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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hannibal bringt die Lämmer zum schweigen
Ridley Scott hat mit "Hannibal" einen herausragenden Thriller der Premium Class abgeliefert, der nach dem erfolgreichen "Das Schweigen Der Lämmer" folgerichtig die Figur des intelligenten Kannibalen mehr in den Vordergrund stellt . Nach der Absage von Jodie Foster, erneut in die Rolle der ehrgeizigen Special Agent Clarice Starling zu schlüpfen, hat man sich...
Veröffentlicht am 27. Juli 2012 von Brudi

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade um die tolle Steelbook-Edition...
Zuerst: den Punktabzug gibt es nicht für den Film, sondern für die eigentlich sehr edle Steelbook-Edition.
Die Specials sind toll, die Aufmachung auch, ABER das englische Original kann man "aus lizenzrechtlichen Gründen" NUR mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte ansehen. Man kann sie nicht abstellen oder gegen englische Untertitel...
Veröffentlicht am 8. März 2009 von U. Richter


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hannibal bringt die Lämmer zum schweigen, 27. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Hannibal [Blu-ray] (Blu-ray)
Ridley Scott hat mit "Hannibal" einen herausragenden Thriller der Premium Class abgeliefert, der nach dem erfolgreichen "Das Schweigen Der Lämmer" folgerichtig die Figur des intelligenten Kannibalen mehr in den Vordergrund stellt . Nach der Absage von Jodie Foster, erneut in die Rolle der ehrgeizigen Special Agent Clarice Starling zu schlüpfen, hat man sich zudem nicht davon abbgringen lassen, das hochinteressante Katz und Maus Spiel der beiden Hauptakteure weiter zu spinnen. Julianne Moore ist dabei mehr als ein Foster Ersatz, denn sie vermag es ihrer Rolle einen ganz eigenen, glaubhaften Charakter voller Selbstbewußtsein aber auch Verletzlichkeit zu verleihen, der ihre Vorgängerin schnell vergessen läßt und mit dem Part eines Anthony Hopkins ganz hervorragend harmoniert. Letzterer zeigt eine monströse Performance, bei der man für einen kurzen Moment sogar glauben könnte, er spiele sich selbst, was der Scott Film insbesondere während Hannibals Aufenthalt in der Stadt Florenz in beeindruckender Weise zu vermitteln vermag: Hier läuft der Edel-Thriller sodann auch zur Höchstform auf, bei der sowohl das exquisite Schauspiel, als auch die Bildsprache und der stimmige Score von Hans Zimmer, eine Atmo und Bedrohung aufbaut, die förmlich mit den Händen zu greifen ist. Zwar kann der Film einen derart hohen Level nicht über die gesamte Spieldauer halten, doch das Geschehen bricht zu keiner Zeit ein und bleibt bis zum Ende hin überaus sehenswert und spannend. Doch halt - bei aller Euphorie, bleibt am Schluß dennoch eine ganz entscheidende Frage unbeantwortet: nämlich, wie zum Geier hat es Julianne Moore nur geschafft, ihren Zopf aus dem Kühlschrank zu bekommen...?!

Tja, jetzt noch ein angemessenes HD Bild/Ton und die Scheibe wäre zusammen mit ihrem reichhaltigen Bonus-Content nahezu perfekt.

Beim Bild gibt es allerdings gleich einen empfindlichen Dämpfer zu verdauen, dennn schon die erste Einstellung deutet auf einen ziemlich weichen Transfer, mit einer nur mäßigen Detailzeichnung hin, was sich im weiteren Verlauf des Films auch so bestätigt. Gegenüber der inhaltsgleichen DVD Variante (Special Deluxe Edition) macht sich zwar die höhere Auflösung bei größeren Bildschirmdiagonalen bemerkbar, was angesichts des technischen Fortschritts aber auch das mindeste ist, was man als Kunde erwarten kann. Ansonsten bleibt optisch noch jede menge Luft nach oben!

Der dt. Ton kommt in DTS HD 6.1 daher und ist im Vergleich zur original Spur deutlich kraftloser und weniger räumlich. Ein bischen knackiger hätte es da schon sein können. Die dt. Synchro weiß hingegen mit ihren passenden und markanten Sprechern zu gefallen. Was die musikalische Untermalung anbelangt, hat Komponist Hans Zimmer passenderweise seine üblichen Hurra und Jubel Fanfaren stecken lassen und einen für seine Verhältnise schon ungewöhnlich zurückhaltenden aber sehr dynamischen Score mit klassischen und mystischen Klängen beigesteuert, der "Hannibal" den finalen Anstrich verpasst und ihn umso sehenswerter macht !

Fazit: Sir Anthony Hopkins brilliert in seiner Paraderolle als dämonischer Gourmet-Fleischverzehrer und bringt damit alle Lämmer zum schweigen. Empfindliche Gemüter sollten allerdings eine gesunden Magen mitbringen, denn nicht alles, was uns der Ridley Scott Thriller hier serviert ist bekömmlich. Die vorliegende HD-Scheibe ist zwar ungekürzt und mit dem gleichen reichhaltigen Bonus-Content der DVD Variante ausgestattet, kann aber anhand ihrer schwächelnden bzw. durchschnittlichen Bildqualität nur bedingt überzeugen. Wer schon im besitz der inhaltsgleichen DVD ist, muß hier nicht zwingend upgraden.

Film: 5/5
Technische Umsetzung der BD: 3/5
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Film - Alleingang von Anthony Hopkins, 6. Dezember 2013
Von 
SmilingJeany - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (FSK 16) (DVD)
Schauderhaft schöner Film.

Ich kann die schlechten Kritiken, die der Film vielfach bekam, nicht nachvollziehen.

Julianne Moore in der Rolle als Agent Starling gefällt mir deutlich besser als Jodie Foster.

Aber eig ist es eine One-Man-Show von Anthony Hopkins, der es auf unheimliche Weise schafft, den Balanceakt zwischen kultiviertem,gepflegten Kurator und reissender Bestie immer mit einem Augenzwinkern meistert und einem ob man will oder nicht Sympathien für Lecter abringt.

Die FSK 16 Version unterscheidet sich nicht in dramatischer Weise von der ungeschnittenen Fassung (schnittberichte.com wers überprüfen mag) - mir haben 2 Blutlachen und ein bisl mehr baumelndes Gedärm nicht gefehlt.

Wer Lust auf einen spannenden, gelegentlich blutigen, bildgewaltigen Film hat sollte zugreifen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hannibal, 12. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (DVD)
Die umstrittenen Ekel-Szenen in dieser Fortsetzung zu "Schweigen der Lämmer" sollen nicht zuletzt Jodie Foster davon abgehalten haben, ihre Rolle noch einmal zu spielen. Sie hätte es tun sollen - sie hat eine Gelegenheit verpaßt, ihren Part psychisch zu erweitern. Julianne Moore tut das über weite Strecken, obwohl man ihr die Verletzlichkeit, die bei der erneuten Konfrontation mit Hannibal Lecter langsam wieder zum Vorschein kommt, nicht ganz abnimmt. Denn vorher wird sie als "beinharte" FBI-Agentin gezeigt, die sich in den zehn Jahren, die seit Lecters Verschwinden vergangen sind, offenbar zu einer kühlen, rationalen und - leider auch schnell schießenden - FBI-Agentin entwickelt hat.Die Schwierigkeiten, die sie mit ihren Vorgesetzten bekommt, nachdem mehrere FBI-Aktionen zuviel Opfer unter der Polizei gekostet haben und sie eine Rauschgift-Dealerin mit Baby im Arm erschossen hat (wenn auch in Notwehr), stürzen sie in eine Krise, die von ihren Chefs ausgenutzt wird, als es Spuren Lecters aus Florenz gibt. Ihre erneute Beschäftigung mit Lecter läßt sie noch einmal intensiv alle Tonaufnahmen ihrer Gespräche vor zehn Jahren studieren, und es scheint, daß dies eher wie eine Therapie für sie wirkt.
Der Millionär Mason Verger (Gary Oldman), einst ein Patient Lecters, hatte sich aufgrund von Drogen, die ihm Lecter verabreicht hatte, selbst die Haut vom Gesicht geschnitten und sie an seine Hunde verfüttert. Mit Hilfe eines weit verzweigten Mitarbeiter-Netzes will er Lecter fangen und an riesige, aus Italien importierte Wildschweine verfüttern.Für seine persönliche Rache kauft er auch ein paar Beamte des FBI. Zuletzt gelingt es ihm Lecter zu kidnappen, aber er hat nicht mit Clarice gerechnet!
In Florenz hat sich Lecter eine neue Identität als Bibliothekar und historischer Dozent zugelegt. Der abgehalfterte Kommissar Pratzi kommt ihm durch einen Zufall auf die Spur und will die hohe Belohnung kassieren. Obwohl von Clarice Sterling gewarnt, läuft er in eine Falle und wird von Lecter auf zwar perfide, aber fast schon seinem Intellekt angemessenen, "ästhetisxche" Weise getötet.Lecter ist letztendlich froh, daß Clarice - der er einen verkappten Liebesbrief schickt - und das FBI ihn aufgespürt haben, kann er dadurch doch seine jahrelange "Untätigkeit" beenden. Von da an hat der charismatische Ex-Psychiater alle Fäden in der Hand, kehrt in die amerikanische Heimat zurück, und es gibt faszinierende Szenen wie er den unmittelbaren Kontakt mit Clarice sucht. Noch deutlicher als in "Schweigen der Lämmer" wird dabei, daß sich Lecter in die FBI-Agentin verliebt hat. Daß er sie im grotesken Finale des Films nicht nur verschont, sondern auch selbst ein Opfer dafür bringt (wie, das darf man nun wirklich nicht verraten), ist nur allzu logisch. In der Buchvorlage werden Lecter und Sterling tatsächlich ein Liebespaar, aber diesen Mut hatte Regisseur Ridley Scott nicht, die story so konsequent weiterzuführen, vielleicht auch deshalb nicht, weil das Ende nach einer weiteren Fortsetzung schreit. Letztendlich fügen sich die blutigen und ekelerregenden Szenen in die Geschichte ein, werden für mich nicht unbedingt zu Effekthascherei. Denn im Mittelpunkt steht erneut die faszinierende Persönlichkeit Hannibal Lecters, ein hochgebildeter, kultivierter Massenmörder, der seine dunklen Triebe auslebt, hier aber seine Morde als Bestrafung für seine Verfolger motiviert. Wieder wird der Zuschauer in den Bann dieses Mannes gezogen, man wünscht sich groteskerweise, daß er nicht gefaßt wird. Der Horror wird weitgehend erzeugt durch das subtile Auftreten von Lecter, ob man das geschmackvoll findet oder ob es einen abstößt, es bleibt eine ständige Ambivalenz zwischen Angst und Faszination für diesen hyperintelligenten Mann. Und in der letzten Szene im Flugzeug läßt Scott seinen Film mit schwarzem Humor enden...Wer ein einigermaßen dickes Fell hat und sich mehr für die geschickte psychologische Dramaturgie eines Thrillers interessiert, kann sich eigentlich nicht abgeschreckt fühlen von den drastischen Ekelszenen und muß diese Fortsetzung als gelungen betrachten, auch wegen der guten Leistungen der Nebendarsteller (u.a. Gary Oldman und Ray Liotta). Dazu beschert uns Ridley Scott wieder einmal ästhetische Bilder, vor allem in den Szenen, die in Florenz spielen. Das ist alles in allem intelligenter Horror, und auch wenn Sir Anthony Hopkins nun mal wieder um zehn Jahre gealtert ist, wünsche ich mir noch eine Fortsetzung!
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ästhetische Zerstückelung, 24. August 2002
Von 
Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (FSK 16) [VHS] (Videokassette)
Ich habe "Hannibal" im Kino gesehen, bevor ich "Schweigen der Lämmer" kannte und war daher relativ unvoreingenommen, was diesen Film angeht. Mein erster Eindruck war, dass es sich um einen perfekt inszenierten, grandios atmosphärisch abgestimmten Film handelt, der in jeder Hinsicht mehr als sehenswert ist.
Diese Auffassung hat sich kurioserweise noch verstärkt, nachdem ich nun auch den Vorgänger gesehen habe. Sehr durch "Hannibal" geprägt, erwartete ich etwas blauäugig zumindest ähnlich gelagerte Schwerpunkte- was sich natürlich nicht erfüllte. Ich vermisste diesen Hauch Kultur und auch einen Hannibal Lecter, der über einen größeren Bewegungsradius verfügt.
Aber um sich konkret "Hannibal" zu widmen- mich hat selten ein Film so fasziniert, und zwar durch das Zusammenspiel aller Faktoren. Da ist zunächst der Schauplatz; ich selbst war schon einmal in Florenz und war von dem romantischen, melancholischen Flair des Kerns der Stadt mit Palazzo Vecchio, dem Fluss Arno und den engen Gassen fasziniert. Diese Faszination versteht der Regisseur großartig aufzugreifen und visuell zu nutzen, um den Aspekt der Ästhetik und Würde Lecters aufzuzeigen und seine tiefangelegte Persönlichkeit perfekt zur Geltung zu bringen.
Die erste Clarice-Starling- Sequenz (die Szenerie auf dem Fischmarkt) bildet dazu einen wunderbaren Kontrast, der ebenfalls grandios den harten Alltag der FBI- Agentin dokumentiert. Gerade durch diese objektive räumliche Trennung und die- im Kontrast dazu- geistige Nähe wird eine wundervoll harmonische Spannung aufgebaut, die sanft fortgeführt wird.
Hier komme ich zu den beiden Hauptdarstellern, wo meiner Laienmeinung nach Julianne Moore ihre dominante Vorgängerin Jodie Foster sogar übertrifft. Sie umgibt ein Hauch etablierter Kälte, gepaart mit der fühlbaren Erkenntnis, das etwas in ihrem Leben fehlt - und zwar die Konfrontation mit ihrem Intimfeind Lecter. Moores Gestik und Mimik wirken durchweg seriös und geben dem Film die weitreichende Ruhe und den Fluss, von dem er zehrt.
Anthony Hopkins wiederum geht geradezu in der Rolle des kultivierten Monsters auf- er weckt Sympathie, aber kein Mitgefühl, wirkt in (fast) jeder Situation überlegen und bildet so eine Souveränität aus, die für seine Präsenz und die Atmosphäre des Filmes extrem wichtig ist.
Ein weiterer Höhepunkt des Filmes ist der Zusammenschnitt von Bildern und Musik, die die Eindringlichkeit der Szenen geradezu verblüffend intensiviert. Zum einen ragt hier das Opernstück heraus, an dessen Genuss das Ehepaar Pazzi und Lecter in Florenz teilnehmen- welcher Horrorfilm hat sich jemals auf so ein hohes Niveau begeben? Zum anderen war ich von der Wirkung des Zusammenspiels von Musik und Handlung begeistert, als aus der Vogelperspektive gegen Ende des Filmes die Kolonne der im Dunkeln nahenden Polizeifahrzeuge gezeigt wird. Hierbei ertönt nicht, wie man vielleicht erwarten würde, wildes Motorengeräusch oder Hammermusik, welche Hektik und Dramatik in die Handlung brächten, sondern eine ganz sanfte, ruhige und beinah verträumt-resignierte Melodie. Geradezu genial!
Dies sind nur wenige Details aus diesem Film, der mich einfach in seiner ganzen Breite überzeugt hat. Natürlich kommt man nicht umhin, fernab der Handlung, deren Reiz noch etwas mehr herausgearbeitet werden könnte, über die Gewaltszenen zu diskutieren. Zwei dominieren hier die Erinnerung an "Hannibal"- eine, deren Brutalität man zum Teil sieht, zum Teil erahnen muss- da wollte man dem empfindsamen Publikum wohl nicht zuviel zumuten, da der Ausbruch relativ unvermutet und schockierend in die Handlung integriert ist.
Die zweite Szene ist gegen Ende des Filmes platziert und auch meiner Meinung nach an makabrem Humor, gefrierender Grausamkeit und beiläufiger Menschenverachtung kaum zu überbieten- eine der mutigsten und intensivsten Szenen der Filmgeschichte (natürlich nur soweit diese mir bekannt ist). Ebenso wie diese, die ich hier nicht näher beschreiben kann, ist auch das Ende des Filmes originell und nicht platt- ein würdiger Abschluss des skurrilen Finales. Zwar auch ein wenig unglaubwürdig in der Machart, aber das sollte nicht weiter stören.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich selten ein Film so in seinen Bann ziehen konnte, schon garnicht einer aus demselben Genre. Aber "Hannibal" ist einfach anders, was wohl in erster Linie Ridley Scott zu verdanken ist, der wirklich jede Szene zu einem stilistischen Meisterwerk geformt hat. Also: UNBEDINGT ansehen, um sich einen- wenn auch etwas widerlichen- Genuss zu gönnen, der sicher länger im Gedächtnis bleibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade um die tolle Steelbook-Edition..., 8. März 2009
Zuerst: den Punktabzug gibt es nicht für den Film, sondern für die eigentlich sehr edle Steelbook-Edition.
Die Specials sind toll, die Aufmachung auch, ABER das englische Original kann man "aus lizenzrechtlichen Gründen" NUR mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte ansehen. Man kann sie nicht abstellen oder gegen englische Untertitel ersetzen - was wirklich weniger irritierend wäre. So wird den eindrucksvollsten Szenen etwa durch die Einblendung "spannende Musik" doch sehr der Wind aus den Segeln genommen. Dafür fehlen die Untertitel bei den geschnittenen/ alternativen Szenen gleich völlig.
Schade...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein persönlicher Favorit, 27. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Hannibal [Blu-ray] (Blu-ray)
Zehn Jahre nachdem der Psychater, Kannibale und Serienmörder Hannibal Lecter aus dem Polizeigewahrsam entkommen ist, hat er sich in Florenz unter dem Namen Dr. Fell als Kurator der Capponi-Bibliothek niedergelassen, wo er die Nachfolge seines plötzlich verschwundenen Vorgängers antritt. Inspektor Pazzi - Nachfahre einer alten toskanischen Bankiersfamilie - untersucht den mysteriösen Verbleib dieser Person und stösst dabei unweigerlich auf den nicht minder geheimnisvollen Dr. Fell. Pazzi erkennt ihn aus der berüchtigten FBI-Liste von ’America’s most wanted persons’ und lässt sich Details aus den Staaten übermitteln. FBI-Agentin Starling, eine ’alte Freundin’ Hannibal Lecters, wird durch die Anforderung auf Florenz aufmerksam. Pazzi selbst ist hauptsächlich an der USD 3 Mio. Fangprämie interessiert, die der pädophile Millionär Mason Verger auf den Kopf seines ehemaligen Psychaters ausgesetzt hat. Clarice Starling, zwischenzeitlich aufgrund von Intrigen Ihres Vorgesetzten Paul Krendler beim FBI kaltgestellt, reist nach Florenz und nimmt die Spur zum berüchtigten Serienkiller auf. Pazzi, Verger, Starling, Krendler, das FBI, Gangster und eine ganze Rotte hungriger Wildschweine sind bald auf der Jagd nach Hannibal Lecter. Wer macht am Ende wohl das Rennen ?

HANNIBAL (2001) ist die Fortsetzung des seinerzeit sehr erfolgreichen DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991), in der eine der Hauptpersonen beider Filme, Clarice Starling, noch als Anwärterin des FBI tätig war und von Jodie Foster verkörpert wurde. 10 Jahre später wird die Agentin von der damals noch nicht so bekannten Julianne Moore verkörpert, die 2015 bei der 5. Nominierung den Oscar für die beste Hauptdarstellerin erhalten hat. Natürlich birgt ein Schauspieler-Wechsel immer gewisse Gewöhnungsprobleme beim Publikum, aber in diesem Falle war Julianne Moore eine würdige Nachfolgerin von Jodie Foster.

Inszeniert wurde HANNIBAL als einer von 4 Filmen mit dem Thema dieser Person vom britischen Regiemeister Ridley Scott (ALIEN, BLADE RUNNER, LEGENDE, THELMA & LOUISE, GLADIATOR, BLACK HAWK DOWN). Die Reihe basiert auf Romanen von Thomas Harris, der in seinen Arbeiten ein komplexes Netzwerk von Serienkillern, Opfern und Polizeiapparat miteinander verwoben hat. HANNIBAL ist eine elegante Symphonie voller herrlicher Kulissen (vor allem Florenz), prächtiger Bauten, grossartiger Musik, vielschichtigem Handlungsablauf, dichter Atmosphäre und blutigem Horror. Er ist als stilistisches Pendant zu dem düstern-nüchternen DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER insgesamt gesehen ein opulentes Glanzstück geworden. Daher halte ich einen direkten Vergleich der beiden Filme für wenig fruchtbar.

Auch die Zusammenstellung von Cast und Crew kann man nur als gelungen bezeichnen. Von den Darstellern erwähne ich hier mal die 5 wichtigsten :
- Anthony Hopkins in der Titelrolle - intelligent, scharfsinnig, hintergründig, diabolisch, charmant und gourmethaft in einem, eine absolute Glanzrolle für den Waliser,
- Julianne Moore als Clarice Starling - zielgerichtet und durchsetzungfähig in der Sache, weiblich und einfühlsam in der Person,
- Ray Liotta als Paul Krendler - ein typischer Yuppie, der den Weg vom rücksichtslosen Vorgesetzten bis hin zum bemitleidenswerten Opfer von Lecter bestreitet,
- Giancarlo Giannini als Inspektor Pazzi - eine gestandene, bodenständige Persönlichkeit, die von den Extravaganzen seiner jungen Frau und somit vom Gelde korrumpiert wird und schließlich einen scheusslichen Abgang hat,
- Gary Oldman als Mason Verger - ein Spezialist für bizarre Rollen aller Art, muss seinen unangenehmen Part unter schwerem Makeup absolvieren, das später auch prämiert wurde.

Wenn man etwas am Film kritisieren müsste, dann fällt mir am ehesten der stilistisch unpassende Vorspann (verzerrte Videobilder) ein. Kleinere Schwächen im Drehbuch (logisch minder nachvollziehbare Ermittlungen von Starling oder die traumwandlerisch-sicheren Präkognitionen von Lecter) sind dagegen verzeihlich. Die am Ende jedoch gewählte Alternative Lecters mit dem Entfernen seiner Hand hätte man anders gestalten sollen. Schliesslich schränkt sie auf diese Weise die Handlungsfähigkeit Lecters in einem möglichen Fortsetzungsfilms beträchtlich ein.

HANNIBAL ist ein Film für die Geniesser unter den Horrorfans, dem es gelungen ist Eleganz und Splatter auf geniale Weise in Bild und Ton gegenüber zu stellen. Als krönenden Abschluss hat Hobbykoch Lecter für Clarice Starling und sich ein Dinner zubereitet, dass einen starken Magen erfordert. Wer allerdings vorab schon den Roman gelesen hat, der ist entsprechend vorbereitet. Bon Appetit ! Sicherlich kein optimales Werk für Jedermann, so kann der Film doch auf eine feste Fangemeinde bauen. Unter allem von mir bisher gesichteten Filmschaffen ist HANNIBAL jedenfalls die unbestrittene ’Numero Uno’ !

Die Blu Ray wartet mit gutem Bild und Ton auf. Die Boni dieser Scheibe fallen dagegen nicht ganz so opulent aus wie es der Extraklasse des Films entspricht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Fortsetzung der Reihe, wenn auch brutaler und überzogener als sein Vorgänger, 8. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (DVD)
Durch Anthony Hopkins bekommt der Film erst seine Klasse. Erstaunlich ist allerdings das Hopkins sich der Rolle überhaupt wieder angenommen hat.

Hannibal setzt konsequent sein Prequel "Das Schweigen der Lämmer" fort, allerdings ohne Jodie Forster, die das Drehbuch einfach als zu brutal und blutrünstig empfand und sie hat nicht übertrieben. Für Sie übernahm Julianne Moore den Part der Clarice Starling.

Hannibal ist frei und lebt als Kurator in Florenz. Zunächst bitte ich meine vier vergebenen Sterne nicht falsch zu verstehen.

ACHTUNG SPOILER!!
Hannibal ist definitiv keine leichte Kost. Ridley Scott hat hier mehrfach die Grenze des guten Geschmacks überschritten, zumal der Film in mehreren Ländern
diverse Schnitte bekam. Die ungeschnittene Fassung ist zumindet zum Ende hin nichts
für schwache Nerven. Hannibal setzt den FBI-Agenten Paul Krendler und Starling unter Drogen und offeriert ihnen ein superbes Menu. Als Starling wieder erwacht sitzt sie an einem fein gedeckten Tisch. Hannibal Lecter serviert, er fährt Paul in
einem Rollstuhl in das Zimmer, nimmt ihm seine Mütze vom Kopf und schneidet sehr sorgfältig ihm die Schädeldecke auf. Mit komplett geöffnetem Schädel entfernt
Lecter Teile seines Gehirns, um sie sogleich in einer heißen Pfanne die leicht mit
Öl vorbereitet wurde zu braten. Paul angezogen vom Duft, möchte unbedingt etwas
von der Köstlichkeit probieren, welches Lecter nach einigem zögern, dankend annimmt.

Man denkt jetzt Regisseur Scott wandelt auf den Spuren, der unsäglichen Splatter-Horrorfilmwelle, die mittlerweile so ausgelutscht und unspannend ist, das es schon fast nicht mehr zu ertragen ist.

Weit gefehlt. Hannibal ist ein überwiegend stilistischer Horrorfilm, virtuos inszeniert, besonders die Opernszene, mit tollen Bilder von Florenz bei der Abenddämmerung und dem wunderschönen Vide Cor Meum, welches leider nur extra für den
Film Hannibal inszeniert wurde. Diese Oper gibt es leider in ihrer ursprünglichen Fassung nicht. Komponist des Stückes Patrick Cassidey wollte die Oper komplett fertigstellen, leider sind diese Ambitionen mittlerweile eingeschlafen.

Ansonsten ist es faszinierend anzuschauen, wie Ridley Scott die Geschichte um den Psychopathen, Menschenfresser und Psychiater Hannibal Lecter und Clarice Starling
weiterspinnt. Er erzählt die Geschichte flüssig und schnörkelos weiter, ohne in alte Klischees zu verfallen, ausserdem ist Julianne Moore ein sehr guter Ersatz für Forster, mit ihr wäre der Film sicher noch besser, da man sich auf feste Darsteller einschiessen hätte könne. Aber das hat wohl nicht sollen sein.

Interessant ist auch Gary Oldmans Rolle, den man überwiegend in seiner abschreckenden Maske kaum erkennt. Allerdings ist dieser Film rein darauf ausgelegt den Menschenfresser Lecter endgültig dingfest zu machen.

Die Schlußszene mit dem kleinen Jungen und dem Gehirn (der Junge weiß nichts davon) ist schon ziemlich krass, auch wenn man nichts sieht, über guten Geschmack lässt sich hier streiten.

Die Faszination die Lecter mittlerweile für Clarice entwickelt hat, gibt dem Film einen besonders Kick. Im eigentliche Sinne hat es genau damit zu tun, obwohl der Film doch einige wirklich abstossende Szenen hat, ist er gekonnt inszeniert und hat eine exzellente Darstellerregie die sich sehen lassen kann.

Sogar Barnie, der Wärte Lecters aus dem 1. Teil taucht wieder auf.

Nur erfahren wir leider nicht, was mit Dr. Chilton passiert ist. Wahrscheinlich wurde er auch ein Opfer Lecter's.

Daumen hoch!

jw
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film, der polarisiert: Kunstwerk - oder doch nur stilvoll gefilmter Trash?, 30. Juni 2010
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (DVD)
Die Antizipation hätte größer nicht sein können: Nach dem fünffachen Oscar-Gewinner und Riesenhit "Das Schweigen der Lämmer" wurde Ende der 90er aus dem Wunschdenken der Fans und Beteiligten wie Regisseur Jonathan Demme Gewissheit: Autor Thomas Harris hatte eine Fortsetzung geschrieben. "Das Schweigen der Lämmer" war nicht nur der Film, der Horror salonfähig machte, er hat darüber hinaus eine der ungewöhnlichsten Ikonen der Filmgeschichte geschaffen: Hannibal Lecter, ein kultivierter Menschenfresser, der von Anthony Hopkins mit unnachahmlichen Eigenarten portraitiert wurde, ein echter Filmmythos.

Doch während sein Auftritt in "Das Schweigen der Lämmer" mit etwa 15 Minuten Auftrittszeit noch recht kurz war, so rückt er in der Fortsetzung "Hannibal" stark in den Mittelpunkt, wodurch auch der aufgebaute Mythos etwas verklärt wird.

Aufgrund des teils extremen und bizarren Inhalts des Sequels sprangen Demme und Jodie Foster, die für den ersten Film für ihre Rolle als junge FBI-Agentin Clarice Starling mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ab und es mussten Nachfolger gefunden werden. Nach langem Casting-Prozess, bei dem u.a Cate Blanchett und Hilary Swank im Gespräch waren, fiel die Wahl auf die großartige Julianne Moore, die natürlich enorme Fußstapfen füllen musste. Die Wahl des Regissuers erwies sich mit Regievisionär Ridley Scott als Coup, denn seine kunstvolle und mutige Inszenierung macht "Hannibal" zu einem sehr besonderen Film.

"Hannibal" ist nicht "Das Schweigen der Lämmer". Es fehlt die psychologische Komplexität, die den ersten Teil so ausgemacht hat. Die Handlung an sich ist bei bei der Fortsetzung auch deutlich komplexer, da viel mehr Subplots und Charaktere ins Spiel geworfen wurden. Während Demmes Film auf wohldosierte, aber enorm effektive Schockmomente setzte, bei denen viel der Fantasie des Zuschauers überlassen wurde, tut Scott das Gegenteil und feuert aus allen Rohren: Er nimmt die offen getragene Perversion der literarischen Vorlage begeistert an und kreiert ein oft exzessives, groteskes und opernhaftes Filmkunstwerk, eine Freakshow, die mit einer enormen visuellen Eleganz fasziniert und gleichzeitig abstößt.

Da wäre das einzige Opfer, das Lecter überlebt hat und nun auf Rache sinnt: Der Millionär und ehemalige Kinderschänder Mason Verger, der bei Lecter einst in Therapie war, unter Drogen gesetzt wurde und sich die eigene Haut auf Anweisung Lecters vom Gesicht schälte und an die Hunde verfütterte. Was einst wie "eine gute Idee" schien, hat aus Verger eine grausam entstellte Gestalt ohne Lippen und Augenlider gemacht, die an den Rollstuhl gefesselt ist. Lecter lebt nun als kultivierte Persönlichkeit in Florenz, wo er einer Tätigkeit als Kunstkurator unter dem Alias Dr. Fell fröhnt und das Leben genießt. Agentin Starling ist abgebrannt und nach einer Reihe fehlgeschlagener Einsätze im Kreuzfeuer der Kritik, u.a. vom frauenfeindlichen Justizministeriumsbeamten Paul Krendler (Ray Liotta). Dann ist da Kommisar Rinaldo Pazzi (Giancarlo Giannini), der in Florenz am Verschwinden von Lecters Vorgänger arbeitet. Nach kurzer Zeit stellt er fest, wer Dr. Fell wirklich ist und er will die enorme Belohnung, die von Verger ausgesetzt ist, kassieren, indem er ihn selbst fängt.

"Hannibal" leidet unter gewissen erzählerischen Schwächen, besonders wenn man ihn dem klar strukturierten und fokussierten Original gegenüberstellt. Andererseits kann man die beiden Filme wiederum kaum vergleichen, da sie einfach völlig unterschiedlich sind. Wenn man von diesen Vergleichen absieht, ist "Hannibal" wirklich etwas Besonderes, ein eigenständiges, ambitioniertes Werk. Julianne Moore gibt ihr bestes als Starling, sie überzeugt, kommt aber nie an Foster ran. Das rührt aber vermutlich auch daher, dass sie durch das Drehbuch eingeschränkt ist. Darüber hinaus hat sich ihr Charakter natürlich auch stark verändert, hier sieht man jemanden, der vom Leben gezeichnet ist und eben nicht mehr die junge Idealistin von damals sein kann. Hopkins hat deutlich Spaß an der Rolle, doch die Tatsache, dass er sich frei bewegen kann, nimmt ihm ein wenig das Geheimnisvolle und macht ihn auch etwas weniger bedrohlich.

Was an "Hannibal" wirklich fasziniert ist die Atmosphäre, die Scott aufbaut. Besonders Florenz ist atemberaubend fotografiert und gepaart mit Hans Zimmers fantastischer Filmmusik (die von dem britischen Radiosender Classic FM auf Platz 59 der besten Soundtracks gewählt wurde) ergibt sich eine fast schon unwirkliche, halluzinatorische Stimmung, die nicht so sehr von klassischer Suspense, sondern mehr durch ein Gefühl der latenten Bedrohung geprägt ist. Mit der oft regelrecht sadistischen und makabren Gewaltdarstellung wirkt "Hannibal" wie ein grotesker Albtraum.

Es gibt gleich mehrere Szenen, die durch ihre sadisistische Perversion vielen Zuschauern bitter aufstößt. Auf das berühmt-berüchtigte Ende kann man unmöglich vorbereitet sein (es sei denn man hat das Buch gelsesen) und auch ich persönlich verspürte nach dem ersten Ansehen vor neun Jahren regelrechten Hass auf den Film, so abstoßend war das Ende. Doch der Film ging mir für lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf und es hat sich herausgestellt, dass mehrfaches Ansehen tatsächlich lohnenswert ist.

"Hannibal" ist ein Film, der polarisiert: Man kann ihn leicht für seine Gewaltexzesse verabscheuen, doch es fällt schwer, ihm seine filmischen Qualitäten abzusprechen. Ohne Ridley Scott wäre das kontroverse Material vielleicht weichgespült worden oder einfach nur geschmacklos umgesetzt worden. So ergibt sich ein Werk, das man nur schwer vergessen kann, ob im positiven oder negativen Sinne.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom Kannibalen zum Vegetarier, 5. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (DVD)
Hannibal "The Cannibal" Lecter ist zurück. Allerdings scheint er nach "Das Schweigen der Lämmer" auf einen etwas anderen Geschmack gekommen zu sein und verliert dadurch leider einiges seines schaurigen Ambientes.

Story: 10 Jahre sind seit dem "Schweigen der Lämmer" vergangen. Dr. Hannibal Lecter genießt sein Leben als Aufseher in einer Bibliothek in Italien und scheint in Vergessenheit zu geraten. Doch da tritt er plötzlich wieder ins Rampenlicht - denn das einzige Opfer das jemals eine Attacke von ihm überlebt hat ist auf der Suche nach ihm: Der entstellte Mason Verger sorgt dafür, dass Hannibal wieder auf die Liste der 10 meistgesuchten Verbrecher kommt und setzt über dessen auch noch ein Lösegeld auf seine Ergreifung aus. Nach Jahren der Bewunderung und respektvollen Missachtung seines Peinigers, ist er gewillt sich an diesem zu rächen und ihn zur Mahlzeit für seine Schweine werden zu lassen. Dies weckt auch die Aufmerksamkeit der mittlerweile mitgenommenen FBI-Agentin Clarice Starling, welche damals durch Hannibal zu großem Ruhm gelangte. Die Jagd auf den Kannibalen beginnt und dieser treibt wieder sein sadistisches Spiel, doch ohne Hilfe scheint er es diesmal nicht zu schaffen...

Die Story hört sich zunächst recht interessant und spannend an. Sie ist meiner Meinung nach auch recht innovativ und hat ein gutes Grundmodell. Auch die Schauspieler lassen auf viel hoffen: Julianne Moore, Gary Oldman und nicht zuletzt Sir Anthony Hopkins - alles große Namen und auch großartige Schauspieler. Die schauspielerischen Leistungen sind auch nicht der Grund dafür, dass der Film nicht so richtig in die Gänge kommt, denn die einzelnen Rollen werden gut gespielt. Es liegt viel mehr an der zeitweisen Sterilität der Geschichte, gerade zu Beginn. So bleibt zum Beispiel die Rolle der Clarice Starling, einer der vermeintlichen Hauptpersonen, anfangs ziemlich blass und integriert sich nicht gut in den Film. Die spezielle Verbindung zwischen ihr und Lecter kommt erst gegen Ende zum tragen und somit verliert der Film zu Anfang jeglichen psychischen und nervenaufreibenden Effekt auf mentaler Ebene. Und auch die schließliche Zusammenkunft der Zwei ist ein weiteres Beispiel dafür, dass jeglicher Spannungsaufbau in der Inszenierung einzelner Szenen fehlt, obwohl die Grundideen durchaus Potenzial besitzen. Man sitzt einfach nicht mehr so gefesselt und so gespannt vor dem Bildschirm, wie dies bei "Das Schweigen der Lämmer" der Fall war und die Konzentration und die Aufmerksamkeit des Zuschauers kann schnell ins Wanken geraten. Der Eine oder Andere hat sicherlich mit dem "Augen offen halten" zu kämpfen.

Fazit: "Hannibal" kann die hohen Erwartungen, die nach seinem genialen Vorgänger an ihn gestellt wurden, nicht erfüllen. Er besitzt ein gutes Grundkonzept bei der Story und hervorragende Schauspieler. Doch leider wirkt die Umsetzung etwas mau und es kommt keine rechte Spannung auf und es fehlt einfach das "Psycho" in diesem Thriller.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung, 30. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (DVD)
10 Jahre sind vergangen seit der wahnsinnige wie intelligente Kannibale Dr. Hannibal Lecter der FBI-Agentin Clarice Starling bei der Ergreifung des Serienmörders Buffalo Bill half, anschließend die Flucht ergriff und spurlos verschwand. Nun wo Starlings Polizeikarriere aufgrund eines misslungenden Einsatzes vor dem Aus steht, findet sich plötzlich eine Spur von Lecter. Mason Verger, das schrecklich entstellte einzige überlebende Opfer Lecters, will endlich Rache an seinem Peiniger nehmen und er ist bereit, Starling für seine Zwecke zu missbrauchen...

Anthony Hopkins spielt erneut die Rolle seines Lebens und erfüllt den ganzen Film mit einer unglaublichen Präsens, allerdings ist die Handlung auch weitaus mehr auf ihn zugeschnitten als "Das Schweigen der Lämmer", was aber überhaupt nicht stört. Julianne More zeigt ebenfalls eine beeindruckende Leistung, wenngleich sie trotzdem von der Darstellung einer Jodie Foster weit entfernt ist. Aber auch Nebenrollen wie der kaum zu erkennende Gary Oldman als Mason Verger oder Giancarlo Giannini als Inspector Pazzi sind top besetzt.

Neben den guten Schauspielern überzeugt "Hannibal" mit sich langsam aufbauender Spannung , wohldosierter Schockmomente, der prachtvollen Kulisse von Florenz und der Filmusik, wobei die Operette „Vide Cor Meum“ besonders erwähnenswert ist. Unbegreiflich bleibt mir allerdings, weshalb das Ende gegenüber der Romanvorlage abgeändert wurde (Im Orginal werden Lecter und Starling ein Paar und fliehen gemeinsam).

Insgesamt hat Ridley Scott seinen sehr guten Psycho-Horror-Thriller geschaffen, der aber trotzdem nie die Genialität von "Das Schweigen der Lämmer" erreicht. Aber wer hat das schon erwartet?
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