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am 3. August 2010
Hitchcocks Filme erinnern mich immer mehr an literarische Genies. Ich wage zu behaupten, dass Hitchcock das Genre Film gar nicht mal so hochgeschätzt hat, wie stets angenommen wird. Er war, meiner Ansicht nach, einer der kritischsten und aufklärerischsten Filmkünstler, der zu seinem eigenen Medium, dem bewegten Bild, eine kritische, reflektierende Distanz hatte. Und er ist beseelt von dem Wunsch, den Zuschauer zur Reflexion über seine (des Zuschauers) eigene Haltung und Seh- und Gefühlserfahrung zu bewegen. Er hat diese Absicht nie offen ausgesprochen, vielmehr hat er den Zuschauer, geringschätzig, mit einer "Orgel" verglichen, auf der er jede Gefühlstaste nach Belieben anzuschlagen und dementsprechende Gefühlsreaktionen hervorzurufen wüsste. Aber dies ist wohl darauf zurückzurufen, dass er sehr früh die Erfahrung machte, dass der Zuschauer ein sensationslüsterner und absolut skrupelloser Genießer fremden Leids ist. Aus dem Orgelvergleich spricht viel Verachtung für die medial beliebig manipulierbare Masse, die nur allzu gern hinters Licht geführt und betrogen werden möchte. Es ist nicht weit hergeholt zu sagen, dass Hitchcock die Kamera, die Unverschämtheit, Aufdringlichkeit und das Wollüstig-Schnüffelnde des Kamera-Auges geradezu verabscheut hat (in einem seiner frühesten Filme, "Easy Virtue", wird diese Aversion zum ersten Mal sehr deutlich angesprochen).
Auch in "I Confess", den man selbstredend in der Originalsprache anschauen sollte (Hitchcocks Filme sind unübersetzbar, schon allein aus Gründen der Sprachenvielfalt und Sprachenkonfrontation in seinen Filmen, wie auch in diesem Film; jede Synchronisation ist verheerend), auch in diesem Film wird, wie in Balzacs Romanen, ein Teil des menschlichen Universums in all seinen Details beleuchtet. Dabei erweist sich Hitchcock, wie Balzac, als ein Meister in der Kunst des Schweigens. Nicht nur, dass dieser Film vom Thema her schon von Schweigen schlechthin handelt (an anderer Stelle allerdings auch sehr wohl von Reden und Enthüllen); Hitchcock lässt die Gestalten seiner Filme niemals alles dem Zuschauer auf dem Tablett servieren; das hebt ihn auf die gleiche Stufe, auf der auch Balzac und andere Genies stehen.
Es gibt erstaunlicherweise die Annahme, dass bei Hitchcock Sprache und Dialoge eine völlig untergeordnete Rolle spielten. Man betrachte einmal, wie intelligent, charmant und voller Witz und hintergründiger Ironie schon allein die Dialoge in Hitchcocks Filmen sind und so auch in "I Confess". Ein guter Film lebt immer und sogar in erster Linie von guten Dialogen, die nicht schablonenhaft und nach dem gewohnten "Blabla" klingen (wovon die allabendlich ausgestrahlten Fließbandkrimis im Fernsehen, ganz dem Zeitgeschmack verhaftet, voll sind). Wenn ein Film nur das Sehen allein anspricht, wird er nicht überleben (Stummfilme ausgenommen); er muss auch den Intellekt genauso wie die Tiefenschichten des menschlichen Herzens ansprechen und den Zuschauer zum Nachdenken, Zweifeln, Forschen, Ergründen bewegen. "Nachdenken, zweifeln, forschen, ergründen, mitempfinden"? Aber was würde passieren, wenn das Fernsehen es sich einfallen ließe, zum Nachdenken, Zweifeln, Forschen, Ergründen und Mitempfinden zu bewegen? Dann hätten wir ja intelligente, hinterfragende Zuschauer, die auch noch mitempfänden und unbequem werden könnten, d.h. wir hätten schon wieder die Aufklärung, dieses Übel, dessen Ausrottung die Politiker so viel Schweiß und Zungenarbeit gekostet hat - und immer noch kostet.
Doch zurück zu "I Confess". Hitchcock zeigt auf unnachahmliche Weise, wie zwei völlig unterschiedliche Lebensläufe, nämlich das von Otto Keller und seiner Frau Alma (beide Deutsche Auswanderer, die im Film in den emotional entscheidenden Situationen tatsächlich auch auf Deutsch reden, so vor allem Alma) und das von Pater Logan und Ruth Grandfort in der für den Film nur beiläufigen Figur Vilettes aneinander gekettet werden, und wie der Polizeikommissar und der Staatsanwalt (Letzterer ein guter Freund der Familie von Ruth), versuchen, diesen Knoten, ganz und gar geleitet von ihren eigenen Projektionen und unterbewussten Wünschen, zu lösen. Hitchcock zeigt (ähnlich wie in "The Paradine Case") wie skrupellos ein Anwalt von der Macht, die ihm die Justiz und die Unpersönlichkeit des Gerichtssaals verleihen, Gebrauch macht, um ganz persönliche und lustvolle Neugierde zu befriedigen.
Genau wie jeder andere Film von Hitchcock, und zwar wirklich wie JEDER andere Film von Hitchcock (die angeblich "schlechten" wie die bekanntlich guten mit inbegriffen), ist "I Confess" unerschöpflich. Wer "I Confess" anschaut, sollte auch, zum Vergleich, den erwähnten "The Paradine Case" anschauen. Letztlich erschließen sich die Schönheiten in den Filmen Hitchcocks nur dann, wenn man sich diese Filme mehrmals anschaut (und zwar in der Originalsprache) und wenn man sich möglichst mit allen seinen Filmen auseinandersetzt.
Es ist dies das Geheimnis Hitchcocks: seine Filme bereiten sowohl dem Einmalseher als auch dem "Tatort"- und "Verbotene Liebe"-Geschädigten als auch dem Filmforscher als auch dem Philosophen Genuss und geben ihnen allen Grund, seine Filme immer wieder und immer wieder anzuschauen und jedesmal als etwas Neues zu erleben.
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am 1. Oktober 2011
Der Film von Alfred Hitchcock ' Ich beichte! aus dem Jahr 1953 gehört meiner Meinung nach zu den besten des Regisseurs. Auch wenn er sich thematisch abhebt von den üblichen Hitchcock Filmen, da er sich weniger auf die übliche Effekthascherei, sondern eher auf Psychologie und auch heute noch sehr aktuelle Themen konzentriert, ist er wahrscheinlich gerade deshalb, der psychologisch Raffinierteste und Dramatischste unter allen. Und damit absolute Spitzenklasse,.

Zum Inhalt:
Der deutsche Kriegsflüchtling Otto Keller arbeitet als Hausmeister in einer katholischen Kirche in Quebec. Jedoch er ist mit seinem Leben nicht zufrieden, obwohl er mit seiner Frau Alma in einer zur Kirche gehörenden Haus lebt. Um zu etwas Geld zu kommen, bricht er bei dem Rechtsanwalt Vilette ein, um Schmuck und Geld zu stehlen. Vilette erwischt ihn dabei und Otto erschießt den Rechtsanwalt. Panisch flüchtet Otto als Priester verkleidet, wird jedoch von zwei Kindern gesehen. Zurück in der Kirche sieht er den jungen Pater Michael Logan, (herausragend gespielt von Montgomery Clift)und beichtet ihm die Tat. Logan rät Otto, sein Gewissen zu erleichtern und sich der Polizei zu stellen.
Aber als Otto am nächsten Tag zu dem Haus von Vilette geht, da er hier Mittwochs als Gärtner arbeitet, 'findet' er die Leiche. Pater Logan kommt von einem Spaziergang am Haus vorbei und sieht das Polizeiaufgebot.. Als er Otto zur Rede stellt, setzt dieser den jungen Pater unter Druck und verweist ihn auf sein Beichtgeheimnis.
Inspector Larrue (super Karl Malden), weiß der durch die Aussage der beiden Mädchen, die einen Priester gesehen haben, das ein Priester am haus war; befragt Michael Logan, da er der einzige war, der zu dieser Zeit kein Alibi hat. Logan aber war zu eben der fragliche Zeit mit einer ehemaligen Freundin spazieren gegangen, und will sie nicht kompromittieren, da sie mit einem einflussreichen Politiker verheiratet ist. Und so kommt Logan immer mehr in Verdacht, bis hin zu einem spektakulären Gerichtsprozess. Otto leistet einen Meineid und belastet den Priester schwer. Aber trotz erdrückender Indizien spricht die Jury Pater Logan frei. Draußen vor dem Gerichtsgebäude kommt es jedoch zu einem dramatischen Finale.

Mein Urteil:
Ich liebe die alten Filme, die ohne viel Hightech und Action aufgebaut sind und vor allem von der schauspielerischen Kunst der Darsteller leben. Und davon ist hier viel zu sehen.
'Ich beichte' spricht die Problematik des Beichtgeheimnisses an, welches ja auch heute noch bei den Katholiken sehr aktuell ist. Es ist schon richtig, dass, was man einem Priester anvertraut, auch geheim bleibt, aber wie weit darf das gehen. Auch Psychiater und Ärzte haben ihre Schweigpflicht, aber diese können durch staatliche Stellen aufgehoben werden. Darf ein Mörder, nur durch dass Beichtgeheimnis davonkommen?
Gut verwoben wird hier auch das Schicksal von den Protagonisten. Die Liebesgeschichte von Pater Logan und seiner Geliebten Ruth (Anne Baxter), die er eigentlich nach dem Krieg heiraten wollte; sie wollte aber nicht warten und heiratete einen anderen , den sie aber nicht liebt.. Die spätere Zusammenkunft der beiden, bevor Logan von der Ehe seiner Freundin erfährt., lebt von den Gefühlen der beiden Protagonisten zueinander und der Dramatik einer unerfüllten Liebe
Dann die Flüchtlinge Otto Keller und seine Frau Alma. Otto, unzufrieden mit seinem Leben und seine Frau Alma, die unglücklich in ihrer Ehe ist.
Ein bildgewaltiger Film, der den Zuschauer fesselt. Mit psychologischen Geschick gedreht, fesselnd bis zur letzten Einstellung.

Dieser Film ist es auf jeden Fall wert, mehrmals gesehen zu werden.
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am 23. Juni 2008
Differenziert, sensibel, eindringlich und auf höchstem Niveau hat Hitchcock nicht nur das Thema des Beichtgeheimnisses behandelt, sondern das der Ethik an sich. Jeder der handelnden Figuren befindet sich mehr oder weniger in einem Zwiespalt, der zeigt, daß das Handeln vorrangig an die eigene seelische Konstitution gebunden ist.

Im Gegensatz zum Anklang, den der Film seinerzeit und seither gefunden hat, halte ich diesen Film nicht nur für Hitchcocks besten, auch wenn er nicht unbedingt dem Klischee eines typischen Hitchcocks entspricht, sondern auch für einen, der in der obersten Liga der besten Filme überhaupt mitspielt.

Drehbuch, Kamera, Darsteller, Musik und Regie kann ich mir persönlich für die Lösung dieser Filmaufgabe nicht gelungener vorstellen. Dabei ist nicht nur die Tiefe, die man in Handlung und Darstellung spürt, erwähnenswert. Die Virtuosität Hitschcocks verhilft dem Film auch als bloße Unterhaltung zu einem Erlebnis, vorausgesetzt, man läßt sich auf das Thema Beichte und Gewissen ein.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Juli 2012
Quebec, Kanada: In diesem katholisch geprägten Umfeld hat der deutsche Emmigrant Otto Keller (O.E. Hasse) und dessen Frau Alma (Dolly Haas) dank des jungen Paters Michael Logan (Montgomery Clift) eine Anstellung in einer katholischen Kirche gefunden.
Keller arbeitet als Mesner, kann mit seinem Verdienst seiner geliebten Frau allerdings nicht das luxuriöse Leben bieten, dass sie nach seiner Meinung verdient hat.
Eines Abends betritt er aufgeregt die Kirche und bittet Logan, dass dieser ihm die Beichte abnehmen soll. Im Beichtstuhl gesteht er dem jungen Priester, dass er soeben den Rechtsanwalt Vilette (Ovila Legare) getötet habe, weil dieser ihn beim Einbruch erwischt hat.
Logan rät dem Mann sich bei der Polizei zu stellen, doch die Angst vor der zu erwartenden Todesstrafe bewirkt, dass Keller diesen Vorschlag nicht sonderlich gut findet.
Mit dem Tod von Vilette ist auch die verheiratete Ruth Grandford (Anne Baxter) entlastet und frei, denn sie wurde wegen ihrer Vergangenheit mit Logan, als dieser noch kein Geistlicher war, von Vilette erpresst.
Ruth liebt Michael immer noch, das gibt Spannungen mit ihrem Mann Pierre (Roger Dann). Der erfahrene Inspektor Larrue (Karl Malden) nimmt die Ermittlungen auf und er beoachtet vor dem Haus Vilettes nicht nur die große Menschenmenge, die sich dort angesammelt hat, sondern auch Priester Logan im Gespräch mit Ruth, beide scheinen eine Verbindung zueinander und auch zu dem Ermordeten zu haben. Sehr bald steht Logan sogar selbst im Verdacht der Mörder, denn zwei Schulmädchen haben in der Tatnacht einen Priester aus dem Haus des Anwalts eilen sehen. Logan selbst könnte Aufklärung bringen, doch das Beichtgeheimnis zwingt ihn zum fatalen Schweigen...
"Ich beichte" ist einer der weniger bekannten Filmen Hitchcocks, das in Kanada spielende Priesterdrama enstand zwischen "Der Fremde im Zug" und "Bei Anruf Mord".
"Ich beichte" zeichnet sich durch eine sehr düstere Machart aus, der Film verliert etwas an Dynamik, weil es sich in Zeiten des Hays Codes nicht um ein bestehendes Liebesverhältnis zwischen einem Pfarrer und einer Frau handelt, sondern die Liason schön brav und korrekt vor der Priesterweihe und vor der Hochzeit der Frau mit einem anderen abspielte. Dies nimmt dem Film wie gesagt sehr viel Brisanz weg und er wirkt vor allem heute eher etwas sonderbar.
Ansonsten liefert aber Hitch wie immer große Spannung und Montgomery Clift als verzweifelter, schöner Priester hat eine gute Rolle erwischt. Beängstigend kommt auch der Bösewicht O.E. Hasse rüber, der sehr glaubwürdig seine Verzweiflung spielt.
Und Karl Malden spielt sowieso immer gut.
Das Dilemma des Priesters ist sehr straff und spannend inszeniert bis zum dramatischen Finale nach dem Gerichtsurteil
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am 2. Mai 2012
Also ich war mir nicht ganz sicher, ob ich diesen Film kannte, als ich ihn bestellte, ich hatte aber so eine Ahnung. Aufgrund der Rezensionen hier, habe ich - bei dem günstigen Preis - einfach zugeschlagen und ich bereue es nicht! Mir ist etwas unverständlich, warum dieser Film so wenig bekannt ist. Er hat eine tolle Handlung, natürlich gemessen am Alter und der Entstehungszeit. Er ist nicht zu rührselig, aber läßt, wie andere frühe Hitchcock-Filme, die frühere Zusammenarbeit mit Produzent David O. Selznick (vom Winde verweht) deutlich durchscheinen. Da sind dann wie bei Rebecca Liebesschwülzstige Schmachtfetzen mit Happy End dabei. Hier nicht so stark ausgeprägt. Mir gefällt der junge Geistliche und auch Karl Malden hat wohl hier den Grundstein für seinen Mike Stone in den Straßen von San Francisco gelegt. Ein gelungener, spannender Hitchcock und das Recht setzt sich durch. Ein wenig Grusel, entweder weil das Bild so nebelig scheint, oder er gewollt etwas weicher gezeichnet ist. Jedenfalls unterstreicht es die Stimmung und ich bin froh, dass ich zu den Berühmtheiten, wie Psycho, Vertigo, Rear Window et.pp. auch diesen Film in meine große Sammlung einreihen kann.
Bild, Ton und auch Cover für den Preis absolut gut, da gibt's nix zu meckern! Hintergrundinfos, sind für mich weniger wichtig, man freut sich drüber, aber bei dem Preis verständlicher Weise nicht dabei.

Ich gebe eine volle Kaufempfehlung! Besonders für Freunde von Filmen mit etwas Mystik wie hier, durch das Kirchenumfeld (Gespräche im Beichtstuhl, alte dunkle Kirche, huschende Schatten...) und einfach gestrickten Krimis, mit guten alten Werten. Sowas wie Pfarrer Braun ohne Witze und mit mehr Niveau.^^
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Vor Jahren hatte ich diesen tollen Film mit Montgomery Clift und Anne Baxter schon gesehen und war begeistert.

Die Quintessenz des Films ist das Beichtgeheimnis: Dem Priester Pater Michael Logan beichtet ein Hausangestellter im Pfarramt einen Mord . Der Pater nimmt dem Mörder das Versprechen ab, sich der Polizei zu stellen. Doch dieser denkt gar nicht daran. Und durch die Verkettung einiger unglücklichen Umstände, gerät Pater Logen (hervorragend gespielt von M. Clift) selbst unter Verdacht. Doch bei allen Beschuldigungen und sogar während der Gerichtsverhandlung, nennt der Priester den Mörder nicht. Dieser hält aber letztendlich dem seelischen Druck nicht stand und so findet die Story doch noch ein gutes Ende, zumindest für Pater Logan.
Mehr wird nicht verraten! Der Film, in schwarz-weiß gedreht, gehört m.E. zu den besten Filmen von Alfred Hitchcock. Eine Meisterleistung!
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am 9. März 2005
...aber das ist eigentlich komplett unwichtig, da es in diesem Film um das Drama eines jungen Priesters geht, der schuldig ist, ohne schuldig zu sein: Ein Mensch, der von einem Mord profitiert, obwohl er sich vor Gott zur Rechtschaffenheit verpflichtet hat, dem andererseits Gott selbst die Fesseln angelegt hat, da daß Beichtgeheimnis ihn hindert, den wahren Täter zu verraten.
"Ich beichte" gehört in eine Reihe von Filmen, die ich persönlich als Hitchcocks "schwarze Serie" bezeichnen würde und in die u.a. der Stummfilm "The Manxman" (1929), "Der Fall Paradin" und "Sklavin des Herzens" (beide aus den 40ern) sowie "Der Falsche Mann" (1956) gehören: All diese Filme sind geprägt durch eine ungewöhnlich tragische Grundstimmung, ernste Themen um Ehrverlust, z.T. im Angesicht alter Traditionen, die auch viel über Hitchcocks katholische Erziehung verraten. Hitchcock selbst distanzierte sich häufig von jenen Filmen, da sie eben nicht den klassischen Suspense-Touch enthielten und eher nachdenklich-morbide als humorvoll und spannend wirkten. Tatsächlich verlangt ein Film wie "Ich beichte" mehrmaliges Anschauen, bevor er seine wahren Qualitäten entfaltet: In düsteren Bildern schildert er den Niedergang eines ursprünglich frommen Menschen, der zum Mörder wird, sowie die Standfestigkeit des anderen Frommen, dem der Mord zugeschoben wird - unterbrochen lediglich von einem dritten Drama, dem der jungen Frau, die sich - seit Jahren hoffnungslos in den Priester verliebt - nur an ihren sanft-melancholischen Erinnerungen trösten kann. Ein wirklich spezieller Film.
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am 9. März 2016
Ich beziehe mich hier auf die DVD-Fassung von Falcon Media, das ist wichtig, denn nur wegen deren mangelnden DVD-Ausstattung ziehe ich einen Sterne ab. Auf einer DVD sollte das Vorhandensein der englischen Orginalfassung eigentlich zum Standard, zum Minimum, gehören - hier ist aber "Ich beichte" nur in deutscher Sprache vorhanden! Es gibt auch keine weiteren Extras auf der DVD.

Der Film an sich ist allerdings für jeden Fan von Hitchcock-Filmen lohnenswert, vielleicht ist es sogar einer seiner unterschätztesten Filme, setzt sich der Katholik Hitchcock doch mit einem ur-katholischen Thema auseinander: Der junge Pater Michael Logan, in der Hauptrolle brilliant von Montgomery Clift gespielt, gibt die Beichte seinem deutschstämmigen Gärtner (O. E. Hasse). Dieser gesteht, dass er einen Mann umgebracht habe. Wegen seines Schweigegelübdes darf und will Pater Logan nicht zur Polizei gehen. Logans Gewissen gerät aber umso mehr in Konflikt, als der Gärtner selbst nicht zur Polizei geht und kaum Reue zeigt, während Pater Logan selbst wegen einer frühreren Verwicklung mit dem Opfer selbst unter Mordverdacht gerät ... Die weibliche Hauptrolle, Logans Ex-Geliebte, wird von Anne Baxter ("Alles über Eva") gespielt, desweiteren sind Karl Malden und Brian Aherne in Nebenrollen zu sehen.

Im Mittelpunkt stehen bei diesem Film weniger die Ermittlungen der Polizei, sondern eher die Frage, bis zu welchem Punkt man seinen Prinzipien und seinem Glauben folgen sollte, auch wenn es für sich selbst und andere schwerwiegende Nachteile mit sich führt. Pater Logan droht der Strang, aber wenn er nur ein Wort sagen würde (und gegen sein Beichtgeheimnis verstoßen würde), könnte er den ganzen Fall aufklären und sich selbst retten ... "Ich beichte" ist düsteres, alles andere als fröhliches Kino und von Hitchcock auch in ebenso düsteren, atmosphärischen Bildern inszeniert, vielleicht nicht so spannend für "Psycho" und nicht so ereignisreich wie "Der Unsichtbare Dritte", aber für sich selbst ein kleines, tiefsinniges Meisterwerk.
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am 12. März 2015
Dieser Klassiker der Warner Bros. ist 2008 von Falcon Neue Medien als DVD auf den Markt gebracht worden. Ich halte dieses Werk für einen der besten Hitchcock Filme. Um so bedauerlicher, dass überhaupt keine Begleitinformationen gegeben werden. Kein Booklet, kein vollständiges Verzeichnis der Mitwirkenden. Wir sehen hier Montgomery Clift als jungen Priester in einer kanadischen Kleinstadt, den seine Vergangenheit einholt und der in Mordverdacht gerät und der das Beichtgeheimnis gegen alle Versuche der Behörden wahrt.. Seine Jugendliebe Ruth Grandfort, die ihn immer noch liebt, wird von Anne Baxter sehr wirkungsvoll gespielt. Ebenso überzeugend und grandios Karl Malden als Polizeichef. Clift habe ich nie so gut aussehend und ausdrucksstark - einfach überzeugend - gesehen. Eine Tragödie was aus diesem begnadeten Schauspieler nach seinem Autounfall 1956, aber auch durch seine latente Homosexualität geworden ist. In Nebenrollen sind O.E. Hasse als Küster, Brian Aherne als Staatsanwalt und Roger Dann als Pierre Grandfort zu sehen. Robert Burks liefert exzellente Schwarzweiß-Fotografie. Die Bildqualität ist hervorragend. Dieser Film gehört in jede Hitchcock Videothek!
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am 18. November 2006
Beim besten Willen ist es mir unverständlich, wieso dieser Hitchcock so unbekannt ist, zählt er doch zu den Besten!

Montgomery Clift und Hitchcock sind nicht gut miteinander ausgekommen und der Regisseur hielt auch Anne Baxter für die totale Fehlbesetzung, was man dem Film aber nicht die Spur anmerkt. Es ist eine fesselnde Geschichte und absolut beeindruckend gespielt, bis in die kleinste Nebenrolle.
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