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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dionysische Extase und bürgerliche Enge, 23. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
Diese Aufnahme war die erste vollständig im Bayreuther Festpielhaus gefilmte Produktion einer Wagneroper. Entstanden 1978 ist die Bildqualität auf der DVD leider nicht viel besser als die einer guten VHS-Kassette. Der Ton wurde auf 5.1.DTS "verbessert" und hört sich gut an.
Doch das ist schon alles, was man an dieser DVD kritisieren kann.
Die Inszenierung selbst, 1972 von Götz Friedrich erstmals in Bayreuth gezeigt, darf als modern und klassisch zugleich gelten.
Ästhetisch zeigt sich uns ein "gemäßigtes" Mittelalter, das Menschen vorstellt, die auch heute noch überall anzutreffen sind.
Elisabeth ist keineswegs nur die "reine Jungfrau". Sie spürt genau das Feuer der sinnlichen Liebe, von dem Tannhäuser entflammt ist, und wird von diesem Feuer sehr wohl angesteckt, ja sehnt sich danach; dennoch traut sich weder Tannhäuser Elisabeth als Frau zu lieben, noch wagt Elisabeth den letzten Sprung in dieses Meer der Sinne.
Sie zieht sich zurück in eine ideale Welt "reiner" Liebe, von der aus sie dann Tannhäuser erlösen will.
Venus dagegen ist nicht nur die Göttin harmloser Liebesfreuden im Sinne einer übernatürlichen Chefin eines Freudenhauses, sondern zeigt uns auch die zerstörerische Macht der Lust - am Schluss trägt sie die Maske des Todes, wenn sie Tannhäuser ein letztes Mal zu sich ziehen will.
Wolfram von Eschenbach ist ein in Elisabeth unglücklich verliebter junger Mann, der sich in Selbstmitleid erschöpft.
Landgraf Hermann und die Ritter bilden eine in bürgerlicher Enge (vielleicht des 19. Jahrhunderts?) erstarrte Liga zur Bewahrung einer schönen Idee, die man nennen könnte: Liebe mich, aber mit einem Meter Entfernung!
Die Darsteller sind allererste Klasse:
Gwyneth Jones stellt beide Seiten der Frau dar - Venus und Elisabeth. Sie tut dies stimmlich wunderschön und darstellerisch perfekt.
Spas Wenkoff singt und spielt die extrem schwere Partie des Tannhäuser ganz großartig und sehr glaubwürdig, wenn auch der "echte" Tannhäuser (der Minnesänger Heinrich von Ofterdingen) wohl etwas jünger ausgesehen haben dürfte.
Bernd Weikl, noch ohne Bart, ist der jugendliche Wolfram, der seine Partie zur vollsten Zufriedenheit singt und darstellt.
Hans Sotin und die Sänger der Ritter (Schunk, Feldhoff, Mazura) bieten bestes Festspielniveau, das damals noch wirklich diesen Namen verdiente.
Nicht vergessen sollte man den Mut des Regisseurs, die Partie des jungen Hirten von einem Sängerknaben darstellen zu lassen. Klaus Brettschneider von den Tölzer Sängerknaben macht das ganz wundervoll!
Also - eine DVD, deren Kauf sich sicher lohnt, da sie eine der besten Nachkriegsinszenierungen von Wagners Oper bewahrt hat.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ideale, werkgetreue Inszenierung, 6. Juli 2013
Von 
Polter, Rainer - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
All jenen, die ein Minimum an dem, was Richard Wagner, als er das Werk komponierte,
beabsichtigte und anwies, erwarten; sei diese DVD hiermit herzlich empfohlen.
Für mich eine der beiden einzig werkgetreuen, auf DVD zu erwerbenden Tannhäuser
-Inszenierungen, hier in der sogenannten "Pariser Fassung".

Der MDR zeigte neulich (Anfang 2013) eine Aufzeichnung des 2. Aktes des Tannhäuser
an der Staatsoper (Ost-) Berlin von 1981 unter Ottmar Suitner, Inszenierung von
Erhard Fischer; ebenfalls mit Spas Wenkoff (dort Wenkow transkribiert); die mir
noch etwas gelungener erschien, - insbesondere, was die Ausnutzung von Wenkoffs
genialer Mimik und Gestik anbelangt. Auch agieren die Minnesänger/Ritter der
Ostberliner Inszenierung wesentlich militanter (ihre Kostüme unterstreichen dies
noch mehr). Auch beeindruckend, wie Wenkoff beinah alle Noten seiner Harfenbegleitung
szenisch darstellt (als einziger der Sänger). In Bayreuth leider nicht.

Doch zurück zur hier thematisierten: Noch während des Bacchanales deutet Wenkoff an,
was er zu leisten imstande wäre, wenn der Regisseur ihn den liesse - indem er sich die
Harfe (als Andeutung eines inneren und äußeren Gefangenseins) mit den Seiten, die so
als Gitterstäbe fungieren, vor das schmerzliche verzogene Gesicht hält. Im Verlaufe der
Aufführung wurde ich, was Mimik und Gestik betrifft, eher enttäuscht (zumindest im
Vergleich zur der etwas späteren Ostberliner Aufführung, von der ich gerne wüßte,
ob es auch den ersten und dritten Aufzug dort in den Archiven des MDR gibt).

Etwas zu jung für die Rolle des Wolfram von Eschenbach sicherlich war damals Bernd
Weikl, zumindest im Vergleich zu (dem damals gerade 50 Jahre alt gewordenen) Spas
Wenkoff. Wenkoff, und besonders Gwyneth Jones (in der Doppelrolle als Venus/Eva)
leisten wahrlich Grandioses und Atemberaubendes, was es so gewißlich nicht wieder
geben wird. Das Dirigat von Colin Davis ist superb, die Tempi scheinen mir zu
stimmen. Etwas zu sehr in die Jahre gekommen scheint mir Franz Mazura als Biterolf.
Hans Sotin als Landgraf in gewohnt sicherer Qualität.

Die hier praktizierte Choreographie des Bacchanales entspricht weniger der meinen,
zumal es sich für meinen Geschmack doch etwas zu sehr um Kinder/Halbwüchsige
als tänzerische Protagonisten desselben handelt - Geschmackssache. Was bei der Premiere
1972 als Skandal bzw. als revolutionär galt, scheint 1978 bereits diesbezüglich abgetan;
und der einstige Fremdkörper in Bayreuth fest integriert. Der eigentliche Skandalgrund
war damals der Aufstand der Musiker und des (das Dirigat niederlegenden) Dirigenten
Erich Leinsdorf gegen eine Idee des (aus der DDR verpflichteten) Regisseurs Götz
Friedrich, welcher (allerdings basierend auf einer Idee Wieland Wagners), am Ende
des dritten Aktes nur noch Tannhäuser und Wolfram auf der Bühne haben wollte.
Die Idee wurde (spät) aufgegeben, und durch die Präsenz des Chores substituiert;
welcher in eilig aus dem Fundus zusammengesteller Kleidung, - welche als "rot"
wahrgenommen wurde (was wiederum Friedrich als Bekenntnis zum Ostblock ausgelegt wurde).
Heute harmlos, damals skandalös: Venus tritt, etwas benetzt, aber ansonsten: "oben" ohne
auf (dies wird genüßlich von der Kamera ausgeschwelgt).

Mike Ashman, der Autor des Textes im Beiheft der DVD, geht meines Erachtens in vielen
Thesen etwas zu weit; wenn er sagt, dass Wolfram und Tannhäuser sich zu ihren Harfen
analog der Rocksänger zu ihren E-Gitarren verhielten; wenn er Biterolfs Gefolge als
"Staatspolizei" interpretiert; oder Nazi-Fahnen- und -Symbole im 2. Akt assoziiert.
Das sind die typischen Banner der Gäste und des Herren des Rittersaals; mehr nicht.
Damals kritiserte man die Inszenierung als zu "entstellend" und "werkfern"; heute
muß man suchen, bis man einen ähnlichen Tannhäusser jenseits des "Modernen Regietheaters"
überhaupt findet.

Die Bildqualität ist m.E. nicht ganz so schlecht, wie andere sie hier auffassen,
man darf eben an einen Mitschnitt aus dieser Zeit keinen high definition-Anspruch
stellen. Die Authentizität/Werkgetreue dieses Mitschnitts enthebt solche kleinen
Mängel für mich sowieso jedweder Bedeutung.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein von "zeitloser Gültigkeit", 7. November 2010
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
Götz Friedrich hat eine herausragende Inszenierung mit lichtdurchfluteten, mehrstufigen Bühnenbildräumen geschaffen unter maßgeblicher Handschrift von Jürgen Rose, der für Kostüme und Licht verantwortlich zeichnet.Die sängerischen Leistungen bewegen sich auf hohem Niveau.Gwyneth Jones als Venus und Elisabeth von gleißender Strahlkraft. Hans Sotin singt den Landgrafen mit focusstarker Kernsubstanz . Bernd Weikl als Wolfram lyrisch eindrucksvoll und involvierend. Der Tannhäuser von Spas Wenkoff mit metallisch,tendenziell baritonaler Timbrierung überzeugend gesungen.Das sonstige Ensemble ebenbürtig.Coin Davis liefert ein substanzvolles Dirigat. Ebenso ist die chorische Leistung unter Norbert Balatsch positiv zu erwähnen. Ein Klasssiker diese Inszenierung von zeitloser Substanz.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig, 18. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
...war das, was Götz Friedrich hier auf die Bayreuther Bretter gebracht hat. Ein Skandal, eigentlich. Aber was für ein Ereignis! Hier zeigen sich die Qualitäten Friedrichs, all das, was er in seiner Berliner Intendantenschaft zunehmend verloren hat. Gwyneth Jones als Elisabeth/Venus in ihren Elementen. Erotik, Liebe, Leidenschaft, das war es immer, was die Jones ausgezeichnet hat. Wenkoffs dunkel timbrierter Tannhäuser, Colin Davis am Pult. Wer diese DVD anschaut, danach "Tannhäuser" live erlebt, wird sich sehnen nach solchen Zeiten.
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32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BAYREUTHER STERNSTUNDEN!!!!, 26. Juni 2008
Von 
Josef Bognar "Josef" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
Nun ist es endlich soweit. Dieser Tannhäuser wurde in 1978 in Bayreuth im Festspielhaus vor Beginn der Spielzeit aufgenommen. Letzte Auftritt von Gwyneth Jones als Elisabeth/Venus in Bayreuth, die auch gleichzeitig die Brünnhilde sang.Sängerische/schauspielerische Hochleistung: die verführerische Venus, die kindlich/verliebte Elisabeth im 2ten Akt - und als Krönung im 3ten Akt die zerstörte/sterbende!!! Brava Gwyneth!!! Spas Wenkoff mit seiner dunkler Stimme weckt Erinnerungen an Ramon Vinay - die "Bayreuth-Zwillinge" Bernd Weikl und Hans Sotin als Wolfram und Landgraf
krönen diese Vorstellung. Colin Davis damals noch ohne Sir steht dem Festspielorchester vor. Und nicht vergessen den Bayreuther Festspielchor unter der Leitung von Prof. Norbert Balatsch.

Die DVD-Veröffentlichung gibt etwas besser als die frühere VHS-Version den speziellen Bayreuth-Klang wieder.

Ich hatte das Glück/Ehre als Festpielchor-Mitglied diese Vorstellung "hautnah" zu erleben und kann nicht nachwollziehen, warum es solange mit der DVD-Veröffentlichung gedauert hat.

Kurz: Ein Muss für alle Wagner/Bayreuth/Gwyneth-Fans.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tannhäuser, 1. November 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
musikalisch sehr schöne klassische Aufnahme aus Bayreuth. Spas Wenkoff ein großartiger Heldentenor und Friedrich ein toller Regisseur der Felsensteinära
Fotografisch nicht berauschend
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5 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wagner tannhäuser, 31. Mai 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tannhäuser [2 DVDs] (DVD)
ausgezeichnete aufnahme einer an sich selten gespielten oper.
es handelt sich um den mythos der tannhäuser-sage und ist meiner meinung nach ein spiegelbild des menschlichen überhaupt, eingespannt in sein leben zwischen sinnlichkeit ("venusberg") und geist ("elisabeth"). die menschliche liebe läßt sich nur erfassen, wenn man sich beiden öffnet, ohne sich jedoch von einer koponente beherrschen zu lassen.
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Tannhäuser [2 DVDs]
Tannhäuser [2 DVDs] von Götz Friedrich (DVD - 2008)
EUR 19,49
Lieferbar ab dem 21. Dezember 2014.
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