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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film-Noir-Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Die Inhaltsangaben von Video Jakob und VideoMarkt haben nichts mit dem Film zu tun.

Aus dem Klappentext:
Der junge Steve (Burt Lancaster), ein einfacher Wachmann für Geldtransporte, hat die Scheidung von Anna (Yvonne De Carlo) nicht verwunden. Nur ihretwegen kehrt er nach Los Angeles zurück. Hier genießt Anna inzwischen ein Luxusleben an...
Veröffentlicht am 13. Juni 2008 von Fortunato Lucchresi

versus
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3.0 von 5 Sternen Solider Film Noir.
Geldtransporterfahrer Steve möchte mit seiner großen Liebe Anna zusammen sein die aber nach Jahren der Trennung mit dem Gangster Slim liiert ist.
Er fasst einen Plan in dem auch Slim involviert ist und doch das ganze ist ein Spiel mit doppeltem Boden.
Steve's Freund, der Cop Pete Ramirez, erkennt die gefährliche Situation und will ihm helfen im...
Vor 14 Monaten von Frank Linden veröffentlicht


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film-Noir-Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte!, 13. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Die Inhaltsangaben von Video Jakob und VideoMarkt haben nichts mit dem Film zu tun.

Aus dem Klappentext:
Der junge Steve (Burt Lancaster), ein einfacher Wachmann für Geldtransporte, hat die Scheidung von Anna (Yvonne De Carlo) nicht verwunden. Nur ihretwegen kehrt er nach Los Angeles zurück. Hier genießt Anna inzwischen ein Luxusleben an der Seite des Ganovenkönigs Slim Dundee. Als Slim klar wird, dass Steve alles tun würde, um Anna zurückzugewinnen, überredet er ihn zu einem Raubüberfall auf den eigenen Geldtransporter.

Der Film ist nicht wie angegeben von 1953, sondern von 1949.

"Gewagtes Alibi" (Criss Cross lautet der Originaltitel) ist ein stimmiger, atmosphärischer Film Noir in s/w. Wie es sich gehört, schlittern die Protagonisten, bei dem Versuch sich ein Stück vom großen Kuchen abzuschneiden, immer tiefer ins Verderben. Die Rollen sind durchweg mit fähigen Schauspielern besetzt und Kamera und Regie tun ihr übriges dieses düstere Meisterwerk abzurunden. Kameramann Franz Planer (ebenso deutscher Flüchtling wie Regisseur Siodmak) gewinnt der Überfallsequenz überraschende Perspektiven ab und weiß über die ganze Strecke zu fesseln. "Gewagtes Alibi" muss sich gewiss vor großen Vorbildern wie Wilders "Frau ohne Gewissen" (Double Indemnity) oder "Goldenes Gift" (Out of the Past) nicht verstecken. Der Film wird getragen von Elementen des Gangsterkinos sowie der dramatischen und fatalen Liebesbeziehung der Hauptdarsteller. Ein Höhepunkt des Film Noir und für Fans des Genres und alle, die klassisches Kino lieben, ein Muss.

Das gewählte Cover finde ich nicht sehr ansprechend und es hätte mich nicht zum Film greifen lassen, wenn mir der Titel nicht etwas gesagt hätte. Der Film ist im korrekten 4:3-Format wiedergegeben. Mir sind keine Bildfehler aufgefallen und was Kontrast und Details anbelangt so lässt das Bild nichts zu wünschen übrig. Ich habe mir "Gewagtes Alibi" mit englischem Ton angesehen, der kraftvoll und gut verständlich rüberkommt (in Anbetracht des Alters mit leichtem Rauschen, welches mich kein bisschen störte). Ebenso ist natürlich eine deutsche Tonspur vorhanden und zuschaltbare dt. und engl. Untertitel.

Die Extras sind nicht der Rede wert, aber insgesamt hat uns Carol Media eine überzeugende Veröffentlichung eines mitreißenden Film Noirs beschert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Criss, 13. Dezember 2010
Von 
J. Lovins "Mr. Jim" (Missouri-USA) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Criss Cross [FR Import] (DVD)
Universal Studios presents "CRISS CROSS (Universal Noir Collection)" (1949) (88 min/B&W) (Fully Restored/Dolby Digitally Remastered) -- Steve Thompson (Lancaster) returns to Los Angeles after an extended absence --- He is a complete sap who chooses to blame his life's problems on fate (like many films noir, fate plays a strong role in this one, but Lancaster's character confuses his own inability to make a single good decision as the hand of fate, when he's really just a chump.) --- He immediately goes after his ex-wife Anna (De Carlo), not really because he wants her back, but because he doesn't want her to date Slim Dundee, the crook played by Dan Duryea ---- When he and De Carlo are caught together by Duryea, he explains that he was pitching a robbery to her, and he wants Duryea to help out --- They are going to rob the armored car company that Lancaster managed to get a job at (this is before criminal background checks) --- Duryea goes along with it, as does De Carlo, but we all know that things aren't going to work out for our hero --- A bleak but compelling film noir.

The film music gives us shades of a love story by composer Miklós Rózsa that could never be, but we knew that before the ending credits started rolling - after all, this is film noir.

Under the production staff of:
Robert Siodmak [Director]
Don Tracy [Novel]
Daniel Fuchs [Screenwriter]
William Bowers [Screenwriter]
Michael Kraike [Producer]
Miklós Rózsa [Original Film Score]
Frank Planer [Cinematographer]
Ted J. Kent [Film Editor]

BIOS:
1. Robert Siodmak [Director]
Date of Birth: 8 August 1900 - Dresden, Saxony, Germany
Date of Death: 10 March 1973 - Locarno, Ticino, Switzerland

2. Burt Lancaster (aka: Burton Stephen Lancaster)
Date of Birth: 2 November 1913 - New York City, New York
Date of Death: 20 October 1994 - Century City, California

3. Yvonne De Carlo (aka: Margaret Yvonne Middleton)
Date of Birth: 1 September 1922 - Vancouver, British Columbia, Canada
Date of Death: 8 January 2007 - Woodland Hills, California

4. Dan Duryea
Date of Birth: 23 January 1907 - White Plains, New York
Date of Death: 7 June 1968 - Hollywood, California

the cast includes:
Burt Lancaster ... [Steve Thompson]
Yvonne De Carlo ... [Anna]
Dan Duryea ... [Slim Dundee]
Stephen McNally ... [Pete Ramirez]

Mr. Jim's Ratings:
Quality of Picture & Sound: 4 Stars
Performance: 5 Stars
Story & Screenplay: 4 Stars
Overall: 4 Stars [Original Music, Cinematography & Film Editing]

Total Time: 88 min on DVD ~ Universal Studios ~ (07/06/2004)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Film Noir von Robert Siodmak, 16. Januar 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Mit einer der düstersten Film Noir Regisseure war der in Dresden geborene und 1933 nach Frankreich und kurz nach dem Kriegsausbruch nach Amerika emigrierte Robert Siodmak, wo er dort in den 40ern mit mehreren Filmen in diesem Genre brillieren konnte. "The Killers - Rächer der Unterwelt" ist wohl seine beste Arbeit in dieser Dekade - ja sogar einer der besten Filme aller Zeiten. In dem 2 Jahre später entstandenen "Criss Cross" (so der Originaltitel von Gewagtes Alibi)lieferte er eine weitere brilliante Arbeit ab.
Siodmak fühlte sich sichtlich wohl in diesem Filmgenre, wie "Die Wendeltreppe", "Der schwarze Spiegel" oder auch "Schreie der Großstadt" beweisen.
Der Begriff "schwarze Serie" ist in dieser dunklen Atmosphäre von "Gewagtes Alibi" wörtlich zu verstehen. Positive Gefühle und Werte wie Liebe, Begehren und Freundschaft sind zum Scheitern verurteilt. Moglich sogar, dass durch ein "Gewagtes Alibi" eine überraschende Wende ins Verderben eingeleitet wird.
Basierend auf der Romanvorlage von Don Tracey, beginnt Siodmak mit der Vorstellung der drei Hauptfiguren. Eine schicksalhafte Konstellation, weil alle Motive des Handelns unterschiedlich sind. Steve (Burt Lancaster), ein einfacher Wachmann für Geldtransporte hat eine heimliche Liason mit einer ambivalenten femme fatale Anna (Ivonne de Carlo), die mit Gangster Slim (Dan Duryea) verheiratet ist. Alle drei sind verbunden durch einen bevorstehenden Coup, bei dem der Zuschauer aber erst durch die raffiniert konstruierte fast eine Stunde dauernde Rückblende immer mehr erfährt - die Rückblende offenbart noch nicht alle Geheimnisse und die Figuren bleiben undurchsichtig.
Steves Voice Over erzählt seine frühere Geschichte mit Anna, ganz langsam wird der Ablauf von Situationen klar und plötzlich schwenkt der Film wieder in die Gegenwart und steuert zielgerichtet und logisch konsequent in ein pechschwarzes Finale. Steve ist ein Besessener der Liebe, er ist der kontrollierten Anna hoffnungslos verfallen. Vielleicht sogar langsam aber sicher zur Marionette, was letztendlich Misstrauen und Eifersucht mit ins Spiel bringt. Dabei haben ihn seine Familie und seine Freunde gewarnt "Sie ist ein schlechtes Mädchen"...aber kann Liebe irren ?
Die genialste Einzelszene ist vielleicht die raffiniert konstruierte, fotografierte und eindringliche, mit Paranoia durchzogenen Krankenhausszene, die später etwas abgewandelt in "Der Pate" wieder auftaucht.
Hier zeigt sich wahrhaft die Klasse Siodmaks, der ein Gespür für beklemmende Bilder hatte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Double-Cross, 22. Dezember 2012
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Als der junge Steve Thompson (Burt Lancaster) nach dem Zweiten Weltkrieg nach Los Angeles zurückkehrt, redet er sich ein, daß dies natürlich nichts mit seiner Ex-Frau Anna (Yvonne De Carlo) zu tun hat, die er damals zurückließ. Allerdings ist er schon am ersten Abend so unruhig, daß ihn nichts mehr bei seiner Familie hält und es ihn in den Nachtclub zieht, in dem er sich früher immer mit Anna aufgehalten hat. Zwar trifft er sie dort auch wieder, doch muß er feststellen, daß sie nun mit dem Gangsterboss Slim Dundee (Dan Duryea) liiert ist. Doch selbst nach Annas Heirat mit Slim, der sich als ein brutaler Tyrann entpuppt – welche Überraschung! –, können Steve und Anna nicht voneinander lassen. Um Slims Verdacht von ihrer Affäre zu lenken, schlägt Steve vor, bei einem Überfall auf einen Geldtransport – er ist inzwischen wieder als Fahrer in der Firma beschäftigt, die für die Transporte zuständig ist. Slim willigt in den Vorschlag ein, und Anna und Steve träumen schon vom großen Glück als reiches Pärchen. Allerdings geht einiges schief, und da Anna schon zu ihrem geheimen Treffpunkt gefahren ist, hat der beim Überfall verletzte Steve nun einen vor Eifersucht kochenden Schwerverbrecher und dessen bezahlte Handlager auf den Fersen.

Robert Siodmaks „Criss Cross“ (1949) ist ein Film noir, wie er im Buche steht. Von der verschachtelten Erzählperspektive ist über raffinierte visuelle Effekte und Mises-en-scène bis hin zu einer Femme fatale, einem Mann, der sich nur allzu gern verführen läßt, und einem tragischen Ende einfach alles dabei, was dem Liebhaber der Dunklen Serie das Herz höher schlagen lassen dürfte. Von einigen Ausnahmen abgesehen – zu denen ganz gewiß nicht die langweiligen „Ocean’s Eleven Until Thirteen“-Gähnopern, sondern eher Klassiker wie „Rififi“ (1955) gehören –, bin ich kein großer Fan des Heist-Movies, aber in „Criss Cross“ liegt das Hauptaugenmerk nicht so sehr auf der Vorbereitung und Durchführung des Coups, sondern vielmehr auf der unheilvollen Ménage à trois, die für keinen der Beteiligten glücklich endet. Während Dan Duryea einmal mehr mit Bravour den ins Psychotische abgleitenden Schurken verkörpert und Burt Lancaster, wieder mit dem Regisseur arbeitend, bei dem seine Karriere drei Jahre zuvor begonnen hatte, bereits sehr überzeugend spielt, ist es doch hier auch Yvonne De Carlo, die im Gedächtnis bleibt. Hierzu trägt nicht nur ihr direkter Blick in die Kamera bei, der eigentlich nicht uns, sondern ihrem Ex-Mann gilt, und der uns allerdings so sehr anspricht, weil Siodmak hier eigentlich mit den üblichen Regeln der Kunst bricht, darf eine Filmfigur doch allenfalls in die Kamera schießen, aber nie in sie gucken; insofern ist De Carlos Blick ein lautes Baaang! Auch einige Filmminuten später weiß die Schauspielerin zu überzeugen, nämlich diesmal als eine sinnlich-leidenschaftliche Tänzerin in der Nachtclubszene, in der die Gäste der Bar zu aufpeitschender Musik das Tanzbein schwingen und die Kamera – Steves Blick imitierend, diesen jedoch an intimer Nähe übertrumpfend – immer wieder auf De Carlos Gesicht ruht, auf dem sich animalische Gier abzeichnet. Und dennoch ist die von ihr gespielte Anna nicht nur eine kalt berechnende, gierige Femme fatale, sondern kann auch – tragischerweise vornehmlich im Lichte ihrer gegenwärtigen und vergangenen Streitereien mit Steve – anrührend menschlich erscheinen.

Zwar vermag „Criss Cross“ nicht immer, sein Tempo und seine Spannung zu halten – insbesondere im Verlaufe der Rückblende, die uns davon erzählt, warum sich die einander so hassenden Männer Steve und Slim überhaupt auf ein gemeinsames Verbrechen eingelassen haben, wird manchmal ein wenig zu lange über Menschliches, Allzumenschliches geredet –, doch wartet der Film mit sehr beeindruckenden Szenen auf. Meine liebste Stelle ist hier die, in der Steve, aufgrund eingegipster Gliedmaßen zur Hilflosigkeit verdammt, im Krankenhausbett liegt und von seinem Freund davor gewarnt wird, Slim werde ihm wahrscheinlich ans Leder wollen. Die Kamera richtet sich, aus Steves Blickwinkel, auf das Oberlicht der Zimmertür, auf deren anderen Seite eine unbestimmte Bedrohung zu lauern scheint. Dank eines Spiegels kann Steve schließlich, als die Schwester gekommen ist, durch die offene Tür in den Gang sehen und erblickt dort die Beine eines Fremden, der – so die Schwester – darauf wartet, seine Frau besuchen zu dürfen. Beunruhigt durch seine Furcht, bittet Steve dann den Fremden durch die Schwester, deren Feierabend kurz bevorsteht, auf sein Zimmer, und es entspinnt sich eines jener unbequemen Gespräche, deren Ende man als Teilnehmender gleichzeitig herbeisehnt, aber auch fürchtet.

„Criss Cross“ ist, alles in allem, ein unbedingt sehenswerter Film noir, der vor allem mit seinem Ende ein bleibendes Bild vor dem geistigen Auge des Zuschauers hinterlassen dürfte.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie raubt den Verstand, er raubt das Geld, 17. Dezember 2009
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Das Problem beim klassischen "big caper movie" (Krimi-Subgenre rund um den "großen Coup") ist selten eines zwischen gut und böse. Sondern zwischen böse und böse. So ist das auch im vorliegenden Film: Beim Überfall auf einen Geldtransporter müssen zwei Männer (Burt Lancaster, Dan Duryea) zusammenarbeiten, die sich - vorsichtig gesagt - nicht besonders gut leiden können. Und wenn das big caper movie gleichzeitig ein film noir ist, liegt diese Antipathie an einer Frau. Von Yvonne de Carlo wird sie gespielt, und das gar nicht schlecht! Ihr Part ist derjenige, der diesen Film für mich besser macht als den wesentlich berühmteren "Rächer der Unterwelt", ebenfalls vom Noir-Regisseur Robert Siodmak, ebenfalls mit Lancaster in der Hauptrolle, ebenfalls nicht linear erzählt, ebenfalls ein abgründiges Geflecht aus Schuld, Hörigkeit, Verzweiflung und Abstieg in die Kriminalität zeigend. Während jedoch bei "Rächer..." die femme fatale (dort Ava Gardner) derart bruchstückhaft in Erscheinung tritt, dass sie nichts als seelenlose männliche Projektion ist, ist die de Carlo präsenter, ambivalenter, auch nicht ganz frei von Klischees, aber ein Mensch. Und das macht es interessanter. "Gewagtes Alibi" hat eine nicht ganz so puzzle-artige Rückblendenstruktur, nimmt sich aber mehr Raum und Zeit, um die gefühlsmäßigen Abhängigkeiten unserer drei Hauptdarsteller zu entfalten. Wir wissen sofort, dass wir Ava Gardner nicht trauen können, bei de Carlo sind wir zumindest eine Weile nicht ganz sicher. Burt Lancasters Reaktionen werden - anders als beim "Rächer" - ein bißchen kontinuierlicher gezeigt, es sind keine übersteigerten, sondern sich allmählich steigernde Hörigkeitsgefühle, und dadurch erlebbarer. Die im film noir so gern verwendete Off-Stimme unterstützt dies - der Lancaster weiß ganz genau, dass diese Frau ihn mutmaßlich ins Verderben stürzen wird, aber loskommen kann er von ihr nicht. Gezeigt wird dies in wunderbar beobachteten Alltagssituationen wie dem "rein zufälligen" Aufsuchen von Orten, an denen SIE immer war, natürlich ohne sie treffen zu wollen (wer's glaubt, wird selig, und das Alptraumhafteste an diesem Banal-Alltäglichen Gehabe ist, dass man genau spürt: der Lancaster glaubt es im Grunde selbst nicht, was er sich da vormacht).

Aus etwas eher Unspektakulärem, gut Nachvollziehbaren wird natürlich etwas Existenz- und Lebensbedrohliches, die Drehung der Schraube verlangt ihren Tribut, und nicht plötzlich, aber peu à peu ist der Lancaster soweit, dass er bereit ist, für seine Flamme einen Raub zu begehen. Regisseur Siodmak beginnt mit der unmittelbaren Ausführung des Plans, bricht aber vor der eigentlichen Tat ab und zeigt, wie es dazu kommen konnte. Das ist ein bißchen gemein, wo es gerade so spannend geworden war, fügt sich aber schließlich doch zu einer stimmigen Einheit und verdeutlicht die komplexen Motive und psychischen Abhängigkeiten der Hauptpersonen. Nach gut der Hälfte hört die Rückblende auf und beginnt der eigentliche Raub. Wie zu erwarten, ist das Danach besonders interessant und führt zu einigen Szenen von extremer Spannung und morbider Perversität gerade am hier nicht preiszugebenden Ende. Soweit also ein gelungener film noir.

Die Qualität der DVD ist herausragend, und das ist schön, denn stilistisch ist Siodmak meisterhaft wie immer, ähnlich wie in "Rächer der Unterwelt". Das Schwarz ist "something darker than night" (Barbara Steinbauer-Grötsch, "Film noir und Filmexil"), die Decken sind niedriger, die Schatten dunkler und länger, die Bars schummriger als bei der Konkurrenz. Hier sind mir noch ein paar mehr Schmankerl aufgefallen als beim "Rächer". So gibt es eine Fülle von Orten, die symbolisch für Stimmungen und Zustandsbeschreibungen stehen: Zu Beginn überfliegen wir die schicke Skyline von L.A., aber das ist nur Fassade - die Kamera gleitet fast ohne Schnitt auf den wenig schmucken Parkplatz der Geldtransporter. Erotische Schwüle und unübersichtliches Chaos sehen wir in einer Tanzbar, in der zu flotter Rumba eine kesse Sohle auf das ziemlich volle Parkett gelegt wird (übrigens ist kurz Tony Curtis als Tanzpartner von der de Carlo zu sehen). Die Innenräume, in denen das Geld verladen wird, weisen eine kalte, geometrische Strenge auf, doch beim Raub im Freien geht jede Orientierung verloren: Statt der sonst im film noir üblichen harten Kontraste und scharfen Linien ist alles durch Tränengasbomben (oder andere Bomben, ich weiß nicht genau) vernebelt; bei helllichtem Tag (!) weiß kaum noch jemand, wo er ist bzw. wer Freund und wer Feind ist. Die Kameraführung ist ebenfalls auffällig, da gelegentlich versteckt subjektiv: Wenn am Anfang ein Polizist herausbekommen möchte, wer von den Gangstern wen bei einem Streit angegriffen hat, zeigt die Kamera das zwar nicht aus der Position seiner Augen, tastet aber die verschiedenen Personen durch Schwenks statt durch Schnitte ab und ist somit genauso beweglich, suchend, aber unwissend wie der Ermittler. Wenn - ebenfalls am Anfang - Lancaster und de Carlo einander tief in die Augen schauen und beteuern, nach dem Raub "gibt es nur noch uns", dann geschieht etwas Ungewöhnliches: Die Kamera verabschiedet sich von den üblichen Over-Shoulder-Shots, und die Close-Ups sind dermaßen brutal frontal, wie man das selten sieht. Speziell de Carlo begeht, was klassischerweise als filmische Sünde gilt: Sie schaut direkt in die Kamera. Doch die vermeintliche Sünde verfehlt nicht ihr Ziel, sondern trifft mitten hinein, wir sind Burt Lancaster, wir haben diese Kino-Illusion, mit der de Carlo und der Aussicht auf viel Geld ganz allein zu sein, wir sind erstmals und etwas abrupt mitten im Geschehen. Und weil die Rückblende noch nicht gekommen war, haben wir keine Ahnung, was von der de Carlo zu halten ist und sind geneigt, der schönen Illusion Glauben zu schenken. Das macht er geschickt, der Siodmak (und sein Kameramann Frank Planer) - übrigens werden sich beide Beispiele auf die eine oder andere Art als falsche Fährte erweisen. Somit ist der Film also auch stilistisch gelungen. An meinen Liebling aus dem Genre reicht er nicht ganz heran: "Goldenes Gift", schändlicherweise immer noch nicht in Deutschland auf DVD erhältlich. Dort konnte Jane Greer (erschreckend, dass man sie eigentlich nur aus diesem einen Film kennt) noch abgründiger die Lust am Schlechten darstellen, deren Gefangene sie aber auch immer war; und Robert Mitchums somnambuler gefallener Engel ist mir noch etwas näher als die energetische Variante Burt Lancasters. Aber sei's drum, "Gewagtes Alibi" ist schon ziemlich gut und hat seine fünf Sterne verdient.
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5.0 von 5 Sternen alles OK, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Das o. g. besagt bereits das Wesentliche. Es gibt keinerlei Basis für Beanstandungen oder Unzufriedenheit, ein gelungener Kauf insgesamt, alles OK
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solider Film Noir., 16. Februar 2014
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Geldtransporterfahrer Steve möchte mit seiner großen Liebe Anna zusammen sein die aber nach Jahren der Trennung mit dem Gangster Slim liiert ist.
Er fasst einen Plan in dem auch Slim involviert ist und doch das ganze ist ein Spiel mit doppeltem Boden.
Steve's Freund, der Cop Pete Ramirez, erkennt die gefährliche Situation und will ihm helfen im Rahmen seiner Möglichkeiten aber eventuell ist es schon zu spät.

Solider Film Noir aus dem Jahr 1938 von Robert Siodmak inszeniert.
Kein Highlight der Schwarzen Serie aber allemal ansehnlich für Fans.
Außer ein paar Längen gibt es nichts wirklich auszusetzen aber auch nichts was man hervorheben müsste.
Es wirken u.a. mit: Burt Lancester, Dan Duryea, Alan Napier, Yvonne de Carlo und Stephen McNally.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker des Film Noir mit Lancaster, Duryea und Siodmak, 2. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewagtes Alibi (DVD)
Hier treffen sich 3 Experten des Film Noir bei einer fulminanten Produktion, die jeden Liebhaber dieses Genres begeistern wird. Burt Lancaster, der die Hauptrolle spielt, hat am Anfang seiner Karriere gleich in 6 Filmen der Schwarzen Serie mitgewirkt und zwar in 'Rächer der Unterwelt', 'Desert Fury', 'Zelle R 17', '14 Jahre in Sing Sing', 'Du lebst noch 105 Minuten' und der vorliegenden Produktion. Dan Duryea war z. B. in 'Schwarzer Engel', 'Too Late For Tears' und 'Gefährliche Begegnung' zu sehen und Robert Siodmak führte u.a. Regie bei 'Rächer der Unterwelt', 'Schrei der Großstadt' und 'Strafsache Thelma Jordon'. Bei so viel Expertise kommt es zwangsläufig zu einem positiven Ergebnis. In 'Gewagtes Alibi' wird ein typisches Heimkehrerschicksal erzählt vor dem Hintergrund des Nachkriegs-Los Angeles. Burt Lancaster (Steve) kehrt aus dem Krieg zurück und findet seine Exfrau Yvonne de Carlo (Anna) verheiratet mit dem Nachtclubbesitzer Dan Duryea (Slim). Um Anna zurück zu gewinnen, läßt Steve sich dazu hinreißen, einen Geldtransporter des Unternehmens, bei dem sein Vater arbeitet, zu überfallen. Slim und seine Bande sollen ihm dabei helfen. Der Coup geht nicht so auf wie geplant und Steve wird verletzt. Es kommt schließlich zu einem fulminaten Ende in einem Haus am Strand. Die Schlußszene und der Überfall sind auch die Höhepunkte des Films, der zwischen der 30. und der 60. Minute etwas an Tempo verliert. Erwähnenswert noch die Szenen aus dem Nachtclub u.a. mit dem jungen Tony Curtis (uncredited) als Tanzpartner von Yvonne de Carlo. 5 Punkte sind voll angemessen für dieses typische Werk der Schwarzen Serie. Die Bildqualität ist hervorragend. Außer Trailer und Bildmaterial gibt es keine weiteren Extras.
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Gewagtes Alibi
Gewagtes Alibi von Robert Siodmak (DVD - 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 11,99
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