Kundenrezensionen

165
4,0 von 5 Sternen
American Gangster [Blu-ray]
Format: Blu-rayÄndern
Preis:9,97 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. November 2011
Die verlängerte Fassung liegt nur in der englischen Sprache vor, insofern ist der Aufschlag beim Preis das Geld nicht wert. Leider war in der Beschreibung nix davon zu lesen....
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dieser Film ist für "Rambo-hau-drauf-Stefan-Segal-bumm-krach-Fans" absolut ungeeignet. Der Film baut nicht auf Spannung sondern auf subtile Stimmungen im permanenten Wechselbad. Die Identifizierung mit den beiden Haupt-Charakteren wird dem Zuschauer nicht leicht gemacht ... wie vieles andere auch in diesem Film: Die hübsche, saubere Weihnachtsfeier des aufrückenden Paten im harten Schnitt mit der Drogenverteilung auf der Strasse mit weinenden Kleinkindern neben der fixenden Mutter. Das ganze unterlegt mit Musik z.B. von Bobby Womack u.a. Wenn man sich auf diese Sequenzen einlässt braucht man keine umherfliegende Gehirnmasse wie in vielen heutigen Actionfilmen üblich. Mir waren die fast 3 Stunden NICHT zu lang und mich hat der Film trotz seiner eher ruhigen Art gefesselt. Ich möchte diese Perle wirklich jedem Genre-Fan empfehlen, der den übertriebenen Action-Owerkill satt hat und mal wieder eine wirklich gute Gesamt-Komposition sehen und hören will. Übrigens finde ich nicht, dass Russel Crowe hinter D. Washington verblasst ... ganz im Gegenteil. Die Rolle als "Loser, der diesen miesen Status eigentlich nicht verdient hat" passt zu Crowe optimal. Was mir nicht gefallen hat waren einzig die letzten 5 Minuten, die mir zu platt und unpassend waren ... hier versucht Hollywood nochmal unnötig die Stimmung zu heben.

Dirk
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. August 2010
In diesem Film passt einfach alles. Die Darstellung der für diese dunklen und spannenden 70er Jahre typischen Figurenkonstellationen und Kulissen ist meiner Meinung nach einfach perfekt. Nie zuvor habe ich so viel Liebe zum Detail in einem "historischen" Film beobachtet. Denn es geht hier um eine Geschichtsstunde. So waren die 70er in den USA, politisch wie gesellschaftlich. In diesem Sinne verdient Ridley Scotts Streifen die 5 Sterne.
Auch die Leistung aller Schauspieler ist brilliant. Russel Crowe hat mich hier so überzeugt wie lange nicht mehr: Die Mischung aus engagiertem Cop (besonders für einen, der immer auf Messersschneide lebt) und einigen typisch menschlichen Macken, machen die Figur sympatisch aber vor allem wiedererkennbar, ja zu einem in uns allen schlummernden Held, denn wir alle möchten heutzutage etwas Gutes tun, gegen alle Widrigkeiten und Korruption.
Denzel Waschington macht es auch großartig, keine Frage. Schon in einer so scheinbar banalen Szene, in der er einen Bediensteten schimpft, weil er seinen Tepich falsch reinigt, zeigt er sein vielfältiges Können. Und es ist die Figur des Frank Lucas, der zeigt, warum der Film "American Gangster" heißt. Frank und seine Botschaft sind absolut zentral in diesem Film. Frank ist kein gewöhnlicher Schurke. Er ist traditions-, familien-, und vaterlandsbewusst. Er nutzt seine Chancen, um nach oben zu kommen, wie schon die ersten Amerikaner es taten. Werte und Tugenden, die im traditionellen Sinne in den USA auch heute (zumindest in eher konservativen Kreisen) einen wahren Amerikaner ausmachen. ABER ein eben auch ein Gangster, und er nutzt auch den Krieg, die gefallenen Soldaten und die Macht für seine Zwecke. Dazu kombiniert er ganz selbstverständlich Begriffe wie Amerika auf eine seltsam patriotische Art mit Mord, Erpressung und Korruption. Und genau das betont Ridley Scott mehrfach im Film. Für mich spricht das alles für die auch typisch in den USA herrschenden Scheinheiligkeit. Alles wird missbraucht zu andern Zwecken.
Dennoch gibt es auch Menschen, einfache, hart arbeitenden Menschen, die genug Abstand davon nehmen können, um auch konsequent zu sagen: "Ich mache da nicht mit.", die zweite aber nicht mider wichtige Botschaft des Filmes.
Ich empfehle einen Film, der zusammen mit Streifen wie "Children of men" oder "13 days", viel über die damalige aber auch heutige Welt aussagen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2012
Wenn das in der Beschreibung hier bei Amazon so stehen würde, und auch auf der Hülle selber klar erkenntlich wäre, wäre das ja eine andere Sache. Aber das wird schön verschwiegen. Ich hatte die Disk wegen der Extended Version gekauft. Aber nicht auf Amerikanisch!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. März 2015
Wir schreiben das Jahr 2015 und ich komme gerade wieder nach Hause.
In der Hand halte ich den Film „American Gangster“, den ich für 6,99.-euro
erworben habe. Obwohl Ridley Scott, Russel Crowe und Denzel Washington
zu meinen lieblings Filmschaffenden gehören, ist dieser Film 2008 an mir vorbei gegangen.
Das was ich sehr häufig mache, wenn ich einen Film oder ein Buch gekauft habe
welchen/s ich vorher nicht auf der Rechnung hatte ist, ich sehe mir bei Amazon
die Rezensionen an um zu schauen ob meine Wahl vielleicht ganz ok war oder eben nicht.
Das was ich bei Amazon an Rezensionen vorfand, haben mich schlimmes vermuten lassen.
Also den Film in den BR-Player (einfacher billiger Panasonic Player) geworfen und auf Grund der nicht vorhandenen deutschen Tonspur, bei der Extended Version (lächerlich), gleich die Kinofassung angesteuert.
Zur Erklärung noch dies: ich habe einen 46“ Fernseher von Sony und höre Filme grundsätzlich über einen „Beyerdynamic DT 770 Pro“ Kopfhörer.

Natürlich ist es so, das wenn man sich Rezensionen zu einem Film vorher ansieht, man dementsprechend sensibel mit den Kritikpunkten umgeht. So war es auch in meinem Fall.
Als erstes möchte ich etwas zu dem Film ansich sagen.
Ridley Scott ist bekannt dafür großes Kino auf die Leinwand zu zaubern. Längere Filmsequenzen und Monumentale Darstellungen gehören, wie z.B. bei Gladiator, Königreich der Himmel oder Robin Hood, zu seinen Markenzeichen.
Dies findet man hier nicht. Im Gegenteil. Kurze Filmszenen sind das was diesen Film eine gewisse Geschwindigkeit verleiht. Am Anfang hatte ich damit ein wenig Schwierigkeiten.
Aber das verging sehr zügig und Szenen die am Anfang für mich noch nicht so greifbar waren bekamen im weiteren Verlauf des Films ihren Sinn. Den Film empfand ich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Was bei einem 158 Minutenfilm schon ein gutes Zeichen ist. Ich habe mir die Extended Version nicht angsehen da meine englischkenntnisse das nicht her geben. Kann mir aber gut vorstellen das die ein oder andere zusätzlich erklärende Szene nicht schlecht wäre. Ist aber auch nicht wirklich notwendig um dem Film zu folgen.
Wie dem auch sei. Der Film ist großartig und absolut zu empfehlen!!!
Thema Tonspur:
Wie schon erwähnt höre ich Filme über Kopfhörer, und kann mein Hörerlebniss nur als positiv bewerten. Der Sound ist sehr ausgewogen und auch kleinste Umgebungsgeräusche sind gut hörbar und geben dem Film eine kompakte Atmosphäre.
Thema Bildqualität:
Dieser Film spielt in den endsechzigern b.z.w 70er Jahren und ich denke das Ridley Scott auch die bildliche Darstellung, verbunden mit dem Mafiagenre, Rechnung tragen wollte.
Filme wie „Der Pate“ oder auch „Es war einmal in Amerika“ kommen mir da in den Sinn.
Diese Filme haben immer einen gewissen Schleiereffekt und die Kontrast und Farbdarstellung wird hier nicht so dargestellt wie bei Filmen aus anderen Genres. Daher nutzen diese Filme auch in der Regel die HD-Möglichkeiten unserer Zeit, gewollt oder ungewollt, nicht voll aus
um diese Gewisse Atmosphäre besser transportieren zu können. Wie man das empfindet muß jeder für sich selbst entscheiden. Ich gebe zu, das meine Erklärungsversuche nicht darüber hinwegtäuschen lassen das der Film auch ein wenig besser ins BR-Format hätte übertragen werden können. Aber ich kann mit dem Endresultat gut leben. Verstehe aber auch jeden der 16-18.- Euro für eine bessere BR-Version ausgegeben hat und sich darüber ärgert.

Mein Resume lautet daher:
American Gangster ist ein spannender, nie langweilig werdender Film mit tollen Darstellern, einer spannend gut erzählten Story, einer Soundmäßig dichten Atmosphäre und einer Bildqualität die besser hätte sein können, aber dem Filmvergnügen, bei mir, nicht geschadet hat.

Noch eine kurze Bemerkung:
Die Profis im Filmgeschäft sind die Menschen die einen klasse Film in die Kinos bringen.
Die Amateure in diesem Genre sind die Menschen die dem Kunden eine Blu-Ray für teures Geld servieren, und sich keine Mühe geben; Ohne Liebe zum Film agieren und vor allem ohne Respekt dem Kunden gegenüber, zu häufig, ein schwaches bis schlechtes Produkt abliefern. z.B. Gladiator (mitten im Film plötzlich beim Sklavenhalter eine andere Synchronstimme. Nicht so auf der DVD) oder Herr der Ringe (zu langsame Tonspur, neuere Version Tonfehler auf BR1) nicht zu vergessen fehlende deutsche Synchronspur bei der Extened Version dieser Blu-Ray u.s.w. Ich glaube jeder Filmliebhaber könnte diese Auflistung ohne Probleme erweitern und das darf nicht sein!
Also ihr Amateure, macht eure Arbeit anständig. Und wenn es 2-3 Wochen länger dauert bis die Blu-Ray in die Regale kommt, EGAL, für ein anständiges Produkt warte ich gerne !!!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Ursprünge von "American Gangster" gehen bis auf 2000 zurück, als sich Filmproduzent Brian Grazer die Rechte für den im New York Magazine erschienenen Artikel "The Return of Superfly" von Journalist Mark Jacobson sicherte. Dieser Bericht befasste sich mit einer der schillerndsten und berüchtigsten Figuren des organisierten Verbrechens in der Geschichte der Vereinigten Staaten, Frank Lucas, der in den 60ern und 70ern von Harlem aus operierte und ungeschnittenes Heroin, das er direkt von der Quelle in Vietnam bezog, auf der Straße verbreitete. Diverse Regisseure (darunter Brian De Palma, Antoine Fuqua und Terry George) kamen und gingen bei diesem Projekt und es wurden viele Millionen ausgegeben, bis die Dreharbeiten schließlich 2006 unter der Führung von Regie-Legende Ridley Scott begannen.

Der Hype um das sehr ambitionierte 100-Millionen-Dollar-Projekt war groß, denn das Gangsterfilm-Genre hat in den USA ohne Zweifel große Tradition und mit einer Crew um die Hauptdarsteller Denzel Washington und Russell Crowe und Regisseur Ridley Scott erwartete man nichts anderes als einen modernen Klassiker und Oscar-Anwärter. Der Film entwickelte sich in der Tat zum enormen finanziellen Erfolg, doch trotz weitestgehendem Kritiker-Lob blieben die ganz großen Auszeichnungen aus.

Doch "American Gangster" ist in der Tat ein großer, komplexer und anspruchsvoller Film, der, so kann man es spätestens nach drei Jahren seit seiner Veröffentlichung festhalten, etwas Eigenständiges darstellt und nicht die Formel anderer erfolgreicher Filme kopiert. Wie so häufig scheitert der Film bei manchen aufgrund falscher Erwartungshaltung, denn "American Gangster" ist trotz gewisser Parallelen kein schwarzer "Scarface", "Goodfellas" oder "Der Pate". Es handelt sich nur indirekt um einen Gangsterfilm, da mindestens genauso viel Zeit dem Erzählstrang von Russell Crowes Charakter gewidmet wird, der den aufrichtigen Polizist und zukünftigen Anwalt Richie Roberts spielt. Roberts war derjenige, der das Sonderkommando anführte, das den Drogenhandel in New Jersey stoppen sollte und dabei auf den neuen "Big Player" Lucas stieß, den er schließlich auch hochnahm.

"American Gangster" hat mit 150 Minuten (bzw. 168 Minuten bei der Extended Fassung) eine epische Laufzeit und erfordert aufgrund komplexer Zusammenhänge und vieler Charaktere viel Aufmerksamkeit. In Steven Zaillians Drehbuch hat jede Figur eine Bestimmung und klare Motivationen, wodurch der Film trotz recht langsamem, aber intensivem Tempo und einem Mangel an großen Action-Szenen stets packend und unterhaltsam ist. Es handelt sich also mehr um einen charakterbezogenen und realistischen Film, der von vielen faszinierenden Momenten durchzogen ist und durch fantastische Darstellerleistungen lebendig wird.

Scott lässt das New York der 60er, bzw. 70er Jahre mit Hilfe des grandiosen Kameramannes Harris Savides und Production Designer Arthur Max (der für seine Arbeit mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde) in ungemein großer Plastizität und Authentizität aufleben, wodurch man die Straße regelrecht zu schmecken glaubt. Jedes Detail scheint, für Scott-Verhältnisse nicht anders zu erwarten, perfekt und gibt dem Film einen herausragend realistischen Ton, der durch Marc Streitenfelds brillanten pulsierenden Score und viele tolle Songs der Ära grandios akzentuiert wird.

Doch die Filmemacher nahmen sich in der Erzählung der Geschichte große erzählerische Freiräume, wodurch der Film sich oft weit von der Realität entfernt. Man kann durchaus kritisieren, dass der Charakter des Frank Lucas gewissermaßen glorifiziert wird, denn dieser galt als absolut skrupel- und völlig rücksichtsloser brutaler Widerling und Geschäftsmann, der nicht mal lesen und schreiben konnte. Washington spielt ihn wie gewohnt herausragend mit einer glatten, charmanten und belesenen Oberfläche, unter der durchaus oft die benannte Rücksichtslosigkeit aufflackert, wodurch manche Szenen regelrecht elektrisch aufgeladen zu sein scheinen.
Zu Richie Roberts Charakter, den Russell Crowe brillant verkörpert, wurden ebenfalls einige Details ergänzt: Der ganze Sorgrechtsfall, der im Film dargestellt wird, ist reine Fiktion, da Roberts gar keine Kinder hatte. An solchen Details kann man sich stören, wenn man davon Bescheid weiß, muss man aber auch nicht. Was etwas bitter aufstößt, ist aber die Glorifizierung von Lucas, wodurch der Film am Ende, vielleicht sogar absichtlich, moralisch fragwürdig erscheint.

Besonders stark in Erscheinung tritt Josh Brolins Charakter Detective Trupo, ein unglaublich schmieriger und korrupter Drogencop, der durch Brolins geniale Performance bei jedem Erscheinen eine elektrisierende, einschüchternde Präsenz erzeugt. Herausragend ist auch Veteranin Ruby Dee, die für ihre Rolle als Mama Lucas eine Oscar-Nominierung erhielt und das gute Gewissen des Films darstellt. Der Film ist durch die Bank super besetzt, wo zusätzlich Cuba Godding Jr.s kurzer Auftritt besonders positiv ins Auge fällt.

"American Gangster" ist ein stark und intelligent erzählter, herausragend gespielter und inszenierter Film, der zudem interessante moralische Fragen über Gier und Korruption aufwirft und vielleicht bald auch Klassiker-Staus genießen darf.

Die Extended Fassung ist durchaus einen Blick wert, wobei bei manchen Szenen recht deutlich ist, warum sie nicht in der ursprünglichen Fassung endeten. Besonders der Epilog wirkt angetackert, denn das Original-Ende ist deutlich kraftvoller, da es dem Zuschauer in einer Einstellung schon alles sagte. Das Bonusmaterial ist sehr überzeugend und gibt einem einen sehr detaillierten Blick auf die Produktion.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bereits der Auftakt von AMERICAN GANGSTER katapultiert den Zuschauer unvermittelt in die gewalttätige Unterwelt Harlems und führt den von Denzel Washington beunruhigend charmant verkörperten Charakter Frank Lucas, der in seinem ersten Auftritt kaltblütig einen Widersacher per Flammentod exekutiert, drastisch ein. Die im Feuilleton von diversen Seiten getadelte Verherrlichung eines Schwerkriminellen lässt sich schon hier kaum nachvollziehen und wird auch im weiteren Verlauf, u.a. durch schonungsloses Draufhalten auf die zahlreichen Drogenopfer, unmissverständlich vermieden. Natürlich finden sich die in der Blaupause des Genres, DER PATE Trilogie, etablierten Formeln wieder, beispielsweise die Legitimierung der verbrecherischen Aktivitäten durch die alleinige Sorge um das Wohlergehen der Familie. In einer Szene wird sogar behauptet, dass sich Lucas in dieser Hinsicht einiges von den Italienern abgeschaut habe. Des Weiteren wird die dunkle Seite des Amerikanischen Traums zelebriert, in diesem Fall durch die Annahme, dass wirklich jeder vom Chauffeur zum neuen Unterweltboss aufsteigen kann. Nicht nur, dass Frank Lucas seinen plötzlich dahinscheidenden Mentor wie selbstverständlich beerbt, nein, den wirtschaftlich fundierten Intellekt einsetzend revolutioniert er mal eben den Drogenhandel durch Übergehen der Zwischenhändler und Ausschalten der Konkurrenz durch den Verkauf von unverschnittenem, preisgünstigeren Stoff. Kapitalismus in seiner reinsten (da unverschnittenen...) Form.

Während man einerseits Zeuge der rasanten, teils mit brutalen Mitteln unterstützten Karriere des charismatischen, stets stilvoll gekleideten Gangsters wird, der sich mit wachsendem Ansehen in den schillerndsten und vornehmsten Kreisen bewegt, wird parallel der Werdegang seines hartnäckigen Jägers geschildert. Russell Crowe ist in der Rolle Richie Roberts` erneut perfekt besetzt als hemdsärmeliger Arbeiter aus der Unterschicht (hier New Jersey), der unbeirrbar und prinzipientreu sein Ziel verfolgt. Der ständig präsente Kontrast zwischen glamourösem Verbrecherleben und zermürbender, desillusionierender Polizeiarbeit wird kongenial und schwarzhumorig auf die Spitze getrieben in der Thanksgiving Day Sequenz, in der Lucas im Kreise der Familie an pompös bereiteter Tafel den Truthahn tranchiert, derweil Roberts sich in der kargen Küche ein freudloses Sandwichmahl bereitet. Ein weiteres Beispiel von Drehbuchautor Steven Zaillians (GANGS OF NEW YORK, SCHINDLERS LISTE) Sinn für tragische Komik ist der Grund, weswegen Lucas plötzlich die Aumerksamkeit der ermittelnden Behörden auf sich zieht: war der sich als Geschäftsmann gebende und gewandende Dealer immer bemüht, unauffällig im Hintergrund zu bleiben, wird ihm das Hochzeitsgeschenk seiner Frau zum Verhängnis - der schwarz-weiß gestreifte Pelzmantel nebst -mütze. Das der frisch Angetrauten zu Liebe, anlässlich eines Boxkampfes angelegte und im Grunde gehasste Zuhälteroutfit macht ihn umgehend zur Zielscheibe und läutet das Ende seiner bis dato unauffälligen Existenz ein.

Derart auflockernde - im wahrsten Sinne - Lichtblicke gibt es über die Laufzeit des grimmig erzählten Streifens nur wenige. Zwar ist Ridley Scotts Handschrift in jeder wohlkomponierten Einstellung sichtbar, doch derart monochrom und verstörend düster hat er selten ein Werk ablichten lassen (Kamera: Harris Savides, u.a. ZODIAC, THE GAME). Aber selbst wenn die straff, in diffusen Bildern umgesetzte Story hohe Konzentration fordert, vergehen die mehr als zweieinhalb Stunden ohne nennenswerte Längen. Dies ist weniger Verdienst von wilder Action oder überraschender Handlungswendungen, sondern allein den gewohnt hervorragend agierenden, gleichberechtigten Darstellern Denzel Washington und Russell Crowe geschuldet, die das Zusehen zum Vergnügen machen. Ob hierfür der Oscar fällig ist, lässt sich angesichts vergleichbarer, ebenso eindrucksvoll gemeisterten Darbietungen beider Talente schwer beurteilen. Der Eintrag in die Top 5 der Maßstäbe setzenden Gangsterepen ist AMERICAN GANGSTER allemal sicher.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Natürlich ist die Spielzeit mit 168 Minuten ziemlich lang, und an manchen Passagen wirkt der Film tatsächlich etwas zäh. Doch sind dies nur wenige Momente und somit leicht zu verschmerzen.

Was die Klasse des Filmes ausmacht, ist der Verzicht auf allzuviel Gewalt und vor allem das hervorragend dargestellte Verfahren, wie der Cop die Schlinge immer mehr um den Gangster zuzieht. Hier beweist Ridley Scott klar, dass er zu den besten Regisseuren seines Fachs gehört. Insgesamt ist der Chrakter des Cops Ritchie (Russell Crowe) ganz toll interpretiert worden. Wie er nie aufgibt nach den kleinsten Puzzleteilchen zu suchen und wie er auch der grössten Verlockung des Geldes widersteht, das ist schon wunderbar gemacht. Doch auch Frank Lucas (Denzel Washington) spielt seine Rolle sehr glauwürdig.....bis man irgendwie sogar anfängt Sympathie für den Gangster zu entwickeln. Der am Schluss gesprochene Satz von ihm (Was nützt es dir - Cop - wenn ich in einer Zelle sitze? Die Junkies spritzen sich trotzdem weiter tot und jemand anders nimmt sofort meinen Platz ein)macht effektiv nachdenklich. Manchmal ist es vielleicht besser wenn alles seine Ordnung hat und die Gangster und die Polizei diese Ordnung einhalten.....diese Gedanken steigen in einem hoch, doch darf man nicht vergessen, dass Lucas skrupellos gemordet hat, um sein Imperium zu schützen.

American Gangster ist ein Epos, knüpft an andere grosse Filme des Genres an und ist klar ein Kauf.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2009
Zwar stimmt es, dass der Film an manchen Stellen tatsächlich etwas zu lange auf der Stelle tritt, aber diese halten sich in gern ertragbarem Maße. Die Geschichte ist nun nicht gerade die Innovation der letzten Jahrzehnte, wirkt aber trotzdem sehr frisch und spannend.
Es geht um die ,,Jagd" Richie Roberts (Russell Crowe) nach Frank Lucas (Denzel Washington).
Trotz der gewaltigen Aura des Frank Lucas findet man ihn dank eines glänzend spielendes Denzel Washington symphatisch.
Aber auch Russell Crowe (den wie ich nicht verstehen kann, häufig geringe Wandlungsfähigkeit vorgesetzt wird) spielt seinen unbestechlichen, im Privatleben versagenden Cop sehr gut.Trotz kleinerer Durchhhänger, welche sich gerade im Mittelteil häufen, wo der Film mit weitgehend isolierten Nebenhandlungen wie Roberts Eheproblemen zu viel Zeit vergeudet, gehört American Gangster dank excellent spielender Schauspieler zu den Besten Gangsterfilmen der Neuen-Generation.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dass das Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer wieder Geschichten aus der eigenen Historie zum Vorschein bringt, die einfach unglaublich klingen, ist eines der großen Assets der dortigen Filmindustrie. Für den Streifen American Gangster wurde eine solche Geschichte ausgegraben. Dabei geht es um den Vietnamkrieg, das große Geschäft, das organisierte Verbrechen und die Verwicklung der Politik. Nichts ist unmöglich und dennoch scheint vieles unglaublich.

Die Geschichte beginnt im Harlem des Jahres 1968 und dem plötzlichen Tod des schwarzen Paten der größten Black Community New Yorks. Frank Lukas, sein Adjutant, hat viel von ihm gelernt und beginnt auf seine Weise das Imperium neu zu organisieren. Dabei ergreift er eine Chance, die sich ihm bietet. Er umgeht die Lieferkette von Opium und Heroin, die aus dem Golden Triangle während des Vietnamkrieges über Bangkok in die Staaten geht, wo sie regelmäßig von Polizeisonderkommissionen beschlagnahmt, gestreckt und auf den Markt gebracht wird.

Frank Lukas, in seiner Geschäftstüchtigkeit und abstrusen Leistungsethik gut von Denzel Washington dargestellt, fährt daraufhin selbst nach Bangkok und mittels eines Cousins in der Army in das Golden Triangle, wo er eine direkte Geschäftsverbindung zu einem Opiumhändler knüpft, der damit den Guerillakrieg gegen die US Army finanziert. Von nun an ist der reinste Stoff in den USA zu haben und der ungekrönte, sich perfekt in der Mittelmäßigkeit tarnende Frank Lucas regiert weit über den Köpfen der italienischen Mafia.

Sein Gegenspieler, ein ein bisschen vertrottelt wirkender Cop, der an der Abendschule Jura studiert, Richie Roberts (Russel Crowe), kommt irgendwann dem genialen Plot auf die Schliche und webt sein Netz. Er bildet eine Sonderkommission, sammelt Indizien und Beweise, bis er die Schlinge zuzieht. Kein Wunder, dass dieses geschieht, als die US Streitkräfte ihre Niederlage eingestehen und fluchtartig Saigon verlassen. Nach der Festnahme mach Roberts Lucas ein Angebot, ihn wieder nach einigen Jahren frei zu bekommen, wenn er mit ihm kooperiert und die korrupte Polizeimaschinerie in Einzelteile zerlegt, was auch geschieht. Lucas wandert für fünfzehn Jahre in den Knast, insgesamt 150 Polizeibeamte werden rechtskräftig verurteilt. Der Film endet mit Lucas Entlassung, vor dem Knast wartet sein Anwalt, der ehemalige Cop Ritchie Roberts.

Der Film schafft es, das komplizierte Geflecht von Kriminalität und Politik transparent zu machen, ohne den Zuschauer zu verwirren. Ganz im Gegenteil: Es ist ein eher episches Werk, das darauf verzichtet, mit besonderen Grausamkeiten oder speziellen Effekten zu brillieren. Zu spannend ist die Erzählung: Die USA gehen in einen post-kolonialen Krieg, die dortige Guerilla setzt auch Drogen ein, die gleichzeitig über die Logistik der US Armee in die USA geliefert werden und deren Vermarktung die korrupte Polizei übernimmt. Bei diesem Teufelsspiel kann ein anständiger Krimineller wie Frank Lucas nur stören!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Casino [Blu-ray]
Casino [Blu-ray] von Robert De Niro (Blu-ray - 2008)
EUR 5,99

Inside Man [Blu-ray]
Inside Man [Blu-ray] von Denzel Washington (Blu-ray - 2009)
EUR 7,99

Training Day [Blu-ray]
Training Day [Blu-ray] von Denzel Washington (Blu-ray - 2007)
EUR 8,97