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am 10. Februar 2010
Man könnte meinen, dass gesamte Gebiet des Post-Metal und seiner Unterarten wäre schon längst abgeerntet und ausgelaugt. Viele Bands sind mittlerweile dazu übergegangen, sich schlichtweg selber zu kopieren.
Eher zufällig bin ich auf Mouth Of The Architect gestoßen, einer Band aus Daton, Ohio in den USA. Und die haben mich dabei äußerst überraschend von meinem Stuhl geblasen. Der Titeltrack war das erste Lebenszeichen, welches in meine Gehörgänge kam und seit dem nicht mehr gehen will.
Zunächst ein leiser, unbeschwerter Aufbau. Passend zum Covermotiv stellt man sich eine karge, ruhige Winterlandschaft vor. Mehrere Keyboardlines führen einen hinein. Man hat das trotzige Bedürfnis zu sagen: ach ja, auch der Winter hat seine guten Seiten.....wäre da nicht der Bulldozer, der nach kurzer Zeit über eben diese Landschaft braust und alles niedermäht. Die Produktion und die Kraft der einzelnen Lieder haut einen förmlich um. Dennoch werden in gut platzierten Momenten gekonnt ruhigere Parts in die Lieder eingewoben, sodass man auch mal atmen darf, bevor alles wieder überrollt wird. Der Gesang ist durchgehend rau, kräftig, fast anklagend brutal und erweist sich als gutes Wechselspiel zu den leisen Keyboardtönen. Alle Musiker spielen wunderbar zusammen und ergeben ein homogenes gutes Komponieren. Was ihnen an mancher Feinfühligkeit fehlt, machen sie durch die bereits beschriebene Kraft wieder wett. Dem einen oder anderen Kenner dieses Musikgengre wird garantiert ein Vergleich mit Bands wie Ne..... oder Is... einfallen, darauf möchte ich jedoch hier verzichten. schließlich möchte man als Koch auch nicht immer mit Lafer/Lichter verglichen werden. MOTA sind bisher eine eher unbekannte Band, die es hier leider nur als teuren Import gibt. Der wesentlich preiswertere Kauf über einen Anbieter lohnt sich jedoch auf jeden Fall. Und im Frühjahr sind MOTA sogar mit neuer EP in Deutschland unterwegs, ich bin gespannt!
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am 27. Januar 2015
Die Aufnahmen von Quietly standen unter einem schlechten Stern. Alex Vernon einer der drei Sänger und Gitarrist von MotA lag im Klinsch mit den Bandmitgliedern, seiner Familie und seiner Partnerin. Die Band drohte anhaltend an Vernons sozialen Problemen zu zerbrechen und nach den Aufnahmen stieg Vernon sogar zwischenzeitlich aus, woraufhin MotA ohne ihn tourten. Vernon beschrieb es als das Problem immer diejenigen zu kränken die ihm am nächsten sein. Dieses Verhalten wurde zu einem inhaltlichen und musikalischen Grundthema des Albums, das Gefühl einer über den Verfallspunkt hinausgezögerten Beziehung durchzieht den bitteren Grundton der Musik und lässt sich auch als inhaltliches Konzept lesen.
Das beginnt mit dem Titelstück, dass sich gezielt mit dem Thema befasst und über nicht gesagte Abschiedsworte sinniert "I should have turned to you and said: 'It's alright, darling someday you'll forget me'" und über Schuld- und rückwärtsgewandte Sehnsuchtsgefühle nach dem Ende einer Beziehung sinniert "Will you cry out for me in your sleep, Wasting what precious little time *we have had*, Like a dead man trying to find life" dazu klirrt und schwirrt die Gitarre in Eiseskälte über dem dünnem Klanggewaber aus Stimmen und Instrumenten, erst zum Ende schwingt dieses Gefühl in eine wütende Anklage um. Während die meisten Trennungsstücke entweder das Selbstmitleid oder die Anklage verbalisieren, brüllen MotA und damit Vernon, der das Stück geschrieben hatte, eine tragisch sich selbst betrachtende Anklage in den leeren Raum und bringen das Gefühl von Hilflosigkeit das eine Trennung, meist begleitet, zum Ausdruck.
Hate and Heartache eröffnet mit einem Filmsample der unter eine sanft anklingende Gitarre gelegt ist. Der Sample ist aus der Mediensatire Network, eine knappe Ansprache über den Wahnsinn der sich aus dem Äther über einen erbricht und in Angst und Isolation treibt und mit den kampflustigen Worten schließt "Nun, ich werde Sie nicht allein lassen. Ich will, dass sie durchdrehen!"(auf englisch natürlich) woraufhin MotA nach einem kurzen windigen zittern aus Gitarren und hallenden Drums den depressiven Grundton noch eine Spur weiter drängen: "We all lie, To ourselves, It never changes a thing" Danach bricht die Band mit einer Lawine aus Gitarren, und einem gebrülltem Chor über einen herein und zieht den Hörer in die Tiefe. Es gibt kein Entkommen, alles Soziale ist Lüge und nichts ist wirklich. Die Menschheit erscheint dem Erzähler verkommen und gefühlsarm. Er sich jedoch ebenso.
Pine Boxes greift am tiefsten Punkt zu einem fast schon klassisch anmutenden Kunstgriff des Post-Metals und stellt ein sehr stilles Interlude dar, dass allein aus gesampelten Stimmen im kaum definierbaren Hintergrundrauschen und einer sanften Pianospur besteht. In den Klang gemischt spricht die Stimme einer Frau immer wieder ein leises "Just remember this... feeling... emptiness.... "
Guilt And The Like bleibt beim Bild einer Depression und beschreibt vor einigen psychedelischen Einsprengseln in den Post-Metal-Klang der Band die körperliche Auswirkung bis hin zur Bewegungsunfähigkeit "Your hands lay like stones, If you try to lift them" und zugleich die aggressiv wütende und anklagende Seite zum Ende einer Beziehung "If you were here now, I'd cut you open, Because I don't want to feel anymore" vor welcher das Schlagzeug in kreisenden manisch hämmernden Drehungen schlägt und die Gitarren Wall auf Wall über den Hörer hinwegrauschen.
Generation Of Ghosts beginnt mit breiten aus dem Hintergrund erscheinenden Gitarrenklängen und der sanft säuselnden Stimme von Julie Batle of Mice Christmas, die hier einen deutlichen Kontrast zum harschen sonst gebotenem Gebrüll der Band bietet. Auch musikalisch ergeht sich das Stück in einem geplantem Wechsel zwischen Christmas und dem MotAüblichen Gebrüll, während Christmas ihre stimme auf einer ruhigeren Untermalung präsentiert, werden ihr Gegenüber Riffwände, klirrend kalte Gitarreneinwürfe und schwere Drums gesetzt. Der Zwiespalt zwischen dem metaphorischen Versuch einen Frieden in Ruhe zu beschwören wird von der Erkenntnis Vernons zerbrochen dass dies dem eigenen Grundgefühl wiederspricht "What little of love left within me, Has been bled dry... and buried. ", dabei ist hier nicht mehr allein die Beziehung das Manko sondern die ganze Menschheit wie schon in Hate and Heartache wird zum ausgehöhlten Feind erklärt. "You can see it on their faces, Smell it on their lips, A generation of ghosts, Lost and weak. Fade away" Das eigene Leid wird in Verachtung auf die Menschheit projiziert.
Rocking Chairs And Shotguns ist musikalisch ein erneuter Schritt in eine psychedelische Richtung, diesmal jedoch mit modern progressiven Anleihen und dem ersten Klargesang einer männlichen Stimme. Der Grundkurs der Musik bleib zwar erhalten aber der Song ist der vielleicht zugänglichste auf dem Album. Die erzählende Figur stellt mittlerweile die eigene Existenz in Frage und geht einen Dialog mit einer unbestimmten anderen Figur, deren Leben irgendwie erstrebenswerter oder zumindest besser scheint. Immerhin scheint dieser Freund (auch wenn ich es nicht wirklich greifen kann, ist dies in meinem Verständnis erneut die Partnerin, die von Beginn an Thema des Albums ist) noch fühlen zu können. Im mittlerweile durchdringenden Selbsthass des Erzählers scheint doch grade dieser Wunsch zum Vorwurf zu werden und das angemahnte freundschaftliche Verhältnis in einen Gewaltakt zu kippen und nach den ersten Fragen ob und wie diese Person fühlen können bricht die Stimmung und endet in der zu erwartenden Katastrophe: "Lie there and bleed my friend, I want to be your body, your limbs, I want you to reach out and find nothing"
Medicine ist ein weiteres sanftes Interlude, das sich mit einer leichten Pianospur in einem ähnlichen Schema wie Pine Boxes bewegt und erneut Ruhe in die ansonsten gewaltige Musik bringt.
A Beautiful Corpse schließt mit einem gewaltigen, dem wohl typischstem, Post-Metal-Stück und erinnert dabei stark an Neurosis, die MotA mal als wichtigen Einfluss benannt hatten und nimmt zweistimmig brüllend Abschied von dem zerschlagenen Gegenüber "One last time kiss these broken lips goodbye, Sweeter than honey and lies"
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am 7. März 2011
Auf "rosettaband.com" liest man zum Thema "Post Metal": "...It denotes "what comes after metal". But most bands that play the style are, in fact, metal. It's a mostly-instrumental hybrid of sludge/doom, ambient, prog-rock, and space rock. ...". Ja, ja, die ewige Kategoriendiskussion. ROSETTA haben daraus eine Art Steckenpferd gemacht und nennen ihre Musik "Metal For Astronauts". Mouth Of The Architect klingen nicht wie eine Metalcombo und trotzdem wie eine Band aus Leuten, die sich intensiv mit Metal befasst, womöglich auch mal Metal gemacht haben. Früher. Insofern geht das mit dem "Post..." schon in Ordnung. Andere sagen "Steel" dazu. Das ist konkreter als der Oberbegriff "Metal", bringt die Sache aber eher noch weniger auf den Punkt. Der Stahl, den Mouth Of The Architect auf "Quietly" präsentieren, ist rostig, geborsten und an den Rändern schartig. Man schneidet sich dran, aber das ist dem Material vollkommen gleichgültig. Musik wie leckgeschlagene Supertanker, die über hunderte von Jahren auf irgendeinem Felsgrat verrotten.
Manches im Gesamtsound dieses Albums erinnert natürlich an die unantastbaren ISIS: Der teppicharme Snaresound; ein nicht zu überhörender Hang zum gelegentlichen Mandolinenspiel auf verzerrten Elektrogitarren (gern auch mit stundenlang angelassenem Delay-Pedal). Aber damit hat es sich dann auch bald. Im Gegensatz zu ausgesprochenen stream-of-consciousness-Alben wie "Panopticon" oder "Wavering Radiant" streben Mouth Of The Architect eher nach Vielfalt; womit keinesfalls gesagt werden sollte, daß auf den genannten Isis-Alben alles gleich klingt. Aber vielleicht ist es auch Zeit, hier und jetzt von den Isis-Vergleichen wegzukommen...und statt dessen noch mal die mächtigen NEUROSIS ins Gespräch zu bringen. "A Beautiful Corpse" erinnert z.B. an sie, auch wegen des Outros, indem 2 heisere Männerstimmen versetzte Lines brüllen. Trotzdem kann man MOTA Epigonentum nicht vorwerfen: Zwischen den beiden genannten Bands finden sie ihren Platz, unkultivierter, apokalyptischer als Isis, mehr metal als Neurosis und mit der Fähigkeit gesegnet, geile Stücke zu schreiben. Dabei sind sie (wie auf dem Titelstück, das sich über 10 min. lang einen Part nach dem anderen leistet) zum Vertrackten durchaus fähig, überspannen den Bogen aber nie. "Guilt And The Like" beginnt mit einem kraftvollen 6/8-Takt und verwandelt sich nach einigen Minuten in kochendes Gemosche. So muß das sein, und langfristig läuft dieses Genre vielleicht Gefahr, sich in "...long dumb boring songs in natural minor key with a crescendo..." ("rosettaband.com") zu verlieren, aber bis dahin ist noch Zeit. "Pine Boxes" und "Medicine" sind die einzigen Ruhezonen dieser sich leidenschaftlich das Herz rausreißenden Platte: Dystopische Interludes, auf ansprechend beschädigt klingenden Tasteninstrumenten gespielt. "Generation Of Ghosts" ist mit seinem tief im Mix versunkenen, an MASSIVE ATTACKs "Teardrop" erinnernden Frauengesang (der im B-Teil niedergebrüllt wird) in diesem Kontext die relative Hitsingle. Es zeigt auch eine weitere Möglichkeit auf, wohin sich Post Metal verwässern könnte, aber davon sind MOTA auf "Quietly", wie gesagt, weit entfernt. Sehr gelungenes Album! Mit einem Schuppentier auf dem Cover!
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