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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine formidabele Schauspielleistung!!!
Marc Rothemunds psychologisches Drama um Sophie Scholl und die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" fand von Seiten der Kritik größten Anklang; als stärkster Ausdruck dieses Beifalls mag hier die Oscar-Nominierung zum besten ausländischen Film des Jahres 2006 Erwähnung finden. Ich möchte in der folgenden Rezension mal das Wesen dieses...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2006 von A. Wolf

versus
63 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Christliches Gewissen
Es ist schon eigenartig: Da war mal ein junges, idealistisches und damit letztlich naives Mädchen, daß sich gegen ein System einsetzte, daß sie verabscheute und viele Jahrzehnte nach ihrem Tod ist eigentlich niemandem an einer realistischen und damit wirklich würdigen Darstellung ihrer Person gelegen. Sondern nur an ihrer Vereinnahmung zur...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2006 von Cyberevil


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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine formidabele Schauspielleistung!!!, 8. Oktober 2006
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Marc Rothemunds psychologisches Drama um Sophie Scholl und die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" fand von Seiten der Kritik größten Anklang; als stärkster Ausdruck dieses Beifalls mag hier die Oscar-Nominierung zum besten ausländischen Film des Jahres 2006 Erwähnung finden. Ich möchte in der folgenden Rezension mal das Wesen dieses Films etwas herausstellen:

Über weite Strecken ist der Film ein psychologisches Kammerspiel zwischen Sophie Scholl und dem zuständigen Ermittler der Staatspolizei, Robert Mohr. Als Sophie und ihr Bruder Hans nach dem Verteilen von Flugblättern

verhaftet und daraufhin schließlich verhört werden, will Mohr die Wahrheit aus Sophie herauspressen. Ihr Bangen um Sippenhaft der Familie, ihre Angst um ihr eigenes Schicksal drohen immer wieder mit der ideellen Überzeugung in Konflikt zu geraten. Doch Sophie bleibt standhaft und unerschütterlich, auch als Mohr das letzte Mittel ergreift und Sophie eine goldene Brücke baut, um der härtesten Strafe noch entgehen zu können.

Der Wert dieses Films ist vielfach hoch anzusiedeln. Zum einen war die Weiße Rose eine friedliche Widerstandsorganisation, die die Bevölkerung über die Wahrheit des Dritten Reiches - vor allem über die Kriegslage, Kriegsverbrechen und über die Konzentrationslager - aufklären wollte. Hier sprach das mutige Gewissen des "anderen Deutschland", die - wenn man so will - wahren Patrioten. Die filmischen Einblicke in die Weiße Rose, die auf neusten Auswertungen historischer Grundlagen beruhen, haben daher vorab einen hohen Wert.

Doch "Sophie Scholl - die letzten Tage" ist nicht einfach ein Dokumentarfilm. Seine besondere Güte liegt in der exzellenten Schauspielleistung Julia Jentschs. Sie erhielt dafür mehr als verdient den Deutschen und den Europäischen Filmpreis. Ihre Einfühlung in eine junge Frau, die überzeugt ist von ihrer Idee, getrieben von ihrem Gewissen, aber auch diese kleine Spur Naivität besitzt, ihre Aufklärungsversuche hätten nicht solch schwere Folgen, kann besser kaum verkörpert werden. Jentsch besitzt einen enormen Facettenreichtum an Mimik, der jeweils Spiegel der inneren Verfassung Sophies ist. Julia Jentsch zeigt in dieser Rolle, dass sie eine hochgradig begnadete Schauspielerin ist.

Der Gegenpol zur schönen Seele Sophie Scholls ist der Ermittler Robert Mohr, verkörpert von Alexander Held. Auch hier liegt eine große Leistung vor; Mohr ist auf den ersten Blick ein korrekter Beamter, der vornehmlich die Sache betrachtet. Doch er ist kein schwarz gemaltes Monster, sondern ein Mensch, der seine eigene individuelle Motivation besitzt, das Regime zu unterstützen. An ihm wird das Mitläufertum hervorragend illustriert. Da er diese Differenzierung besitzt, kann das Duo auf der gesamten Linie überzeugen.

André Hennickes Darstellung Roland Freislers ist keinesfalls an der Schwelle zum "Overacting" - das dürfte man nur so stehen lassen, wenn man den historischen Freisler nicht kennt. Aber dieser für seine lauthalsen, wüsten Beschimpfungen berüchtigte Präsident des Volksgerichtshof war ein Choleriker sondergleichen, so dass Hennickes Leistung tatsachlich ebenfalls großartig ist.

Fazit: Diese DVD ist eine Bereicherung für jeden; der Kauf muss aufgrund außerordentlicher Schauspielleistungen und einer gelungenen, aber dezenten Dramaturgie, dringend ans Herz gelegt werden!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das Gesetz ändert sich...Das Gewissen nicht" ( Sophie Scholl), 21. Januar 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD)
Zur Vorgeschichte: Als Hitler an die Macht kam lebte die Familie Scholl in Ulm. Trotz der Warnungen ihres Vaters waren die Geschwister Sophie und Hans mit Begeisterung in der Hitlerjugend. Doch Hans begann allmählich zu zweifeln. Auch für Sophie wurde das halbe Jahr Arbeitsdienst und ein weiteres halbes Jahr Kriegshilfsdienst zu schweren Probe.

Der Vater ist mehrfach von der Gestapo verhört und verhaftet worden. Endlich konnte Sophie 1939 ihr Studium beginnen. Dort traf sie wieder auf ihren Bruder Hans und seine Freunde.

Stark beeindruckt wurde die Gruppe von Professor Kurt Huber, einem Philosophen und Psychologen. Als Sophie die "Flugblätter der Weißen Rose" las, die kurz nach dem Beginn des Studiums plötzlich in der Universität auftauchten, kamen ihr die Sätze darin seltsam vertraut vor und bald musste sie entdecken, dass ihr Bruder daran wesentlichen Anteil hatte.

Nach einem Fronteinsatz der Medizinstudenten während der Semesterferien wurde die Widerstandsarbeit wieder aufgenommen und wirkte sich auch nach Freiburg und Hamburg aus.

Nach Katastrophe in Stalingrad beteiligte sich Sophie aktiv an der Herstellung und Verbreitung von Flugblätter. Das ist der Moment, wo der Film seinen Anfang nimmt:

Man sieht Sophie, dargestellt von Julia Jentsch, zunächst in ihrem Zimmer einen Brief schreibend, in welchem sie völlig entzückt ein Schubertlied erwähnt. Alles wirkt friedlich, beinahe idyllisch.

Schon wenig später jedoch ist es aus mit der Idylle. Einige Mitglieder der "Weißen Rose" verfassen einen Aufruf , der demokratische Strukturen für Deutschland fordert und das Ende des Terror-Regimes der Nazis dezidiert postuliert. Der Aufruf wird vervielfältigt. Hans und Sophie verteilen ihn u.a. an der Uni in München, wo sie vom Hausmeister entdeckt und sofort Gestapo übergeben werden.

Jetzt beginnen die Verhöre, die übrigens textlich über lange Passagen den Original-Verhörprotokollen entsprechen.
Der Gestapomann Mohr(hervorragend dargestellt von Alexander Held), ein typischer NS-Spießer, befragt Sophie zur Sache und verliert aufgrund ihrer Stärke während des Verhörs immer mehr an Dominanz. Am Ende versteckt er sich nur noch hinter den Gesetzen als Sophie Scholl ihn mit Fragen des Gewissens konfrontiert.

Die Scholls versuchen soviel "Schuld" wie möglich auf sich selbst zu ziehen, nachdem die Indizienlage das Leugnen der Flugblattaktion unmöglich gemacht hat, weil sie ihre Freunde schützen wollen.

Schließlich findet ein Schauprozess statt, wo man die Geschwister Scholl und ihren Freund Christoph Probst des Hochverrates und der Wehrkraftzersetzung anklagt.

Sophie träumte in der Nacht vor dem Prozess sie sei mit einem Kind im Arm in eine Gletscherspalte gestürzt, habe das Kind aber noch auf der sicheren Seite ablegen können. Diesen Traum erzählt sie ihrer Zellenmitbewohnerin und analysiert, dass das Kind die Idee sei , die nach ihrem Tod am Leben bleiben werde.

Freisler verurteilt die drei jungen Studenten zum Tode. Sophie lässt sich von diesem fürchterlichen Menschen allerdings nicht einschüchtern und spricht aus, was sie denkt.

Bevor sie tags darauf zur Guillotine geführt wird, notiert sie in ihrer Zelle auf ein Blatt das Wort Freiheit, betet mit einem Priester und saugt die morgendliche Sonne nochmals ganz bewusst ein.

Die drei Freunde treffen sich auf eine Zigarette, umarmen sich, dann wird Sophie abgeführt. Man sieht Sophie auf der Guillotine liegen und vernimmt das martialische Klacken .....

All dies, was der Film zeigt, ist real geschehen. Einfach unfassbar!

Die Widerstandgruppe die "Weiße Rose " forderte zum passiven Widerstand auf und zwar im Namen der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit, der anständigen Gesinnung und der christlichen Glaubens. Dass die Antwort der Nazis auf diesen Idealismus ohne Gewalt und Organisation die Hinrichtung war, kennzeichnet noch schärfer als das Vorgehen vom 20. Juli 1944 das Wesen des Dritten Reiches.

Im Anschluss an den Film, der sehr überzeugend -auch im Detail- den Geist der NS-Zeit wiedergibt, erfährt man , wie dieser entstanden ist und wie die einzelnen Schauspieler sich mit ihren schwierigen Rollen mental auseinandergesetzt haben.

Sehr empfehlenswert!
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegender Film mit einer herausragenden Julia Jentsch, 25. März 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Vor vielen Jahren hat Michael Verhoevens Film „Die weiße Rose", mit dem Bild der herab fliegenden Flugblätter aufgehört, hier fängt mit der Verhaftung der Geschwister Scholl im Lichthof der Münchener Universität, der Film von Marc Rothemund an. Auf dem Flugblatt steht:" Kommilitoninnen, Kommilitonen, erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad". Und zum Schluss heißt es:" Vergeßt nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt". Und dann zeigt er Schritt für Schritt die letzten sechs Tage im Leben der erst 21-jährigen, lebensfrohen Studentin Sophie Scholl. Danach folgt Verhör auf Verhör, Untersuchungshaft, Hausdurchsuchung, ein tödliches Ritual dessen Ende bereits feststeht.
Sophie leugnet, sie streitet rundweg alles ab was man ihr vorhält, sie verleugnet sich selbst. Mit ihrem Heldentum der Lüge, versucht sie bis zum Schluss ihren Bruder, ihre Eltern und andere Widerstandskämpfer zu schützen. Eigentlich könnte das Verhör aufhören als sie aufschreiend ruft:" Ja ich habe das alles getan und ich bin stolz darauf". Sie liebt die Wahrheit mehr als ihr Leben und so strahlt ihr Gesicht als sie ihr Todesurteil unterschreibt. Mit diesem Geständnis könnte der Film eigentlich aufhören, denn das Ende mit der Hinrichtung seiner Heldin ist bekannt. Aber gerade darin, dass der Film hier nicht aufhört, darin liegt sein leidenschaftlich - bewegter Anspruch.

Das Duell zwischen Sophie und dem Gestapo-Mann Mohr (Alexander Held) verdient besondere Beachtung. Mohr tritt dabei als väterlicher Freund auf, leidend, dass er die Ermittlungen führen muss. Er hält Frauen und insbesondere junge Mädchen für unpolitisch, baut Sophie Scholl eine „goldenen Brücke", will sie nur als Mitläuferin ihres Bruders sehen. Für den Gestapo-Mann steht aber auch fest, ohne Gesetzte keine Ordnung. Sophie Scholl stellt das Gewissen gegen das Gesetz. Wenn ein Gesetz erlassen wird, das gegen die Menschlichkeit verstößt, dann muss man nach dem Gewissen handeln. Sein Versuch sie vor der Hinrichtung zu retten, indem er sie zur Abkehr von den Ideen der „Weißen Rose" überredet, scheitert. Man merkt wie er darunter leidet und wie er von Sophie Scholls Charakterstärke beeindruckt ist. Der Film vermittelt auch den Eindruck, dass Mohr vielleicht auch am Nationalsozialismus gezweifelt hat.
Die Kamera ist plötzlich nur noch bei Sophie Scholl. Andere Mitglieder der Widerstandsgruppe, wie Hans Scholl oder Christoph Probst, die wie alle Mitglieder der Gruppe zum Inbegriff für Zivilcourage im friedlichen Kampf gegen die Gewaltherrschaft und den Terror des Dritten Reiches wurden, findet man nur noch auf Nebenschauplätzen oder erst zum Ende des Films. Marc Rothemund, der den auf historischen Fakten und wiederentdeckten, bisher unveröffentlichten Vernehmungsprotokollen, basierenden Film drehte, weiß warum er die Kamera bei Sophie Scholl verharren lässt. Ohne das Gesicht und ohne die leisen Akzente der Körpersprache, ohne ihr perfektes Minenspiel von Julia Jentsch, ohne das mit Hingabe vom Rollenspiel geprägte Psycho-Duell zwischen dem Vernehmungsbeamten Mohr wäre der Film sicher nur durchschnittlich. Julia Jentsch beherrscht die Filmrolle meisterhaft, technisch vollendet, mit feiner Mimik zeigt die ganze Bandbreite ihres Könnens, wie man es sonst nicht häufig im Kino erlebt.

Viele Filme, die im Moment im deutschen Kino laufen, wie „Der Untergang" oder „Napola" machen aus der Vergangenheit Gegenwart. Aber wie man sich auch bemüht, je sorgfältiger man auch bebildert, umso mehr bleibt alles vergangen, obwohl Julia Jentsch als Sophie Scholl, Fabian Hinrichs als Hans Scholl, Florian Setter als Christoph Probst, André Hennicke als Freisler und last not least Alexander Held als Robert Mohr, ihren historischen Figuren ebenso gut aus dem Gesicht geschnitten sind, wie Bruno Ganz als Hitler in dem Film „Der Untergang".
Im Gefängniskeller des Gestapohauptquartiers durchlebt Sophie Scholl qualvolle Stunden, des Verzweifelns und Glaubens. Halt geben ihr bis zum Schluss der Glaube an eine bessere Welt nach dem Krieg und ihr tiefer Glaube an Gott.. Und wenn sie in der Nacht vor der Verhandlung im Angesicht des „Mörderthrons" von Roland Freisler, der als Leiter des Volksgerichtshofes Berlin den Vorsitz im Prozess hat, strahlend in den Himmel sieht, aus dem die Flugzeuge der Alliierten ihre Bomben werfen, dann weiß der Zuschauer, dass dieses Bombardement für Sophie Scholl doch letztlich zu spät kommt. Wenn ihr Körper unter die Guillotine geschoben wird, spätestens dann weiß der Zuschauer, dass die Ehre für die Sophie Scholl sterben musste, seine eigene ist. Und somit hat der Film sein ehrenvolles Ansinnen bewirkt und Julia Jentsch hat eine Oscar verdächtige Leistung abgeliefert.
Der Film hat mich tief bewegt, ein starkes, wichtiges, aufrüttelndes Stück deutscher Geschichte. Unbedingt ansehen!
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34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Geschenk des Himmels, 8. Oktober 2005
Schon lange hat mich ein Film nicht mehr so sehr beschäftigt und nachhaltig in den Bann gezogen wie "Sophie Scholl - Die letzten Tage", ein wahres Meisterwerk, erschütternd und doch gleichzeitig irgendwie erhebend. Er gibt Zeugnis dafür, dass der physische Tod dem wahrhaftigen, Werte bekennenden Menschsein kein Ende setzen kann.
Während die Geschwister Sophie (Julia Jentsch) und Hans Scholl als Mitglieder der „Weißen Rose" Flugblätter auf der Münchner Universität mit hetzerischen Parolen gegen das Machtdiktat Hitlers und dem Aufruf zur Beendigung eines längst verlorenen Krieges unter die Studenten bringen wollen, werden sie von der Gestapo verhaftet. Getrennt voneinander werden die Geschwister verhört und der Verfassung anderer öffentlicher Pamphlete bezichtigt. Hans ist geständig, doch davon weiß weder der Kinogast noch seine Schwester Sophie. Minutiös folgt von nun an die Kamera den Verhören Sophies durch Robert Mohr (Alexander Held), einem regimetreuen Gestapobeamten. Fast eine Stunde lang lebt der Film von den frontal-genialen Kameraeinstellungen und von den um die Schuld oder Unschuld kreisenden Dialogen zwischen der jungen, hübschen Studentin und dem verhärmten Gestapomann. Mit großem Geschick, Ruhe und Klarheit in ihren Worten stemmt sich Sophie anfangs gegen die bohrenden Fragen Mohrs. Als bekannt wird, dass ihr Bruder alle Schuld auf sich genommen hatte, bekennt sie sich ebenso schuldig, und damit zu ihrem Bruder und der Freiheit des menschlichen Wesens. Die Ruhe und Klarheit weicht jedoch nicht aus ihren Worten. Robert Mohr kann seine Faszination für Sophie Scholl nur kaum verbergen, als sie mit Aussagen wie „das Gewissen ändert sich nicht, Gesetze jedoch schon" den totalitären Unterdrückungswahn Hitlers gewissermaßen vor das Jüngste Gericht stellt. Mohr ist so sehr angerührt, dass er Sophie, dem Häftling, echten Bohnenkaffee reicht und von seinem Sohn, der nur ein Jahr jünger ist als sie ist, erzählt, ohne dabei seine unterkühlte Miene zu verziehen.
In den brillanten Dialogen dieser beiden herausragenden Schauspieler malt der Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" nie schwarz-weiß und stellt den Gestapobeamten Mohr nicht wie einen Gegenpol zu Sophie Scholl als „das Böse schlechthin" dar, sondern differenziert vielmehr feinsinnig, ohne dabei den sanften Wesenswandel Mohrs zu überzeichnen.
Schlussendlich möchte Robert Mohr Sophie Scholl vor dem drohenden Todesurteil sogar bewahren, sie rüttelt aber nicht daran, sich schuldig zu bekennen und zieht es vor, für ihre Freiheit lieber in den Tod zu gehen. Gemeinsam mit Ihrem Bruder Hans und einem weiteren Mitglied der „Weißen Rose", Christoph Probst wird sie nur 4 Tage nach ihrer Verhaftung in einem Schauprozess von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs, unter Missachtung aller juristischen Formen verurteilt und noch am selben Tag guillotiniert.
Für all jene Menschen, die sich heute in Tagen von Terror und sinnlosem Krieg mit Themen wie Freiheit, Gerechtigkeit oder Gottesglauben weit über den dialektischen Diskurs hinaus beschäftigen wollen und auf der Suche nach dem stillen, verborgenen „Dahinter" sind, ist dieser Film wie geschaffen. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" macht diese Attribute tief drinnen fühlbar und pflanzt quasi dem Kinogast ein Verständnis für die wahren, zeitlosen Werte mitten ins Herz. Wunderbar, ein Geschenk des Himmels!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tief beindruckt, 17. März 2012
Von 
Bücherhimmel - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD)
Den Film "Die weiße Rose" habe ich schon in früheren Zeiten gesehen. Die Unerschrockenheit dieser Gruppe von Studenten, die ihr Leben aufs Spiel setzten , um dem Terror Einhalt zu gebieten und die Menschen aufzuklären, verdient mehr als Anerkennung.Schon damals war ich sehr angetan von der schauspielerischen Leistung der Akteure. Was allerdings die Schauspielerin Julia Jentsch in dem Film "Sophie Scholl" an schauspielerischen Leistung zeigt, übertrifft vieles , was ich bisher gesehen habe. Sehr überzeugend dargestellt, nimmt man ihr jedes Wort ab, das sie im Dialog mit ihrem Gegenüber von sich gibt.So etwas kann man nur darstellen, wenn man sich zu hundert Prozent mit dieser Figur identifizieren kann.
Sophie Scholl würde sich geehrt fühlen, von solch einer Person dargestellt zu werden, die dem Betrachter ihr Gedenken mit dieser Intensität vor Augen führt.

Ein tief unter die Haut gehender Film, der sich in meiner Erinnerung tief festgesetzt hat.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessanter und bewegender Film!, 21. September 2005
Von Ein Kunde
Da mich schon Filme wie Der Untergang, Der neunte Tag und Napola begeistert haben, gewähren sie dem Zuschauer doch auf eine hochqualitative Weise einen Einblick in das dunkelste Kapitel unserer eigenen Geschichte - nämlich die Zeit des Nationalsozialismus und des 3.Reichs -, so fand auch Sophie Scholl mein grosses Interesse.
Der Film handelt dabei von der jungen Studentin Sophie Scholl, die zusammen mit ihrem Bruder und anderen Mitgliedern der Wiederstandsbewegung der "Weissen Rose" vor allem durch Flugblätter 1943 versucht hat, die Menschen auf das Terror-Regime Hitlers und das sinnlose Schlachten an der ostfront und anderen Schlachtfeldern rund um den Globus aufmerksam zu machen. Bei einer dieser Aktionen in einer Universität wird Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder verhaftet und muss sich für ihre Taten verantworten.
Beeindruckend ist dabei, wie der Film das Verfolgungs-und Terror-Regime der Nazis darstellt. Einmal erwischt mahlen die Mühlen der durch Hitlers Weltanschauung geprägten Gesetzgebung unermüdlich. Eine andere Meinung als diejenige des "Führers" und derjenigen Menschen, die unter ihm aus Überzeugung dienten gibt es in diesem Staat nicht. Sophie Scholl und ihr Bruder haben keine Chance ihre Ansichten zu erklären, alles wird als "Verrat am Vaterland" angesehen. Die pure Verblendung der Nazis, die in Menschenverachtenden Ansichten über andere Rassen und körperlich behinderten Menschen gipfelt, verfolgt "FRemdkörper im System" wie Sophie Scholl gnadenlos. Zuerst scheint es so, als würden die beiden noch einmal davon kommen, ein Mitwirken an der verbreitung der Flugblätter in der Universität kann ihnen nicht genau nachgewiesen werden. Dann jedoch wendet sich das Blatt auf tragische Weise doch noch, die Nazis haben Beweise für die Wiederstandsbewegung gefunden, beide geraten immer mehr unter Verdacht, bis sie die Taten gestehen und versuchen nur sich zu belasten, um andere Mitwirkende aussen vor zu lassen. Die Verhöre finden dabei in grauen Gebäuden statt, in denen die Verdächtigen geradezu durch die Räume geprügelt werden und in denen es scheinbar nur Befehl und Ausführung gibt. Dem Zuschauer drängen sich dabei unweigerlich Fragen auf wie: "Würde ich in einer solchen Situation selbst so handeln?" , "Inwiefern würde ich mein leben aufs Spiel setzen, um den Tod anderer zu verhinden?". Sophie erhält im Gegensatz zu ihrem Bruder noch einmal eine Chance der Bestrafung zu entgehen, jedoch beharrt sie aus Überzeugung auf ihrer Kritik am System. Es kommt zu einer - wie ich fand- sehr gut dargestellten Gerichts-Verhandlung. Der Richter, der einen solchen Titel eigendlich nicht verdient hat, lässt niemand anderen als sich zu Wort kommen, einzig und allein seine ausserhalb jeglicher Vorstellung liegende Weltanschauung prägt den Prozess.Sophie und ihr Bruder haben keine Chance.
Der Film führt uns allen vor Augen, was einmal war und was nie wieder sein darf. Das perfide System einer Diktatur bzw. eines Überwachungs-und Polizeistaat, der keine anderen Meinungen ausser der eigenen zulässt, wird gut dargestellt. Niemand kann dem anderen trauen, niemand wagt seine Meinung zu sagen, da es immer welche gibt, die sich mit dem vom Staat vorgegebenen Anschauungen identifizieren, und die anders denkende sofort verraten würden. Sophie Scholl hat sich mit viel Mut und auf eine ehrenvolle Weise gegen diesen Staat und das Blutvergiessen gestellt.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Spiel!, 13. Oktober 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich möchte es eigentlich kurz machen: ein hervorragender Film, mein besonderes Lob gilt den Schauspielern, allen voran Julia Jentsch, die ihre Rolle extrem überzeugend darstellen. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich dicht und erscheint mir authentisch. Von mehreren hörte ich, dass sie das Spiel des Richters (Freisler) als schlecht und überzogen empfinden: dies finde ich ganz und gar nicht und halte die Darstellung des Richters als besonders gelungen. Wer Originalaufnahmen des Volksgerichtshofes kennt, weiß, dass Freisler eben immer geschrien hat und EXAKT so war.

Bitte: ansehen und mitempfinden!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschüttenders aber auch Mut machendes Dokument!, 25. August 2006
Die "Weisse Rose" war eine geheime, kleine Gruppe Münchener während der NS-Zeit, deren Mitglieder Flugblätter anfertigten und heimlich auslegten, in denen sie zum Widerstand gegen das Nazi-Regime aufriefen, die schliesslich aber aufflogen, von der Gestapo 1943 verhaftet, und, nach Urteil des "Volksgerichtshofes" unter seinem Vorsitzenden Freisler schliesslich hingerichtet wurden. Mitglieder der Weißen Rose waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie deren Kommilitonen Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell, außerdem der Universitätsprofessor Kurt Huber.

Nachdem die von der Stasi in der DDR unter Verschluß gehaltenen Originalprotokolle des Verhöres von Sophie Scholl (und leider *nur* des Verhöres von Sophie Scholl und nicht auch des Verhörprotokoll von Hans Scholl) endlich zugänglich waren, bot es sich an, diese Protkolle in ein Drehbuch zu integrieren und daraus einen Film zu machen.

*Gerade weil* der Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" im Wesentlichen einfach nur die filmische Umsetzung dieser Verhörprotokolle ist, gewinnt man einen Einblick in die Ausweglosigkeit der Situation aber auch in den - durch ihren starken christlichen Glauben gestützten - Mut, den eine junge Frau, die ihr Leben eigentlich noch vor sich hat, aufbringt aber lieber in den Tod geht als ihre Freunde zu verraten.

Ein Tipp: Der Film "Die Weisse Rose" von Michael Verhoeven aus dem Jahre 1982 ist eine hervorragende Ergänzung zu "Sophie Scholl - Die letzen Tage".

Zum Rezensenten aus Zürich möchte ich sagen, dass Roland Freisler, der vorsitzende Richter des "Volksgerichtshofes", wirklich *genau so* war und *genau so* gesprochen hat wie im Film dargestellt, das ist in Filmdokumenten überliefert!
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitter, 18. April 2006
Dieser Film hat mich, wie kein anderer bisher, wirklich fertig gemacht.

Die Verhöre die gezeigt werden wirken sehr realistisch.

Und spiegeln den Zeitgeist, denke ich, gut wider.

Die Tatsache, dass diese Jungen Menschen damals sogar in Kauf nahmen für ihre Überzeugung zu sterben, ist sehr gut inszeniert.

gegen Ende des Filmes fragt man sich: "Würde ich das genauso machen ? Hätte ich den Mut dazu?"

Ich denke was damals passiert ist, ist beispiellos.

Und genau das zeigt dieser Film.

Unbedingt ansehen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutsche Vergangenheitsgeschichte DEM DEUTSCHEN VOLKE gewidmet ohne Happy End, ohne großes Bundestverdienstkreuz postmortem., 15. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD)
Ja Sophie Scholl das ist der Inbegriff von weiblicher Stärke gegen ein totalitäres Regime. Der Film beginnt als die Widerstandsbewegung bei Ihren Flugblattaktionen auf frischer Tat ertappt wird. Es scheint fast unglaublich, dass ein 21 jähriges "Mädchen" den feigen Gestapokommisar innerhalb 2 tägigem Dauerverhörs so nervenstark Paroli bietet. ( Die Dialoge sind quasi identisch mit den Original Verhör Protokollen.) Der Mut dieser Widerstandskämpfer ist in einem Atemzug zu nennen mit dem Mut der Widerstandskämpfer im Warschauer Ghetto.
Der intellektuelle gewaltfreie Widerstand hat eindeutig gezeigt mit welcher Härte jedes Regimes gegen Ihn vorgeht, da das Märtyrer Phanomen mittlerweile durch Golgatha unseren römischen Zerberus Kettenhunden der prätorianischen Weisungs und Befehlsketten Garde durchaus bekannt ist. Sophie Scholl, der Gestapo Polizist Robert Mohr, sowie auch Roland Freisler sind hervorragend gezeichnet. Die Stimmung entspricht der Düsterheit ihrer Zeit. Bedauerlich wie wenig die weiße Rose bekannt ist, jene mutige intelektuelle Zelle die sich ihrer geistigen Verantwortung für das was Deutschland bedeutet bewusst gewesen ist. Eine Peinlichkeit wenn diesen Menschen weniger gedacht wird als diejenigen die sie bereit waren mit ihrem Leben zu schützen. Millionen von deutschen Landsern die sinnlos einem totalen Krieg folgten und Millionen von Juden die in den KZs umkamen. Da fragt man sich doch auch heute noch wieviel SS und Nazi Behördenstruktur ist immer noch in deutschen Amtsstuben zu finden, wenn diesen Menschen bis heute nicht adequat gedacht wird. Eine Schande und eine Sauerei ist die Verweigerung der Anerkennung seitens der heutigen deutschen Politik.
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Sophie Scholl - Die letzten Tage
Sophie Scholl - Die letzten Tage von Julia Jentsch (DVD - 2008)
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