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74 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir dachten, wir hätten noch Zeit...
...sagt Rudi Angermeier(Elmar Wepper) zu seinem Sohn Karl. Das sollte sich nicht als der einzige Irrtum in Rudis Leben herausstellen. Das merkt der bayrische Beamte allerdings erst, als es zu spät ist. Rudi wollte, dass einfach alles so weitergeht, wie es ist. Aber auch hier macht ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung. Rudi ist ein Grantler, ein Beamter im...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2008 von Thomas Knackstedt

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Deutscher Film
...besticht oft durch seine Kuehle. Trotzdem ein schoener Film - die Schauspieler sind klasse. Aber nach einmal sehen reicht es auch.
Vor 5 Monaten von Susanne Z veröffentlicht


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74 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir dachten, wir hätten noch Zeit..., 19. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
...sagt Rudi Angermeier(Elmar Wepper) zu seinem Sohn Karl. Das sollte sich nicht als der einzige Irrtum in Rudis Leben herausstellen. Das merkt der bayrische Beamte allerdings erst, als es zu spät ist. Rudi wollte, dass einfach alles so weitergeht, wie es ist. Aber auch hier macht ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung. Rudi ist ein Grantler, ein Beamter im Amt, der nach außen hin einfach und eingeschränkt wird. Sein Tag läuft im Gleichmass ab. Die Fahrt zur Arbeit, die Fahrt nach Hause, das Essen mit seiner Gattin Trudi(Hannelore Elsner). Der Apfel, den Trudi ihm mitgibt und Rudis Spruch dazu: "One apple a day, keeps the doctor away." Das ist Rudis Irrtum Nr.3. Denn er ist schwer krank, hat nicht mehr lange zu leben. Das weiß allerdings nur Trudi. Sie will ihren Mann mit dieser Nachricht nicht belasten und plant daher, ihre drei Kinder noch einmal zu besuchen. So macht sich das schrullige Paar auf den Weg nach Berlin. Dort leben zwei ihrer Kinder. Der andere Sohn, Karl, lebt in Tokio. Trudi, die sich für japanischen Budotanz interessiert, wollte schon immer nach Japan, aber mit Rudi scheint das nicht zu gehen.
So landen die beiden in Berlin und merken ziemlich schnell, dass sie ihren Kindern eine große Freude machen würden, wenn sie wieder nach Hause fahren würden. Lediglich Franzi(Nadja Uhl) eine Freundin der Tochter, interessiert sich für das bayrische Paar. Von Berlin geht es an die Ostsee. Rudi stellt auch hier fest: "Das Meer ist auch nicht mehr das, was es mal war", und sagt zu Trudi: "Lass uns wieder nach Hause fahren." Dazu kommt es jedoch nicht mehr. In der letzten Nacht an der See stirbt Trudi. Der kantige, einfache Rudi wird von ihrem plötzlichen Tod regelrecht erschlagen. Wieder zu Hause muss er feststellen, dass nicht einmal alle Kinder zur Beerdigung Trudis kommen. Da fasst Rudi einen Plan. Wenn er seiner Frau schon zu Lebzeiten die Japanreise nicht ermöglicht hat, dann soll es jetzt soweit sein. Er packt Trudis Sachen, die sie kurz vor ihrem Tod trug und besteigt den Flieger nach Tokio. Dort landet Rudi in einer anderen Welt. Einzig vertraut ist ihm die Abneigung des eigenen Sohnes, der ihn am liebsten so schnell wie möglich wieder zu Hause sehen möchte. Aber mit Rudi ist eine Wandlung vorgegangen. Während der Sohn arbeitet, zieht sich Rudi Trudis Sachen unter seinem Mantel an und zeigt ihnen die Stadt. Dabei lernt er die junge Budotänzerin Ju kennen. Sie erklärt ihm das Geheimnis der Kirschblüte. Sie ist plötzlich da, wunderschön und einzigartig, hält nur ein paar Tage an und verschwindet wieder, als wäre sie nie da gewesen. Rudi fasst eine unglaubliche Zutraulichkeit zu Ju. Als er merkt, dass sie wie eine Obdachlose lebt, will er helfen. Aber Rudis Zeit läuft ab. Zusammen mit Ju macht er sich auf den Weg zum Fudjijama, das war immer Trudis Traum gewesen. Am Fuß des schneebedeckten Gipfels findet Rudi den Weg zur großen Liebe seines Lebens wieder.

Was soll man dazu sagen? Ein deutscher Film mit so viel Tiefgang wie ein voll beladener Ozeandampfer. Eine Regisseurin Doris Dörrie, die hier nicht den Bewegten Mann, sondern ein bewegendes Drama abliefert, das uns emotional in den Grundfesten erschüttert. Eine Geschichte, so einfach klar und tausendfach im richtigen Leben vorhanden ist, dass man sie oft übersieht. Eingefangen in Bildern, die keine Wünsche offen lassen. Unterlegt mit Musik und Szenen von Traumsequenzen, die man so schnell nicht wieder vergisst. Hannelore Elsner spielt die Trudi so lebensecht und liebevoll, das es fast schon weh tut. Nadja Uhl holt aus ihrer Nebenrolle eine Menge heraus und wie Aya Irizuki die Tänzerin Ju auf die Leinwand zaubert, das ist sehenswert und unglaublich bewegend. Über allem aber steht Elmar Wepper in seiner ersten großen Kinoproduktion. Ich weiß nicht, wie das Casting für Kirschblüten abgelaufen ist. Wer jedoch auf die Idee kam, den Fernsehschauspieler und Theatermimen Elmar Wepper an diese große Charakterrolle heran zu lassen, der sollte demnächst vielleicht für die Seligsprechung oder zumindest einen Landesorden vorgeschlagen werden. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, das Wepper einen derart schwierigen, ernsthaften und ambivalenten Charakter so ausfüllen kann. Und nicht nur das: Wepper überstrahlt in seinem Spiel die gesamte Produktion mit allem Drum und Dran. Er ist die treibende Kraft der Erzählung, der Mittelpunkt des Dramas und der Quell der winzig kleinen Hoffnung. Wenn er in Tokio durch die Stadtviertel irrt, vor einem blühenden Kirschbaum seinen Mantel öffnet und wir erkennen, dass er Trudis Kleider trägt, dann merken wir, wie uns sein Spiel die Tränen in die Augen treibt. Wenn er dann noch mit brüchiger Stimme sagt: "Das ist alles für dich, Trudi" gibt es kein Halten mehr. Das ist ganz großes Kino im Endstadium!

Ich war schon immer der Meinung, dass der Deutsche Film lebt. Kirschblüten bestätigt das auf eine eindrucksvolle Art und Weise. Wer der Wirklichkeit entfliehen will, indem er Wepper und Elsner gerade diese Wirklichkeit 122 Minuten lang darstellen lässt, der ist bei Kirschblüten richtig. Wer noch träumen kann und will, nicht alles im Leben verteufelt, sich aber den realen Ängsten und Sorgen stellen kann, der wird diesen Film lieben. Vielleicht nimmt man auch ein Stück des Films mit in seinen Alltag. Das muss nicht die Reise nach Tokio sein, oder der Tanz vor dem Fudji; vielleicht reicht schon Rudis Ausspruch: "Wir haben ja uns", um zu verstehen, worum es im Leben eigentlich geht.
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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das ist für dich, Trudi, ...", 22. September 2008
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
... sagt Rudi, der mit geöffnetem Mantel, unter welchem er Strickjacke und Rock seiner verstorbenen Frau trägt, auf die Kirschblütenpracht der Baumkronen über ihm blickt. Rudi ist in Tokyo, das heimliche Traumziel seiner Frau, deren Erfüllung diese sich aber zeitlebens versagte.
Der Film "Kirschblüten" beginnt aber in der bayerischen Provinz. Rudi fährt jeden Morgen zur gleichen Zeit mit Frühstücksbrot, Apfel und stets demselben Sinnspruch ("an apple a day, keeps the doctor away") zur Arbeit. Die Frau an seiner Seite hat ihm drei Kinder geboren, die längst ihre eigenen Wege gehen. Sie weiß, dass er zufrieden ist, auch wenn er gern über dies und jenes grantelt. Er jedoch weiß von ihr und den Kindern nur wenig. Sie erfährt dann vom Arzt, dass ihr Mann nicht mehr lange zu leben hat und soll ihm diese Nachricht überbringen.
Ohne ihn einzuweihen, fahren beide die Kinder (einen verheirateten Sohn und eine lesbische Tochter) in Berlin besuchen und nach einem eher missglückten Zusammentreffen weiter an die Ostsee. Trudi möchte auch noch gern den anderen Sohn in Tokyo besuchen, doch Rudi winkt ab, denn man habe noch so viel Zeit - später!
Nicht Rudi stirbt, sondern Trudi, plötzlich und unerwartet, wie es in Traueranzeigen heißt. Im Gespräch mit Franzi, der Lebenspartnerin seiner Tochter, erfährt Rudi dann von den Träumen seiner Frau, über die sie mit ihm nie gesprochen hatte und die sie sich nie erfüllte: dem Wunsch, die Kunst des Butoh-Tanzes zu erlernen und nach Japan zu reisen, um den göttlichen Berg Fujiyama zu sehen.
Rudi macht sich auf nach Japan, den Koffer und die Sachen von Trudi immer dabei. Die Reise nach Tokyo wird für Rudi nicht nur die Einlösung eines unerfüllten Versprechens der verstorbenen Frau gegenüber, sondern auch zu einer Reise in sein eigenes Innerstes.
Es ist Elmar Wepper zu verdanken, dass er auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Kitsch nie abrutscht und seine Figur des Rudi, selbst wenn sie plötzlich in Frauenkleidern durch Tokio spaziert und im Park Butoh tanzt, nie der Lächerlichkeit preisgibt.
Mit "Kirschblüten - Hanami" gelingt Doris Dörrie ein subtiles und partiell hoch emotionales filmisches Memento mori. Ein Stoff also, der vom Thema des Todes und der Trauerarbeit stets wieder zum Leben und den Lebenden hinführt. Immer geht es um die Frage, wie wir miteinander umgehen: Was wissen wir wirklich voneinander; interessieren uns die Träume und Hoffnungen derer, die uns umgeben; öffnen wir uns deren Wünschen oder sind wir nicht zu stark mit der Pflege des eigenen Ego befasst?
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönheit der Vergänglichkeit, 22. November 2010
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami [Blu-ray] (Blu-ray)
So wie die japanische Sakura keine essbaren Früchte trägt und nur wenige Tage im Jahr blüht, bietet das Leben oft nur eine kurze Zeit des Glücks - und es gibt wenig von Wert, was man hinterlässt. Daher feiern die Japaner den Frühlingsbeginn mit dem Hanami (jap. "Blüten betrachten") als Symbol des Lebens und der Freude am Leben, aber auch wegen der Vergänglichkeit des Schönen.

Mit einem Elmar Wepper (61), der immer besser zu werden scheint, und der großartigen und völlig uneitlen Hannelore Elsner (65) fand Doris Dörrie 2008 die ideale Besetzung für ihre Parabel von der Schönheit und Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.

Rudi und Trudi Angermeier leben zufrieden ihr geregeltes Leben. Doch während er es am meisten schätzt, wenn jeder Handgriff Tag für Tag gleich abläuft, findet sie sich im Ankoku Butoh (dt. "Tanz der Finsternis"), einem gleichermaßen grotesken wie zarten Ausdruckstanz in Wiederaufnahme alter Traditionen. Ihr Traum wäre eine Reise nach Japan, wo ihr Sohn lebt. Den Fuji bestaunen - aber für Rudi ist der Fuji ein Berg wie jeder andere.

Aus der Endlosigkeit der Zukunft kann schlagartig panikartige Bedrückung erwachsen, wenn die Ärzte verkünden, dass die Tage gezählt sind. Trudi beschließt, ihrem Gatten die tödliche Diagnose zu verschweigen. Doch sie setzt durch, endlich mal die Kinder in Berlin zu besuchen. Als die Beiden feststellen müssen, dass die Kinder ihr eigenes Leben leben und alle Leitungen gerissen sind, besuchen sie noch einmal die Ostsee. Doch schneller als erwartet wird ihnen das Heft der Handelns aus der Hand gerissen...

Niemand kann wissen, was morgen kommt. Der Schmerz der Trennung, die Angst vor dem Alleinsein, das Ende der Normalität, die Einsamkeit des Individuums, der Verlust des einzigen Menschen, mit dem man sich verstanden hat, die Entfremdung der Kinder, die Erwartung des eigenen Endes - das sind Themen, die jeden betreffen, Situationen, die auf jeden zukommen.

Nicht alleine gehen zu müssen, an einem symbolkräftigen Ort, der verbindet und abschließt, bietet der feinfühlige Film von Doris Dörrie als besondere Gnade des Schicksals an.

Neben der eindrucksvollen schauspielerischen Leistung der beiden Alten, aber auch der jungen Aya Irizuki, tragen vor allem auch die umwerfenden Bilder, die Hanno Lentz unter inspirierter Nutzung der erweiterten Möglichkeiten der HDTV-Kamera (Sony HDW-750, 1080p, 1.85:1) eingefangen hat, zu einem ganz besonderen Erlebnis bei: Wo die technischen Möglichkeiten gegeben sind, lohnt sich die Blu-ray unbedingt - einige Ostsee-Szenen und vor allem die Eindrücke aus Tokio und vom Fuji sind atemberaubend. Mit der kleinen Sony HVR-Z1 wurden "intime" Aufnahmen möglich, z.B. in Restaurants oder in Fußgängerzonen.

Die BD bzw. Editionen mit Bonus-DVD bieten ein sehenswertes "Making Of", die Pressekonferenz der Berlinale, Butoh-Tanzszenen, die Verleihung des Deutschen Filmpreises, Trailer, entfallene Szenen, Interviews mit der Regisseurin, den Produzenten und den Darstellern und eine Fotosammlung.

Kein Film fürs große Publikum und weniger eindrucksvoll auf kleinen Bildschirmen - aber für unvoreingenommene, geduldige (Original-Länge 127 Minuten) und aufnahmefähige Filmfreunde auf der großen Leinwand ein außerordentlicher Genuss.

film-jury 5* A0379 14.12.2010eg Genre: Romanze | Drama
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebe im Hier und Jetzt - ein sehr guter Film, 29. Oktober 2008
Von 
Gabriele B. (Mülheim an der Ruhr) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Der deutsche Film ist mittlerweile, ach was, seit langem bereits so gut geworden, dass ich mich fast, aber nur fast, wundere, dass bisher nur 4 Rezensionen zu Kirschblüten geschrieben wurden. Schaue ich bei einem z.B. amerikanischen Film ähnlicher Machart, falls es so einen Film überhaupt gibt, nach, lese ich mindestens 50-80 Rezensionen. Tja, so ist das leider.

Im Kino habe ich Kirschblüten verpasst, aber auch auf DVD lässt er sich überaus gut anschauen. Da es gute inhaltliche Zusammenfassungen bereits gibt, möchte ich nur einen Punkt in diesem hervorragenden Film aufgreifen, der mich besonders berührt hat.

Das ist die Sprachlosigkeit innerhalb der Familie von Trudi und Rudi und ihren drei Kindern, was ihre Gefühle und ihre Beziehungen zueinander angeht. Rudi redet nicht wirklich mit seiner Frau, Trudi nicht mit ihrem Mann, beide nicht mit ihren Kindern, die untereinander auch nicht. Schon fatal, aber sehr gut dargestellt. Interessanterweise sind es Nicht-Familienmitglieder, die in den emotionalen Stresssituationen am besten mit den jeweiligen Eltern klarkommen. Z.B. die Freundin der Tochter, die scheinbar mit Leichtigkeit den richtigen Ton findet, wo die Tochter nur aggressiv reagieren kann. Genauso geht es mit Yu, die Rudi so nimmt, wie er ist, wohingegen sein Sohn nur genervt vom Besuch seines Vaters ist und ihn am liebsten gleich wieder los wäre. Es tut fast weh zu sehen, wie lieblos der Sohn den Vater empfängt und ihn völlig sich selbst in dieser Riesenstadt überlässt, Yu hingegen kümmert sich, nicht viel, aber im Gegensatz zum Sohn wirkt es um ein Vielfaches mehr. Die Sprachlosigkeit führt so ungefähr ab dem Teil in Tokio so weit, dass hauptsächlich Musik und Bilder die Sprache ersetzen. Wunderbar. Endlich mal wieder ein Film, ein Kleinod möchte ich bald sagen, der es fertig bringt, die Phantasie, das Kopfkino des Zuschauers anzuschalten. So wohltuend, lange Schnitte passen genau zum Thema.

Ganz große Klasse Elmar Wepper, eine echte Überraschung. Nie wirkt er lächerlich in den Kleidern seiner Frau, niemals wollte ich lachen, sondern nur mitfühlen, ja, die Bilder machten eher traurig und wirken anrührig. Besonders gut fand ich die Szene, als er mit seinem Sohn am Esstisch sitzt und dieser plötzlich losheult aus Kummer. Das Gesicht von Wepper in dieser Situation und den Blick, mit dem er seinen Sohn betrachtet - ganz große Schauspielkunst.

Ich könnte noch viel mehr schwärmen, doch das würde zu weit führen. Zu viel verraten möchte ich auch nicht, nur so viel sei gesagt, dass es sich unbedingt lohnt, diesen Film anzusehen. Er macht aufmerksam und das eindringlich, wie wichtig der Augenblick ist, das Hier und Heute. Nichts soll man auf später verschieben, gar nichts. Denn das Später gibt es vielleicht nicht mehr.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mann auf den Spuren seiner Frau, 15. August 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Mich hat der Film zutiefst berührt !

Die Rolle als älteres Ehepaar wird von den beiden Hauptdarstellern Hannelore Elsner und Elmar Wepper so wunderbar überzeugend schön gespielt, dass am Ende im Kino (nicht nur bei mir) die Tränen liefen.

Ein Mann will seiner verstorbenen Frau nahe sein und fliegt nach Tokio, der Stadt/Kultur ihrer Träume, wo sie nie hinkam.
Er geht für sie hin und lebt es für sie...

Mich hat der Film eins gelehrt: Die Zeit, die man mit seinen Liebsten (Lebenspartner, Familie) hat ist wertvoll.
Ein wirklich sehenswerter Film auch für die jüngere Generation.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer Film, 2. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Ein wunderbarer Film über das Leben, die Liebe, über verpasste Chancen, um Kommunikation zwischen den Generationen und über den Tod.
Wirklich grossartig: Elmar Wepper und die Regie von Doris Dörrie, die es geschafft haben, jede Klischeefalle zu umschiffen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe über den Tod hinaus, 16. Februar 2009
Von 
Peter Mertineit (Burbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Eine tragische Geschichte über Liebe und Tod sowie Schmerz und Verzweiflung über den Tod der geliebten Frau lassen den Betrachter mitfühlen wie schwer es ist, Trauer zu bewältigen. Hervorragend gespielt in den Hauptrollen Elmar Wepper und Hannelore Elstern vor überwiegend japanischer Kulisse. Ein Film mit Niveau, tiefgehend und nachdenklich stimmend. Kirschblüten-Hanami ist jedem zu empfehlen, der für wirklich gute Filmkunst zugänglich ist.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Memento Mori, 13. November 2008
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Sie sind seit Jahrzehnten verheiratet, zusammen alt geworden sind sie und nun soll alles in kürzester Zeit enden? Erzählt sie ihrem Mann, von dem Gespräch mit dessen behandelnden Ärzten, oder nimmt sie auch diese Last wieder einmal mehr allein auf ihre Schultern, um ihm dadurch bis zum Ende sein Leben so angenehme wie möglich zu gestalten?

Bayern - irgendwo im ländlichen Bereich leben Rudi (Elmar Wepper) und dessen fürsorgliche Frau Trudi (Hannelore Elsner), Trudi hat ihr ganzes Leben der Familie gewidmet, sich selbst, ihre Träume und Wünsche offenbar stets untergeordnet, die drei Kinder sind längst aus dem Haus, sie leben in Berlin und Tokio, sind dort mehr oder weniger erfolgreich, haben sich komplett abgenabelt, man hat wenig Kontakt...

Es wird das Bild einer Ehe gezeichnet, in der man sich an die Gegebenheiten gewöhnt hat, inzwischen ganz einfach zufrieden ist, mit dem was man über die Jahre hinweg erreicht hat - man scheint den Punkt verpasst zu haben, an dem einst noch genug Feuer vorhanden war, um endlich doch noch all die Dinge anzupacken, welche man immer wieder auf die lange Bank geschoben hatte - nun mag zumindest Rudi keine Veränderungen mehr wagen.... - Trudi brennt jedoch vor Unternehmungslust und stirbt doch plötzlich und unerwartet vor ihrem Mann, der immer noch nichts von seiner eigenen Krankheit ahnt...

Rudi fährt nach Tokio, besucht seinen dort lebenden Sohn, verliert in der Großstadt die Orientierung, findet dabei jedoch zu sich selbst und erweist seiner verstorbenen Frau sozusagen die letzte Ehre, indem er sich an den Bereich der japanischen Kultur heranwagt, den Trudi so sehr bewundert hat - an den japanischen Ausdruckstanz Butoh.

Zu den Hauptdarstellern:
Elmar Wepper (Rudi) und Hannelore Elsner (Trudi) - ein wirklich wundervolles Paar hat Doris Dörrie für diesen Film gefunden!

Beide spielen ihre Rollen so einfühlsam, man kann sich als Zuschauer sehr schnell in die Stärken und Schwächen der Figuren einfühlen, man entwickelt von der ersten Minute an Sympathie und Verständnis für die Charaktere.

Die Arbeit des Kamerateams kann man zudem eigentlich nicht genug loben - hier wurde nicht einfach nur gefilmt, hier wurde vielmehr fotografiert!

Die Handlung beschäftigt sich mit vielen Bereichen des Lebens, ohne dabei jedoch zu sehr auf übersteigerte Emotionen zu setzen, der Film ist somit weder ein Vertreter des Betroffenheitskinos, noch ein Beitrag aus dem Bereich Komödie - vielmehr ist hier u.a. die sensible Darstellung der Entfremdung zwischen Eltern und Kindern gelungen, wird der Zuschauer an seine eigene Vergänglichkeit erinnert!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Butohtanzen am Fuße des Fujisan, 6. Dezember 2008
Von 
Herta Masarié "Malende Gedankenstürmerin" (A - Burgkirchen, Innviertel, OÖ) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Eine Ehe-Geschichte, unverkitscht, genauso wie es die meisten Paare erleben.
Der Alltagstrott, das jahrein-jahraus Jause richten für den Mann, der letztendlich den täglichen Apfel, "an apple a day keeps the doctor away ", seinem Mitarbeiter im Büro schenkt. Die Sehnsucht nach den Kindern, die es weit weg vom bayrischen Dorf verschlagen hat. Das Patschen richten für den Mann, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Gemeinsam essen.
Täglicher Rhythmus, der blind ausgeführt wird.

Rudi und Trudi geht es besser, als den meisten altgedienten Ehepaaren, denn sie sprechen noch ein wenig miteinander und sie mögen sich.....

..... und doch gibt es da bei Trudi den kleinen gedanklichen Ausbruch von Zeit zu Zeit, der sie nach Japan führt, zu ihrem geliebten Sohn, dem Karli, dem es nicht weit genug weg, aus der elterlichen Umklammerung sein konnte und den es gerade dorthin verschlagen hat, wo es ihr nicht vergönnt sein wird, einen Blick auf den Fujisan zu werfen, denn Japan wird erst bereist, wenn Rudi in Pension geht, in einem Jahr.

Trudi und Rudi besuchen kurzerhand ihren Sohn und ihre Tochter in Berlin und müssen feststellen, daß sie nicht wirklich willkommen sind und da es nicht so weit zur Ostsee ist, wird der Urlaub dort verbracht.
Trudi wacht nicht mehr auf, nach einer Nacht voller Träume und hinterläßt den verzweifelten Rudi, dem nach mehreren Gesprächen mit der Lebensgefährtin seiner Tochter, klar wird, welche unerfüllten Sehnsüchte in seiner Frau schlummerten.

Er macht sich auf den Weg nach Japan zu Sohn Karli mit einem Koffer voller Erinnerungen im wörtlichen Sinn. Er möchte seiner Trudi posthum einen Wunsch erfüllen: sie soll die Kirschblüte erleben und den Fuji sehen.
Karli lebt, wie in Japan üblich, beengt und hat ebenfalls, wie dort üblich, keine Zeit für den Vater, da er meist nur einen Tag pro Woche frei hat.
Rudi meistert nach anfänglichen Schwierigkeiten, diese Situation und begibt sich auf Entdeckungsreise, bei der er in einem Park die junge, in einem Zelt wohnende, Butohtänzerin trifft, sich mit ihr anfreundet und sie mitnimmt auf die Reise zum Fujisan.
Der scheue Berg ist natürlich nicht sehr oft sichtbar und deshalb bleiben die Beiden einige Zeit im Hotel in der Nähe des Vulkans wohnen.

An einem frühen Morgen, am Fuße des klar und deutlich sichtbaren Fujisan, tanzen Rudi-Trudi in Kimono und Unterkleid bekleidet und traditionell geschminkt, Butoh.
Es ist der Tanz des letzten, zu späten Liebesbeweises.

Der Film berührt durch seine unspektakulär und außergewöhnlich agierenden Darsteller, allen voran Elmar Wepper, der trotz mancher komischen Situation, niemals ins Lächerliche abdriftet.
Eine reife Leistung! Hut ab!

Meine Empfehlung für Off-Mainstream-Filmliebhaber. Diesen Film sieht man sich von Zeit zu Zeit immer wieder einmal an.
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40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach wunderbar, 15. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Kirschblüten - Hanami (DVD)
Ich habe den Film im Mai im Kino gesehen und war einfach überwältigt. Wie mutig und eindringlich Elmar Wepper und Hannelore Elsner spielen verdient Respekt. Wunderschöne Bilder, eine nachdenklich stimmende und wunderbare Geschichte... Hätte ich nicht im Kino gesessen, hätte ich wahrscheinlich laut losgeschluchzt bei manchen Szenen, so nah war mir die Geschichte.
Ja, der Film lohnt sich anzuschauen. Für ältere wie für jüngere Menschen , denn er zeigt uns wie wichtig es ist, stets aufmerksam zu sein mit denen die man liebt . Denn es kann so schnell zu spät sein...
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Kirschblüten - Hanami [Special Edition] [2 DVDs]
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