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Violinkonzerte Hob 7a:1,3,4
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TOP 500 REZENSENTam 20. September 2010
Joseph Haydns Violinkonzerte sind lange nicht so populär wie etwa die Cellokonzerte oder das Trompetenkonzert, sind selten im Konzertsaal zu hören und werden noch seltener aufgenommen. Stilistisch stehen besonders die beiden ersten (erhaltenen) Konzerte noch stark in der barocken Tradition der Konzerte Vivaldis. Der Solopart besonders des C-Dur-Konzerts ist hochvirtuos. Beide Konzerte stammen aus den ersten Jahren im Dienste des Fürsten Eszterhazy, also der Zeit, in der Haydn noch dabei war, seinen Personalstil zu entwickeln. Das G-Dur-Konzert ist etwas später entstanden, technisch leichter, gehört deshalb auch ins feste Repertoire jedes Geigenunterrichts. Stilistisch ist es moderner und eigenständiger. Das Hauptthema des ersten Satzes hat starke Ähnlichkeit mit Mozarts G-Dur-Konzert.

Generell ist Haydn, besonders in seinem Frühwerk, der Komponist der Wiener Klassik, der von der so genannten historischen Aufführungspraxis am meisten profitiert: Im Vergleich zu Mozart sind Haydns Themen meist harmonisch einfacher aufgebaut, im Vergleich zu Beethoven rhythmisch. Sie blühen erst richtig auf, bekommen Spannung, wenn sie mit der damals üblichen, an der menschlichen Sprache orientierten Phrasierung gespielt werden, bei der eben nicht alle Töne gleich wichtig sind, sondern immer auf bestimmte Höhepunkte hin gespielt wird. Erst dann merkt man, dass Haydn kein gemütlicher Märchenonkel war, sondern einer der innovativsten, sicher aber der einflussreichste Komponist seiner Zeit.

In dieser Aufnahme der drei erhaltenen Konzerte ist Katrin Scholz gleichzeitig Solistin und Dirigentin des Kammerorchesters Berlin. Sie lässt auf modernen Instrumenten spielen, mit wenig Vibrato und eher instinktivem als wissenschaftlich fundiertem Umgang mit den Erkenntnissen der letzten 30 Jahre. Ihr Haydn ist rhythmisch prägnant und klangschön, teilweise aber auch sehr schnell geraten. Eine pfiffige, temperamentvolle Aufnahme.
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