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57 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen weit unterschätzt
Der fast 3-stündige Film erzählt in ausführlicher, aber dennoch nicht langweiliger Weise über einen Zeitraum von knapp 40 Jahren von der Gründung der CIA. Von den Anfängen in den 20er Jahren bis hin zur fehlgeschlagenen Schweinebucht-Invasion auf Kuba in den 60ern. Durch die vielen Rückblenden ist es besonders zu Beginn nicht ganz...
Veröffentlicht am 25. April 2007 von tabula_rasa2605

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spionage und Gegenspionage zu Zeiten des Kalten Krieges
Edward Wilson (gespielt von Matt Damon) verkörpert zu Beginn des Filmes einen studierenden Träumer, eingeschrieben an der amerikanischen Elite-Universität Yale - der bevorstehende Zweite Weltkrieg beginnt langsam aber sicher auch seinen Schatten auf das Leben des jungen Lyrikstudenten zu werfen - er lässt sich in Geheimdienstaktivitäten...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2008 von Stephan Seither


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57 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen weit unterschätzt, 25. April 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Der fast 3-stündige Film erzählt in ausführlicher, aber dennoch nicht langweiliger Weise über einen Zeitraum von knapp 40 Jahren von der Gründung der CIA. Von den Anfängen in den 20er Jahren bis hin zur fehlgeschlagenen Schweinebucht-Invasion auf Kuba in den 60ern. Durch die vielen Rückblenden ist es besonders zu Beginn nicht ganz einfach, die Handlung lückenlos zu verfolgen, außerdem ist es hilfreich, zumindest ein wenig historisches und politisches Interesse mitzubringen, um nicht durcheinander zu kommen.

Matt Damon spielt die Rolle des berechnenden und schweigsamen CIA-Mitbegründers, der letztlich sogar bereit ist, seinen Beruf über seine Familie zu stellen, sicher nicht oscarreif, aber durchaus überzeugend. Das übrige, bis zur kleinsten Nebenrolle beeindruckende Star-Aufgebot braucht man wohl nicht mehr zu erwähnen.

Warum der Film derart in den Dreck gezogen wird, ist mir ein Rätsel. Robert de Niro kann vermutlich tatsächlich besser schauspielern als Regie führen, trotzdem handelt es sich hier durchaus um einen sehenswerten Film. Die Atmosphäre des Kalten Krieges überzeugt genauso wie die Darstellung der bis heute andauernden amerikanischen Paranoia vor dem Rest der Welt.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger FIlm! Überzeugende Darsteller und intelligente Story! Leiser Film;nkein PopcornKino, 9. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen!
Wenn man sich auf ihn einlässt und akzeptiert, dass der Film von den Dialogen lebt, dann kann man einen großartigen Film genießen, der eine wirklich überragende Story bietet und groartige Schauspieler! Damon trägt diesen Film und wird perfelt von John Turturro unterstützt!

Wer Filme wir JFK, München und Syriana mag, der wird von der Machart dieses Filmes auch begeistert sein!!

Die Geschichte wird leise und langsam erzählt, ja manchmal wirkt er zu kompliziert, aber man versteht irgendwann alles!

Dieser Film ist nicht für Freunde des PopcornKinos!

Ganz großer Film, der das Zeug hat, später einmal ein Klassiker zu werden!
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beklemmende Geschichte eines Scheiterns, 30. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Ein richtiger Thriller ist das eigentlich nicht, was Robert de Niro da in Szene gesetzt hat. Seltsam verschachtelt und mit zahlreichen Sprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, fordert die Story dem Zuschauer von Anfang an höchste Konzentration ab. Rechte Spannung will nicht aufkommen, dennoch entfaltet der Film einen sonderbaren Sog, der sich in erster Linie den exorbitant guten darstellerischen Leistungen verdankt. Jeder Part ist hochkarätig und glänzend besetzt, von Matt Damon über Angelina Jolie bis hin zu den Nebenrollen, allen voran Robert de Niro als zuckerkranker Geheimdienstler. Die Geschichte lässt das unheilvolle Geflecht aus Geheimbünden und Geheimdienstlern, Spionage und Gegenspionage aus den Tagen des Kalten Krieges nur erahnen, während sich das, was Stück vor Stück vor dem Zuschauer entsteht, eigentlich eher als die Geschichte eines Scheiterns entpuppt - das abschnittweise erzählte Leben eines pflichtbewussten Mannes, der für ein von ihm förmlich vergötztes Ideal - sein Vaterland - alles opfert, einschließlich seiner eigenen Emotionen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was erlaube de Niro??, 3. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Laut den Vorankündigungen und der Anzahl der Superstars auf der Besetzungsliste musste die zweite Regiearbeit (nach "In den Straßen der Bronx" von 1993) von Robert de Niro eines der vielversprechendsten Projekte des Kinojahres 2006 werden.

In den Kinos dann die große Enttäuschung: kein Spionage-Action-Kracher a la Ronin, sondern ein nicht massentaugliches, aber hochwertiges Spionage-Thriller/Drama.

Aufgrund Erzählweise und des etwas schwierigen politischen Themas wirkt der Film für viele Zuschauer daher etwas zäh. Es ist eben kein Thriller, den man so nebenbei anschauen kann, sondern man muss schon sehr aufpassen, um die Handlung und die Charaktere richtig zu verstehen. Genau das macht diesen Film für mich so gut.

Zum Film:

1939 tritt der Yale-Student Edward Wilson (Matt Damon) in eine geheime Bruderschaft ein, aus deren Mitglieder sich künftige Führungskräfte des amerikanischen Gesellschaftssystems entwickeln sollen. hervorgehen. Kurz darauf wird er von Bill Sullivan (Robert DeNiro) für den Office Of Strategy Service (OSS) rekrutiert, aus der später die CIA hervorgehen wird.

Der ausgewiesene Patriot und kühle Analytiker gehört später auch zu den Gründungsvätern der CIA und über die Jahre verändert die Arbeit beim mächtigsten Geheimdienst der Welt Wilsons Wesen. Er vertraut niemandem mehr, nicht einmal seiner eigenen Familie. Seine Frau Margaret (Angelina Jolie) hat er nur aus Pflichtbewusstsein geheiratet, weil sie von ihm schwanger war. Dies und vor allem auch sein berufliches Engagement lassen weder zu ihr noch zu dem gemeinsamen (und von ihm geliebten) Sohn Edward jr. (Eddie Redmayne) keine echte Beziehung zu. Keiner kam an ihn heran.

Aber genau mit dieser Unzugänglichkeit als kalter Spionagechef war Edward Wilson der Mann, der in dieser Zeit eine Organisation wie die CIA aufbauen konnte.

Fazit:

Wem "Schuldig bei Verdacht" gefallen hat, der wir auch hier voll auf seine Kosten kommen.

Ein hochspannender Spionage-Thriller mit wenig Action, dafür mit großartigen Schauspielern (von Fehlbesetzung kann an keiner Stelle die Rege sein) !
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute Geschichtskunde, 7. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Also alle die den Film als langweilig beurteilen, sollten dann vielleicht doch lieber 007 Filme und Co ansehen.
Die Darstellung von Matt Damon war hervorragend, wie er sich im Laufe seiner Karriere beim CIA geändert hat, von einem einfach ruhigen und immerhin Lyrik studierenden Menschen zu einem immer skrupeloseren Menschen, der auch seine Familie zerstört.
Die Einspielungen von original Bildern und der Zusammenhang mit der Kuba Krise war auch von Robert de Niro hervorragend gestaltet.
Alle Schauspieler ich möchte auch mal die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck erwähnen, haben sehr gut gespielt und man sollte einfach mal den Film konsequent verfolgen, dann kommt auch keine Langeweile auf. Wenn man natürlich mal 10 Minuten nicht genau hinsieht und hinhört, kommt man nicht mehr mit.
Der Film wirkt beklemmend aber was verlangt man von einem Film über den CIA und dessen Geschichte?
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier erfahren Sie, was Sie eigentlich gar nicht wissen wollen ..., 2. August 2007
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Es gibt inzwischen ja einige, sehr gute US-Aufklärungsfilme wie zum Beispiel "Wag the Dog" (Thema: wie man einen Krieg inszeniert), "Lord of War" (Thema: Waffengeschäft) und - schon etwas älter - "Falling Down" (oder: wie einen der Alltagswahnsinn in den Amok treibt).
Bei "The Good Shepherd" geht es um die Entstehungsgeschichte und Funktionsweise der CIA - und als ich durch war mit dem Film, dachte ich spontan: Ein Wunder, dass am 11. September 2001 so wenig passiert ist!
Ja, es stimmt, dass der Film nicht gerade leichte Kost ist. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich den oppulenten Stoff auch lieber lesen. Aber ich kann jedem nur ans Herz legen: Durchhalten! Denn es beschert einen Mega-Lerneffekt im Hinblick auf die Beurteilung unserer heutigen "Bedrohungslage", wenn man das schizoide geheimdienstliche Gebaren der vergangenen Jahrzehnte nacherlebt hat. Hut ab vor Robert de Niros Regiearbeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Not quite Harlot's Ghost..., 17. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Das Spionagegenre bot in Krisenzeiten wie dem Kalten Krieg mit viel Exotik und Plots die sich in Abstrusität ständig überboten, eine Möglichkeit zur Realitätsflucht, wobei authentisch wirkende Darstellungen wie The Spy Who Came in from the Cold (Martin Ritt, 1965) eher die Ausnahme bildeten. In den vergangenen Jahren scheint jedoch diese von John le Carré gepflegte Wirklichkeitsnähe den früheren Eskapismus und lautes Spektakel erfolgreich beiseite zu drängen. Bemerkenswerte Beispiele dieses neueren Realismus sind historische Thriller wie Breach (2007) von Billy Ray, der den wahren Fall des FBI-Agenten Robert Hanssen schildert und Syriana (2005) von Stephen Gaghan als weitverzweigter geopolitischer Thriller angelegt. Aber auch im klassischen Genre des Crime Thrillers bemüht man sich um sachliche Kompetenz, wie Traffic (2000) von Steven Soderbergh zeigt. Mit The Good Shepherd drückte Drehbuchautor Eric Roth (Oscar für Forrest Gump) nach eigener Aussage seine langjährige Faszination für die CIA und die Welt der Geheimagenten aus. Ursprünglich wollte er das unterschätzte und mittlerweile in Vergessenheit geratene Buch "Harlot's Ghost" von Norman Mailer in die Kinos bringen, weshalb strukturelle und narrative Ähnlichkeiten offenbar sind. Roth schrieb das Drehbuch bereits 1994 für Francis Ford Coppola, der damit jedoch nicht vorankam. Ein neues Management bei Columbia Pictures wollte das Projekt von Philip Kaufman realisieren lassen, Verhandlungen blieben aber ebenfalls fruchtlos.

Wie bei Mailers Saga handelt es hier um die teilweise fiktionalisierte Entstehungeschichte und die ersten fünfzehn Jahre der CIA, wobei die Väter und Söhne Konflikte das menschliche Drama schildern und der fiktive Grund für den missglückten Invasionsversuch Cubas in der Schweinebucht als Rückgrat der Handlung dient. Der Film ist eine Mischung von historischen Fakten und Charakteren die mit ihren realen Vorbildern in zahlreichen Rückblenden verwoben werden, aber keineswegs die fälschlicherweise in der Werbung angepriesene "untold story" und "hidden history", dazu sind die häufig publizierten Fakten zu bekannt. Die CIA selbst verlieh dem Film bezeichnenderweise das Etikett "propandamentary", wie zuvor schon JFK (1991) von Oliver Stone. Sowohl Eric Roth als auch das Team um Regisseur Robert de Niro vermieden es trotz intensiver Recherche häufig bewusst, klare Zusammenhänge zu schildern, schliesslich war die Welt der Geheimdienste im Kalten Krieg oft eine paranoide Scheinwelt. Konsequenterweise ist auch die Hauptfigur Edward Wilson (Matt Damon) eine lockere Kombination mehrerer realer Persönlichkeiten, hauptsächlich dem Mitbegründer der CIA, dem später legendären Chef der Counterintelligence Staff James Jesus Angleton (Yale '41) und wenn es der Plot verlangt auch Richard Bissell (Yale '42), während der Eisenhower Administration einer der Chef-Planer der Schweinebucht Invasion, der aus egogesteuerten Gründen Präsident Kennedy allzu optimistisch über die Erfolgschancen informierte. Im Grunde wurde die Invasion das Opfer des Amtsübergangs von Eisenhower zu Kennedy.

Der Film beginnt und endet mit der Schweinebucht Invasion. Chronologisch beginnt die Handlung 1939 am Yale College wo Studenten mit parodistischem Elan das erfolgreiche Gilbert und Sullivan Musical H.M.S. Pinafore aufführen und Wilson für einen Moment fröhlich sein darf, indem er die Rolle der Little Buttercup singt, ausserdem ist Tap-Day an dem ausgesuchte Yalies eingeladen werden, am Aufnahmeritual der ältesten Geheimgesellschaft Skull and Bones teilzunehmen, das Angebot kann abgelehnt werden, wird aber nicht wiederholt. Dies ist ein gelungener Anfang, um die Biographie des zukünftigen Leiters der CIA Counterintelligence zu schildern, denn auch dieser lebt in einer Welt des Scheins, der Spiegel, der Geheimnisse, der Täuschung und des Verrats. Ausserdem ist Yale die Universität, deren berühmtester Absolvent im 18. Jahrhundert der erste amerikanische Spion war: Nathan Hale (Class of 1773), dessen überlebensgrosse Bronzestatue auf dem Campus und eine Kopie im CIA Hauptquartier steht.

Kurz nach Wilson`s Aufnahme bei den Bonesmen beginnt der Zweite Weltkrieg und die Welt des Scheins hüllt Wilson bedeutend prägender ein als die studentische Musical Bühne. Der FBI Agent Sam Murach (Alec Baldwin) verdächtigt Wilson's Doktorvater, den charismatischen Dr. Fredericks (Michael Gambon), ein Nazi Spion zu sein und plädiert an Wilson's Patriotismus, dem Verdacht nachzugehen. Wilson findet die notwendigen Beweise und Dr. Fredericks wird gezwungen, sein Lehramt aufzugeben. Anlässlich eines Bonesmen Meetings auf Deer Island (im Besitz der Russell Trust Association, der Muttergesellschaft und Geschäftsarm von Skull and Bones) wird Wilson von der Schwester eines Studienfreunds, Margaret "Clover" Groves (Angelina Jolie), reichlich aggressiv verführt. Kurz darauf bittet ihn General Sullivan (angelehnt an General William "Wild Bill" Donovan), dargestellt von Robert de Niro, dem neu gegründeten Office of Strategic Services, dem ersten amerikanischen Auslandsgeheimdienstes beizutreten und bietet ihm eine Ausbildungs-Position in London an. Clover wird schwanger und Wilson tut "was man von ihm erwartet": er heiratet Clover. Kurz nach der Hochzeit wird er nach London beordert und gleitet aus der spielerischen Welt des Scheins langsam in die Welt der Paranoia. Es stellt sich heraus, dass Dr. Fredericks in Wirklichkeit ein britischer Geheimagent ist, der in Yale Nazi Spione aufdecken sollte und dabei vom FBI selbst als Nazi verdächtigt wurde. Und nun verrät ihn Wilson zum zweiten Mal nachdem ihm ein Agent des SOE (angelehnt an den berühmt berüchtigten Doppelagenten Kim Philby) erklärt, dass Dr. Fredericks aufgrund seiner wahllosen homosexuellen Beziehungen ein Sicherheitsrisiko darstellt, daraufhin wird dieser brutal ermordet und in die Themse geworfen. Nach dem Krieg begegnen wir Wilson in Berlin, wo er am Geschacher um deutsche Wissenschaftler teilnimmt und seinen sowjetischen Gegenspieler mit dem Codenamen Ulysses kennenlernt, die Nachkriegsjahre in Washingten werden geprägt durch Affären um echte und falsche KGB Überläufer was Wilsons Paranoia neue Nahrung gibt. Diese Epoche endet mit der bereits erwähnten Schweinebucht Invasion.

Rein chronologisch betrachtet wäre dies eine relativ einfache Handlung, weshalb Roth einen fiktiven Verräter dieser geheimen Invasion schuf, dessen Aufdeckung in Vor- und Rückblenden eingeflochten wird und die Spannung vor allem gegen Ende zunehmend erhöht, da Wilson erkennen muss, niemandem vertrauen zu können, auch nicht im engsten privaten Bereich. Somit wird er vor die wohl wichtigste Entscheidung seines Lebens gestellt. Obwohl die gescheiterte Invasion in der Baya de Chochinas ein politisches Desaster für die Kennedy Administration darstellt, bei der CIA einige der wichtigsten Köpfe rollen müssen und die Abteilung Auslandsspionage vor der Auflösung steht, überlebt Wilson und zieht als Leiter der Counterintelligence Staff in das neu gebaute CIA Hauptquartier in Langley ein. An der Wand der Einganghalle betrachtet er den eingemeisselten Vers "And ye shall know the truth and the truth shall make you free. (John XIII-XXXII)". Auf seine erstaunte Frage, wessen Idee das war, erhält der die typisch lakonische Antwort: "Das ist Geheimsache." (!)

Matt Damon scheint hier zumindest streckenweise die richtige Besetzung zu sein, denn die Charakteristika die uns von Angleton bekannt sind, eine eher introvertierte Haltung, patriotisches Pflichtbewusstsein und eine generelle Disposition, immer konzentriert zu empfangen aber niemals zu senden, stellt er überzeugend dar, was ihm aber mit den inneren Dramen und der Entwicklung seiner Figur leider nicht gelingt und man deshalb an der Coming-of-Age Story des Edward Wilson recht uninteressiert bleibt. Denn obwohl er erkennen muss, dass gerade seine Fähigkeiten als Master Spy Hunter seine Familie implodieren lassen, bleibt er ohne seelische Veränderungen seltsam unbeteiligt. Dies ist umso auffälliger, da es Eric Roth wie bei früheren Filmen (The Insider, 1999 und Munich, 2005) durchaus gelungen ist, historische Fakten für ein persönliches Drama zu nutzen. Hier wird das Schicksal von Edward Wilson nicht nur mit einer bestimmten Epoche, sondern gar mit der ganzen Nation verknüpft, gerade um dessen moralische Ambivalenzen in den Vordergrund zu rücken und einem tragischen Helden zeitlosen Ausdruck zu verleihen. Ob das Talent von Angelina Jolie in diesem Film gut aufgehoben ist oder in der Rolle der vernachlässigten Ehefrau verschwendet wird, muss jeder selbst entscheiden. Insgesamt ist Robert de Niro eine bemerkenswerte Produktion gelungen in der er Fakten den üblichen Spionageclichés vorzog. Robert Richardsons Cinematographie kann man nur bewundern.

Wenn man nach einer beachtlichen Länge von über 160 Minuten hört, dass Robert de Niro bereits eine Fortsetzung ins Auge gefasst hat, fühlt man sich wieder an Norman Mailer erinnert, der seinen Roman Harlot's Ghost nach 1300 Seiten mit den Worten beendet: "To be continued." Newsweek kommentierte dies seinerzeit mit dem Satz, "The thought is enough to send a reader in search of a drink."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spionage und Gegenspionage zu Zeiten des Kalten Krieges, 27. Oktober 2008
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Edward Wilson (gespielt von Matt Damon) verkörpert zu Beginn des Filmes einen studierenden Träumer, eingeschrieben an der amerikanischen Elite-Universität Yale - der bevorstehende Zweite Weltkrieg beginnt langsam aber sicher auch seinen Schatten auf das Leben des jungen Lyrikstudenten zu werfen - er lässt sich in Geheimdienstaktivitäten involvieren, landet nach dem Krieg beim CIA und somit zugleich an vorderster Front des Kalten Krieges....

Als Pluspunkt kann der Film durchaus die dichte Atmosphäre eines echten Spionagefilmes für sich verbuchen - die lauernde Haltung der Russen und Amerikaner wird nahezu spürbar inszeniert - Spionage und Gegenspionage, mangelndes Vertrauen innerhalb der Organisationen und letztlich der fehlgeschlagene Versuch der Invasion Kubas, durch Exilkubaner - unterstütz durch die CIA (Stichwort Schweinebucht) - bestimmen die Handlung des 167 Minunten langen Filmes.

Warum ich zwei Sterne einbehalten habe?

Ein ernster Blick und eine strenge Brille machen noch lange keine überzeugende Vaterfigur aus Matt Damon und der flüchtige Griff in die Frisurkiste allein eben auch keine alternde Mutter aus Angelina Jolie - deren Filmsohn Eddie Redmayne wirkt stets wie der kleine Bruder der beiden bekannteren Hauptdarsteller, generell ist das Trio Damon-Redmayne-Jolie eher das Idealbild miteinander kommunizierender Geschwister - hierfür ziehe ich auch einen Stern ab!

Enttäuscht hat mich ebenfalls das Zusatzmaterial der DVD - lediglich unveröffentlichte Szenen sind dort zu sehen - keinerlei historische Informationen zum Kalten Krieg, der fehlgeschlagenen Aktion in der kubanischen Schweinebucht, oder den sonstigen Aktivitäten des CIA, welcher in einem Dialog des Filmes mit folgender Fragestellung konfrontiert wird: "...heizt der CIA nun Kriege an, oder sorgt er dafür dass Konflikte klein bleiben?" - somit ein weiterer Punkt Abzug!

Zudem ist der Film mit 167 Minuten ganz einfach zu lang geraten - irgendwann machte sich zunehmende Langeweile breit...
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider viel zu kurz. ;-), 8. Juli 2007
Von 
Bodo Hampel "Threepwood" (Bonn Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Good Shepherd - Der gute Hirte (DVD)
Ich bin durchaus ein großer Fan von Bond, Bourne und Ethan Hunt. Aber auch von Herr der Ringe und STAR WARS und irgendwo dort in der Nähe ist auch der Realismus der Erstgenannten zu finden.

Der gute Hirte geht deutlich in eine andere Richtung und zeigt Agentenarbeit so wie sie höchstwahrscheinlich ist: Es dauert viele Jahre um Strukturen und Netze aufzubauen, manche Fallen schnappen erst nach Jahrzehnten zu und einmal aufgedeckt, ist die Karriere zu Ende.

Jeder der sich nur annähernd für Geheimdienste interessiert sollte sich diesen Film auf jeden Fall ansehen. Alle die aus Flugzeug fallende Autos sehen möchten, holt Euch etwas anders.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Stunden kalte Einsamkeit, 24. Juli 2008
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gute Hirte,der Dvd Rental (DVD)
Nach Castros Machtübernahme auf Kuba fühlte sich das amerikanische Establishment bedroht. Eine Gegenoperation, die mit einer militärischen Invasion in der kubanischen Schweinebucht beginnen sollte, scheiterte jedoch kläglich, weil die Russen davon bereits wussten, bevor überhaupt ein Schuss gefallen war. Mit diesem durch Verrat erzwungenen Misserfolg der CIA beginnt der dreistündige Film, in dessen Mittelpunkt mit James Angelton (im Film Edward Wilson) einer der Gründer des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes steht.

Der Film endet eine Woche später, nachdem der Verrat scheinbar aufgeklärt und Wilsons Position trotz seiner eigentlichen Mitschuld gestärkt ist. Dazwischen allerdings wird uns nicht nur dieser Vorgang, sondern in wesentlichen Teilen die CIA-Geschichte bis 1961 durch fortwährendes Rückblenden in die Vergangenheit des Edward Wilson nahe gebracht. Das ist mitunter recht schwierig und braucht Konzentration. Wer also nur spannende Unterhaltung erwartet, der sollte andere Filme ansehen.

Das eigentlich Spannende hier ist die ganze wohl nicht zu verhindernde Scheinheiligkeit des Themas, von der offenbar sowohl der Drehbuchautor als auch der Regisseur ergriffen waren. Auf der einen Seite kommt uns der Film patriotisch. Patriotismus und der Kampf für die heiligen Werte der westlichen Demokratie waren die Motive, die den Lyrik-Studenten Wilson zum Mitbegründer der CIA-Vorläuferorganisation werden ließen. Nachdem er diese Linie übertreten hatte, begann es sehr einsam um ihn zu werden. Vertraue niemandem, nicht einmal den eigenen Leuten, nicht einmal der Familie - das ist das Grundprinzip eines Geheimdienstes.

Auf der anderen Seite drehen wir uns gerne weg, wenn es um die Drecksarbeit der Geheimdienste geht. Im Namen der höchsten Werte sind dessen Agenten eigentlich immer im Ausnahmezustand der Gesetzlosigkeit und äußersten kompromisslosen Brutalität. Dieser Film zeigt uns diese Seiten des trost- und freudlosen Lebens des schweigsamen Mr. Wilson mit schneidender Kälte.

Mich hat dieser durch den gesamten Film transportierte Grundkonflikt fasziniert: Welch ein armseliges, einsames und bitteres Leben im Namen von Freiheit und Demokratie.

Fazit.
Dieser Film ist nur etwas für Menschen, die drei Stunden konzentriert eine immer wieder durch lange Rückblenden unterbrochene komplizierte Handlung verfolgen möchten. Weil er der Wirklichkeit wahrscheinlich ziemlich nahe kommt, ist er jedoch sehr lehrreich. Wer sich durch die Wirklichkeit gut unterhalten fühlt, ist hier bestens aufgehoben, wer nur Unterhaltung und Entspannung sucht, eher nicht.
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