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71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkmal zu Lebzeiten, Version 1, 7. April 2006
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
"I shot a man in Reno just to watch him die" -- diese Zeile im Hochsicherheitsknast zu bringen, das muss sich einer erstmal trauen -- und zwar ohne sich lächerlich zu machen, oder gelyncht zu werden, oder einen Aufstand auszulösen, oder alles zusammen.
Johnny Cash konnte das. Das und noch mehr -- "At Folsom Prison" gehört, wie auch "At San Quentin" ein Jahr danach, zum Besten, was jemals im C&W-Genre gemacht wurde, und es geht weit, weit, weit über die Cowboymusik-Schublade hinaus; mehr als einen Track würde man, wenn man's denn unbedingt verschubladen wollte, sowieso eher in die Gospel-/Blues-Schublade stecken, und auch Folk und Rockabilly sind viel präsenter als die "reine Lehre" des Country, gegen die Cash sowieso mit jedem Takt verstößt. Man hört das gleich beim ersten Track: Einer von Cashs ersten Hits, "Folsom Prison Blues", ist ein reinrassiger Blues, der genauso gut von Leadbelly oder Muddy Waters stammen könnte. Und mit welchem Song hätte er sonst dieses Konzert einleiten sollen?
Johnny Cash mit ausgesuchter Begleitband (Wer sonst hatte jemals die Ehre, einen Carl Perkins als Begleitmusiker dabeizuhaben?) beim Live-Auftritt vor Strafgefangenen also. Der Funke sprang gleich beim "Hello, I'm Johnny Cash" über, das spürt man. Man hat das tobende Publikum förmlich vor Augen. Ich kenne viele exzellente Live-Alben, aber gegen diese Wahnsinns-Atmosphäre anstinken kann keines davon. Cash kommt nicht als mildtätiger Onkel, nassforscher Möchtegern-Wohltäter oder auf Kumpel machender Bekehrungsprediger: Von der ersten Sekunde an steht er auf Augenhöhe mit seinem Publikum. Plaudereien, schlagfertige Bemerkungen, sarkastische Kommentare, fiese Witze: alles kann man hören, zwischen den Songs und auch mittendrin, nichts davon ist aufgesetzt oder pseudo-cool, sondern echt. Das herrliche Geplänkel, das mit Cashs Bitte "Can I have a glass of water?" seinen Anfang nimmt, steht stellvertretend für viele andere.
Die Augenhöhe macht es also. Und deswegen steht die eingangs zitierte Zeile aus "Folsom Prison Blues" auch nicht einsam und verlassen in diesem Konzert: Wer anders als Johnny Cash hätte es hier wagen dürfen, das in pechschwarzen Humor getränkte "25 Minutes to Go" mit abschließendem lautmalerischem Am-Galgen-Baumeln vorzutragen? -- Rhetorische Frage; auch das hätte kein anderer gewagt, wagen dürfen. Aber bei Cash lacht das Publikum genau an den allerschwärzesten Stellen. Ähnlich "Joe Bean", die schwarzhumorigste bittere Anklage, die man sich vorstellen kann. "They hanged this son of a bitch anyway"... und das Publikum kapiert, wie's gemeint ist. Cash als Magier.
Soviel also zur unwiederholbar intensiven Atmosphäre dieses Albums. Dabei ist das Ganze auch musikalisch erste Sahne, insbesondere in der nun wiederhergestellten vollständigen Fassung. Ein Glanzlicht ist sicher "Orange Blossom Special", die ins Musikalische übersetzte Fahrt einer Dampflok, unter heldenhaftem Einsatz einer Mundharmonika (Cashs Kommentar ist schon wieder unschlagbar). Eine bessere Version davon gibt's nicht, kann's nicht geben. Oder nehmen wir "The Long Black Veil" -- Cash singt diesen Traditional, nur sparsam von seiner Akustik-Gitarre begleitet, dermaßen eindringlich, dass man schlagartig alle anderen jemals gehörten Versionen vergisst; das Ganze ist unfassbar perfekt, nimmt sogar die "American Recordings" vorweg. Aber das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen ist nicht einmal der musikalische Instinkt, der Cash in dieses Stück förmlich hineinkriechen lässt, sondern, dass er an der allerergreifendsten Stelle anfängt zu kichern. Der Bann ist gebrochen. Allein wegen dieser Szene muss man ihn ins Herz schließen. Und nicht nur hier nimmt er sich selber auf die Schippe.
Was die einzelnen Songs angeht: Neben weniger Bekanntem und fast Unbekanntem kriegt man hier natürlich auch die Live-Versionen der Klassiker auf die Ohren, neben den bereits erwähnten auch "I Walk the Line" über "Jackson". Letzteres natürlich als Duett mit June Carter, und noch fetziger als von der Studio-Version bekannt. Die beiden verstehen sich, das hört man.
Ich könnte nun jeden der 19 Tracks begeistert vorstellen, jeder hätte es verdient, aber stattdessen empfehle ich, diese CD am Stück zu hören. Und vorher unbedingt sämtliche Telefone auszustöpseln und die Türklingel abzustellen.

Auch Besitzern der alten LP kann man den Kauf der CD nur empfehlen! Was damals weggelassen wurde, war keineswegs schwächer als das veröffentlichte Material. Dazu das Booklet -- es enthält neben Cashs faksimilierten handschriftlichen Überlegungen zu diesem Konzert noch weitere Rückblicke und Stellungnahmen von 2000, anlässlich der ungekürzten Wiederauflage. Auch wenn man's ohnehin schon geahnt hat, so liest man hier schwarz auf weiß, wieviel ihm dieses Konzert bedeutet hatte. Cashs Denkmal zu Lebzeiten, Teil 1.
Fünf(zig) Sterne.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hammer Folsom Mega Pack!!! 40 Jahre später noch besser!, 8. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Legacy Edition) (Audio CD)
Ich muss ehrlich zugeben habe lange überlegt ob ich mir die Legacy edition zulege oder nicht! Weil ich die 1 Disc Version habe! Viele Songs die doppelt sind, DVD die wahrscheinlich nix taugt, usw...
Jetzt beiss ich mich in den hintern das ich diese Version nicht vorher geholt habe! Nur die DVD ist dieses Geld wert!!! Und zwar wirklich!!!
Beide Gigs in voller länge, toller sound, ich habs mir mit den Kopfhörer gegeben, wow ich dachte ich bin dabei, wirklich ne Hammer CD!!! 1 Gig auf CD 1 ist viel besser, intensiver, mehr witze zwischen den songs, ist wirklich toll! 2. Gig ist etwas roher, aber irgendwie outtakes mäßig, Cash verpatzt den text, musiker verspielen sich, Cash hustet und braucht mehrere anläufe, ist nicht negativ zu sehen sondern das sind eben die Aufnahmen und genau so will ich das hören ohne überproduzierte Tricks usw...
Die dvd dauert 2h10min!!! Tolle Dokumentation, mit deutschen untertiteln, alle hintergründe und alles über At Folsom Konzert, Cashs bio wird angeschnitten, Glen Sherleys Leben wird erzählt, tolle Interviews mit den Bandmitgliedern, Cash selbst (Nur Audio), seine Kinder, Freunde, Ex-Folsom Insasen und Wärter... Was echt toll ist sind die animierten Videos zu manchen Songs! Die DVd ist so gelungen und ich hatte Stundenlang Spaß mit der Legacy Edition und ich finde die ist mehr als Ihr Geld wert!!!
Jeder der andere Version hat, sollte diese auf die Seite legen und sich die hier besorgen solange es sie noch gibt, für alle ander auch muss, egal welche Muik man hört diese CD ist etwas unglaubliches 40 Jahre später und wird es in 100 Jahren immer noch sein!!!
Jeder der eine kleinere Cash Sammlung (Meine ist riesig, aber nicht jeder will alles haben!) haben will muss diese Cd haben! Zumindest eine Best of Sun Years, Als best of würde ich dann die beiden Ring Of Fire von American empfehlen, At Folsom (Legacy edt.) und natürlich alle 5 American! Dann hat man eine kleine aber feine Best Of Collection!
At Folsom will never die!!!
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine CD, die vibriert, 23. Februar 2006
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Nach dem Film "Walk the Line" ist schon die CD sensationell, auf der Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon Johnny-Cash- und June-Carter-Stücke singen. Von da an ist es nur noch ein kleiner Schritt, sich "At Folsom Prison" im Original anzuhören - und "Johnny Cash at Folsom Prison" lässt die "Walk the Line"-CD weit hinter sich.
Johnny Cashs Stücke leben von seiner Stimme und den Texten - und was hatte Cash für eine Stimme! Da kann Phoenix nicht mithalten. Der Gesamteindruck der Stücke ist lebhafter bei "Johnny Cash at Folsom Prison"; die Hintergrundrhythmen und die stimmliche Qualität von Cash selbst sind sehr viel bewegter als in "Walk the Line" - und die Emotionen kommen voll rüber:
"Johnny Cash at Folsom Prison" ist vor allem ergreifend. Die Songs sind auf ein Publikum hinter Gittern zugeschnitten - ob es nun humorvoll-schalkhafte Songs sind oder traurig-melancholische. "Send a Picture of Mother", in dem ein Häftling Abschied nimmt von seinem besten Freund, der entlassen wird, ist herzzerreißend. Auch die Mischung von Komik, Spott, Hoffnung und Angst in "25 Minutes To Go" (bis zur Hinrichtung nämlich) ist außergewöhnlich und mitreißend. Und das Publikum tobt natürlich bei "Folsom Prison Blues" und "Cocaine Blues". Weiteres Highlight ist das Duett mit June Carter, "Jackson" - auch hier: welch eine Stimme!
Die Atmosphäre im Gefängnis kommt klasse rüber; das Publikum ist voll präsent, Johnny Cash spricht immer wieder mit seinen Zuhörern, macht Kommentare und Scherze (z.B. über das Wasser, was sehr schön im Film aufgegriffen wurde). Auch die Aufmachung der CD zeigt, wie viel Cash sein Konzert in Folsom Prison bedeutet hat.
Eine CD, die vibriert! 5 wohlverdiente Sterne.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen At Folsom Prison, 30. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Legacy Edition) (Audio CD)
In dieser Legacy Edition sind die zwei Shows, die am 13. Januar 1968 in der Strafanstalt Folsom Prison aufgenommen wurden, enthalten. Die erste Show, die ca. um 9 Uhr aufgenommen wurde, kennt man schon weitgehend durch die schon erhältliche CD wo hingegen die zweite Show, die ca. um 12 Uhr aufgenommen wurde, zum ersten mal zu hören ist. Beide Shows sind sehr gut! Die zweite Show wirkt entspannter und Johnny redet mehr mit den Häftlingen. Die DVD zeigt Interviews mit ehemaligen Insassen des Gefängnisses, seiner Tochter, seinem Bassisten Marshall Grant und anderen Freunden von Johnny.

Fazit: Ein sehr gutes Set von einem sehr guten Sänger!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cash macht sich unsterblich; die Erste!, 17. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Das unter der "At San Quentin" rezensierte gilt uneingeschränkt auch für diese, etwas frühere Aufnahme. Vor allem die Intensität, ja fast Magie, die mit dieser Aufnahme rüber kommt, ist sensationell. Man fühlt sich vom ersten Ton weg in einen schwül-heißen, nikotingeschwängerten und teils unter Hochspannung stehenden Live-Act hineinversetzt, bei dem es keineswegs zweitrangig ist, wo er entstand. Diese Intensität konnte nur dort erreicht werden, wo ein Konzert eine absolute Ausnahme war; wie Weihnachten und Ostern und Geburtstagsfeier zusammen. Die Überschwenglichkeit wie Unberechenbarkeit der Gefangenen tragen dieses Konzert genauso wie Cash's gesamtes Repertoire über das Gefängnisleben. Egal ob "The Wall", "I got stripes", das beklemmende "25 Minutes to go" oder der einzigartige "Folsom Prison Blues", hier erlebt der sonst eher spröde Barde seinen ersten wirklich großen Höhepunkt. Nur wenige Live-Scheiben können da noch mithalten.
Welche der beiden Gefängnis-Live-Scheiben nun die bessere ist, kann ich auch nach 30 Jahren nicht beurteilen. Ich sehe sie vielmehr als Ganzes. Wie ein Doppel-Live-Album eben. Mal hat die "At San Quentin" die Oberhand, mal die "At Folsom Prison". Vielleicht mag ich die "At Folsom", als "Erstgeburt" sozusagen, fast ein bisschen lieber. -Herrausragend sind aber beide!
"Listen closely to this album and you hear in the background the clanging of the doors, the shrill of the whistle, the shout of the men. -Even laughter from men who had forgotten how to laugh" J.C.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Königsklasse der CD's, 12. Februar 2003
Von 
Marina C. Watteck (St. Poelten, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Live in Folsom Prison ist eine CD, bei der sich jedem Cash Fan die Nackenhaare aufstellen. Aber auch für jene, die ihn nicht so gut kennen. Mich freut es besonders, dass diese CD jetzt in einer ungeschnittenen Version vorliegt. D. h. alle Zwischenmoderationen aber auch vorher fehlendes Material ist jetzt zu hören. Mein absoluter Favorit ist das Duett mit June Carter, da spürt man die Magie dieser beiden Menschen. Selbst wer Johnny Cash noch nie gehört hat, und das dürften ca. drei Leute sein, wird diese Platte lieben. Yipeee!!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Königsklasse, 27. November 2002
Von 
Marina C. Watteck (St. Poelten, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Endlich eine unzensierte Version dieses Gigantenkonzerts in Folsom. Es ist faszinierend, wie die Stimmung im Gefängnis sowohl auf die Musik, wie auch auf die Performance überspringt. Mein persönlicher Favorit ist "Jackson" mit June Carter, da geht die Post ab und es prickeld vor Erotik. Er ist und bleibt ein Gigant der Musik. Uneinholbar. Und diese CD darf in keinem anständigen Haushalt fehlen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkmal zu Lebzeiten, Teil 1, 11. September 2007
"I shot a man in Reno just to watch him die" -- diese Zeile im Hochsicherheitsknast zu bringen, das muss sich einer erstmal trauen -- und zwar ohne sich lächerlich zu machen, oder gelyncht zu werden, oder einen Aufstand auszulösen, oder alles zusammen.
Johnny Cash konnte das. Das und noch mehr -- "At Folsom Prison" gehört, wie auch "At San Quentin" ein Jahr danach, zum Besten, was jemals im C&W-Genre gemacht wurde, und es geht weit, weit, weit über die Cowboymusik-Schublade hinaus; mehr als einen Track würde man, wenn man's denn unbedingt verschubladen wollte, sowieso eher in die Gospel-/Blues-Schublade stecken, und auch Folk und Rockabilly sind viel präsenter als die "reine Lehre" des Country, gegen die Cash sowieso mit jedem Takt verstößt. Man hört das gleich beim ersten Track: Einer von Cashs ersten Hits, "Folsom Prison Blues", ist ein reinrassiger Blues, der genauso gut von Leadbelly oder Muddy Waters stammen könnte. Und mit welchem Song hätte er sonst dieses Konzert einleiten sollen?

Johnny Cash mit ausgesuchter Begleitband (Wer sonst hatte jemals die Ehre, einen Carl Perkins als Begleitmusiker dabeizuhaben?) beim Live-Auftritt vor Strafgefangenen also. Der Funke sprang gleich beim "Hello, I'm Johnny Cash" über, das spürt man. Man hat das tobende Publikum förmlich vor Augen. Ich kenne viele exzellente Live-Alben, aber gegen diese Wahnsinns-Atmosphäre anstinken kann keines davon. Cash kommt nicht als mildtätiger Onkel, nassforscher Möchtegern-Wohltäter oder auf Kumpel machender Bekehrungsprediger: Von der ersten Sekunde an steht er auf Augenhöhe mit seinem Publikum. Plaudereien, schlagfertige Bemerkungen, sarkastische Kommentare, fiese Witze: Alles kann man hören, zwischen den Songs und auch mittendrin, nichts davon ist aufgesetzt oder pseudo-cool, sondern echt. Das herrliche Geplänkel, das mit Cashs Bitte "Can I have a glass of water?" seinen Anfang nimmt, steht stellvertretend für viele andere.

Die Augenhöhe macht es also. Und deswegen steht die eingangs zitierte Zeile aus "Folsom Prison Blues" auch nicht einsam und verlassen in diesem Konzert: Wer anders als Johnny Cash hätte es hier wagen dürfen, das in pechschwarzen Humor getränkte "25 Minutes to Go" mit abschließendem lautmalerischem Am-Galgen-Baumeln vorzutragen? -- Rhetorische Frage; auch das hätte kein anderer gewagt, wagen dürfen. Aber bei Cash lacht das Publikum genau an den allerschwärzesten Stellen. Ähnlich "Joe Bean", die schwarzhumorigste bittere Anklage, die man sich vorstellen kann. "They hanged this son of a bitch anyway"... und das Publikum kapiert, wie's gemeint ist. Cash als Magier.

Soviel also zur unwiederholbar intensiven Atmosphäre dieses Albums. Dabei ist das Ganze auch musikalisch erste Sahne, insbesondere in der nun wiederhergestellten vollständigen Fassung. Ein Glanzlicht ist sicher "Orange Blossom Special", die ins Musikalische übersetzte Fahrt einer Dampflok, unter heldenhaftem Einsatz einer Mundharmonika (Cashs Kommentar ist schon wieder unschlagbar). Eine bessere Version davon gibt's nicht, kann's nicht geben. Oder nehmen wir "The Long Black Veil" -- Cash singt diesen Traditional, nur sparsam von seiner Akustik-Gitarre begleitet, dermaßen eindringlich, dass man schlagartig alle anderen jemals gehörten Versionen vergisst; das Ganze ist unfassbar perfekt, nimmt übrigens auch hier wieder mal die "American Recordings" vorweg. Aber das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen ist nicht einmal der musikalische Instinkt, der Cash in dieses Stück förmlich hineinkriechen lässt, sondern, dass er an der allerergreifendsten Stelle anfängt zu kichern. Der Bann ist gebrochen. Allein wegen dieser Szene muss man ihn ins Herz schließen. Und nicht nur hier nimmt er sich selber auf die Schippe.

Was die einzelnen Songs angeht: Neben weniger Bekanntem und fast Unbekanntem kriegt man hier natürlich auch die Live-Versionen der Klassiker auf die Ohren, neben den bereits erwähnten auch "I Walk the Line" z.B. auch "Jackson". Letzteres natürlich als Duett mit June Carter, und noch fetziger als von der Studio-Version bekannt. Die beiden verstehen sich, das hört man.
Ich könnte nun jeden der 19 Tracks begeistert vorstellen, jeder hätte es verdient, aber stattdessen empfehle ich, diese CD am Stück zu hören. Und vorher unbedingt sämtliche Telefone auszustöpseln und die Türklingel abzustellen.

Auch Besitzern der alten LP kann man den Kauf der CD nur empfehlen! Was damals weggelassen wurde, war keineswegs schwächer als das veröffentlichte Material. Dazu das Booklet -- es enthält neben Cashs faksimilierten handschriftlichen Überlegungen zu diesem Konzert noch weitere Rückblicke und Stellungnahmen von 2000, anlässlich der ungekürzten Wiederauflage. Auch wenn man's ohnehin schon geahnt hat, so liest man hier schwarz auf weiß, wieviel ihm dieses Konzert bedeutet hatte -- Cashs Denkmal zu Lebzeiten, Teil 1.
Fünf(zigtausend) Sterne.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man haben !!!, 16. März 2006
Von 
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Ich bin wahrscheinlich einer von vielen, denen JOHNNY CASH zwar immer ein Begriff war, die aber auch erst durch den autobiographischen Film „Walk the line“ wirklich Zugang zu seiner Musik bekommen haben. Der Film hat mich echt positiv überrascht, wenn man mal davon absieht, dass ein Großteil der heutigen Musik-Movies den darzustellenden Charakteren nur selten gerecht werden. „Walk the line“ war da echt eine rühmliche Ausnahme, und wurde infolgedessen auch zu Recht mit Ehrungen überhäuft (u.a. der Oscar für die beste weibliche Hauptrolle für Reese Witherspoon). Von daher war mir eigentlich schon beim Verlassen des Kinos klar, dass ich mir das CASH-Live-Album „At folsom prison“ zulegen werde. Eine sehr gute und lohnenswerte Investition, wie sich herausgestellt hat.
Dieses beeindruckende Ton-Dokument erschien bereits im Jahre 1968, wurde dann allerdings 1999 neu aufgelegt, und um 3 weitere Songs aufgestockt. So kommt der Hörer in den Genuss von 19 wirklich tadellosen, blues-geträngten Country-Folk-Songs, die einem bereits beim ersten Hördurchlauf wahre Schauer über den Rücken jagen. Wohlgemerkt, rein musikalisch würden die Songs von JOHNNY CASH heutzutage sicherlich niemanden mehr großartig begeistern. Dafür hat das weltweite Musik-Business im Laufe der Jahre und Jahrzehnte einfach zu große Fortschritte gemacht. Insofern wären Charterfolge von Rock’n Roll oder Country-Bands in der heutigen Zeit eher unwahrscheinlich. Leider, leider...
Dass es „At folsom prison“ allerdings doch schafft, dieses einmalige Flair der 60er Jahre sooo perfekt in die Neuzeit zu katapultieren, liegt einfach an der wirklich beeindruckenden Spielfreude von JOHNNY CASH & Band, den durchweg emotionalen Songs, sowie der absolut authentischen Live-Atmosphäre, die bei diesem Konzert geherrscht haben muss. Die Zuschauer des Folsom-Staatsgefängnisses rasten jedenfalls komplett aus...sie bejubeln jeden gespielten Song...sie fressen JOHNNY CASH – der im Laufe des Auftritts eine fast schon freundschaftliche Konversation mit den Häftlingen aufbaut - förmlich aus der Hand...er bringt sie permanent zum lachen. Auch wenn es vielleicht pervers klingt. Aber man wünscht sich, man wäre bei diesem denkwürdigen Konzert dabei gewesen. Und wundervolle Songs wie „25 minutes to go“ , „Send a picture of mother“ , „Cocaine blues“ , „Greystone chapel” , “The wall” , “Dark as the dungeon” , “I got stripes” sowie natürlich “Folsom prison blues” klingen, als wären sie nur für diesen einen Moment geschrieben worden. Als hätte JOHNNY CASH im Laufe seiner Karriere nur auf dieses eine Konzert gewartet. Als würden viele seiner Song-Texte erst jetzt endlich einen Sinn ergeben. Großartig !!!
Ich bin felsenfest (und unumstößlich) der Meinung, wer sich „At folsom prison“ nicht zulegt, verpasst definitiv ein großes Stück Musikgeschichte. Denn u.a. mit diesem Live-Album hat sich JOHNNY CASH bereits zu Lebzeiten unsterblich gemacht. R.I.P.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend!, 4. März 2006
Rezension bezieht sich auf: At Folsom Prison (Audio CD)
Ein grosser Country oder Folk-Fan war ich nie. Aber bereits nach der Eingangssequenz von Walk the line, dieses Stampfen mit den Füssen, und spätestens beim Verlassen des Kinos haben sich mir neue musikalische Richtungen erschlossen. Natürlich habe ich mir sofort 'Live at Folsom Prison' gekauft (und natürlich auch Greatest Hits und den Soundtrack) und seitdem läuft die CD rauf und runter. Wie man mit einem vergleichbar einfachen Sound eine derartige Wucht und Tiefe erzeugen kann - unglaublich! Sehnsucht, Zynismus, Tragik und Komik. Diese Songs mit dieser unglaublichen Stimme haben alles! Und sie heben sich um Welten von der Truckerromantik, in deren Ecke ich in Unwissenheit Johnny Cash immer gesteckt habe, ab.
Und dass Joaquin Phoenix vielleicht nicht ganz an die Stimme rankommt - was solls. Für die Darstellung und den Gesang haben er und auch Reese Witherspoon den Oscar allemal verdient!
Also kaufen! Und zwar nicht gleich sondern sofort!
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