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TOP 1000 REZENSENTam 7. August 2014
Vorsicht einige Spoiler: Pike Bishop (William Holden) und seine Gang kommen im Jahr 1914 als Soldaten verkleidet in die texanische Grenzstadt San Rafael, um dort das Lohnbüro der Eisenbahngesellschaft auszurauben. In den Straßen der Stadt geht es an diesem Tag recht turbulent zu, denn bei einem gut besuchten Erweckungsevent entsagen die Bürger gerade dem Alkohol und absolvieren dazu eine Parade. Den Männern zu Pferd mit den Kavallerieunfiormen schenkt man keine große Beachtung. Auch die Kinder der Stadt sind mit etwas anderem beschäftigt. Sie spielen ein grausames Spiel mit einigen Skorpionen, die sie immer wieder in einen Ameisenhaufen werfen, damit die größeren Tiere von den viel kleineren bei lebendigem Leib aufgefressen werden. Sie sind sichtlich begeistert von dem Naturspektakel über das Fressen und Gefressenwerden. Sie beachten die vorbeireitende Bande nicht, sondern zünden, nachdem die Skorpione schon Opfer wurden, für die siegreichen Täter ein Feuer an, so dass auch die Ameisen verbrennen. Währenddessen überfallen Pikes Männer das Lohnbüro, alles scheint gut zu gehen. Sie wissen aber nicht, dass die Bahngesellschaft skrupellose Kopfgeldjäger engagiert haben, um Pike und seine Gang zu jagen. Unter den Killern ist auch Deke Thornton (Robert Ryan), der frühere beste Freund von Pike und ehemals Bandenmitglied, der durch die Festnahme von Pike die Möglichkeit hat, dass ihm seine eigene hohe Gefängnisstrafe erlassen wird. Die Kopfgeldjäger (Strother Martin und L. Q. Jones) haben bereits Position auf dem Dach des Nachbargebäudes bezogen, bereit dafür sofort zu schießen, wenn die Räuber die Bank verlassen. Die Bande muss sich den Weg aus der Stadt freischießen - es kommt zu einem blutigen Massaker mit vielen Toten, darunter auch unbescholtene Bürger. Mit Dutch Engstrom (Ernest Borgnine), den Brüdern Lyle (Warren Oates) und Tector Gorch (Ben Johnson) sowie dem Mexikaner Angel (Jaime Sanchez) kann Pike fliehen, doch viele seiner Männer werden erschossen. Sie treffen sich ausserhalb der Stadt mit Freddie Sykes (Edmund O'Brien), dem ältesten Mitglied der Bande - dort soll die Beute geteilt werden und mit neuen Pferden die Flucht nach Mexiko angetreten werden. Doch die Desperados finden statt Geld nur Dichtungsringe aus Metall in den Postsäcken. In Mexiko selbst machen sie die Bekanntschaft mit dem Banditengeneral Mapache (Emilio Fernandez), der mit seinen Männern das Dorf von Angel geplündert hat, dessen Vater ermordet und Angels Mädchen als Geliebte mitgenommen hat. Er macht den "Gringos" das Angebot für 10.000 Dollar in Gold, wenn sie für ihn einen amerikanischen Munitionszug ausrauben. Die Männer willigen ein. Immer verfolgt natürlich von Deke Thornton und seiner Handvoll von zwielichtigen Gestalten. Die Geschichte vom "Wild Bunch" ist von Anfang an immer ein Ritt in den Tod...
Sam Peckinpah zelebriert diesen Trip in den Abgrund mit einer extrem blutigen Spur, aber auch mit dieser eigentümlichen traurigen Romantik, die ihn schliesslich zu einem der besten Western aller Zeiten machte. Der Spätwestern wurde wegen seiner Gewaltszenen schnell berüchtigt und berühmt, er ist der zweite amerikanische Klassiker nach Arthur Penns "Bonnie and Clyde", der Slowmotion zum konsequenten Stilmittel des Blutrausches macht. Die Toten wirbeln wie in einem Ballett durch die Luft. Lucien Ballards Kamera erzeugt diese heroische Verlorenheit, die die ganze Geschichte als roter Faden durchzieht. Unvergessen bleibt der Showdown, der automatisch funktioniert, ohne dass die vier Männer dazu einen Dialog bräuchten - sie gehen nach dem Besuch im Puff wortlos zu ihren Pferden, nehmen die Knarren und laufen dann gemeinsam in Richtung Mapache, der sich von seinen Untergebenenen und den deutschen Verbündeten feiern lässt. Neben "Sacramento" ist dies Sam Peckinpahs größter Regietriumph, alleine schon die unglaublich intensive Eingangsszene mit dem Gegenschnitt von Banküberfall und den draussen spielenden Kindern lässt sich sowohl Vielschichtigkeit und Thema schon erkennen. Die Gewaltszenen werden immer wieder gebrochen durch versöhnliche Bilder und durch die Präsenz der männlichen Freundschaft. Der alte Mexikaner sagt dann auch einmal "Wir träumen alle davon, wieder Kind zu sein, selbst die Schlimmsten von uns". Doch es gibt in Peckinpahs düsterem Abgesang kein Zurück zu den guten alten Zeiten, sondern alle Männer sind dem Untergang verdammt. Ähnlich wie der Überlebenskampf am Anfang des Films mit den Skorpionen, die sich verzweifelt gegen die Übermacht der Ameisen wehren, aber durch die Kinder immer wieder daran gehindert, dem Ameisenhaufen zu entrinnen, der gerade am Fressen ist. Bis dann das ganze Szenario des Kampfes selbst in Flammen aufgeht, von einer mächtigeren Spezies...dem Menschen. Der Kreis ist geschlossen und selbst die übrig gebliebenen Leichenfledderer sind des Todes. Eine Anspielung auf die höhere Macht, die alles steuert ? Die gebrochenen Figuren, die Peckinpah hier zeigt und von den grandiosen Darstellern Holden, Borgnine, O'Brien und Ryan so intensiv dargestellt werden, sind weder Gut noch Böse, auch lange keine Helden - sie haben lediglich ihren Männerbund, denn nur gemeinsam gelingt ein Halt in einer feindlichen Umgebung. Man merkt auch die enge Identifkation des Regisseurs mit seinen tragischen Hauptcharakteren. Sie versuchen sich in einer Welt zu behaupten, in der kein Platz mehr für sie vorhanden ist. Es sind diese letzten amerikanischen Outlaws des alten Wilden Westens, die mit einer neuen Zeit und mit neuen Generationen konfrontiert sind, was ja auch in seinem vorher gedrehten Meisterwerk "Sacramento" vorherrschendes Thema war. Doch der großartige Western "The Wild Bunch" hat noch viele weitere Subtexte zu bieten. So spielt Peckinpah geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers, der eigentlich davon ausgeht, dass diese Soldaten, die in die Stadt reiten, Männer des Gesetzes sein müssten, dabei sind das richtig fiese Schurken. Die Galgenvögel aber, die sich auf dem Dach des Gebäudes verschanzt haben, sind auf der Seite der "Guten". Die Welt ist nicht immer so wie sie erscheint, so sind auch die kleinen Ameisen zumindest nur für diesen einen trügerischen Moment Sieger über die Skorpione. Es ist alles hervorragend gemacht, da Peckinpah gar keine Position einnimmt, sondern zeigt. Und spätestens wenn sich die Outlaws der tödlichen Übermacht gegenüberstellt ist klar, dass wir uns hier im obersten Western-Olymp befinden.
Die Gewalt folgt einer melancholischen Choreografie. Es ist weder Heldenepos noch Banden-Western. Es ist - durch viele Szenen belegt - die Geschichte über das ganz große persönliche Scheitern und vom illusionären Wunsch, dass man in dieser abgründigen Lage noch ein Stück über sich hinauswachsen will. Als Pike am Ende die junge mexikanische Prostituierte verlässt, meint man an seinem müden Blick in ihre Richtung zu erkennen, dass er sich in diesem Moment eingesteht, nichts mehr von Wert weitergeben zu können, keine Familie zu haben und die Frage im Raum steht, welchen Sinn das alles hatte - im Angesicht des nahen Todes. Diese Verzweiflung wird dann in der Sequenz noch weiter auf die Spitze getrieben, in dem Moment als Mapache von Pike erschossen wird und ein paar Sekunden Stille herrscht, die dann durch ein sonderbares Lachen von Dutch aufgelöst wird - dann erst wird weiter geschosssen, obwohl es so aussah, als hätte für diese paar Sekunden die Welt und das irdische Dasein eine himmlische Eingabe empfangen.
Aufnahmen und Einstellungen von Kindern hat Peckinpah immer wieder in seine Handlung eingeschnitten. Sie sind Zeugen der Gewalt, sie üben dann selbst Gewalt aus. Peckinpah war interessiert daran die Frage zu stellen, woher die Gewalt kommt, wie sie funktioniert und wohin sie am Ende führt. Erwachsene als Vorbilder lassen sich in dieser von Peckinpah gezeigten Welt überhaupt nicht ausmachen, es sieht so aus, als würde sich die Gewalt fortpfanzen. Da Erwachsene zwangsläufig Vorbilder sein müssen, sieht man die Kinder, wie sie die Schießerei mit mehreren Toten, gleich nach der Flucht der Banditen, nachahmen. Genauso deutlich wird diese katastrophale Vorbildfunktion in der Szene, als der kleine mexikanische Kindersoldat seinem Hauptmann Mapache einen Nachricht überbringt.
Die Zeit wandelt sich in "The Wild Bunch" - die alte Wild West Epoche geht zu Ende, es gibt moderne und vernichtendere Waffen wie bspw. ein automatisches Maschinengewehr, mit dem Mapache fast wie ein Kind zu spielen beginnt - wohlwissend, dass es eine totbringende Waffe ist, die durchs Rumballern ohne das Gerät im Griff zu haben wieder einige Menschenleben in der näheren Umgebung fordert. Macht ja nix, das Leben scheint keinem hier - weder in Mexiko, noch beim großen Nachbarn Amerika, viel Wert zu sein. Und ein moralisches Gerüst, aus dem sich ein positiveres Handeln entwickeln könnte, ist weit und breit nicht in Sicht. Somit sind die Zukunftsaussichten auch nicht rosiger. Der Mensch bleibt in diesem zwanghaften Gerüst namens Überlebenswillen wohl oder übel gefangen. So gesehen haben sich die Männer des Wild Bunch auch einigermassen harmonisch eingerichtet, denn zu wissen, dass man sich auf den anderen verlassen kann, sofern man sich an den über allem stehenden Regelkodex hält, gibt schon Sicherheit und vor allem auch so etwas wie Familie, die gemeinsam gute und schlechte Zeiten bewältigen kann. So ist auch interessanterweise die Entdeckung, dass man für wertlose Dichtungsringe sein Leben riskiert hat, nur von kurzem Ärger, dieser knüpft nahtlos an einen entpannten Moment des schallenden Gelächters über die eigene Dummheit an.
Bezogen auf das Genre selbst hat es Peckinpah mit diesem Film geschafft den damals erfolgreicheren ItaloWestern wieder zu überflügeln und das traditionelle amerikanische Genre wieder in seine Heimat zu holen. Darauf aufbauend boomte dann in den frühen 70er Jahren der Spätwestern, der auch immer wieder das Vietnam Trauma spiegelte.
Mit Sicherheit einer der besten 10 Western aller Zeiten.
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am 1. März 2006
Ein paar Anmerkungen zu dem vorherigen Kommentar.
Sowohl in Peckinpahs Biographie als auch in diversen Filmlexiken kann man lesen, dass es von Wild Bunch eine 152min Fassung gäbe. Das ist insofern richtig, dass diese Fassung diejenige ist, die Peckinpah gerne ins Kino gebracht hätte. Leider war Warner Bros anderer Meinung und hat vor allem Szenen gekürzt oder ganz herausgenommen, die zur eigentlich dazu gedacht waren den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Roger Spottiswoode, einer der Cutter Peckinpahs, hat später den Film um die Szenen erweitert, die Warner gekürzt oder ganz geschnitten hatte. Das es die 152 minütige Fassung liegt wohl daran, dass Filmaterial verloren gegangen ist. Trotzdem kommt der Directors Cut Peckinpahs Vorstellung von WILD BUNCH wohl am nächsten. Das die deutsche Fassung "nur" 139 min lang ist -im Vergleich zur amerikanischen (144min) - liegt an der PAL / NTSC Norm. PAL Filme laufen in der Regel 4% schneller als ihre NTSC Pedanten. Somit kann auch hier der Behauptung, der Film wäre im Gegensatz zur amerikanischen Fassung geschnitten, widersprochen werden. Im Übrigen besitze ich auch die amerikanische DVD und beim Anschauen der deutschen Fassung sind mir keine Schnitte o.ä. aufgefallen.
Wer also die deutsche DVD kauft, macht nichts falsch, da es was den Film angeht keine Unterschiede gibt.
Zum Film selber braucht man nicht viel sagen. Neben DER SCHWARZE FALKE der wohl beste Western der je gedreht wurde.
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am 9. November 2009
Berühmt,berüchtigt ist dieser Klassiker des Westerngenres vor allem,wegen seines gewalttätigen Finales.
Dabei zündet Peckinpah ein brilliant choreographiertes Action-Feuerwerk,daß man es einem noch Jahrzehnte später die Sprache verschlägt!
Die Technik Actionsequenzen aus verschiedenen Kameraperspektiven und sowohl in Realzeit als auch Slowmotion zu filmen hat Sam Peckinpah überhaupt erst erfunden!
Ohne seinen Einfluss wären die Filme anderer Action-Größen wie John Woo oder Walter Hill(beide bekennende Peckinpah-Schüler!) gar nicht denkbar!
Dabei hat THE WILD BUNCH viel mehr zu bieten.Vor allem wirklich gute Schauspieler.
William Holden,Ernest Borgnine,Robert Ryan,Warren Oates und Ben Johnson, alle gestandene Charaktermimen geben hier die beste Vorstellung ihrer Laufbahn!
THE WILD BUNCH ist richtig großes klassisches Breitwandkino, phantastisch fotographiert und mit stimmungsvoller Musik und sollte,falls vorhanden,am besten auf einem Beamer vorgeführt werden!

Damit wären wir allerdings beim einzigen Kritikpunkt!Das Bild ansich ist zunächst eimal gar nicht schlecht,die Farben zum Beispiel sind wirklich brilliant,aber die Bildschärfe ist leider suboptimal,auch aus altem Bildmaterial läßt sich mehr herausholen.
Ich selber habe übrigens einen älteren Beamer noch mit 720p Auflösung,ich wage aber zu bezweifeln,daß das Bild in 1080p tatsächlich besser rüberkommt!
Als THE WILD BUNCH 1997 zum ersten mal ungeschnitten herauskam,hatte ich mir damals für viel Geld die amerikanische Laserdisc besorgt.Damals fand ich die Bildqualität überragend(auf dem Röhrenfernseher!).
Es hat den Anschein als habe Warner das selbe Master von damals auch für die DVD benutzt und nochmals in HI-DEF für die BluRay "aufgebügelt".Das Endresultat ist trotzdem ganz anständig.
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am 21. Februar 2007
"The Wild Bunch" ist einer der ehrlichsten US-Western überhaupt. Es gibt keine keine Supermänner des Wilden Westens, keine strahlenden Westernhelden, die einsamen Witwen beistehen und keine revolververliebten Saubermänner die einfach schneller ziehen als die ohnehin sofort erkennbaren Bösewichter.

Die Mitglieder des "Wild Bunch" sind Außenseiter - es sind Verbrecher. Und darin genau liegt die Kunst des Sam Peckinpah. Ihre Taten werden ungeschönt dargeboten, die Gewalt wird als solche aufgezeigt, schonungslos und direkt, unverklärt und alles andere als verherrlicht. Gleichzeitig werden diese Charaktere aber nicht verdammt. William Holden, Ernest Borgnine, Edmond O'Brien, Jaime Sanchez, Ben Johnson und Warren Oates sind exzellente Protagonisten - ihnen gehören auch viele Sympathien, schlußendlich nicht nur die des Regisseurs...

In einer weiteren Hauptrolle ist der vielfach unterschätzte Robert Ryan zu sehen, ebenfalls in absoluter Topform. In weiteren Nebenrollen die vielbeschäftigten Nebendarsteller Emilio Fernandez, Albert Dekker (sein letzter Film vor seinem Selbstmord), Dub Taylor, Bo Hopkins und natürlich das "Aasgeier-Duo" Strother Martin & L.Q. Jones.

Es mangelt weder an Action noch an komödiantischen Elementen, die Story ist dramaturgisch perfekt - die gesamte Atmosphäre dieses Meisterwerks paßt einfach. Die für Peckinpah typischen Zeitlupeneffekte sind atemberaubend gefilmt.

Nicht zuletzt gilt es die schöne Filmmusik des Routiniers Jerry Fielding positiv zu erwähnen.

Unterm Strich ein zeitloses Monument amerikanischer Filmgeschichte, glücklicherweise in unzensierter Fassung auf dieser lobenswerten DVD.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Mai 2012
Unter den vielen "Barockschillernden" Western steht Sam Peckinpah's "The Wild Bunch" als einer der extremsten und denkwürdigsten Western da.

Schon der Beginn, bei der sich eine verwilderte Gruppe von Outlaws auf der Flucht vor Kopfgeldjägern aufmacht, um in Mexico mit der Bande eines marodierenden Generals, der jedoch ein falsches Spiel treibt, Geschäfte zu machen, deutet auf einen richtungsweisenden, besonderen Western hin. Die außergewöhnlichen Eröffnungsbilder von lachenden, grinsenden Mexikaner-Kindern, wie sie Scorpione beobachten die in einem Meer von Killerameisen zerfressen werden, werden dem blutigen Stil des Films schon richtungsweisend vorweggenommen. So wird schon angekündigt, wie später im Laufe des Films und besonders beim vorher in Western so noch nie gesehenen blutigen Finale, dass in Peckinpah's Welt die Unschuld (Kinder) und die Brutalität (Erwachsene), Seite an Seite existieren.

Basierend von einer Originalidee von Lee Marvin arbeitet Peckinpah's auch reichlich romantischer Film, die Geschichte der Story seines ersten Westerns "Sacramento" mit Joel McCrea und Randolph Scott wieder auf. Mit dem Unterschied, dass diesmal, obwohl auf verschiedenen Seiten stehend, beide Filme das größte Klischee des Genres verkörpern, wo ein Mann das tut, was er tun muß!

Der Regisseur hat mit William Holden, Ernest Borgnine, Robert Ryan, Edmond O'Brien, Ben Johnson, Emilio Fernandez, Warren Oates und anderen großen erfahrenen Westerndarstellern, eine gerade für diesen Film hervorragend geeignete Traumbesetzung aufzubieten, die alle grandiose Leistungen zeigen...aber man spürt...sein Herz ist klar bei Holden - denn der ist der unumstrittene Chef der "Wild Bunch". William Holden zeigt als "Pike Bishop", seine absolut beste Leistung in einem seiner vielen guten Western. Der Betrachter dieses Meisterwerks, spürt das sofort. Vor allem in drei seiner besten großen Szenen - einmal als ihm seine Leute nach einem Sturz vom Pferd, unter großen Schmerzen einer alten Beinwunde, voll Bewunderung zusehen, wie er sich wieder allein in den Sattel seines Pferdes quält, um als Anführer wieder wie gewohnt, vor ihnen herzureiten - ein anderes mal, als er ihnen bildhaft klarmacht, dass sie vor ihren Verfolgern wachsam sein müssen: "Wir müssen weiter denken, als unsere Revolver schießen!". Besonders aber auch am Schluß, als er die Entscheidung treffen muß mit dem Lohngeld davon zu ziehen, oder für einen seiner Männer, einen Mexikaner, zu kämpfen und damit wahrscheinlich auch zu sterben. "Let's Go !" sagt der Chef wie so oft vor einem Kampf - "Warum nicht?" stimmen seine Männer wie selbstverständlich ein - Mehr gibt es nicht zu sagen. Sie folgen ihrem Anführer zu einem unvergleichlichen, denkwürdigen Finale...

Diesen Original Director's Cut der Blu-ray von "The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz" kann der Westernfreund in hervorragender Bild- und Tonqualität und außerdem in der längstmöglichen Fassung geniessen. Endlich eine würdige Veröffentlichung von Sam Peckinpah's Meisterwerk mit Zugabe herrlicher "Specials", bei denen die Dokumentation: "Sam Peckinpah's Westen - Das Vermächtnis eines Hollywood-Rebellen" den Höhepunkt darstellt.
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am 23. März 2015
Sam Peckinpah stellte die hypothetischen Fundamente des amerikanischen Selbstverständnisses, vor allem das als autonom dargestellte und im Mittelpunkt stehende Individuum als vergangene Vision in Frage, bis es am Ende zerfällt. Was Peckinpah anstrebte, war im Grunde ein Kino der Desillusion, was sich zumindest in drei Filmen ausdrückt: The Wild Bunch (1969), Pat Garrett & Billy the Kid (1973) und Bring Me the Head of Alfredo Garcia (1974). Dies ist zwar nur skizzenhaft ausgedrückt, dürfte aber für sein gesamtes Oeuvre zutreffen, das nostalgisch den amerikanischen Traum bis zu dessen radikaler Dekonstruktion durchquert. Wegen der Vielschichtigkeit des Films kann und sollte dieser Beitrag natürlich nur als einer von vielen gesehen werden, auf eine komplette Inhaltsangabe wird zugunsten anderer Aspekte ebenfalls verzichtet. Kunden, die sich die Lektüre einer langatmigen Rezension ersparen möchten, können natürlich auch die Kurzbeschreibung von Sam Peckinpah akzeptieren: "The Wild Bunch is simply what happens when killers go to Mexico." In der Karriere des Regisseurs steigerte sich Mexico zunehmend zu dem Land in dem er sich wohlfühlte und sein letztes grosses Werk schuf: Bring Me the Head Of Alfredo Garcia.

Mittlerweile wird anerkannt, dass Sam Peckinpahs The Wild Bunch einer der einflussreichsten Filme des amerikanischen Kinos ist. Kontrovers diskutiert wurde seinerzeit vor allem die multiple Kameratechnik, mit der Peckinpah und sein Kameramann Lucien Ballard eine durch Montage und Zeitlupe erhöhte Intensität filmischer Gewalt darzustellen vermochten. Ein ähnlicher Wendepunkt gelang zwei Jahre zuvor Arthur Penn und Warren Beatty mit dem an die Nouvelle Vague angelehnten Film Bonnie and Clyde, allerdings erntete auch dieser zuerst massive Kritik, weil man es als unpassend empfand, Gewalt und, wie man sagte, Slapstick Szenen zu kombinieren.

Peckinpahs Intensität der Gewalt war zuvor, auch aufgrund des Codes, nie erreicht worden. Aber es war The Wild Bunch der in fundamentaler Weise den Western veränderte, um in ein brutaleres und geradezu psychopatisches Territorium vorzustossen. In den 1960er Jahren wurde die Vietnamisierung des Western derart häufig als Argument herangezogen, dass es Gefahr lief, zur Plattitüde zu degenerieren - nichtsdestotrotz war es zutreffend. Auch andere Regisseure hatten das Thema aufgenommen, wie z.B. Robert Siodmak mit dem Epos Custer of the West (1968), Buzz Kulik mit Villa Rides (1968), oder George Roy Hill mit Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969). Oberflächlich gesehen hat Peckinpahs Film einige Gemeinsamkeiten mit Butch Cassidy, denn beide Filme fokussieren auf Outlaws "who have outlived their time" und die historische Bande von Butch Cassidy hiess tatsächlich The Wild Bunch. Aber hier enden die Gemeinsamkeiten, denn über all diese Produktionen ragt Sam Peckinpah weit hinaus, da er alle angedeuteten Probleme hier komprimiert und ausdrückt.

Peckinpahs ambitiösestes Projekt war zweifellos Major Dundee (1965), ein Film der nebenbei auch das renegado Image des Regisseurs zementierte. Major Dundee ist jedoch mehr als nur eine Generalprobe für The Wild Bunch, zumal er sowohl individuelle als auch imperiale Hybris kritisiert. Es kann als bittere Ironie bezeichnet werden, dass Major Dundee reale Ereignisse vorausnahm, denn drei Monate nach den Dreharbeiten ereignete sich der umstrittene Golf von Tonkin Zwischenfall, den Präsident Johnson zum Anlass nahm, das amerikanische Engagement in Vietnam auf legale und gross angelegte Kriegsführung auszuweiten. Hatte der zweite Weltkrieg das Land noch geeint und geradezu gestärkt, riss dieser Stellvertreter-Krieg in Fernost Generationen auseinander und entwickelte sich zum tiefsten Riss in der amerikanischen Gesellschaft seit dem Bürgerkrieg.

In der ersten Szene von The Wild Bunch reiten sechs U.S. Soldaten entspannt und friedlich in das kleine texanische Grenzkaff Starbuck, sie verhalten sich so zurückhaltend, dass sie keine Aufmerksamkeit erregen. Am Dorfrand ist eine Gruppe von Kindern damit beschäftigt, Skorpione mit roten Ameisen zu quälen. Unter einem behelfsmässig errichteten Zeltdach halten die Temperenzler unter den guten Bürgern eine kleine Feier ab. Die "Soldaten" betreten das Railroad Office und legen sofort jede entspannte Zurückhaltung ab, ohne Umschweife und unter vorgehaltenen Revolvern schnappen sie Banker und Kassierer und beginnen mit dem Einsacken der Bareinnahmen. Ihr Anführer Pike Bishop (William Holden) faucht: "If they move - kill 'em!"

Allein diese Eröffnung stellt alle konventionelle Erwartungen an einen Standard Western auf den Kopf. Wir befinden uns in einer Welt in der Kinder, traditionell Symbole der Unschuld, grausamer sind als giftige Skorpione und kurz danach überwältigt Peckinpah sein Publikum mit drei weiteren kühnen und brillanten Zügen. Erst stellt er die Outlaws in Uniform dar, um sie sofort wieder als Gesetzlose zu entlarven, einen Moment später explodiert förmlich die ganze Stadt als sie entdecken, dass sie in einen Hinterhalt von Thorntons (Robert Ryan) "Gesetzeshütern" geraten sind, was an den amerikanischen industriell-militärischen Complex erinnert. Als die Outlaws oder besser der Wild Bunch beschliesst, sich den Weg freizuschiessen, beginnt ein unvorstellbares Massaker, vor allem an der Zivilbevölkerung weil diese in verschiedene Schusslinien gerät. Dies ist die erste Szene, die mit ihren menschlichen Kollateralschäden an Vietnam erinnert. Um den getarnten Wild Bunch (Guerillas) zu annihilieren, wird vom Gesetz (US Aussenpolitik) nicht die geringste Rücksicht genommen. Peckinpah geht noch einen Schritt weiter, indem er Thorntons "Gesetzeshüter" nach dem Massaker als ekelerregende Leichenfledderer zeigt, die sich um jeden Stiefel und jeden Goldzahn streiten. Manichäische Moral ist das erste Opfer dieses Films in dem Peckinpah eine Welt entwirft in der sich Vertreter des Gesetzes ehrloser verhalten als die Bande von Gangstern die sie verfolgen.

Auch wenn sich am Anfang die Männer des Wild Bunch ihren Weg freischiessen, finden sie am Ende weder Freiheit noch Erlösung. Peckinpah präsentiert zwei Helden und zerlegt sie gnadenlos: Bishop und Thornton. Beider Situation ist von Anfang an moralisch korrumpiert und beide töten Unschuldige nur weil sie sich unvorsichtigerweise nicht rechtzeitig aus dem Bleiregen entfernen, Kollateralschaden. Der Film schlägt sich nicht auf die eine oder andere Seite, verschweigt aber keinesfalls die dunklen Seiten, demonstriert sie sogar. Bereits das erste Massaker in Starbuck nachdem Bishop und der Bunch in die von Thornton gestellte Falle gelaufen sind, lässt alles offen. Peckinpah schneidet rasant um seine Sichtweise zu verstärken, aber nicht nur um den Betrachter zu überwältigen. Er benutzt alle Elemente der Kameratechnik, Schnitt, die berühmte Slow Motion, Zoom hinein in die Aktion und Perspektivenwechsel um die Konfusion der Szenerie zu erhöhen und vor allem um jede Präferenz zu vermeiden, man sieht sterbende Opfer und hämische Täter die ohne nachzudenken Unschuldige erschiessen. Das Bild allgemeiner Panik entspricht der moralischen Konfusion der Protagonisten.

Auch der Bunch muss Blutzoll entrichten und als es um die Aufteilung der Beute geht, müssen die Mitglieder feststellen, dass sie auch noch verhöhnt wurden, da die erbeuteten Geldsäcke nur wertlose Metallscheiben enthalten. Wie Butch Cassidy muss nun auch Pike realisieren, dass das Ausrauben von Banken und Zügen nicht mehr zu Reichtum führt und deklariert, "We gotta start thinkin` beyond our guns." Aber das Problem dieser Männer liegt nicht einfach darin, dass sich die Zeiten geändert und sich damit auch ihre Überlebenschancen reduziert haben. Es ist eindeutig, dass sie ihr Leben zugunsten von Gewalt und Kriminalität verschwendet haben. Sie sind mit dem gleichen Problem konfrontiert wie die Glorreichen Sieben oder Henry Fonda in Warlock, auch Peckinpah selbst hat das Thema in Ride the High Country aufgenommen, aber niemals wurde es so klar dargestellt.

Spätestens mit der Überquerung des Pecos Rivers nach Mexico sollte man auch die historisch herrschende Gewalt berücksichtigen, denn zum Zeitpunkt der Handlung 1913 befand sich Mexico mitten in den Revolutionswirren, die in Wirklichkeit noch grausamer waren als die Schilderungen des Films insgesamt. Es war die Zeit von Pancho Villa, ein Bandit und Revolutionär, der in Durango und Chihuahua den Norden Mexicos gegen die Truppen von Porfirio Díaz verteidigte und kontrollierte. Mehr oder weniger entspricht das Gebiet dem Ort der Handlung, und selbstverständlich floss dort Blut in Strömen, es wurde geraubt, geplündert, vergewaltigt und gemordet und in weiten Teilen des Landes herrschte Anarchie. Ausserdem kamen automatische Waffen und motorisierte Fahrzeuge zum Einsatz; womit eine neue Zeit und eine neue Ära des Tötens begonnen hatte. Hier befindet sich Peckinpah auf dem Boden des Realen. In den wein-, weib- und tequilaberauschten Szenen, in denen der Film immer wieder zu scheinhafter Ruhe kommt, träumt der Wild Bunch von einer gewissen Unschuld, vor allem in Angels (Jaime Sanchez) Dorf. Aber auch darauf liegt der Fluch der Gewalt seit es von General Mapache überfallen wurde, dabei wurde nicht nur Angels Vater ermordet, seine geliebte Teresa (Sonia Amelio) lief zu Mapache über und wurde freiwillig dessen Hure. Auch diese Situation ist in keinster Weise clichébehaftet, keine Hure-mit-Herz Dichotomie, Peckinpah attackiert Hollywood Konventionen um alle romantisierten Mythen zu zerstören, er weiss auch, dass die Schönheit Mexicos eine Unschuld vorgaukelt, die es in diesem Land nie gegeben hat.

Der Film war kommerziell nur ein bescheidener Erfolg und die meisten Kritiker explodierten förmlich wegen des extrem hohen Niveaus an brutalster Gewalt und Zynismus, die Ideale maskuliner Kameradschaft seien zu Neurosen pervertiert, ja, der Wild Bunch wurde sogar mit Senator McCarthy auf eine Ebene gestellt. Aber die negativen Meinungen änderten sich relativ schnell, man erkannte, dass der Bunch Peckinpahs komplexeste Analyse der Metamorphose von Mensch zu Mythos darstellt. Man anerkannte, dass Kameramann Lucian Ballard Aufnahmen gelungen sind, die nicht nur die verwahrloste Schönheit Mexicos perfekt darstellen sondern auch die Essenz von The Wild Bunch einfangen.
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am 26. März 2006
Nun endlich ist auch dieser Meilenstein der Filmgeschichte in akzeptabler Qualität auf DVD zu bekommen ... nun endlich. Zur Handlung, - ja überhaupt zum eigentlichen Film braucht ja wohl nichts mehr weiter gesagt werden. Wer den nicht wenigstens 1x in seinem Leben gesehen hat, darf sich nicht wirklich als Filmfreund bezeichnen.

Habe mir dieses Werk sofort zusammen mit "Pat Garrett vs. Billy the Kid" besorgt, bei dem mich die Tonspur allerdings schnell das Grausen gelehrt hat.

Umso positiver war ich dann überrascht, das hier ausnahmsweise mal das Preis - Leistungsverhältniss gestimmt hat. Es gibt ja sicherlich, je nach Ansichtssache, bessere wie schlechtere Beispiele.

Etwas Befürchtungen hatte ich noch, das hier möglicherweise die 3 SAT - TV Fassung von 2004 drauf sein könnte, - bei der die Szene gekürzt war, als der General dem Mexikaner hinterrückst die Kehle durch schneidet. Und so erst das grandiose Schlussmassaker selbst ausgelöst hat. Aber Gott sei Dank war dem nicht so.

Und zum Lachen gebracht hat mich auch der Kommentar in den Extras auf dieser DVD oder bei "Pat Garrett vs. Billy the Kid", - das die Produzenten zuerst von den Gewaltdarstellungen bei "Wild Bunch" ziemlich erschrocken waren und diese gewissen Kürzungen verlangten (im Netz wird ja teilweise von bis zu 180 Min. verschollenen Fassungen berichtet).

Aber hinterher, nach den unglaublichen Erfolg später bei "Pat Garrett vs. Billy the Kid" gerade die etwas spärlicher ausgefallenen brutalen Szenen bemängelt haben. Und sich eine dann doch blutigere Fassung gewünscht bzw. erwartet hätten.

Tja, - beim Profit hört eben die Moral auf. Das war damals schon und ist heute noch genau so. ;-)
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am 18. Mai 2016
Also ich bin absoluter Western-Fan, habe allein gefühlte 100 John Wayne-Filme in meinem Besitz und habe in diesem Genre wirklich sehr viel gesehen.
Der Film "The Wild Bunch" war bislang einer der wenigen, der mir noch nicht vor Augen gekommen war.
Insbesondere vor dem Hintergrund des sehr günstigen Angebots (5 Euro für die Bluray) habe ich dies nun geändert und mir den Film angeschafft.

Mein Fazit:
Inhaltlich gesehen ist es durchaus ein Streifen, den man sich ansehen kann. Auch technisch gibt es an der Bluray-Umsetzung wenig zu meckern, wenn man das Alter des Films und die Nachfragesituation berücksichtigt.
Allerdings konnte mich der Streifen nicht wirklich fesseln. Weshalb er in vielen Foren als KULT angesehen wird, erschließt sich mir nicht.
Vergleiche ich ihn kreuz und quer innerhalb des Genres mit Klassikern wie Rio Bravo, Spiel mir das Lied vom Tod, Django, für eine handvoll Dollar etc. so komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass er mit diesen Filmen nicht mithalten kann und auch nicht in diese Liga gehört.
Auch empfinde ich die vielfach gerühmten Zeitlupeneffekte des Regisseurs auf Dauer als eher nervig und in diesem Film wimmelt es leider
nur so davon. Mag sein, dass das damals was Besonderes war, mir hingegen geht es heute ziemlich auf den Keks !!!
Wie gesagt, der Film ist nicht verkehrt, die Handlung auch nicht unbedingt einfallslos aber es gelingt dem Streifen nicht zu fesseln.
Man hat das Gefühl nicht wirklich etwas zu verpassen, wenn man sich mal kurz in Richtung Küche bewegt, um sich ein Getränk und was
zu Knabbern zu holen.
Man kann sich diesen Film als Genrefan durchaus ansehen, man kann ihn sich auch kaufen und ins Regal stellen aber man sollte wirklich
nicht allzu viel erwarten, denn dann wird man mit Sicherheit enttäuscht !!!
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TOP 1000 REZENSENTam 7. September 2015
Wild Bunch von Sam Peckinpah (gegen Ende alkohol- und drogensüchtig) aus dem Jahr 1969 setzte damals die Grenzen der Gewaltdarstellung neu. Es fließt jede Menge Blut. Die grandiosen Hauptdarsteller ziehen mordend, saufend und hurend durchs Land, wie man es damals noch nie zuvor gezeigt hatte. Der Film wurde deshalb früher nur zusammengeschnitten gezeigt und liegt jetzt endlich wieder im vollständigen Directors Cut vor.

Der Wilde Westen ist schon fast Vergangenheit, als die Hauptfiguren, eine Banditenbande, 1914 ein Lohnbüro überfällt. Auf der Flucht vor den, nicht minder kriminellen Verfolgern die von einem ehemaligen Verbrecherkumpel geführt werden, gelangt die Bande nach Mexiko. Dort treffen sie auf einen verbrecherischen mexikanischen General und sollen gegen gute Bezahlung für ihn Waffen von der US-Armee stehlen. Die Verfolger sind ihnen dabei immer dicht auf den Fersen. Als der General dann auch noch ein Mitglied der Bande gefangen nimmt, kommt es zum sehr blutigen Showdown.

Zwischen den brutalen Auseinandersetzungen wird viel gereitet, gesoffen und gequatscht. Der Film dauert 139 Minuten und ist nicht mit einem flotten Hollywood-Popcorn-Actionstreifen aus heutiger Zeit vergleichbar. Sehr interessante Fakten zu Film und Regisseur sind bei Wikipedia nachzulesen.

Die Bildqualität der DVD ist für einen Film aus 1969 angemessen gut.
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am 2. März 2006
Vergesst den hier abgegebenen unqualifizierten 'Director's Cut' Kommentar: die 139 PAL-Minuten entsprechen den 144+ NTSC-Minuten der US-Fassung, und dies IST der Director's Cut! Eine 152 Minuten Version ist nie aufgetaucht und wurde nur 1970 (fälschlich?)in einem US-rental Katalog erwähnt. Entweder ein Druckfehler, oder ein Preview-Cut (Peckinpah entfernte nach Publikumsreaktionen einige ZU heftige Gewaltszenen) der seitdem leider verschollen ist. Mit Sicherheit aber NIE für eine Kinoauswertung gedacht war: Die DVD-Fassung ist Peckinpah's Schnitt, der im Sommer 1969 in die Kino's kam (und dann langsam im Laufe der Zeit zusammengekürzt wurde - siehe deutsche Katastrophen-Videos..).
Das DVD-Bild finde ich etwas verpfuscht: Es ist zwar besser als das der 1. DVD (nur USA/UK), aber genau wie die SE von BULLITT etwas beschnitten und zu dunkel.
Die Doku ALBUM IN MONTAGE von 1995 ist natürlich eine der besten überhaupt - großartig.
Die lange Doku über Peckinpah's Western würde ich als sehr uninspiriert bezeichnen - leider keine Regie erkennbar. Für Einsteiger aber sicher sehr informativ.
SIMPLE ADVENTURE STORY ist etwas amateurhaft gemacht, beinhaltet aber ganz wunderbare Outtakes - für BUNCH-Fans ein Schatz!
Wieder mal keine Bildergalerien und die 1994 entdeckten s/w-Dreharbeitenaufnahmen (ca. 20% davon wurden in ALBUM IN MONTAGE verwendet) wurden auch nicht weiter berücksichtigt.
Aber bei dem jahrelangen Theater mit dieser Box, muß man schon froh sein, dass sie überhaupt erschienen ist...
MEIN LIEBLINGSFILM.
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