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4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht das stärkste Album
Ich bin in Sachen Edguy ein Späteinsteiger. Aufgrund meines fortgeschritten Alters von mittlerweile 46 Jahren macht sich musikalisch oft auch eine gewisse Sturheit breit, was das Entdecken neuer Musik betrifft. Auch ich bin manchmal einer, der Gefahr läuft, sich im Gestrigen zu verlieren und immer noch den alten Helden zujubelt, an die ja sowieso keiner und...
Veröffentlicht am 9. März 2011 von Rock Tullie

versus
28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Album... Könnte aber besser sein......
Vorab an alle Leser meiner Rezension: Ich bin ein Edguy Fan erster Stunde. Ich habe von Anfang an den Weg der Band verfolgt. Aber leider geht es meiner Meinung nach mit dieser CD etwas in die falsche Richtung. Tobias Sammet ist der beste Songwriter den wir hier in Deutschland haben. Boombastische Metal-Hymnen sind seine große Stärke. Songs wie King Of Fools,...
Veröffentlicht am 14. November 2008 von AVANTASIA


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht das stärkste Album, 9. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Ich bin in Sachen Edguy ein Späteinsteiger. Aufgrund meines fortgeschritten Alters von mittlerweile 46 Jahren macht sich musikalisch oft auch eine gewisse Sturheit breit, was das Entdecken neuer Musik betrifft. Auch ich bin manchmal einer, der Gefahr läuft, sich im Gestrigen zu verlieren und immer noch den alten Helden zujubelt, an die ja sowieso keiner und schon gar niemand aus der jungen Generation heranreicht. Zumindestens ertappe ich mich dabei manchmal. Die Entdeckung von Edguy für mich verdanke ich meinem Sohn und nicht eigener Entdeckungslust. Seit dieser Erfahrung bin ich allerdings wieder aufgeschlossener Neuem gegenüber.

Jetzt habe ich Edguy erstmalig kennen gelernt mit diesem Album hier. Ich habe mir deren Backkatalog danach dann quasi rückwärts erschlossen. Das war übrigens eine gute Erfahrung, nicht Fan der ersten Stunde zu sein, weil ich nie Erwartungen an ein Album gelegt hatte. Edguy haben sich in der Zeit stetig entwickelt, so viel steht fest. Das jeweils neue Album war nicht immer zwingend besser als das vorangegangene, aber zumindestens immer irgendwie anders. Dadurch macht man sich nicht zum Gefangenen eines Stils, man wirkt immer frisch und zeigt sein kreatives Potential. Tobias Sammet ist eh ein ziemlich begnadeter Songwriter. Meine persönlichen Favoriten sind Hellfire Club und Mandrake. Aber das ist wie immer Geschmacksache.

Tinnitus Sanctus war keine Steigerung zum Vorgängeralbum, einfach weil ich da die Songs für komplexer gehalten habe. Und Tinnitus Sanctus war eine weitere Entwicklung hin mehr zu Classic Hard Rock. Dadurch bedingt gewinnt man den Eindruck, dass viele Songs insgesamt auf diesem Album mehr einfacher komponiert wurden. Viele komplizierte Verschnörkelungen, die ich z.B. an the Pharao und The Piper ... so liebe, finden hier nicht statt. Trotzdem bleibt das Songwritung immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Speedhoven und Dragonfly erfüllen im Ansatz doch noch den Anspruch, komplexere Songs zu sein. Herausragend ist für mich der Opener Ministry of Saints. Die übrigen Stücke haben alle wunderbare Melodien, tolle Riffs, keine Frage. Alle Songs sind sehr gut produziert, haben den bekannten schönen fetten Gitarrensound. Tobis Gesang ist hier etwas rauher geworden im Vergleich zu früheren Alben, was ich als sehr positiv und erwachsener empfinde. Den einen Stern ziehe ich ab, weil ich Edguy mit sich selber vergleiche, sie haben die Messlatte in Sachen Songstruktur und Kompositionen ziemlich hoch gelegt. Diese haben sie dann mit Tinnitus Sanctus nicht übersprungen. Aber gut, es ist aber trotzdem ein gutes Album, von dem ich die meisten Songs oft gerne höre.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beim heiligen Tinnitus, 3. Juni 2010
Von 
Child in time - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus [Vinyl LP] (Vinyl)
2008 erschien "Tinnitus Sanctus", das bis heute letzte Studio-Album der Mannen um Tausendsassa Tobias Sammet. Der musikalische Stil des Vorgängers "Rocket Ride" wurde konsequent weiterverfolgt. Melodischer Heavy Metal, der sich nicht immer ganz ernst nimmt, ist angesagt.

Ministry of saints: Im 1/3 aller Edguy-Stücke, einfach toll.
Sex fire religion: Besser als viele sagen, guter Song.
The pride of creation: Insg. mittelprächtig, aber schöner ruhiger Mittelteil.
Nine lives: Ordentlich, aber nichts besonderes.
Wake up dreaming black: Gut, richtig gut, ein Mitgröhler.
Dragonfly: Könnte etwas härter sein (wie mehrere Songs), aber genialer Refrain.
Thorn without a rose: Nette Ballade.
9-2-9: Ganz o.k., aber nichts neues.
Speedhoven: Großes Kino, sehr abwechslungsreich, teils schnell, dann wieder langsam.
Dead or rock: Flotter, guter Song, aber auch nichts neues.
Aren`t you a little pervert too?!: Edguy sind eben eine `lustige` Truppe.

"Tinnitus Sanctus" gehört sicher nicht zu den besten Alben der Gruppe. "Mandrake" und "Theater Of Salvation" bleiben unerreicht. Und trotzdem macht "T.S." Spaß, ist sehr abwechslungsreich und einfach `gut`, 4 Sterne.
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Album... Könnte aber besser sein......, 14. November 2008
Von 
AVANTASIA (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Vorab an alle Leser meiner Rezension: Ich bin ein Edguy Fan erster Stunde. Ich habe von Anfang an den Weg der Band verfolgt. Aber leider geht es meiner Meinung nach mit dieser CD etwas in die falsche Richtung. Tobias Sammet ist der beste Songwriter den wir hier in Deutschland haben. Boombastische Metal-Hymnen sind seine große Stärke. Songs wie King Of Fools, Superheroes und Lost in Space driften aber mehr in die rockigere Richtung ab. Grundsätzlich ist es ja auch in Ordnung zu Experimentieren. Aber dieses neue Album "Tinnitus Sanctus" ist voll von rockigen Songs. Edguy steht für mich aber nach wie vor hauptsächlich für Heavy Metal. Tobias Sammet steht aber ohne wenn und aber hinter jeglichen Songs der Band. Das zeichnet ihn ja auch aus und dafür hat er meinen vollen Respekt.

Meine Favoriten wie "New Age Messiah" und "Judas at the Opera" waren lediglich B-Seiten und hätten meiner Ansicht nach aufs Album gehört. Mit Avantasia I und II hat er uns MEtaller damit bedient, was wir so dringend brauchen. Mit Avantasia "The Scarecrow" wurde dann aber auch der Avantasia Bombast-Metal beiseite gelegt und rockigere Töne fanden einklang. Ich denke, es wird aber auch irgendwann wieder eine härtere Gangart eingelegt.

Jetzt aber expilizit zu "Tinnitus Sanctus": das Album ist wirklich nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Ministry Of Saints ist noch einer der Edguy typischten Songs.... Persönlich hör ich Dragonfly und Speedhoven noch am häufigsten. Obwohl hier die Queen-Ansätze auch nicht richtig zünden wollen. Das hat zuletzt so richtig bei "Seven Angels" funktioniert. Eine Überraschung ist der Bonus Song "Arent You a Little Pervert Too?" - der wirklich Spaß macht. Die Produktion des Albums ist wie immer Top! Lediglich die Qualität der Bonus Live CD lässt zu wünschen übrig und klingt mehr nach Bootleg. Aber dafür ist sie auch ein "Bonus" und soll nicht in die Bewertung einfließen.

Was mich an diesem Album etwas stört, ist der angeeignete Englisch "Slang" in Tobias Stimme. Das klingt teilweise unnatürlich und aufgesetzt.

Ich würde das Album als solide und eher rockig beschreiben. Persönlich würde ich aber gerne wieder Songs wie "Tears Of A Mandrake", "Theater Of Salvation", "The Piper Never Dies" und so Metal-Kracher wie "Mysteria" hören. Solche Songs werden bei Edguy in letzter Zeit leider weniger.

Über das Cover lässt es sich streiten....
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders als 'früher', aber ein sehr gutes Album!, 19. November 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Ich bin seit der genialen "Vain Glory Opera"-Scheibe ein Edguy-Fan, und liebe immer noch Alben wie "Kingdom Of Madness" oder "The Savage Poetry" - vor allem das letzte war mit brachialen Melodic-Speed-Metal-Nummern super besetzt. Und insgeheim wünsche ich mir, von Edguy auch wieder mehr solche Sachen geliefert zu bekommen...aber natürlich haben auch Edguy eine Entwicklung durchgemacht, die aber nicht schlecht ist :-)

Musikalisch und songwriter-mäßig hat Tobias Sammet einen gehörigen Schub nach vorne gemacht (die Songs sind komplexer und abwechslungsreicher, was man ja auch schon auf "Avantasia - The Scarecrow" gut hören konnte. Sicherlich tendieren einige (oder gar viele) der neueren Songs jetzt mehr in Richtung Heavy Rock / Melodic Rock, aber auch damit kann man seinen Ohren Gutes tun ;-)

Was auf "Tinnitus Sanctus" (geiler Titel, ne?) sofort auffällt, ist wieder die kraftvolle (aber auch manchmal etwas zu "glatte") Produktion von Sascha Paeth, der ja schon massiv an "Rocket Ride" und "The Scarecrow" mitgewirkt hat. Besonders die Chöre klingen bombastisch fett und setzen sich sofort in den Gehörgängen fest.
Die Songs sind allesamt abwechslungsreich und nicht immer vorhersehbar, Tempo- und Stimmungswechsel findet man regelmäßig auf diesem Album.

Meine Favoriten auf diesem Album sind (wie sich auch bei den meisten anderen Rezensenten) "Ministry of Saints", "Dragonfly" und "Speedhoven" - alle drei Songs glänzen vor allem durch die gigantischen Chöre in den Refrains. Ich hoffe nur, dass die Jungs die auch live so bombastisch rüberbringen (manchmal sind die Backing-Vocal-Künste der Edguy-Instrumentalisten auch nach so vielen Jahren auf Tour noch etwas ausbaufähig)!

Und wie "RS" schon geschrieben hat, würde ich, trotz aller Songwriting-Genialitäten von Tobias Sammet, auch mal gerne wieder einen Song hören, den Jens Ludwig geschrieben hat - er hat ja früher deutlich mehr zu den Alben beigetragen und war vor allem gitarrenmäßig immer eine Bereicherung. Was für dieses Album aber zumindest spieltechnisch auch endlich wieder gilt (da habe ich vor allem auf "Rocket Ride" einiges vermisst...)

Alles in allem ist "Tinnitus Sanctus" ein hervorragendes Melodic Metal/Rock-Album geworden, dass von vorne bis hinten zu überzeugen weiß. Warum es trotzdem nur 4 Sterne gibt? Nun, weil ich weiß, dass Edguy es NOCH besser können!! (z.B. wenn sie hin und wieder ein bisschen mehr Tempo zulegen und vielleicht auch wieder ein Album in Finnland mixen - vom druckvollen Sound her ist "Vain Glory Opera" immer noch unangefochtener Spitzenreiter!)

Aber trotzdem auf jeden Fall eine Kaufempfehlung, selbst für eingefleischte "Oldschool"-Metalheads, die ihren Ohren etwas Abwechslung gönnen wollen :-)
(Wer es trotzdem unbedingt härter und schneller braucht, dem kann ich übrigens das aktuelle Trivium-Album "Shogun" empfehlen - so à la Metallica trifft Slayer trifft Iron Maiden!)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade, 17. November 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Babylon war der Song, mit dem ich Edguy kennengelernt habe. Die Eingängigkeit, die Power, die Geschwindigkeit, die Spielfreude haben mich damals gepackt und nicht wieder losgelassen. Mittlerweile besitze ich alle Edguy- und Avantasia-Alben. Leider muss ich sagen, dass mich das neueste Werk Tinnitus Sanctus doch ziemlich enttäuscht hat. Tobias Sammet spricht davon, dass er und die Band sich weiterentwickelt haben und das neueste Werk den Höhepunkt des Schaffens von Edguy bildet. Wenn das der Fall ist, haben sich Edguy prächtig von meinem Musikgeschmack wegentwickelt.
Bereits seit Mandrake finden sich immer weniger Songs mit dem Babylon-Gänsehaut-Feeling auf den Edguy-Scheiben. Meine Favoriten fanden sich zuletzt - wie bei einem meiner Vorredner - nicht einmal auf den Alben sondern als B-Seite auf den Singles. Auf Tinnitus Sanctus fand ich nun zum ersten Mal keinen einzigen Edguy-Song, der es auf meinen persönlichen Metal-Sampler geschafft hat. Lediglich "The pride of creation" erinnert an das, was Tobi meiner Meinung nach eigentlich kann wie niemand anders, nämlich kompromisslos eingängige Speed-Metal-Kracher zu schreiben. Vom Bonus-Song mal abgesehen ist der Rest eher wenig spannend und für mich persönlich zu sehr 80s-Style. Außerdem zünden die Refrains zumindest in meinem Ohr einfach nicht.
Versteht mich nicht falsch. Sicherlich ist Tinnitus Sanctus im Vergleich zu den meisten anderen Metal-Platten wirklich im oberen Bereich anzusiedeln. Die Produktion ist (natürlich) glasklar und die Chöre sehr angenehm bombastisch. Im Vergleich zu den anderen Edguy-Scheiben ist Tinnitus Sanctus aber maximal Mittelmaß. Und das liegt, ich wiederhole mich da gern, dafinitiv am Songwriting.
Man liest immer wieder (schon in Zusammenhang mit The Scarecrow), Tobias sei erwachsen geworden. Dann bin ich es wohl leider nicht. Auch wenn es im Moment mal wieder (leider) nicht in Mode ist, mag ich schnellen eingängigen Metal mit Kinderliedermelodien. Edguy hat ihn mal geliefert - vor Tinnitus Sanctus.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider Enttäuschend., 6. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Ich bin ziemlich enttäuscht vom neuen Edguy Album. Außer 3!!! Songs, gefällt mir das Teil fast gar nicht, ja mit Song Nr. 2 ist sogar der schlechteste Edguy Song überhaupt enthalten, so ein schwachen Song hätt ich nie erwartet von Sammet und Co. Bis auf Speedhoven, Ministry... und der guten Ballade ist das Album leider sehr schwach...kein Vergleich zu dem Referenzwerk "Hellfire Club", auch das etwas Fun-mäßige "Rocket Ride" war Welten besser....nee das war nix Tobias.
Lieber beim nächsten mal etws back to to roots zu Speedigeren Songs.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heiliger Hörschaden!, 17. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Heiliger Hörschaden!

Anleitende Vorworte für diese Rezension:

Attention! Dieses Schriftwerk dient der Wahrheitsfindung, d.h., ich werde sämtliche Anpreisungsorgien und Marktschreiereien vermeiden und meine Meinung ganz bewusst in den Urlaub schicken, damit der Leser eine objektive Beschreibung des zu besprechenden Werkes erhält. Bloß weil ich eventuell einen 'heiligen Hörschaden' erleide, muss dies nicht zwangsläufig für jeden Interessenten gelten.
Attention 2! Ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass sie für eine Rezension in einem Internetkaufhaus recht lang ausgefallen ist. Schieß [sic! hehe] drauf! Erstens liest man heutzutage sowieso zu wenig und zweitens brauche ich zumindest ein wenig Luft, um meine Punkte ein wenig ausführen zu können.

Die erste Kontaktaufnahme mit dem Tinnitus vollzieht sich beim (Platten)Dealer des Vertrauens selbstmurmelnd über das Artwork: Der Menschensohn himself, bekannt durch die legendären 'Kill your idol'-Shirts, blutet nicht wie seine Mutter aus dem Äuglein, sondern aus dem Gehörgang. Das lässt zwei Schlussfolgerungen zu:
Entweder ist J.C. kein Rocker, oder die Klanggewalt des neuen Albums bläst sogar den Sohn des Allmächt'gen um. Auf jeden Fall muss man eine gewisse Portion (Selbst)Ironie und Bereitschaft zum Lachen mitbringen. Die angeschnittenen Themen Religion/Versuchung und Humor werden im Laufe des Albums weiterhin unsere Wege kreuz(ig)en.

Nachdem mit Rocket Ride, einem bunten Feuerwerk hardrockender akustischer Aromen, und Crimson Idol meets Faust a.k.a. The Scarecrow bereits eine Abkehr der Edguys vom puritanischen Power/Speed Metal-Glauben stattfand, blieb abzuwarten, ob diese 'Blasphemie' sondergleichen fortgesetzt wird. Daher befindet sich Tinnitus sanctus momentan in den Fängen der rezensorischen Inquisition, die die möglicherweise ketzerische Platte ob ihrer Konfession ausquetscht.
Die Reformationspläne anno domino [sic!, hehe] 2008 lauten: Catchy Melodien, Ohrwurmpotential, simple und daher eingängige/effektive Strukturen sowie eine RAUere Produktion als die Stimme unseres Ex-Präsis. Apropos Stimme, auch Señor Sammet verkehrt nicht mehr in astronomischen Regionen, sondern bevorzugt heuer erdiges Terrain.

Dabei hörte der hessische Hohepriester des Hardrock wohl wie Jeanne d'Arc diverse heilige Stimmen, die ihn auf seiner Mission inspirierten: Man(n) verwendet Accept-ables Teutonen-riffing (Ministry Of Saints), riskiert eine dicke Lippe a la Aerosmith (Sex Fire Religion, vgl. das Intro zu Love In An Elevator & Tyler'schen Slang), zaubert mit Magnum'scher Epik & Chören (Dragonfly), und rockt nach traditioneller Krokus-Schule (Dead Or Rock). Nichtsdestotrotz zeichnet sich jedes Stück durch einen typischen 'Touch of Edguy' aus.

Ein paar Up-Tempo-Stücke erinnern wage an alte Zeiten, z.B. The Pride Of Creation inklusive radikalem Bruch zum Mid-Tempo, welches nach der Brücke zum Roadrunner-Modus zurückkehrt und das Album von einer dynamischen Seite präsentiert. Wette, dass sämtliche Erdferkel das Lied fortan als ihre ewige Hymne betrachten... Wake Up Dreaming Black (Tempo: Out of vogue) wird durch kleine dynamische Breaks aufgelockert und vernichtet ganze Heerscharen von Engeln im Refrain. Soll heißen, man kann ihn entweder als eingängig oder penetrant bezeichnen. Das Opus Speedhoven (7:40 min.) stellt man sich wie Devil In The Belfry pt. II, extended version, vor, ergänzt durch sakrale Orgelklänge. Spielt als längeres Stück nicht in derselben Liga wie Theater Of Salvation oder The Seven Angels, will es allerdings auch nicht. Textlich rechnet der Geist des eponymen Komponisten mit den Stimmen der Vergangenheit ab. Speedhoven und seine Schreie werden diejenigen heimsuchen, die um der wahren Musik willen gekommen sind, aber ihre eben noch hochgehaltenen Ideale vergessen, weil nicht mehr das vorhanden ist, was sie haben wollten. In der Brücke stirbt der Künstler schließlich in das selbst geschaffene Paradies, in dem ausschließlich seine Kunst zählt, die zu bestimmen niemand außer ihm selbst ein Recht hat.

Nine Lives und 929 (keine Position aus dem horizontalen, sondern eine Zimmernummer, also bloß der Ort, wo...) werden von verspielten Keyboards dominiert und bringen Van Halen-Frische, aber auch deren simplen Aufbau mit. Die obligatorische Herzschmerzballade mit einer gehörigen Portion Pathos fehlt natürlich nicht (Thorn Without A Rose), wobei mich interessieren würde, ob Poison mit Every Rose Has Its Thorn als Taufpaten dabei waren. Zum Abschluss wird's noch mal richtig unanständig, d.h., COUNTRY, UUUUAAAARRRRGGGHHHHH!!!! Aren't You A Little Pervert, Too?!? ist glücklicherweise bloß eine schweinische Parodie mit politischem Seitenhieb.

Ihr habt's überstanden: Ich hoffe, ich konnte andeuten, dass Tinnitus Sanctus eine Entwicklung in den Hardrock/Melodic Metal-Bereich ist und nur noch an einem seidenen Faden hängt, was die Power/Speedwurzeln betrifft. Dafür erhält man eingängige, zeitgemäße Titel, die zusammen allerdings keine (!) homogene Mischung ergeben. Begründung folgt: Die meisten Titel sind, wie gesagt, moderne Hardrocker. Speedhoven nicht, Dragonfly nicht, Pervert genauso wenig. Sie beackern inhaltlich wie äußerlich ein komplett anderes Feld und machen es unmöglich, von einem in sich geschlossenen Werk zu sprechen. Dies ist keine Kritik, sondern eine Feststellung (Können wir aber gerne drüber diskutieren). Ich vermeide es ferner, dieses Album besser oder schlechter als irgendwas zu bezeichnen, da ich solche Vergleiche mit Vorgängern für unfair halte. Es gibt in meinen Augen kein 'besser' oder 'schlechter', lediglich 'anders'.

Zur Punktevergabe: Ich gebe die volle Punktzahl, weil ich eine abgeben muss. Ich halte ein solches System für falsch, weil man darüber ein Werk nicht aussagekräftig bewerten kann. Ich denke, dafür bedarf es Worte, und derer sind genug gefallen. Es geht mir auch nicht darum, euch irgendein Produkt aufzuschwatzen. Ich hoffe bloß, ausreichend Fakten wiedergegeben zu haben, die euer Interesse geweckt haben, so dass ihr der Platte im Laden durch Antesten eine Chance gebt, aber nicht blind kauft, bloß weil ein bestimmtes Etikett drauf klebt.

Danke für die Aufmerksamkeit! Hey, aufwachen...aufwachen, hab' ich gesagt...
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Offenbarung, aber durchaus hörenswert, 23. Februar 2009
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Mit "Tinnitus Sanctus" dürfte der Kurswechsel von Edguy endgültig vollzogen sein. Diese Entwicklung dürfte vielen, sehr vielen Fans der ersten Stunde nicht zusagen, ist aber bei weitem nicht so schlecht, wie einige behaupten. Bereits nach "Hellfire Club" hat die Truppe um Tobias Sammet meiner Ansicht nach begonnen, einen Strich unter den "alten" Stil zu ziehen, nachdem dessen Grenzen vollständig ausgelotet wurden. Vermutlich war es die drohende Gefahr der Selbstwiederholung, die zu dieser Entwicklung geführt hat - etwas, das schon bei vielen Bands zu beobachten war und immer das gleiche, traurige Ergebnis hat: alteingesessene Fans wenden sich scharenweise ab und akzeptieren die neue Ausrichtung nicht (prominentestes Beispiel: Metallica), was wiederum auf Unverständnis seitens der offeneren Hörerschaft und nicht selten auch der Bands führt. Ein Teufelskreis, der vor allem im Heavy-Metal-Bereich oft beobachtet werden kann.

Wenn man also versucht, möglichst frei von Vorurteilen, die sich übrigens auch bei mir durch das songwriterisch eher bescheidene "Rocket Ride" angesammelt haben, an die Sache heranzugehen, muss man "Tinnitus Sanctus" eine klare Verbesserung gegenüber dem unmittelbaren Vorgänger bescheinigen. Bereits der harte, sehr rockige und mit gutem Refrain ausgestattete Opener "Ministry Of Saints" ist ein Song, der sofort zu begeistern weiß. Sehr positiv fällt auch "The Pride Of Creation" auf, das interessanten Gesang bietet und vor allem auch aufgrund der Chöre gefällt und hohe Langzeitwirkung entfaltet. Mit "Dragonfly" und "Speedhoven" haben es auch zwei Hymnen der alten Edguy-Schule auf das Album geschafft, die auch den eingesessenen Fans gefallen dürften. Beide Songs sind abwechslungsreich, düster und jeweils mit einem furiosen Finale ausgestattet - daran gibt es wirklich nichts auszusetzen. Beispielhaft für die neue Ausrichtung sind hingegen die guten Rocker "Nine Lives", "9-2-9" und "Dead Or Rock", die zwar im Vergleich zu den 4 oben genannten Stücken ein wenig abfallen, aber immer noch in der oberen Gütekategorie angesiedelt sind.

Natürlich ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, auch auf diesem Album haben die Hessen ein paar Schwachstellen fabriziert. Beispielsweise das gleich an zweiter Stelle platzierte und schwachsinnig betitelte "Sex Fire Religion", das mit seinem Refrain in Endlosschleife nervt. Auch auf die übliche (Halb-) Ballade "Thorn Without A Rose" hätte ich gut und gern verzichten können - in diesem Bereich weist der Backkatalog der Band wesentlich bessere Lieder (beispielsweise "Tomorrow") auf. Einziger Totalausfall ist in meinen Ohren aber das an fünfter Stelle "versteckte" Wake Up Dreaming Black", das einfach nicht hängenbleiben will und eine Belanglosigkeit ist, die man von einer Gruppe wie Edguy gar nicht kennt. Über den Rausschmeißer "Aren't You A Little Pervert Too?" mit seinen Country-Anleihen werden die Meinungen wie immer bei solchen Spaß-Stücken auseinander gehen, ich persönlich finde ihn hier mal ganz lustig, aber zu oft muss ich ihn nicht hören.

Als Fazit würde ich sagen, dass "Tinnitus Sanctus" an die besten Edguy-Alben zwar nicht herankommt, aber eine deutliche Verbesserung (nicht nur was das Covermotiv betrifft) gegenüber "Rocket Ride" ist. Wohin der Weg der Band führen wird und wie viele Fans ihr folgen werden, muss die Zeit zeigen. Eine angemessene Bewertung wären hier wohl 3,5 Sterne gewesen, die ich nur deshalb auf 3 abrunde, weil mir die älteren Scheiben ein wenig besser gefielen - was nichts mit dem prinzipiellen Stil, sondern mit dem damals auf Albumlänge besseren Songwriting zu tun hat.

Die Bonus-CD, die dieser Edition beiliegt, enthält 10 Live-Tracks, die zwar ordentlich, aber keineswegs überragend sind. Schuld daran ist der Sound, der das Bootleg-Niveau nur knapp übertrifft. Die Songauswahl passt hingegen und umfasst praktisch alle Schaffensperioden der Fuldaer. Wer allerdings die volle Edguy-Live-Packung sucht, ist mit dem "offiziellen" Konzertmitschnitt "Burning Down The Opera" weit besser bedient. Als Bonus zu einer regulären Platte geht diese Disk aber durchaus in Ordnung - auf die Gesamtbewertung hat das aus meiner Sicht aber so oder so keinen Einfluss.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider kein besonderes Album, 24. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Jetzt ist also das neue Edguy Album raus. Nachdem wir dieses Jahr ja schon das neue Avantasia-Album geniessen konnten (ich fand es allerdings schwächer als die ersten beiden) habe ich mich sehr auf die neue Edguy-Scheibe gefreut.

Jetzt, nach einigen Hördurchläufen bin ich aber immer noch nicht wirklich begeistert. Das Album ist gut, keine Frage, aber vom Hocker vermag es mich nicht zu reissen. Die Songs sind weniger Power-Metal als mehr klassischer Metal der 80er Jahre, was die letzten beiden Alben aber auch schon andeuteten. Die Refrains sind nicht mehr so eingängig, richtig innovative Melodien sind Mangelware und auch sonst schafft es bisher kein Song so richtig in meinem Gehörgang zu verweilen. Es fehlen einfach Top-Hits wie z.B. 'The Piper never dies', 'Superheroes' oder 'Down to the devil'. Und, an Meilensteine wie das Album 'Mandrake' kommen Edguy mit dieser Compilation nicht mehr ran.

Trotzdem ist es ein gutes Album und Songs wie Speedhoven oder der Opener 'Ministry Of Saints' rocken gut ab und auch die Ballade 'Thorn Without A Rose' weiss zu gefallen.

Von einem wirklichen Hit-Album (wie z.B. Dark Passion Play von Nightwish) ist die neue Scheibe jedoch weit entfernt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittlich, 18. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Ich kann mich im grossen und ganzen der Rezension von Stratoquarius nur anschließen.

Es fehlen den Songs Ecken und Kanten, sie sind zu glattgebügelt, was wahrscheinlich auch an der etwas drucklosen Produktion liegt. Das Album schlägt verstärkt "rockige" Töne an uns sind weniger der Metal, den man von vorhergehenden Alben (vor Rocket ride) gewohnt war.

Vielleicht hat sich Mr. Sammet auch etwas übernommen, in so kurzer Zeit nach der Avantasia Veröffentlichung ein neues Studioalbum mit seiner Stamm-Combo aufzunehmen. Ein bißchen mehr Abstand hätte dem "Reifeprozess" sicher ganz gut getan. Auf Songwriting von Jens Ludwig, der zumindest früher auch immer 2 bis 3 Nummern beigesteuert hat, wurde diesesmal gänzlich verzichtet, ihn wieder mehr einzubringen kann sicher nicht schaden, denn Songs wie "Nailed to the wheel", "Mysteria" oder "Navigator" gehören ganz klar zu den besseren Songs im Repertoire.

Was bleibt ist zusammenfassend eine 3-Sterne CD, die sich hervorragend zum Nebenbeihören während des Autofahrens eignet, den heimischen CD Player aber nicht allzu oft besuchen wird.

Trotz alledem gibtŽs doch noch ein paar Anspieltipps: "Dragonfly", "Speedhoven" aber auch "Dead or rock"
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Tinnitus Sanctus
Tinnitus Sanctus von Edguy (Audio CD - 2008)
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