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5.0 von 5 Sternen Der Beste Oliver Twist Film aller Zeiten
Die spezielle düstere Atmosphäre des Films ist unnachahmlich...
Ein Meisterwerk! Habe den Film mal in einem (natürlich dunklen) Londoner Kino auf Großleinwand gesehen... war ganz schön beeindruckend.
Gut, dass es ihn nun auf DVD gibt. Die englische Original-Tonfassung ist natürlich spitze. Da sie für den nicht-Engländer...
Veröffentlicht am 16. Januar 2009 von ein67er

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kommt nicht ganz an Leans erste Dickens-Verfilmung heran...
Erst kürzlich habe ich mir - als Verehrer des großen David Lean - die Geheimnisvolle Erbschaft angesehen, Leans erste filmische Begegnung mit Dickens. Ich war und bin voll des Lobes über jene - und leider ein wenig enttäuscht über diese zweite hier: Oliver Twist.

Optisch ist der Film einmal mehr eine Wucht. Was für phantastische...
Veröffentlicht am 3. Mai 2010 von Leonard Lord Paine


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beste Oliver Twist Film aller Zeiten, 16. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Die spezielle düstere Atmosphäre des Films ist unnachahmlich...
Ein Meisterwerk! Habe den Film mal in einem (natürlich dunklen) Londoner Kino auf Großleinwand gesehen... war ganz schön beeindruckend.
Gut, dass es ihn nun auf DVD gibt. Die englische Original-Tonfassung ist natürlich spitze. Da sie für den nicht-Engländer etwas schwer verständlich ist, empfiehlt es sich, zunächt den Film auf deutsch mit engl. Untertiteln anzusehen, und dann die Sprache zu wechseln.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oliver Style-Twist, 5. Januar 2010
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Schade - dieses eine Mal kann ich einen David-Lean-Film für so manches bewundern, aber nicht lieben, obwohl er einen hervorragenden Ruf hat. Die unverwüstliche Dickens-Geschichte sei als bekannt vorausgesetzt. Die Umsetzung hat große Momente, doch der Kunstwille ist diesmal nicht nur Leans Kapital, sondern auch sein Problem. Vieles wirkt arg überzeichnet, so dass jegliche Emphase für die Figuren verloren geht. Besonders misslungen ist das Chargieren des jungen Alec Guinness als alter Gauner Fagin - zusammengenommen mit der Maske inklusive riesengroßer Rübennase wirkt er wie die Knusperhexe aus einem Märchenfilm, aber nicht wie ein Mensch. Und Menschen berühren stärker als Abziehbilder, im positiven wie im negativen Sinn.

Dabei lässt sich nicht einmal sagen, dass mit dem Lean die Gäule durchgegangen sind. Nein, genau so und nicht anders sollte der Film vermutlich sein, man erahnt einen künstlerischen Plan darin. Es gibt exzessiven Expressionismus, auffällig auffällige Kamerapositionen und Close-Ups von Gegenständen, einzelnen Körperteilen, Tieren, sowie eine extrem unterschiedliche Fotografie der verschiedenen Schauplätze. Die Landschaft außerhalb Londons ist schauerromantisch. Das Waisenhaus ist ein absurder Gegensatz aus gotisch hohen Fenstern, in die das Licht des Herrn fällt - aber das Elend der Jungen straft diese Optik genauso Lügen wie die Schrifttafeln, die von der Güte und Liebe Gottes künden. Die Armenviertel Londons, in denen sich Fagins Bande herumtreibt, scheinen aus dem deutschen expressionistischen Stummfilm zu stammen, mit den verwinkelten Häusern und Gassen sowie abenteuerlichen Licht-Schatten-Spielen. In einer immer wiederkehrenden Aufnahme (Brücke, windschiefe Häuser und eine dazu nicht passende edlere Kuppel im Hintergrund) wird die Gegend mit Linsen aufgenommen, die dem Raum jegliche Tiefe nehmen - als wären's komplett abgefilmte abstrakte Kulissen à la "Kabinett des Dr. Caligari" (vielleicht waren sie es auch). Das Haus des feinen Herrn, der Oliver zu sich aufnimmt und sich als dessen Großvater entpuppen wird, zeigt stattdessen Weite statt Enge und eine strahlend helle Freundlichkeit. Obwohl Lean derart die Gegensätze von Orten und Milieus betont, dominiert insgesamt stärker als bei anderen Lean-Filmen ein an den Stummfilm erinnernder Expressionismus. Dazu passt, wie Lean die Personen inszeniert. Meisterhaft sind (obwohl die Tonspur hier nie unbedeutend ist) ein paar lange dialoglose Einstellungen, in denen Lean nur mit Blicken und Gesten arbeitet, und die mit guter Musikbegleitung so auch in einem guten Stummfilm hätten vorkommen können: Gleich zu Beginn berührt die Darstellung des Martyriums von Oliver Twists Mutter kurz vor der Niederkunft - mit wie viel Sorgfalt inszeniert Lean das ausdrucksstarke Gesicht einer Frau, die nach ein paar Filmminuten tot sein wird und keine einzige Textzeile geschenkt bekommt! Wie spannend und faszinierend ist das demütigende dialoglose (und dadurch als schon automatisiert denunzierte) Ritual im Waisenhaus beim alltäglichen Leben, bei der Essens-Ausgabe (eher ein Fraß als ein Essen), und wie gewagt ist es da schon, wenn sich die Kinder einen ausgucken, der als Mutprobe nach einer Extraportion fragen soll. Oliver trifft's, und nach einer langen dialoglosen Sequenz, in der alles nur mit bohrenden Blicken der anderen und ängstlichen Blicken Olivers funktioniert, wirken die endlich gesprochenen Worte "Can I have some more?" wie ein Paukenschlag (was sie für die Heimleitung auch sind).

Doch fatalerweise entlehnt Lean nicht nur solche Meisterstücke dem Stummfilm, sondern übernimmt auch dessen Hang zum exzessiven Chargieren, jedenfalls bei einigen Personen. Die Underdogs um Fagin trifft es besonders hart. Von Alec Guinness war schon die Rede. Die junge Nancy (Kay Walsh), eigentlich ein herrlich ambivalenter Charakter, muss bei ihrer Rebellion dermaßen hysterisch schreien, und zwar permanent, dass ich das nicht als kritische Reflexion über ihren Gemütszustand goutieren konnte, sondern mich diese Frau bestenfalls kalt gelassen, schlimmstenfalls aufgeregt hat. Gerade in der Endphase des Filmes nehmen solche darstellerischen Exzesse Überhand. Und die Rolle des kleinen Oliver Twist gerät zu sehr in den Hintergrund, der Film- wie Buchtitel ist da eigentlich nicht mehr gerechtfertigt. John Howard Davies liefert eine berührende und so gar nicht exzessive Darstellung in kindlicher Sanftheit und Zurückhaltung, die aber auch in Selbstbehauptungswillen umschlagen kann. Dieser Charakter wird gegen Ende vom Subjekt eher zum Objekt, zum Spielball im Widerstreit verschiedener Erwachsener, die zusehends das Geschehen dominieren. Das ist schade!

So ist "Oliver Twist" ein Film mit hervorragenden Momenten, sehr kunstvoll, aber doch von einer Uneinheitlichkeit, die bloßlegt, wie viel Substanz von der menschlichen Geschichte wie auch den psychologischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen durch das Artifizielle verlorengeht. Die Höchstwertung liegt so nicht drin. Der Film lebt eher von wirklich guten Szenen am Rande. Wenn etwa Sikes (Robert Newton) blindwütig Nancy totgeschlagen hat und mit stummem Zittern (darin noch in Parallele zu seinem ansonsten aggressiven Hund gesetzt) argwöhnt, Opfer einer Intrige geworden zu sein, ist das ein großer Kinomoment (ebenfalls mit Stummfilm-Ausdrucksmitteln einschließlich einer Fantasiesequenz), in dem es auch einmal ohne wildes Gestikulieren, Fabulieren und Schreien geht. Und selbst die karikaturhafte Darstellung und Schauspielweise führt zu großen Momenten - nämlich immer dann, wenn der Film satirisch wird. So gelingt ihm bei dem Ehepaar Sowerberry, das das Waisenhaus leitet, eine großartige Darstellung, die den Mann als solchen gehörig lächerlich macht: Das Gesetz sei ein "bachelor", ein Junggeselle, wenn es davon ausgehe, dass der Ehemann für die Taten seiner Gattin mitverantwortlich sei - so meint Mr. Sowerberry, der unter dieser Bestimmung am Schluss zu leiden haben wird. Tatsächlich ist er ein jämmerlicher Pantoffelheld, der höchstens kleine Kinder verhauen kann, aber von der Gattin selbst was auf die Mütze bekommt. Hier finden wir fast eine böse Variante der herrlichen Männlichkeitsdekonstruktion, die Lean so meisterhaft in der Komödie "Hobson's Choice" gelang. Hier funktioniert das Überzeichnete wunderbar - doch wenn der Film nicht Satire ist, sondern bitterernst (und das ist er meistens), wirkt manches, wenn auch nicht alles, irritierend.

Die DVD sollte man sich wieder einmal in der "David Lean Centenary Collection" ansehen, wo sie in hervorragender Qualität (engl. mit engl. UT) vorliegt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diesen Film MUSS man sehen !!!!, 1. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Dies ist die BESTE aller Oliver-Twist-Verfilumgen, keine andere kommt an diese heran!
Auch die hochgelobte Roman Polanski Adaption ist nur ein müder Abklatsch ! Man bemerkt vielmehr, wie sehr sich Polanski bei der "alten" David Lean Verfilmung von 1948 bedient hat. Die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, zieht den Zuseher von der ersten Minute an in Bann ! Die herrliche Kamera von Guy Green( jede Einstellung ein Kunstwerk), die Musik (Arnold Bax), die Decors - alles wird so genial zusammengesetzt, dass der düstere Kosmos eines Charles Dickens vor unseren Augen wiederaufersteht.
UND dann die Schauspieler - das beste, was das britische Kino je hervorgebracht hat in einer wunderbaren Ensemble- und Einzelleistung: Alec Guinness als Fagin, Leiter einer Jugenddiebesbande (ich habe lange Zeit gar nicht gewußt, daß Fagin ein Jude gewesen sein soll). Robert Newton als böser Bill Sikes, Kay Walsh als dessen Freundin Nancy.
Bemerkenswert John Howard Davies als junger unschuldiger anrührender Oliver Twist (unvergesslich das Bild, wenn er mit der Schüssel in der Hand um mehr Essen bittet) und außergewöhnich gut der junge Anthony Newley als Artful Dodger, Fagins bestem jugendlichen Taschendieb! Sieht man seine Darstellung, merkt man erst wie fad all die anderen Artful Dodgers waren (und auch oft zu jung und zu niedlich besetzt). Wenn er ruft "lass uns nicht allein im Dunkeln" ("Don`t leave us in the dark !")- dann bemerkt man erst die Wichtigkeit dieses Satzes für die ganze Geschichte.
Der Film ist ein einziger Genuß ! Allein wie er beginnt - das muss man sehen.
Sein einziges Handicap heutzutage ist, dass er in S/W ist - und die Jungen heute aus Prinzip keinen S/W Film ansehen wollen, ohne zu wissen, dass ihnen dadurch wirklich hervorragende Filme entgehen ! Schwarz/weiß ist farbenprächtiger & mitreissender als so mancher aufgetakelte (3D)Farbfilm !!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gelungene Dickens-Verfilmung, 18. März 2001
Von Ein Kunde
Düster, eindringlich, grimmig: diese Verfilmung des Dickens-Romans hat nichts von den zuckersüssen Musicalfassungen, die später das Land überzogen. Und wird damit dem finsteren Leid, das Dickens in seinem Roman beschreibt, allemal gerechter. Bonus: Alec Guinness brilliert einmal mehr. Sehr zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schöner, nostalgischer Film, 30. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Sehr sensible und scheinbar realistische Darstellung der damaligen Zeit. Überzeugende Schauspieler und hervorragende Regie. Romantischer Weihnachtsfilm ohne unmittelbaren Bezug zu diesem Fest.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kommt nicht ganz an Leans erste Dickens-Verfilmung heran..., 3. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist [UK Import] (DVD)
Erst kürzlich habe ich mir - als Verehrer des großen David Lean - die Geheimnisvolle Erbschaft angesehen, Leans erste filmische Begegnung mit Dickens. Ich war und bin voll des Lobes über jene - und leider ein wenig enttäuscht über diese zweite hier: Oliver Twist.

Optisch ist der Film einmal mehr eine Wucht. Was für phantastische Bilder der Oscar-gekrönte Kameramann Guy Green (er zeichnete schon für den erstgenannten Film verantwortlich) hier wieder geschaffen hat! Überaus kontrastreiche, teils verstörende, immer packende Aufnahmen sind da gelungen! Bilder, die ich wohl nie wieder vergessen werde. Und dann Alec Guiness (auch jener war schon bei der "Erbschaft" dabei): was liefert er für eine überragende Darstellung des Schurken Fagin ab! Auch die anderen Darsteller sind eine Klasse für sich: Robert Newton, Kay Walsh, der kleine John Howard Davies. Großartig!
Die Qualität der DVD ist überdies bestechend: Brillante Optik, sehr ausführliches Zusatzmaterial, wunderschöne Menüs - nochmal: Großartig!
Aber dann kommt die Geschichte ins Spiel - und mit ihr der erste Wermutstropfen. Hatte Lean mit seinen Co-Schreibern für die "Erbschaft" noch ein knackiges, sehr gutes Skript verfasst, ist dieses hier teils undurchschaubar und verwirrend; ein Uneingeweihter (wie meine Holde) kann der verwickelten Story bisweilen gar nicht folgen - jedenfalls nicht ohne Erläuterungen eines Menschen, der den Roman gelesen hat.
Insgesamt scheint es, als hatten die Autoren sich von zu vielem aus der Vorlage nicht trennen können - oder als hätten sie sich noch eine Stunde mehr Zeit lassen müssen. Vor allem die Hintergrund-Geschichte um Erbschaft und Intrige kommt kaum richtig heraus. Wirklich schade!

Hinzu kommt die unschöne und leider viel zu dumpfe (weil zu stark entrauschte) Synchronisation. Vieles kann man ohne Kopfhörer oder entsprechende Lautstärke kaum verstehen. Außerdem fehlt bei 20 Minuten die Synchronisation ganz. Hier wäre eine professionelle (!) Neuvertonung besser gewesen. Mit dem alten Englisch und Wort und Sound hatte ich so meine liebe Not.

Alles in allem - vor allem nach dem begeisternden Vorgänger - nicht vollends überzeugend. Trotz der vielen Vorzüge.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bitter Pill, 30. November 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist [UK Import] (DVD)
"Oliver Twist" - was hat man diesem herrlichen Roman nicht alles angetan. Er mußte seit seiner Geburt sicherlich nicht weniger erdulden als die leidgeprüfte Titelfigur.

In unzähligen gekürzten und verstümmelten Fassungen als "Jugendliteratur" oder gar als Kinderbuch auf den Markt geworfen (Dickens sozialkritisches Sittengemälde ist sicherlich auch ein Roman über Kinder, aber deshalb nicht unbedingt etwas für Kinder), zum Musical verkitscht, zum Cartoon degradiert... trauriger bisheriger Höhepunkt in einer langen Reihe von Demütigungen ist Polanskis weichgespülter Langeweiler, dieser geleckte Hochglanzkatalog für Dickens - Touristen.

Daß man Dickens' Werk auch gerecht werden kann, wenn man sich nicht in sechsstündigen Fernsehfassungen sklavisch an die Romanvorlage hält,stellt David Leans meisterliche Verfilmung eindrucksvoll unter Beweis. In keiner anderen mir bekannten Dickens - Verfilmung wird Dickens Gespür für die Wahrheit der Karikatur so wunderbar auf die Leinwand übertragen: der korrupte und feige Bumble, der gemeine und niederträchtige Claypole, der schlitzohrige und habgierige Fagin, der rohe und gewalttätige Erzhalunke Bill Sykes.... alle diese Figuren sind so großartig gespielt und so geschickt in Szene gesetzt, daß sie von den Buchseiten direkt auf die Leinwand gesprungen zu sein scheinen. Auch das Finstere, Bittere, Verzweifelte der Vorlage wird meisterlich auf die Leinwand übertragen. Was man der Verfilmung ebenfalls hoch anrechnen muß, ist, daß es ihr gelingt, das aufgesetze kitschige Happy Ending als das zu präsentieren, was es auch bei Dickens ist: als der Zuckerguß, der, ist er erst einmal abgelutscht (lies: durchschaut), nur umso deutlicher macht, wie bitter die Pille ist, die Dickens zu schlucken gibt.

Eine Meisterleistung von allen Beteiligten, eine grandiose, bildgewaltige Adaption, die man sich immer wieder ansehen kann! Ein 23-minütiges sehr informatives Making Of rundet einen gelungenen Filmabend ab.

An der DVD ist bis auf die miserable Tonqualität nicht auszusetzen - die allerdings nervt mitunter ungemein.
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2.0 von 5 Sternen Sieben Minuten Däumchen drehen, 6. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Der Film imponiert durch seine Lichtführung, durch seine angedeutete Erzählweise und durch seine schauspielerische Leistungen. Wer sich fragt, ob er diese Fassung von Oliver Twist oder die von Polanski anschauen soll, rate ich zu beiden, wobei ich mit der alten von Lean anfangen würde. Sehr viele der Ausschnitte, für die sich Lean aus dem Dickensbuch entschieden hat, hat auch Polanski übernommen und oft nur ausgemalt. Doch hat meines Erachtens auch die Version von Polanski ihre Berechtigung, denn gerade gegen Ende, wenn sie Dickens und Lean untreu wird, überzeugt sie durch die klarere soziale Aussage und durch die stärkere Bindung zwischen Oliver und Fagin, die das Happy End abschwächt und dadurch erträglicher macht.

Nur zwei Sterne für diese DVD-Veröffentlichung deshalb, weil die ursprünglich herausgeschnittenen und hier wieder eingefügten Szenen mit Fagin auch in der deutschen Version nur auf Englisch (ohne deutsche Untertitel) enthalten und in dem ohnehin dumpfen Ton für mich nicht zu verstehen sind. Insgesamt handelt es sich dadurch um wahrscheinlich sieben Minuten Däumchendrehen. Nach meinem Gefühl sogar um wesentlich mehr.
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4.0 von 5 Sternen Das Vorbild vieler späterer Verfilmungen, 21. August 2012
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist (DVD)
Oliver Twist dürfte wohl Charles Dickens bekanntester (Jugend-)Roman sein, was möglicherweise an seiner häufigen Verfilmung liegt, bis heute an die 25 Mal. Das liegt vielleicht daran, dass Oliver Twist eher zu den dünneren Romanen von Dickens gehört und sich so zu Verfilmung anbietet, oder weil es einfach schon zu seiner Zeit sämtliche Hollywood Klischees bedient, bzw. erfunden hat und so die Literatur geprägt hat.
Die David Lean Verfilmung war schon damals die zehnte Verfilmung des Stoffes. Wahrscheinlich wäre es wirklich mal an der Zeit eine Box mit allen 25 Oliver Twist Verfilmungen herauszugeben, denn bisher scheinen nur jene von Polanski und Lean auf DVD erhältlich zu sein, die anderen flackern ab und an mal über den Fernsehbildschirm.
Die Verfilmung konzentriert sich hauptsächlich auf den Anfang des Buches und verfälschte Motive des Schlusses. Bis zur Ersten Begegnung mit Mr. Brownlow wird zwar stark gekürzt aber man hält sich soweit an die Geschichte, sogar die Nebenhandlungsstränge bleiben rudimentär erhalten. Danach entfernt man sich deutlich von der Buchvorlage. Die Einburchsepisode fehlt, bzw. wird nur angedeutet. Nachdem Nancy die Bande verraten hat, fliehen alle gemeinsam (auch Oliver) und es geht am Schluss nur darum Sikes zur Rechenschaft zu ziehen und Oliver zu retten. Fagin ist auch in dieser Verfilmung fast ein Gutmensch, der sich um Straßenkinder kümmert und sieht dabei mit seiner riesigen Nase aus, wie der Rübezahl aus den alten DDR Märchen. Die Auflösung aufgrund des Wegfalls der Maylies Episode ist, obwohl Monks nicht gestrichen wurde, stark verfälscht. Monks ist immer noch dabei aber als Agnes Bruder (soweit ich das verstanden habe) und Brownlow wird zu Olivers Großvater. Der Vater wird nicht erwähnt und wie es dazu kam, dass Agnes weggelaufen ist. Da wird alles sehr schwammig gehalten.
Was die Besetzung angeht, so ist diese durchwachsen. John Howard Davies als Oliver ist einerseits sehr gut besetzt, so wie im Buch, ein mageres, schüchternes Kerlchen, wirkt dadurch jedoch sehr persönlichkeitsfrei und konnte von mir keine Sympathiepunkte ernten. Alec Guiness als Fagin ist überzeichnet, die Hakennase ist übertrieben, aber ansonsten sehr gut besetzt. Sikes ist OK. Nancy jedoch mit Kay Walsh der Ehefrau von Lean DEUTLICH zu alt besetzt, Nancy war ein Teenager bzw. Anfang 20 und nicht Ende 30, oder wie alt Kay Walsh damals auch war.
Der Soundtrack ist grauslich, schepperig und nervig, aber so war die Filmmusik damals halt. Wirklich anstrengend waren Nancys hysterische Anfälle, da kreischt sie (zumindest im englischen Original) dermaßen hysterisch, dass man sich an "Vom Winde verweht" erinnert fühlt.

Als Verfilmung des Buches sicherlich besser als die Polanski Verfilmung von 2005, aber dennoch wird die Geschichte extrem verfälscht. Ein unterhaltsamer Film, eine soweit akzeptable Verfilmung des Stoffes und eindeutig Vorbild für die Polanski Verfilmung, die ganze Szenen und Kameraeinstellungen aus diesem Klassiker übernommen hat.
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4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 10. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Oliver Twist [IT Import] (DVD)
Eine tolle Verfilmung des Klassikers von Charles Dickens und vor allem in
schwarz/weiß hat der Film eine noch düstere Wirkung.
Ich habe zwar während des Films ein Paar Fehler bemerkt, was Synchronisation
und das wackeln von Kulissen betrifft, aber das ist belanglos und
diese Verfilmung kommt dem Buch näher als manch andere.
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Oliver Twist
Oliver Twist von Robert Newton (DVD - 2008)
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