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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als Alex seine Freundin Simone mit der schönen Aimee betrügt, befindet sich sein Leben im freien Fall. Über Nacht scheint sich die Realität unmerklich verändert zu haben Die Haustür seiner Wohnung ist verschwunden. Freunde erkennen ihn nicht mehr, selbst Simone behauptet, ihn noch nie zuvor gesehen zu haben. Träumt Alex etwa? Oder ist er bloß ein Charakter im Roman von Aimees Ehemann? Alex' Zukunft liegt nunmehr in Aimees Liebe, doch hat er auch den Mut, für Aimee alles aufzugeben?

Alles ist Film. Alles ist konstruiert. Und dennoch tut es weh

Diese Worte sollte der Zuschauer während der gesamten Laufzeit immer im Gedächtnis haben, denn beschreiben sie doch nahezu perfekt das hier gezeigte Szenario. Das preisgekrönte Langfilm Regie-Debut von Regisseur Christoffer Boe bietet einen Liebesfilm, der sich aufgrund seiner Inszenierung so vollkommen von den üblichen Genre-Vertretern abhebt, da sich hier eine Geschichte präsentiert, die so herrlich ineinander verschachtelt ist, das es schon die absolute Konzentration des Betrachters erfordert, um ihr einigermaßen folgen zu können. Dabei ist es vor allem die nicht gerade gradlinige Erzählstruktur der Story, die hier das Besondere ausmacht, denn es werden immer episodenartige Puzzle-Elemente serviert, die auch von der zeitlichen Abfolge nicht chronologisch geordnet sind. Dadurch kann es durchaus zu eventuellen Verwirrungen kommen, die aber während der gesamten Laufzeit ganz generell auftreten können, da man in den meisten Passagen schwerlich zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann.

Doch gerade das macht diesen hervorragenden Film so absolut aussergewöhnlich, die Grenzen surrealer Phasen vermischen sich mit der Realität, die anscheinend immer mehr in den Hintergrund gerät. So lässt die Geschichte selbst zum Ende hin im Prinzip mehr Fragen offen, als das sie welche beantwortet. Es bleibt jede Menge Spielraum für eigene Interpretationen und obwohl sich im Laufe der Zeit die einzelnen Puzzle-Teilchen immer mehr zusammensetzen, ergeben sie letztendlich nicht die eindeutige Lösung, die sich manch Einer vielleicht erwartet oder erhofft hat. Nun könnte man aufgrund dieser Begebenheiten einerseits etwas enttäuscht sein, oder man ist ganz einfach schlichtweg begeistert von diesem sehr kunstvollem Liebes-Drama und genießt dabei die Tatsache, das Christoffer Boe eine Geschichte in Szene gesetzt hat, die sich so vollkommen abseits des mainstreamtauglichen Liebesfilms bewegt, den man üblicherweise vorgesetzt bekommt.

Die aussergewöhnliche Erzähl-Struktur, hervorragende Schauspieler und fantastisch fotografierte Bilder, die dem ganzen eine herrlich kühle Optik verleihen sind die größten Stärken eines Filmes, der insbesondere durch seine surreal anmutende Erzähl-Struktur dafür sorgt, das bestimmte Passagen eine ungeheure Intensität erlangen, die ihre Wirkung auf den Zuschauer keineswegs verfehlen. Vielleicht ist der Vergleich etwas weit hergeholt, aber in einigen Phasen des Geschehens fühlt man sich doch ganz unweigerlich an diverse Filme von David Lynch erinnert, deren teils vorhandene Genialität sich auch nicht unbedingt dem breiten Mainstream-Publikum erschließt, sondern anscheinend nur einem geringen Anteil des Publikums vorbehalten ist.

Sicherlich ist alles reine Geschmackssache und "Reconstruction" mag für viele Leute lediglich ein eher konfus wirkender Versuch eines Liebes-Dramas sein, das keine offensichtliche Lösung einer puzzleartigen Geschichte bietet, jedoch dürften wahre Cineasten ihre helle Freude an dieser dänischen Produktion haben, die so vollkommen anders erscheint als der übliche Hollywood-Einheitsbrei, bei dem man sich vor triefendem Schmalz kaum retten kann. Hier bekommt man den genauen Gegensatz zu sehen, von künstlichen oder gar vollkommen überzogenen Gefühlsausbrüchen ist weit und breit keine Spur und dennoch wird man mit einem sehr emotionalen Drama konfrontiert, das in erster Linie durch seinen hohen künstlerischen Ausdruck und seine erstklassigen Darsteller zu überzeugen weiss, die durch schnörkelloses, aber sehr intensives Schauspiel beeindrucken und so zu einem insgesamt beeindruckendem Gesamtbild beitragen, das dieser Film hinterlässt.

Fazit:

"Reconstruction" ist ein nahezu geniales Kunstwerk, das über eine nüchterne und kühle Optik verfügt und gerade durch eben diese Nüchternheit ein extrem hohes Maß an Intensität entfaltet. Jenseits jeglichem Mainstreams angesiedelt bietet der Film eine Liebesgeschichte, wie man sie aussergewöhnlicher nicht hätte umsetzen können. Der Zuschauer ist hin-und hergerissen zwischen Realität und Fiktion, so das er selbst am Ende der Geschichte keine endgültige Lösung für das ineinander verschachtelte Geschehen parat hat und so durchaus seine eigenen Überlegungen anstellen kann. Ein absolut faszinierendes Film-Erlebnis, das sich kein Freund anspruchsvoller Filmkost entgehen lassen sollte.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. September 2008
Der Film des Dänischen Regisseurs Christoffer Boe erhielt 2003 in Cannes zwei Preise und in San Sebastian den Grossen Preis für den besten neuen Regisseur. Der Film war auch die offizielle Eingabe Dänemarks für die Oscars 2004. - Es mag sein, dass der Streifen unter kinematographischen Gesichtspunkten durchfällt, weil er zu viele Klischees enthält und ein Sammelsurium von Einzelszenen ist, die der Zuschauer nicht auf die Reihe bekommt, weil es gar keine Reihe gibt. Das sind in der Tat Elemente des Mistery-Thrillers in der Art von David Lynch. Für mich ist "Reconstruction" allerdings einer der wenigen Filme, der die problematische Seite der Liebe, aus bestehenden Beziehungen heraus, adäquat und gültig darzustellen vermag. Stell dir einfach vor, du bist verheiratet, erfolgreich im Beruf und kinderlos. Dein Partner ist ein ganzes Stück älter und obwohl ihr es gut habt, finden sich keine Worte zwischen euch. Du wirst auf der Strasse von einem jungen Mann angesprochen und du findest ihn sympathisch und es entwickelt sich eine Beziehung und ihr landet im Bett. Es geht mehr um Zärtlichkeit als um Sex und die Frage des Wie-Weiter? steht am nächsten Morgen auf euren Gesichtern geschrieben. Dein Liebhaber geht nach Hause, aber niemand erkennt ihn mehr, nicht einmal sein eigener Vater. Das wäre in etwa ein Versuch, den Anfang linear nachzuerzählen. Das Ende ist wieder ein Anfang und auch nicht. Der Film breitet für diese Problematik in den nur scheinbar wahllos zusammen gewürfelten Szenen Lösungsansätze, die in der Realität alle möglich sind. Diese Offenheit ist für mich die grosse Stärke des Films. Wer keine aktive und passive Erfahrung mit Fremdgehen hat und sich den in alle Richtungen ausbreitenden Schmerz (neben der Freude) nicht kennt, der kann den Film durchaus auch als Szenen einer nicht ganz reibungsfreien, aber schönen Liebesgeschichte sehen. Die Schauspieler sind superb, nerven lediglich durch das dauernde Gepaffe, sobald sie mal irgendwo stehen oder sitzen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. August 2007
Aimee ist mit dem Schriftsteller August verheiratet und langweilt sich. Sie geht in eine Bar und trifft dort Alex. Sie geht mit Alex in ein Hotelzimmer.

Das war auch schon die ganze Geschichte. Was folgt sind Wiederholungen, Verdrehungen, Perspektivenwechsel, Scharaden und andere pfiffige Manöver, um das Interesse des Zuschauer durch Desinformation immer wieder neu zu wecken. Das geht bis zur Selbstbezüglichkeit, das der Schriftsteller August möglicherweise, die Geschichte gerade selbst am Schreiben ist.

Die Geschichte beginnt und endet mit einem illusionistischen Zaubertrick und steht selbst dafür. Das Filmexperiment kann als gelungen bezeichnet werden. Die Schauspieler zeigen nur das was sie zeigen sollen und bleiben Antihelden in einer nicht vorhandenen Geschichte. Eine ausgezeichnete Idee, die dem französischen Film näher steht, als dem dänischen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Um es gleich zu sagen: Filme, die in Cannes die "Caméra d'Or" gewonnen haben, sollte man anschauen - Christoffer Boes erster Langfilm "Reconstruction" von 2003 bildet da sicher keine Ausnahme.

Die interessantere Frage ist aber, was bleibt.

Die "Wiederherstellung" einer in die Jahre gekommenen Ehe auf dem Umweg über eine Affäre führt durch weder örtlich noch zeitlich geordnete Szenen zwischen dem Liebhaber Alex (Nikolaj Lie Kaas, 30) und seinen Geliebten Simone und Aimee (beide Maria Bonnevie, 30). Schwankungen in der Überzeugung der Geliebten führen zu Realitäts- und Erinnerungs-Lücken, der Film verwehrt dem Zuschauer konsequent jede Chance auf eine zeitliche oder logische Sortierung der Geschehnisse.

August (Krister Henriksson, 57), der Gatte Simones, bringt durch von ihm verlesene Szenen eines Liebes-Romans, die in die gezeigten Begegnungen hineinspielen, weitere Verschwommenheit.

All dies wird im Bild umgesetzt durch Szenen-Tafeln aus Luftbild-Sicht und durch künstlerische Verfremdungen wie Farbgestaltung, Wechsel auf Schwarz/Weiß, extrem körniges Film-Material oder auch Szenen-Replays aus verschiedenen Kamera-Stellungen. Außerdem nebeln die gefühlt ununterbrochen rauchenden Darsteller entsprechend die Bilder ein.

Das alles wirkt stimmig und führt in eine faszinierende Stimmung. Die Darsteller sind gut anzusehen und unverbraucht. Wie gesagt - ein sehenswerter Film.

Wäre da nicht die Frage, wieso man sich ständig an andere Filme erinnert. Da sind diese "noch-mal-von-vorne"-Szenen wie im "Murmeltier". Die gedeckten Farben und Stimmungen aus "Lost in Translation". Wieder mal das Adagio for Strings von Samuel Barber. Das Belmondo-Zitat "Kommst du mit nach Rom?" aus "Außer Atem". Vor allem aber die Unschärfe, das Zittern, die Surrealität und die Doppelgängerin aus Lynchs Filmen und Catherine Deneuves "Belle de Jour"-Maske sowie das Kleid mit dem bemerkenswerten Rückenausschnitt.

Verständlich, dass ein Filmstudent prägende Eindrücke aus dem Studium in seine erste Produktion mitnimmt, aber noch sind sie zu vordergründig. Vor allem aber: Wenn der Reiz des Ungewissen verschwunden ist, verpufft die Wirkung von "reconstruction". Es bleibt die Banalität der beliebigen Alltagsfrage "der Alte oder der Neue?" - nicht genug für einen Topfilm.

Es ist mit der künstlerischen Oberfläche des Films nicht anderes als mit Aimées starrer (Deneuve-) Maske: Wenn die Tünche erst mal runter ist, wenn der (Zigaretten-) Rauch verfliegt, sieht man, dass enttäuschend wenig darunter wartet.

film-jury 3* A0655 29.6.2011e 9A Genre: Drama | Romanze
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. September 2008
Der Film des Dänischen Regisseurs Christoffer Boe erhielt 2003 in Cannes zwei Preise und in San Sebastian den Grossen Preis für den besten neuen Regisseur. Der Film war auch die offizielle Eingabe Dänemarks für die Oscars 2004. - Es mag sein, dass der Streifen unter kinematographischen Gesichtspunkten durchfällt, weil er zu viele Klischees enthält und ein Sammelsurium von Einzelszenen ist, die der Zuschauer nicht auf die Reihe bekommt, weil es gar keine Reihe gibt. Das sind in der Tat Elemente des Mistery-Thrillers in der Art von David Lynch. Für mich ist "Reconstruction" allerdings einer der wenigen Filme, der die problematische Seite der Liebe, aus bestehenden Beziehungen heraus, adäquat und gültig darzustellen vermag. Stell dir einfach vor, du bist verheiratet, erfolgreich im Beruf und kinderlos. Dein Partner ist ein ganzes Stück älter und obwohl ihr es gut habt, finden sich keine Worte zwischen euch. Du wirst auf der Strasse von einem jungen Mann angesprochen und du findest ihn sympathisch und es entwickelt sich eine Beziehung und ihr landet im Bett. Es geht mehr um Zärtlichkeit als um Sex und die Frage des Wie-Weiter? steht am nächsten Morgen auf euren Gesichtern geschrieben. Dein Liebhaber geht nach Hause, aber niemand erkennt ihn mehr, nicht einmal sein eigener Vater. Das wäre in etwa ein Versuch, den Anfang linear nachzuerzählen. Das Ende ist wieder ein Anfang und auch nicht. Der Film breitet für diese Problematik in den nur scheinbar wahllos zusammen gewürfelten Szenen Lösungsansätze, die in der Realität alle möglich sind. Diese Offenheit ist für mich die grosse Stärke des Films. Wer keine aktive und passive Erfahrung mit Fremdgehen hat und sich den in alle Richtungen ausbreitenden Schmerz (neben der Freude) nicht kennt, der kann den Film durchaus auch als Szenen einer nicht ganz reibungsfreien, aber schönen Liebesgeschichte sehen. Die Schauspieler sind superb, nerven lediglich durch das dauernde Gepaffe, sobald sie mal irgendwo stehen oder sitzen.
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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2005
Es gibt ja diese Filme, in denen man plötzlich sprachlos dasitzt, keinen Kommentar mehr abgeben kann und merkt, wie angespannt man darauf wartet, was als nächstes geschieht. Es gibt diese Filme, in denen man hofft und hofft, daß alles gut ausgeht, in denen man sich in die Charaktere verliebt und die Nähe spürt, die sie miteinander teilen. Es gibt diese Filme, mit denen man leidet, lacht und immer wieder glaubt, sie wären nicht echt, denn sie sind nur Filme und nicht mehr. Dabei sind sie Magie, dabei sind sie der klare Versuch, die alten Grenzen zu übertreten und etwas Neues zu schafen. Es gibt sie und dieser Film hier gehört dazu. Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Oktober 2005
Der Regisseur legt es darauf an, dass das Publikum mit den handelnden Personen nicht warm wird: Stellt sich eine Nähe ein, wird die Handlung diese auch schon wieder rekonstruiert. Die Handlung ist eher dürftig, Mann trifft Frau oder umgekehrt, und es fragt sich, ob sie sich wiedersehen oder je gesehen haben. Doch obwohl einen der Verstand auf Distanz zur Handlung hält, sind Bauch und Herz voll dabei. Bei vollem Bewußtsein und Erkennen der Methoden dennoch ohnmächtig gegen emotionale Manipulationen zu sein, fand ich ein unglaubliches Erlebnis. Ein im wahren Sinne einmaliger, wunderbarer, zauberhafter Film.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2007
Der Dänische Regieneuling Christoffer Boe versucht sich an einem nicht

allzu neuen Thema: Die Liebe. Was er allerdings daraus gemacht hat ist

absolut innovativ und ich habe das Thema noch nie so verschachtelt

verfilmt gesehen. David Lynch dreht "Vom Winde verweht" wobei das

beiden nicht unbedingt gerecht erscheint aber grob die Richtung

vorgibt. Nicht die Kamera liefert surreale Momente sondern die Story.

Nichts ist wie es scheint. Diese Liebesgeschichte ist in einem Moment

eindeutig und klar und im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den

Füßen weggerissen. Boe zeigt zudem ein malerisches Kopenhagen was auf

den Betrachter eine träumerische Faszination ausübt. Aber auch die

beste Geschichte funktioniert nicht ohne ihre Darsteller. Diese wurden

perfekt gewählt. Der mir unbekannte Nikolaj Lie Kaas wirkt in jeder

Einstellung überzeugend doch was Maria Bonnevie hier leistet ist schon

außergewöhnlich.Die äußerst attraktive Schwedin ist mir schon in

Bornedals "Ich bin Dina" positiv aufgefallen und hat ihr Können hier

noch ein weiteres mal bestätigt. Der Score ist immer passend und in

einer fantastisch gefilmten Sequenz gibt es Samuel Barbers "Adagio for

Strings" zu hören was in dieser Szene wieder einmal grandios wirkt.

"Alles ist Film, alles ist konstruiert, und dennoch tut es weh"

Wer einen Film zum nachdenken und puzzeln sucht, aber von Mystery Thrillern genug hat muß hier zuschlagen. 9 von 10 Punkten
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. November 2004
Alex, um dessen Traum vom Glück es geht, ein Fotograf mit hartem, oft verschlossen und abweisend wirkendem Gesicht, lässt in seinem militärisch anmutenden Mantel seine Freundin Simone zurück, um die ebenso schöne Aimee zu erobern, die mit dem Schriftsteller August verheiratet ist. Doch stellt dies Alex' Existenz auf den Kopf, er erwacht in einer neuen Welt, in der es ihn nie gab. Eine ungemein tiefe Geschichte vom Eintauchen in Wirklichkeit, Wahrheit und Widersprüche des Gegenübers, vom totalen Verlust der Identität.
"Es ist gar nicht so kompliziert: Vier Personen ...", sagt August aus dem Off, der vielleicht gerade erst diese Geschichte entwirft? Seine warme Stimme begleitet immer wieder durch diese gerade einmal 90 Minuten, die kurzweilig und doch durch ihre Dichte länger wirken. Magie, Traum und Illusion bilden eine der mehrfachen Klammern um die Handlung, ebenso der Kampf um Liebe und Glück oder die Einsamkeit.
Regisseur Boe wirft einen Film hin, der wie achtlos geschnitten und dabei bis ins Detail konstruiert ist. Das Ungesagte wird deutlicher als das Gesagte und bleibt doch ungreifbare Ahnung, Stimmmung. Der Subtext befasst sich mit dem kreativen Prozess, als beschreibe der Film auch die eigene Entstehung. Wer erschafft, verführt, verwirft, verlässt wen, wer hat die Macht? Heißt zu lieben auch zu erschaffen? Erschaffen die Protagonisten ihre Welt und werfen sie für das fort, was sie für Liebe halten? Zerstört der Zweifel die Liebe? War nicht alles schon am Anfang gesagt und bestimmt?
Mal begleiten knisternde, hypnotisch-melancholische Klavierklänge wie von Satie den Film, dann wieder ein nonchalanter Schlager. "Liebe oder Abschied? Das wollen wir herausfinden", sagt August aus dem Off. "Ich brauche es vielleicht nicht zu sagen, aber denken Sie daran: Alles ist Film, alles ist konstruiert, und dennoch tut es weh." Fünf Sterne von mir, weil der Film berührt, fesselt, inspiriert und nicht mehr loslässt. Bildstark. Und weil er keine der Fragen beantwortet, die er anrührt. Nichts für Action-Fans und Leute, die klare Handlungsstränge oder griffige Erklärungen mögen.
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am 23. Juni 2011
Es wird uns zweimal gesagt: am Anfang und am Ende, dass alles nur konstruiert ist, alles nur ein Film sei, und dass man aber doch mitleide.
Na ja, zunächst weckt die Erzählweise schon Interesse, weil es eine unorthodoxe Folge von Szenen gibt, die man etwas verwundert verfolgt. Inhaltlich geht es nur um das Eine und zwischen 'Hello' und 'Good-bye' sieht man davon aber nicht viel. Dann versucht man im Kopf die Einzelteile dieses Puzzles langsam zusammenzufügen. Auch das hält einen noch eine Weile dabei. Doch je länger man zuschaut, desto mehr fühlt man sich wie der berühmte Hamster auf der Rolle. Viele überraschende Wendungen kommen lediglich nur zustande, weil die beteiligten Personen an Amnesie leiden. Das nervt dann doch immer mehr. Und von dem vielen Hin und Her fühlt man sich einfach verschaukelt. Es ist halt ein Versuch! Oder anders ausgedrückt: Operation gelungen, Patient tot! Von den drei vorgegebenen Prämissen kann man die zuletzt genannte kaum nachvollziehen. Da ist für die Figuren und ihre Allerweltsprobleme letztlich viel eher Mitleid angesagt. Noch Fragen? Dann schau dir das offizielle Plakat zum Film an'
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