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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Film über Loyalität, Verrat und den Versuch der Wiedergutmachung
Afghanistan.... wann kam zuletzt eine gute Nachricht aus diesem Land?
Das zugrundeliegende Buch beschreibt die Geschichte eines Jungen, der in der Zeit vor dem Sturz des Königreichs in Kabul, der damals recht grünen und florierenden Hauptstadt aufwächst. Amir gehört zur Minderheit der privilegierten Familien dieser Zeit. Es gibt einen Diener im...
Veröffentlicht am 27. April 2009 von Joroka

versus
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine amerikanische Geschichte
Zwei vielleicht 11 oder 12jährige Jungen im Kabul der 70er Jahre sind unzertrennliche Freunde, trotz Herkunft aus zwei unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Amir ist der Sohn wohlhabender Paschtunen, Hassan gehört der allgemein verachteten Minderheit der Hazara an. Er und sein Vater sind als Diener im Hause von Amirs Vater angestellt und dieser...
Veröffentlicht am 13. Januar 2012 von Pereswon


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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Film über Loyalität, Verrat und den Versuch der Wiedergutmachung, 27. April 2009
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Afghanistan.... wann kam zuletzt eine gute Nachricht aus diesem Land?
Das zugrundeliegende Buch beschreibt die Geschichte eines Jungen, der in der Zeit vor dem Sturz des Königreichs in Kabul, der damals recht grünen und florierenden Hauptstadt aufwächst. Amir gehört zur Minderheit der privilegierten Familien dieser Zeit. Es gibt einen Diener im Haus der Familie, Ali, dessen Geschichte sehr eng mit der Geschichte von Amirs Vater verwoben ist. Hassan, der etwa gleichaltrige Sohn des Dieners ist der engste Vertraute (Freund wäre aus unterschiedlichen Gründen nicht der richtige Begriff) in Amirs Kindheit. Beide geben sich der Passion des Drachensteigens, bzw. "Drachengefechtes" hin. Und Hassan ist der beste Drachenläufer seiner Zeit, der intuitiv zu erahnen vermag, wo der abgeschnittene Drachen des Kontrahenten laden wird und ihn als Gunsterweis für seinen "Herren" Amir erläuft.
Doch es gibt auch die Bösen schon vor der Invasion der Russischen Truppen in Gestalt eines älteren Jungen und dessen Bande, die Hassan nachstellen, weil er zu einer Minderheit der damaligen Gesellschaft gehört. Bei einem schrecklichen Übergriff wird Amir Zeuge, steht aber nicht für Hassan ein, sondern macht sich verschämt aus dem Staub. Doch nicht genug, der Keil, der damit zwischen die beiden getrieben ist, wird von ihm noch vergrößert, da er mit der Situation nicht umgehen kann und Hassan noch weiter von sich wegschiebt.
Hassan und sein Vater quittieren den Dienst im Haus des Vaters von Amir und er selber muss mit seinem Vater vor der Invasion der Russen mit Zwischenstation Pakistan in die USA fliehen und dort eine ganz andere, sehr viel einfachere Existenz aufbauen.

Und Hassan? Bei ihm hat Amir noch etwas gut zu machen, und er findet nochmals den Weg zurück in sein Heimatland, während der Schreckensherrschaft der Taliban. Doch Hassan kann er nicht mehr helfen; vielmehr macht er sich auf die Suche nach dessen Sohn....
Ich möchte nicht zu viel von der Handlung verraten... es wird auf jeden Fall äußerst dramatisch.

Ich hatte zunächst da Buch gelesen, da mir gut gefallen hat. Ich finde, der Film setzt die Geschichte (natürlich verkürzt) gut um. Eine für mich sehr gelungene Literaturverfilmung mit guten Schauspielern und stimmigem Handlungsbogen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenhaft, 15. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Es gibt in diesem Film eine Szene, in der der erwachsene Amir, die Hauptfigur dieses Films, einen Brief seines Jugendfreundes liest. Zu diesem Zeitpunkt weiß man als Zuseher bereits sehr viel: über die Freundschaft der beiden Jungs, über ihre Vergangenheit in einem Afghanistan vor Einmarsch der Roten Armee und über schicksalhafte Ereignisse, die beide unwiderruflich verändert haben. Dieser Brief erschüttert. Und er überstahlt alles. Die Vergangenheit. Und den Weg in die Zukunft. Mehr über die Handlung zu verraten wäre ein Verbrechen.

Ich kenne den Roman nicht und weiß auch nicht, ob ich ihn noch lesen sollte oder möchte. Es fällt auch schwer zu glauben, dass der Film dem Roman nicht gerecht wird. Denn er fängt die Atmosphäre einer Vergangenheit und eines Landes ein, die nicht allzu lange zurückliegt, deren Unmenschlichkeit und Lebensverachtung aber bis in die aktuelle Politik reicht. In den schlimmsten Momenten deutet der Film nur an und zeigt nicht das letzte Detail. Ich denke, das wird dem Thema gerecht. Denn nichts kann so schlimm sein, wie die Bilder im Kopf.

Eine besondere Stärke des Films liegt in der Figurenzeichnung. Besonders Amirs Vater. Ein erfolgreicher und wohlhabender Bauunternehmer im Vorkriegs-Afghanistan. Ein Tankstellenpächter als Emigrant. Voller Hass auf die, die dafür verantwortlich sind, aber ein stolzer Paschtune, der auch im amerikanischen Exil die Traditionen seines Stammes einhält, und diese auch von seinem Sohn verlangt.

Mehr als alles andere ist es aber ein Film über Verantwortung und Loyalität und darüber, dass beides niemals aufhört. Egal, wieviel Zeit vergeht.

Noch ein Wort zum Titel: der Drachenläufer ist Hassan, Amirs Freund, der die abstürzenden Drachen erläuft, deren Leine Amir im Wettkampf durchtrennt. Der große Wettkampf, der im Film stattfindet, ist ein beeindruckendes Beispiel, wie schön Kino sein kann, wenn man sich denn darauf einlässt. Diese Sequenz ist eine Bild- und Musikkomposition, wie ich sie selten gesehen habe. Und das Bild des Drachenläufers ist natürlich nur eine Metapher für sehr viel mehr. Aber darüber soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

Übrigens lohnt es sich, den Film (mindestens) 2-mal zu sehen. Einmal in der deutschen Synchronisation, und einmal in der Originalfassung mit Untertiteln. Mutig, einen Film in Dari, Pashtu und Urdu zu drehen. Aber die Magie fängt einen nochmal weit mehr ein.
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57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fremde Welt, so nah, 27. Januar 2008
Afghanistan, immer wieder in unser Munde und in den Medien, aber doch so fern. Ein Land, geprägt durch Tradition und Traditionen, zerstört von den Russen und unterdrückt durch einen fundamentalistischen Islam.
Alles dies kommt uns in dieser Geschichte ganz nah. Zitat:"Vor dem Krieg gehörte es zur Tradition in Afghanistan, unter Jugendlichen Wettkämpfe mit herrlich bunten Drachen auszutragen - Zeichen für die Leichtigkeit einer friedlichen Zeit und symbolträchtiger Ausgangspunkt für den Film. Zwei Jungen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen wachsen im Kabul der 70er Jahre auf: Amir, Sohn eines großbürgerlichen Paschtunen, Mitglied der Elite des Landes, und Hassan, Sohn eines Dieners und Angehöriger einer verachteten Minderheit. Noch sind die Gräuel von Russen und Taliban fern, die Kindheit unbeschwert. Aber nicht lange. Nach ihrem Sieg beim Drachenlaufen passiert ein brutaler Vorfall, bei dem Amir seinen Freund feige im Stich lässt." So fängt die Geschichte, so erstreckt sie sich über fast dreissig Jahre. Amir , westlich geprägt, in USA lebend, kommt zurück nach Afghanistan, kann seine Schuld abtragen,indem er den Jungen von Hassan versucht, ausfindig zu machen und mit in die USA zu nehmen, wird konfrontiert mit der vollen Härte eines fundamentalistischen Taliban-Regimes.
Dieser Film bringt uns die ferne Welt ganz nah:Was es für einen westlichen Menschen heisst, mit der Brutalität des Fundamentalismus konfrontiert zu sein. Der Tod ist gegenwärtig- allgegenwärtig. Die vergangene Kultur zerstört-kollektiver Hass und permanente Gefährdung regieren. Foster zeigt uns dies in dichten bewegenden Bildern. Eine Steinigung andeutungsweise mitzubekommen, zerrt bereits an den Nerven.
Die Kritik lobt den Film sehr. Zitat:"Was ist eigentlich Forsters Geheimnis? Im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren ist sein Stil, sein Markenzeichen wenn man so will, schwer zu fassen. Seine Themen ' es geht häufig um Schuld, aber auch um Träume und die Macht der Phantasie ' lassen sich noch eher fassen als ein spezifischer Zugang zu seinen sehr unterschiedlichen Sujets und gewählten filmischen Mitteln. Vielleicht ist es dies: Er fühlt sich stets in erster Linie dem Stoff verpflichtet und setzt seine Fähigkeiten so virtuos ein, wie es dem Film am besten bekommt. Dafür nimmt er sich so weit zurück wie nötig oder zieht wahlweise sein gesamtes visuelles Können aus dem Hut."
Man kann sich der Geschichte nicht entziehen. Ein über zwei Stunden bewegendes Drama, das an den Nerven zerrt, uns viel über Scheitern und Gelingen von Leben erzählt,uns die Bedrohung der Moderne durch religiösen Fanatismus vor Augen führt.
Mehr kann man von einem Film nicht erwarten !
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verlorene Ehre, 11. Dezember 2008
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Der Junge Armir wächst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei seinem allein erziehenden, begüterten Vater in Kabul heran. Armir ist befreundet mit Hassan, dem Sohn des Dieners Ali, der bei seinem Vater seit Jahrzehnten arbeitet. Hassan blickt zu Armir auf, wie zu einem großen Bruder und ist ihm treu ergeben. Als Hassan bei einer Gelegenheit verprügelt und vergewaltigt wird, ist Armir es, der seinen Freund aus Feigheit im Stich lässt.

Auf Armir ruht die Verfehlung schwer und er kann fortan nicht mehr mit Hassan zusammen sein. Er unterstellt Hassan einen Diebstahl und dieser gesteht diesen sogar aus Treue zu Armir. Obwohl Armir's Vater Hassan verzeiht, verlassen er und sein Vater Ali das Haus.

Die einrückenden Russen vertreiben Armir und seinen Vater. Sie lassen sich in Kalifornien nieder und Armir nimmt ein Studium auf und wird ein erfolgreicher Schriftsteller. Er heiratet die Tochter eines afghanischen Generals. Sein Vater stirbt bald darauf.

Ein Freund seines Vaters bittet Armir nach Afghanistan und berichtet ihm, das Hassan sein nicht ehelicher Halbbruder war. Hassan und seine Frau wurde inzwischen getötet und Hassans Sohn befindet sich in der Gewalt eines örtlichen Warlords. Armir erhält nun Gelegenheit, seine Schande von damals durch die Errettung von Hassan's Sohn wieder gut so machen.

Die Geschichte wird langsam mit einer starken Bildersprache vermittelt. Pittoreske Szenarien und filigrane Dialoge generieren eine hohe Aufmerksamkeit. Die wenigen, aber einschneidenden Wendungen halten den Film in Bewegung und sorgen für Neugier. Ein ausgezeichnete Literaturverfilmung, die diese Namen auch verdient. Regie und Schauspieler leisten hervorragende Arbeit.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Nahe Osten mal anders., 25. November 2008
Von 
Schwalbenkönig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Marc Forster.Zwei Filme mit ihm als Regisseur fallen mir da spontan ein:
"Monsters Ball"-Ein tiefgehendes, erschütterndes Drama, das sicher mehr als nur die eine Szene mit Halle Berry zu bieten hat.
Und "Ein Quantum Trost"-Ein Actionfilm, der in der Bondreihe ein düsteres, kraftvolles und raues Kapitel aufschlägt.
Was kann man da von "Drachenläufer" erwarten?
Genau die Attribute der eben erwähnten Werke.
Melancholisch, hart, authentisch, packend sowie hoffnungslos- und voll würde ich noch ergänzen.
Die Geschichte 2er afghanischer Freunde fand ich zu keiner Zeit anstrengend oder langweilig (Meiner Meinung nach ein Problem vieler Dramen.).Durch die -ausnahmsweise mal nicht westliche- Sichtweise auf das vermeintlich 100%ige "Talibanland" war ich wie gefesselt und fasziniert.Und dann gibt es noch so einige Szenen, bei denen ich gleichzeitig entsetzt und verständnislos war, aber doch ein gewisses Mitgefühl nicht unterdrücken konnte.
Viel mehr will ich an dieser Stelle nicht über dieses geniale Drama erzählen, da ich sonst sicher einige überraschende Storymomente verraten würde.

Mein Fazit:Ein Film zum Nachdenken, Träumen und Mitfühlen-also das perfekte Drama.

Vergleichbar mit: Trade - Willkommen in Amerika
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Für dich - tausendmal!", 13. September 2008
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Diese Worte ruft (zuerst) Hassan, der der dem Film den Titel gebende 'Drachenläufer' ist, um einen von der Schnur abgeschnittenen und nun zu Boden fallenden Drachen für seinen Freund Amir einzufangen. Hassan und Amir leben im unzerstörten Kabul Mitte der siebziger Jahre. Sie sind Freunde und doch zugleich Herr und Diener. Hassan ist der Sohn von Ali, der im Hause von Amirs Vater als Diener lebt und so bedient auch Hassan seinen Freund Amir beim Frühstück. Beim Drachenwettbewerb sind sie jedoch ein Team, das gegen viele andere Teams gleichzeitig zum 'Drachenkampf' antritt: Wo sich zu Beginn viele Drachen den Himmel teilen, bleibt am Ende einer übrig, derjenige, der am geschicktesten manövriert wurde, am elegantesten den Wendungen der anderen ausgewichen ist. Die Bilder der fliegenden Drachen werden zum Sinnbild für Freiheit und Lebensfreude, die auch lange nach dem Film nachwirken.
Es ist aber nur teilweise die Erzählung von einer ungetrübten Kindheit. Denn noch vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen und der Flucht Amirs und seines Vaters über Pakistan in die USA lädt Amir Schuld auf sich, da er seinem Freund (und Diener) Hassan zuerst nicht gegen Ältere zu Hilfe kommt und ihn anschließend sogar verrät.
Viele Jahre später wird Amir aus den USA zurück in das nun von den Taliban beherrschte Kabul reisen, um diese Schuld zu tilgen und damit nicht nur anderen, sondern vor allem sich selbst zu helfen. Insofern ist "Drachenläufer" zwar ein Film über die wechselvolle Geschichte Afghanistans der letzten 30 Jahre, aber mehr noch ist es ein Film über Freundschaft, Verrat und Sühne. Erst dadurch wird die Geschichte im gewissen Sinne zeitlos.
Marc Forster setzt den Roman in einen klug erzählten und die Vorlage geschickt konzentrierenden Film um, der vor allem durch wunderschöne Bilder und hervorragende Schauspieler beeindruckt, allen voran die beiden aus Kabul stammenden Kinderdarsteller von Amir und Hassan.
Zur Literaturverfilmung allgemein sei gesagt: Ein Film ist immer mehr als die Bebilderung eines Buches. Es ist die Umsetzung einer Geschichte bzw. des Geistes dieser Geschichte in einem anderen eigenständigen Medium. Menschen, die von Literaturverfilmungen enttäuscht sind, begehen zumeist den Fehler, die Bilder, die sie selbst beim Lesen hatten, auf der Leinwand zu erwarten - und diese in der Regel nicht zu sehen.
Der Autor Khaled Hosseini, der in Afghanistan aufwuchs und als Jugendlicher mit seiner Familie nach Amerika auswanderte, spricht selber eine Einleitung auf der DVD und macht auch in den Berichten in den "Special Features" deutlich, dass er dem Regisseur eben für seine Leistung der eigenen Interpretation und Umsetzung seiner Geschichte Respekt und Dank schuldet.
Der Film endet damit, dass diesmal (der erwachsene) Amir die Worte "für dich - tausendmal" ruft und damit einen Kreis schließt, obwohl der Angesprochene nur noch mittelbar Hassan ist.
Ein sehr sehenswerter Film, dem man viele aufmerksame, unvoreingenommene Betrachter wünscht.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt in der Originalfassung sehen, 15. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Dass es ein guter Film ist, brauche ich eigentlich nicht viel hinzufügen. Ich liebe die beiden "Afganistan-Romane" von Hosseini und finde, dass die Verfilmung von Kite Runner wirklich gelungen ist. Mit viel Liebe. Mit viel Gespür.
Was mich total empört, ist die lieblose deutsche Synchronisierung. In der Originalfassung werden Englisch und Farsi/Dari (sorry, ich kenne mich zu wenig in den afganis. Sprachen aus...) abgewechselt. Streckenweise überhaupt kein Englisch. Was dem Film eine totale Authenzität verleiht. So nach dem Prinzip vom Film "Babel". Und die deutsche Synchronisation wirft alles über einen Haufen und lässt alle Chrakter ausschließlich eine Sprache sprechen (nämlich Deutsch)!! Obwohl der Sprachwechsel ein wichtiger Aspekt vom Film ist!!!
Ist es nicht so, dass wenn in einem Film zwei Sprachen auftauchen, dass nur eine auf Deutsch synchronisert wird und die andere unangetastet bleibt? Ich empfinde diese schlampige (ja, bequeme) Synchronisation als eine Unverschämheit.
BITTE UNBEDINGT IN DER ORIGINALFASSUNG SEHEN!!
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39 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Oberflächen und Tiefen - Zwei Ansichten, 6. März 2008
Die Berwertung dieses Filmes ist nicht gerade leicht. So muss man ihn immer aus zwei Perspektiven betrachten. Hat man das Buch gelesen oder nicht? Ich wage die Behauptung, dass dies ein Unterschied ausmacht, der durchaus mit dem schauen zwei verschiedener Filme zu vergleichen ist. Kennt man das Buch nicht, schaut man auf die Oberfläche des Filmes. Sie ist durchaus gut, "nicht schlecht", wie man sagt, die Geschichte rührt einen in jedem Fall, doch einige Sachen kann man nicht richtig nachvollziehen, auch wenn man das vielleicht selbst gar nicht merkt.
Um den Film, oder besser die Geschichte die man vom Film(nach dem Lesen des Buches)nocheinmal, diesmal bildlich, erzählt bekommt, wirklich zu verstehen, muss man unter die Oberfläche blicken können. Muss man all die Dinge, die einem im Film verborgen bleiben, wie z.B. die Gedanken und Gefühle der Personen, kennen. Nachvollziehen. Zu schnell beginnt man als Nichtleser bestimmte Geschehnisse als zu wenig wichtig anzuschauen, oder interpretiert sie sogar falsch. Um in die Tiefen der Geschichte um Hassan und Amir vorzudringen, und ich sage Ihnen, dies sind gewaltige Tiefen, brauchen Sie einfach mehr, als die Informationen, die Ihnen ein Film liefern kann. Es gibt Dinge, die kann man nur in Worten und mit der eigenen Phantasie so beschreiben und erleben wie sie effektiv sind, und nicht nur so wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

So kann man diesen Film nicht einfach so bewerten(wobei die Umsetzung, die Schauspieler und all das phantastisch sind; den Film in klassischer Hollywood-Manier zu drehen wäre verherend gwesen). Ich kann Ihnen nur sagen; lesen Sie zuerst das Buch. Und dann werden Sie wohl kaum darum herumkommen, sich auch den Film anzusehen. Schon nur weil Sie damit hoffen, das Ende der Geschichte Khaled Hosseinis noch ein bisschen herauszuzögern, und noch ein bisschen länger in ihrer Welt zu bleiben. So komme ich nicht darum rum, hier auch noch eine Bewertung des Buches zu geben, wobei dabei wohl nicht mehr allzu viel zu sagen ist: Es gibt wohl kaum, eine Geschichte, die Sie mehr in Ihren Bann ziehen wird, Sie mehr fesseln wird, Sie mehr berühren wird. Und um zurück zum Film zu gelangen; ich wage soweit zu gehen und zu sagen, dass das Anschauen des Films eher als erneutes Erleben des Buches bezeichnet werden kann, nun einfach visualisiert auf einer Leinwand. Als Ergänzung zum Buch ist der Film unverzichtbar; Gerade die Kindeitsszenen sind auch auf der Leinwand unglaublich berührend; das zu sehende, gemischt mit Ihrer eigenen Phantasie; Ihren eigenen Vorstellungen, wird Sie wohl kaum daran vorbeibringen, ein paar Franken für ein Päckchen Papiernastüchlein auszugeben. Wenn Sie bei jeder Szene, bei jedem Satz("For you, a thousand times over")wissen, was er bewirkt, und was dannach geschehen wird, ist dies so unglaublich...unbeschreiblich. Wissen Sie es nicht...nun ja. Das ist nicht zu vergleichen. Die Oberfläche. Ein anderer Film. Sie werden hinausgehen und sagen "Nicht schlecht; noch ganz berührend". Und dies ist, noch milde ausgedrückt, eine Beleidigung.

Lange Rede und recht viel Sinn; Lesen Sie das Buch, und Sie werden wohl kaum verhindern können, dass Sie den Film anschauen gehen und sich später die DVD kaufen werden(aus Gründen, die bereits geschildert wurden). Auch wenn Sie dannach vielleicht denken: "Hmm...da hat aber einiges aus dem Buch gefehlt"(was Sie zwangsläufig tun werden), dann zerbrechen Sie sich bitte nicht den Kopf darüber, sondern seien Sie einfach nur froh, dass SIE das Buch gelesen haben und IHNEN all die Dinge nicht fehlen; dass Sie die Geschichte von "Drachenläufer" kennen lernen durften.
Und lesen und schauen Sie sie am besten gleich nocheinmal.

P.S. Sie sollten den Film in JEDEM fall in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln ansehen. Es wird lange nicht nur Englisch gesprochen, sondern vor allem auch Farsi; die Muttersprache der Schauspieler(von den meisten). Die ganze Vielfalt zu zerstören, indem alles synchronisiert wird, ist einfach nur schade.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine amerikanische Geschichte, 13. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Zwei vielleicht 11 oder 12jährige Jungen im Kabul der 70er Jahre sind unzertrennliche Freunde, trotz Herkunft aus zwei unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Amir ist der Sohn wohlhabender Paschtunen, Hassan gehört der allgemein verachteten Minderheit der Hazara an. Er und sein Vater sind als Diener im Hause von Amirs Vater angestellt und dieser behandelt beide freundschaftlich. Man sieht die beiden Jungs durch die Stadt ziehen und bei einem Wettkampf im Drachenfliegen bleiben beide als Sieger übrig. Dann geschieht etwas unerwartetes: Hassan wird von älteren Jugendlichen vergewaltigt. Amir könnte helfen, ein Wort von ihm würde genügen, aber er tut es nicht, versteckt sich stattdessen und wartet ab. So bekommt die Freundschaft einen Riss und als Amir Hassan auch noch unberechtigterweise des Diebstahls bezichtigt, trennen sich die Wege beider für immer. Das schlechte Gewissen aber bleibt. Bis hierhin ist der Film stimmig, es gibt großartige Bilder, vor allem der Drachenkampf über den Dächern Kabuls ist beeindruckend gefilmt. Die beiden Jungen spielen ihre Rollen absolut glaubwürdig und nachvollziehbar.
Mit dem Einmarsch der Russen in Afghanistan sieht sich Amirs Vater gezwungen das Land mit seinem Sohn in Richtung Amerika zu verlassen. Jetzt gibt es einen Zeitsprung und die Handlung fängt irgendwie an zu schlingern. Amir macht seinen Abschluss an der Highschool, heiratet die schöne Tochter eines afghanischen Exilgenerals und wird Schriftsteller. Alles scheint wohlgeordnet, als er einen Anruf aus seiner alten Heimat erhält. Hassan ist tot, sein Sohn wurde von den Taliban, die inzwischen an der Macht sind, aus einem Kinderheim entführt. Amir sieht die Chance gekommen sein Gewissen zu beruhigen, indem er den Jungen aus einer Art Kaserne der Taliban befreit. Leider ist gerade diese Szene, die eher an einen James-Bond-Film erinnert, wenig überzeugend gelungen. Überhaupt ist jetzt alles sehr schnell und oberflächlich, das betrifft die schemenhafte Schilderung der Zustände während der sowjetischen Besetzung genauso wie die Zeit der Talibanherrschaft. Beides waren wahrlich keine erbaulichen Kapitel in der Geschichte des Landes, aber hier wirkt doch die Sicht sehr amerikanisch und klischeehaft. Und eigentlich sind ja alle Taliban Kinderschänder ...
Als dann Amir mit "seinem" Jungen schließlich in den USA bei Frau, Auto und schöner Wohnung eintrifft und der Junge "sein" Zimmer betritt, da fehlt im Bild eigentlich nur noch der Melittamann, der im Sessel sitzt und genüsslich eine Tasse Kaffee schlürft. Am Ende wusste ich nicht so richtig, was ich von der Geschichte halten sollte. Zu positiv, zu eitel stand mir schließlich der erwachsene Amir im Mittelpunkt.

Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass der Regisseur Marc Forster sich gemüßigt gefühlt hat in diesem Film etwas gerade zu rücken, was ihm bei seinem letzten und wesentlich gelungeneren Film "Wenn Träume fliegen lernen" vermeintlich den einen oder anderen leisen Vorwurf eingebracht hatte. Daher erklärt sich wohl der diesmalige Hang zu größerer politischer Korrektheit. Allerdings hält sich Forster, abgesehen von eher unbedeutenden Weglassungen, die bei Literaturverfilmungen immer unvermeidlich sind, eng an die literarische Vorlage von Khaled Hosseini. Im Buch sind die freundschaftlichen Gefühle Amirs für Hassan auch vor dem Zerbrechen der Freundschaft vielleicht nicht ganz so ungetrübt, wie sie im Film dargestellt werden.

So hat mich der Film nicht nur in Bezug auf ein authentisches Afghanistanbild doch ein wenig enttäuscht. Ich denke aber, man kann ihn sich trotzdem ansehen, es sind insbesondere in der ersten Hälfte großartige und unvergessliche Bilder enthalten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bunte Drachen - dunkles Land!, 21. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (DVD)
Überraschenderweise hält sich der Film ziemlich detailgetreu an die Buchvorlage. Es handelt sich um Freundschaft, Krieg, Verrat, Brutalität, Fremdenhass, Einwanderung und Wiedergutmachung. Es zeigt die Vielfalt der menschlichen Persönlichkeit auf, Wut, Aggressivität und Ungerechtigkeit sind ebenso deutlich zu spüren wie Mut, Durchhaltevermögen, Loyalität und Freundschaft, egal was passiert ist. Auch die Schuldfrage lässt einem den ganzen Film hindurch nicht los. Auch die fürchterliche Rechtssprechung in dem Land, z.B. die Steinigung einer angeblichen Ehebrecherin, wird hier thematisiert und lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen.

Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern wird hier offen angesprochen und auch die Machtlosigkeit, derer, die es gerne verhindern wollen. So versteht man am Anfang den Heimleiter nicht, wie er einen Waisen der Taliban überlassen kann, doch wird schnell klar, dass er dadurch das Leben vieler anderer Kinder gerettet hat, denn sonst wären sie alle getötet worden. Der Kampf um das tägliche Leben wird realistisch und tiefgreifend dargestellt.

Obwohl der Film in den USA und China gedreht wurde, erfahren wir einiges über Afghanistan, die Hintergründe des Landes werden zwar nicht ausführlich, aber doch beleuchtet. Der Film wurde in Afghanistan übrigens noch vor der ersten Ausstrahlung verboten, international allerdings wurde er hoch gelobt.

Die Kameraführung fand ich großartig, vor allem die bunten, tanzen Drachen im Himmel waren eindrucksvoll. Die Bilder der Landschaften sind Afghanistan nur nachempfunden. Ausdrucksstärker sind aber die Bilder der Schauspieler, die Steinigung, die Vergewaltigung, die Armut, das alles kommt wunderbar heraus und erzeugt beim Zuseher ein beklemmendes Gefühl. Und das, obwohl nichts direkt gezeigt wird.

Die Schauspieler sind allesamt unbekannt und genau das braucht dieser Film, denn so kann man sich direkt auf die Handlung konzentrieren, ohne Vergleiche anzustellen zu früheren Filmen von dem einen oder dem anderen Schauspieler. Vor allem die Kinder überzeugen, wirken natürlich, authentisch und sehr stark.

Absolut gut gelungen finde ich die Erholungspausen", die der Film bietet. So ist der Zuseher nicht ständig mit den Schlechtigkeiten der Welt konfrontiert sondern wird ihm auch ab und zu eine leichte, lockere Szene geboten.

Das einzige, das dem Film meiner Meinung nach anzukreiden ist, ist die fehlende Spannung. Die Romanvorlage ist von Beginn an spannend und hält diese bis zum Schluss aufrecht. Beim Film wird es höchstens im letzten Viertel spannend, als es um die Befreiung des Jungen geht, doch das ist meiner Meinung nach zu spät.
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Drachenläufer
Drachenläufer von Marc Forster (DVD - 2008)
EUR 7,98
Lieferbar ab dem 26. Oktober 2014.
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