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Brahms: Sinfonien 1-4 (Karajan Sinfonien-Edition)
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Johannes Brahms tat sich mit der großen Form der Sinfonie recht schwer, denn, so Brahms, sei es "seit Haydn" kein Zuckerschlecken mehr, eine Sinfonie zu schreiben. Besonders zu ringen hatte er mit seiner Ersten in c moll op. 68, auch wenn es das Ergebnis nicht vermuten lassen würde. Das 45minütige Werk eröffnet düster und gemessen mit Unheil verkündenden Paukenschlägen. Auch das folgende Allegro erweist sich alles andere als freundlich, ist herb und unerbittlich.
Der langsame Satz ist von typisch brahmsscher Schlichtheit und beeindruckt gerade darin. Auf ein Scherzo verzichtet der Komponist, setzt stattdessen auf ein tiefsinniges und beeindruckendes Allegretto.
Im unbarmherzigen Finale zögert Brahms das Highlight lange hinaus. Zurecht, denn das berauscht sogleich, ist erhebend und zählt zu seinen berühmtesten Melodien.

In D Dur steht die zweite Sinfonie op. 73. Sie eröffnet mit einem gemächlichen Kopfsatz. Diesmal ist der langsame Satz wesentlich umfangreicher als in der vorigen Sinfonie und vor allem ausdrucksintensiver.
Das Scherzo baut Brahms unkonventionell auf, denn der Hauptteil ist ein pittoreskes Allegretto, das von einem wilden, furiosen Trio unterbrochen wird. Im einfallsreichen Finale spinnt der Komponist die Fäden weiter, verwebt alles zu einem bombastischen Ausklang.

Die in meinen Augen beste Sinfonie des großen Hamburgers ist seine dritte in F Dur op. 90. Auch wenn der Kopfsatz mit Allegro con brio" betitelt ist, so wirkt er doch seltsam gehemmt, in seiner Anlage beinahe statisch, passiv, verharrt in seiner tiefen Leidenschaft. Wieder ist der langsame von erstaunlicher Schlichtheit.
Im dritten Satz führt Brahms das, was er in der ersten Sinfonie angedeutet hat, zu Ende, zelebriert in düsteren, berückenden Klangbildern geradezu etwas Okkultes - mit strahlendem, pathetischem Ende. Das feurige Finale strotzt vor Kraft. Dennoch wirkt es düster, mysteriös. Es obliegt dem Hörer, zu urteilen, ob dieser Kehraus nun freudig oder bizarr traurig ist.

Von seiner letzten Sinfonie in e moll op. 98 soll Johannes Brahms gewusst haben, dass es seine letzte sein würde. Eine Ahnung davon könnte man im leidenschaftlichen, traurigen Kopfsatz finden, der nur selten von versöhnlicheren Episoden abgelöst wird.
Der langsame Satz ist ausgezeichnet und übertrifft in seiner Ausdrucksvielfalt alle vorigen langsamen Sätze. Auch setzt der deutsche Tonsetzer erstmals auf ein wirkliches Scherzo, in dem er sich von einer beinahe ungewohnten Seite zeigt; ein erstes und letztes Mal nämlich weicht er von der von Beethoven etablierten Form des Orchesters ab und setzt hier eine Triangel ein.
Dennoch kennt nach diesem Freudenfest das Finale kein Erbarmen. Hoffnungslos bricht es herein, offenbart sich beizeiten als ungeheurer Variationssatz, dessen Finale auch den letzten Hoffnungsschimmer zerschmettert.

Der Variationszyklus über den Chorale St. Antoni von Joseph Haydn op. 56a, die sogenannten "Haydn Variationen", beweist Brahms' Fähigkeit, umfassendes thematisches Material immer wieder umzuformen, ohne dass ihm dabei die Luft, der Tonus abginge. Das strahlende Finale berauscht immer wieder.

Zwei Ouvertüren komponierte Johannes Brahms, von denen die "Tragische Ouvertüre" op. 81 die bessere von beiden ist. Das Stück ist leidenschaftlich, dabei aber nicht zu kräftig und schnell. Immer wieder offenbaren sich aber auch freundlichere Passagen.

Zeitlebens galt Herbert von Karajan als Brahms Exeget, auch wenn er einige Werke gar nicht einspielte - wie beispielsweise die "Akademische Festouvertüre". Der vorliegende Zyklus entstand Ende der 70er Jahre - wofür die Tonqualität sehr gut ist. Im Gegensatz zum später eingespielten Zyklus, der glatt wirkt, lässt sich Karajan hier noch auf die partielle Schroffheit der brahmsschen Sinfonien ein. Für die erste Sinfonie hatte er von jeher ein Faible. Mit seinen brillant spielenden Berliner Philharmonikern zaubert er hier die absolute Referenz dieser viel gespielten Sinfonie. Auch die zweite und die vierte Sinfonie standen häufiger auf dem Plan des Stardirigenten. Er lässt sie gehend und detailgenau spielen. Die bombastischste Einspielung ist allerdings die der Dritten, die Karajan weniger häufiger einspielte. Auch die beiden Zugaben bietet er leidenschaftlich, fließend, farbig nuanciert und scharf akzentuiert dar.

Fazit: Preiswert aber hochkarätig! Auch wenn das Booklet nicht gerade umwerfend ist, überzeugt der Inhalt der drei CDs voll und ganz - und trotz des Schnäppchenpreises sind die CDs in Papphüllen und nicht, was ja eine neue Unsitte ist, in billigen Papierumschlägen verpackt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das symphonische Schaffen von Johannes Brahms war zeitlebens einer der Eckpfeiler in Herbert von Karajans Repertoire, sowohl im Konzertsaal als auch im Plattenstudio. So hat er 1977/78 (bereits zum zweitenmal) den gesamten Zyklus mit den Berliner Philharmonikern aufgezeichnet. Eigentlich bestand dazu keine zwingende Notwendigkeit, denn die Aufnahmen unterscheiden sich interpretatorisch nur wenig von seiner 1963er Produktion. Die Klangtechnik ist zwar besser, vor allem im Dynamikbereich, aber insgesamt kann ein spektakulärer Fortschritt nicht festgestellt werden. Trotzdem ist mir das Album lieb und teuer. Es enthält wertvolle Alternativen zu den legendären Aufnahmen von Otto Klemperer (EMI) und Claudio Abbado (DGG), auch zu den schwelgerischen Aufzeichnungen von Barbirolli (EMI) mit den Wiener Philharmonikern oder Soltis Chicagoer Auslegungen (Decca). Karajan zeichnet Brahms' Musik mit breitem Pinselstrich, filigrane Nebenstimmen geraten bei ihm ein wenig ins Hintertreffen, seine Auslegungen leben vor allem von herrlichen Spiel seiner Berliner Philharmoniker. Höhepunkt ist für mich seine Deutung der Zweiten: Hier können die Philharmoniker richtig "aus dem Vollen" schöpfen. Ihr herrlicher, völlig homogener Streicherchor, die glanzvollen Holzbläser, das beeindruckende, fast samtene Spiel des Blechs zeugen von einer Orchesterkultur, die einmalig war und an der Karajan einen ganz entscheidenden Anteil hatte. Wo bekommt man so etwas heute noch in solcher Vollendung zu hören? Eine weitere Glanzleistung ist die Erste mit ihren vor Spannung berstenden Übergängen. Dieses Werk zählte ohnehin zu den Lieblingsstücken des unvergessenen Dirigenten, er hatte es bereits einmal während des Zweiten Weltkrieges in Amsterdam (DGG, 1943) und dann 1953 mit dem Philharmonia Orchestra London (EMI, z.Zt. nicht erhältlich) und wieder 1959 mit den Wiener Philharmonikern (Decca) aufgenommen. Die 3. und 4. Symphonie in der hier besprochenen Fassung bewegen sich gleichfalls auf hohem Niveau, im Falle der Vierten würde ich höchstens Klemperer oder Carlos Kleiber vorziehen. Auch Rudolf Kempe (EMI) hat um 1960 eine glänzende Vierte mit dem Royal Philharmonic Orchestra vorgelegt; vom Label TESTAMENT wurde sie inzwischen dankenswerter Weise wieder aufgelegt.
Die DGG hat 1977/78 klangtechnisch bestens gearbeitet, es gibt nichts zu bemängeln. Auch das beigelegte Textheft ist in Ordnung.
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1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2014
Die Karajan-Edition der Brahms-Sinfonien ist preiswert und von ausgezeichneter Qualität. Man braucht sich nicht auf die Suche nach "tollen modernen" CDs zu machen. Hier ist alles da, was man braucht. Selbst als Karajan-Skeptiker muss man hier die Segel streichen.
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1 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Dezember 2013
Historische Aufnahme in gewohnter Karajan-Qualität, solide Grundlage zum kennen lernen dieser Werke. Ausserordentlich gutes Verhältnis von Preis und Leistung, Top Angebot.
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am 7. April 2014
Karajan und die Berliner Symphoniker sind immer noch spitze und geben die eingespielten Symphonien in einer wunderbaren und mitreißenden Form wieder. Ich bin immer noch von der Leistung von HvK begeistert.
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Ich bin sehr zufrieden, original verpackt, deutscher Text aus GB Brahms: Sinfonien 1-4 (Karajan Sinfonien-Edition) super, gut sehr gut, is mir im Moment egal
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am 8. Februar 2014
Meine Oma hatte sich eine Brahms-CD gewünscht und ich hab ihr dann die hier geschenkt. Da ich kein Klassik-Fan bin kann ich jetzt nicht wirklich viel zum Inhalt sagen, aber meine Oma meinte, es wäre genau das drauf, was sie haben wollte!
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