eines Spielfilms zur Verfügung und er hat es geschafft einen extrem spannenden und hervorragend besetzten Film über die Rote Armee Fraktion zu drehen. Nicht weniges, besonders aber das Ende, erinnert an Spielbergs München.
Edels Film erzählt die Geschichte der RAF von 1967 bis 1977. Wem der Film gefällt und auch etwas über die späteren Jahre dieser Terrororganisation erfahren möchte, dem sei Black Box BRD ans Herz gelegt, ein Dokumentarfilm der, anders als Der Baader Meinhof Komplex, die Täter und die Opfer vorstellt und somit ein runderes Bild bietet.
Die Witwe des ermordeten Ponto protestierte gegen Edels Film und gab ihr Bundesverdienstkreuz zurück, unter anderem weil die Leinwandumsetzung von Austs viel beachteten Buchs mit Bundesmitteln mitfinanziert wurde. Tatsächlich lässt sich der Film als Verklärung der Terroristen verstehen. Wenn Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) mit lockeren Sprüchen für Lacher sorgt und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) mit ihren langen, blonden Haaren, Zigarette und der Lederjacke sexy wirkt und Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) mit Sonnenbrille als kluge Frau mit Idealen dargestellt werden, werden sich die Angehörigen der Anschläge verständlicherweise verhöhnt vorkommen. Wenn dann noch Schlag auf Schlag Bomben im Springer-Verlag und US-Militärstützpunkten detonieren und hübsche, junge Attentäter cool, mit ruhigen Schritten die Tatorte verlassen, dann erinnert das an Fight Club.
Die Fahndung nach den Terroristen durch den Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz) gibt dem Film die Note eines spannenden Thrillers. Herold plädiert dafür die Motive der Täter zu verstehen und ist der Meinung, dass es zuallererst Aufgabe der Politik ist dem Terror keinen Nährboden zu geben. Seine Worte bleiben ebenso ungehört wie die Forderung der ersten RAF-Generation keine Unschuldigen zu töten. Mit jeder neuen Generation linker Terroristen wird die Gewalt grösser. Polizei und Terroristen schaukeln sich immer weiter hoch.
Die 68er, Rasterfahndung, GSG9, Landshut, Dutschke, APO, Springer-Verlag, Attentat auf die Olympischen Spiele 1972 in München usw. - Der Baader Meinhof Komplex ist vollgepackt mit hochinteressanten Themen. Er hat und wird für eine Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte anregen.

Das Ende des Films versucht etwas plump eine Verbindung zu den Attentaten des 11.9.2001 herzustellen, das war in Spielbergs München kunstvoller umgesetzt. Die Gemeinsamkeiten zwischen Atta und Baader sind vorhanden, aber die Unterschiede sind enorm. Baader und seine Genossen" fuhren Porsche, suchten Abenteuer und Sex, hatten das Gefühl die Welt mit Taten verbessern zu müssen, wollten aber keinen Gottesstaat errichten, in dem nicht nur die Rechte von Frauen stark eingeschränkt wären. Was sie stattdessen genau wollten bleibt diffus. Vielleicht war Mao ein Vorbild, vielleicht war es auch einfach nur cool Ho Ho Ho Chi Minh zu rufen. Ein Rockkonzert. Beginnt mit Janis Joplin und endet mit Bob Dylan. Ein guter Film. Auch wenn er sich eher darauf beschränkt zu begreifen warum die RAF in den Siebziger Jahren 9 Millionen Sympathisanten hatte, statt ein wirklich objektives Bild zu zeigen. Bilder vom Vietnamkrieg helfen zu verstehen, aber sie alleine reichen nicht als Erklärung.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider zu kurz für die Komplexität des Themas, 14. November 2009
Von 
Benjamin Harter (Offenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Als Geschichte-Interessierter und Filmfan war ich auf die Verfilmung von Stefan Austs gutem Buch "Der Baader-Meinhof-Komplex" sehr gespannt. Das daraus "nur" 2 1/2 Stunden Film geworden sind, hat mich schon etwas stutzig gemacht, denn zu komplex und chronologisch sehr lange ist die Thematik. Die RAF lässt sich nun mal leider nicht in so einem Zeitraum erfassen. Dennoch fand ich den Film nicht schlecht. Darstellerisch liefern alle Schauspieler ordentliche Arbeit ab, Moritz Bleibtrau spielt den Baader, wie man es nach Lektüre des Buches und vieler Quellen erwartet, der Topdarsteller war für mich trotz nur kurzer Rolle Stipe Erceg als Holger Meins.
Ich hatte vorher auch schon Wissen über die Thematik, was für mich den Film auch verständlich machte. Für einen Laien oder Schüler, der vorher mit der RAF noch nichts am Hut hatte ist der Film jedoch nur bedingt empfehlenswert, zu stark sind die Zeitsprünge, zu viel Informationen werden weggelassen, was aber bei der kurzen Laufzeit klar ist.
An Filme wie den TV-Zweiteiler "Todesspiel" der ja nur die Schleyer- und Lufthansa-Entführung behandelte, kommt Baader-Meinhof also nicht ran. Trotzdem für Interessierte mit Vorbildung ein interessanter Film mit guten Darstellern, bei dem ich hoffe das die zweiteilige TV-Version, die ja insgesamt 3 Stunden dauern soll, noch einige Zeitlöcher stopft.

3,5/5 Kalaschnikows für den Film.
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96 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt..., 5. November 2008
Von 
Amigo Del Sol "ADS" (Fürstentum Lippe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten erfahren wollen, sind wahrscheinlich hoffnungslos verloren in der Komplexität der Ereignisse.
So wird die Zeit der RAF doch bei manchen Zuschauer ein erhebliches Defizit an Allgemeinwissen verursachen. Das man sagen muss, dieser Film ist eher für jemanden geeignet, der die Namen wie Ulrike Meinhof, Andreas Baader oder Brigitte Mohnhaupt zumindestens schon mal im Zusammenhang mit der RAF gehört hat und dem Namen wie Hans-Martin Schleyer oder Siegfried Buback nicht ganz unbekannt sind.
Die erschütternd authentisch wirkende Verfilmung des nationalen Traumas aus den 70er Jahren spart nämlich an keinem Detail. In Verbindung mit dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust bietet der Film für geschichtlich Interessierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis. Dieser Film ist kein Terrorthriller für leichte Abendunterhaltung (eine TV-Version des Films soll im nächsten Jahr im Fernsehen starten), sondern eine beinharte Nachinszenierung der RAF-Zeit.

Uli Edels Film konzentriert sich dabei auf die Entstehung der RAF ab 1967 und endet mit dem Deutschen Herbst 1977. Hierbei konzentriert sich die Erzählung stark auf die Lebenswege von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), sowie die staatlichen Bemühungen unter der Führung vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz) die Bedrohung mit allen Mitteln Herr zu werden. Dies endet mit der Gründung der GSG 9.

Die Geschichte beginnt mit den Studentenkrawallen zum Besuch des Schahs von Persien in Berlin 1967, bei denen ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschießt. Die politisch vorwiegend links orientierte Studentenschaft, glaubt ein faschistisches Verhalten von Seiten des Staates zu erkennen und beginnt gegen diesen zu rebellieren. Das Verhalten der USA im Vietnamkrieg vertieft die Kluft zwischen den Studenten und ihren Sympathisanten und dem Staat. Nach ersten Protestaktionen (Brandstiftungen), eskaliert die Situation durch das beinahe tödliche Attentat auf Rudi Duschke, dem bekanntesten Wortführer der Studentenbewegung. In Folge dessen entsteht die RAF, lässt sich militärisch ausbilden, begeht Anschläge und finanziert sich durch Banküberfälle.

Die schauspielerische Leistung, die linksradikale, aufmüpfige Einstellung auf die Figuren zu projezieren gelingt den Darstellern mit Bravour. Besonders die Figur von Bruno Ganz (Horst Herold) bildet in dieser hektischen, brutalen, blutigen Realität des "Kampfes" der RAF einen willkommenen, bedachten Pol der Ruhe.
Allerdigns einige wichtige Figuren werden in dem Film nur kurz angerissen, so ist der Auftritt von Alexandra Maria Lara als Petra Schelm nur etwa eine Minute lang. Die Folgen dieses Todes und die dadurch losgetretene Diskussion in Deutschland (Schießausbildung der Polizei) werden gar nicht weiter erwähnt.

Fazit:
Wie denn auch? 150 Minuten Film sind zu einfach zu kurz, um dieses umfangreiche Kapitel deutsche Geschichte auch nur im Ansatz mit Tiefgang zu versehen. Herausgekommen ist ein düsteres "Best of RAF"-Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefende Eigenrecherche sein kann/ darf. Für sich allein funktioniert der Film voll und ganz und hat seine obigen Sterne verdient. Als geschichtliches Lehrstück versagt er jedoch leider fast auf ganzer Länge. Bis auf die grundlegenden Zusammenhänge wird dem Zuschauer nicht klar, was genau da jetzt wirklich passiert ist und damit zeigt sich: Die Realität ist so viel komplexer als ein Film dies jemals darstellen kann. "Der Baader Meinhof Komplex" kommt zwar atmospährisch nah an das geschichtliche Erleben einzelner Situationen heran, kann aber die Gesamtheit der damaligen Zeit im Ganzen nur schwer nachstellen - dafür läuft der Film zu kurz.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Themenumfang zu groß., 5. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Ich finde der Film ist an sich sehr gut gemacht und gut umgesetzt. Das war von Uli Edel und Bernd Eichinger aber nicht anders zu erwarten.

Der einzige aber wirklich große Kritikpunkt den ich habe, ist dass, der Umfang des Themas und die große Zeitspanne, die im Film thematisiert wird einfach viel zu viel für einen Film von derartiger Länge ist.

Einen mehrteiligien Film oder eine Serie wäre da wohl etwas vorteilhafter gewesen. da hätte man auch den ganzen Stoff des Themas gut rüberbringen und gut einbinden können.

Im Film bekommt nämlich ein Zuschauer, der historisch über die Thematik nicht so informiert ist, gar nicht so richtig mit, dass es sich am Ende des Films um die zweite Generation der RAF handelt. Und somit fast ein ganzes Jahrzehnt vorrüber ist.

Trotzdem ist der Film meiner Meinung nach einer der besten deutschen Produktionen überhaupt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doku-Drama, 16. Januar 2010
Für mich einer der besten deutschen Filme der letzten zehn Jahre! Sicher sollte man etwas Basiswissen haben, um bei dieser "Kurzfassung" nicht auf dem Schlauch zu stehen. Wer sich aber über verschiedene Quellen (Video, Zeitung, Geschichtsbücher, Internet, ...) über diese Zeit und die Themen informiert hat oder selbst Zeitzeuge ist, kann der Handlung folgen. Natürlich passen 10 Jahre nicht in einen Film; aber ich habe bisher auch noch keinen Streifen gesehen, der so etwas bewerkstelligen kann.
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Der Baader-Meinhof-Komplex
Der Baader-Meinhof-Komplex von Uli Edel (DVD - 2009)
EUR 4,99
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