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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen auch che guevara hatte diese platte im schrank!
am 24.1.1975 gebar keith jarrett diese improvisationen, indem er mit der melodie des pausengongs der kölner oper als grundlage der immer weiter ausufernden improvisation begann. kurz ist die daraus resultierende heiterkeit im publikum auch auf der aufnahme zu vernehmen.

jarrett entwickelt wunderbare melodien, die sich immer wieder schließende kreise...
Veröffentlicht am 7. Juli 2010 von Stephan Urban

versus
27 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zäher Genuss
The Kölln Concert ist wohl sicherlich Keith Jarretts berühmtestes Konzert,

wobei ich aber die Glorifizierung dieser Cd nicht nachvollziehen kann.Die Cd ist sicherlich kein Fehlkauf

und man merkt,dass Jarrett ein Meister der Improvisation ist,aber sie ist,wenn man die Länge

des Konzertes mit der Anzahl der musikalischen Ideen...
Veröffentlicht am 21. April 2006 von jazzyman


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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen auch che guevara hatte diese platte im schrank!, 7. Juli 2010
Von 
Stephan Urban "stevo" (wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert [Vinyl LP] (Vinyl)
am 24.1.1975 gebar keith jarrett diese improvisationen, indem er mit der melodie des pausengongs der kölner oper als grundlage der immer weiter ausufernden improvisation begann. kurz ist die daraus resultierende heiterkeit im publikum auch auf der aufnahme zu vernehmen.

jarrett entwickelt wunderbare melodien, die sich immer wieder schließende kreise bilden. vollendete klaviermusik voll innerer kraft und schönheit bei der man hören kann, wie sie im kopf des pianisten entwickelt wird. ruhig und doch ekstatisch ist sein spiel, atemberaubend die spannung, die er immer wieder durch innehalten, durch seine unbarmherzige langsamkeit entwickelt.

dabei stand dieses konzert von beginn an unter keinem guten stern. der von jarrett ausgesuchte flügel langte nicht rechtzeitig ein, zur verfügung war lediglich ein mäßiger stutzflügel, der noch dazu verstimmt war. jarrett musste von vera brandes, der veranstalterin mühsam überredet werden, überhaupt zu spielen. das konzert wurde dann für interne zwecke mitgeschnitten.

später wurde diese aufname von manfred eicher für ECM produziert und von martin wieland gemastert.

erfolg ist natürlich nicht zwingend ein qualitätskriterium, aber rd. 3,500.000 verkaufte exemplare einer schallplatte/CD, die improvisierte pianomusik enthält, sprechen schon für sich. "köln concert" ist damit die meistverkaufte jazz-soloplatte und auch die meistverkaufte klavier-soloplatte.

jarrett selbst möchte diese aufnahme zwischenzeitig am liebsten einstampfen lassen, hat ihn doch der geburtsvorgang zuerst viel substanz gekostet, dann gab es viel hin- und her über transkriptionen in notenform (jarrett gab schließlich die erlaubnis zur veröffentlichung) und es nervt ihn wohl, immer auf diesen, seinen größten erfolg, angesprochen zu werden.

es wäre schade darum. millionen menschen haben wohl schon berauschend schöne momente mit dieser musik erlebt. zb hörte ich diese scheibe einmal im zuge eines segeltörns als die sonne aus dem meer stieg, wind aufkam und der katamaran immer schneller über das spiegelglatte meer glitt - so was vergisst man nie wieder...

nun ist es also schon wieder mehr als 35 jahre her, dass diese großartige aufnahme entstanden ist, die vinyl-auflage zum jubiläum hat eine weile auf sich warten lassen.

aber jetzt gibt es sie wieder, die legende, die vermutlich schönste und berührendste solo-piano-platte aller zeiten.

sie klingt noch durchhörbarer als das original, da ist gute arbeit beim mastering geleistet worden. die angesprochene heiterkeit im publikum ist deutlicher wahrzunehmen, auch jarrett's mitwimmern ist klarer und abgegrenzter zu hören.

selten trifft das attribut "must have!" so zu wie hier!
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke dafür, 22. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Vielleicht erscheint es ein wenig langweilig, wenn nun die nächste Besprechung dieses Köln Konzertes in der amazon Bibliothek erscheint, die auch wieder nur sagen kann, dass es sich um ein großes Werk handelt. Aber so wie es erlaubt sein muss, selbst nach tausend negativen Kritiken über ein Werk sagen zu dürfen, dass einfach nur schlecht ist, muss es mir möglich sein, nach all der positiven Resonanz des Kölnkonzertes festzuhalten, welch ein wundervolles Konzert 1975 in Köln stattfand.

Ich möchte überhaupt niemanden vorlügen, dass ich damals gerne dabei gewesen wäre, da ich zu jener Zeit völlig andere Musik gehört habe, aber dennoch ist für mich heute der Gedanke, dass man hätte dabei gewesen sein können, sehr verlockend. Ob Keith Jarrett sich bewusst war, was er damals in dieser Stadt geschaffen hat? Wahrscheinlich weis er das heute selber nicht mehr wirklich.

Auch die Einschränkung, dass die zeitliche Dauer der einzelnen Nummern auf die damalige LP-Spielzeit angeglichen war ist für mich kein Indiz des Negativen. Selbstverständlich ist diese Konzertreihe auch eine freie Improvisation im klassischen Sinne, da Mr. Jarrett sich natürlich Gedanken über den Ablauf eines solchen Ereignisses machen musste.

Was am Ende übrig bleibt ist einfach nur die Tatsache wie viel gute Gefühle diese Album mir beim hören geschenkt hat. Ich bin sehr dankbar das es diese Konzert auf einer CD oder auf welchem Träger auch immer gibt, und ich es , wann immer ich will hören kann.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch für Rockmusik- und Klassikfans, 28. November 2007
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Jazz ist für gewöhnlich überhaupt nicht mein Ding, aber das Album hier möchte ich nicht in meiner Sammlung missen.
Ich kenne wenig Aufnahmen bei denen man vergleichbar intensiv miterleben und hören kann, wie sich der Interpret förmlich in Trance spielt und dabei auch nicht vergisst seine Zuhörer mitzunehmen.
Ein Pflichtkauf auch für Rockmusik- und Klassikfans.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Impressionen eines Gefühls in Schwarz-Weiß, 21. Oktober 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Wenn zwei Händen ein Flügel wächst - so könnte man den personifizierten Jarrett Jazz beschreiben. Ein Kopf, ein Klangbild in der Vorstellung, zwei Hände die virtuos zwischen schwarz und weiss unterscheiden und eine Intensität, ein Gefühl vermitteln, was seines Gleichen sucht. Es ist eine Eine-Seele-Struktur, die über einem Saal liegt, wenn Jarrett seine Improvisation des Gefühls hörbar macht. Genial.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Befreit vom Perfektionismus, 13. Februar 2007
Von 
A. Wellmann (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Es gibt eine interessante und unbekannte Hintergrundgeschichte zu diesem legendären Konzert, die mir einmal die damalige Veranstalterin erzählt hat. Jedes Wunder hat einen Mythos, in dem es erzählt wird.

Jarrett kommt am Tag des Konzerts in die Kölner Oper um den Flügel und die Akustik zu prüfen und findet ein Instument vor, das den Ansprüchen des Meisters gar nicht entspricht. Er weigert sich darauf zu spielen und so versucht man unter Zeitdruck einen geeigneten Flügel zu organisieren. Dieser, in der Oper angekommen, ist allerdings nicht durch die Türe zu bringen. Jarrett, ganz nervöse Diva, will daraufhin das ganze Konzert kurzerhand absagen. Im Taxi, auf dem Weg ins Hotel, gelingt es unter Tränen besagter Veranstalterin Jarrett umzustimmen. Der Ausfall des Konzerts wäre für sie eine Katastrophe gewesen. So läßt sich der Pianist also erweichen und meint zu ihr: "Aber ich spiele heute nur für dich."

Also spielt er an jenem Abend dieses Konzert, das heute längst zum Klassiker der Jazzimprovisationen geworden ist.

Und ich vermute, gerade weil Keith Jarrett in seinem Perfektionismus dieses Konzert und diese Aufnahme bereits abgeschrieben hatte, konnte er so frei und ungehemmt aufspielen. Der Flügel klingt in der Tat recht hart und blechern, aber für dieses Konzert mußte alles so sein - auch der schlechte Sound des Instruments!

Man lernt daraus, daß manchmal gerade aus dem Unperfekten das Wunder des Augenblicks hervortritt und zur Vollendung führt. Und ein Wunder ist The Köln Concert fraglos für den der Hören kann.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Night at the Opera, 23. September 2002
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Der 24. Januar 1975, ein Konzert in der Oper in Köln. Eine Sternstunde, zu der es fast nicht gekommen ist, wie bei Ian Carr nachzulesen ist: Keith Jarrett war am Tag zuvor noch in Lausanne und hatte die Nacht praktisch nicht geschlafen. Am Morgen fuhr er zusammen mit Manfred Eicher im Auto den langen Weg nach Köln ohne Pause. Im Hotel angekommen, hängten sie erschöpft in der Lobby herum und warteten auf die Konzertveranstalterin. Alles sei in Ordnung, meinte sie, nur das Piano. Kein Steinway war vorhanden, dafür gab es zwei Bösendorfer in der Stadt. Aber zuerst wurde der schlechte Bösendorfer angeschleppt, weshalb der andere herangeschafft werden musste. Danach versuchte Keith Jarrett ein Nickerchen zu machen, was misslang. Dann ging er mit Manfred Eicher in ein italienisches Restaurant, wobei alle anderen zuerst bedient wurden. Etwa 15 Minuten bevor er im Konzertsaal sein sollte, kam das Essen, das er runterschlingen musste. So ging Keith Jarrett auf die Bühne, immer im Gedanken nicht einzuschlafen, und spielte das Konzert, das in die Jazzgeschichte eingehen sollte.
Die ersten zwei Sekunden sind für sich allein schon genial, aber durch diesen Anfang wird man richtig hineingezogen und folgt gebannt dem 1. Teil der Klavierimprovisationen von Keith Jarrett. Part IIa beginnt relativ lebhaft, wird zusehends bedrohlicher, bevor die Musik plötzlich bei 7:57 ins Nichts ausklingt, wie wenn sich jemand auf eine Klippe zubewegt und am Abgrund unvermittelt stoppt und inne hält. Bei Part IIb verfällt Keith Jarrett nach einem melodischen Effort bei 6:10 plötzlich in eine repetive Minimal Music-Phase à la Philip Glass, ausruhend, um danach den melodiösen Faden wieder aufzunehmen. Negativ kann man zu diesem Konzert einzig bemerken, dass es schon fast zu schön und zu perfekt ist.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 4. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Klar, dass dieses einmalige Musikstück weder Fürsprache noch eine weitere Empfehlung nötig hat, aber bei der Frage nach "meinem Klassiker" muss ich keinen Bruchteil einer Sekunde darüber nachdenken, welcher das ist (und das, obwohl ich sehr vielseitige Musikliebhaberin bin): Jarret's Köln Concert.
Ich habe es schon als Kind geliebt. Als vierzehn Jährige habe ich es allabendlich gehört und später habe ich es mir als meine erste CD gekauft.
In Jarrets Spiel auf diesem Konzert liegt so viel von dem, was das Leben zu bieten hat: Neugierde, Überraschungen, Hingabe, Verletzlichkeit und ein überwältigendes emotionales Spektrum, aber nicht zuletzt die unendliche Kraft des Menschen und vielleicht sogar Weisheit, in dem Sinne, dass dies alles gelebt werden will.
Heute höre ich diese Musik selten. Wie eine zu gute Droge, die sparsam zu dosieren ist. Ich kenne jeden Klang, jede Pause, aber ich entdecke immer wieder neue Bilder und neue Geschichten. Eine Musik nicht nur für, sondern wie ein Leben.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man sollte keine Rezensionen über diese CD schreiben, 12. Mai 2003
Von 
Tao (Zurich, Switzerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Über viele Jazz Cds kann man was schreiben und als Laie, so wie ich, möchte man das zumindest glauben. Man kann über Melodien, Akkordwechsel, Rhythmen, Skalen, Stimmung, etc. schreiben. Doch was soll man zu einer Musik sagen, die aus dem Nichts entstanden ist und all das Genannte irgendwie beinhaltet, aber irgendwie auch nicht. In der linken Hand werden in einem Moment chorale Akkorde angespielt, wenn auf einmal die rechte Hand mit einem zierlichen Lauf das Vorherige auflöst, sich die rechte Hand dann entschließt die rechte Hand mit einem Tremolo zu unterstützen, aber die linke Hand dann wieder zu einer ganz anderen Melodie mit einem ganz anderem Rhythmus aufbricht. Und das alles in 10 Sekunden. Eine einmalige CD. Man kann schon nicht mehr sagen, es sei klassisch angehauchter Jazz. Es ist die personifizierte Musik, die aus dem Nichts hervortritt. Aber jetzt habe ich doch den Fehler begangen diese Cd in Worte zu fassen zu wollen.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblick in die Weite improvisatorischer Möglichkeiten, 18. Juli 2006
Von 
André Beßler (Bremen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Wer wäre nicht gern dabei gewesen am Abend des 24. Januar 1975 in der Kölner Oper, als sich Keith Jarrett zu diesem unvergesslichen Konzert ans Piano setzte?! Bereits im März und im Juli 1973 hatte Jarrett mit einzigartigen Solo-Konzerten in Bremen und Lausanne von sich reden gemacht, doch die hier eingespielten Improvisationen stießen den Hörern die Tür auf zu der ungeahnten Weite seiner immensen musikalischen Möglichkeiten.

Die Einteilung in vier Stücke folgt dem damals gebräuchlichen Format einer Doppel-LP und ich erinnere mich, dass dieses Album in meiner Umgebung während der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre eine große Verbreitung fand. Obwohl die CD der Vinylpressung eigentlich nicht nachsteht, habe ich mir die beiden Langspielplatten in dem mittlerweile sehr vergilbten Cover gut aufgehoben, weil ich das erste Stück eben doch gern ab und zu von der Platte höre.

Über dem ganzen Konzert liegt eine große Ernsthaftigkeit, so als seien sich alle Anwesenden dem Heraufziehen einer neuen Ära des Jazz bewusst. Tatsächlich war es aber wohl eher so, dass kaum jemand geahnt hat, was die Aufnahme dieses Konzertes auslösen würde und viele Versuche anderer Künstler, an Keith Jarretts verdienten Erfolg anzuknüpfen, mussten selbstverständlich vor seiner kraftvollen Virtuosität verblassen. Die überwältigenden Beifallsstürme nach jedem Stück zeigen an, mit welcher Konzentration und innerer Beteiligung die Konzertbesucher dem Pianisten gefolgt sind.

Auch nach etwa dreißig Jahren liegt für mich immer wieder ein eigenartiger Reiz darin, dem Künstler zuzuhören wie er ein Thema setzt, Töne gruppiert, eine Melodie-Linie anklingen lässt, sie verwirft oder entwickelt, lebhaft steigert, in der Abstraktion verliert, wieder aufgreift und weiterführt. Doch Keith Jarretts leidenschaftliche, intensive Improvisationen entziehen sich den Worten. Man muss ihm zuhören und ist dann überrascht von seiner Lebendigkeit.

Für viele markiert dieser Konzertmitschnitt ihren Zugang zum Jazz. Die Einflüsse von vielerlei Genres sind nicht zu verkennen - kein solches Werk ereignet sich so zu sagen im geschichtsfreien Raum - doch muss man sagen, niemand zuvor hat in gleicher Weise Piano gespielt. Darin liegt meiner Ansicht nach der Grund für die anhaltende Beliebtheit von "The Köln Concert".

Wenn ich mich recht entsinne, war dies die erste Produktion aus dem Hause ECM, welche eine solch große Aufmerksamkeit unter Musikfreunden gefunden hat. Es ist das unschätzbare Verdienst Manfred Eichers, mit seiner "Edition of Contemporary Music" die Arbeit vieler großer Künstler, die sich hergebrachtem Sparten-Denken weitgehend entziehen, in aller Welt bekannt und zugänglich gemacht zu haben. Seine ECM-Recordings haben die Aufnahmegeschichte des europäischen Jazz seit den Siebziger- und Achtzigerjahrensind in ganz besonderer Weise geprägt.

Das von Eicher verfolgte Klangideal wurde später einmal als "most beautiful sound next to silence" bezeichnet. Jenseits des gängigen Jazz-Sounds schuf er mit seinen einzigartigen Veröffentlichungen ein transparentes, eher minimalistisches Klangbild. Limitierte Finanzen mögen dazu beigetragen haben, dass Eicher sich dieserhalb vor allem nach jungen, hoffnungsvollen Talenten umtat. So gewann er neben dem Pianisten Keith Jarrett schon früh den für seine sehr elegischen Kompositionen bekannten Saxofonisten Jan Garbarek für seine Firma. Beide garantieren mit ihrem puristischen Klang bis in die Gegenwart für die Unverwechselbarkeit des Labels.

Heute sehr bekannte Künstler wie Pat Metheny, Gary Burton, Chick Corea, Egberto Gismonti und Ralph Towner reiften unter Manfred Eichers Ägide zu stilprägenden Instrumentalisten ihrer Generation heran. Dabei verstand er es stets, den Musikern sehr viel Freiraum zu lassen und sie zugleich in das klangliche Gesamtkonzept seines Labels zu integrieren. Musiker, die sich von ECM trennten, brauchten meist einige Zeit, bis sie an ihre früheren Erfolge anknüpfen konnten. Was die Entdeckung und Förderung junger Künstler anbelangt, haben inzwischen andere Firmen ECM den Rang abgelaufen. Manfred Eicher ist es jedoch gelungen, sich mit seinem Label auch im Bereich der Klassik zu etablieren und auch hier Aufnahmen von außerordentlich hohem klanglichen Niveau anzubieten.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Endlos-Wiederholungs-Taste ..., 14. April 2009
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
24. 1. 1848: James W. Marshall findet ein Goldnugget nahe Sutter's Mill, und der kalifornische Goldrausch geht los.

24.1. 1975: Die Kölner Oper am Offenbachplatz ist Schau- und Hörplatz von Keith Jarretts Konzert.

Alles Drumherum bis hin zum Flügel ist arg improvisiert, und eben weil der so unvollkommen klingt, legt Jarrett viel in die linke Hand, in die mittleren und tiefen Lagen und kommt zu einer fast hypnotischen Musik zwischen Klassik, Blues und Jazz. Der Goldrausch um das Köln-Konzert dauert im Gegensatz zu dem kalifornischen immer noch an: "Keith Jarrett: musst Du hören"
... doch war es in meinem Fall das Durchstöbern in der Stadtbücherei und der einfache Titel auf einem weißen CD-Cover. Auf dem Photo ist Keith über den Flügel gebeugt und bildet mit ihm einen Kreis. Das Rückseitenphoto von Wolfgang Frankenstein kann hierbei nicht in der Kölner Oper aufgenommen sein, doch dies nur nebenbei.

Die Musik ist auf eine Doppel-LP ausgerichtet: 26 von part 01 plus 40 Minuten der parts 2a-c macht 66 Minuten. Der Klang ist gut herausgearbeitet (Manfred Eicher, ECM), auch an Keith Jarretts Verzückungsstöhnen und -stampfen gewöhnt man sich rasch. Er greift, wird berichtet, den Pausengong der Oper auf und entwickelt ihn. Und im Überfluss erschafft er eine musikalische Idee nach der nächsten, auf eine für Jarrett vergleichsweise harmonische Art.

Fazit: Ich habe es mir schließlich hier bestellt, weil ich es mir doch immer wieder ausgeliehen habe. Das kann ich auch als meine Empfehlung abgeben, denn diese CD hat wahrlich genug Musikalität für ein ganzes Gros an Hördurchläufen.
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