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am 30. August 2010
Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini eine ursprünglich auf 30 Ausgaben angelegte, dann aber mit den hinzugefügten sieben Spielen der DFB-Elf bei der WM auf 37 DVDs erweiterte Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei Weltmeisterschaften sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

Mit dieser DVD endet die WM-Klassikersammlung und um es vorneweg zu sagen: Die Reihe hätte keinen besseren Abschluss finden können. Die das "Sommermärchen" beendende Partie gerät gleichzeitig zur Party und beinhaltet eine ganze Reihe emotionaler Momente, ergreifender Abschiede und stimmungsvoller Eindrücke und das nicht nur auf dem Rasen. Doch hübsch der Reihe nach.

Da wäre zum einen der sportliche Aspekt. Wie die oftmals als "Spiel um die Goldene Ananas" verschrieenen Matches um den 3. Platz einer Weltmeisterschaft bei früheren und auch späteren Turnieren gezeigt haben, bieten sie im Regelfall einen deutlich höheren Unterhaltungswert als die völlig verkrampften und bisweilen richtig hässlichen Finalspiele. So auch hier. Beide Mannschaften hatten den Ehrgeiz, sich mit erhobenem Haupt aus dem Turnier zu verabschieden und gaben - allen Umstellungen im Kader zu Trotz - ihr Bestes. Hatte Portugal in der ersten Hälfte noch mehr vom Spiel, mutierte die Begegnung in der zweiten Hälfte zur One-Man-Show von Bastian Schweinsteiger. Zwei praktisch identische Tore und ein halbes (Eigentor von Petit) führten zu einem bejubelten 3:1 Sieg und einem versöhnlichen Ende nach dem Schock des Ausscheidens im Halbfinale. Besonderen Schwung erhält das Ganze durch ein nimmermüdes und frenetisches Publikum im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion, das von Sprechchören für einzelne Spieler über trotzige, das verpasste Finale kommentierende Gesänge wie "Stuttgart ist viel schöner als Berlin" bis zu begeistertem Getöse alles auffährt, was das Fan-Arsenal so hergibt. Besonders anrührend hierbei die feiernden Rufe für den fantastisch agierenden Oliver Kahn (bemerkenswert insbesondere angesichts seiner immer polarisierenden Person in der Vergangenheit) und den ebenfalls sein letztes Länderspiel bestreitenden Luís Figo auf portugiesischer Seite. Ein ganzes Stadion steht für einen Abschied nehmenden Spieler der gegnerisches Mannschaft auf - solche Gesten werden neben vielen anderen Eindrücken die WM 2006 für mich unvergesslich machen.

Die ganz großen Gefühle kommen nach Abpfiff zum Vorschein. Keiner mag nach Hause gehen, die Zuschauer feiern das Team und sich noch lange nach der Ehrung des dritten Platzes, genießen Feuerwerk und Ehrenrunden und zeigen auf unzähligen mit viel Liebe gebastelten Transparenten ihre Verbundenheit zum Team. Tenor hierbei: "Klinsi bleib!", eine Meinung, die ich damals auch inbrünstig vertrat. Andere wollten einfach nur "Danke" sagen für das unglaubliche Erlebnis in jenem Sommer. Kommentator Béla Réthy hatte wohl recht, als er meinte, dass der Kater im Land nach dieser Riesenparty namens Weltmeisterschaft wohl gigantisch werden wird. Mit seiner persönlichen Einschätzung, dass der Bundestrainer weitermachen würde, lag er allerdings - wie man heute weiß - gründlich daneben. Ich gebe zu, dass mir aufgrund der Wucht der Eindrücke an jenem Abend die Augen feucht wurden und noch immer berührt mich die ganze Szenerie sehr.

Auch ansonsten bietet diese letzte Folge volles Programm. Kurzanalyse in der Halbzeit mit Johannes B. Kerner, Jürgen Klopp und Urs Meier sowie ein Interview mit Michael Schumacher, nach der Partie Interviews mit Oliver Kahn, Jens Nowotny und Joachim Löw. Bei der Siegerehrung ein mit versteinertem Blick (er muss seine von ihm offen zugegebene Abneigung gegen die Deutschen ja nicht bei jeder Gelegenheit zeigen) in den Innenraum stapfender und vom Publikum mit "Allez, les Bleus!" begrüßter UEFA-Präsident Michel Platini, ein mit ohrenbetäubendem Jubel gefeierter Organisationskomitee-Chef Franz Beckenbauer und ein gnadenlos ausgepfiffener Gerhard Mayer-Vorfelder - neben Christiano Ronaldo die einzige Person im Stadion, der offene Ablehnung entgegenschlägt. Selbst die Jürgen Klinsmann herzende Kanzlerin wird da deutlich gnädiger empfangen.

Neben dem vielfältig geäußerten Wunsch über die Fortsetzung der Bundestrainertätigkeit wird noch ein anderer Plakatspruch unerfüllt bleiben: "Sönke Wortmann, schenk uns einen tollen Fußballfilm!" Aber das ist eine andere Geschichte...

Fazit: Satte 140 Minuten pure Emotion - volle Punktzahl!
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