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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Leckerbissen, 23. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
Allen Fans des Horrorfilm, die viel Blut und Schockszenen mögen sei gesagt, hier werdet ihr nicht bedient.
Dies ist ein leiser aber sehr starker Film. Nein kein blutrünstiger Dracula geistert hier herum, dies ist ein Meisterwerk und ein Leckerbissen für alle Cinneasten und Filmfans. Hier verdient der Schauspieler noch seine
Berufsbezeichnung. Hier waren echte Könner am Werk, vor und hinter der Kamera.
Laßt Euch nicht von der englischen Version abschrecken. Es gibt eine deutsche Tonspur und die englischen Texte
lassen sich ausblenden.. Nur das Zusatzmaterial ist in Englisch, leider ohne deutsche Texte. es gibt auch dänisches
Material zu sehen. Ein Begeleitheft ist auch nur in englischer Sprache. Das Wichtigste aber ist der Film und der
ist wirklich meisterlich.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Zu öffnen nach meinem Tode", 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
1932 kam "Vampyr - Der Traum des Allan Gray" des dänischen Filmpioniers Carl Theodor Dreyer ("Die Passion der Heiligen Johanna", 1928) in die deutschen Kinos. Von der Entwicklung des Tonfilms überrascht drehte Dreyer den zunächst als Stummfilm konzipierten Film in drei Tonfassungen (deutsch, englisch, französisch), hier liegt die deutschsprachige Fassung vor.
Zur Handlung: Der junge Allan Gray (Julian West alias Nicolas de Gunzburg) kehrt in dem französischen Ort Courtempierre in einem Gasthaus ein. Obwohl er sein Zimmer verschließt, erscheint in der Nacht ein Mann (Mauritz Schutz) in seinem Zimmer und hinterlässt ein Päckchen, das Allan erst nach dem Tod des Besuchers öffnen soll. Tatsächlich stirbt der Mann am nächsten Tag unter ungeklärten Umständen. Mit ihm lebten seine Töchter Gisèle (Rena Mandel) und Léone (Sybille Schmitz). Léone leidet unter großem Blutverlust und scheint nachts umherzuwandeln. Allan spendet ihr Blut und verfällt in Alpträume, so glaubt er als Scheintoter seine eigene Beerdigung zu beobachten. Im Päckchen des toten Schlossherrn findet Allan ein Buch über Vampirismus. Er erfährt von einer reuelos verstorbenen Dorfbewohnerin (Henriette Gérard), die anscheinend im Bunde mit einem sinistren Arzt (Jan Hiéronimko) nachts ihr Unwesen treibt.
Die Handlung basiert auf Motiven von Joseph Sheridan Le Fanus "In a glass darkly", vor allem auf der Figur der Carmilla. Obwohl es sich beim "Vampyr" um einen Tonfilm handelt, ist er künstlerisch ganz dem Stummfilm verhaftet. Texttafeln treiben die Handlung voran, zudem liest Allan regelmäßig in jenem Buch über Vampire. Der sparsam eingesetzte Dialog irritiert zunächst (vor allem die etwas piepsige Stimme von Rena Mandel). Die eher expressive Darstellungsweise verstärkt den Stummfilm-Eindruck.
Visuell ist dieser Film geradezu revolutionär. Immer wieder tauchen Schattenbilder auf, die ein Eigenleben entwickeln. Auch bei Spiegelungen im Wasser ist nie ganz klar, ob es sich wirklich um Spiegelbilder oder ganz eigene Figuren handelt. Elemente des frühen Horrorfilms werden zwar auch verarbeitet (sich selbsttätig schließende Türen, Schlüssel, die sich von selbst drehen), aber die geisterhaft vor Fenstern auftauchende Köpfe gehen auch darüber hinaus. Es wird erst gar nicht versucht, die Geschehnisse rational zu erklären, Wahn und Wirklichkeit vermengen sich mit der Zeit. Ein Mann, der zunächst mit einer Sense wie Gevatter Tod daherkommt, beglückwünscht später das glückliche Paar. Ein besonders gruseliger Einfall ist es, Allan aus einem Sarg heraus den Weg zur Kirche beobachten zu lassen. "Vampyr" ist in dieser Hinsicht ein Meisterwerk des subtilen Horrors.

Nach dem künstlerischen Erfolg, aber finanziellen Desaster seiner "Heiligen Johanna" versuchte Dreyer diesmal auch kommerziell erfolgreich zu sein (was aber erneut misslang). Da ein Teil des Films von Baron Nicolas de Gunzburg finanziert wurde, erbat dieser sich die Hauptrolle. Eine der weiblichen Hauptrollen ging an Sybille Schmitz (1909-1955), die hier am Anfang ihrer Karriere stand. In einer Szene, in der sie in einer Großaufnahme ihrem Tod entgegenfiebert, ist sie von einer so mysteriösen Aura umgeben, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann.
Der Name Allan Gray (nicht Grey, wie man manchmal lesen kann) ähnelt vielleicht nicht von ungefähr dem Namen Albin Grau. Grau war Produzent und Filmarchitekt und war für die Ausstattung von Murnaus "Nosferatu" verantwortlich. Auch Grau hatte eine Nähe zum Spiritistischen. Als Künstlerischer Berater für "Vampyr" fungierte zudem Hermann Warm, der auch die Dekorationen zu Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari" schuf. Die Inspiration durch Murnaus Klassiker wird auch an anderen Stellen deutlich. Wie Hutter liest Gray in einem Buch über Vampire. Der Zusammenbruch des Schlossherrn erinnerte mich an den Tod des Vampirs in "Nosferatu". Andere Kunstwerke mögen ebenfalls bei dem Film Pate gestanden haben. In einer Szene zitiert Dreyer Füsslis Gemälde "Nachtmahr".

Zur Ausstattung: Die vorliegende Ausgabe ist eine Rekonstruktion des Films, die von der Cineteca del Comune die Bologna und der Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin mit Unterstützung von Arte und ZDF 1998 erstellt wurde. Dazu wurden, da die Originalfassung verschollen ist, unterschiedlich vollständige Kopien der französischen und deutschen Fassung verwendet. Meines Wissens ist diese Ausgabe die relativ vollständigste. Neben den Zensoren hatte Dreyer auch selbst nach der Fertigstellung noch am Film geschnitten, da aufgebrachte Zuschauer in Wien nach der Vorführung ihr Geld zurück verlangten. Bei der französischen Version wird bei Amazon zwar eine Laufzeit von 83 min. angegeben, das könnte aber ein Druckfehler sein. Die Bildqualität ist nicht so gut wie bei den Bearbeitungen der Friedrich-Murnau-Stiftung. Beschädigungen der Bildvorlagen sind in manchen Bildern noch deutlich erkennbar, angesichts des Alters des Films aber durchaus akzeptabel. Der deutsche Ton ist deutlich, lediglich hin und wieder etwas leiser. Die vorliegende Fassung wurde vom Dänischen Filminstitut lizensiert.
Als Extras gibt es optionale englische Untertitel, zwei längere Szenen, die 1932 von der deutschen Filmzensur gekürzt wurden (ohne Ton: ein Erstickungstod und eine Pfählung, die den Zensoren in dieser Form wohl zu drastisch erschienen), zwei Audiokommentare (Tony Rayns bzw. Guillermo del Toro), ein 35-minütiger Beitrag über die visuellen und künstlerischen Vorbilder Dreyers, ein 14-minütiges Portrait des Hauptdarstellers Nicolas de Gunzburg (1904- 1981) und ein 15-minütiges Portrait Dreyers. Alle Specials sind in englischer Sprache (ohne Untertitel), bis auf das Portrait Dreyers (dänisch mit englischen Untertiteln). Ein informatives 80-seitiges (englischsprachiges) Booklet (u.a. mit der Übersetzung des dänischen Filmprogramms) ist das I-Tüpfelchen dieser gelungenen Edition.

Schön, dass dieser Klassiker des phantastischen Films in dieser Form vorliegt. Ein Leckerbissen, den sich kein Cineast entgehen lassen sollte. Sehr schön, sehr empfehlenswert!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In a Glass Darkly, 19. Dezember 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
Getreu dem Titel der 1872 erschienenen Sammlung von Kurzgeschichten und Novellen von Joseph Sheridan Le Fanu, auf die sich Carl Theodor Dreyers Gruselklassiker "Vampyr. Der Traum des Allan Gray" aus dem Jahre 1932 gleich eingangs bezieht [1], wähnt der Zuschauer in diesem Film, alle Geschehnisse durch den Schleier eines Alptraums zu sehen, was auf mehrere Umstände zurückzuführen ist.

Doch zunächst ein paar Worte zur Handlung: Allan Gray (Baron Nicolas de Gunzburg alias Julian West), ein eifriger Adept okkulten Wissens, kommt eines Abends an einen öden Gasthof, in dem er ein Zimmer für die Nacht nimmt. Einiges dort ist ihm unheimlich, und als er nachts in unruhigem Schlaf in seinem Bett liegt, steht plötzlich ein verhärmter alter Mann (Maurice Schutz) vor ihm, der ihn beschwört, "sie" dürfe nicht sterben, und ein Päckchen auf seinem Schreibtisch hinterläßt, das Gray allerdings erst - so will es die schriftliche Warnung auf dem Umschlag - nach dem Tode des Alten öffnen darf. Gray wandert nach dieser seltsamen Begegnung ziellos in der Gegend umher, bis er schließlich an einem Anwesen anlangt, dessen Besitzer niemand anderes als der alte Mann ist, der in seinem Zimmer aufgetaucht war. Doch noch bevor Gray ins Haus gelangt, wird der Hausherr auf mysteriöse Weise getötet, und Gray erfährt von den Bedienten, daß der Alte zwei Töchter hat, deren eine, Léone, an einer rätselhaften Krankheit dahinsiecht. Gray, mittlerweile von dem Diener und seiner Frau angehalten, über Nacht im Haus zu bleiben, findet nun genug Zeit, das Päckchen zu öffnen, und entdeckt darin ein Buch, das ihm Aufschluß über das Unwesen einer Vampirin gibt, die in dem Dorf ihr Unwesen treiben soll. Aber auch wenn dieses Buch ihm die Augen öffnet, ist seine Gegnerin einen Schritt weiter, als er denkt ...

Dreyers Film atmet das Grauen eines bösen Traumes und kommt dabei gänzlich ohne die heute so inflationären Schock- und Ekeleffekte aus. Was dabei am meisten verwundern dürfte: Obwohl es sich um einen Vampirfilm handelt, sehen wir doch nur in einer einzigen Szene ganz kurz Blut ... wenn überhaupt. Gleich am Anfang verdichten sich in rascher Folge Todessymbole, wenn etwa ein Bauer mit einer Sense auf der Schulter mit einer Glocke einem Fährmann Signal gibt, ihn überzuholen. Dreyer läßt diese visuellen Details um so eindringlicher wirken als der Film fast zur Gänze ohne Ton und Dialoge auskommt, was ihn noch unwirklicher erscheinen läßt. Im Gasthof hört Gray verhaltene Stimmen, die beschwörend "Du sollst leeeeben!" rufen, und als er sich aus seinem Zimmer traut, um nachzusehen, was es damit auf sich habe, geht eine Tür im Stockwerk über ihm auf, aus der ein narbiger, blinder Mann herauskommt, der sich die Treppe hinabtastet. Gray verschwindet in sein Zimmer, schließt die Tür - und diese grausige Begegnung wird nie geklärt. Nach Grays Begegnung mit dem Alten in seinem Zimmer folgt eine Sequenz, die einzigartig und verstörend im Reichtum an skurrilen und unheimlichen Details ist: Wir sehen einen einbeinigen Mann, dessen Schatten sich selbständig gemacht hat und zum Totengräber wurde, huschende Schemen in einer Danse macabre, einen weiteren irren Schattentanz unter sich drehenden Rädern, der von einer herrischen Frauenstimme zum Erliegen gebracht wird, verrottete Zimmer - und einen Gray, der anscheinend ohne den Hauch einer Beunruhigung durch diese Szenen des Wahnsinns geht, als durchwandele er einen Traum. Überdies ist hier nicht das Dunkel die Quelle der Angst, sondern das kalkige Weiß der Wände, auf denen die Schatten leben.

Man sieht schon, daß es hier nicht um einen Gruselfilm geht, in dem die Handlung im Vordergrund steht. Hier liegt das Grauen vor allem in der Atmosphäre, im Warten auf das, was geschehen könnte, und in den Träumen. So sticht denn auch die Szene als besonders unvergeßlich hervor, in der Gray in einer Art seltsamen Tagtraums sich selbst in einem Sarg liegen sieht und im nächsten Moment - ganz wie bei Edgar Allan Poe - aus der Perspektive eines scheinbaren Leichnams miterleben muß, wie die Sargnägel in den Totenschrein getrieben werden und der mit einer Vitrine versehene Sarg zum Grab getragen wird, wobei der Zuschauer hier konsequent in die Perspektive des Unglückseligen gedrängt wird. Dies ist für mich, vermutlich auch wegen seiner Unvermitteltheit, einer der bedrückendsten Momente dieses Filmes.

Vampirismus als eine Krankheit der Seele zu zeigen, dies war es, was Dreyer vorhatte, und auch wenn die Vampirin und ihr Gehilfe, der zwielichtige Arzt (Jan Hieronimko) schließlich von Gray und dem alten Diener zur Strecke gebracht werden, scheint es in "Vampyr" doch in Wahrheit um einen Konflikt zu gehen, der sich innerhalb der menschlichen Psyche abspielt, die Unbewältigtes und Verdrängtes doch vor allem in Träumen ausficht und verhandelt. Die Traumhaftigkeit, die diesem Film anhängt, wurde von Dreyer nicht nur durch eine reichhaltige Symbolik, sondern auch durch die seltsam starren Laienschauspieler [2], die eben nicht zum Chargieren neigten, hergestellt. Auch die Tatsache, daß in diesem Film sehr wenig gesprochen wird, mag den traumhaften Eindruck verstärken, ist aber vor allem dem Umstand geschuldet, daß der Film in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch erscheinen sollte. Dreyers Perfektionismus verlangte indes nicht nur, daß die jeweiligen Mimen ihre Texte in allen drei Sprachen selbst synchronisierten, sondern auch, daß die Lippenbewegungen stimmen mußten, weshalb die betreffenden Szenen wirklich dreimal gedreht wurden. Um den damit verbundenen Aufwand gering zu halten, wurde eben so wenig wie möglich gesprochen. Überhaupt schien dieser erste Tonfilm Dreyers noch ganz den Gepflogenheiten des Stummfilms verhaftet zu sein, denn Zwischentitel leiten den Zuschauer durch die Handlung, und auch die Seiten, die Gray und der alte Diener in dem Buch des Alten lesen, werden dem Zuschauer zur Lektüre gegeben.

Auch die Verwendung von Gazefiltern vor den Kameras, durch die gezielt das Licht eines Scheinwerfers gelenkt wurde, sorgte für die verwunschene Atmosphäre, die die Bilder des Filmes so eindrucksvoll macht.

Das Bonusmaterial zur DVD kann sich wirklich sehen lassen: Neben Audiokommentaren von Guillermo del Toro und Tony Rayns gibt es auch zwei Szenen, die seinerzeit von der deutschen Zensur aus dem Film entfernt wurden, weil man sie für zu grausam hielt. Die beiden Audiokommentare habe ich mittlerweile gehört und somit den Film mehr als einmal gesehen, womit ich der Empfehlung von Alfred Hitchcock nachgekommen bin, der sagte, daß 'Vampyr' der einzige Film sei, der zweimaliges Ansehen lohne. Des weiteren gibt es unter anderem jeweils eine Dokumentation über Dreyer als auch über seinen Mäzen Gunzburg sowie ein umfangreiches Booklet, in dem auch alle verfügbaren Stills zu "Vampyr" zusammengetragen sind.

Insgesamt eine opulent ausgestattete DVD zu einem hervorragenden Film!

[1] Eigentlich ist die Referenz auf Sheridan Le Fanus "In a Glass Darkly" ungenau, denn im Grunde werden nur Elemente aus "Carmilla" aufgenommen, wenngleich der lüsterne Blick, den Sybille Schmitz als vom Vampirvirus infizierte Léone auf ihre Schwester Gisèle (Rena Mandel) wirft, so ziemlich das Einzige ist, das an die lesbische Vampirin Carmilla erinnert.

[2] So hatte sich Nicolas de Gunzburg als Hauptfinancier des Filmes beispielsweise die Hauptrolle ausbedungen, die er mit der Teilnahmslosigkeit eines Schlafwandlers spielte. Jan Hieronimko, der an Jean Pütz gemahnende Arzt, war ein polnischer Poet, den man zufällig in der Metro getroffen hatte, und die Vampirin wurde von einer ehrbaren Witwe gespielt. Rena Mandel aber, die Darstellerin der züchtigen Gisèle, war ein Pariser Fotomodell.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Dreyer-Frühwerk und überaus interessanter Frühdreißiger-Horrorfilm, 23. Juli 2012
Von 
M. Robert Ganser "robertissimo" (Apetlon, Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
Bevor ich zum Film selber komme, ein Wort zur Qualität der Restaurierung und überhaupt zur ganzen Edition, also auch Booklet von Form und Inhalt her: Da kann ich noch so kritisch sein wie ich will, besser als wie hier kann man es wohl nicht machen, die Verantwortlichen verdienen höchstes Lob, und selbst bei einem miesen und uninteressanten Film wäre mir dieses Produkt aufgrund dieses hohen Niveaus mindestens zwei Sterne wert gewesen! Großartig, und bitte so weitermachen, so macht die Annäherung an rund 80 Jahre alte Zelluloidwerke besondere Freude! Dass diese britische Produktion den Film in der originalen deutschen Synchronisation bietet, unterstreicht das auch noch.

Aber hier haben wir den Fall, dass der Film selber auch nicht wenig her gibt. Natürlich kommt er an einen Jahrhundertfilm wie der "Passion der Johanna von Orleans" (Dreyers Tradition) und dem ersten "Frankenstein"-Film von James Whale aus 1931 (als Messlatte für Horrorklassiker) nicht heran, aber ein starker und sehr gelungener Streifen war es allemal, und Dreyers erster Tonfilm, wobei man dem Werk anmerken kann, dass sich sein Macher noch nicht ganz von der Stummfilmästhetik gelöst hatte, was aber hier zu keinem Problem wird. Was "Vampyr" für mich besonders auszeichnet ist die Tatsache, wie diese Produktion ohne gängige, bald einmal billige Klischees auskommt, und durch Subtilität überzeugt. Hauptfigur des Films ist Allan Gray, der in einem Gästehaus unheimliche Erfahrungen macht, und die weitere Handlung zeigt, wie dieser Mann das Geheimnis mysteriöser Morde mit Hilfe eines ihm von einem Bewohner anvertrauten Buches lüften kann. Dass Alfred Hitchcock von diesem Film begeistert gewesen sein soll, glaube ich gerne, denn bei diesem Dreyer-Film gibt es das, was man bei Hitchcock-Filmen dann bald Suspense nennen sollte, in beachtlichem Ausmaß. Dem Film gelingt es auch, die Charaktere seiner tragenden Figuren gründlich heraus zu arbeiten. Von oberflächlichen Blutorgien und dergleichen ist diese Produktion Lichtjahre entfernt, und überzeugt stattdessen durch Intelligenz und klug aufgebaute Spannung, ohne deshalb konstruiert zu sein.

Wenn eine zunehmende Anzahl von Filmliebhabern Carl Theodor Dreyer mittlerweile zu den größten Filmemachern aller Zeiten rechnet, dann gibt diese Produktion dafür eine gute Begründung ab.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A story with flour power., 7. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
Allan Grey (Julian West) has a fertile imagination and we get to fertile along with him. He is on vacation. He chooses a strange building to vacate in. It is his first night and he hears a spooky sound (mostly in German) which forces him to lock his door. A mysterious man comes into his room any way and delivers a package. It is only to be opened on the stranger's death. Things only get weirder and as with any mystery it is always, the last person you suspect. Eventually the story comes to a "Grinding halt."

Well designed "they may be vampires" story. All the elements are there. If you miss the introduction, you will be lost in the montage. Actually considering that this film is over 75 years old and has had a rough shelf life, we are lucky to see what there is. Now the question is if this is re-mastered, will it lose its patina as rare coins do after a good dose of Bon Ami.
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4.0 von 5 Sternen A story with flour power., 1. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Vampyr [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Allan Grey (Julian West) has a fertile imagination and we get to fertile along with him. He is on vacation. He chooses a strange building to vacate in. Its his first night and he hears spooky sounds (mostly in German) which forces him to lock his door. A mysterious man comes into his room any way and delivers a package. It is only to be opened on the stranger's death. Things only get weirder and as with any mystery it is always the last person you suspect. Eventually the story comes to a "Grinding halt."

Well designed "they may be vampires" story. All the elements are there. If you miss the introduction you will be lost in the montage. Actually considering that this film is over 75 years old and has had a rough shelf life, we are lucky to see what there is. Now the question is if this is re-mastered will it lose its patina as rare coins do after a good dose of Bon Ami.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Vampyr von Courtempierre...., 23. August 2011
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
An einem späten Abend kommt der junge Allan Gray (Nicolas de Gunzburg), ein begeisterter Schüler okkulter Phänomene, in einem Gasthaus in der Nähe des Dorfes Courtempierre unter. Dort mietet ein Zimmer zum Schlafen, das Gästehaus wirkt sehr seltsam auf den neuen und neugierigen Gast. Der Fährmann am Fluß trägt eine Sense bei sich und sieht aus wie Gevatter Tod. Auch das Personal und die wenigen Hotelgäste benehmen sich sonderbar. Zumindest wirkt es so auf Allan Gray. In der Nacht wird plötzlich seine verschlossene Zimmertür wie von Geisterhand geöffent und ein alter Mann (Maurice Schulz) tritt ein, sagt wirres Zeug und hinterlässt dort ein kleines Päckchen, auf dem geschrieben steht "erst nach meinem Tode zu öffnen".
Am anderen Tag macht die Gegend einen ebenfalls gespenstischen Eindruck, er macht eine eigenartige Begegnung mit dem Dorfarzt (Jan Hieronimko). Später macht er einen Erkundungsausflug in den Wald, der Weg führt in zu einer Burg, wo sich herausstellt, dass der nächtliche Besucher dort wohnt und zwei Töchter hat. Die Jüngere heisst Giselle (Rena Mandel) und ist ebenso wie der Vater und das gesamte Hauspersonal besorgt über den kranken Zustand ihrer Schwester Leone (Sybille Schmitz), die an einer seltsamen Blutarmut leidet und nur noch wenig Hoffnung zum Überleben besteht.
Dann überschlagen sich die Ereignisse, tatsächlich wird der alte Burgherr getötet und damit kann Allen Gray das Päckchen öffnen. Es befindet sich ein Buch darin, dass von Vampiren handelt.
Als der Arzt eintritt wird Allen Gray als Blutspender für die kranke Frau zur Ader gelassen, was den Mann noch mehr in eine Erlebniswelt zwischen Realität und Traum gleiten lässt. Beim Lesen des Buches wird auch eine Passage über das Örtchen Courtempierre entdeckt, es scheint tatsächlich eine ältere Frau namens Marguerite Chopin (Henriette Gerard) dort gelebt zu haben, von der man glaubt, dass sie ein Untote ist und sich vom Blut junger Menschen ernährt...
"Vampyr "(deutscher Titel : Vampyr - Der Traum des Allan Grey) ist ein Horrorfilm des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer, der 1932 gedreht wurde. Der Film basiert auf Elementen von J. Sheridan Le Fanu Sammlung übernatürlicher Geschichten "In a Glass Darkly". Der Film wurde von Hauptdarsteller Nicolas de Günzburg finanziert, der aber auf die Hauptrolle bestand.
Es war der erste Tonfilm von Dreyer und musste in drei Sprachen gemacht werden. Eine schwierige Herausforderung damals, so ist auch sehr wenig Dialog in dem Film verwendet worden und ein Großteil der Geschichte ist im typischen Stummfilm-Stil gehalten. Der Film wurde vollständig an Originalschauplätzen in Frankreich gedreht, um eine besonders gute Atmosphäre zu erzielen.
Die zeitgenössische Kritik urteilte eher negativ über den Film, der sehr stark an Murnaus "Nosferatu" erinnert und sich diesem großartigen Werk eigentlich auch ebenbürtig erweist.
Die visuelle Machart des Films, seine Bilder und seine Ideen sind einfach umwerfend und versetzen auch mich als Zuschauer 80 Jahre später immer noch in den Bann. Ein Film, dessen Szenen noch lange nachwirken.
Eine Empfehlung für diesen genialen, alten, weniger bekannten Klassiker des deutschen Horrorfilms ist daher leicht zu geben.
Zudem ist diese englische DVD im Original (in deutscher Sprache) zu sehen. Aber es gilt vor allem diese Bilder mit einem wohligen Grusel zu geniessen....
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich auch in Europa, 29. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Vampyr DVD (engl.) (DVD)
Der geniale Dreyer-Film endlich in Europa als Veröffentlichung. Ich habe eine Korea-Version auf Deutsch, die ist fantastisch. Ich hoffe, dass die Murnau-Stiftung sich diesem Klassiker annimmt und restauriert. Bei Nosferatu haben sie ganze Arbeit geleistet. Jetzt warten wir diese englische Veröffentlichung ab und freuen uns auf einen der genialsten Horror-Filme aller Zeichen.
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Vampyr  DVD (engl.)
Vampyr DVD (engl.) von Carl Theodor Dreyer (DVD - 2008)
EUR 12,29
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