Amazon.de: Kundenrezensionen: Into the Wild

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50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Sinn
Sean Penn ist nicht nur ein starker Schauspieler, der für die genialen Filme wie z.B. "Mystic River" und "21 Gramm" mitverantworlich war, sondern kommt auch alle paar Jahre als Regiesseur daher und liefert Filme ab, über die man häufig und ausgiebig diskutiert. Sei es "Into the Wild" oder aktuell "Milk". Diese Geschichte der handelnde Person Christopher, basiert auf einem...
Vor 4 Monaten von L. Daniel veröffentlicht

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versus
12 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Anschaubar - aber zu viel Pathos
Im Kino gesehen. Wahrscheinlich einer der besseren Filme die zur Zeit in Kino laufen. Der Film hat mir durchaus gefallen, wäre er nicht so verdammt amerikanisch. Der Film hätte in seinen schönen Momenten, Landschaftsbildern usw. schwelgen können, aber nein alles muss ständig mit irgendwelchen blöden Pathos und überflüssigen Geschwafel untermalt werden. Würde in diesen...
Vor 14 Monaten von Rami veröffentlicht

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50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Sinn, 29. Juni 2009
Sean Penn ist nicht nur ein starker Schauspieler, der für die genialen Filme wie z.B. "Mystic River" und "21 Gramm" mitverantworlich war, sondern kommt auch alle paar Jahre als Regiesseur daher und liefert Filme ab, über die man häufig und ausgiebig diskutiert. Sei es "Into the Wild" oder aktuell "Milk". Diese Geschichte der handelnde Person Christopher, basiert auf einem sehr bekannten Roman und schafft den Sprung vom Papier auf die Kinoleinwand optimal.

In hervorragenden und wunderschönen 142 Minuten werden wir auf eine Reise mitgenommen, die uns nicht nur die äußerliche Schönheit eines Landes zeigt, sondern auch einen jungen Mann auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Dabei verleiht er seiner Figur ständig die nötige Glaubwürdigkeit, so dass auch die faszinierende erzählte Geschichte davon profitieren kann.

Fazit: "Into the Wild" ist ein schön langsam erzählter, eher leiser, aber doch unterhaltsamer Film geworden, der am Schluss mit einen tragischen Ende aufwartet.

Die Extras der DVD drehen sich natürlich um die literarische Buchvorlage und der Umsetzung und Dreharbeiten in der Natur. Die drei Features, die aus Reportagen bestehen, bringen uns die Geschichte und die Charaktere näher und erzählen uns, was am Dreh so schwierig gewesen war. Zusätzlich gibt es noch Kurzinterviews mit Darsteller, Regisseur oder Musiker zu sehen. Die Trailer und TV-Spots, plus ein schönes Musikvideo von Eddie Vedder, der Frontmann der Band Pearl Jam ist, schließen das großartige Angebot an Extras ab.
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94 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Interessant, gerade in der heutigen Zeit!", 22. Oktober 2008
Von Markus Brehm (Finsterwalde) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Regissuer Sean Penn erwarb damals die Filmrechte an Jon Krakauers Erfolgsgeschichte "Into the Wild". (Die durch gefundene Tagebucheinträge, Postkarten und Erzählungen der Menschen die Chris auf seiner Reise traf, rekonstruiert wurde.) Bekam aber erst rund 10 Jahre später die Zustimmung der Eltern von Christopher McCandless für die Verfilmung. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen jungen Mann der in reichen Verhältnissen aufwuchs, der im Sport wie in der Schule ein Überflieger war.
Er ist Anfang zwanzig und nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt er sich, seine Ersparnisse (immerhin ca. 25.000 $) an die Hungerhilfe zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine abenteuerliche Reise, in derer er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben und das seiner Wegbegleiter formt und prägt. Im Vordergrund steht hier eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers, eine Suche nach Freiheit...

Über mehrere Jahre entsagt er allen Besitztümern, welche ihn nur einengen würden. Während einiger Niederlagen auf seine Reise hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben und zu seinen aus seiner Sicht spießigen Eltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und entwickelt dadurch ein ganz neues Gefühl des Starkseins, des Erhabenseins.

Die Umsetzung des Buches ist gelungen wenn auch nicht ganz so ausführlich, aber das macht ja Bücher schließlich aus. Der Film bietet beeindruckende Naturaufnahmen und zeigt wie verschieden doch die amerikanischen Landschaften und die damit verbundenen Menschen sind. Wir werden entführt in Wüstengebiete, über Kornfelder, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Untermalt wird das ganze von einem stimmigen Soundtrack. Ein Glücksfall finde ich die Besetzung der Hauptrolle mit Emile Hirsch, der den Chris McCandless sensationell spielt. Man spürt die innere Zerissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite. Auch sein Aussehen, sowie seine Gesichtszüge, die den Wohlstandszustand genauso wie das Abgehalfterte/Gezeichnete (er nahm viele Kilos während des Filmes ab) glaubwürdig erscheinen lassen. Wenn man das letzte Originalbild von Chris auf dem Buchrücken kennt und die gleiche Szene im Film sieht, wird klar wie gleich beide aussehen. Auch die übrige Besetzung mit Hal Hoolbrook, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener u.a. reiht sich nahtlos ein.

Die Laufzeit des Filmes die mit 142 minuten sehr lang ist, aber nie lang erscheint, lässt einem die Zeit für eigene Gedanken ohne dabei schleppend zu sein.

Insgesamt mal was ganz anderes, gerade in unserer schnellebigen und technisierten Welt , mal Menschen zu sehen die den ganzen bunten Bildern den Rücken kehren. Auch wenn es hier eher unvorbereitet und von jugendlicher Naivität geprägt ist. Chris McCandless war vom Idealismus besessen, der mit der heutigen Zeit nicht leicht zu vereinbaren ist.
Aber letzendlich lebte er seinen Traum...

Empfehlenswert für jeden, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht.


Interessant auch das 64 minütige Bonusmaterial mit vielen Interviews der Darsteller und das Regisseurs.

(DVD)
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106 von 134 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ganz grosses Kino!!!!, 25. Februar 2008
Diese Rezension stammt von: Into The Wild [HD DVD] [UK Import] (HD DVD)
"Did you have a good life when you die, enough to base a movie on?" --- Diese Frage Jim Morrisons geisterte mir immer wieder durch den Kopf, als ich diesen Film gesehen habe. Christopher McCandless starb mit nur 24 Jahren - aber was für ein Leben hat der gelebt! Und was für einen Film hat Sean Penn daraus gemacht!

Penn stellt McCandless Entscheidungen nie in Frage - und damit kann ich leben. Ich hab dessen Drang, aufzubrechen, unterwegs zu sein, nie als Egoismus den Personen gegenüber empfunden, welche im Laufe seines kurzen Lebens seinen Weg gekreuzt haben und die ihn ins Herz geschlossen hatten. Er hat stets mit offenen Karten gespielt und alle wussten, dass sie ihn nicht halten können. Alle, ausser seiner Familie. Aber da blieb wohl einiges ausgespart und woher McCandless Suche und Getriebenheit kam, bleibt im Dunkeln. Dass eine traumatisierte Kindheit durch die katastrophale Beziehung seiner Eltern ihn zu so einem extremen Schritt trieb, glaube ich nicht. Aber egal. Es war seine Entscheidung und der Film versucht nicht, auf psychologisierende Weise eine Antwort darauf zu finden.

Penn hat auf jeden Fall mit diesem Film ein Road Movie der ganz speziellen Art kreiert, das mich ganz langsam in seinen Bann zog, eine ganz eigene Magie auf mich ausübte, mich einsog und mich nicht mehr loslassen wollte.

"Into the Wild" ist ein Gesamtkunstwerk und berührte mich so stark wie schon lange kein Film mehr und mehr als einmal hatte ich Wasser in den Augen. Emile Hirsch ist eine Entdeckung, Catherine Keener spielt gut wie gewohnt, Kristen Stewart hat wohl eine grosse schauspielerische Karriere vor sich, Hal Holbrook hätte ich den Oscar für die beste Nebenrolle für sein unglaublich berührendes Porträt eines alten Mannes von Herzen gegönnt. Der Soundtrack ergänzt sich kongenial mit den Bildern von Bergen und Flüssen, Seen und Prärie, Weite und Grenzenlosigkeit und "Into the Wild" löste das ein, was ich an guten Filmen so sehr schätze: Ich wurde entführt aus dieser Welt und für über zwei Stunden tauchte ich ein in eine traurig-schöne Geschichte über Menschen, welche ihren Traum zu leben versuchen und nicht ihr Leben träumen...

"Into the Wild" ist Kino, das unter die Haut und von da direkt ins Herz geht!
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Von der Suche nach Freiheit und Glück., 22. März 2009
Diese Rezension stammt von: Into the Wild - Große Kinomomente (DVD)
Jeder hatte diesen Gedanken schon einmal:Freiheit.
Alles hinter sich lassen, einfach davon und sich irgendwo niederlassen.
Fernab aller Zwänge, Pflichten und Grenzen.
Und jeder hat sich diese Frage schon einmal gestellt:
Wie und wo finde ich mein persönliches Glück?

Christopher McCandless (überzeugend dargestellt von Emile Hirsch) hat es getan!Er hat nicht nur mit Fragen und Gedanken gespielt, sondern einen Plan umgesetzt.
Und dabei scheint er es absolut nicht nötig zu haben.Die Eltern sind vermögend und sorgsam und auch sein Studium hat er erfolgreich absolviert.
Die wahren Gründe für seine "Flucht" sind einfach und doch vielschichtig, aber weit entfernt von üblichen Pubertätsproblemen...

Von seiner Reise quer durch die USA in Richtung ewige Wildnis berichtet dieser Film.
Unterwegs trifft Christopher auf allerlei Menschen (u.a. Vince Vaugh als zwielichter Farmarbeiter), die bei ihm und auch beim Zuschauer einen bleibenden Eindruck hinterlassen.Großes Lob an dieser Stelle für die Auswahl an hochkarätigen Nebendarstellern!
Ein noch größeres Lob verdienen die einmaligen Landschaftsaufnahmen, die mich an Szenen aus "Unsere Erde" erinnert haben.
Klasse fand ich auch die Kapitelauswahl, die sich in Lebensabschnitte aufteilt und somit eine Richtung erahnen lässt.
Dass sich die Story von "Into the Wild" hauptsächlich auf Tatsachenberichte stützt, ist sicher kein Geheimnis, soll aber nicht unerwähnt bleiben, da es dem Ganzen eine sehr persönliche und spezielle Note verleiht.

Ob der Held dieser wunderbaren Abenteuergeschichte sein absolutes Glück gefunden hat will ich nicht verraten, das muss jeder selbst herausfinden.
Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es von mir!

Mein Fazit:Regisseur & Drehbuchautor Sean Penn hat sein persönliches Meisterwerk abgeliefert und macht gleichzeitig Hoffnung auf weitere geniale Filme von ihm.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen WOW!!!, 3. August 2009
Grandioser Film mit traurigem Hintergrund.
Die Geschichte von Christopher McCandless ist schon unglaublich, wenn auch nachvollziehbar. Ich habe das Buch von Jon Krakauer nicht gelesen und bin daher komplett unvoreingenommen an die DVD herangegangen.
Die filmische Umsetzung von Sean Penn und ein klasse Soundtrack von Eddie Vedder (Pearl Jam) haben mich dermaßen beeindruckt. Dieser Film lebt natürlich von seinen Bildern und den Dia- bzw. Monologen. Man sitzt in seinem Wohnzimmer und wird in eine andere Welt gebeamt. WOW!!!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nach dem Schluss kommen die Pilger, 28. April 2009
Ich habe ein glückliches Leben gelebt. Christopher Johnson McCandless

Rezension zu Buch und Film - und zur Filmmusik. Gedanken zu Chris McCandless.

Der Stampede Trail ist ein gekrümmter Pfad, der sich in der Taiga Alaskas von Osten nach Westen durch die fast menschenleere, hügelige Landschaft aus Sümpfen und lichten Fichtenwäldern zieht. Er ist stellenweise überwuchert und wird kaum genutzt. Die wenigen Menschen, die das tun, sind überwiegend Jäger und Trapper, gefolgt von Rangern, Wissenschaftlern und sehr selten, obwohl die Zivilisation nicht weit entfernt ist, von Abenteurern, Aussteigern auf Zeit, Naturliebhabern; letztere Spinner und Idioten eben, wie sie aburteilend und mitleidlos von den beinharten Alaskanern genannt werden. Seit einiger Zeit kommen auch Pilger. Aber davon später. Der Teklanika, ein Fluss, dessen Beschaffenheit bedingt durch Schneeschmelze stark variieren kann, zieht sich wie ein braunes Band durch die Gegend. Ihn zu überqueren, ist zuweilen der gefährlichste Part auf dem Fußweg zum Bus. Abweisend und fremdschön ist die Landschaft, die sich selbst genug ist. Etwas - der Form und Farben nach - eindeutig von Menschenhand Geschaffenes duckt sich auf einer Lichtung nahe des Wegs, auf der Höhe des Sushana Rivers: eine Busruine, die, ihrer verwitterten Aufschrift nach, in den 1940er-Jahren Teil des öffentlichen Verkehrsystems von Fairbanks war und in der Innenstadt verkehrte. Der Bus mit der Nummer 142 hat seine letzte Fahrt schon lange hinter sich gebracht und dient seit Jahrzehnten den wenigen Vorbeikommenden als behelfsmäßiger Unterschlupf. Ein skurriles Ding, das an dieser surrealen Haltestelle wie das Artefakt einer untergegangenen Kultur wirkt.

Wie kam der Omnibus in die Wildnis und warum trägt er so sehr zur Faszination von Buch und Film bei? Jon Krakauers Geschichte über dieses einstige Fahrzeug ist eingebettet in eine übergeordnete Geschichte. Es ist die Geschichte eines am Ende kompromisslosen, intensiven und kurzen Lebens, eine Recherche über die letzten beiden Jahre im Leben des Chris McCandless, eines jungen, begabten, gebildeten, privilegierten, sportlichen, gesunden, geliebten und lebenshungrigen Nordamerikaners, dem für eine kleine Weile die ganze Welt offen stand und der sich ein gutes Stück davon einverleibte, bevor er, nachdem er noch nicht einmal ein Vierteljahrhundert gelebt hatte, 1992 in diesem Buswrack, in seinem "Magic-Bus" verhungerte, allein und vielleicht einsam. Es ist aber auch eine Geschichte über einige Menschen, die er auf seiner Odyssee traf und die sich noch heute seine Freunde nennen, über seine Eltern und Schwester und ganz bestimmt auch eine Geschichte, die Jon Krakauer fasziniert und betroffen macht. Und bei allem Respekt für das Leid der Menschen, die diesen jungen Mann lieben und vermissen, ist "Into the Wild" auch ein fantastisches amerikanisches Roadmovie, das bei ganz unterschiedlichen Menschen ein Ziehen in der Magengegend auslösen kann, man kann es "Go-West-Syndrom" oder in diesem Fall "Go-North-Syndrom" nennen. Sean Penn wiederum erlag zuerst dem Bild des tiefverschneiten Busses und anschließend der Faszination der Story und hat sie, als er es endlich durfte, ambitioniert und liebevoll verfilmt. Leider bedeutet die Verfilmung für ein Buch stets, dass die Umschlaggestaltung für alle Zeiten von Bildern des Films dominiert wird. Eine leidige, leider erfolgreiche Marketingunsitte, der wir auch den unsterblichen Satz "Das Buch zum Film" zu verdanken haben. Alaska im Frühling und der echte Omnibus sind seit der Existenz des Films vom Umschlag verschwunden.

Jon Krakauer also hat den Bestseller geschrieben, getrieben von dem Wunsch, die letzten beiden Jahre von Chris "Alex Supertramp" McCandless zu rekonstruieren und den jungen Mann, dessen Verhalten in den Medien überwiegend negativ dargestellt wird, vorsichtig zu rehabilitieren. Sean Penn, selbst ein Suchender, Getriebener, war von der Lektüre so angetan, dass er rund ein Jahrzehnt dafür kämpfte, die Geschichte verfilmen zu dürfen. Eddie Vedder, der Frontmann von Pearl Jam, wiederum textete, komponierte und sang dem Film die Musik auf dem Leib, ein Sound, der anders klingt, als das, was man sonst von ihm zu hören gewohnt ist. ("guaranteed", der herausragende letzte Song auf der CD sollte man ruhig eine Weile in die Stille laufen lassen - es lohnt sich, nicht gleich auszuschalten!)

Was immer man über das Buch, dem Film, der auf dem Buch basiert (!) und zur Musik zum Film anmerken möchte - eines muss man den drei Männern uneingeschränkt zugestehen: sie wollten Chris "Alex Supertramp" McCandless, den sie nie kennengelernt haben, unbedingt gerecht werden. Warum? "Alex Supertramp" geisterte auch durch ihre Jugend und sucht sie vielleicht von Zeit zu Zeit immer noch heim. Eddie Vedder drückt es in einem auf der DVD zur Verfügung stehenden Interview sinngemäß so aus: "Ich habe die Musik parallel zum Film, zu dieser Geschichte geschrieben und unterlag dadurch vielen Einschränkungen, die mich aber nicht einengten. Es macht mir fast Angst, wie gut ich Chris verstehe. Zuerst war ich frustriert, weil ich dachte, das läge alles hinter mir, das hätte ich mit meiner Musik, meiner Kunst, mit meiner Art zu leben verarbeitet. Jetzt musste ich feststellen, dass es unter der Oberfläche immer noch da ist." Wie Chris McCandless stammt Eddie Vedder aus einer Familie, deren Fundament aus gewichtigen Lebenslügen bestand. Die Filmmusik hat er nicht "Alex Supertramp" gewidmet, wohl aber Christopher J. McCandless.

Jon Krakauer lässt in das Buch, das eigentlich eine lange Reportage und der Versuch einer Charakterstudie ist, Geschichten anderer Abenteurer und eigene Erlebnisse aus seiner Jugend einfließen. Auch er hatte, als er ungefähr in Chris' Alter war, sein Alaska-Abenteuer. Er ist fest davon überzeugt, dass er ebenfalls als geistesgestört und selbstmordgefährdet eingestuft worden wäre, wenn er auf diesem Trip ums Leben gekommen wäre. Aus seiner Sympathie und seinem Verständnis für "Alex Supertramp" macht er kein Geheimnis, berichtet jedoch auch über Erkenntnisse, die Chris McCandless nicht nur im strahlenden Licht zeigen. Der junge Mann hatte durchaus seine negativen Seiten, mit denen er bei manchen Leuten aneckte. Allerdings schien diese gewollt einsame Gestalt es zu schaffen, bei anderen Menschen versteinerte Gefühle in Bewegung zu bringen und ist deshalb so eindrucksvoll in deren Erinnerungen präsent. In Penns Film ist Chris eine Lichtgestalt ohne Fehl und Tadel, dargestellt mit Haut und Haaren von einem sehr sympathischen Jungen auf der Schwelle zum Mann: Emile Hirsch. Alle Charaktere sind sorgfältig ausgesucht, das ist nicht nur so dahergesagt. In diesem Film steckt Herzblut, im Buch auch. (Hirschs Kajaktrainer Brian Dierker in der ersten Filmrolle seines Lebens als "Rainey" ist ein reines Vergnügen). Die 37 Orte (!) (etliche Namen lassen Amerikasüchtige das Herz höher schlagen) nebst passenden Jahreszeiten, in denen Chris McCandless nachweislich dort war, werden im Film real gezeigt. Nur der "magische" Bus ist nicht echt und ein, von kleinen Abweichungen abgesehen, zusammengeschweißtes Meisterwerk der Nachbildung, geformt aus mehreren anderen Streamlinern dieser Baureihe, die in unterschiedlichen, aber ausnahmslos schlechten Erhaltungsformen auf den Schrottplätzen von Fairbanks ruhten. Gedreht wurde auch an einem anderen Standort, aber ebenfalls am Rand des Denali-Nationalparks, weil Penn aus Respekt für alle McCandless' an Chris' Sterbeort nicht drehen wollte - und vielleicht auch, weil die Landschaft dort weniger spektakulär ist. Denn schon allein die Naturaufnahmen, wie die des unnahbaren Mount McKinley, unterlegt mit Eddie Vedders so passender Musik, heben den Film weit aus der Masse heraus und machen ihn besonders sehenswert. Doch der seltsame Held wird uns nach Lektüre und Film nicht vertrauter. Besonders letzterer trägt zur Legendenbildung bei. Hollywood ist und bleibt auch in seinen besten Werken wie in diesem, das National-Geographies-Bildniveau erreicht, dennoch der ultimative Mythenmacher der westlichen Hemisphäre und so lässt Penn dann doch einiges weg, was der Glorifizierung von Chris McCandless schaden könnte. So zum Beispiel seinen an den Bus gehefteten schriftlichen Hilferuf gegen Ende seines Lebens, der nachweislich existiert. Er richtet sich an eventuell Vorbeikommende, ist klar formuliert und mit dem Namen unterschrieben, den seine Eltern ihm gaben. Er legt nahe, dass der Mann bereit war, zurückzukehren, es aber aus eigener Kraft nicht mehr schaffte. Aus Leichtsinn und Ignoranz, wie die Einheimischen kopfschüttelnd sagen. Chris McCandless, der die intellektuellen Fähigkeiten dazu besaß, hätte vermutlich auch in der Zukunft keine konventionelle Geldscheffel-Karriere angestrebt (er hielt "Karrieren" für eine schlechte Erfindung unserer Zeit), aber Amerika ist immer noch groß, leer und weit; er hätte seine Nische finden können und wusste das sicher auch. In Buch und Film gibt es voneinander abweichende tödlich verlaufende Vergiftungstheorien durch Pflanzen, die beide von Wissenschaftlern der University of Alaska als absolut haltlos abgetan werden. Sie beharren darauf, dass der Tod des Mannes schlicht durch schleichendes Verhungern eintrat. In seinem Körper, der bei der Autopsie keine Spur von Fett mehr aufwies, fanden sie weder Spuren von Toxinen, noch von Alkaloiden. Der Tote wog nur noch rund 30 kg.

Neben Chris McCandless' Leiche fanden sich "kryptische" Aufschriebe und Notizen und einige Taschenbücher mit unterstrichenen Passagen (London, Thoreau, Walden, Tolstoi), die sich überwiegend mit philosophischen Betrachtungen der Natur und dem Prozess der Selbstfindung beschäftigen. Die aus seiner Kamera gewonnen Bilder zeigen viele Selbstportraits, strahlende Gesichter eines lachenden Mannes, der sich wohlzufühlen scheint. Eine der Aufnahmen, er sitzend vor dem Bus und in die Kamera lächelnd, hat Kultstatus (mit all' seinen Auswüchsen) erreicht. Es ist das einzige Bild, das auch Jon Krakauers Buch zeigt. Bei einem Reportagenroman wünsche ich mir jedoch einen Bildteil und vor allem auch mehr Originaltext aus den Aufzeichnungen, die, da nicht sehr umfangreich, durchaus in einem Anhang gepasst hätten. Aber die Tiefen des Internets helfen auch in diesem Fall, sich eine Fülle von Informationen weit über die Lektüre hinaus zu beschaffen, Bilder und Filmaufnahmen eingeschlossen. Es gibt etliche Filmchen von Leuten aus aller Welt, die ihren Trip zum "Magic-Bus" dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht haben. Es gibt ganze Bilderserien von Ausflügen zum Ort des Sterbens von "Alex Supertramp". Das Internet offenbart, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, für die dieser Mann zum Held und der Besuch des Busses zur Wallfahrt, zur Pilgerreise wurde. Manche kommen vermutlich aus reiner Neugier, und das Bild vor dem Bus darf als Trophäe nie fehlen. Wie die Einheimischen über diese Leute denken, lässt sich leicht ausmalen. Einer der Elchjäger, der dabei half, die Leiche zu bergen, drückte es wiederholt so aus: "Es ist nichts anderes als ein alter Bus und wenn er ein Held ist, dann ist er ein toter Held." Das Recherchieren zu diesem Fall löst zwiespältige Gefühle aus. Eins ist sicher: diese Geschichte bewegt viele Menschen seit langer Zeit. Details werden diskutiert, Theorien aufgestellt und verworfen. Beispiel: hatte er eine Landkarte oder doch nicht? Schönste Theorie: er hatte keine, denn dann wäre es für ihn so gewesen, als wäre das Land noch jungfräulich gewesen, nie vermessen worden. Was würde Chris McCandless, der die rasante Entwicklung des Internets für die Massen nicht mehr erlebt hat, zu alledem meinen? Hätte er dieses Buch, diesen Film, beide kommerziell erfolgreich, gewollt? So gewollt? Hätte er überlebt, dann hätte er uns die Geschichte seiner Reisen durch Amerika vielleicht selbst einmal erzählt, aber wir hätten vielleicht gar nicht zugehört. Doch Chris McCandless ist verschwunden. Was geblieben ist, ist jener reizvoll deplazierte Bus in der Wildnis. Meine Meinung über ihn deckt sich nicht mit der des bodenständigen Elchjägers. Ich verstehe seine Anziehungskraft. Einst fuhr er durch die Straßen unserer Zivilisation, war laut, verpestete die Luft und beförderte eine Menge von Leuten, die nicht selten frierend und müde an den Haltestellen auf ihn warteten. Heute ist er ein Außenposten der Zivilisation und beherbergt manchmal Menschen, die durchaus für eine Weile auf eine Menge ihrer Annehmlichkeiten verzichten können. Und er war der Schauplatz eines einsamen Sterbens und ist der von Neugier und wie auch immer gearteter Heldenverehrung oder wie man das nennen will. Er ist ein Ort, der viele und wenige Menschen beherbergte. Und oft gar keine. Könnte man seine Vergangenheit bis zur Gegenwart hörbar machen, was würde man in dieser verrottenden Hülle erfahren, hören? Welche Gedanken wurden hier gedacht? Wir werden es niemals wissen. Nur eins ist sicher. Meist ist "Magic-Bus", der die Faszination des Unbelebten mit belebter Vergangenheit besitzt, ein sehr stiller Ort. Ein Ort, der sein Wissen über Chris McCandless auch um den Preis, totfotografiert und -gefilmt zu werden, nicht preisgibt. Garantiert nicht.

Helga Kurz, April 2009


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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Happiness is only real when shared ..., 19. Februar 2009
Was sind die richtigen Worte, mit denen ich diesen Film beschreiben könnte, ausdrücken könnte, wie er mich bewegt und beeindruckt hat?

Christopher Johnson McCandless, ein Überflieger in Schule und Sport und aus wohlhabendem Elternhaus stammend, hätte die besten Voraussetzungen gehabt für ein angepasstes Leben in Wohlstand und Reihenhäuschen. Harvard wartete, die Abschlussnoten aus dem College lagen bei 1er-Durchschnitt, die Studiengebühren waren zusammengespart und die Eltern hätten noch einen neuen Wagen gesponsert. Klingt, als wäre jeder "normale" Teenager ausgerastet vor Glück...

Aber was liegt unter dieser Oberfläche, und was, wenn einem diese Tiefe darunter wichtiger ist als der "schöne" Schein? Und was, wenn der Lebensentwurf der Eltern mit allem Streit, Boshaftigkeiten und fehlender Liebe einen trotz materieller Sicherheit mehr abstößt als anzieht? Und man nach dem suchen möchte, was wirklich wichtig ist im Leben?
Es dann wirklich durchzuziehen, diesen Bruch mit allem, ist gerade in dem Alter Anfang 20, in dem Chris damals war, schon krass und naiv - aber auch beeindruckend. Er trennt sich rigoros von allem Materiellen, spendet seine 24.000 $ an die Hungerhilfe, verbrennt sein Bargeld und kappt jede menschliche Bindung, die er hatte - selbst die zu seiner Schwester. Er ändert seinen Namen in "Alexander Supertramp" und verschwindet, macht sich auf die Suche nach seinem Selbst, nach dem Sinn oder dem einzig wahren Abenteuer.
Er trifft viele auf seinem Weg, die er emotional berührt, die ihm helfen oder ihn in ihr Leben integrieren möchten ( Vince Vaughn als Farmer, Hal Holbrook als zurückgezogener Rentner, Kirsten Stewart als das Mädchen, das sich in ihn verliebt u. v. m. ) - aber sobald die Bindung zu eng wird, macht er sich wieder auf die Socken.
Er findet letzten Endes seinen "Magic-Bus" in Alaska als Abschluss seines Tripps in den Norden, diesen Platz auf der Welt, den er als sein Paradies ansieht. Das Leben dort wird wie der ganze Film als leise Geschichte erzählt, tolle Naturaufnahmen als Rahmen seines Lebens dort, unterbrochen von Rückblenden in die Vergangenheit, die wie der gesamte Film fesseln, berühren und sehr lange nachklingen.

Sean Penn als Regisseur ist eine Klasse für sich, absolut einem Clint Eastwood ebenbürtig. Der ( zumindest mir ) bisher unbekannte Emile Hirsch zeigt hier eine Darstellungskraft, die mich sprachlos zurückgelassen hat. Und er ist außerdem noch dem wahren Chris McCandless geradezu unglaublich ähnlich.
Empfehlenswert auch der Soundtrack, vor allem der Song im Abspann war wunderschön ( und mehr als passend ).
Meine Empfehlung für diesen Film: ansehen, zuhören, (mit)fühlen. Ich hätte gern mehr als 5 Sterne vergeben.
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57 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein zweijähriger intensiver Trip in die Freiheit und darüber hinaus, 26. September 2008
Sean Penns bisher bestes Werk gehört zu der Kategorie Film über den man auch Tage danach noch nachdenkt. Into the Wild ist einer von den Filmen die einen berühren und zumindest meine Gedanken spielten schon während des Films Achterbahn. Hatte nicht jeder einmal den Traum davon frei zu sein und einen ähnlichen Weg wie Chris zu gehen. Einfach mal alles hinter sich zu lassen und abseits von Konsum und Luxus zu leben. Wer hat nicht schon mit solchen Gedanken gespielt? Ich habe dies als Teenager unzählige male im Traum durchgespielt nur war ich wie die meisten anderen wohl auch zu feige diesen Weg zu gehen. Somit war es einfach nur ein Hirngespinst wie man sie in dem Alter zu genüge hat.

Auch jetzt Tage danach schwirrt mir Into the Wild noch im Kopf herum und man grübelt immer wieder über das Schicksal von Chris McCandless nach. War er ein naiver Dummkopf der die Natur einfach nur unterschätzt hat oder auch ein egoistischer Teenager der einfach seinen Kopf durchgesetzt hat? Die Antwort darauf liefert meiner Meinung nach weder der Film noch das großartige Buch von Jon Krakauer. Was man aber bekommt sind Erklärungen und so muss man sich selbst eine Meinung dazu bilden.

Nach seinem College Abschluss beschließt Chris McCandless sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Er vernichtet Ausweise, Kreditkarten und spendet seine 24.000 $ die eigentlich für sein Studium gedacht waren an eine wohltätige Organisation. Mit einem alten Datsun macht er sich auf den Weg den er aber bald zu Fuß mit seinem Rucksack fortsetzt. Auf seiner Reise durch die Staaten lernt Chris viele Menschen kennen und jobbt dabei hier und da um sich über Wasser zu halten. Knappe zwei Jahre dauert seine Odyssee bevor er sich auf seinen letzten Weg nach Alaska macht.

Das moderne Abenteuer endet jäh und man fragt sich ob der Preis für die Freiheit nicht etwas zu hoch ausgefallen ist. War es nun wie schon mal gesagt Naivität oder einfach nur Pech die das Schicksal von Chris besiegelten? Sean Penn besetzt seinen Film perfekt und das ist hier nicht nur so einfach mal dahingesagt. Emile Hirsch war mit bis dahin nur ein Begriff durch die Teenieklamotte The Girl Next Door und so musste man zurecht skeptisch sein. Nach dem Film weiss man aber das wohl niemand besser in diese Rolle gepasst hätte. Seine Eltern werden von den Hollywoodgrößen John Hurt und Marcia Gay Harden gespielt, wobei die Frisur seiner Mutter im Film für mich schon an Körperverletzung grenzt. Vince Vaughn spielt einen Farmer für den Chris kurze Zeit tätig wird. Hollywood Altstar Hal Holbrook ist als verwitweter Kriegsveteran zu sehen der in seinen alten Tagen noch einmal Lebensmut schöpft als er Chris kennenlernt. Neben der Darstellung von Emile Hirsch ist für mich noch Catherine Keener als absoluter Glücksfall zu bezeichnen. Sie spielt die Hippiebraut Jan die Chris auf seiner Reise trifft und mit der er eine tief freundschaftliche Beziehung pflegt.

Die DVD ist solide wobei hier sogar mal eine ausführliche Doppel DVD mit viel Bonus recht interessant gewesen wäre. So gibt es sehr gute Bild und Tonqualität und insgesamt ca. 60 min Bonusmaterial zum Film. Dies setzt sich zusammen aus zwei Featurettes mit den Titeln The Story and the Chaacters" (ca. 22 min) und The Experience" (Ca. 18 min) sowie ca. 10 min Interviews mit Sean Penn, Emile Hirsch, Jon Krakauer, Hal Holbrook und Eddie Vedder. Dazu gibt's noch zwei Trailer und drei TV Spots zum Film. In den beiden Dokus gibt es Szenen vom Dreh und nochmals Interviews mit den Hauptbeteiligten. Alles in allem eine recht gelungene DVD.

Der Film gehört für mich zu den eindringlichsten der letzten Jahre und stellt für mich einen Film dar den man einfach gesehen haben muss. Sean Penns Into the Wild ist großes Kino mit tollen Darstellern, wunderschönen Naturaufnahmen und einer tragisch schönen Geschichte. Für mich ein Film der mich auch Tage danach noch fesselt und eine absolute Kaufempfehlung.
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51 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überzeugende und feingeistige Aussteigerstory, 2. September 2008
"Into The Wild" ist nicht nur ein Film von Sean Penn, der auf dem gleichnamigen Roman von Jon Krakauer basiert, sondern auch eine wahre Geschichte des Christopher McCandless (hier gespielt von Emile Hirsch) erzählt.

Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992, entschließt sich der Top-Student Christopher, seine Ersparnisse zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgestattet mit dem Nötigsten beginnt er eine waghalsige Reise, in deren Rahmen er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben formen und prägen. Aber er lernt auch die Schönheit und Härte der Natur kennen, fernab unserer kapitalistischen Gesellschaft.

So beginnt eine Reise, die mich an Jack Londons Erzählungen erinnert. Die Reise führt durch eine unberührte Wildnis mit der Einsamkeit als stetiger Begleiter - und das Glück nicht dort ist, wo er es sich erhoffte. Sean Penn hat einen Film geschaffen, der mit seinen 148 Minuten Laufzeit geradezu episch daherkommt. Auf dieser langen Reise fängt Penn die ganze Pracht der amerikanischen Landschaft in all ihrer Vielfalt ein. Eine gelungene Filmmusik und der tolle Hauptdarsteller sorgen dafür, dass man beim zuschauen nicht in eine verklärte Natur-Romantik verfällt. Sondern man sieht eher einen Getriebenen auf seiner radikalen Selbstfindung, umgeben von einer wunderschönen, aber auch gnadenlosen Natur. Wie ich finde zeigte sich dies vor allem an Christophers Gesicht, dass sich vom netten Wohlstandszustand in ein abgehalftertes, gezeichnetes Gesicht wandelte.

Fazit:
Jeder, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht, sollte dieses Werk nicht verpassen. Ein absolut sehenswerter Film mit tollen, beeindruckenden Bildern und einem überzeugenden Abenteurer. Eine Geschichte die Jack London nicht besser hätte erzählen können - 5 Sterne.
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38 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Straight into my Heart, 6. Juni 2008
Es gibt nur sehr wenige Filme, die einen bis ins Innerste berühren. Nicht durchgehend, aber immer wieder während des Films durch kleine Gesten, Szenen oder Sätze, merkt man, dass man wirklich etwas fühlt, während man sich gemütlich zurücklehnt und auf einmal feststellt, dass einem, ganz sanft, die Tränen die Wangen runterlaufen. Für genau diese Momente sehe ich Filme. Ich habe sie bei "Brokeback Mountain" erlebt, bei "Smoke" und bei "Im Namen des Vaters", um nur ein paar zu nennen. Und jetzt wieder, ein paar Mal, bei "Into the Wild".

Was Sean Penn hier in seiner vierten Regiearbeit (u. a. "The Indian Runner" und "Das Versprechen") abliefert, reicht fast an seine unglaublichen Leistungen als Schauspieler heran. Penn hat genau den richtigen Blick fürs Detail, er weiß die Landschaften Amerikas großartig in Szene zu setzen, er hat einen wahren Glücksgriff mit seinem Hauptdarsteller Emile Hirsch gelandet, der hier in seiner zweiten großen Rolle nach "Alpha Dog" zu sehen ist und beweist ein nahezu unglaubliches Gespür für Timing, Dramatik und exzellente Zeichnung von Story und Figuren. Ergänzend hierzu hat Autor Jon Krakauer ein fantastisches Drehbuch aus seiner biographischen Buchvorlage über Christopher McCandless von 1995 gemacht. Entstanden ist ein 148minütiges kleines Meisterwerk, das einen ganz besonderen Menschen zum Thema hat. Abgerundet wird das Ganze durch die die wunderschönen Songs von Pearl Jam-Leadsänger Eddie Vedder.

Christopher McCandless - um dies vorwegzunehmen - wird nur 24 Jahre alt. Er fällt seinem eigenen Traum von Freiheit und Einsamkeit zum Opfer. Und, so leid es mir tut, seiner eigenen Naivität und Unvorsichtigkeit. Aber der Film beginnt 1990 nach McCandless College-Abschluss. Seine Eltern (William Hurt, Marcia Gay Harden) wollen ihm zu diesem Anlass ein neues Auto schenken, aber Chris will nur eins - sein gesamtes Hab und Gut einer gemeinnützigen Organisation spenden und sich auf nach Alaska machen. Die fortwährenden Streitigkeiten seiner Eltern und eine generelle emotionale Kälte in seiner Erziehung haben aus ihm einen eigenwilligen jungen Mann mit starker sozialer, fast sozialistischer Ader gemacht. Er will sich aller gesellschaftlicher und familiärer Fesseln entledigen und macht sich somit mit 22 Jahren auf, Amerika zu entdecken und nach Alaska zu reisen. Er geht dabei mehr als konsequent vor, verbrennt sogar sein letztes Geld und zerstört Ausweis und alle anderen wichtigen Papiere, um in den Genuss von wahrer Freiheit zu kommen.

Auf seinem Weg begegnet er den verschiedensten Menschen. Da sind Jan und Rainey (Catherine Keener und Brian Dierker), ein in die Jahre gekommenes Hippie-Pärchen, das auch nicht frei von Altlasten und Problemen ist, ihn aber dennoch herzlich aufnimmt in ihrem Wohnmobil. Es zieht ihn weiter auf eine Getreidefarm zu Wayne (Vince Vaughn), dem einzigen Menschen, dem er im Übrigen von unterwegs ein paar Postkarten schreibt. Und dann wäre da noch Ron Franz (Hal Holbrook), ein alter Mann, der irgendwo am Rand der Wüste sein einsames Dasein fristet und immer noch dem Tod von Frau und Kind vor 40 Jahren hinterher trauert. McCandless meldet sich nicht bei seinen Eltern und lässt auch auf seinen Reisen kaum jemanden wirklich an sich heran. Dies ist der einzige kleine Minuspunkt im Film, man kommt der Hauptfigur immer nur momentweise nahe, alles in allem bleibt Chris McCandless aber weitestgehend ein Mysterium, was seine Motivation und seine Emotionen angeht.

Irgendwann ist es dann geschafft, Chris ist in den Weiten Alaskas. Er findet einen ausrangierten Bus, in dem er sich häuslich niederlässt und von nun an von dem lebt, was die Natur ihm bietet (Beeren und Eichhörnchen). Außer seinen Büchern, ein paar Kilo Reis und einem Schlafsack hat er so gut wie nichts bei sich, lebt asketisch, aber offensichtlich glücklich in den Wäldern dieses kaum besiedelten Staates. Als er sich nach drei Monaten auf den Rückweg machen will, ist ihm durch die Schneeschmelze, die den Fluss in einen reißenden Strom verwandelt hat, der Weg abgeschnitten. Notgedrungen kehrt er in den Bus zurück, findet aber nicht mehr ausreichend Essen vor und verhungert letztendlich. Ca. zwei Wochen nach seinem Tod im August 1992 wird er gefunden. Hirsch hat sich im Übrigen für die letzten Szenen 20 kg runtergehungert, neben seiner schauspielerischen also auch eine körperliche Leistung.

Tragisch ist sein Tod aus zweierlei Gründen: a) scheint dieser Chris McCandless ein ganz besonderer Mensch gewesen zu sein. Penn zeichnet ihn als sympathischen jungen Mann, der gegen gesellschaftliche Normen auf seine Art und Weise revoltiert und einfach nur seinen Traum leben will. Hirsch verkörpert dies grandios, er ist freundlich, aufgeschlossen, verliert aber nie sein Ziel aus den Augen und geht kompromisslos seinen Weg - bis in den (unfreiwilligen) Tod. Er berührt die Herzen seiner Mitmenschen und unsere. Und genau hier entstehen diese kleinen magischen Momente. Etwa wenn er zu Jan sagt: "Wir können jetzt was essen oder ich bleibe hier einfach die ganze Nacht neben dir sitzen und unterhalte mich mit dir, das könnte ich nämlich ohne Probleme." Oder wenn Ron Franz ihn mit Tränen in den Augen darum bittet, sich von ihm adoptieren zu lassen. Man wäre gern ein ganz klein bisschen wie McCandless, furchtlos, hoffnungsvoll, optimistisch, abenteuerlustig und dabei ungeheuer sympathisch. Penn zeigt auf, dass das Leben soviel mehr sein kann als ständig darum besorgt zu sein, dass alles geregelt ist, dass Geld reinkommt und dass alles mehr oder weniger der Norm entspricht. Einfach mal mit der ein oder anderen Konvention brechen, frei sein von Pflichten und Zwängen und etwas Spontanes tun, das möchte man nach diesem Film. B) ist das Ganze mehr als tragisch, weil McCandless nicht hätte sterben müssen. Bedauerlicherweise hat er sich nur unzureichend auf sein Leben in der Wildnis vorbereitet. Er hatte nicht genügend Informationen über die Gegend, er hatte weder Kompass noch Landkarte bei sich. Wäre er hier besser ausgerüstet gewesen, hätte er auf der Karte erkennen können, dass der nächste Ort nur 6 Meilen entfernt ist, dass der Fluss sich etwas weiter oben mit einer Seilbahn hätte überqueren lassen und dass auch der Highway nur 15 Meilen weit entfernt war. So haben ihn seine Träume letztendlich umgebracht, aber er ist mit Sicherheit einer der wenigen Menschen, die ihre Träume konsequent gelebt haben und damit für sich in seinen 24 Jahren vielleicht mehr erreicht hat, als es die meisten von uns in ihrem ganzen Leben schaffen. Der Film - dies muss ich der Vollständigkeit halber sagen - hätte auch eine halbe Stunde kürzer sein können, da in den 2½ Stunden dann eben doch das ein oder andere Mal deutlich wird, wie unnahbar Chris teilweise ist und das niemand es wirklich schafft, ganz zu ihm durchzudringen. So wirkt die ein oder andere Szene leider etwas kalt und das Defizit, diesen besonderen Menschen nicht wirklich greifen zu können, wird sichtbar. Dennoch: Ich ziehe meinen Hut vor Chris McCandless, vor seinen Visionen, seiner Menschlichkeit und seinem Optimismus. Ich verneige mich vor Sean Penn, der hier einmal mehr beweist, was für ein unglaubliches Talent er ist, sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur. Und letztendlich geht ein riesengroßes Lob an Emile Hirsch und seine fantastischen Co-Stars, die diesen Film zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Es war berührend, ihre Charaktere kennenlernen zu dürfen. "Into the Wild" geht nicht nur unter die Haut sondern auch Into the Heart. Danke dafür!
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