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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Maskenmänner werden (musikalisch) erwachsen
Jetzt haben es also auch die Jungs aus Iowa geschafft - ihr neues Album polarisiert nicht nur die Fangemeinde, es wird auch schon lauthals "Ausverkauf!" gebrüllt. Wieder einmal sind alle Extreme in den Rezensionen enthalten: von völlig unkritischen und unreflektierten Lobeshymnen bis hin zu sinnentleerten Verrissen.

Fakt ist, dass sich die Band seit...
Veröffentlicht am 11. September 2008 von Stefan T.

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Hoffnung stirbt zuletzt
Da wohl nur noch höchstens ein weiteres Studioalbum von Slipknot erscheinen wird, auf das ich mit gemischten Gefühlen in der Magengegend warte, kann man wohl einen kurzen Blick auf die Hinterlassenschaft der Band aus Iowa werfen. Glich das Debüt nur einem gigantischen Wutausbruch, legte "Iowa" zwar noch einmal eine Schippe an Brutalität drauf, wurde...
Vor 5 Monaten von Sebastian F. veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Hoffnung stirbt zuletzt, 15. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
Da wohl nur noch höchstens ein weiteres Studioalbum von Slipknot erscheinen wird, auf das ich mit gemischten Gefühlen in der Magengegend warte, kann man wohl einen kurzen Blick auf die Hinterlassenschaft der Band aus Iowa werfen. Glich das Debüt nur einem gigantischen Wutausbruch, legte "Iowa" zwar noch einmal eine Schippe an Brutalität drauf, wurde aber gleichzeitig melodischer, sodass die ersten Hits entstanden. "Vol. 3" bestach mit dunklen Songs, die bis heute Ihresgleichen in der Diskographie Slipknots suchen.

2008 erschien dann "All Hope is Gone", das vierte Werk der Freddy Krüger Verschnitte aus dem mittlerem Westen. Und es sollte alles anders werden, nachdem Sänger Corey Taylor mit der Produktion auf "Vol. 3" (für die übrigens niemand Anderer als Rick Rubin verantwortlich war) unzufrieden war. Hätten sie Rubin mal lieber behalten, denn die Produktion auf "All Hope is Gone" ist hochwertig, aber zu glatt, charakterlos.
Letztendlich kommt es aber auf die Songs an. Und so hört man das Album durch... danach noch einmal... vielleicht noch 50 Male, bis man feststellt: Das Album zieht relativ egal an einem vorüber. Von der einstmaligen Emotion der Vorgänger ist kaum noch was zu spüren.
Woran liegt es? An der Virtuosität auf gar keinen Fall, denn hier hat jedes Bandmitgleid deutlich zugelegt. War man zu "Iowa" Zeiten noch froh, dass die Gitarristen ihre Instrumente richtigrum hielten, sind die Saitenquäler auf "All Hope is Gone" das Kernstück der Musik.Mit Riffing, dass an Machine Head erinnert und Soli, auf welchen die Tonleitern innerhalb von Millisekunden abgefrühstückt werden. Alles toll gespielt und dazu aufwendig produziert.

Genau dieses Gitarrenspiel boxt den Opener "Gematria (The Killing Name)" effektvoll durchs Ziel. Auch bei "This Cold Black" und dem Titeltrack funktioniert die Verlagerung auf die Gitarrenarbeit, auf anderen wiederrum überhaupt nicht.

Slipknot waren nie eine Thrashmetalband und so kranken viele Songs an Einfallslosigkeit oder dem Schon-mal-gehört-Syndrom. "Vendetta" etwa ballert 6 (in Worten: sechs) Minuten um ein zwar schnelles, aber eintöniges Riff herum und wird noch dazu mit dem witzlosestem Schlagzeugspiel untermalt, dass man sich ausdenken kann. "Butcher's Hook" versucht progressiv zu klingen, wirkt aber deplatziert. "Sulfur" und "Psychosocial" sind nett, aber bei beiden stört mich das Drumming, was auf dem Album überhaupt erschreckend schwach ist.

Jordisons Darbiertung am Schlagwerk hat schon immer zum Mythos Slipknot einen erheblichen Teil beigetragen, war es doch auf den Alben zuvor einfach nur fantastisch. Hier ist davon nur selten etwas zu hören. Größtenteils überproduziert und angeberisch, zu laut abgemischt und selbstgefällig ist das, was Joey Jordison abliefert.

Was außerdem stört ist, dass Corey dem allgemeinen Kurs in Richtung Metal mitmacht und nur noch in der tiefstmöglichen Tonlage brüllt. Abwechslung wird kaum geboten ("Dead Memories", "Snuff" und "Gehenna" mal ausgenommen). Ich erwarte ja auch nicht den klarsten Gesang, dennoch war das Geschrei auf den Alben zuvor immer kurz vom Rande des Nervenzusammenbruchs und hier klingt es routiniert abgespult. Die unpersönlichen Texte tun dazu ihr Übriges.

Ich will das Album nicht schlechter machen als es ist, deshalb hier mal die tollen Momente von "All Hope is Gone" aufgelistet:
Zu erwähnen wären da natürlich die Metalbrecher wie "Gematria" oder "This Cold Black", dann noch "Dead Memories" als ein schöner klarer Rocksong. Außerdem noch "Gehenna", ein Monolith mit Atmosphäre zum Schneiden und einem Solo zum Niederknien. Zuletzt noch "Snuff", die einzige richtige Ballade auf dem Album und wie die von Slipknot zuvor auch wieder schön.

Was bleibt nun von "All Hope is Gone"? Die Gewissheit, dass Slipknot nie mehr mit soviel Energie spielen werden wie früher. Insofern ist das Album schlimmer als es eigentlich ist. Handwerklich ist das hier eine 1, aber es wirkt stellenweise künstlich. Ich hatte gehofft, dass mich Slipknot nie so kalt lassen.
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Maskenmänner werden (musikalisch) erwachsen, 11. September 2008
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
Jetzt haben es also auch die Jungs aus Iowa geschafft - ihr neues Album polarisiert nicht nur die Fangemeinde, es wird auch schon lauthals "Ausverkauf!" gebrüllt. Wieder einmal sind alle Extreme in den Rezensionen enthalten: von völlig unkritischen und unreflektierten Lobeshymnen bis hin zu sinnentleerten Verrissen.

Fakt ist, dass sich die Band seit dem Major-Debüt ständig weiterentwickelt hat. In dieser Evolution ist "All Hope Is Gone" nur der nächste logische Schritt. Wenn man die pure Aggression sucht, die Slipknot zu Superstars machte (das sind die Herren nämlich schon längst, was das ganze "Ausverkauf"-Gequatsche ad absurdum führt), bleibt man besser bei den alten Alben - oder sucht sich andere Bands, die in deren Sog ähnliches veröffentlicht haben bzw. noch immer veröffentlichen. Dass die Musik auf der neuen Platte den aktuellen Mainstream zum Teil trifft, kann jedenfalls kaum der Band angelastet werden. Dafür klingt die CD meiner Ansicht nach nicht konstruiert genug, eine solche Anbiederung hätten die Maskenmänner auch gar nicht (mehr) nötig, um Platten zu verkaufen.

Inhaltlich ist einiges beim Alten geblieben und einiges neu. So sind in einigen Songs sehr schöne, mitunter zweistimmige Gitarrenharmonien enthalten, die unwillkürlich an Iron Maiden erinnern. Das wüste Gebrüll wird relativ oft von cleanem Gesang durchbrochen, was - und das wird jeder zugeben müssen - für Abwechslung sorgt. Insgesamt ist das Songwriting Slipknots deutlich "reifer" geworden - nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise mit jedem neuen Album.

Wie eigentlich immer bei Slipknot ist "All Hope Is Gone" ein auf und ab an guten und mäßigen Liedern. Mit "Psychosocial" ist auch der typische Hit vorhanden, der jedoch um einiges ausgefeilter klingt, als die vergleichbaren Vorgänger.

Als sehr gelungen empfinde ich außerdem den Opener "Gematria (The Killing Name)", der entfernte "People=Shit"-Ähnlichkeit aufweist, außerdem das Titelstück und vor allem "Wherein Lies Continue". Der Rest der Songs bewegt sich für meine Ohren im Mittelmaß - allerdings empfinde ich die (Halb-)Ballade "Dead Memories" im besten Fall als langweilig, eher sogar als unnotwenig und nervig. Ähnliches gilt für die Tracks "This Cold Black" und "Butcher's Hook", in denen die Band einfach nicht auf den Punkt zu kommen scheint. Das Intro ist zwar passend, aber doch mindestens eine halbe Minute zu lang. A pro pos "lang": recht außergewöhnlich und mit Sicherheit nicht jedermann's Sache dürfte das längste Stück des Albums ("Gehenna") sein. Düster, langsam, fast schon doomig und damit umso bedrohlicher wirkt dieses Lied - mir persönlich gefällt das sehr gut, auch wenn es noch mehr Durchläufe als der Rest des Materials benötigt.

"All Hope Is Gone" ist meiner Meinung nach das erste Slipknot-Album, das auch eine größere Zahl traditioneller Heavy-Metal-Fans auf seine Seite ziehen könnte - zumindest bei mir haben sie es zum ersten Mal geschafft. Das ist einzig und allein dem verbesserten Songwriting geschuldet, das für mich persönlich das Wichtigste überhaupt ist. Wenn dieser Faktor stimmt, zählen auch keine Genre-Grenzen mehr... Dazu kommen bessere Fähigkeiten an den Instrumenten bzw. die Bereitschaft, diese auch hören zu lassen, wovon bei Slipknot am Anfang nicht viel zu spüren war.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Ära geht zu Ende, 11. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
So sehr man ihnen die Nische zugestehen muss, die sie sich in der jüngeren Musikgeschichte freigekratzt haben, man muss sich mit dem Gedanken abfinden, dass sich ein Bandkonzept wie Slipknot nicht ewig fortsetzen lässt. Ihr Verdienst lässt sich einfach zusammenfassen: Sie haben aus quasi übermenschlicher Aggressivität eine musikalische Kunstform entwickelt. In einer Zeit, als der einst so wegweisende Nu-Metal nur noch darin bestand, so zu spielen, zu singen und aufzutreten wie KoRn, schafften es neun wütende Männer aus dem finstersten amerikanischen Nirgendwo einen Sound zu kreieren, dem man tatsächlich nichts vergleichbares gegenüberstellen konnte. Image-Gehabe hin oder her, selbst ihre Gegner werden eingestehen müssen, dass die Musik von Slipknot einzigartig, ohne Vorreiter oder bekannten Einfluss bei uns ankam: Ein dominantes Schlagzeug, das sich zu jedem Tempo wie eine Dreschmaschine unter die Musik legt, krachende Gitarren (mal mehr mal weniger), Verzerrung und natürlich Corey Taylors ans Unmenschliche grenzende Gesangsleistungen, die einen Normalsterblichen bereits dreimal umgebracht hatte
Auf ihren ersten drei Alben haben sie dieses Konzept individuell verarbeitet: Das Debüt war noch etwas ungeordnet aber in seiner ungezügelten Wut bis dato ungehört, IOWA brachte (für mich zumindest) den Höhepunkt eines Gesamtkunstwerks menschlicher Extrememotionen, und in The Subliminal Verses schaffte es die Band ihr bahnbrechendes Wutpotential durch gedrosseltes Tempo und mehr Harmonien zu kleinen, nicht minder effektiven Giftgeschossen zu komprimieren. Was soll danach noch kommen?

All Hope is Gone ist ein charakteristisches Slipknot-Album, aber es zeigt drastische Ermüdungs- bzw. Verschleisserscheinungen: Der Lärm ist da, die Wut ist da, aber irgendwie zündet dieses Konzept diesmal nicht mehr. Die einzigartige Fähigkeit der Band, unmenschliche Gefühle in eine bis ins letzte Detail konzipierte Kunstform zu übertragen, ist diesmal kaum mehr zu erkennen: Die einzelnen Lieder wirken ungeschlacht, allein auf Lautstärke ausgelegt, und vor allem extrem abwechslungsarm: Tempowechsel, HipHop-Einlagen, die intensiven Hasspassagen eines "Liberate" oder der "Heretic-Anthem" fehlen komplett: Zwar kommt mit "Dead Memories" auch eine Ballade zum Zuge, sie wirkt mit starker Stone Sour-Schlagseite eher fehl am Platze - Stattdessen hat die Band mit "Psychosocial" zumindest für mich den ätzendsten Refrain ihrer Karriere erfunden
Auch die vielbeschworene Aggressivität ist hier in erster Linie nur noch Pflichtableistung: Alleine "Gematria" sowie der Titeltrack lassen vermuten, was möglich gewesen wäre - von der durchschlagenden Härte ihrer Meisterstücke sind jedoch auch diese beiden Songs weit entfernt. Zwischen diesen beiden Liedern liegt eine (im wahrsten Sinne des Wortes) eintönige, ungeordnete Krachlandschaft, bei der man niemals aufhorcht, sondern die man irgendwann nur noch hinnimmt, wie Baulärm vor dem Fenster.
Auch gesangstechnisch bewegt sich die Band weit unter ihren Möglichkeiten: Corey unterlegt die Lieder in erster Linie mit tiefer, schleimiger Bauchstimme, die weder Wut noch Angst, noch eine andere Emotion überzeugend wiedergibt: Der Gesang bleibt fast durchgehend auf Death-Metal-haftigem Gebrüll, wie man es am ehesten von Cannibal Corpse kennt: Für eine Band, die einen der stimmlich fähigsten Sänger in der Szene für sich beanspruchen kann, ist dies alles andere als rühmlich.

Damit wäre das Grundproblem dieses Albums weitgehend auf den Punkt gebracht: Es ist schlicht und ergreifend lasch. Wie eingangs erwähnt ist dies aber wohl eine natürliche Konsequenz: Man kann das Konzept, das Slipknot groß gemacht hat, nicht endlos fortführen: Irgendwann ist ein Album nicht mehr geordnet hasserfüllt, sondern nur noch Krach, irgendwann ist der Hörer vor lauter Aggressivität abgestumpft - dieser Punkt ist jetzt erreicht.
All Hope is Gone ist kein schlechtes Album, aber es ist ein überdeutlicher Warnschuss für Slipknot es nun gut sein zu lassen: Wenn die Band der Nachwelt auch weiterhin positiv im Gedächtnis bleiben will, dann kann eine weitere Neuerfindung nur schaden, und ein weiteres lasch-uninspiriertes Album wie dieses würde die Band in bedenklich in Richtung austauschbarer Krawallbrüder rücken, vor denen es in der Branche nur so wimmelt: Beides kann niemand wollen.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hält die Klasse der Vorgänger, 19. August 2008
Dank des komplette Online Streams von Roadrunner gibt es bereits ein paar Tage vor erscheinen der Platte das vollständige Werk zu hören.

Vorweg muss ich sagen, das Album überzeugt nahezu von der ersten bis zur letzten Minute.

Das verzerrte Intro in Slipknot-Art kündigt an, dass jede Hoffnung vorbei ist. Und genau das beweist "Gematria". Eine fette Double-Bass und harte Metalriffs führen das Stück in die harten Strophen. Corey Taylor bleibt stimmlich dem "Vol. 3" Sound bei. Bedeutet: Die Screams sind seichter als auf dem "Selftitled" oder "Iowa". Viele Rhythmuswechsel und kaum erkennbare aber effektvolle Melodieergänzungen lassen den Song zu einem guten Opener werden.
Sulfur startet mit stampfenden Drums und Riffs. Corey hält die Strophen eher unauffällig um dann im Refrain ganz Stone Sour gemäß mit cleaner Stimme aus sich rauszukommen. Ein Slipknot untypischer Song. Einige werden mit diesem Stone Sour-Sound auf "All Hope Is Gone" vielleicht ihre Probleme haben.
Die Single "Psychosocial" dürfte mit ihren harten Riffs und dem wunderbar eingängigen Refrain schon allen bekannt sein. Der Song zählt sicherlich zu den stärksten Song auf dem vierten Werk der Maskenköpfe.
Die Überraschung der CD dürfte "Dead Memories" sein. Eine Powerballade mit wundervollen Harmonien und extrem melodischen Gitarrenklängen. Eine wahre Glanzleistung auch von Corey. Der Song bleibt sofort hängen und hat absolutes Singlepotential und dürfte bei allen Fans sehr gut ankommen.
"Vendetta" geht dann wieder auf die 12. Aber der Song kann trotz seiner Härte nicht ganz punkten. Er wirkt etwas deplaziert und vorallem einfallslos. Kaum mehr als Durchschnitt.
Ganz im Gegenteil kommt "Butchers Hook" daher, der wortwörtlich eine zerfleischend gute Hookline hat. Eingängig und dennoch mit der nötigen Slipknothärte bestückt. So muss es sein. Definitiv eines der großen Hightlights mit samt des schönen Gitarrensolos.
"Gehenna" kommt für Slipknot-Verhältnisse recht untypisch daher. Der Song ist schwer einzuordnen. Sowohl in Rhythmik als auch Melodieführung erinnert der Song schon fast an einen HIM Song. Spätestens beim 3. oder 4. Hördurchgang entfaltet der Song seine wahre Stärke.
"This Cold Black" ist der bis dato härteste Song und schreddert richtig los. Harte Shouts, schöne Spielereien und brachiale Riffs. Zieht nicht so ganz, da man auf dem Album schon weitaus bessere Melodien und Songs zuhören bekommen hat.
"Wherein Lies Continue" klingt zum größten Teil auch sehr nach Stone Sour. Nicht der stärkste Song, geht aber als Füllnummer durch. Etwas träge.
Langsam und melancholisch geht es in "Snuff" zu. Auch ein potentieller Single-Kandidat. Akkustische Gitarren begleiten Coreys schöne cleane Stimme. Der Song steigert sich melodisch zum Ende. Die Drums und auch die E-Gitarren setzen ein. Wunderbare Ballade. Kann ein zweitens "Vermilion Pt. II" werden.
Auch "All Hope Is Gone" dürfte den meisten schon bekannt sein. Ein harter, brachialer Song der sich ins Gehör bolzt. Schnelle, wütende Drums von Joey schmettern Coreys harte Lyrics zum nicht grade eingängigen Refrain. Teilweise gelungen.

Insgesamt, hält die Slipknot Platte zumindest das Niveau des Vorgängers. Die Härte der ersten 3 Alben werden wohl nicht mehr erreicht werden. Das stört mich allerdings weitgehend wenig, da die Melodien von Album zu Album mehr im Vordergrund stehen. Und diese sind teilweise fantastisch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Slipknots bestes!, 8. September 2008
Von 
Sascha "metalnews.de" (Bruchsal, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
Erinnert euch zurück, irgendwann 1998, Headbanger's Ball, MTV, Jamey Jasta kündigt die neue Band Slipknot an, worauf das Video von Wait & Bleed folgte. Wow, echt kranke Scheiße, neun total durchgedrehte auf einer Bühne die dieses musikalische Chaos inszenieren. Das Album fällt genau so aus, wobei die Hidden Tracks für noch mehr Aufsehen sorgten (Get This und Eeyore).

Iowa wurde als Abklatsch des Debüts abgestempelt, was ich nicht so ganz einsah: Die Songs waren besser strukturiert, grooviger, stellenweise sehr thrashig, aber größtenteils immer noch genau so primitiv wie das Major-Debüt. Und es herrschte eine ganz andere Aggression.
Es folgte Vol 3, welches zu Recht heftig umstritten war. Ich empfinde das Album immer noch als gut, aber einige Sachen gehen da gar nicht gut: Stellenweise sehr radiotauglich, aber das schlimmste ist der Versuch, irgendwelche Leads einzubauen (okay, dfas Vermillion Solo war und ist noch immer gut).

All Hope Is Gone liegt nun schon eine kleine Weile vor und hat größtenteils eher durchschnittliche bzw sehr mittelmäßige Rezensionen bekommen und vile beklagen, dass zuviele Stone Sour-Einflüsse zu hören wären.

Das Album wird eingeleitet mit einer Rede und vielen Wirrwarr Sounds, was eigentlich mal direkt nach Slipknot klingt.
Nahtlos folgt Gematria. Schon hier lässt sich eine Weiterentwicklung erkennen: direktes Songwriting, mit wesentlich geileren Riffs als zuvor und das Gegroove, was ich seit Iowa vermisst habe. Ebenfalls erfreulich: Corey Taylor ist stimmlich wieder da angekommen, wo er bei Iowa aufgehört hat: Brachialer Brüllgesang (allerdings keine Sprechgensang-Parts wie beim Debüt oder verzweifeltes Gebrülle wie bei iowa) gemischt mit einer Menge semiclean und vollkommen Cleangesängen, letztere haben sich vor allem bei Vol 3 herauskristallisiert und werden auch so weitergeführt.
Sulfur geht eine ähnlcihe Richtung, nur bietet dieser Song einen Clean Refrain.

Psychosocial... am Anfang von vielen als kommerziellen Schund gescholten... Nagut, eine Massentauglichkeit kann man nicht absprechen, aber mal ganz ehrlich, das Teil ist ne astreine Headbang-Nummer und noch lange nicht so chartstauglich und vor allem metallischer als Duality.

Dead Memories hätte rein theoretisch auf dem letzten Stone Sour - Album stehen können, wenn da gegen Ende nicht typische Sipknot-Rifffs zu hören wären.

Vendetta... manche reden hier von billiger Morbid Angel-Kopie: Einfach maul ahlten, wenn man keine Ahnung hat! Das einleitende, zugegebenermaßen sehr todesmetallische Riff, erinnert eher an Bolt Thrower. Der Song geht aber eher in Hard Rock Riffing und passendem gesang über.

Butcher's Hook klingt allerdings wie ein Annäherungsversuch an Bands wie Textures oder Meshuggah, ohne deren Klasse zu erreichen,waas aber nicht schlimm sit, der Song ist gut anzuhören, bis auf das beim Refrain ein sehr unpassender Clean-Part eingesetzt wird (I'm Giving Up Again...).

Der einzige Song, der mich auf diesem Album nicht reinlaufen will, ist Gehenna. Der Song ist an sich nicht schlecht, aber was bitte soll dieser tausendmal wiederholende furchtbare Refrain? Naja, Feheler passieren...

Nach diesen vier Songs geht es wieder zurück zur anfänglichen Brachialität: This Cold Black prügelt wieder ordentlich und groovt.

Werein Lies Continue bietet ebenfalls sehr gute metallische Kost, ist aber manchen vielleicht auch ne Spur zu monoton.

Es kommt die erste und letzte Ballade des Albums: Snuff überzeugt ebenfalls von vorne bis hinten und erinnert mich mal gar nicht an Stone Sour, bis auf den Gesang halt. Das Riffing und vor allem die Melodie ist sehr geil. Der Text ist auch gut gelöst, im Sinne, dass er zu Slipknot passt und sehr pessimistisch ist.

All Hope is Gone, der Titeltrack schließt das Album gut ab, als Albenanheizer im Vorraus habe ich ihn nicht als allzu passend empfunden, in's Gefüge des Albums passt er aber sehr gut rein.

Auch wenn es sich stelenweise weniger enthusiastisch anhöret, aber das Album macht einen sehr sehr sehr guten Gesamteindruck. Es bietet genau das, was mit Vol 3 versprochen worden ist, aber vergleichsweise ordentlich in den Sand gesetzt worden ist. "Vol. 4" bietet jedenfalls sehr gute Kost, bei der ich erstamls sagen kann: Das ist kein New Metal und vor allem: sehr eigenständig: Das Riffing prägt Slipknot. Was einige vermissen dürften, ist das chaotische des Selftitled-Albums, aber mal ehrlich, wenn ich sowas hören will, leg ich eben das Selftitled ein.

Mir gefällt das Album, auch wenn ich Gehanna als großen Minuspunkt betrachte, und empfinde es als das beste der Rasselbande.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sind wir schon bei der vierten?, 29. August 2008
Maskenträger scheinen anno 2008 nicht mehr in zu sein. Sido hat sie abgelegt und auch die ewige Nummer 8 alias Corey Taylor sieht man nur noch maskenlos durchs Leben laufen. Vor allem in seiner Zweitband Stone Sour scheint er in letzter Zeit immer mehr aufzugehen und deswegen wäre die Entstehung der vierten Langrille der Masken aus Iowa auch fast gescheitert. Aber nur fast, denn Drummer und heimlicher Slipknot-Chef Joey Jordison hat die ganze Mannschaft wieder zusammengetrommelt, die allesamt in den letzten paar Monaten stark mit Side-Projekten beschäftigt waren, und zusammen haben sie das längst überfällige vierte Album mit Namen "All hope is gone" eingespielt.

Hierbei handelt es sich um ein total abwechslungsreiches und interessantes Album, das sich stark am guten Vorgänger "Vol. 3 - The subliminal verses" orientiert. Schon auf dem letzten Album klang Taylor's Gesang variabler und hochklassige Clean-Passagen haben sich mit den üblichen Growls abgewechselt und daraus entstand eine qualitativ wirklich hochwertige Mischung.

Auf "All hope is gone" verhält es sich gleich. Slipknot klingen wieder neu und innovativ und haben sich sichtlich weiterentwickelt. Menschlich wie musikalisch. Bei einigen Songs hört man auch eindeutig die Stone Sour-Einflüsse von Taylor raus, was dem ganzen Album wirklich gut tut.

Metal-Kracher, wie das schon vorab bekannte "Psychosocial", das atmosphärische und ganz ohne Growl-Vocals auskommene "Dead memories" oder das anprangernde "Sulfer" gehören zu den besten Songs, die Slipknot je produziert haben. Soll nicht heißen, dass Slipknot verweichlicht geworden sind. Auf "All hope is gone" befinden sich immer noch genug beinharte Momente, um die alteingesessenen Fans der ersten beiden Platte nicht zu vertreiben ("Gematria", "All hope is gone"). Mir persönlich hätte noch ein wenig mehr Melodie nicht geschadet, doch man kann ja nicht alles haben.

"All hope is gone" ist ein wirklich gutes Metal-Album geworden, das seinen Pluspunkt sicherlich in der Abwechslung bietet. Hier wird einem mit Sicherheit nicht langweilig. Zwar hätte man zwei, drei Songs (zB "Butcher's hook") vielleicht weglassen sollen, doch das nützt im Nachhinein sowieso nichts mehr.

Slipknot präsentieren mit ihrem vierten Longplayer ein wirklich gutes Album, welches wieder viele Abnehmer finden sollte und sicherlich auch wird...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu jeder Stimmung ein Song !!!, 7. September 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
Ich glaube zu den einzelnen Songs ist alles gesagt worden: Es gibt welche die erinnern doch stark an die Zeiten der "Iowa", neben Songs die man auch hätte auf "Vol.3" wiederfinden können, und die Tracks die auch von der neuen Stone Sour seinen könnten - das alles soll (in meinen Augen) nichts negatives bedeuten. Vorallem kann das Album mit schnellen Breaks, perfekten Drums (auch wenn sie manchmal etwas bekannt wirken) und in erster Linie Coreys abwechselnder Gesang zwischen Clean,Shouts und Growling überzeugen. Von der ersten Sekunde welche etwas an den Anfang von Depeches Mode "I Feel You" erinnert, dann aber in eine aggresive und verzerrte Präsidentenrede wandelt, bis hin zur letzten Sekunde des signifikaten und hirnwändeweichprügelnden Titeltrack kann das Album fast durchgehend überzeugen: Hier stellt nur das überflüssige "Butchers Hook" die Ausnahme dar. Das vierte Werk der Neuner benötigt zwar mehrere Anläufe und völlige Aufmerksamtkeit bis auch Songs wie "Gehenna" überzeugen, diese gehören aber später sicher zu den besten Songs die sie je produziert haben. Wo wir gerade bei Produktion sind: Produzent Dave Fortmann hat dem Album genau den richtigen "Flair" gegeben, und somit ein wahres Meisterwerk welches vor Abwechslung kaum zu überbieten ist, perfekt gemacht.

".execute." = 5/5
"Gematria (The Killing Name)" = 5/5
"Sulfur" = 4/5
"Psychosocial" = 5/5
"Dead Memories" = 5/5
"Vendetta" = 5/5
"Butchers Hook" = 3/5
"Gehenna" = 5/5
"This Cold Black" = 4/5
"Wherein Lies Continue" = 4/5
"Snuff" = 5/5
"All Hope Is Gone" = 5/5

Klar sind mittlerweile die Einflüsse aus Stone Sour unüberhörbar geworden, aber für mich als überzeugten Fan der "Come What(ever) May" macht es das Album natürlich nicht schlechter (zumal Ich Coreys klare Stimme liebe). Sicherlich sind Songs wie "Dead Memories" oder "Snuff" für Fans der Selftitled oder "Iowa" ein Grauen, aber wenn man wie Ich ein offenes Ohr für alle handgemachte Musik hat stellt "All Hope Is Gone" wohl einen absoluten Ohrenschmaus dar. Und trotzdem werden auch alte Fans mit Songs wie "Gematria (The Killing Name)" oder "All Hope Is Gone" nicht enttäuscht, und alleine diese beiden sind die 15 € wert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das reifste und beste aller Slipknot Alben, 11. August 2009
Ich muss sagen dieses Album ist der absolute Hammer, zu keinem Punkt langweilig da die Tracks unterschiedlicher nicht sein könnten.
Es ist definitiv das reifste Machwerk der `NEUN` aus Iowa aber immernoch weit entfernt vom Mainstream. Dieses wird ja von vielen behauptet aber ma ehrlich nur weil ein paar ruhigere Songs den weg auf die Platte gefunden haben ist es noch lange kein Mainstream Album. Ich für meinen Teil finde die Weiterentwicklung von Slipknot super. All Hope Is Gone ist sehr hart und sehr melodisch zugleich und genau das macht es in meinen Augen zum besten Album der Band. Eine CD für all jene die harte Musik lieben und für Slipknot Einsteiger ist sie wohl auch am besten geeignet, da sie eingäglicher ist als die älteren Dampfhämmer.

Anspieltips:
2. Gematria (sehr harter typischer slipknot track)
3. Sulfur (harte lyrics mit sehr melodischem refrain)
4. Psychosocial (hart und melodisch, unbedingt mit dem text beschäftigen)
5. Dead Memories (instrumental hart gespielte ballade)
8. Gehenna (langsam, atmosphärisch und düster)
10.Wherein Lies Continue (harter dampfhammer mit super text)
11.Snuff (sehr schöne ballade in der corey zeigt wie gut er singen kann)
12.All Hope Is Gone (titelgebende granate)
13.Child Of Burning Time (nur special edition)(ruhig und eingänglich)
15.Til We Die (nur special edition)(geil, ein track über die band)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Slipknot-Album ever!, 7. September 2008
Ich bin ja eher ein Fan von Linkin Park, aber dieses Album ist einfach nur klasse und verdient definitiv 5 Sterne. Ich habe auch die Vorgänger im CD-Schrank stehen, allerdings hat mir bei denen immer was gefehlt. Bei All Hope Is Gone stimmt aber einfach alles: Der Sound, das Feeling und Coreys Gesang (Ja, tatsächlich Gesang! Und es klingt verdammt gut.). Das Album ist nicht so hart wie die Vorgänger, da muss ich vielen anderen Recht geben. Aber braucht man wirklich noch ein viertes hartes Album? Meiner Meinung nach eher nicht, drei reichen auch. Da die einzelnen Songs an anderer Stelle schon genauer beschrieben wurden erspare ich mir das hier.
Die DVD... Ja nee, is klar. Darauf hätte man auch verzichten können. Es sind wahllos Aufnahmen von der Aufnahme der CD zusammengestellt, ohne jedes Kommentar oder interessante Infos. Kann man sich wirklich sparen.

TIPP!: Wer unsicher ist sollte am besten in das Album mal reinhören, das funktioniert für jeden der Songs im Internet auf der Seite von RoadrunnerRecords und hat mir persönlich sehr geholfen.

Fazit: Meiner Meinung nach ist das Album zwar nicht so hart aber gerade deswegen sehr empfehlenswert. Coreys Stimme ist der Hammer und die CD einfach super, man kann sie von vorn bis hinten durchhören ohne das Langeweile aufkommt.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension: "All Hope Is Gone", 2008, 2. September 2008
Rezension bezieht sich auf: All Hope Is Gone (Audio CD)
Track 01: ".execute." (Intro) 1:48 min.
Das Intro des Albums passt stilistisch wie die Faust aufs Auge: man hört die verzerrte Rede eines ehemaligen amerikanischen Präsidenten, der auf dem Höhepunkt seiner Ansprache brüllt: "All your lies are coming true! All freedom is lost! All hope is gone!" Dazu setzen gegen Ende Joeys signifikanter Trommelwirbel, der auch in den folgenden Tracks immer wieder zu hören ist, und dröhnende Gitarrenriffs ein. Die geschickte und stimmungsvolle Überleitung zum ersten richtigen Song des neuen Albums.

Track 02: "Gamatria (The Killing Name)" 6:01 min.
Wer Slipknot nach "IOWA" abgeschrieben hat, dürfte sich spätestens mit diesem Song eines Besseren belehren müssen. Nie waren die neun maskierten Musiker aus Des Moines düsterer, härter und aggressiver. "Gamatria" startet mit einem ca. einminütigen, krachenden Instrumentalbrecher, der einen durchaus an "People = Shit" erinnert. Dazu trägt auch maßgeblich Coreys Gesangsstil bei: nach "Vol. 3: The Subliminal Verses" scheint er die Strapazen, die seine Stimmbänder in dieser Ära gezeichnet hatten, überwunden zu haben; wütend und voller Energie grölt er den geschätzten Hörern seine tiefgängigen Texte entgegen. Im Gegensatz zu "IOWA" wirkt "Gamatria" aber reifer, auch musikalisch. Das Gitarrensolo auf halber Strecke unterstreicht diese Beobachtung noch einmal, die für das ganze Album gilt.

Track 03: "Sulfur" 4:37 min.
Das dritte Stück des neuen Machwerks steht dem Vorgänger in punkto Düsternis und Härte in Nichts nach. Wieder eröffnen Mick und James mit krachenden Gitarrenriffs, die von Joeys beeindruckendem Double-Bass-Drumming gehörig vorangetrieben werden. Der Song entwickelt sich auf dem Weg zum melodischeren Refrain zu einer wahren Rhythmus-Granate mit gewaltiger Durchschlagskraft. Wieder sorgen ein Gitarrensolo und DJ Sid Wilsons Scratching für markante Eckpunkte, die der Nummer einen gewissen Tiefgang verleihen. Gerade gegen Ende baut der Song noch einmal ordentlich auf und erschlägt den Hörer geradezu mit knüppelharten Riffs, die wiederum von Shawns schmetternder Bierfass-Perkussion getragen werden.

Track 04: "Psychosocial" 4:43 min.
Hier stoßen wir auf die erste Singleauskopplung von "All Hope Is Gone". Die meisten werden sie schon aus dem Musikfernsehen oder von YouTube kennen und lieben. Wieder baut bereits das Intro Spannung auf, einige Bendings und natürlich die dröhnenden Riffs Marke Slipknot führen den Hörer Richtung erste Strophe, die mit Coreys wiedergewonnenem Grölen aus IOWA-Tagen glänzt und schließlich an einem Refrain sein Ende findet, der dank des klaren Gesangs der Nummer 8 eindeutig Hitpotenzial besitzt. Was allerdings nicht bedeutet, der Song klinge kommerziell. Es macht einfach Spaß, das Abwechslungsreichtum und das breite musikalische Spektrum der talentierten Musiker in einem Song mit verfolgen zu können. Auch "Psychosocial" nimmt gegen Ende noch einmal Fahrt auf, der Brüllchor aus Corey, Shawn und Chris dröhnt donnernd aus den Boxen: "The limits of the dead!"2

Track 05: "Dead Memories" 4:28 min.
Kritiker und verschränkte Slipknot-Anhänger aus der IOWA-/ST-Ära werden diese Nummer als Kuschelrock oder Stone Sour-Ballade verteufeln, doch sie liegen meilenweit daneben. Was der Hörer als fünftes Musikstück des neuen Albums geboten bekommt, übersteigt wohl einfach das Akzeptanzmaximum vieler Fans, die auf eine musikalisch kopierte Version von "IOWA" gehofft hatten. Es ist sicherlich eine der Nummern von "All Hope Is Gone", die am meisten durch die eingängige und ohrwurmverdächtige Melodie und Coreys wirklich unnachahmliche Gesangskunst hervorstechen. Dennoch findet man sich an keiner Stelle in einer Stone Sour-Reproduktion wieder. Der Song liegt in seiner Bandbreite an musikalischer Raffinesse und den typischen, tiefen Gitarrenriffs, die den Gesang perfekt untermalen, genau auf der düsteren und reifen Linie des gesamten Albums. Wer seine Ohren für diese Art von Slipknot verschließt, verpasst einen wesentlichen Bestandteil ihrer musikalischen Entwicklung. Und sobald eine Band eben aufhört, ihren Stil zu verfeinern und als Gruppe mit ihrer Musik heranzuwachsen, hat sie ihre besten Tage bereits hinter sich.

Track 06: "Vendetta" 5:15 min.
Beim Anhören dieses Tracks fühlt man sich nicht umsonst an "Pulse Of The Maggots", die Hymne aller Slipknot-Fans vom Vorgängeralbum "Vol. 3: The Subliminal Verses", erinnert. Zunächst bauen Mick und James mit ausgefeilten Melodiebögen auf ihren Kratzbrettern ein Intro, das von Joeys bereits zuvor erwähntem grandiosen Double-Bass-Drumming und dem Scratching aus dem Hause Wilson vervollständigt wird und nur kurz darauf in eine Strophe übergeht, die jeden Fan auf einem Live-Konzert zum Headbangen zwingen dürfte. Dunkle, brettharte Riffs bilden hier das ideale Fundament für Corey, der auf dieser Nummer mit klarem Sprechgesang überzeugt. Schließlich wird der Hörer in einen Refrain gezogen, der wie für ein Konzert geschaffen ist: Coreys unnachgiebig gegröltes "Are you ready for the time of your life?" wird konsequent durch den eben aus "Pulse Of The Maggots" bekannten Fanchor untermalt, der die Stimmung schon beim Anhören mit der schlichten Stereoanlage gewaltig aufpumpt. Ähnlich wie "Psychosocial" zieht auch "Vendetta" gegen Ende noch einmal alle Register, und wiederum brüllen sich Corey, Shawn und Chris laut vernehmbar in die Gehörgänge: "Let's pretend we're not at the end, pretend that we have nothing left!"

Track 07: "Butcher's Hook" 4:14 min.
Als siebten Song liefern uns die maskierten Chaoten ein Stück, das sich unnachgiebig durch direkt aneinander gereihte, scharfe Gitarrenriffs in die Ohren hämmert und in der Corey dem Hörer in gewohnter Gröl-Manier schlagwortartig seine Texte um die Ohren schmettert. Dieser brachiale Hackmesserstil wird schließlich geschickt aufgelöst und mit geschmeidigen Melodiebögen zum Refrain übergeleitet. Hier glänzt die Nummer durch den stimmungsvollen Kontrast von Chris und Shawn, die immer wieder "Go ahead and disagree!" durch die Lautsprecher brüllen, und Corey, der in klarer Manier "I'm giving up again" entgegnet. Der letzte Teil des Songs geht noch einmal ins Volle, dröhnend harte Gitarrenriffs bilden einen schmetternden Rhythmus, den Sid Wilson wieder einmal perfekt ergänzt und der von einem letzten Gitarrensolo stilecht zum Ende getragen wird.

Track 08: "Gehenna" 6:53 min.
"Gehenna" ist mit Abstand der längste Song des Albums und nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die düstere, beinahe mystisch anmutende Seite von "All Hope Is Gone". Bestimmend sind vor allem die tiefen, langsam gespielten Power-Chords, die dem Song seine markante Stimmung verleihen. Auch Gesangsakrobat Taylor kann auf ganzer Linie überzeugen; in den Strophen hält er sich an drückenden Sprechgesang, der etwas geheimnisvolles hat, im Refrain rundet er den Gesamteindruck des Tracks mit klarem, teilweise sogar sehr hohem Gesang ab, der sich sofort ins Gehör einwurmt. Wieder einmal sorgt auch ein stilistisch perfekt zum gesamten Song passendes Gitarrensolo für das "gewisse Etwas". Wie es sich für eine solch schleppende, düstere Nummer gehört, klingt "Gehenna" stilvoll aus und erinnert dabei fast ein wenig an "Iowa", die fünfzehnminütige Odyssee des zweiten Studioalbums selben Namens.

Track 09: "This Cold Black" 4:40 min.
Dieser Track ist eine der härtesten, aggressivsten und düstersten Songs, die Slipknot je geschrieben haben und mein persönlicher Favorit von "All Hope Is Gone". Man fühlt sich bei den ungezügelt dröhnenden, treibenden Gitarrenriffs wiederum an "People = Shit" oder "The Heretic Anthem" erinnert, ohne dabei eine lahme Kopie der genannten Titel zu erhalten. "This Cold Black" strotzt gerade zu vor brachialem Einfallsreichtum; das fast einminütige, instrumentale Intro hat Potenzial genug für einen ordentlichen Mosh Pit bei Live-Auftritten. Coreys grölender Sprechgesang überzeugt erneut auf ganzer Linie, Schlagzeug und Perkussion verleihen dem Ganzen beinahe schon eine beängstigende Durchschlagskraft. Ein weiteres Mal beweisen die neun Maskierten, dass sie es immer wieder schaffen, sich neu zu erfinden, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. Der Song bietet die musikalische Härte und Brutalität, die Slipknot seit 1999 ausmacht, und wirkt dennoch keineswegs neu aufgesetzt oder langweilig. Wer "Klassiker" wie "People = Shit" mag, wird "This Cold Black" lieben.

Track 10: "Wherein Lies Continue" 5:36 min.
Auch der Nachfolger zu "This Cold Black" kann die vorhin angesprochene Härte durchaus aufrecht erhalten und beweist erneut auf eindrucksvolle Weise, dass der klare Gesang des Refrains perfekt in das Gesamtbild des Songs passt, der durch dunkle, knüppelharte Riffs und peitschende Double-Bass-Drums gekennzeichnet ist. "Wherein Lies Continue" liegt ganz auf der Linie des gesamten Albums und steht anderen harten Stücken in Nichts nach. Gerade zum Schluss dieser brachialen Metalhymne legen sich die Neun noch einmal ordentlich ins Zeug und bringen die Nummer unter krachenden Riffs mit dröhnenden Schreichören zu Ende: "We have to save ourselves!"

Track 11: "Snuff" 4:36 min.
"Snuff" ist die wahrscheinlich gefühlvollste und eingängigste Ballade des gesamten Albums, wenn nicht die schönste Ballade, die Slipknot je geschrieben haben. Das Intro bestimmen, ähnlich wie bei "Vermilion Pt. 2" oder "Circle" vom Vorgängeralbum, träumerische Akkustikgitarren, die einen in Gedanken schwelgen lassen. Doch dieser Song ist keineswegs eine "Weichspülnummer", wie es garantiert aus vielen Ecken behauptet werden wird. Corey übertrifft sich mit Text und Gesang erneut selbst, die Melodie verursacht auch nach dem x-ten Mal anhören noch Gänsehaut. Gerade die geschickt eingebauten Melodien, die wahrscheinlich vom Meister der kreativen Samples, Craig Jones stammen, können das Gänsehautgefühl noch vervollständigen. Dieser Eindruck setzt sich auch gegen Mitte des Stückes fort, als die Nummer durch den Einsatz von E-Gitarren und Schlagzeug an Fahrt aufnimmt und bis zum Schluss eine beeindruckende Energie aufbaut, um am Ende gefühlvoll auszuklingen. Eine Rockballade ganz im Stil des restlichen Albums, wie man sie besser nicht schreiben kann.

Track 12: "All Hope Is Gone" 4:47 min.
Schon mehrere Wochen vor dem Veröffentlichungstermin des neuen Albums, ja noch bevor die erste Single "Psychosocial" auf dem Markt war, konnten treue Anhänger der neunköpfigen Truppe diesen Song einmalig für 24 Stunden kostenlos downloaden, nach diesem Termin stand "All Hope Is Gone" als Single zum virtuellen Download bei diversen Internet-Musikshops im Programm. Daher dürfte die allergrößte Mehrheit der Fans diesen Track schon lange kennen. Er bildet den Abschluss des gleichnamigen Albums und verabschiedet den Hörer mit einer geballten Ladung Slipknot von der Scheibe: krachende Gitarrenriffs, peitschende, treibende Double-Bass-Drums und ein melodischer Refrain, den Corey mit seiner wiedergewonnenen Gesangsröhre kräftig vorantreibt, kennzeichnen den letzten der zwölf Songs dieses Albums. Damit machen Slipknot noch einmal klar, was schon die vorangegangenen Songs zum Thema hatten: All Hope Is Gone!

Gesamtspielzeit: 57 Minuten 34 Sekunden; persönliche Gesamtwertung: 9/10

Fazit: Wer bei "All Hope Is Gone" auf eine simple Reproduktion des "IOWA"-Albums gehofft hat, wird enttäuscht sein. Denn das neue Album wirkt in all seiner Härte und Brutalität erwachsener als alles, was die Neun jemals zuvor produziert haben. "All Hope Is Gone" ist - entgegen der wörtlichen Übersetzung des Titels - auch ein Statement der Band: sie haben nicht vor, die Bühnen dieser Welt so schnell zu räumen. Dabei haben sie an Energie keinen Funken eingebüßt. Für alle Slipknot-Fans, die sowohl die älteren Stücke als auch den Vorgänger dieser Scheibe, "Vol. 3: The Subliminal Verses" mochten, ist "All Hope Is Gone" eine ganz klares Muss. Und auch für diejenigen, die sich mit der Entwicklung der Band noch nicht so recht anfreunden konnten, empfiehlt es sich auf jeden Fall, das Album zu kaufen und einige Male durchzuhören, um sich in dieses Werk einzufinden. Es lohnt sich garantiert!
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All Hope Is Gone
All Hope Is Gone von Slipknot (Audio CD - 2008)
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