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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als ihr Ruf
Jetzt geb ich halt auch meinen Senf zu "Lifeline" ab...
Natürlich habe ich die bisherigen Rezi's gelesen und so hat sich das numal ergeben, dass ich mich auch darauf beziehen werde.

Zuerst mal zum Text:
"So much to see, so much to live for. Questions to answer, places to go. So much to be, so much to care for. Deep down inside I think you know...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2008 von einfach

versus
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Rad wird jedes Jahr neu erfunden - manchmal dreht man auch daran...
Neal Morse ist ein Phänomen in vielerlei Hinsicht. Nicht nur die Wandlung vom (Progressiv-)Rockstar zum Prediger des christlichen Glaubens wirft Fragen auf, nun tut dies auch sein neuestes Machwerk. Einmal mehr, möchte man meinen, denn schon die letzte Scheibe sorgte aufgrund der textlichen Inhalte sowie der äußerst redundanten Kompositionsweise...
Veröffentlicht am 9. Oktober 2008 von Prog-Nose


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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als ihr Ruf, 19. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Jetzt geb ich halt auch meinen Senf zu "Lifeline" ab...
Natürlich habe ich die bisherigen Rezi's gelesen und so hat sich das numal ergeben, dass ich mich auch darauf beziehen werde.

Zuerst mal zum Text:
"So much to see, so much to live for. Questions to answer, places to go. So much to be, so much to care for. Deep down inside I think you know you are free...come back to me." - Auszug aus einem Song von Neals "Prog-Kollegen" Ayreon: Klasse Text, oder? Darauf hat die Welt gewartet...
Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken über den Sinn von Texten wie "Jump" von Van Halen gemacht? Findet wirklich jemand eine Story wie Queensryches "Operation Mindcrime" unverzichtbar? Ist "I Walk Beside You" von Dream Theater eine lyrische Offenbarung? "Love Me Do" von den Beatles?
Trotzdem find ich alle Stücke klasse...
Hm... wieso ist bei Neal Morse dann der Text immer gleich ein Negativ-Argument? Wieviele Bands gibt es eigentlich, die ihre Hörer zum prügeln, schlagen, saufen und was weiß ich allem auffordern? Wenn kümmerts?
Laßt den Neal singen, was er will...

Aber jetzt zur Musik:
"Lifeline" ist ein klasse Opener für eine neue Neal Morse CD: Das ruhige Intro mit Klavier-Melodie stimmt einen nach dem Motto "Setz Dich hin, mach's Dir bequem, die Reise geht gleich los" auf die CD ein. Und dann kriegt man exakt nach einer Minute ein paar Themen auf die Ohren und weiß, wohin die Reise in der nächsten Stunde geht. Ist doch cool, oder?
Die Melodie des Refrains bleibt hängen und der Gefrickel-Teil nach Refrain ist keine neue Idee, hat aber ein paar überraschende Breaks und ist von der Spannung stimmig. Die Bridge vor dem Schlussrefrain hat auch ne tolle Melodie - und ein bisschen Bombast zum Schluß ist auch dabei. Also alles wie gehabt bei Neal Morse. Die Frage, ob das ein Gütesiegel ist oder "nur noch nervt", muß wohl jeder für sich beantworten. Auf jeden Fall sind in dem Song schon so viele Melodien drin, aus denen andere Bands 4-5 Songs gemacht hätten.
Und: Die Zeile "Jesus is my Lifeline" ist mir immer noch lieber als zum tausendsten Mal "I will love you forever"

"The Way Home" ist dann einfach ein netter Popsong, mehr nicht - aber auch nicht weniger.

"Leviathan" wartet dann wieder mit den Morse-typischen Zutaten auf: Gefrickel, Getrommel, Stilwechsel, laut-leise Passagen. Als Grundidee sicher seit "Close To The Edge" längst bekannt, trotzdem kommen immer mal überraschende Sounds (z.B. Saxofon, Pseudo-Xylofon) um die Ecke - und sowas will ich auch hören. Die ELP-ähnlichen Keboardorgien gegen Ende des Songs sind klasse, aber eine ganze Platte mit dem "Gezappel" könnte ich dann doch nicht hören, deshalb kommt die Ballade danach gerade recht.

"God's Love" ist vielleicht kein zweites "We all need some light", aber einfach nett und mir fiel dabei auf, dass der Kerl wirklich eine tolle Stimme hat (was sonst manchmal untergeht) Es muß nicht unbedingt Weihnachten sein, um den Song zu hören, ein Herbstspaziergang auf einem Hügel mit Blick in die Weite tut's auch (vorausgesetzt: es sind Hügel in der Nähe).

"Children Of The Chosen" ist dann - freiwillig oder unfreiwillig - eine Reminiszenz an Joni Mitchels "Woodstock", oder? Dort lautet der Text zu einer ähnlichen Melodie: "We are stardust we are golden and we've got to get ourselves back to the garden" Ob abgeschaut, oder nicht: Die Melodie tut gut und bleibt hängen. Schöner Song - auch wenn's kein Prog ist.

Der Longtrack des Albums "So Many Roads" ist kein zweites "Stranger In Your Soul", aber so einen Song schreibt man wohl nur einmal im Leben, trotzdem verbergen sich in dem Logtrack vielleicht die beiden Highlights der CD: "Star For A Day" und "The Humdrum Life" sind toller Prog mit fetzigen Riffs, Breaks, wo Breaks hingehören, Dynamikwechseln und den Text um Britney Spears herum find ich auch klasse, auch wenn Neal das Thema des ausgenutzten Musikers schon mal bei "The Great Nothing" verarbeitet hat.
Das Thema von "So Many Roads" ist übrigens auch keine schlechte Melodie geworden...

"Fly High" find dann selbst ich verzichtbar: Als Abschluß der CD viel zu schmalzig und wäre wohl wirklich besser auf einer der Lobpreis-CD's aufgehoben. Ok, da wird dann geskippt zur Bonus-CD.
Und die ist wirklich "nett" geworden: Großteils Coverversionen von ein paar Jungs, die Spaß am Spielen haben.

Tja, das Fazit lautet dann wohl: Es gibt sicher eine Menge Bands, die in ihrer ganzen Karriere nicht so viele gute Melodien hinkriegen, wie man hier auf dieser einen CD findet.
Daß man vom Kollegen Morse halt in den letzten 20 (hoppla, schon so lange) Jahren in Sachen Prog-Sahne-Stückchen extrem verwöhnt worden ist, sollte man ihm nicht gleich zum K.O.-Kriterium machen. Diese für Morsesche Verhältnisse "nur" gute CD ist immer noch astreiner Stoff verglichen mit vielem, was sonst so auf den Markt kommt. Wem die "Snow" von Spock's Beard gefallen hat, der kann hier ruhig mal reinhören.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neal Morse 2008: Weniger Prog, mehr Balladen, 23. Oktober 2008
Von 
Alexander Gärtner (www.freak-alex-band.com) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Hoi, was für ein Start. Die neue Neal Morse- CD legt mit dem Dreizehn- Minuten- Opener "Lifeline" richtig fett los - das ist IMHO einer seiner besten Tracks überhaupt. Macht Lust auf mehr...

...ja, und dann kommt die erste Ballade. Okay, das kennt man ja. Nett, aber unspektakulär. Nach viereinhalb Minuten ist man durch, und dann geht's mit "Leviathan" wieder richtig frickelig ab, dass es eine wahre Freude ist. Das Sax macht Laune. Erfreulich auch die stärkere Textsymbolik, die sich wohltuend von den etwas platten Worship- Texten der anderen Songs abgrenzt. Klasse...

...ja, und dann kommen zwei weitere Mainstream- Balladen, wie geschaffen fürs amerikanische fromme Radio. Jede einzelne ist ja ganz okay, aber jetzt haben wir schon drei völlig unproggige Mainstream- Songs auf einer CD, die als "Progressive Rock" beworben wird.

Als Nächstes gibt's mit "So many Roads" eine knapp halbstündige Collage aus mehreren Teilen, die streckenweise richtig rockt und gerade in den Übergängen jede Menge proggige Passagen bietet. Das stimmt wieder fast versöhnlich...

...bis mit "Fly high" die vierte Ballade die CD abschließt. Und da wird's selbst mir als Fan zuviel. Das muss nicht sein, lieber Neal. Das wird wieder nix mit der Höchstpunktzahl diesmal.

Dabei bietet die Bonus- Disk der Special Edition noch den rockig- proggigen Longtrack "Set the Kingdom". Hätte man nicht drei Balladen aus dem Albumschnitt rausschmeißen und statt dessen "Set the Kingdom" integrieren können? Dann hätte man ein Killer- Album, das sich hinter "One" und "?" nicht verstecken müsste. Ärgerlich.

Ansonsten bietet die Bonus- Disk den witzigen Heavy Metal- Track "Crazy Horses", mehrere nette Coverversionen (u.a. "My Baby wrote me a Letter") und die zusätzliche Ballade "Sometimes he waits".

Fazit: Genauso viel Mainstream und Worship wie Prog. Ich gebe insgesamt vier Punkte. Wenn man die CD kaufen will, sollte man definitiv die Special Edition mit Bonus- Disk nehmen. Für diejenigen, welche auf Morses "Worship Sessions" genauso abfahren wie auf seine Progalben, kann ich einen klaren Kauftipp aussprechen. Denjenigen, die bereits "One" und "?" zu weichgespült fanden, kann ich "Lifeline" nur begrenzt empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beispielloser Prog/Rock/Artrock, 15. November 2008
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
So...da ist die neue Morse-CD. Ich kann mich den meisten der Vorgänger anschließen. Qualitativ hochwertiger Rock, dessen Melodien tatsächlich bei mancher Band für 5 Alben reicht. Lyrics? Nun....ich teile Neal's Meinungen zu Gott und Jesus, aber das muss doch kein Hindernisgrund sein, diese CD nicht zu mögen. "I love you" gibt's zuhauf, politische Themen auch, da stört's auch keinen. Am wichtigsten ist immer noch....DIE MUSIK! und da können sich Bands 'ne Scheibe von abschneiden. Prachtvoll bombastischer, teils jazziger, super arrangierter Rock. Ich hatte ihn letzten Monat in Aschaffenburg live gesehen und war begeistert von seiner positiven Ausstrahlung. Bands, die meinen, besonders cool oder gar böse auszusehen (Manowar???) sind meines Erachtens wesentlich unauthentischer , fast schon lächerlich. Warum soll man sich in dieser von Finanzkrisen und Kriegen, Armut und Gewalt nicht mal eine positive Massage zu Ohren führen? Täte jedem gut.

Kurzum: Neal, mache weiter so, Du weißt, wohin der Weg geht.
Lediglich die zweite CD finde ich etwas überflüssig. Coversongs, die man nicht braucht aber eine Riesennummer "Set the kongdom", die an die erste CD anschließt. Alles in allem wesentlich "fröhlicher" als die letzte "Sola scriptura"
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wollt Ihr?, 9. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Lifeline (Audio CD)
Ich verstehe nicht was einige wollen. Wenn ein neues Neal Morse Album kommt, möchte ich das es sich nach Neal Morse anhört. Ich will kein Blues Neal und ich will auch kein Neal vs. Metallica. Alle die Neal Morse mögen werden bei dem neuen Album nicht enttäuscht sein. Es ist ein Original Neal Morse Album. Aber was bitte ist so schlimm daran dass es bei den Songtexten um Gott, Jesus etc. geht? Ich finde die Diskussion lächerlich.
Ein Tipp für alle die ein Album hören wollen was nicht nach Neal klingt: Einfach eine CD kaufen wo nicht Neal Morse drauf steht.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Rad wird jedes Jahr neu erfunden - manchmal dreht man auch daran..., 9. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Neal Morse ist ein Phänomen in vielerlei Hinsicht. Nicht nur die Wandlung vom (Progressiv-)Rockstar zum Prediger des christlichen Glaubens wirft Fragen auf, nun tut dies auch sein neuestes Machwerk. Einmal mehr, möchte man meinen, denn schon die letzte Scheibe sorgte aufgrund der textlichen Inhalte sowie der äußerst redundanten Kompositionsweise für zwiespältige Reaktionen. Und dennoch: Ich halte Neal Morse nach wie vor für eine Ikone des Neo-Prog. Er hat einst mit seiner Band Spock's Beard den progressiven Rock aus einem Dornröschenschlaf erweckt, verstand es geschickt die Vibes der 70er Jahre mit modernen Einflüssen und Sounds zu verbinden. Vermutlich schuf er in einem knappen Jahrzehnt mehr Ohrwurmmelodien und Ideenreichtum als zahlreiche Szenegrößen im gleichen Genre. Leider scheint diese Herrlichkeit dem Veröffentlichungswahnsinn zum Opfer zu fallen. Nichtsdestotrotz muß man sich, um den Musiker verstehen zu können, etwas in seiner Biografie auskennen.

Seit seiner Wendung zum Glauben wandelt der Künstler auf Solopfaden. Eine Fortführung seiner Bands Transatlantic und Spock's Beard hätte ihn seinerzeit wohl zu sehr in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt. Solo kann er nun ausschließlich biblische Themen behandeln und seiner Liebe zum Glauben freien Lauf lassen. Auf seinem Weg wirft er nun in jährlicher Regelmäsigkeit ein progressives Rockalbum, eine Worship-CD, zwischendurch mal eine DVD und natürlich noch zahlreiche Veröfentlichungen über seinen Fanclub mit Demo-Material, Cover-Versionen, Raritäten und anderem Kleinod auf den Markt. Die Vielzahl der musikalischen Baustellen fordert nun selbst an einen Könner wie Morse Tribut, denn die neue Veröffentlichung hat mit einem progressiven Stil nicht mehr viel gemein. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass die Ideen und jegliche Kreativität (abgesehen von marginalen Ausnahmen) versiegt sind. Warum? Das möchte ich im Folgenden darlegen.

Vorab sei gesagt, dass dies das erste Album seit Beginn seiner Solokarriere ist, welches keinem Konzept folgt, sondern einzelne Songs ohne einen roten Faden zwischen einzelnen Tracks bietet. Eigentlich eine Maßnahme, die die Hoffnung schürte, dass der Künstler wieder starke Einzelsongs mit einer etwas anderen Herangehensweise bewerkstelligen könnte.

Die CD wird mit dem Titeltrack Lifeline" eröffnet. Einem sanften Piano-Intro folgt ein flotter Auftakt, die Melodiebögen des Songs werden vorgestellt bis es schließlich in die erste Strophe geht. Schon hier ist auffällig, wie oft der Komponist sich dieses Schemas bedient. Altbewährtes gibt es von vielen Bands, aber trotz der handwerklichen Klasse der Darbietung kommt keine Begeisterung auf. Auch die Gesangslinien sind vorhersehbar. In den ersten Strophen reimt man He left a clue and sent us a lifeline" mit It's fine". Oh nein" hätte sich auch gut in das Reimschema gefügt. Richtig schlimm wird es aber dann im Chorus. He gave me a lifeline right down to my soul" hören wir Mr. Morse singen. Am Ende des Songs muß man denjenigen, die immer noch nicht kapiert haben, wer he" ist, unmissverständlich klar machen, dass Jesus is my Lifeline" ist. Danke, als hätte ich es nicht bereits vermutet. Was bleibt von diesem Stück nach mehrmaligem Hören hängen? Sollte hier eine Nachhaltigkeit bestehen, so ist sie mir leider völligst entgangen.Meterware am Stück.

Es folgt die erste Ballade des Albums. The way home" ist nett. Hätte auch auf einem seiner ersten Solo-Alben oder einer Worship-CD stehen können. Hausfrauen-kompatibel (Entschuldigung, wenn ich hier einigen zu nahe trete, ich weiß durchaus den Wert von Hausfrauen zu schätzen, aber ich fand auf die Schnelle nicht den Begriff massenkompatibel"), wenig Tiefgang, ein Singalong-Song - weit entfernt von Mega-Balladen a la We all need some light" oder gar June". Mit diesem Liedchen tut er niemand weh, löst aber auch keine Begeisterungsstürme aus.

Das Highlight der CD kommt schon bei Track Nr. 3 zum Zuge. Leviathan" ist ein lustiges Stück. Sicher nicht das härteste Lied, welches Neal Morse je geschrieben hat, obwohl dies seine Werbeabteilung steif und fest behauptet. Der Chorus is melodiös, die Texte bisweilen lustig und zumindest unterhaltsam. Bläsereinsätze und Xylophonklänge bereichern diesen teils düsteren, teils spaßigen Track. Endlich mal was Neues aus dem Hause Morse. Schade ist, dass man aus diesem Track durchaus noch hätte etwas mehr machen können. Das Ende besteht lediglich aus der Wiederholung des anfänglichen Keyboardparts. Trotzdem: So kann es weiter gehen.

Sämtliche Erwartungen werden aber in einem Schlag vernichtet, wenn God's love" ertönt. Diese Ballade gehört, genauso wie das danach folgende Children of the chosen", auf eine Worship-CD, sicher nicht auf eine progressive Rock CD. Beides sind Balladen mit grausamen Texten, die sich vom Niveau her irgendwo zwischen Kirchenlied-Lyrik und Kinderlied-Attitude bewegen. Am Lagerfeuer der christlichen Kinderwanderwoche kann man sowas getrost auspacken, aber dem vorwiegend erwachsenen Progressivrock-Publikum derartige Banalitäten vorzusetzen, grenzt schon an eine unglaubliche Naivität. Was hat den Amerikaner blos geritten? Ist er wirklich schon so satt, dass er mit seinen Songs nicht mehr sagen möchte, als derartige Plattituden aneinander zu reihen? Je öfter ich diese CD hörte (Ich denke, an die 20 mal habe ich mich dazu genötigt, stets in der Hoffnung, es würde sich mir etwas offenbaren, was mich bisher hat an der Qualität der Scheibe zweifeln lassen), desto mehr stellte ich mir die Frage, welchen Sinn diese Veröffentlichung macht.

Es folgt der obligatorische, nahezu halbstündige Longtrack So many roads". In dieser Disziplin ist Morse ein fast unerreichter Meister, oder soll ich sagen ...war? Die epischen Stücke, die er im Laufe seines Musikerdaseins geschaffen hat, sind -mit wenigen Ausnahmen- allesamt einzigartig in Komposition und Tiefgang. Ein Musiker, der Meisterwerke wie The light", Stranger in your soul" oder The separated man" geschrieben hat, legt natürlich seine eigene Messlatte ziemlich hoch. Er kann sie eigentlich nur reissen, was ihm auch zu verzeihen wäre. Dass er aber einfach unten durch läuft hätte wohl niemand erwartet. Zugegeben: So many roads" hat einige interessante Passagen, dabei bleibt es aber. Nichts wirklich Neues wird aufgetischt, lyrisch schon gar nicht, denn letztendlich führen alle Wege zu Gott, wie auch in diesem Lied. So mayestätisch, wie Neals Webseite den Track beschreibt, geht es leider nicht zu. Auffällig hier ist, dass dem Stück im Gegensatz zu vielen vorhergegangenen Epen insbesondere der Tiefgang und irgendwie auch dder Bombast fehlt. Die Steigerungen, das fesselnde Finale - alles Morse` Trademarks - sucht man vergebens. Vergingen Morse` Longtracks sonst wie im Fluge, so zieht sich dieses Werk wie Kaugummi. Dann noch diese Texte. When your time is almost gone - look in the eyes of the saviour. Lieber Künstler, wenn Du nicht willst, dass Deine Zeit bald wirklich vorüber ist, dann schau Deinem Schöpfer doch bitte einmal ganz tief in die Augen, denn vielleicht hat der noch einmal eine zündende Idee für einen Song.

Die Werbung beschreibt den darauffolgenden und letzten Track dieses Disasters wie folgt: Bringing Lifeline full circle is the closing track, "Fly High". Neal sings of returning to the beginning...before there were so many questions, so many roads. We return to where we were as children-safe in the eye of a raging storm. Looking skyward, we see a path leading out. We reach upward, higher than we ever could, and grab hold..." Die Realität sieht leider anders aus, denn wir bekommen - abgesehen vom technisch sehr versierten Gitarrensolo am Ende des Liedes - die vierte Ballade dieser CD zu hören. Auch dieses Stück hätte man wohl besser auf der kommenden Worship-Scheibe verewigt.

Nie hätte ich es für möglich gehalten, einen Künstler wie Neal Morse einmal mit den Stempeln ideenlos", uninspiriert" oder gar belanglos" zu versehen, aber diese Veröffentlichung schlägt alles bisher dagewesene. Dass man nicht mehr erwarten kann, dass ein in sich zur Ruhe gekehrter Künstler Stücke schreibt wie ein wütender junger Mann - dass ein zufriedener Mensch, der (fast) alles erreicht und erlebt hat und nunmehr seinen Seelenfrieden im Glauben gefunden hat nicht mehr so stark von der Innovation getrieben wird - ja, das ist alles nachvollziehbar und höchst natürlich. Wenn aber ein Album veröffentlicht wird, dem man deutlich anmerkt, dass es eben mal wieder an der Zeit war, ein Album zu veröffentlichen", so erachte ich dies als ziemlich dreist". Weitere Bewertungen spare ich mir an dieser Stelle, denn Sie wären von der Enttäuschung getrieben, die ich nach dem Erwerb dieses Werkes verspüre.

Trost spendet der Fakt, dass ich nicht allein zu sein scheine. Die CD wird momentan schon vereinzelt gebraucht auf Ebay verkauft.

Neal Morse hatte es bisher stets geschafft, sich in einer Hinsicht von der breiten Masse der Veröffentlichungen abzuheben: Seine Kompositionen waren zeitlos. Sie hielten lange vor. Noch nach Jahren fand man immer wieder Passagen, in denen man etwas Neues entdecken konnte. Es war Musik für das Leben. Wie kleine Symphonien mit vielen kleinen Feinheiten, Dinge, die man in ihrer Gänze sowieso erst nach mehrfachem Hören begreifen und schätzen lernte. Eben gerade nicht das typische musikalische Fast Food: Entdeckt, zweimal gehört, dann ab in die Tonne. Nein, das war nicht Neal Morse. Die Halbwertszeit seiner Stücke war weitaus länger und vieles seiner Frühwerke hört man heute noch so gerne wie vor 5 oder 10 Jahren.

Machen wir uns nichts vor, dieses Album kann zu keinem Zeitpunkt mit der Erhabenheit seiner einstigen Kompositionen konkurrieren. Eine erschreckende Entwicklung, der auch seine Mitstreiter Portnoy und George keinen Einhalt gebieten können. Beide mühen sich redlich und steuern auch hier einiges an musikalischer Expertise bei. Im Gesamtrahmen, den Morse vorgibt, bleiben sie recht blass.

Es ist nicht der hohe Balladenanteil, der den Genuß dieser CD zu einer zähen Angelegenheit machen, es ist vielmehr der kompositorische Super-Gau eingetreten. Auf Stagnation folgt Rezession.
In meinem musikalischen Leben habe ich schon viele Bands kommen und gehen sehen. Einige sind sogar in hohem Alter noch kreativ. Alter und Ideenreichtum stehen nicht immer in unmittelbarem Zusammenhang. Letztendlich bin ich mir sicher, dass auch in Neal Morse noch viel kreatives Potential vorhanden ist, nur wird er dies mit dem ewig gleichen Veröffentlichungsrhythmus und identischen Mitstreitern nicht mehr erschließen können. Nichts zeigt dies deutlicher wie diese CD. Als Komplettist werde ich auch dieses Opus in meinem Schrank belassen und nicht bei Auktionshäusern verscherbeln, allerdings glaube ich kaum, noch einmal den Drang zu empfinden, dort rein zu hören. Vielleicht doch! An Weihnachten könnte man die Balladen als Hintergrundmusik zur Bescherung auflegen...aber eventuell findet sich da auch was besseres...schade, schade...

PS: Die Bonus CD zeigt, dass es auch anders geht. Neal hat hier mit seinen prominenten Mitstreitern (u.a. auch wieder Paul Gilbert) einige feine Cover-Versionen aufgenommen, die durchaus Spaß machen. Vielleicht sollte dies eine Art Entschädigung für das enttäuschende Hauptwerk sein. Man könnte es fast so sehen...

PS 2: Einige User beklagen, dass Rezensionen bereits vor Veröffentlichungstermin vorgenommen werden. Hierzu ein Hinweis. Die Veröffentlichungstermine sind vereinzelt von Region zu Region verscheiden. Wer die Special Edition direkt von Neals Plattenfirma Radiant Records bestellt hat, der hat diese bereits seit über zwei Wochen im heimischen Briefkasten vorgefunden. So war dies auch in meinem Fall. Warum man sich trotzdem über frühe Rezensionen beklagt, ist nicht nachvollziehbar. Zudem kommt für einige die kritische Warnung vielleicht gerade noch rechtzeitig vor dem Fehlkauf.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die musikalische Lebenslinie von Neal Morse geht auf gleichbleibend hohem Niveau weiter, 12. Juni 2011
Von 
Alexander Hoefer "Animus" (Pähkinäkolo) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Lifeline - Lebenslinie betitelt Neal Morse sein fünftes Werk nach dem Ausstieg von Spock's Beard, und führt den Hörer auf seiner Lebenslinie auf den richtigen Weg zu Gott, zumindest aus seiner Sicht. Für alle alteingesessenen Fans gibt es auf - Lifeline - jedoch wenig Neues (Überraschendes) zu bewundern, sondern eher altbewährte Song- und Soundstrukturen in neuem, aber wie immer hochniveauvollem musikalischem Gewand. 70 Minuten anspruchsvolle und abwechslungsreiche Musik, zaubert der Workaholic mal wieder so mir nichts dir nichts aus dem Ärmel, und weil ihm das immer noch ein bisschen zu wenig Output ist, gibt es für alle Fans in der Deluxe-Edition, noch eine zweite CD mit sechs, mehr oder minder akzeptablen, Coverversionen.

Einige werden Neal Morse vielleicht unterstellen, dass er immer das gleiche Album in ähnlicher Form abliefert (macht das nicht fast jeder Künstler?), andere wiederum mögen ihm vielleicht Ideenlosigkeit unterstellen, und wieder andere, so wie ich, werden seine Arbeit und sein Engagement wirklich sehr schätzen. Natürlich sehe auch ich sehr viele Parallelen in den einzelnen, vor allem in den längeren Songs. Das sehe ich aber nicht nur bei Neal Morse, sondern das sehe ich auch bei den anderen Bands wie zum Beispiel den The Flower Kings, Spock's Beard, Transatlantic, Dream Theater, ja selbst sogar bei Pink Floyd befinden sich teilweise identische oder verwandte Soundstrukturen auf den unterschiedlichen Alben.

Jeder Musiker, bzw. jede Band hat irgendwo ihren Stil und ihren typischen Sound (ihre Identität), was auch völlig in Ordnung ist. Der Unterschied zwischen gut und schlecht, oder zwischen außergewöhnlich und nichts Besonderem, besteht meiner Meinung darin, wie fassettenreich die einzelnen Musiktitel zusammengesetzt, respektive arrangiert sind. Es gibt eben auf einer Oktave nur sieben ganze und fünf halbe Noten. So ist das Melodiespektrum ziemlich begrenzt. Hier eine völlig neue, noch nie dagewesene Melodie zu finden, ist natürlich äußerst schwer, weil ja alles schon einmal in irgendeiner Form (einfach oder komplex) in den letzten 200 Jahren da war.

Was Neal oder die oben aufgeführten Bands von den kommerziellen "La-La-La-Combos", und der Konservendosenmusik aus den Charts unterscheidet, ist einfach der Punkt, dass diese Art von Musik nicht von jedem 08/15-Künstler nachgespielt werden kann, während zum Beispiel jede x-beliebige aktuelle Hitsingle von jeder durchschnittlichen Jahrmarktband innerhalb einer ganz kurzer Zeit einstudiert und auch aufgeführt werden kann. Genau das macht den gewissen Unterschied aus, und dafür gibt es von mir hier auch ohne Umschweife auch fünf Sterne.
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5.0 von 5 Sternen Die vorliegende Scheibe ist genauso stark wie seine, 13. Januar 2009
Von 
Uwe Smala "Uwe Smala" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
anderen Meisterwerke auch und immer noch tausendmal besser als der andere Schund,der einem auf die Lauscher gedrückt wird. Es wird, wie bei Neal immer,in allen Prog-Bereichen gewildert und ein Mix aus alter Genesis, Yes, Pink Floyd, Camel und Gentle Giant excellent zu einer Einheit
verschraubt, was Anderes möchte ich persönlich auch gar nicht von ihm
hören.
Von mir aus könnte Neal auch das Telefonbuch von Los Angeles singen und
ich würde es immer noch klasse finden - das zur Kritik an seinen Texten.
Auch live hat mich die Scheibe überzeugt bei seinem Gig in der "Zeche Bochum".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein christliches V?, 25. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Ich schreibe diese These bewusst mit einem Fragezeichen dahinter. Denn zwischen Neal Morse und Spock's Beard liegen immer noch grundlegende Unterschiede.
Auch, wenn bis 2002 Spock's Beard Neal Morse und Neal Morse Spock's Beard waren, gab es die Herren Okumoto, D'Virgilio, A. Morse und Meros auch noch. Und das ist der Unterschied. Positiv oder negativ auf Seiten der Solokarriere - das ist hier die Frage.

Ich muss zugeben, dass mir einige der neueren Neal Morse Sachen besser gefallen, als ältere von Spock's Beard. So ziehe ich zum Beispiel mein NM-Favorit One trotz ihrer Hochgelobtheit Kindness Of Strangers oder dem Debut The Light vor, auch, wenn ich mir dadurch eine Menge protestierender Kritiker und Früh-Spock's-Beard-Fans aufhetze. Allerdings halte ich auch V für ein wesentlich gelungeneres Album als Lifeline.

Der Aufbau ist nahezu gleich. Beide Alben beginnen mit einem powergeladenen ca. 15 Minuten langen Stück, die beide mit Sicherheit einen guten Einstieg in das Album darstellen. Am Ende steht ein mehr oder minder pompöser Longtrack als Höhepunkt des Albums und zwischen diesen beiden Longplayern sind jeweils 4 durchschnittliche Lieder (wobei ich Thoughts Pt. II sehr gelungen finde). Ob die letzte (schöne, aber doch sehr schmalzige) Ballade auf Lifeline wirklich nötig gewesen wäre, halte ich für ein Gerücht.

Mal ein Paar Worte zu dem Longtrack So Many Roads:
In einem Satz: Er ist nicht mal annäherungsweise mit früheren Morse Longtracks zu vergleichen.
Die Grundmelodie klingt ein wenig langweilig und ist am Ende auch noch langsamer als am Anfang - etwas schade drum. Allerdings ist So Many Roads trotz allem nicht schlecht, ich mag das Thema des Liedes und eine Menge schöner Melodien und Variationen hat der Meister auch wieder eingebaut.

Alles in Allem halte ich Lifeline für ein recht gelungenes Album, mit verbesserbaren Texten und ein wenig zu viel Balladen (die ich trotz allem nicht schlecht finde). Anders als andere Alben von Neal Morse (siehe One und ?) kann es sich allerdings keineswegs mit älteren Spock's Beard (und auch Neal Morse) Alben nicht messen.
Ach und - Herr Morse? Bitte das nächste Mal wieder ein Konzeptalbum =).

Friedrich Stenzel, 15
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur grundsolide, 25. Oktober 2008
Von 
Manuu - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Lifeline Spec.Edition (Audio CD)
Bei wahrscheinlich jeder neuen CD von Neal Morse werden die (ewig gleichen) Kritiker ihre ewig gleichen Sprüche wiederkäuen. Langweilig. Dass es sich bei einer neuen Produktion dieses exzellenten Songwriters und virtuosen Instrumentalisten (... ich vergass den begnadeten Sänger!) nicht unbedingt um eine stilistische oder inhaltliche Weiterentwicklung handeln MUSS, ist - aus meiner Sicht - klar. Braucht es auch nicht. Das Songwriting, die Virtuosität und die Produktion haben ein Format angenommen, von dem viele Bands träumen. LIFELINE ist songorientierter ausgefallen als der Vorgänger SOLA SCRIPTURA. Und das ist gut so! Neal kommt besser auf den Punkt, hat ein unglaubliches Gespür für Melodien und gerät nicht in die Gefahr, sich in überlangen Songs zu verlieren. Trotz "So many roads". Dass er textlich nach wie vor eindeutig christlich zu Werke geht, stört mich persönlich nicht. Allerdings wär es irgenwann mal ganz schön, ein kleines (oder größeres ...) Lied zu einem anderen Thema zu schreiben - es gibt soooo viele davon. Anstatt die ganze innbrünstige emotionale Kraft stetig um Jesus Christus kreisen zu lassen. Das eine schliesst das andere doch nicht aus! Ansonsten: Ein tolles Album mit vielen emotionalen Höhepunkten und für Rock- und Prog-Fans sehr zu empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Wunderbarer Prog-Rock, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Lifeline (Audio CD)
Dass NEAL MORSE mit seiner ehemaligen Band SPOCK'S BEARD einige sensationelle Prog Rock Alben überhaupt gemacht hat, kann man sicherlich nicht bezweifeln. Auch nach der Trennung ist der Brite kreativ noch längst nicht ausgebrannt. So liegt mit “Lifeline“ nun das neue Album des Multi-Instrumentalisten vor. Und was soll man sagen? Herr Morse macht es einem (wie gewohnt) nicht ganz einfach.

Bereits der Opener und Titeltrack kommt knapp unter 15 Minuten ins Ziel. Das fordert den Hörer natürlich ungemein, ist aber auf der anderen Seite exakt das, was man von NEAL MORSE und seinen beiden Sidekicks (Mike Portnoy – Drums, Randy George - Bass) auch erwartet. Der Gesang ist klar, die Melodien sind „zuckersüß“ und bleiben sofort im Ohr. Das gilt für alle Stücke des Albums. Welchen man auch immer heraus nimmt, es sind irgendwie alles potentielle Radiohits. Das funktioniert auch, obwohl die Musik von Neal Morse alles andere als zu der Kategorie “Easy Listening“ zu zählen ist. Die Stücke sind komplex arrangiert und mit verschiedenen Takt- und Rhythmuswechseln versehen. Die hier und da eingestreuten Saxophon-Soli bereichern den Sound auf "Lifeline" genauso, wie es die dezent eingesetzten BEATLES- und QUEEN-Zitate. Dass NEAL MORSE keinen musikalischen Konventionen folgt, zeigt das 30 Minuten lange Epos “So Many Roads“, welches von Jazz über Pop bis hin zu Rock alles in einen Topf wirft und ein höchst interessantes Potpourri zu bieten hat. Hier kann sich mache Band noch echt was abgucken, wenn es darum geht komplexe Songs zu komponieren, die dabei aber noch ein hohes Maß an Wiedererkennungswert besitzen. Hier vereint Herr Morse alle positiven Aspekte, die er auch schon in die Musik von SPOCK’S BEARD und TRANSATLANTIC eingebracht hat. Musikalisch gibt es natürlich keine Minuspunkte für “Lifeline“, dafür sind die Kompositionen zu stark und die beteiligten Musiker zu gut an ihren Instrumenten.

Was mir so ein wenig fehlt, sind die Gitarren die knackige Riffs zu den superben Melodien von Herrn Morse beisteuern. Da harte Gitarren hier fast gänzlich fehlen, wirkt “Lifeline“ sehr poppig (einzige richtige Ausnahme ist “Leviathan“). Metaller werden hier wohl ihre Probleme damit haben. Alle, die mit entspannter progressiver Rockmusik und tollen Melodien was anfangen können, sollten “Lifeline“ anchecken. Enttäuscht werdet ihr sicherlich nicht sein von NEAL MORSE' neuem Album. Eine schöne Prog-Scheibe.
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Lifeline Spec.Edition
Lifeline Spec.Edition von Neal Morse (Audio CD - 2008)
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