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68 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lyrische, melancholische Musik, 3. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Impulse Master Sessions) (Audio CD)
Wer sich für Jazz interessiert, kommt an zwei Namen nicht vorbei: "John Coltrane" und dessen 1964 erschienenes Album "Crescent". Auf dieser Platte wird nicht nur musiziert. Hier legt "Trane" zusammen mit dem Album "A Love Supreme" sein musikalisches Vermächtnis ab. Während Coltrane auf "A Love Supreme" auf dem Tenorsaxophon ein Gebet zu sprechen scheint, drängt sich dem Hörer bei "Crescent" der Eindruck auf, "Trane" weine hier, vielleicht um einen Freund, vielleicht um seinen Freund Eric Dolphy? Es gibt meiner Meinung nach kaum ein Jazzalbum, auf dem Gefühle so ehrlich, ergreifend, hautnah und melancholisch vermittelt wurden. Dieses Album ist so wie Coltrane von Freunden und Bekannten beschrieben wurde: Nachdenklich, introvertiert, schüchtern. Das Titelstück "Crescent" ist dabei noch vergleichsweise neutral. Coltrane spielt in führender Rolle, McCoy Tyner am Piano, Jimmy Garrison am Baß und Elvin Jones am Schlagzeug begleiten in bereits gewohnter bewundernswerter Einheit. Das nächste Stück "Wise One" ist mein Favorit auf "Crescent". Kann man sich der Magie des Anfangs entziehen? Mit wieviel Gefühl spielt Coltrane! In meiner ganzen Jazzplattensammlung gibt es kein Stück, das mit solcher lyrischen Intensität und solcher Ehrlichkeit gespielt wird. Und dann die Übernahme des Stücks durch McCoy Tyner, der sein Solo gerade auf den Wiedereintritt von "Trane" zuspitzt. Wie er in das Stück zurückkehrt muß man gehört haben, um es zu glauben. Hier wird einer der größten Saxophonisten unsterblich! "Bessie's Blues" ist kurz, flott und leicht und ist wohl als Zwischenspiel für den zweiten Höhepunkt der Platte, "Lonnie's Lament" gedacht. Das längste Stück des Albums ist eine melancholische Ballade. Weint hier Coltrane durch das Saxophon? Vor allem in diesem Stück zeigen Tyner, Garrison und Jones, daß ihre Beiträge mit der Musik von Coltrane zu einer Einheit verschmolzen sind. Insbesondere Garrison kann hier sein Können präsentieren. "The Drum Thing" schließlich läßt Elvin Jones Raum für ein Solo, das zwar nur so vor Energie sprüht, dennoch aber immer die Musik Coltranes atmet. Zusammengefaßt halte ich das Album für eines der wichtigsten Beiträge in der Jazzgeschichte. Musik, die unvergänglich ist, die berührt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lyrisch, besinnlich und wehmütig ..., 27. Januar 2008
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Crescent - Remastered (Audio CD)
Dieses Album erschien Ende 1964 und markiert einen Wendepunkt im Schaffen des John Coltrane Quartett. Die Tracks wurden während des Jahres 1964 in Konzerten erprobt und schliesslich im Studio in zwei ausgefeilten Aufnahmeterminen eingespielt. "Crescent" unterscheidet sich von Coltrane's Alben der vorherigen Zeit deutlich:

- Die entfesselte kraftvolle Atmosphäre von "Giant Steps" und "Favourite Things" weicht einer ruhigen und melancholischen Grundstimmung. Die Ur-Notizen des Materials waren übrigens Gedichte, die John Coltrane um jene Zeit gerne schrieb, z.B. an seine Frau Alice. Und das Album hat mehr als die vorherigen eine geschlossenen Aussage und spirituelle Anklänge.

- Die ebenfalls ruhige LP Ballads war 1962 ein Auftragswerk, das auf Initiative der Plattenfirma gemacht wurde. Mit kurzen Saxophon-Versionen bekannter Fremdkompositionen aus Musical, Jazz und Schlager. Im Gegensatz zu Ballads bietet "Crescent" ausschliesslich Eigenkompositionen, die meist ca. 10 Minuten lang sind, die auf Drängen der Musiker selbst aufgenommen wurden.

- Daß John Coltrane sich mit spirituellen und religiösen Themen beschäftigte merkt der Hörer erstmals auf Crescent. Wenn diese Aussage auch noch nicht so forciert wurde wie auf der (extrem erfolgreichen) Nachfolge-LP "A Love Supreme". Einige Hörer halten Crescent gar für den Schaffens-Höhepunkt von John Coltrane, obwohl dieser Preis meist an "A Love Supreme" geht.

- "Crescent" kann man auch Leuten vorspielen, die keine Jazz-Fans sind. Die ideale Musik für eine elegante stilvolle Bar um 2 Uhr nachts. Musik, die niemanden vergraulen kann.
Anm.: Das krasse Gegenteil ist Coltrane's Free-Jazz Phase ab "Ascension", was als Raus-Schmeisser-Musik so ideal wirkt wie der Barde Troubardix (little joke - forgive the pun, hihihi).

Die Songs in der Reihenfolge des Gefallens:

-- "Wise One" wird von einem sehr schönen Klaviermotiv eingeleitet, dem eine ruhige und ansprechende Tenorsaxophon-Melodie folgt. In einer Weise, die "In a Sentimental Mood" mit Duke Ellington das Wasser reichen kann. Die breiten Piano-Ebenen, die McCoy Tyner ausbreitet, erinnern zeitweise an südliche Folklore. Trane's Spiel selbst hier ist eher bluesig.

-- "Lonnie's Lament": In eine wehmütige Saxophon-Melodie von Trane setzt der Pianist auch hier sogleich Akzente, die den Hörer augenblicklich für das Stück einnehmen. Anschliessend folgt ein etwas "freieres" langes Pianosolo, daß aber die Atmosphäre aufrechterhält. Jimmy Garrison liefert von der Minute 6 bis 10 ein gitarrenähnliches Bass-Solo. In der Minute 11 und 12 wird auf schöne Weise das Motiv vom Anfang noch mal aufgenommen.

"The Drum Thing" - Auch der donnernde Schlagzeuger Elvin Jones hält sich hier mal an den verhaltenen und ruhigen Gesamteindruck. Coltrane spielt meditative Phrasen auf dem Sopran-Saxophon und Elvin Jones trommelt dazu leise Bassdrum-artige Polyrhytmen. Lediglich im Mittelteil spielt er ein etwas temperamentvolleres Drum-Solo, wo auch seine typische Becken-Technik zu hören ist. Am Ende wiederholt sich noch mal das ruhige Motiv des Beginns.

"Crescent" - der zeitlich erste Track. Crescent beginnt mit einem langen hymnischen Saxophon-Motiv, ähnlich wie "A Love Supreme" 1 Jahr später. Allerdings passt der flottere Mittelteil nicht so recht in die Gesamt-Atmosphäre. Erst in den letzten beiden Minuten wird das Stück wieder etwas ruhiger. Ich hätte eher "Wise One" oder "Lonnie's Lament" als Opener der Scheibe ausgewählt. Keine gute Wahl, obwohl der Track seine Stärken hat.

"Bessie's Blues" passt nicht so recht zu den anderen Songs. Ein ziemlich flotter "Rhytm and Blues", auf dem ebenso schnelle Piano- und Saxophon-Soli aufbauen. Nicht schlecht, aber "Bessie's Blues" hätte besser auf eine andere Platte gepasst. Mit dreieinhalb Minuten recht kurz.

Leider ist der Track "Song of Praise" während den Aufnahmesessions verlorengegangen, leider kein Bonus auf dieser CD.

Doch ich gebe 5 Sterne für dieses Werk ! Ich kann "Crescent" wirklich jedermann empfehlen, der auf melancholische Musik steht, man muss nicht mal Jazz-Liebhaber sein. Die CD bietet auf mehr als 80 % ihrer Zeit diesen ruhigen Charakter. Persönlich stelle ich "Crescent" noch über "A Love Supreme". Geschmackssache.

Wem der ruhige John Coltrane gefällt ... der sollte sich auch
"Ballads", "The John Coltrane Quartett Plays", "John Coltrane and Johnny Hartmann", "Duke Ellington & Coltrane", "Bags and Trane", "Coltrane plays the Blues" und "Lush Life" anschaffen.
Sowie "Kind of Blue", "Cookin'" und "Relaxin'" in seiner Zusammenarbeit mit Miles Davis.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholische Seufzer unter mondbeglänztem Sternenhimmel, 12. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Audio CD)
Es gab eine Phase, so etwa Anfang bis Mitte der 60er Jahre, in der John Coltrane das Sopransaxophon bevorzugte. Auf den ersten Blick mag das für einen ausgereiften Tenorsaxophonisten, wie er es zu diesem Zeitpunkt gewesen ist, verwunderlich erscheinen, hat das Sopransaxophon doch ein weitaus geringeres Klangspektrum als sein tieferes Pendant. Zunächst lag dies in der Improvisationsmethode begründet, die Coltrane zu Beginn der 60er Jahre von den Sheets Of Sound (schnell gespielte Tonfolgen, die den Eindruck einer zusammenhängenden Klangfläche suggerieren) auf das modale Spiel umstellte. Doch es gab noch einen weiteren gewichtigen Grund für diesen seltsamen Wechsel. Denn Coltrane erfuhr dasselbe Schicksal, das auch andere Saxophonisten wie Sonny Rollins oder Pharoah Sanders erlitten: Er bekam Probleme mit seinem Mundstück, was eigentlich nicht ungewöhnlich ist, denn den optimalen individuellen Klang auf dem Tenorsaxophon zu finden, ist gar nicht so einfach. Man versucht sich ihm in Form eines ständigen Experimentierens so nah wie möglich anzunähern. Dazu benötigt es jedoch eine ideale Kombination aus der eigenen Spieltechnik, dem Mundstück, dem Blatt und dem Instrument. Coltrane veränderte nun solange sein Mundstück, bis es schließlich völlig unbrauchbar wurde und getauscht werden musste. Trotz einiger Spezialanfertigungen ließ ein passender Ersatz, der den typisch schneidenden Coltrane-Klang in seiner ganzen Reinheit aus dem Tenorsaxophon zauberte, lange auf sich warten. Wie sich Coltranes Sound (unabhängig von der Musik) durch das Mundstück veränderte, lässt sich anhand von drei Einspielungen wunderbar nachvollziehen. Auf "Giant Steps" (1959) besitzt Coltrane noch seinen grellen, scharfen und eindringlichen Ton im oberen Register. Der Nachteil ist, dass der Klang im tieferen Register dagegen etwas gepresst wirkt und nur ein reduziertes Volumen erreicht, weshalb das tiefe Register bei Coltrane in seiner Frühphase auch selten zur Anwendung kam. Auf "Ballads" (1962) verwendet Coltrane dann ein verändertes Mundstück, das seinen Sound weiter perfektionieren sollte, aber nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Erst auf "Crescent" (1964) fand Coltrane zu seinem einzigartigen Klang auf dem Tenorsaxophon zurück, mit dem einen Unterschied, dass er nun auch auf ein größeres Volumen im tieferen Register zurückgreifen konnte, was wiederum mit seiner auf dem Sopransaxophon entwickelten Sprache zu tun hatte, deren Ausdrucksmöglichkeiten er auf das Tenorsaxophon übertrug, auf das sich Coltrane in den letzten drei Jahren vor seinem Tod wieder voll konzentrieren sollte.

Auf "Crescent" kommen noch einmal beide Instrumente zum Einsatz. Der Sound der Band fällt auf dieser Aufnahme sehr kompakt und in sich geschlossen aus, deutet aber dennoch bereits in einigen Momenten die universelle Offenheit aus Coltranes Spätwerk an. Alle Titel sind Eigenkompositionen, die Coltrane als versierten Stückeschreiber porträtieren und durch einen dunklen Grundton gezeichnet sind, der das Album zu einer der nachdenklichsten und melancholischsten Einspielungen seines legendären Quartetts macht. Das Titelstück wird zunächst mit einem sehr elegischen Solo von Coltrane eingeleitet, ehe die Rhythmusgruppe das Tempo anzieht und der Meister seine eruptiven Phrasen abfeuert, die fast wie Glissandi klingen, ohne das es wirklich welche sind, womit er einen extravaganten Vorgeschmack auf das gibt, was kurze Zeit später auf "A Love Surpreme" in Vollendung folgen sollte. Unüberhörbar sind Coltranes Tonumfang und seine Klangfarben nun in einem breiteren Spektrum aufgefächert, was seinen Improvisationen auch eine größere Freiheit gibt. Eine äußerst originelle Wendung hält anschließend das seelenvolle "Wise One" parat. Denn nach einer schwermütigen, traurigen Eröffnung verdichtet das Stück immer mehr seine Intensität und wechselt in der mittleren Sektion urplötzlich die Stimmung, weil McCoy Tyner am Piano den feurigen Zauber eines infektiösen Samba-Grooves entfacht, der uns mit seinem betörenden Esprit in die exotischen Gefilde lateinamerikanischer Folklore entführt, über die Coltrane schließlich traumwandlerisch mit seiner sentimentalen Eingangsmelodie hinwegschwebt. Atmosphärische Großstadthektik stellt sich auf dem vital pulsierenden "Bessie's Blues" ein, wo Coltrane eine seiner prägnanten kraftvollen Improvisationen auf einem tanzbaren Rhythm N' Blues-Riff aufbaut. Mit einem butterweich hingehauchten lyrischen Blues-Ton lässt er dann das kontemplative "Lonnie's Lament" träge durch den Raum mäandern, ehe er sich ganz dezent zurückzieht und das Terrain seinen kongenialen Mitstreitern anvertraut. Spektakulär fällt hier das Solo von Jimmy Garrison aus, der sich normalerweise vehement mit seiner rhythmischen Dichte gegen das intensive Powerplay von Jones und Coltrane stemmt. Doch bei dieser Improvisation erklingt seine virtuose Bassstimme dermaßen expressiv, als würde er eine ganz normale Gitarre spielen und man höre nur, mit welch einer opulenten Fantasie und spielerischen Leichtigkeit er seine Melodielinien und die kleinen, aber fein gesetzten Rhythmusverschiebungen zelebriert. Eine wirklich großartige Performance! Geschlossen wird das Album mit dem brachialen "Drum Thing". Interessant ist hier die Eröffnung, in der Coltrane mit einem kantabel phrasierten Solo das hypnotische Bild einer nervös brodelnden morgenländischen Szenerie nachzeichnet, während Elvin Jones an den Drums im Hintergrund bereits ungeduldig mit den Hufen scharrt, um dann mit einer berstenden Improvisation dem Stück seinen unvergleichlichen Stempel aufzudrücken. Faszinierend ist dabei die präzise Wucht, mit der immer neue rhythmische Muster von Jones miteinander verwoben und kaskadenartig aufgetürmt werden, ehe Coltrane schließlich das Lasso auswirft, ihn mit dem Ausgangsmotiv wieder einfängt und in das Korsett der Rhythmusgruppe zurückintegriert. Das imposante Finale einer phänomenalen Platte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine meiner allerliebsten Jazz-Platten, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Audio CD)
Streckenweise zurückgenommen, fast düster klingt dieses Coltrane-Album - und das erstaunt vielleicht umso mehr, wenn man weiß, daß Coltrane sich in den Jahren davor vor allem mit freiem Spiel beschäftigt hatte. Hier gibt's also post-boppige modale Improvisationen, aber was viel wichtiger ist: Es gibt ein Maximum an Ausdruck, Schönheit und Reife, die allerdings keinesfalls mit abgeklärter Leidenschaftsarmut verwechselt werden sollte. Insbesondere das letzte Stück des Albums, "The Drum Thing", (um das Pferd mal von hinten aufzuzäumen) ist eins der aufwühlendsten, in der Folge aber auch hypnotischsten Jazz-Stücke, die ich je gehört habe. Man ahnt ja schon, daß Elvin Jones hier Gelegenheit bekommen wird, mal richtig loszutrommeln, und sein Solo ist die musikgewordene Entsprechung zu einem konzentrierten Gewitter. Beinah pastorale, wunderschöne Improvisationen von Bassist Jimmy Garrison und Coltrane rahmen diesen Ausbruch ein: Ruhe vor dem Sturm, STURM, Ruhe nach dem Sturm und ein Gefühl des inneren Gereinigtseins. Auch wenn "A Love Supreme" erst das nächste Album war, seine himmelstürmenden spirituellen Qualitäten sind auf "Crescent" schön hörbar.
Nicht nur auf "Drum Thing" tritt der Chef zur Seite, um seinen Musikern ausgiebige Soli zu ermöglichen. In "Lonnie's Lament" spielt er wiederum nur Intro- und Outro-Themen. Dafür kommt McCoy Tyners wunderbar virtuoses, gleichzeitig vollkommen unangestrengtes Pianospiel richtig groß raus, um dann aber zügig in einen fesselnden Baßmonolog von Jimmy Garrison überzugehen. Man könnte ihm stundenlang zuhören. Ich liebe Baßsoli im Jazz: Wenn alle anderen still werden müssen und das perkussive, knarzende, manchmal "Pnong!" machende Gemurmel eines Kontrabasses den Raum füllt, dann klingt das manchmal mehr nach einer geheimnisvollen Sprache, deren Worte man nicht kennt, die man aber trotzdem intuitiv versteht, als wenn die klassischen Melodie-Instrumente ihre verschlungenen Bahnen ziehen.
Trotzdem ist natürlich Coltranes Spiel in den opening sequences des Titelstücks (und auch danach) ein Ausbund an Charisma und Macht. Diese ca. anderthalb Minuten, deren drängender, fanfarenhafter Gestus am Ende zurückkehrt, sind die deutlichste Vorwegnahme der stürmischen Gebete auf "Love Supreme", das im Folgejahr, also 1965, erschien. Es mag das bekannteste Coltrane-Album sein, und wer bin ich, das in Frage zu stellen? Dennoch ist das subtilere, introvertiertere "Crescent" bei mir mit den Jahren immer mehr gewachsen und längst eine meiner allerliebsten Jazz-Platten. Und es wächst immer noch!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Saxophon Elegien, 18. September 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Audio CD)
Auf dieser CD wird intim und intensiv musiziert. John Coltranes Saxophon spannt in den Stücken weite Klanglandschaften voller Weltschmerz auf. In der Art nicht ganz unähnlich den Originals: Ballads - Crescent ist jedoch intensiver, weniger glatt und hat in den Kompositionen mehr Tiefgang. Die Stücke sind bei aller Finesse dennoch recht eingängig und erschließen sich schnell.

Der Klang der CD ist gut. Der Saxophon-Ton ist sauber und voll; Bass, Schlagzeug und Klavier sind etwas im Hintergrund und überlassen Coltrane die Bühne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die best Coltrane CD!, 8. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Audio CD)
^Habe zu Hause ca. 50 Coltrance CDs, aber am liebsten höre ich Crescent. Wise One ist mein Lieblingsstück, aber Soul Eyes und the drum Thing ebenfalls eine Sensation. Dazu ist die Klangqualität in der remastered version excellent.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartig, aber ..., 12. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Crescent (Audio CD)
Den sehr ausführlichen, positiven Rezensionen auf dieser Seite kann ich mich nur anschließen, zumindest was den musikalischen Aspekt der Einspieleung betrifft. Leider wird der Hörgenuss für mich durch den übermäßig stark abgemischten Bass auf der zuletzt veröffentlichten CD (The Originals) getrübt. Ältere Masterings, z.B. aus Japan in den späten 80iger Jahren, klingen wesentlich ausgewogener. Vorsicht beim Kauf ist also geboten (es sei denn man kann den Bass an seinen Geräten zurückregeln). Schade drum!
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Crescent
Crescent von John Coltrane (Audio CD - 2008)
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