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113 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Monster von einem Film
Schon lange hat mich kein Film mehr so bewegt wie dieser.

Sean Penn gelang eine großartige filmische Umsetzung des Romans von John Krakauer, der auf tatsächlichen Begebenheiten beruht.

Christopher McCandless brach im Jahr 1990 mit der Zivilisation, nachdem er einen glänzenden Uni-Abschluss hingelegt hatte. Er spendete sein letztes...
Veröffentlicht am 26. September 2009 von Dude

versus
1.0 von 5 Sternen Langweilig
Selten einen solch langweiligen Film gesehen. Das einzig gute waren die Landschaftsaufnahmen.
Habe Ihn nicht zu Ende angesehen, ist nicht mein Filmgeschmack.
Vor 20 Tagen von Lara Ley veröffentlicht


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113 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Monster von einem Film, 26. September 2009
Von 
Dude - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Schon lange hat mich kein Film mehr so bewegt wie dieser.

Sean Penn gelang eine großartige filmische Umsetzung des Romans von John Krakauer, der auf tatsächlichen Begebenheiten beruht.

Christopher McCandless brach im Jahr 1990 mit der Zivilisation, nachdem er einen glänzenden Uni-Abschluss hingelegt hatte. Er spendete sein letztes Geld wohltätigen Zwecken, verbrannte sein restliches Bargeld, zerschitt Ausweis und Kreditkarten und brach mit wenig Habseligkeiten auf eine Reise durch die USA auf.
Auf seiner Reise durch die USA hatte er Alaska als Ziel.
Er begegnet auf seiner Reise den unterschiedlichsten Menschen, mit denen er sich zum Teil anfreundet.
Endlich in Alaska angekommen, richtet er sich längere Zeit in einem alten Bus ein.

Nicht nur die Naturaufnahmen im Film sind großartig, die gesamte visuelle Umsetzung ist toll gemacht.
Der Regisseur enthält sich einer Wertung, obwohl die Sache natürlich auch Ansatz zu Kritik bietet, so etwa der Aufbruch ohne weiteren Kontakt zu den Eltern und die naive Herangehensweise insbesondere an den Alaska-Part, bei der McCandless kein vernünftiges Kartenmaterial mitführte und er deshalb nicht wusste, dass zum Beispiel nur wenig weit entfernt eine handbetriebene Seilbahn über den reißenden Flus führte oder er nur 30km von einem Highway entfernt in seinem Bus hauste.

Toll ist auch der Soundtrack, der die Bilder perfekt untermalt.

Ein ruhiger Film für Freunde des Besonderen und nicht nur von der handwerklichen Seite her hervorragend gemacht, sondern auch schauspielerisch von allen Protagonisten, insbesondere natürlich von Emile Hirsch, auf sehr hohem Level.
Bewegend.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach ergreifend..., 14. Januar 2011
Into The Wild
(Into The Wild)

Veröffentlichung: 2007
Regie: Sean Penn
Produzent: u.a. Sean Penn
Drehbuch: Sean Penn nach einer Vorlage von Jon Krakauer
Musik: Eddie Vedder
Darsteller: Emile Hirsch, Kristen Stewart, Hal Holbrook, William Hurt, Vince Vaughn
Laufzeit: 148 Minuten

'Into The Wild' ist ein intensiver Film der die wahre Geschichte von Christopher McCandless erzählt. Christopher (Emile Hirsch) der sich später selbst Alexander Supertramp nennt macht sich nach dem abgeschlossenen Studium, trotz ausgezeichneter Zukunftsaussichten, auf in die Natur, auf die Straße, Hauptsache von daheim weg. Er verlässt unangekündigt seine Eltern, die es ihm im Leben nie leicht gemacht haben, und seine jüngere Schwester. Er zerschneidet seine Ausweise, Kreditkarten, Führerschein und verbrennt all sein Geld. Er trampt kreuz und quer durch die USA. Er bereist den Colorado River auf dem Seeweg, kämpft sich bis nach Mexiko durch um dann doch wieder kurzzeitig das Leben in der Stadt an sich zunehmen. Doch das hält kaum einige Stunde. Chris will sich nun wirklich absetzen, nach Alaska, wie er immer wieder betont. Er besucht auf einem Hippiecampingplatz alte Freunde, die er vom trampen herkennt. Dort lernt er die junge Tracy (Kristen Stewart) kennen und die beiden verstehen sich auf Anhieb. Doch Christopher sucht die Einsamkeit und verdrängt zu jenem Zeitpunkt viele Gefühle, die er sich später vielleicht wieder gewünscht hätte. Denn 'Glücklichtkeit gibt es nur, wenn man es teilt', wie er am Ende des Films selbst verfasst. Nachdem er noch einen alten Kriegsveteranen in sein Herz geschlossen hat kommt er in Alaska an. Er zieht in einen alten Bus, der einsam mitten in der Natur steht. Anfangs genießt Christopher das Wildnisleben in vollen Zügen. Alles scheint für ihn perfekt. Doch als die Wochen vergehen, erstickt er fast in der Einsamkeit. Als die physischen Probleme zunehmen, konnt noch eine weitere Katastrophe hinzu'

Was kann man von Sean Penns Buchumsetzung des Krakauer Klassikers erwarten? Zunächst einmal traumhaft schöne Naturimpressionen, die stellenweise Gänsehaut erzeugen. Egal ob die Bilder der öden Wüste, der Klippen am Colorado River oder die Schneeberge Alaskas. Optisch ist der Film ein absoluter Genuss. Der Film hört auf den Namen 'Into The Wild', doch eigentlich könnte er auch 'Into The Mind' lauten. Denn letztlich steht die Natur nicht im Vordergrund. Die Umgebung ist nur ein Spiegel der Seele Christophers. Eine Kulisse für seinen Wandel. Auch die Charaktere wachsen schnell ans Herz. Emile Hirsch spielt seine Hauptrolle wirklich überzeugend. Und es sind die kleinen Nebenrollen von Kristen Stewart, Hal Holbrook oder William Hurt, die nicht viel zeigen, aber unglaublich viel ausdrücken. Selbst Vince Vaughn konnte mich in den wenigen Minuten Auftritt zum ersten Mal überzeugen. Und dann wäre da noch der schlichtweg großartig performte Soundtrack von Pearl Jam Frontmann Eddie Vedder, der hier wundervolle Songs preis gibt. Den Höhepunkt des Film erreicht der Film nach knapp 90 Minuten. Von nun an ist es schwer nicht mehr mit den Protagonisten mitzufühlen. Mir kamen immer wieder zahlreiche Tränenschübe, anders ist die Melancholie und Trauer nicht auszuhalten. Wie gesagt, ein sehr intensiver Film. Besonders das ergreifende Ende.

Natürlich ist 'Into The Wild' kein perfekter Film. Besonders zu Beginn hat der Film einige erhebliche Längen, die man erst überstehen muss um die Großtaten des Films sehen zu können. Ebenfalls fehlt jeglicher Humor, auch wenn es ein Drama ist. Aber ein paar aufmunternde Sachen hätte ich gerne gesehen. Denn so ist es ein rein melodramatischer Trip, der mich richtig mitgenommen hat. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu meckern, lediglich ein gewisser Schmalz und Pathos was die Dialoge angeht ist stellenweise nicht auszuschließen. Aber darüber kann man locker hinweg sehen.

'Into The Wild' ist ein beeindruckendes, nicht vollkommenes, Portrait eines jungen Mannes der sich aufgemacht hat sich selbst und seine Natur zu erkunden. Sean Penn schafft es intensive Gefühle mit ebenso intensiven Landschaften zu verbinden. Ein Film über den man genauso nachdenken wird, wie über das Vorlagebuch von Jon Krakauer.

Bewertung des Films
Handlung: ****
Darsteller: ****1/2
Musik: *****
Kameraarbeit/Schnitt: *****

Bewertung der Blu Ray
Bild: *****
Ton: *****
Extras: ****
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99 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Interessant, gerade in der heutigen Zeit!", 22. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Regissuer Sean Penn erwarb damals die Filmrechte an Jon Krakauers Erfolgsgeschichte "Into the Wild". (Die durch gefundene Tagebucheinträge, Postkarten und Erzählungen der Menschen die Chris auf seiner Reise traf, rekonstruiert wurde.) Bekam aber erst rund 10 Jahre später die Zustimmung der Eltern von Christopher McCandless für die Verfilmung. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen jungen Mann der in reichen Verhältnissen aufwuchs, der im Sport wie in der Schule ein Überflieger war.
Er ist Anfang zwanzig und nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt er sich, seine Ersparnisse (immerhin ca. 25.000 $) an die Hungerhilfe zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine abenteuerliche Reise, in derer er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben und das seiner Wegbegleiter formt und prägt. Im Vordergrund steht hier eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers, eine Suche nach Freiheit...

Über mehrere Jahre entsagt er allen Besitztümern, welche ihn nur einengen würden. Während einiger Niederlagen auf seine Reise hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben und zu seinen aus seiner Sicht spießigen Eltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und entwickelt dadurch ein ganz neues Gefühl des Starkseins, des Erhabenseins.

Die Umsetzung des Buches ist gelungen wenn auch nicht ganz so ausführlich, aber das macht ja Bücher schließlich aus. Der Film bietet beeindruckende Naturaufnahmen und zeigt wie verschieden doch die amerikanischen Landschaften und die damit verbundenen Menschen sind. Wir werden entführt in Wüstengebiete, über Kornfelder, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Untermalt wird das ganze von einem stimmigen Soundtrack. Ein Glücksfall finde ich die Besetzung der Hauptrolle mit Emile Hirsch, der den Chris McCandless sensationell spielt. Man spürt die innere Zerissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite. Auch sein Aussehen, sowie seine Gesichtszüge, die den Wohlstandszustand genauso wie das Abgehalfterte/Gezeichnete (er nahm viele Kilos während des Filmes ab) glaubwürdig erscheinen lassen. Wenn man das letzte Originalbild von Chris auf dem Buchrücken kennt und die gleiche Szene im Film sieht, wird klar wie gleich beide aussehen. Auch die übrige Besetzung mit Hal Hoolbrook, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener u.a. reiht sich nahtlos ein.

Die Laufzeit des Filmes die mit 142 minuten sehr lang ist, aber nie lang erscheint, lässt einem die Zeit für eigene Gedanken ohne dabei schleppend zu sein.

Insgesamt mal was ganz anderes, gerade in unserer schnellebigen und technisierten Welt , mal Menschen zu sehen die den ganzen bunten Bildern den Rücken kehren. Auch wenn es hier eher unvorbereitet und von jugendlicher Naivität geprägt ist. Chris McCandless war vom Idealismus besessen, der mit der heutigen Zeit nicht leicht zu vereinbaren ist.
Aber letzendlich lebte er seinen Traum...

Empfehlenswert für jeden, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht.

Interessant auch das 64 minütige Bonusmaterial mit vielen Interviews der Darsteller und das Regisseurs.

(DVD)
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glück ist nur echt, wenn man es teilen kann, 5. Mai 2010
Von 
Al Mo - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Ausbrechen. Der Traum von der absoluten Freiheit. Die Suche danach um dem Leben einen besonderen Sinn zu geben.
Von einem, der genau diesen Traum leben wollte, erzählt "Into the wild".

Dies ist ein Film von Sean Penn, selbst ein Ausnahmeschauspieler. Sein Aussteiger, Christopher McCandless (Emile Hirsch), geht bis an die Grenzen. Ein wunderbarer Film, der in den Kinos leider viel zu wenig Beachtung fand.

Entliehen ist diese Geschichte dem gleichnamigen Tatsachenbericht von Jon Krakauer aus dem Jahr 1996:

Christopher McCandless verzichtet auf sein privilegiertes Leben und sein Jurastudium an der Harvard-Universität. Eines Tages verschenkt er sein ganzes Geld, lässt sein Auto stehen, taucht unter und erfindet sich einfach neu: Er wird "Alexander Supertramp". Fortan trampt er ohne einen Cent in der Tasche quer durch die Staaten. Sein großer Traum von der absoluten Freiheit: Alaska. Einzig sein Tagebuch trägt er bei sich, dokumentiert darin Erlebtes. Zwei Jahre dauert seine Reise, die von vielen Begegnungen geprägt ist. McCandless erreicht schließlich Alaska und findet dort im Alter von 24 Jahren einen unfreiwilligen Tod.

Into the wild ist stark geprägt von phantastischen Bildern. Naturaufnahmen - den Wüstengebieten im Südwesten, die Kornfelder der zentralen Ebene, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Exzellent musikalisch untermalt wird er von Eddie Vedder (Pearl Jam), der mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen die Stimmung dieses intensiven Abenteuers einfängt. Lieder, die über diese(n) Landschaften (f)liegen und Worte damit überflüssig machen.

Fazit: Wer sich um die Wertigkeiten seines Lebens und auch die innerhalb der Gesellschaft Gedanken macht, sollte dieses Werk nicht verpassen. Bemerkenswert und in atemberaubend schönen Bildern.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Into the (...) DVD-Player, 10. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Es gab nicht wenige Amerikaner die neunzehnhundertzweiundneunzig nach McCandless Ableben in der Wildnis, den Aussteiger als Vollidioten bezeichnet haben.
Zu Unrecht oder nicht, daran scheiden sich noch heute die Geister!

Sean Penn war und ist begeistert von der Geschichte des Christopher Johnson McCandless. Das ist offensichtlich.
Er zeichnet den Charakter des Aussteigers freiheitsliebend und leidenschaftlich, als Denker!
Zweifelos als Spinner, sympathisch!

Es nicht immer ganz nachvollziehbar warum Chris handelt wie er handelt.
Warum Chris McCandless die Abgeschiedenheit in Fairbanks sucht ist bis zum Ende nicht wirklich schlüssig!

Flucht vor den herrischen Eltern?
Vieleicht, auch eine Flucht vor einem 0815-Frau-Kinder-Kleines Reihenhaus-Ewig gleicher Job-Leben.
Die Frage bleibt - Flucht oder Ausleben des innersten Wunsch?

Chris lässt alles zurück, seine Eltern Walt (William Hurt) und Billie (Marcia Gay Harden) wie auch seine Schwester Carine (gespielt von Jenna Malone).
Auf seiner Reise quer durchs Land lernt er viele interessante Charaktere und auch einige neue Freunde kennen.
Aber der 22-Jährige lässt Alles konsequent hinter sich!

Chris McCandless ist in seinem Wesen zutiefst wiedersprüchlich und diese Widersprüchlichkeit fesselt einen an die Leinwand.

Das Screenplay ebenfalls Penn's Werk, ist einfach atemberaubend! Alaskas Landschaften gleichermaßen Paradies wie Hölle!
Sinnraubende Bilder (...) Eisbedeckte Baumwipfel, Berge so weit das Auge reicht - mit Worten nicht annährend zu beschreiben!
Für den Supertramp war es immer das Paradies und nichts Anderes.
Das zeigt auch Hirsch in seinem auf den punktgebrachten Spiel bis zum rührenden Ende!

Einfach ein packender Film!
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47 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Straight into my Heart, 6. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Es gibt nur sehr wenige Filme, die einen bis ins Innerste berühren. Nicht durchgehend, aber immer wieder während des Films durch kleine Gesten, Szenen oder Sätze, merkt man, dass man wirklich etwas fühlt, während man sich gemütlich zurücklehnt und auf einmal feststellt, dass einem, ganz sanft, die Tränen die Wangen runterlaufen. Für genau diese Momente sehe ich Filme. Ich habe sie bei "Brokeback Mountain" erlebt, bei "Smoke" und bei "Im Namen des Vaters", um nur ein paar zu nennen. Und jetzt wieder, ein paar Mal, bei "Into the Wild".

Was Sean Penn hier in seiner vierten Regiearbeit (u. a. "The Indian Runner" und "Das Versprechen") abliefert, reicht fast an seine unglaublichen Leistungen als Schauspieler heran. Penn hat genau den richtigen Blick fürs Detail, er weiß die Landschaften Amerikas großartig in Szene zu setzen, er hat einen wahren Glücksgriff mit seinem Hauptdarsteller Emile Hirsch gelandet, der hier in seiner zweiten großen Rolle nach "Alpha Dog" zu sehen ist und beweist ein nahezu unglaubliches Gespür für Timing, Dramatik und exzellente Zeichnung von Story und Figuren. Ergänzend hierzu hat Autor Jon Krakauer ein fantastisches Drehbuch aus seiner biographischen Buchvorlage über Christopher McCandless von 1995 gemacht. Entstanden ist ein 148minütiges kleines Meisterwerk, das einen ganz besonderen Menschen zum Thema hat. Abgerundet wird das Ganze durch die die wunderschönen Songs von Pearl Jam-Leadsänger Eddie Vedder.

Christopher McCandless - um dies vorwegzunehmen - wird nur 24 Jahre alt. Er fällt seinem eigenen Traum von Freiheit und Einsamkeit zum Opfer. Und, so leid es mir tut, seiner eigenen Naivität und Unvorsichtigkeit. Aber der Film beginnt 1990 nach McCandless College-Abschluss. Seine Eltern (William Hurt, Marcia Gay Harden) wollen ihm zu diesem Anlass ein neues Auto schenken, aber Chris will nur eins - sein gesamtes Hab und Gut einer gemeinnützigen Organisation spenden und sich auf nach Alaska machen. Die fortwährenden Streitigkeiten seiner Eltern und eine generelle emotionale Kälte in seiner Erziehung haben aus ihm einen eigenwilligen jungen Mann mit starker sozialer, fast sozialistischer Ader gemacht. Er will sich aller gesellschaftlicher und familiärer Fesseln entledigen und macht sich somit mit 22 Jahren auf, Amerika zu entdecken und nach Alaska zu reisen. Er geht dabei mehr als konsequent vor, verbrennt sogar sein letztes Geld und zerstört Ausweis und alle anderen wichtigen Papiere, um in den Genuss von wahrer Freiheit zu kommen.

Auf seinem Weg begegnet er den verschiedensten Menschen. Da sind Jan und Rainey (Catherine Keener und Brian Dierker), ein in die Jahre gekommenes Hippie-Pärchen, das auch nicht frei von Altlasten und Problemen ist, ihn aber dennoch herzlich aufnimmt in ihrem Wohnmobil. Es zieht ihn weiter auf eine Getreidefarm zu Wayne (Vince Vaughn), dem einzigen Menschen, dem er im Übrigen von unterwegs ein paar Postkarten schreibt. Und dann wäre da noch Ron Franz (Hal Holbrook), ein alter Mann, der irgendwo am Rand der Wüste sein einsames Dasein fristet und immer noch dem Tod von Frau und Kind vor 40 Jahren hinterher trauert. McCandless meldet sich nicht bei seinen Eltern und lässt auch auf seinen Reisen kaum jemanden wirklich an sich heran. Dies ist der einzige kleine Minuspunkt im Film, man kommt der Hauptfigur immer nur momentweise nahe, alles in allem bleibt Chris McCandless aber weitestgehend ein Mysterium, was seine Motivation und seine Emotionen angeht.

Irgendwann ist es dann geschafft, Chris ist in den Weiten Alaskas. Er findet einen ausrangierten Bus, in dem er sich häuslich niederlässt und von nun an von dem lebt, was die Natur ihm bietet (Beeren und Eichhörnchen). Außer seinen Büchern, ein paar Kilo Reis und einem Schlafsack hat er so gut wie nichts bei sich, lebt asketisch, aber offensichtlich glücklich in den Wäldern dieses kaum besiedelten Staates. Als er sich nach drei Monaten auf den Rückweg machen will, ist ihm durch die Schneeschmelze, die den Fluss in einen reißenden Strom verwandelt hat, der Weg abgeschnitten. Notgedrungen kehrt er in den Bus zurück, findet aber nicht mehr ausreichend Essen vor und verhungert letztendlich. Ca. zwei Wochen nach seinem Tod im August 1992 wird er gefunden. Hirsch hat sich im Übrigen für die letzten Szenen 20 kg runtergehungert, neben seiner schauspielerischen also auch eine körperliche Leistung.

Tragisch ist sein Tod aus zweierlei Gründen: a) scheint dieser Chris McCandless ein ganz besonderer Mensch gewesen zu sein. Penn zeichnet ihn als sympathischen jungen Mann, der gegen gesellschaftliche Normen auf seine Art und Weise revoltiert und einfach nur seinen Traum leben will. Hirsch verkörpert dies grandios, er ist freundlich, aufgeschlossen, verliert aber nie sein Ziel aus den Augen und geht kompromisslos seinen Weg - bis in den (unfreiwilligen) Tod. Er berührt die Herzen seiner Mitmenschen und unsere. Und genau hier entstehen diese kleinen magischen Momente. Etwa wenn er zu Jan sagt: "Wir können jetzt was essen oder ich bleibe hier einfach die ganze Nacht neben dir sitzen und unterhalte mich mit dir, das könnte ich nämlich ohne Probleme." Oder wenn Ron Franz ihn mit Tränen in den Augen darum bittet, sich von ihm adoptieren zu lassen. Man wäre gern ein ganz klein bisschen wie McCandless, furchtlos, hoffnungsvoll, optimistisch, abenteuerlustig und dabei ungeheuer sympathisch. Penn zeigt auf, dass das Leben soviel mehr sein kann als ständig darum besorgt zu sein, dass alles geregelt ist, dass Geld reinkommt und dass alles mehr oder weniger der Norm entspricht. Einfach mal mit der ein oder anderen Konvention brechen, frei sein von Pflichten und Zwängen und etwas Spontanes tun, das möchte man nach diesem Film. B) ist das Ganze mehr als tragisch, weil McCandless nicht hätte sterben müssen. Bedauerlicherweise hat er sich nur unzureichend auf sein Leben in der Wildnis vorbereitet. Er hatte nicht genügend Informationen über die Gegend, er hatte weder Kompass noch Landkarte bei sich. Wäre er hier besser ausgerüstet gewesen, hätte er auf der Karte erkennen können, dass der nächste Ort nur 6 Meilen entfernt ist, dass der Fluss sich etwas weiter oben mit einer Seilbahn hätte überqueren lassen und dass auch der Highway nur 15 Meilen weit entfernt war. So haben ihn seine Träume letztendlich umgebracht, aber er ist mit Sicherheit einer der wenigen Menschen, die ihre Träume konsequent gelebt haben und damit für sich in seinen 24 Jahren vielleicht mehr erreicht hat, als es die meisten von uns in ihrem ganzen Leben schaffen. Der Film - dies muss ich der Vollständigkeit halber sagen - hätte auch eine halbe Stunde kürzer sein können, da in den 2œ Stunden dann eben doch das ein oder andere Mal deutlich wird, wie unnahbar Chris teilweise ist und das niemand es wirklich schafft, ganz zu ihm durchzudringen. So wirkt die ein oder andere Szene leider etwas kalt und das Defizit, diesen besonderen Menschen nicht wirklich greifen zu können, wird sichtbar. Dennoch: Ich ziehe meinen Hut vor Chris McCandless, vor seinen Visionen, seiner Menschlichkeit und seinem Optimismus. Ich verneige mich vor Sean Penn, der hier einmal mehr beweist, was für ein unglaubliches Talent er ist, sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur. Und letztendlich geht ein riesengroßes Lob an Emile Hirsch und seine fantastischen Co-Stars, die diesen Film zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Es war berührend, ihre Charaktere kennenlernen zu dürfen. "Into the Wild" geht nicht nur unter die Haut sondern auch Into the Heart. Danke dafür!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der sympatische Alexander Supertramp auf seinem Egotrip, 13. Dezember 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Als im Jahr 1992 ein junger Hiker in der Wildnis Alaskas verhungerte, war dies zunächst nichts weiter als nur eine Notiz in der Lokalpresse. Erst durch das Buch von John Krakauer "In die Wildnis" wurde Chris McCandless alias Alexander Supertramp zu einer landesweit bekannten Figur, allerdings einer ambivalenten Erscheinung, die in der Darstellung Krakauers mit einer Mischung aus Abenteuerlust und infantiler Ahnungslosigkeit in der Wildnis Alaskas zugrunde geht.
Der Schauspieler und Regisseur Sean Penn, der sich zehn Jahre lang um die Filmrechte bemühte, hat aus Krakauers Werk einen mitreißenden Film gemacht - allerdings mit einem vollkommenen veränderten Protagonisten. Im unterschied zu Krakauers differenzierter Darstellung erscheint Chris McCandless in dem vorliegenden Film wie ein wieder erstandener Jesus - wer ihn auch trifft, jeder liebt ihn, er ist bedürfnislos und bescheiden und voller Liebe zu den Menschen und der Natur. In seinen Reisestationen - West Virginia, Arizona, South Dakota, Kalifornien und schließlich Alaska - spiegeln sich die Vereinigten Staaten, ihre Menschen, ihre Weite und ihre grandiose Natur - gerade so als wolle Chris McCandless dreißig Jahre nach John Steinbecks klassischer Reise mit Charly" die tranksamerikanische Grand Tour auf eine neue Weise kreierten.
Das ist der eine, der ästhetisch ungemein ansprechende Teil des Films. Er macht Lust auf Ferne, Abenteuer und Neubeginn und all die Wunder, die die Welt für den bereithält, der sie wirklich aufsuchen will.
Sean Penns filmische Neuschöpfung der McCandless Sage aber zielt tiefer. Denn so freundlich der junge Held auch durch den Kontinent reist, so ersichtlich gefühllos verhält er sich gegenüber seinen Eltern. Die wohlsituierten McCandless erscheinen als ein gescheitertes, verlogenes Paar, das Alexander Supertramp in seinem eigenen Interesse weit hinter sich lassen und dadurch implizit auch bestrafen muss. "Du siehst aus wie ein geliebtes Kind", sagt eine Reisepartnerin einmal zu Alexander Supertramp, doch dieses geliebte Kind verschwendet keinen Gedanken an den Schmerz, den er seinen verlassenen Eltern zufügt. Kein Gedanke daran, dass es schwieriger sein kann, eine Ehe zu retten, als einen Winter in Alaska zu überstehen, behindert Alexander Supertramp auf seinem Egotrip. "Um glücklich zu werden, braucht man keine menschliche Gemeinschaft", sagt er am Ende zu einem großväterlichen Freund, ehe er auch ihn verlässt und nach Norden aufbricht.
Alaska sollte McCandless eines besseren belehren, und es gehört zu den besondern Pointen des vorliegenden Films, dass deutlicher als im Buch von Krakauer der jugendliche Weltenbummler sich am Ende, von der Natur zurechtgestutzt, wie ein kleines Kind nach Gesellschaft und Geborgenheit und sogar nach seinen Eltern sehnt. Es ist eine harte Strafe, die das Schicksal dem jungen McCandless für seinen seelischen Autismus auferlegte - elend und allein stirbt er in den Weiten Alaskas den Hungertod. In einer letzten Phantasie, die allerdings nur dem Drehbuch des Regisseurs entspringt, kehrt der verlorene Sohn in die Arme seiner glücklichen Eltern zurück.
Der Film hat mich an "Amerikanisches Idyll" von Philip Roth erinnert. Hier wie dort wenden sich geliebte Kinder von ihren Eltern ab, um einer Passion zu folgen. Hier wie dort bleiben die Eltern schuldlos schuldig zurück. Unbedingt sehenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspiration, Angst, Mitleid, Wut - EIn absolut empfehlenswerter Film, der viele Emotionen erweckt, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Into The Wild (Amazon Instant Video)
Das ist ein krass guter Film, wenn man sich darauf einlässt. Vor allem, weil es den Typen wirklich gab. Er fasziniert und inspiriert mich, aber gleichzeitig macht er einem auch Angst und manchmal hat man Mitleid mit ihm. Dann will man ihn wieder schütteln und rütteln und sagen, jajaja, du hast ja in vielem so Recht, aber auch du irrst in manchen Dingen. Weil jeder von uns manchmal irrt. Was heute richtig ist zu tun, kann morgen schon wieder falsch sein. Und am Ende stelle ich mir die Frage:"Weil bei ihm alles nach PLAN ALASKA lief, wann hat er aufgehört mit dem Herz zu entscheiden und nach Plan zu handeln?" Zitat aus dem Film: "Wenn wir zugeben, dass das menschliche Leben vom Verstand gelenkt werden kann, zerstören wir die Möglichkeit zu Leben"... AHA...! Es bleiben Fragen offen auch die nach dem happy end. Ja es gibt eins, aber keines nach Plan.

Der Film beginnt mit dem Zitat:

"Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrün,
Entzücken weilt auf unbetretner Düne,
Gesellschaft ist, wo alles menschenleer,
Musik im Wellenschlag am ewigen Meer,
Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron"

Er endet mit diesem Zitat:

"Glück ist nur echt, wenn man es teilt!"

Danke für diese Erkenntnis Christopher Johnson McCandless!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen a deep and beautiful movie, 16. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Probably one of the best movies i have seen this year. Some might call the main character dumb for burning his last money and living in the lonely wilderness of Alaska and those unfortunately will never understand the point of this movie. But for others it represents unbelievable courage to leave our "society" and and all your belongings behind to find something greater. The fact that this movie/book is based on a true story makes it even better. A must see for people who like movies that encourage thinking.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sean Penns Idee von der Person Christopher McCandless, 2. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Into the Wild (DVD)
Diesen Film habe ich eher zufällig angeschaut, die Person Christopher McCandless war mir unbekannt und daher habe ich den Film sicher anders gesehen, als wenn ich eine bestimmte Erwartungshaltung gehabt hätte. Ich bin froh, dass ich dadurch von der Geschichte überrascht werden konnte.
Der Film kann einen nicht kalt lassen. Entweder man ist empört über soviel Egozentrik und Unbekümmertheit, das wird umso eher der Fall sein, je mehr man der Meinung ist, man muss auf jeden Fall etwas aus seinem Leben machen; oder man ist fasziniert von der kompromisslosen Ich- und Sinn-Suche des Protagonisten. Wer kennt nicht den verführerischen Gedanken, alle Brücken hinter sich abzubrechen und sich neu zu erfinden, sich von allem Ballast zu befreien, an die Wurzel des Lebens zu kommen. Die meisten werden es bei dem Gedanken belassen und ihr Leben weiter leben. Christopher bricht radikal mit seiner Vorgeschichte und seinen Eltern, die er als verlogene Heuchler sieht. Er zerstört alle Nachweise seiner Identität, verschenkt sein Geld und macht sich auf die Suche. Wenn er denn ein Ziel gehabt hat, wer kann schon sagen ob er es erreicht hat. Er kommt zwar nie in Alaska an, seinem Traum, aber er hat das Leben von einer Seite kennen gelernt, wie er es nie getan hätte, wenn er seinen vorgezeichneten Karriereweg gegangen wäre. Er scheitert tragisch aber gerade sein Tod erscheint als logische Konsequenz seines Weges.

Mich hat der Film im Innersten bewegt und wird noch lange in mir nachklingen. Ein ganz außerordentlicher Film, der sich viel Zeit nimmt die Geschichte zu erzählen, phantastische Schauspieler, herausragende Filmmusik und grandiose Naturaufnahmen! Ob er einem gefällt hängt sicher davon ab ob er einen Widerhall in den eigenen Empfindungen findet, ob man sich gerne auch mit philosophischen Fragen auseinander setzt. Als bloße Unterhaltung taugt er nur bedingt.

Makaber finde ich allerdings den Hype, den die Person Christopher McCandless in Amerika ausgelöst hat. Da lassen sich ganze Heerscharen von Möchtegern-Aussteigern bei geführten Touren zum Magic Bus bringen und davor fotografieren. Sean Penn hat ihm dagegen ein Denkmal gesetzt, dass die Würde seiner Person bewahrt.
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Into the Wild
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