Ich habe ein glückliches Leben gelebt. Christopher Johnson McCandless
Rezension zu Buch und Film - und zur Filmmusik. Gedanken zu Chris McCandless.
Der Stampede Trail ist ein gekrümmter Pfad, der sich in der Taiga Alaskas von Osten nach Westen durch die fast menschenleere, hügelige Landschaft aus Sümpfen und lichten Fichtenwäldern zieht. Er ist stellenweise überwuchert und wird kaum genutzt. Die wenigen Menschen, die das tun, sind überwiegend Jäger und Trapper, gefolgt von Rangern, Wissenschaftlern und sehr selten, obwohl die Zivilisation nicht weit entfernt ist, von Abenteurern, Aussteigern auf Zeit, Naturliebhabern; letztere Spinner und Idioten eben, wie sie aburteilend und mitleidlos von den beinharten Alaskanern genannt werden. Seit einiger Zeit kommen auch Pilger. Aber davon später. Der Teklanika, ein Fluss, dessen Beschaffenheit bedingt durch Schneeschmelze stark variieren kann, zieht sich wie ein braunes Band durch die Gegend. Ihn zu überqueren, ist zuweilen der gefährlichste Part auf dem Fußweg zum Bus. Abweisend und fremdschön ist die Landschaft, die sich selbst genug ist. Etwas - der Form und Farben nach - eindeutig von Menschenhand Geschaffenes duckt sich auf einer Lichtung nahe des Wegs, auf der Höhe des Sushana Rivers: eine Busruine, die, ihrer verwitterten Aufschrift nach, in den 1940er-Jahren Teil des öffentlichen Verkehrsystems von Fairbanks war und in der Innenstadt verkehrte. Der Bus mit der Nummer 142 hat seine letzte Fahrt schon lange hinter sich gebracht und dient seit Jahrzehnten den wenigen Vorbeikommenden als behelfsmäßiger Unterschlupf. Ein skurriles Ding, das an dieser surrealen Haltestelle wie das Artefakt einer untergegangenen Kultur wirkt.
Wie kam der Omnibus in die Wildnis und warum trägt er so sehr zur Faszination von Buch und Film bei? Jon Krakauers Geschichte über dieses einstige Fahrzeug ist eingebettet in eine übergeordnete Geschichte. Es ist die Geschichte eines am Ende kompromisslosen, intensiven und kurzen Lebens, eine Recherche über die letzten beiden Jahre im Leben des Chris McCandless, eines jungen, begabten, gebildeten, privilegierten, sportlichen, gesunden, geliebten und lebenshungrigen Nordamerikaners, dem für eine kleine Weile die ganze Welt offen stand und der sich ein gutes Stück davon einverleibte, bevor er, nachdem er noch nicht einmal ein Vierteljahrhundert gelebt hatte, 1992 in diesem Buswrack, in seinem "Magic-Bus" verhungerte, allein und vielleicht einsam. Es ist aber auch eine Geschichte über einige Menschen, die er auf seiner Odyssee traf und die sich noch heute seine Freunde nennen, über seine Eltern und Schwester und ganz bestimmt auch eine Geschichte, die Jon Krakauer fasziniert und betroffen macht. Und bei allem Respekt für das Leid der Menschen, die diesen jungen Mann lieben und vermissen, ist "Into the Wild" auch ein fantastisches amerikanisches Roadmovie, das bei ganz unterschiedlichen Menschen ein Ziehen in der Magengegend auslösen kann, man kann es "Go-West-Syndrom" oder in diesem Fall "Go-North-Syndrom" nennen. Sean Penn wiederum erlag zuerst dem Bild des tiefverschneiten Busses und anschließend der Faszination der Story und hat sie, als er es endlich durfte, ambitioniert und liebevoll verfilmt. Leider bedeutet die Verfilmung für ein Buch stets, dass die Umschlaggestaltung für alle Zeiten von Bildern des Films dominiert wird. Eine leidige, leider erfolgreiche Marketingunsitte, der wir auch den unsterblichen Satz "Das Buch zum Film" zu verdanken haben. Alaska im Frühling und der echte Omnibus sind seit der Existenz des Films vom Umschlag verschwunden.
Jon Krakauer also hat den Bestseller geschrieben, getrieben von dem Wunsch, die letzten beiden Jahre von Chris "Alex Supertramp" McCandless zu rekonstruieren und den jungen Mann, dessen Verhalten in den Medien überwiegend negativ dargestellt wird, vorsichtig zu rehabilitieren. Sean Penn, selbst ein Suchender, Getriebener, war von der Lektüre so angetan, dass er rund ein Jahrzehnt dafür kämpfte, die Geschichte verfilmen zu dürfen. Eddie Vedder, der Frontmann von Pearl Jam, wiederum textete, komponierte und sang dem Film die Musik auf dem Leib, ein Sound, der anders klingt, als das, was man sonst von ihm zu hören gewohnt ist. ("guaranteed", der herausragende letzte Song auf der CD sollte man ruhig eine Weile in die Stille laufen lassen - es lohnt sich, nicht gleich auszuschalten!)
Was immer man über das Buch, dem Film, der auf dem Buch basiert (!) und zur Musik zum Film anmerken möchte - eines muss man den drei Männern uneingeschränkt zugestehen: sie wollten Chris "Alex Supertramp" McCandless, den sie nie kennengelernt haben, unbedingt gerecht werden. Warum? "Alex Supertramp" geisterte auch durch ihre Jugend und sucht sie vielleicht von Zeit zu Zeit immer noch heim. Eddie Vedder drückt es in einem auf der DVD zur Verfügung stehenden Interview sinngemäß so aus: "Ich habe die Musik parallel zum Film, zu dieser Geschichte geschrieben und unterlag dadurch vielen Einschränkungen, die mich aber nicht einengten. Es macht mir fast Angst, wie gut ich Chris verstehe. Zuerst war ich frustriert, weil ich dachte, das läge alles hinter mir, das hätte ich mit meiner Musik, meiner Kunst, mit meiner Art zu leben verarbeitet. Jetzt musste ich feststellen, dass es unter der Oberfläche immer noch da ist." Wie Chris McCandless stammt Eddie Vedder aus einer Familie, deren Fundament aus gewichtigen Lebenslügen bestand. Die Filmmusik hat er nicht "Alex Supertramp" gewidmet, wohl aber Christopher J. McCandless.
Jon Krakauer lässt in das Buch, das eigentlich eine lange Reportage und der Versuch einer Charakterstudie ist, Geschichten anderer Abenteurer und eigene Erlebnisse aus seiner Jugend einfließen. Auch er hatte, als er ungefähr in Chris' Alter war, sein Alaska-Abenteuer. Er ist fest davon überzeugt, dass er ebenfalls als geistesgestört und selbstmordgefährdet eingestuft worden wäre, wenn er auf diesem Trip ums Leben gekommen wäre. Aus seiner Sympathie und seinem Verständnis für "Alex Supertramp" macht er kein Geheimnis, berichtet jedoch auch über Erkenntnisse, die Chris McCandless nicht nur im strahlenden Licht zeigen. Der junge Mann hatte durchaus seine negativen Seiten, mit denen er bei manchen Leuten aneckte. Allerdings schien diese gewollt einsame Gestalt es zu schaffen, bei anderen Menschen versteinerte Gefühle in Bewegung zu bringen und ist deshalb so eindrucksvoll in deren Erinnerungen präsent. In Penns Film ist Chris eine Lichtgestalt ohne Fehl und Tadel, dargestellt mit Haut und Haaren von einem sehr sympathischen Jungen auf der Schwelle zum Mann: Emile Hirsch. Alle Charaktere sind sorgfältig ausgesucht, das ist nicht nur so dahergesagt. In diesem Film steckt Herzblut, im Buch auch. (Hirschs Kajaktrainer Brian Dierker in der ersten Filmrolle seines Lebens als "Rainey" ist ein reines Vergnügen). Die 37 Orte (!) (etliche Namen lassen Amerikasüchtige das Herz höher schlagen) nebst passenden Jahreszeiten, in denen Chris McCandless nachweislich dort war, werden im Film real gezeigt. Nur der "magische" Bus ist nicht echt und ein, von kleinen Abweichungen abgesehen, zusammengeschweißtes Meisterwerk der Nachbildung, geformt aus mehreren anderen Streamlinern dieser Baureihe, die in unterschiedlichen, aber ausnahmslos schlechten Erhaltungsformen auf den Schrottplätzen von Fairbanks ruhten. Gedreht wurde auch an einem anderen Standort, aber ebenfalls am Rand des Denali-Nationalparks, weil Penn aus Respekt für alle McCandless' an Chris' Sterbeort nicht drehen wollte - und vielleicht auch, weil die Landschaft dort weniger spektakulär ist. Denn schon allein die Naturaufnahmen, wie die des unnahbaren Mount McKinley, unterlegt mit Eddie Vedders so passender Musik, heben den Film weit aus der Masse heraus und machen ihn besonders sehenswert. Doch der seltsame Held wird uns nach Lektüre und Film nicht vertrauter. Besonders letzterer trägt zur Legendenbildung bei. Hollywood ist und bleibt auch in seinen besten Werken wie in diesem, das National-Geographies-Bildniveau erreicht, dennoch der ultimative Mythenmacher der westlichen Hemisphäre und so lässt Penn dann doch einiges weg, was der Glorifizierung von Chris McCandless schaden könnte. So zum Beispiel seinen an den Bus gehefteten schriftlichen Hilferuf gegen Ende seines Lebens, der nachweislich existiert. Er richtet sich an eventuell Vorbeikommende, ist klar formuliert und mit dem Namen unterschrieben, den seine Eltern ihm gaben. Er legt nahe, dass der Mann bereit war, zurückzukehren, es aber aus eigener Kraft nicht mehr schaffte. Aus Leichtsinn und Ignoranz, wie die Einheimischen kopfschüttelnd sagen. Chris McCandless, der die intellektuellen Fähigkeiten dazu besaß, hätte vermutlich auch in der Zukunft keine konventionelle Geldscheffel-Karriere angestrebt (er hielt "Karrieren" für eine schlechte Erfindung unserer Zeit), aber Amerika ist immer noch groß, leer und weit; er hätte seine Nische finden können und wusste das sicher auch. In Buch und Film gibt es voneinander abweichende tödlich verlaufende Vergiftungstheorien durch Pflanzen, die beide von Wissenschaftlern der University of Alaska als absolut haltlos abgetan werden. Sie beharren darauf, dass der Tod des Mannes schlicht durch schleichendes Verhungern eintrat. In seinem Körper, der bei der Autopsie keine Spur von Fett mehr aufwies, fanden sie weder Spuren von Toxinen, noch von Alkaloiden. Der Tote wog nur noch rund 30 kg.
Neben Chris McCandless' Leiche fanden sich "kryptische" Aufschriebe und Notizen und einige Taschenbücher mit unterstrichenen Passagen (London, Thoreau, Walden, Tolstoi), die sich überwiegend mit philosophischen Betrachtungen der Natur und dem Prozess der Selbstfindung beschäftigen. Die aus seiner Kamera gewonnen Bilder zeigen viele Selbstportraits, strahlende Gesichter eines lachenden Mannes, der sich wohlzufühlen scheint. Eine der Aufnahmen, er sitzend vor dem Bus und in die Kamera lächelnd, hat Kultstatus (mit all' seinen Auswüchsen) erreicht. Es ist das einzige Bild, das auch Jon Krakauers Buch zeigt. Bei einem Reportagenroman wünsche ich mir jedoch einen Bildteil und vor allem auch mehr Originaltext aus den Aufzeichnungen, die, da nicht sehr umfangreich, durchaus in einem Anhang gepasst hätten. Aber die Tiefen des Internets helfen auch in diesem Fall, sich eine Fülle von Informationen weit über die Lektüre hinaus zu beschaffen, Bilder und Filmaufnahmen eingeschlossen. Es gibt etliche Filmchen von Leuten aus aller Welt, die ihren Trip zum "Magic-Bus" dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht haben. Es gibt ganze Bilderserien von Ausflügen zum Ort des Sterbens von "Alex Supertramp". Das Internet offenbart, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, für die dieser Mann zum Held und der Besuch des Busses zur Wallfahrt, zur Pilgerreise wurde. Manche kommen vermutlich aus reiner Neugier, und das Bild vor dem Bus darf als Trophäe nie fehlen. Wie die Einheimischen über diese Leute denken, lässt sich leicht ausmalen. Einer der Elchjäger, der dabei half, die Leiche zu bergen, drückte es wiederholt so aus: "Es ist nichts anderes als ein alter Bus und wenn er ein Held ist, dann ist er ein toter Held." Das Recherchieren zu diesem Fall löst zwiespältige Gefühle aus. Eins ist sicher: diese Geschichte bewegt viele Menschen seit langer Zeit. Details werden diskutiert, Theorien aufgestellt und verworfen. Beispiel: hatte er eine Landkarte oder doch nicht? Schönste Theorie: er hatte keine, denn dann wäre es für ihn so gewesen, als wäre das Land noch jungfräulich gewesen, nie vermessen worden. Was würde Chris McCandless, der die rasante Entwicklung des Internets für die Massen nicht mehr erlebt hat, zu alledem meinen? Hätte er dieses Buch, diesen Film, beide kommerziell erfolgreich, gewollt? So gewollt? Hätte er überlebt, dann hätte er uns die Geschichte seiner Reisen durch Amerika vielleicht selbst einmal erzählt, aber wir hätten vielleicht gar nicht zugehört. Doch Chris McCandless ist verschwunden. Was geblieben ist, ist jener reizvoll deplazierte Bus in der Wildnis. Meine Meinung über ihn deckt sich nicht mit der des bodenständigen Elchjägers. Ich verstehe seine Anziehungskraft. Einst fuhr er durch die Straßen unserer Zivilisation, war laut, verpestete die Luft und beförderte eine Menge von Leuten, die nicht selten frierend und müde an den Haltestellen auf ihn warteten. Heute ist er ein Außenposten der Zivilisation und beherbergt manchmal Menschen, die durchaus für eine Weile auf eine Menge ihrer Annehmlichkeiten verzichten können. Und er war der Schauplatz eines einsamen Sterbens und ist der von Neugier und wie auch immer gearteter Heldenverehrung oder wie man das nennen will. Er ist ein Ort, der viele und wenige Menschen beherbergte. Und oft gar keine. Könnte man seine Vergangenheit bis zur Gegenwart hörbar machen, was würde man in dieser verrottenden Hülle erfahren, hören? Welche Gedanken wurden hier gedacht? Wir werden es niemals wissen. Nur eins ist sicher. Meist ist "Magic-Bus", der die Faszination des Unbelebten mit belebter Vergangenheit besitzt, ein sehr stiller Ort. Ein Ort, der sein Wissen über Chris McCandless auch um den Preis, totfotografiert und -gefilmt zu werden, nicht preisgibt. Garantiert nicht.
Helga Kurz, April 2009
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Der von L. Tolstojs, J. Londons und Thoreaus Schriften beeinflusste junge Protagonist der Geschichte kann die Lügen unser Gesellschaft nicht mehr ertragen und bricht auf in die Wildnis Alaskas. Unterwegs erlebt er turbulente Abenteuer, das Leben erscheint ihm voller Farben und Bewegung, er glaubt seinen Lebenssinn gefunden zu haben, bis er von der harten Realität des Überlebens in der Wildnis eingeholt wird...
Ein unterhaltsamer Film mit Tiefgang: wunderbare Naturbilder, kluge lebensphilosophische Dialoge - unsere Zivilisation in den Millionenstädten wird zurecht in Frage gestellt - doch etwas weniger Pathetik hätte dem Film nicht geschadet, im Gegenteil.
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Sean Penn's Film "Into The Wild" besticht durch wunderschöne Naturaufnahmen und einen ganz besonders tollen Soundtrack (Solowerk von Pearl Jam's Eddie Vedder). Der junge Chris (Emile Hirsch - ganz toll!) kommt aus einer wohlsituierten Familie, aber gerade das - Wohlstand, Kapitalismus, die moderne Konsumgesellschaft - beginnt er nach seinem Collegeabschluss zu hinterfragen, und so macht er sich auf in ein Abenteuer fern der Zivilisation: er reist ganz alleine durch die amerikansischen Südstaaten und letztendlich nach Alaska, wo es zu einem tragischen Ende kommt, das einen unguten Nachgeschmack hinterlässt.
Es passiert nicht sehr viel in diesem Film (weshalb ihn vermutlich viele als langweilig einstufen), aber einen actionreichen Abenteuerfilm darf man sich hier einfach nicht erwarten. Vielmehr werden Sinneseindrücke geschaffen, die beeindrucken sollen. Die wenigen Dialoge sind dafür umso aussagekräftiger. Durch die gesellschaftskritischen Ansichten gewinnt der Film an intelektuellem Wert; eingebettet in die Geschichte der besorgten Familie, die Chris völlig im Ungewissen ließ, wird er zum Spielfilm der besonderen Art.
Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Chris McCandless, sein Abenteuer und seine Beweggründe wurden ausfühlich recherchiert in Jon Krakauer's Buch "In die Wildnis", das ich auch gelesen habe. In diesem Fall gefällt mir der Film allerdings um einiges besser, denn das Buch ist hauptsächlich ein sachlicher Bericht und eine Aneinanderreihung von Fakten.
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Wohlbehütet aufgewachsen, mit einem ausgezeichneten Schulabschluss stehen für Christopher McCandless die Chancen gut, an Harvard Jura zu studieren. Doch Chris hat andere Pläne und verlässt sein Elternhaus und seine Schwester. Recht bald lässt er auch sein Auto zurück, verbrennt seine Kreditkarten und sein letztes Geld. Völlig auf sich gestellt, durchwandert er das Land, spricht mit Menschen, arbeitet.
Chris trifft bei seiner Wanderung zahlreiche Menschen, erfährt Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Nie hält es ihn irgendwo lange. Sein fernes Ziel ist Alaska und das mit möglichst wenig menschlichem Beiwerk. Quasi nebenbei lässt er sich beraten was unbedingt dazu notwendig ist. Er führt Tagebuch und macht sich Notizen über für ihn wichtige Dinge. So nähert er sich der nördlichen Zone aus Eis und Schnee. Fernab von Menschen erlebt er die Natur pur.
Der Film schildert leise und einfühlsam den Weg eines jungen Mannes als Austeiger. Pittoreske Landschaften, kautzige Charakteren und immer wieder der Wunsch weiter zu ziehen prägen die Geschichte. Das Ende wirkt fast surreal.
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Ein Aussteiger-Epos basierend auf Tatsachen. Aus dem jungen Christopher McCandless (Emile Hirsch), der aus vermögendem und vordergründig wohlbehütetem Elternhaus (William Hurt/Marcia Gay Harden) stammt wird der Wanderer Alexander Supertramp und sein Schicksal soll sich in Alaska und dort in einem verlassenen alten Linienbus 142 der Fairbanks City Transit System erfüllen....aber vor dieser Erkenntnis nimmt uns Director Sean Penn in Rückblenden zuerst mit an die Anfänge dieser Aussteiger-Reise, die in der Villa der Eltern des Studenten Christopher beginnt. Der junge Student leidet unter den Spannungen der Eltern, die so tun als wäre alles in Ordnung... lediglich mit der Schwester verbindet ihn eine Art Zusammengehörigkeit. Nach dem sehr erfolgreichen Studium in Geschichte und Anthropologie im Sommer 1990 bricht er, nachdem er zuvor seine stattlichen Ersparnisse gespendet hat und sich so weitestgehend vom materiellen Besitz losgesagt hat, auf zu einer zweijährige Reise quer durch die USA: Anfangs noch bequem im sicheren Datsun, später fortgesetzt zu Fuß mit einem Rucksack, viel Mut und Abenteuerlust. Sein Ziel: Fairbanks, Alaska...nahe des nördlichen Polarkreises. Ein Leben, jenseits der Zivilisation, nur auf sich allein gestellt inmitten einer wunderbar imposanten Natur. Und Chris beginnt diesen Traum in Traumlandschaften zu realisieren..
Er paddelt mit einem Kajak den Colorado River hinunter bis Mexiko. Dann als Tramp per Zug, Freiheit pur...aber dazwischen immmer wieder bis zu einem gewissen Grad "konventionell" beschäftigt, um ein bisschen Geld verdienen, für die Familie ist er verschollen. Er jobbt bei einem Farmer im Getreidesilo oder auch in einem Fastfood-Restaurant. Auf seiner Reise trifft er auf ein 68er Hippiepärchen, auf ganz junge Hippies, auf ein verliebtes Mädchen oder auch auf einen einsamen Kriegsveteranen. Die Frage nach Gott wird erörtert, ebenso die Frage, ob diese erzwungene Rückkehr zur Natur nur die Illusion des modernen Menschen ist.
Christopher ist eigentlich kein Eremit, er ist kontaktfreudig, sucht den Mitmenschen und man kann bis zuletzt nicht so richtig einschätzen, was da wirklich für eine Reise beginnt oder wo sie enden könnte und es ist nicht so ganz plausibel, warum er alles hinter sich lassen möchte. Ist es vielleicht nur eine dieser trendigen Extrem-Abenteuer Ferien, eine intensivere Variante von Rafting oder Banshee Jumping ?
Oder ist alles an eine Sinnfrage zu einer Reise ins Ich gekoppelt, in diesem doch wesentlich konsequenteren Ausstieg zurück zur Natur, zur Rückbesinnung und zum Ausleben der Grundbedürfnisse des Menschen.
Was sucht Christopher ? Ist es am Ende gar die Liebe ?
Christophers vordergründiges Motiv für diese Reise ist diese Angst vor der materiellen und auch mentalen Abhängigkeit des Modells "Leben", deshalb will er die Grenzen ausloten und es deutet sich bald an, dass diese Reise weit mehr ist, als dieser letzte "Go West" Urlaub eines Studenten, bevor der Ernst des Lebens "Beruf, Familie, Haus" beginnt.
Christopher verliert sich aber in dieser damit verbundenen Metamorphose, die ihn zu einem bewusster lebenden und sich intensiver spürenden Menschen wandeln soll.
Alles eingebettet in eine übergeordnete Natur, die Sean Penn in überwältigend schönen, stellenweise stark melancholisch gefärbten Bildern präsentiert.
"Into the Wild"ist sicherlich nicht die Topgranate für den Maistream-Filmabend in Gesellschaft. Dazu ist der Film sehr leise, recht meditativ...es dominiert die Bildersprache. Er ist aber in seiner Gesamtheit, trotz einiger Schwächen, sehr beeindruckend und sympathisch. Vor allem weil wohl in jedem von uns ein bisschen was von Christopher steckt.
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"Into the wild" ist mir zuerst in Form des Soundtracks begegnet weil er von Eddi Vedder (Pearl Jam) ist. Dadurch wurde ich neugierig auf den Film, den ich auch sehr begeistert gesehen habe (Muss man sehen!!!)
Nun habe ich endlich den Hattrick voll gemacht und das Buch gelesen.
Finde es wirklich sehr gut. Es ist einfach und schnell zu lesen. Vor Allem verschafft es zahlreiche Informationen über Alex Supertramp und seine (zumindest vom Autor interpretierte) Gefühlswelt.
Ein großer Nachteil sind drei bis vier Kapitel, in denen der Autor Geschichten aus seiner eigenen Vergangenheit erzählt. Interessiert mich überhaupt nicht!!! Dieses Problem lässt sich jedoch leicht lösen - überblättern eben.
Zusammengefasst ist dieses Buch, sind aber auch der Film und der Soundtrack eine echt Bereicherung meiner Freizeit gewesen.
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ein spektakuläres Meisterwerk.
Traumhafte Landschaftskulisse und eine definitiv sehenswerte Schauspielleistung
Sean Penn führte Regie bei diesem Film, basierend auf einer wahren Geschichte.
Die des jungen Christopher McCandless, der in den Weiten von Alaska nach dem Sinn des Lebens suchte. Seine Reise endete August 1992..
Emile Hirsch, wohl am bekanntesten aus "The girl next door" spielt McCandless. Einfühlsam und grandios!
Ein Film, der es absolut verdient, gesehen zu werden!
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Tolles Aussteigerdrama, das einerseits die Romantik und die Freiheit außerhalb der Gesellschaft und Zivilisation vermittelt, andererseits aber auch die brutale Härte eines solchen Lebens zeigt. Die Bilder sind beeindruckend, die Schauspieler überragend und trotz einer Länge von über zwei Stunden wird einem an keiner Stelle langweilig.
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wenn man selbst schon mal 20 war, mama und papa "verachtete", dann kann man diesen film wunderbar nachvollziehen. es geht um einen jungen mann, der sich vom opportunismus der biederen eltern reinzuwaschen versucht, aus allen gesellschaftlichen ausbricht, seine gesamten ersparnisse spendet und sich fortan im schlimmsten fall von selbst geschossenen eichhörnchen ernährt. wunderbare umsetzung, leider droht sich der film nur hier und da in längen zu verlieren und ins kitschige abzugleiten. dafür aber wirkt das ende noch sehr lange nach...
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Man kann die Story sehr kontrovers angehen - unter dem Strich bleiben bei mir einige Verwirrungen - gerade deswegen möchte ich den Film empfehlen.
Ohne die letzte halbe Stunde des Film hätte ich höchstens 2 Sterne vergeben mit dem Hinweis: "wer die Zivilisation verlässt sollte wenigstens die richtigen Bücher mitnehmen."
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