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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu wenig gewürdigtes Meisterwerk von Lumet.
"Before the Devil Knows You're Dead" vom 1924 geborenen Regiealtmeister Sidney Lumet bekam leider vom einfallslosen deutschen Verleih den recht nichtssagenden Zusatztitel "Tödliche Entscheidung" verpasst und fristet dann im Kino auch nur ein kurzes Dasein.
Der Originaltitel wird dem Film zumindest viel gerechter und ist markant, weil der Film dies ebenso ist...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2008 von Ray

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältiger Eindruck
Der letzte Film von Sidney Lumet! Ich muss sagen, dass ich den gerne richtig gut gefunden hätte. Es wäre schön gewesen, wenn er zum Abschluss seiner Laufbahn noch einmal ein Meisterwerk wie "Die zwölf Geschworenen", "Serpico" oder "Hundstage" vorgelegt hätte. Aber mich hat der Film nicht überzeugt.
Zum einen fand ich das Hin- und...
Veröffentlicht am 7. November 2011 von MengKi


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu wenig gewürdigtes Meisterwerk von Lumet., 20. Oktober 2008
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
"Before the Devil Knows You're Dead" vom 1924 geborenen Regiealtmeister Sidney Lumet bekam leider vom einfallslosen deutschen Verleih den recht nichtssagenden Zusatztitel "Tödliche Entscheidung" verpasst und fristet dann im Kino auch nur ein kurzes Dasein.
Der Originaltitel wird dem Film zumindest viel gerechter und ist markant, weil der Film dies ebenso ist. Wer jetzt gedacht hätte, der 84jährige Lumet wartet mit einem behäbigen und ruhigen Alterswerk auf, der irrt gewaltig.
Lumet hat seit "Prince of the City" und "Verdict" keinen so guten Film wie diesen mehr abgeliefert. Der brutale Thriller folgt aber den Gesetzen der griechischen Tragödie.
Es ist ein Verliererepos mit radikalem Ausmass. Alles fängt damit an, dass Andy Hanson (Philip Seymour Hoffmann) und sein jüngerer Bruder Hank (Ethan Hawke) planen, das elterliche Juweliergeschäft mit einem totsicheren Plan zu überfallen, weil beide Geld brauchen.
Leider vermasselt der Jüngere mit viel Dummheit diesen Coup und dann wird sogar die Mutter der beiden bei diesem Überfall schwerverletzt.
Damit tritt auch der Vater, ein überlebensgrosser Patriarch (Albert Finney) in Erscheinung und mit ihm wird das Auseinanderbrecher dieser Familie eingeleitet.
Sidney Lumet hat hier eine Art "Old School" Film, der aber auch neue Sehgewohnheiten integriert, abgeliefert...Ein Werk, dass vielleicht in seiner Erzählweise, zumindest in der ersten Stunde, dem heutigen Kinopublikum vielleicht etwas langsam und spröde vorkommt - auch macht keine der Figuren eine Identifikation möglich. In der Tat ist das Szenario von Beginn an eher trostlos und die Dynamik der Geschichte will es so, dass sich dies immer mehr verschlechtert. Es erscheint daher nur logisch, dass diese auswegslosen Situationen auf einen eruptiven Ausbruch zusteuern und dieser kommt dann auch mit einer ordentlichen Wucht...was soviel bedeutet: Etwas ausharren, der Film wird noch extrem furios und grausam.
Die Kritik hat "before the devil knows youŽre dead" ausnahmslos gelobt und dieser Einschätzung schliesse ich mich an. Der Film ist auf der gleichen Qualitätsstufe wie "Network" oder "Hundstage". Ein grosser Anteil daran haben die Schauspielerleistung der drei Männer, die hervorragend spielen, vor allem Philip Seymour Hoffmann als Krawatten- und Anzugstragender Psychopath ist äusserst beeindruckend.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glanzleistung, 28. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Dieser Film ist eine Glanzleistung - nicht nur des Regisseurs, sondern auch der Darsteller, allen voran Ph.S.Hoffman und E.Hawke.
Die Methode des Zeitspringens ist beim ersten Sehen für manche vielleicht befremdend; aber je öfter man den Film sieht, um so mehr Details kann man entdecken, die das Handeln der Personen erklären.
S.Lumet führt uns in seinem Meisterwerk in einen Strudel, der abwärts von einer Tragödie in die andere führt. Die Idee des Überfalls, ursprünglich als einfacher Weg für zwei Brüder gedacht, die in Geldnot sind, entpuppt sich als Zeitbombe, die nach und nach Menschen in den Abgrund reißt.
In den Vorblenden lernen wir die Personen besser kennen und vor allem auch ihre bisweilen gut gehüteten Schattenseiten.
Für mich einer der besten Filme der letzten Jahre!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder ist zu allem fähig?, 3. August 2010
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
© Tonio, filmkritik99.jimdo.com

Dieser Film beantwortet obige Frage relativ eindeutig mit "ja". Schon nach wenigen Minuten zeigt er einen Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft. Der Täter flucht wild herum, scheint nicht besonders professionell zu sein, lässt sich anschließend von der älteren Dame, die im Geschäft Dienst tat, über den Haufen schießen, nicht ohne sie zuvor noch ins Koma geschossen zu haben. Es ist klar: Dieser Film wird nicht das klassische Big Caper Movie sein, in dem der Raubzug auch immer etwas Erhabenes, Kunstvolles, Witziges oder in seiner Brutalität Monströses hat. Hier ist nichts larger than life. In den darauffolgenden gut 100 Minuten zeigt der Film in nicht linearer Erzählweise das Davor und Danach des Raubes, wiederholt teilweise Szenen, setzt aber bei jedem Kapitel eine andere Person ins Zentrum. Es zeigt sich: Wer keine Probleme hat, der macht sich welche, und wozu braucht man eigentlich die Gewalt der Tat, wenn man schon in einer Gewalt der Familie gefangen ist? Dies führt dazu, dass ganz gewöhnliche Menschen zu etwas Ungewöhnlichem fähig werden, ja sie verstricken sich immer tiefer in ihre Probleme, und das verpatzte Verbrechen setzt einen Teufelskreis ungeahnten Ausmaßes in Gang. Andy (Philip Seymour Hoffman) und Hank (Ethan Hawke) sind Brüder, die trotz jeweils eines offenbar anständig dotierten Bürojobs ihre Probleme haben. Hank ist ständig mit den Unterhaltszahlungen im Rückstand, und seine Ex lässt ihn sehr deutlich spüren, dass sie ihn für einen Loser hält. Er braucht dringend Geld, auch um sich die Liebe der Tochter in einer Welt zu erkaufen, in der nur das Materielle zählt. Andy ist schwer drogensüchtig und sowieso frustriert; er fühlte sich zeitlebens vom Vater ungeliebt, in der Ehe mit Gina (Marisa Tomei) läuft es nicht mehr, obwohl das weder bei Ginas Aussehen noch ihrem Verhalten groß einleuchtet. Es ist wohl einfach die Suche nach dem Kick nach dreizehn Jahren kinderloser Ehe, im Bett mit Gina wie beim Dealer. Den Kick hatten Andy während eines Rio-Urlaubs, und Andys schlichte Weltsicht ist aus falschem Kintopp zusammengeklaut: Er zitiert Stanley Donens Streifen "Schuld daran ist Rio" und glaubt ernsthaft, sein Glück wiederherstellen zu können, wenn er aussteigt und dauerhaft in Rio mit Gina lebt. Dass Brasilien und die USA kein Auslieferungsabkommen geschlossen haben, wissen die beiden bezeichnenderweise ebenfalls aus einem Film. Die nötigen Tantiemen soll der Raubzug bringen, doch wenn es im Kino heißt, das sei ein todsicheres, einfaches Ding, bei dem niemand zu Schaden komme, dann ist das Gegenteil wahr. Bloß hat das vielleicht noch niemand so radikal und unglamourös gezeigt wie Sidney Lumet, der Mann, der seit über 50 Jahren Kinofilme dreht. Von Altersmilde keine Spur! Der Regisseur seziert messerscharf menschliche Schwächen und familiären Druck, dass es einem die Kehle zuschnürt. Das überfallene Geschäft ist nämlich dasjenige der Eltern von Hank und Andy, die eingangs erwähnte ältere Dame ist ihre Mutter, die an dem Tag eigentlich nicht hätte im Laden sein sollen und wenige Tage später sterben wird. Am Ende werden einige Personen gestorben sein, oder sonstwie zerstört von Willensschwäche oder umgekehrt Verbitterung und Hass.

Stilistisch ist "Tödliche Entscheidung" äußerst interessant und dabei nie selbstzweckhaft. Die einzelnen Rückblenden und Perspektivwechsel werden durch ein schnelles Hin- und Herspringen zwischen der ausgehenden und der beginnenden Ebene eingeleitet, dadurch anzeigend, dass die Vergangenheit die Protagonisten nicht loslässt. Lumet hatte dieses Stilmittel nach eigenem Bekunden für "Der Pfandleiher" (1965) erfunden: In einer Szene geht eine New Yorker U-Bahn dergestalt über in einen KZ-Deportationszug (das Trauma des Protagonisten). Weitere Auffälligkeiten: Lumet bedient sich zwar häufig des gleißenden Lichts und der Weitwinkelfotografie, aber hell und weit ist hier nichts, eher kann die Sonne blenden und können die Räume erdrücken, wenn sie durch Weitwinkel größer erscheinen und den Menschen darin verloren wirken lassen. Den gleichen Effekt hat die bei Lumet öfter einmal verwendete Tiefenschärfe, bei der z.B. auch eine Hauptfigur im Hintergrund scharf gehalten wird, anstatt sie durch einen Zoom oder Schnitt näher heranzuholen. Lumets Figuren sind zumeist erbärmliche Wichte, aber mit der Kraft zur (Selbst-)Zerstörung tragischen Ausmaßes, die jedoch wie der Raub völlig ihrer Kontrolle entgleitet. Daher erscheint es angemessen, Personen ab und an ganz klein und Gegenstände (Umstände?) ganz groß werden zu lassen. Völlig verloren wirkt Andy beispielsweise, wenn er durch die riesige, kühle, gestylte Wohnung seines Dealers wandelt. Minutenlang folgt die Kamera dem Umherirrenden, verloren Wirkenden. Dass wir dabei als fast einziges Geräusch Scott Bradys lustige Musik eines alten MGM-Cartoons hören, ist so fehl am Platze, dass wir besonders deutlich wahrnehmen, wie fehl am Platze sich Andy an diesem Ort und in seinem Leben fühlt.

Weitere Stilmittel transportieren diese Trostlosigkeit. Es ist auffällig, wie oft in "Tödliche Entscheidung" geflucht und "Schei*e" gesagt wird, wobei die Figuren genau der Coolness beraubt sind, mit der charismatische Tarantino-Figuren oder coole Bullen wie Schimanski fluchen. Lumets Protagonisten sind einfach nur noch billig und ordinär, dabei zudem höchst unkontrolliert. Sie wirken dadurch verdammt normal. Ihre äußere Situation ist so außerhalb unserer Vorstellungswelt nicht, anders als beispielsweise bei Berufskillern, bei denen es mir immer ein bißchen aufgesetzt vorkommt, wenn etwa Tarantino durch bewusst blödsinnige Dialoge sagen will, dass Killer auch nur Menschen sind. Lumet (der Tarantinovergleich liegt durch die nichtlineare Erzählweise nahe, obwohl sich beide Regisseure stark unterscheiden) macht etwas völlig anderes: Bei ihm werden nicht Killer zu normalen Menschen, sondern normale Menschen zu Killern und Räubern. In dieser Tragik, die sich aus dem Gewöhnlichen entwickelt, steckt eine beunruhigende Kraft: Jeder kann zu allem fähig sein, auch Du, auch ich. Sogar alte Menschen (die wir ja häufig mit "nett" assoziieren, wenn es nicht gerade Altnazis sind); sie sind Berufshehler oder aber entwickeln ebenfalls Abgründe, so wie Charles, der Vater von Andy und Hank (Albert Finney). Zu dieser Vaterfigur folgt im nächsten Absatz ein Spoiler. Der Schluss des Filmes ist brillant, wie überhaupt das ganze Werk (ob man es mag, dass Carter Burwells Musik nur von einem einzigen, leicht variierten Thema lebt, ist Ansichtssache). Und wer es noch etwas genauer wissen möchte, der gehe nun zum nächsten Absatz über.

Das Ende scheint mir bemerkenswert, weil Lumet hier noch einmal seine gnadenlose Essenz auf die Spitze treibt und gleichzeitig seinen Stil symbolisch überhöht, ihm aber dennoch treu bleibend. Hank kann von einem Tatort entkommen, der Film lässt sein Schicksal offen, weil er sich eher für die Abgründe der Familie als für den Krimi interessiert. Andy ist angeschossen und wird von seinem Vater Charles ermordet, der mittlerweile weiß, dass Andy indirekt für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist. Lumet zeigt in dieser Szene nicht nur, dass Altersmilde Andy nicht mehr retten kann, sondern dass sie auch Charles nicht mehr retten kann, denn mit seinem Akt zerstört sich Charles zugleich selbst. Zunächst überlistet er den Schwesternnotruf, indem er sich bei der Tat den Herzfrequenzmesser einfach selbst an die Brust klemmt; so werden gleichzeitig beide Figuren parallelisiert und vereint. Charles setzt seine Herzschläge an die Stelle derer von Andy. Er IST in diesem Moment Andy, genauso verbittert wie Andy über die beiderseits kaputte Vater-Sohn-Beziehung. Wenn Andy dann tot ist, geht Charles fort, und das den ganzen Film prägende gleißende Licht wird in der langen Fluchtperspektive des Krankenhausflures noch weißer, bis alles gleißend hell ist. Soll dies nicht angeblich der Gang sein, den man beim Übertritt vom Leben in den Tod passiert? Ist Charles nicht mit der Tat ebenfalls im übertragenen Sinne gestorben? Ich denke: ja, aber sein geistiger Tod wird ihm nicht Erlösung oder gar himmlische Verheißung sein. Denn als das Bild gänzlich weiß ist, folgt ein Schnitt, und dann ist es abrupt völlig schwarz. Abspann. In jeder Hinsicht das Ende.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fies, deprimierend, trostlos, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Der Film >Tödliche Entscheidung< war sehr spannend, aber die Brüder im Film haben mir alle wirklich leid getan. Sie sind durch persönliche Fehlentscheidungen (Unterschlagungen, Drogensucht, Ehebruch, Scheidung) in ihren Leben beide an einem Punkt angelangt, an dem nur noch ein Wunder ihre Probleme auflösen kann. Sie hoffen, durch einen Raubüberfall das Geld zu bekommen, von dem sie glauben, dass sie damit ihre Probleme beseitigen könnten. Aber der Überfall geht schief und als Folge jagt eine Katastrophe die nächste. Der Film zieht einem richtig runter. Man fragt sich die ganze Zeit, was als nächstes Schlimmes passiert und hofft inständig, nie selbst in derart verfahrene Situationen zu geraten. Zwar ein durchaus spannender Film mit guter schauspielerischer Leistung, aber mit einer extrem deprimierenden Atmosphäre, Gewalt-Eskalation und einem hässlichen Ende. Kein Film, den ich mehrmals sehen möchte, denn er hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack der Tristesse und Hoffnungslosigkeit. Nichts für total positive Menschen mit Freude am Leben wie mich!!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gut kalkulierter und abgewogener Thriller vom Altmeister Lumet, 30. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Nicht oft kann man einen so bitterbösen, zynischen und kalten Thriller sehen, aber Lumet ist bekannt für seinen Stil und der ist hier auf das Ordentlichste verdichtet. Die Geschichte funktioniert, auch wenn sie ein wenig konstruiert erscheint. Lumet vergeht sich hier am Heiligsten der westlichen Hemisphäre, in dem er die Frage von Moral und Macht in die Familie hinein verlegt und die an der Oberfläche scheinbar funktionierende soziale Ordnung im Verlauf des Films vollkommen kollabieren lässt. Was bleibt sind einige Tote und eine Sozialität, die keine mehr sein kann, weil sie sich zur Hölle verkehrt hat. Die Hauptdarsteller spielen sehr solide. Handwerklich gibt's m.E. kaum etwas zu meckern an diesem Film. Zum Klassiker reicht's aber dennoch nicht, trotzdem kann man hier 2h auf spannende Unterhaltung wetten, die dem Menschen wieder seine Boshaftigkeit und Schlechtigkeit vorzuhalten vermag.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Spannung durch eine eng gezurrte Handlung, 3. August 2010
Von 
Tomate "TMW" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Andy und Hank Hanson (Philip Seymour Hoffmann und Ethan Hawke), zwei Brüder, haben das gleiche Problem: Sie brauchen Geld. Andy, der beruflich eigentlich erfolgreich ist, wegen seiner Drogensucht und Betrügereien in seiner Firma, die aufzufliegen drohen und weswegen er sich absetzen möchte. Hank, der Versager, weil er den Unterhalt für sein Kind kaum zusammenbekommt und sich daher mies fühlt. Aufgrund Andys Idee überfallen sie den Juwelierladen ihrer Eltern. Die vermeintlich einfache Geschichte, weil sie da alles genau kennen, bei der auch keiner zu Schaden kommen sollte, läuft aus dem Ruder und verstrickt nach und nach mehrere Personen in den Fall.

Die Geschichte ist durchgehend spannend inszeniert und streut dabei den Ablauf aus den unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen in Rückblenden ein. Dies ist aber so gut gemacht, dass es nicht langweilt, sondern den Film durchgängig auffrischt, weil diese Sequenzen das ggf. fehlende Puzzleteil bringen und vor allem nicht in die Länge gezogen wurden. Obwohl es sich hier um ein Drama bzw. Thriller oder noch genauer um ein Melodram handelt, muss man ab und zu schmunzeln, denn immer wieder treiben Zufälle oder weiter um sich greifende Aktionen, zu denen sich die handelnden Personen aufgrund des ständig steigenden Druck genötigt sehen, den Film an und sorgen für Wendungen, so dass man nicht genau weiß, soll man jetzt zusammenzucken, weil es dramatisch ist oder ist es schon wieder aberwitzig. Diese Zufälle oder Verstrickungen sind aber keinesfalls abwegig, sondern durchaus nachvollziehbar und plausibel, was das Niveau des Films stabilisiert.

Richtig gut, praktisch bis in jede Rolle, sind die schauspielerischen Darstellungen, so dass man kaum eine hervorheben kann. Lehrreich ist auch der nur in Ansätzen angedeutete Teil der familiären Geschichte, woraus man erkennen kann, mit was für Konflikten, Problemen und persönlichen Eigenarten zwei Brüder durchs Leben gehen können bzw. müssen, die aus einer an sich so genannten wohl situierten Durchschnitts-Familie stammen. Ein Schwachpunkt des Films ist m. E. ein Teil des Endes. Diesen hätte man mehr ausmalen können, aber das sollte jeder selbst sehen und für sich entscheiden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gelungener thriller von altmeister sidney lumet., 20. Dezember 2008
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
ganz ehrlich, am anfang war ich etwas enttäuscht.
die erste halbe stunde zieht sich etwas, aber je länger der film läuft, desto spannender wird er.
die darsteller machen ihre sache hervorragend, was bei ethan hawke, philip seymour hoffman, marisa tomei und albert finney auch kein wunder ist.
die story ist zum ende hin spannend, aber verfügt leider auch über einige längen.
die dialoge sind sehr gut, und passend.
die filmmusik tut es ihnen gleich.
alles in allem also ein gelungener thriller der zwar nicht ganz überzeugt, aber das anschauen mehr als recht fertigt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick in den Abgrund, 30. Oktober 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Nach den vorherigen Rezensionen war ich etwas verunsichert, ob dessen, was mich da erwartet.
Nach ein paar Minuten jedoch war ich mitten drin in dieser großen Tragödie.
P.S. Hoffman ist unglaublich gut, aber auch Ethan Hawke, den ich ja irgendwie immer noch als das Milchbubi aus " Der Club der toten Dichter " sehe, gibt den Loser mit voller Inbrunst und Überzeugung.
Albert Finney ist ohnehin ein ganz großer.
Der Film ist gut aufgebaut, lässt nie die Spannung locker und man ist so richtig glücklich, wenn man sich zwischendurch umschaut und merkt dass man zuhause ist.
Sehr empfehlenswert !
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältiger Eindruck, 7. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead (DVD)
Der letzte Film von Sidney Lumet! Ich muss sagen, dass ich den gerne richtig gut gefunden hätte. Es wäre schön gewesen, wenn er zum Abschluss seiner Laufbahn noch einmal ein Meisterwerk wie "Die zwölf Geschworenen", "Serpico" oder "Hundstage" vorgelegt hätte. Aber mich hat der Film nicht überzeugt.
Zum einen fand ich das Hin- und Herspringen in den Zeitebenen zum Teil unsinnig und aufgesetzt. Es hat keine zusätzlichen Sichtweisen ermöglicht, keine Wendung in der Handlung vorbereitet... Mir schien das einfach der Versuch zu sein, Komplexität zu simulieren, wo keine vorhanden war. Um nicht ungerecht zu sein, habe ich mir den Film zweimal angesehen - die Rückblenden sind zum Teil einfach willkürlich - oder ihre Funktion ist so offensichtlich und weist so übertrieben deutlich auf die Defizite in der Familie hin, um die es im Wesentlichen geht, dass es ein wenig peinlich wirkt.
Die Darsteller waren fast durchweg gut; das Overacting bei Ethan Hawke hat aus meiner Sicht zur Rolle gepasst, ebenso die stoische Verwirrtheit und Grimmigkeit von Finney, auch Seymour-Hoffmann hat den drogenabhängigen Angestellten, der dauernd neben sich steht, gut gespielt. Aber sie alle werden in einen öden und düsteren Plot hineingezogen, der einen nach 30 Minuten unablässig anschreit: "Ist das Leben nicht furchtbar?" Und das möchte ich doch ein bisschen subtiler und interessanter gezeigt bekommen als mit ständig tragisch herumdudelnden Klavierstücken, depressiv gedämpften Farben (es wurden scheinbar oft Filter verwendet) und einer ansteigenden Sterberate. Zu früh legt der Regisseur offen, dass er für KEINE seiner Figuren einen Ausweg sieht. Und wenn einem das klar ist, dann interessiert man sich einfach nicht mehr für die weitere Entwicklung. Tja, sie sind alle erledigt - so what? Damit man bei der Stange bleibt, sind noch ein paar Wendungen eingebaut, die aber durchschaubar und plump präsentiert werden. Ja, der Film ist verblüffend plump, obwohl handwerklich alles stimmt, wartet man etwas ungeduldig auf einen Einfall, eine neue Einsicht.
Der deutsche Verleihtitel ist natürlich eine Frechheit; hier wird ein Hochgeschwindigkeitsthriller angekündigt. Das ist der Film nun wirklich nicht, aber zum psychologisch unjd dramaturgisch überzeugenden Kammerspiel reicht es auch nicht hin.
Wegen der Darsteller und der soliden Machart bekommt der Streifen gerade noch drei Sterne. Was mich verblüfft ist, dass so viele Kritiker voll des Lobes waren. Wahrscheinlich haben sie Lumet einen großen Film als seinen letzten gegönnt. Das kann ich verstehen. Man sollte sich aber wohl lieber die Filme ansehen, mit denen er seinen Ruhm begründet hat.
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3.0 von 5 Sternen Spannend, aber zu langatmig, 7. August 2014
Die Handlung des Films wird immer wieder in neunen Rückblenden vom Zeitpunkt des Überfalls an dargestellt. Anfangs ist das noch ganz spannend, weil man so erfährt, wie es zu der Entscheidung kam, den elterlichen Laden zu überfallen, ab der Mitte des Films werden dieses Rückblenden allerdings zunehmend anstrengender.

Die Geschichte des Films ist interessant (und auch traurig), allerdings sind viele Szenen zu langatmig, was den Film zum Ende hin immer zäher erscheinen lässt.

Einmal ansehen reicht auf jeden Fall.
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