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am 11. September 2003
Als ich den Film Ende der 70er Jahre erstmalig im Kino sah, war ich restlos überfordert, zumal ich die literarische Vorlage 'A Clockwork Orange' von Anthony Burgess nicht kannte. Was hatten die Darstellung von ungeschminkter Brutalität, (damals) futuristischer Optik und das Schaffen Ludwig van Beethovens miteinander zu tun? Erst nach mehrmaligem Ansehen erschlossen sich mir die psychologischen Tiefgründe des Films, und mit den Jahren nahmen die Parallelen des Films mit der Realität immer weiter zu. Erstaunlich und erschreckend die Genauigkeit, mit der Burgess/Kubrick die Welt des 21sten Jahrhunderts bereits 1971 voraussahen, seien es die Mißhandlung Obdachloser, das Verhalten der Spaß-Konsum-Gesellschaft oder die Methoden der modernen Psychiatrie.
Dieser Film hat in all den Jahrzehnten nichts von seiner Intensität verloren und zählt ganz sicher zu den Meilensteinen der Filmgeschichte, nicht zuletzt Dank der hervorragenden Leistung seines Hauptdarstellers Malcolm McDowell.
Die Ausstattung der DVD ist leider sehr mager (mir liegt nur eine 4:3-Version vor), was aber wahrscheinlich auf fehlendes Produktionsmaterial zurückzuführen ist. Ein Kommentar Kubricks oder einige Produktionsfotos hätten diesen phantastischen Film noch weiter aufgewertet - deshalb nur 4 Sterne.
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am 22. Dezember 2013
Immer noch aktuell, immer noch künstlerisch aufregend, immer noch sehr, sehr spannend. Wie in den meisten Filmen von Stanley Kubrik - ist er dem "Zeitgeist" weit voraus.
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am 20. November 2007
Das Buch "Clockwork Orange" wurde im Jahre 1962 von Anthony Burgess in England veröffentlicht, die Verfilmung von Regisseur Stanley Kubrick kam 1971 in die Kinos. Die Geschichte spielt im Jahr 2018. Alex (gespielt von Malcolm McDowell) ist 15 Jahre alt und ein Psychopath, ein Gewaltverbrecher, und als solcher Anführer einer Jugendgang bestehend aus drei Mitgliedern, die in einer nicht näher benannten englischen Stadt in einer tristen und grauen Hochhaussiedlung ein trostloses Leben fristen. Dort vertreiben sie sich die Zeit mit Raub und Gewaltverbrechen: hilflose, alte Obdachlose schlagen sie ebenso zusammen wie die Einwohner fremder Häuser, bei denen sie unter dem Vorwand, dringend Hilfe zu brauchen, eingedrungen sind, und die sie anschließend berauben. Und natürlich vergewaltigen sie auch jede Frau, die ihnen in die Finger kommt. "Futuristisch" mutet dabei zunächst nur die - einheitliche - Kleidung der jungen Männer an: eine Art weisser Overall und ein Melonenhut als Kopfbedeckung sowie ihre Slangsprache "Nadsat", eine Art Mischung aus Englisch und Russisch. Sind sie einmal nicht auf einem ihrer Raubzüge, verbringen die jungen Männer ihre Zeit in der "Korona-Milchbar", wo man mit Halluzinogenen versetzte Milch bekommen kann.
Alex ist zwar ein ebenso psychopathischer Gewaltverbrecher wie seine "Droogs", seine Kumpanen, - im Grunde ist er sogar der brutalste von allen -, wähnt sich aber auch als kultivierter und intelligenter als diese, denn seine Lieblingsmusik ist nicht etwa Rock sondern Beethoven. Als einmal Alex' Führerschaft in Frage gestellt wird und er seinen "Droogs" mit äusserster Brutalität klarmacht, dass er und nur er der Führer der Bande sein kann, sorgen sie beim folgenen Raubzug, bei welchem sogar ein Mensch stirbt, dafür, dass die Polizei Alex als einzigen erwischt. In den Fängen der Justiz wird Alex zu 14 Jahren Haft verurteilt, hofft aber, vorzeitig auf freien Fuss gesetzt zu werden, indem er sich freiwillig einer neuartigen Therapie, die sich noch im Experimentierstadium befindet, unterzieht. Diese "Ludovico-Therapie" besteht im Grunde in einer klassischen pawlowischen Konditionierung: Alex bekommt ein Serum gespritzt, das ihm speiübel werden lässt, gleichzeitig wird er gezwungen (in Zwangsjacke und mit Klammern, die die Augen offen halten) sich Filme mit sexuellen und gewalttätigen Inhalten anzuschauen, so dass Alex Gehirn "lernt", auf jeden Impuls von Sexualität oder Gewalt sofort mit schwerer Übelkeit zu reagieren. Weil bei einigen Filmen als Filmmusik Beethoven gespielt wird, greift das Reiz-Reaktionsschema als "Nebeneffekt" bei Alex auch beim Hören seiner geliebten Beethovenmusik. So "reapariert" wird Alex in die Welt entlassen, die aber die gleiche geblieben ist. Bei seinen Eltern ist sein Platz inzwischen von einem anderen eingenommen worden, sie geben ihm, wenn auch ein wenig unbeholfen, zu verstehen, dass sie ihn nicht mehr wollen, so dass Alex von nun an zusehen muss, wie er alleine auf sich gestellt zurechtkommt. Auf der Strasse ist Alex, nun unfähig, auch nur die geringste Gegenwehr zu leisten, hilflos der Rache seiner früheren Opfer ausgeliefert.
Der philosophische Hintergrund, der auch im Film vom Gefängnispfarrer angesprochen wird, ist der, dass ein Mensch, der *keine Wahl* zwischen Gewalt und Nicht-Gewalt hat, nicht wirklich "gut" ist. Alex schlägt ja *nicht* etwa deshalb nicht mehr zu, weil er plötzlich Empathie für seine Opfer empfände, bzw. weil er zu einem "Gandhi" geläutert wurde, sondern deshalb, weil er konditioniert ist, nicht zuschlagen zu *können*. Der Staat, in dessen Auftrag Alex so konditioniert wurde, ist schon zufrieden, wenn Alex nicht mehr gewalttätig sein *kann*, aber dass Alex so selbst zum wehrlosen Opfer wird, ist dem Staat gleichgültig. Alex ist nach der "Ludovico-Therapie" ein "Uhrwerk Orange", ein durch Programmierung zu völliger Gewalt- aber auch Wehrlosigkeit gezwungener Mensch und also in einer gewalttätigen Welt im Grunde nicht mehr überlebensfähig. So erklärt sich dann auch das überraschende Ende des Films.
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am 20. August 2006
Der Titel (meiner Rezesion) mag für viele übertrieben klingen, aber genau das sind die meisten Filme von Stanley Kubrick.

Viele Kameraeinstellungen die heute in jedem Möchtegern-Blockbuster Film verwendet werden, wurden von ihm für diesen Film 'erfunden'. Man denke an Szenen wo ernst aus der Wäsche guckende Leute in leichter Zeitlupe in die Schalcht (metaphorisch) ziehen.

Wie schon bei 2001 hatte Kubrick auch bei diesem Film viele geniale einfälle, Szenen umzusetzen.

Weiters kann man den Film zugute halten, dass es eine sehr gelungene Umsetzung der Literarischen Vorlage ist, wenn auch das Buch ein Stück weiter geht und mit einer etwas optimistischeren Botschaft endet.

Ich selbst wurde auf den Film vor Jahren durch Hooligans auf dem Fußballplatz aufmerksam, trug doch einer von ihnen ein T-Shirt vom Film. Als ich ihn drauf ansprach meinte er nur: 'Das ist so ein geiler Film, da gibts ordentlich Dresche'. Im nachhinein betrachtet hat er den Film wohl missverstanden.

Herausragend sind sowohl der Hauptdarsteller, die Filmmusik (obwohl nicht jeder damit klar kommt ;)) und die Handlung an sich.

Natürlich kann man den Film heute nicht einem jeden bedingungslos empfehlen. Er ist in die Jahre gekommen, die für damalige Zeiten schräge Optik dürfte jene verschrecken, welche die belanglosen Durchschnittsfilme von heute konsumieren. Es ist eher ein Film für Filmliebhaber und nicht für hyperaktive Fernsehkids mit Konzentrationsstörungen, die alte Filme langweilig finden.

All jene die sich irgendwo zwischen diesen beiden 'Typen' sehen, müssen wohl selber rausfinden ob ihnen der Film gefällt :)
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Auch heute - nach über dreißig Jahren - hat Stanley Kubriks "Uhrwerk Orange" nichts von seiner Eindringlichkeit eingebüßt und schockiert und entsetzt immer noch. Basierend auf dem gleichnamigen Roman des Kult-Autors Anthony Burgess wird hier die Geschichte von Alex erzählt, der zusammen mit seiner Gang (den "Droogs") raubend, plündernd und vergewaltigend durch die die Gegend zieht und dabei der Polizei und auch anderen Institutionen mehr als nur ein Dorn im Auge ist.
Eines Tages schließlich begeht Alex einen fatalen Fehler: Bei einem weiteren Überfall tötet er eine Frau und wird auch noch von seinen Kameraden verraten. Die Folge: 14 Jahre Staatsgefängnis! Doch dann hört Alex von der neuen Konditionierungsmaßnahme des Staates, die aus Kriminellen wieder friedlebende Bürger machen soll. Nichtsahnend ob der Ereignisse, die ihm noch bevorstehen, willigt Alex ein ...
Es ist schwer zu sagen, was an "Uhrwerk Orange" der beunruhigenste Faktor ist. Zu mannigfaltig schlägt Regisseur Kubrik auf den Zuschauer ein, als dass er sich dagegen wehren könnte, seien es nun die eindringlichen Bilder von Gewalt bzw. sinnloser Brutalität oder die schockierende Tatsache, wie leicht es einem Staat fallen könnte, aus seinen Bürgern dumpf vor sich hinlebende Roboter ohne Eigensinn zu kreieren. Noch immer besitzt "Uhrwerk Orange" Gültigkeit und dürfte jedem, der dieses zeitlose Meisterwerk zum ersten Mal sehen wird, schwer im Magen liegen bleiben. Nichts desto trotz stellt dieser Film nicht nur ein Manifest dar, sondern ist gleichzeitig eine Herausforderung, der sich jeder stellen sollte.
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am 20. August 2006
Der Titel (meiner Rezesion) mag für viele übertrieben klingen, aber genau das sind die meisten Filme von Stanley Kubrick.

Viele Kameraeinstellungen die heute in jedem Möchtegern-Blockbuster Film verwendet werden, wurden von ihm für diesen Film 'erfunden'. Man denke an Szenen wo ernst aus der Wäsche guckende Leute in leichter Zeitlupe in die Schalcht (metaphorisch) ziehen.

Wie schon bei 2001 hatte Kubrick auch bei diesem Film viele geniale einfälle, Szenen umzusetzen.

Weiters kann man den Film zugute halten, dass es eine sehr gelungene Umsetzung der Literarischen Vorlage ist, wenn auch das Buch ein Stück weiter geht und mit einer etwas optimistischeren Botschaft endet.

Ich selbst wurde auf den Film vor Jahren durch Hooligans auf dem Fußballplatz aufmerksam, trug doch einer von ihnen ein T-Shirt vom Film. Als ich ihn drauf ansprach meinte er nur: 'Das ist so ein geiler Film, da gibts ordentlich Dresche'. Im nachhinein betrachtet hat er den Film wohl missverstanden.

Herausragend sind sowohl der Hauptdarsteller, die Filmmusik (obwohl nicht jeder damit klar kommt ;)) und die Handlung an sich.

Natürlich kann man den Film heute nicht einem jeden bedingungslos empfehlen. Er ist in die Jahre gekommen, die für damalige Zeiten schräge Optik dürfte jene verschrecken, welche die belanglosen Durchschnittsfilme von heute konsumieren. Es ist eher ein Film für Filmliebhaber und nicht für hyperaktive Fernsehkids mit Konzentrationsstörungen, die alte Filme langweilig finden.

All jene die sich irgendwo zwischen diesen beiden 'Typen' sehen, müssen wohl selber rausfinden ob ihnen der Film gefällt :)
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am 8. Februar 2015
Im Grunde ist über diesen Film schon alles gesagt worden, was es zu sagen gibt.
Warum also muss es noch eine weitere Rezension sein, die doch vermutlich nur bestehendes wiederholt? Sei es nun im Guten oder im Schlechten?

Ganz einfach, weil ich derart beeindruckt von diesem Film bin, das ich mich genötigt fühle, ebenfalls meine Gedanken darüber zum Ausdruck zu bringen. Der geneigt Leser wird also bereits feststellen können, was ich von diesem Machwerk halte.

Im Vorfeld sei gesagt: Ich habe das Buch gelesen, bevor ich mir den Film angesehen habe und war bereits von der schriftlich dargelegten Form dieser Thematik. Was Stanley Kubrick jedoch daraus gemacht hat, ist schlichtweg ein Meisterwerk.
Da ich ein eifriger Leser bin, vertrat ich bislang die Meinung, dass das Buch stets mächtiger ist als der Film. In diesem Fall muss ich meine Meinung jedoch revidieren. Die Thematik des chaotischen, nur auf Spaß und Zerstörung ausgelegten Alex und seiner "Droogs" (Freunde) ist in beiden Medien ebenso komplex wie auch vielschichtig. Ich denke jedoch, dass Kubrick durch seine bewegten Bilder deutlicher machen kann, was der eigentliche Erfinder der Geschichte (Anthony Burgess) mit seinem Buch aussagen wollte.

Über den Plot an sich werde ich wiederum kein Wort verlieren, ist er doch zu Genüge angesprochen worden.
Bislang sind mir allerdings nur wenige Filme begegnet, die mich derart bewegen, beziehungsweise sogar schockieren konnten. Einige der Szenen sind wahrlich nichts für schwache Nerven, bedenkt man auch die Fakten der Produktion.
(Anmerkung am Rande: Im Kinoraum arbeitet ein wirklicher Arzt an Malcolm McDowell...)

Dem Film wurde oft vorgeworfen, die Ausübung von Gewalt zu verherrlichen. Ich finde jedoch, dass alle Handlungen der Personen im Hinblick auf ihren Charakter und ihre individuelle Vorgeschichte nachvollziehbar sind. Wer allerdings auf eine sanfmütig erzählte Geschichte hofft, der wird seine Vorstellungen bald zerstört sehen, denn die gezeigten Bilder sind weder etwas für Kinder, noch für schwache Nerven.

Das einzige Manko, welches ich sehe, stellt das Ende dar. Dieses weicht vom Abschluss des Buches ab. Es fehlt der "Aha-Moment," der für die Auflösung der Geschichte wichtig gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein großartiges Stück Filmkunst, das jeder Fan in seiner Sammlung haben sollte.
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am 29. November 2006
Es ist bisweilen traurig, dass Menschen so sehr in subjektiven Erwartungen und beschränkten Horizonten verhaftet sind, dass Sie mit dem Wort "Kunst" leider nur einen schmalen Streifen ihrer eigenen kleinen Welt verbinden.

Also bitte nicht abschrecken lassen von teilweise sehr unqualifizierten Äußerungen hier. Jeder, der eine Ahnung davon hat, welch fesselnde Wirkung von unkommentierten Bildern und Einstellungen auszugehen vermag, der möge sich diesen Film anschaffen. Dieser Film stellt in dieser Hinsicht einmal mehr einen ästhetischen Hochgenuss dar!!

Allen anderen wird er vielleicht gefallen, anderen nicht. Ist Kunst zu dem banalen Zwecke da, uns zu gefallen? Wie auch immer, was dieser Film zu bieten hat, ist Ästhetik, und zwar in den wildesten Spielarten.

Stanley Kubrick war einer der größten Regisseure aller Zeiten. Und von seinen Filmen ist "A Clockwork Organge" womöglich der am meisten explizite.

Zunächst einmal der Appell an diejenigen, die des Englischen mächtig sind, sich das Ganze in der originalen Tonspur anzusehen. Das ist zwar eine echte Herausforderung, denn es handelt sich dabei um einen nicht leicht zu verstehenden Slang, der aber sehr bildhaft und ungemein komisch ist und einen wichtigen Teil des ästhetischen Konzepts darstellt. Kubrick hat den Dialogen der Gang um Alex eine proletarische Sprache verliehen, die immer wieder auch sehr sanft und poetisch wirkt; Anleihen an Shakespeares Sprachgebrauch verdeutlichen die Synthese von Kunst bzw. Ästhetik und Grausamkeit. Zudem ist hier ist vor allem interessant, dass die in England bestehende soziale Abgrenzung, die in den jeweiligen Akzenten steckt, leicht parodiert wird. Es ist keinem zu trauen, egal welcher Stellung, ergo welcher Sprache er angehört.

Die deutsche Synchro gibt sich Mühe, aber es bleibt leider vieles auf der Strecke. Also vielleicht auf Englisch mit englischen Untertiteln schauen.

Natürlich gibt es eine ganze Menge mehr in diesem Film zu entdecken. Von der rein visuellen bzw. audio-visuellen Brillanz des Meisters mal abgesehen, fällt auch Malcolm McDowells Schauspiel auf. Schön wie Dorian Gray, charakterlich verdorben, wird er schließlich in einem visuellen Höllentripp gebrochen.

All das stellt McDowell wunderbar überzeugend und präsent dar; eine bestechende, eine preiswürdige Leistung.

Dazu wirft der Film einige Fragen über das Menschsein auf. Kubrick zeigt, dass jeder jeden zu seinem eigenen Vorteil missbraucht. Wer überflüssig ist, der wird fallen gelassen. Interessant ist auch die Synthese von Trieben und Ästhetik. Als Alex beides verliert - die Triebwelt und die Liebe zur 9. Sinfonie Beethovens - scheint er nicht mehr lebensfähig. Erst die psychologische Rückführung zum wahren Charakter des Menschen, eben triebhaft zu sein, lässt ihn die Musik auch wieder genießen.

Fazit: Eine faszinierende Reise in die menschliche Psyche. Traumhafte Bildsprache, triebhaft und wüst, aber eben doch hoch ästhetisch. Dazu ein Schauspieler, welcher der manischen Akribik seines Meisters folgen und alles aus sich herausholen musste. Und zu guter Letzt Musik, deren Einsatz in diesem Film verdeutlicht, worum es geht: Um Schönheit und um Grausamkeit.
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am 8. August 2011
"A Clockwork Orange" ist Stanley Kubricks blasphemische Höllenvision von einem äußerst gewalttätigen Typen, der in seiner skrupellosen Dreistigkeit dem extrovertierten Gefühl vom ungezügelten Rausch grenzenloser Freiheit verfallen ist und dem schon rein äußerlich eine beängstigende Form an intelligenter Bosheit aus dem Gesicht springt, wenn er gleich in der ersten Einstellung mit seinem maliziösen Lächeln in einer Milchbar auf uns lauert, um uns auf einen bizarren Trip mitzunehmen, wo er als Anführer einer jugendlichen Gang, den grobschlächtigen Droogs, mit vulgärer Sprache durch die Straßen zieht, Obdachlose verprügelt, in fremde Häuser einbricht und Frauen vergewaltigt. Die Inspirationen für seine exzessiven Orgien zieht er aus sadistischen Sexphantasien und Beethovens 9. Sinfonie, die sein Adrenalin in Wallung bringt, denn dieser Alex ist ein unbändiges Monster, das von dem "alten Rein-Raus-Spiel" nicht genug bekommen kann und einen Krieg gegen alle führt, wenn er das Recht des Stärkeren für sich geltend macht und so zu einem Synonym für die Inhumanität der britischen Gesellschaft wird, die längst in ihrem neoliberalen Deregulierungswahn in ihre sozialen Einzelteile zersprungen ist und wo jeder Mensch sich selbst überlassen wird, weil das System auf die gegenseitige Kannibalisierung setzt und in der schrankenlosen Freiheit des Individuums den dekadenten Unmenschen gebiert, der rücksichtslos alles beseitigt, was sich ihm in den Weg stellt. Die erbarmungslose Brutalität, mit der Alex vorgeht, ist das gespiegelte Abbild dieser Gesellschaft, das allmählich überbordende Ausmaße annimmt und die Gefängnisse übervölkert. So bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als die entarteten Delinquenten mit dubiosen wissenschaftlichen Methoden wieder umzuprogrammieren. Was bedeutet, dass Alex als medizinisches Versuchskaninchen einer manipulierenden Gehirnwäsche unterzogen wird, die aus ihm einen guten Kerl machen soll, bis er störungsfrei wie ein präzise eingestelltes Uhrwerk funktioniert. Und tatsächlich vollzieht Alex die Wandlung zum tugendhaften Idealbild eines christlichen Gutmenschen: Er schwört seinen Aggressionen ab, verabscheut Gewalt, entsagt sich seiner Sexsucht und ordnet sich anstandslos unter. Was für ihn allerdings nicht ganz ohne Folgen bleibt, weil im Tausch gegen die aufgezwungene Moral seine eigene Entscheidungsfreiheit auf der Strecke bleibt und auch die abgöttische Liebe zu Beethoven, die nun im akustischen Dauerbombardement der Neunten zur Qual wird und ihn schließlich in den versuchten Suizid treibt. Ein gefundenes Fressen für alle politischen Gegner, die in dem bedenklichen Ludovico-Experiment den ersten Schritt in einen totalitären Staat sehen.

"A Clockwork Orange" zeichnet ein düsteres dystopisches Bild, das die philosophische Frage nach dem schier unlösbaren Konflikt zwischen Individuum und Staat stellt und die beiden extremen Gegenpole miteinander konfrontiert: die totale Freiheit des Einzelnen und die vollständige Kontrolle durch die Institutionen. Und wer genau ist eigentlich dieser mysteriöse Alex? Am Anfang ist er ein purer Nihilist, der mit einer Clownsmaske vor dem Gesicht und einer Melone auf dem Kopf unter scheinheiligem Vorwand verstörend in die Intimsphäre seiner Opfer eindringt und die sorgsam aufgebauten materiellen, sozialen und geschlechtlichen Hierarchien mit seinem pervertierten Verhalten aus einer Laune heraus erdrutschartig zum Erodieren bringt. Metaphorisch betrachtet, kann man in Alex auch eine Art provokativen Aktionskünstler sehen, der zwar zutiefst unmoralisch und abartig agiert, aber wie ein Stachel im Mark der Gesellschaft genau dagegen aufbegehrt, dass sich das Leben und die moderne Kunst immer mehr einem oktroyierten Konformismus unterordnen, weshalb er mit seinen radikalen Stilbrüchen in die abgeschotteten Welten bestehender Ordnungen einfällt, um die eingefahrenen klassischen Strukturen zu zerstören. So ist eines seiner Opfer eine Kunstliebhaberin, die in ihrer Wohnung mit einer äußerst hässlichen Phallus-Skulptur erschlagen wird, wodurch sie auf ganz ironische Weise an ihrem eigenen schlechten Geschmack zugrunde geht. Die Frau eines Schriftstellers vergewaltigt er nach einer originellen Choreographie zu Gene Kellys "Singin' In The Rain", so dass seine Schandtaten sogar noch wie ästhetische Kunstwerke erscheinen, und das eigentlich Schockierende an diesem Film ist nicht unbedingt die satanische Boshaftigkeit, die er zeigt, sondern wie man als Zuschauer darauf reagiert, weil die Gewalt in perfekten stilisierten Bildern erscheint, die unterschwellig eine Faszination am Grauen befördern, die tief ins Unterbewusstsein des Betrachters eindringt und in der Alex zum martialischen Sinnbild für die sanfte Revolte der Dadaisten wird, deren schärfstes Schwert im Kampf gegen die so verhasste Gesellschaft eben der kalkulierte Skandal war, wenn sie mit subversivem Impetus die radikale Umwälzung von Sitten, Werten und Gebräuchen proklamierten. Womit der Film vehement der klerikalen Weltanschauung widerspricht, die in ihrer Naivität auf das Gute im Menschen setzt, weil die Gesellschaft in ihrer Schizophrenie eben auch nicht bereit ist, Alex nach dessen suspekter Läuterung entsprechend dem christlichen Gebot zu verzeihen. Sie wollen ihn alle unbedingt büßen sehen, da sie ahnen, dass seine Reue nur künstlicher Natur ist. Seine Eltern wenden sich von ihm ab, seine einstigen Kumpanen sind nun zu Schlägern in Polizeiuniform geworden, die jetzt Rache für frühere Gemeinheiten nehmen, ja selbst der Bettler, der am Beginn des Films von ihm verprügelt wurde, fällt trotz einer mildtätigen Spende über ihn her. Am Schluss ist Alex zwar geheilt, aber genau dort angekommen, wo so mancher Revolutionär vor ihm auch schon gelandet ist: auf einem Bett im Krankenhaus, ohne freien Willen und hilflos in Gips einbetoniert, wo er in desillusioniertem Zustand die Privilegien der Macht genießt und von eben jener Hand gefüttert und versorgt wird, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Auweia, Alex hat nun einen Pakt mit der Regierung geschlossen, denn wie heißt es so schön bei Beethoven: "Alle Menschen werden Brüder". Na dann, Hallelujah!

Als Bonusmaterial sind auf dieser Blu-Ray vorhanden: drei verschiedene Dokumentationen, Audiokommentar und Trailer.
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...aber der Staat ist auch nicht besser. Es geht um eine Gruppe von Jugendlichen, die ihr Leben in einer zukünftigen Welt so richtig ausleben wollen. Dazu gehört dann neben Drogenmissbrauch, Körperverletzung und Vergewaltigung auch der Genuss von klassischer Musik. Aber spätestens nach einem Mord wird klar, dass in der Zukunft nicht nur die jugendlichen Straftäter weiter gehen als gewohnt. Auch der Staat ist weiter als in der Gegenwart und meint, Verbrechen wie eine Krankheit heilen zu können. Und so gerät das Individuum bei einer Spezialbehandlung völlig unter die Räder.

Dem Film liegt ein Kultroman von Anthony Burgess zugrunde, der hier weitgehend treu nacherzählt wird. Anders als in dem vielleicht am ehesten vergleichbaren "1984" wird hier eine Gesellschaft beschrieben, die nicht totalitär ist, sondern in einer Karikatur des viktorianischen Englands des neunzehnten Jahrhunderts fürsorglich. Leider ist das Endergebnis auch nicht viel besser. Und deshalb muss die Therapie am Ende natürlich scheitern. Das Buch ist zutiefst pessimistisch, was die menschliche Natur angeht. Angeblich wurde es vom Autor geschrieben, nach seine Frau zu Kriegszeiten in England selbst Opfer einer Vergewaltigung wurde.

Kubrick als Regisseur scheint die Skepsis des Autors zu teilen. In seiner filmischen Umsetzung spielen sexuelle Motive die Hauptrolle. So trinken die Jugendlichen nicht nur von als Tischen gestalteten, nackten Frauenfiguren. Als das Mordopfer erschlagen wird, geschieht das mit einer Plastik, die einen riesigen Penis darstellt. Das "Rein-Raus-Spiel" ist in den Texten des erzählenden Straftäters permanent präsent. Was Kubrick hier zeigt, ist eine menschliche Natur, die zu Gewalt führen muss, wenn eine Gesellschaft es nicht schafft, Menschen Werte und Ziele vorzugeben. Und so muss auch das kuriose Heilungsverfahren für den Protagonisten scheitern, denn es beantwortet Gewalt nur mit einer anderen Form von Gewalt. Und wie immer bei Kubrick darf dann auch noch das Thema Musik eine besondere Rolle spielen.

In fast jedem Konfliktgebiet auf dieser Welt zeigt sich, dass die Decke der Zivilisation doch dünner ist, als wir alle vermuten. Auch in diesem Augenblick passieren die meisten der Verbrechen, die in diesem Film dargestellt sind und dem Zuschauer mit Recht so abscheulich vorkommen. Dem Film ist vorgeworfen worden, er ästhetisiere Gewalt. Ich meine, er stellt nur da, wie nahe wir alle dieser Gewalt sind. Das mag nicht für jeden Zuschauer einfach zu ertragen sein.
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