Kundenrezensionen


67 Rezensionen
5 Sterne:
 (32)
4 Sterne:
 (12)
3 Sterne:
 (12)
2 Sterne:
 (7)
1 Sterne:
 (4)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Schein, Sein und unerfüllte Sehnsüchte
Und wieder bin ich im Free-TV auf eine kleine Film-Perle gestoßen. Diesmal ist es "Little Children", das vor wenigen Tagen im WDR lief. Ein ungewöhnliches, schwermütiges Gesellschafts-Drama, das das spießerhafte Bild amerkanischer Vorzeige-Familien und Musterbürger auf bissige Art und Weise entlarvt und inhaltlich dem älteren "American...
Veröffentlicht am 5. August 2010 von S. K.

versus
18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehenswert doch unbefriedigend
Vieles an Todd Fields neuem Film verdient der Beachtung: Das zweifellos gute Spiel der Darsteller, die hohen Produktionswerte, die Wahrung unglaublicher emotionaler Dichte bei doch gleichzeitig relativ zerfaserten Handlungssträngen - und dennoch: wirklich "warm" wird man mit den Figuren nicht - über allem schwebt einem großen brechtschen V-Effekt gleich...
Veröffentlicht am 23. Oktober 2007 von Pulsar


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Schein, Sein und unerfüllte Sehnsüchte, 5. August 2010
Von 
S. K. (Sauerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
Und wieder bin ich im Free-TV auf eine kleine Film-Perle gestoßen. Diesmal ist es "Little Children", das vor wenigen Tagen im WDR lief. Ein ungewöhnliches, schwermütiges Gesellschafts-Drama, das das spießerhafte Bild amerkanischer Vorzeige-Familien und Musterbürger auf bissige Art und Weise entlarvt und inhaltlich dem älteren "American Beauty" ähnelt (wenn auch aus einer anderen Perspektive betrachtet).

Die Geschichte spielt sich in einem Bostoner Vorort ab. Ein Vorort, der einen idylischen und einladenden Eindruck macht. Zunächst. Denn hinter dieser Scheinfassade gibt es Menschen, die in ihren Rollen nicht die Erfüllung und Zufriedenheit finden, wie sie es ihrer Umwelt vorspielen. Sarah Pierce (hervorragend gespielt von Kate Winslet) kann sich mit ihrer Rolle als gute Mutter einer kleinen Tochter und Ehefrau eines lieben, aber Internetpornografie-süchtigen Mannes nicht anfreunden; der Alltag und die damit verbundene Monotonie entspricht nicht dem, was sich sich als "Leben" vorgestellt hat. In einem ähnlichen seelischen Tief befindet sich der gutaussehende Brad Adamson (Patrick Wilson), der seine Pflichten als Hausmann und Vater zwar tadellos erfüllt, jedoch im Schatten seiner beruflich erfolgreichen und allgemein dominierenden Gattin steht und bereits zweimal eine Zulassungsprüfung zum Anwalt verbockt hat. Der Grund für ein Scheitern ist der, das er eigentlich nicht wirklich mit Herz und Engagement bei der Sache ist und mehr an alten Teenager-Träumen hängt.
Unverhofft beginnen Sarah und Brad eine Affäre und gewinnen dadurch wieder ein Stückchen Lebensfreude und das Gefühl des Jungseins zurück. Ihre heimliche Liebelei und das Auftreten des frisch aus der Haft entlassenen Pädophilen Ronnie McGorvey (Jackie Earle Haley) bringen jedoch die geordneten Verhältnisse im Vorort gehörig ins Wanken...

Es sind diese kleinen, aber feinen Filme, die eine schöne Gegenseite zu immens teuren Blockbustern bilden. Filme, die den Zuschauer mit faszinierenden und klug durchdachten Geschichten ebenso mitreissen und begeistern können, oder aber in ihrer Dramatik sehr verstörend und darum auch schwerer verdaulich sind.
"Little Children" ist alles andere als leichte Kost, und Filmfreunde, die sonst eher schlichtere Story-Inhalte bevorzugen, werden sich hiermit anfangs bestimmt schwer tun. Wer dem Film jedoch eine Chance gibt, wird es am Ende nicht bereuen, denn der Film hat eine starke Handlungsgrundlage, die vom Ensemble an wunderbar spielenden Darstellern perfekt unterstützt wird.
Der Film spielt auf die typischen Normen und Vorgaben an, die die Gesellschaft (betont auf den amerikanischen Lebensstil) erwartet, quasi als normale Voraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben anstrebt:
Die treue und pflichtbewusste Ehefrau, der Mann als traditioneller Haupternährer der Familie, die fehlerfreie und voll funktionstüchtige Musterehe /-familie, eine Gemeinschaft reich an toleranten, fürsorge- und rücksichtsvollen Mitbewohnern,...
Mit all diesen Rollen- und Status-Klischees wird in "Little Children" zynisch, fast schon bitterböse abgerechnet. Die Figuren suchen das persönliche Glück, wollen aus ihrem tristen Dasein ausbrechen und stehen vor einer schweren Entscheidung: entweder an sich selbst zu denken oder ihrer aktuellen Position, verbunden mit viel Verantwortung und Opfern, auch in Zukunft gerecht zu werden.
Auf diesem Wege wird sehr plastisch veranschaulicht, dass das echte Leben keine heile Welt fern von Problemen jedweder Art ist, sondern durchaus den einen oder anderen Makel aufweist und sich immer und überall versteckte, schwerwiegende Risse bilden können, wenn man nur genau hinschaut.

Die Story wäre aber nichts ohne seine Darsteller-Crew. Kate Winslet (für mich die "neue Meryl Streep" der heutigen Generation) ist hier an erster Stelle zu nennen, die fast all ihre anderen, ebenfalls gut agierenden Kollegen an die Wand spielt. Ihre Leistung gehört zum Besten, was man bisher in ihrer noch recht jungen Karriere erleben durfte, sie passt perfekt in ihrer Rolle der Sarah. Verdientermaßen auch für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Der noch nicht so bekannte Patrick Wilson bringt als träumerischer Brad und Seelenverwandter Sarahs eine mehr als überzeugende Performance ein. In Nebenrollen glänzen des weiteren Jennifer Conelly als Brads Ehefrau und "Hausherrin" Kathy und Noah Emmerich als gescheiterter Ex-Polizist Larry Hedges, der keine Möglichkeit auslässt, den Pädophilen Ronnie zu schikanieren. Von beiden hätten ich mir gerne noch mehr Screen-Time gewünscht.
Zuletzt wäre noch Ronnie-Darsteller Jackie Earle Haley zu erwähnen, der den um Reue bemühten Kinderschänder gut verkörpert. Allerdings halte ich seine ebenfalls oscar-nominierte Leistung ein bischen überbewertet, denn sein befremdlichen Erscheinungsbild (rattengesichtig und eiskalter Blick) und sein finaler Gefühlsausbruch sind meiner Meinung nach nicht so nachhaltig, um eine Nominierung zu rechtfertigen.

Ein absolut sehenswertes, sehr modernes Drama, das sich phasenweise in eine humorvolle Satire, heiße Romanze und zum Schluß gar in einen Thriller verwandelt. Tolle Regie, tadelloser Cast und trotz seines anspruchsvollen Inhaltes sehr kurzweilige 131 Minuten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vom Abschied von der unbedarften Kindheit und Kleinstadtidylle, 9. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Little Children [UK Import] (DVD)
Sarah lebt mit Kind und Ehemann in einer amerikanische Vorstadt der gehobenen Einkommensklasse und langweilt sich in ihrem Leben, das offentlich nicht ausgefüllt ist. Ihr Mann befriedigt sich lieber mit Ansehen von PC-Pornos und zeigt auch sonst wenig Interesse für seine Frau. Eines Tages erscheint Brad mit seinem kleinen Sohn auf dem Spielplatz, auf dem sich noch mehr gelangweilte Vorstadtmütter tummeln, die einerseits sich Details aus dem eigenen Liebesleben erzählen, andererseits fluchtartig den Spielplatz verlassen, als es zu einem Kuss zwischen Sarah und Brad kommt. Von da an nimmt die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten seinen Lauf. Eine Parallelhandlung begleitet Larry, einen ehemaligen Polizisten, auf seinem persönlichen Rachefeldzug, den er gegen den stadtbekannten Pädophilen startet.

Es ist eine Geschichte voller Brisanz. Doppelmoral spielt eine große Rolle - herrlich hier der Lesekreis der Damen und ihre Kommentare. Es gibt eine Liebesgeschichte, die sicherlich den Mittelpunkt der Geschichte darstellt, ohne jedoch die anderen Erzählstränge zu vernachlässigen. Wohin kann Gewalt führen? Wohin Vorurteile und Nicht-Kommunikation? Klappt die Ehe von Brad und Kathy mit komplett umgekehrten Vorzeichen?

Die gut 2 Stunden Film sind total schnell umgegangen, so vermochte der Film zu fesseln, richtig reingesogen wurde man und wusste nicht, ob man mitbangen sollte oder nicht. Absolut klasse: Kate Winslet, hat sehr überzeugend gespielt. Sie bringt für diese Rolle genau die richtige Mischung zwischen gutem Aussehen und Intelligenz mit, ich wünschte, es gäbe mehr Schauspielerinnen ihrer Güte.

Sehr gut inszeniertes Drama, wenig, aber sinnvoll eingesetzte Musik, es gibt Szenen, in denen die Schauspieler auch mal nichts sagen dürfen, sie dürfen ihre Rollen sozusagen leben - toll. Sehenswert, ein Film, der nachhallt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Echter Ü30-Film, 9. Juli 2010
Von 
Oliver Kolle "OKay" (Bad Soden (Ts)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
Lief neulich ziemlich spät im TV. Ich hab ihn dann ausgeliehen, weil er mich sehr gefesselt hatte und ich ihn unbedingt zu Ende sehen wollte.

Eine geradlinig erzählte Handlung mit einer wunderbar natürlichen Kate Winslet führt dich direkt in die Vorgarten-Spießer-Welt voller Heuchelei und Vorurteile.

Es gibt zwei Hauptstränge, die ernsthaft aber auch leicht ausgebreitet werden:
A) Zwei unzufriedene Erziehende stürzen sich ausgehungert in eine Affäre um am Ende zu erkennen, dass sie eine Verantwortung zu tragen haben, der sie nicht entfliehen können/wollen.
B) Eine Art Hexenjagd auf einen entlassenen Sexualstraftäter.

Auch filmisch gut gemacht - man denke an die Schwimmbad-Szenen.

Man sollte schon etwas Lebenserfahrung haben, vielleicht verheiratet sein, evt. sogar mit Kind(ern), um diesen Film toll zu finden.

Dieser beeindruckende Streifen ließ mich nachdenklich und betroffen zurück - er gibt dir wirklich ewas mit.

Ich wünsche dem Werk die Beachtung, die es verdient.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EIN UNBEKANNTER UND DENNOCH WUNDERSCHÖNER FILM!!!, 26. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Little Children [UK Import] (DVD)
"Little Children" ist ein absolut sehenswerter und schöner Film. Ich habe vorher nichts über diesen Film gehört und ließ mich überraschen. Zum Glück wurde ich nicht enttäuscht.

Es handelt sich hier um unterschiedliche Schicksale, die dann doch irgendwie miteinander verbunden werden. Man könnte vielleicht u.U. auch den Film mit ähnlichen Werken wie "Magnolia" oder "American Beauty" vergleichen.

Was mir aber persönlich ganz besonders gut gefiel, ist die Erzählung der Geschichte während des Films. Das hat mich sehr stark an "Barry Lyndon" von Stanley Kubrick erinnert.

Die Schauspieler leisten erstklassige Arbeit und die Geschichte ist sehr interessant, eine Mischung aus Satire und Drama.

Es ist wirklich schade, dass man nicht vorher über den Film gehört hat und ich finde es sehr unfair, dass während viele blödsinnige und billige Filme durch massive Werbekampagne (zu Unrecht) Zuspruch finden, solche starke Filme wie "Little Children" als No Name und völlig unbekannt (und fast nur) auf DVD erscheinen.

Ich kann auf jeden Fall diesen wunderschönen Film weiterempfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte aus dem Leben..., 10. August 2010
Von 
Sebastian Schlicht "Bumblebee" (Neuwied) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
"Little Children" ist wie ein Stück Leben, das man auf Kamera aufgenommen hat. Immer noch fallen mir kaum Worte ein, um dieses Werk zu beschreiben, denn obwohl "Little CHildren" so einfach scheint und wahrscheinlich auch ist, umso schwerer wird es das passende Wort zu finden. Dennoch versuch ich es einfach:

Todd Field inszenierte die Romanvorlage um das Leben von Sarah und Brad, zwei Seelen, die einander suchen und auch finden und sich rebellisch gegen ihre Umwelt zu Wehr setzen. Allerdings gibt es noch unzählige Nebenhandlungen, die einen größer, die anderen kleiner. Zum Beispiel die Geschichte um McGorvey, der Kinderschänder, der freigelassen wurde und der von Brads Kumpel Larry terrorisiert wird.

"Little Children" erzählt unglaublich ruhig und entspannt diese emotionale und schwere Geschichte. Das geschieht unter anderem durch einen Offerzähler, wodurch der Film mehr als visuelles Buch agiert. Die Beschreibung der einzelnen Gedanken ist genial, zum Beispiel wenn Brad darüber nachdenkt, dass seine Frau so unglaublich hübsch ist, er aber mehr Zuneigung zu Sarah hat.
Diese Erzählstruktur bleibt bis zum Ende erhalten.
Es ist schon fast unheimlich, wie echt dieser Film dennoch erscheint. Sarah und Brad zum Beispiel sind keine Helden, die nicht erkannt werden, sondern normale Menschen mit genau sovielen Schwächen, wie alle anderen in ihrer Umgebung. Auch der Kinderschänder ist nicht der unschuldige Mann, der von allen gehasst wird, sondern ein Mensch mit einer Krankheit. Diese bitteren Wahrheiten, die sich um jeden Charakter in "Little Children" drehen, werden meistens einfach prompt und strikt offenbart, so wie es im echten Leben auch passiert. Der Film orientiert sich an keinem Klischee oder driftet irgendwann ins Absurde, sondern behält in jeder Sekunde seine (verrückte) Realität.
Um dies Alles zu erreichen, hat Field einen brillianten Cast in den Film gebracht. Allen vorran Kate Winslet und Patrick Wilson, deren Gefühle man eher spürt, als dass man sie sieht... Auch die anderen, sei es McGorvey, seine Mutter, Larry, Sarahs Mann oder Brads Frau: Alle charakterisieren ihre Person durch ihr Verhalten, durch ihre Gesichter, was auch gut so ist, denn zu viele Dialoge hätten dem Film geschadet...
Neben der schlichten aber tollen Optik von "Little Children" besticht der Streifen außerdem durch einen melancholischen, aber gefühlvollen Score von Thomas Newman.

Obwohl "Little Children" automatisch an den Klassiker "American Beauty" erinnert, so geht dieser doch in eine ganz andere Richtung. Todd Fields Drama ist weder leicht zu verstehen, leicht zu sehen, noch leicht zu bewerten. Trotzdem kann ich dieses faszinierende Werk nur empfehlen, mich hat es zutiefst berührt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kate Winslet u. Patrick Wilson in Bestform..., 13. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
Wir sind nur durch Zufall auf die DVD aufmerksam geworden und völlig überrascht, wie der Film nur so in der Videothek untergehen konnte. Ich habe selten so eine feinfühlige und tiefgründige Handlung erlebt. Leise erzählt, super toll gespielt und absolut zu recht mit 3 Oskars nominiert. Über den Inhalt kann man ja hier schon einiges nachlesen. Die vielen schlechten Bewertungen kann ich in soweit verstehen, dass viele Menschen sicher damit nichts anzufangen wissen - weil wir nur noch oberflächliche Quotenhascherfilme im TV gezeigt bekommen. Little Children" ist so ganz anders und beschäftigt einen noch lange danach, finde ich. Und was will man mehr, als einen Film, der dauerhaft in Erinnerung bleibt?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In einer kleinen Stadt....., 20. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
" Jeden Tag tun wir Dinge die wir meinen tun zu müssen, und das in dem Wissen , daß uns jederzeit alles Schöne genommen werden kann. Wir wissen es und machen trotzdem weiter."-

Kennen Sie, vielleicht das hochinteressante Erleben in einem Straßencafe zu sitzen und vielleicht unfreiwillig, vielleicht neugierig kleine Episoden über das Leben und Treiben der sie umgebenden Menschen zu beobachten?
Gedanken kommen auf wie lebt diese Person, was verbindet sie mit dem Gegenüber, was für innere Sehnsüchte, ,Dramen, Wünsche zeichnen sich hinter der zur Schau getragenen Unverbindlichkeit ab.
" Little Children" ist ein filmisches Meisterwerk, das genau auf diese Fragen abzielt.
Was verbirgt sich hinter der schönen hellen Fassade von Menschen, die ,wie wir alle , jeden Tag das Leben auf ihre Art meistern, Träume sich erfüllen oder im Gegenteil zerplatzen sehen, zwischen Hoffnungen, Begegnungen, Zufällen und Leidenschaften.
Wie ein filigraner Wandteppich mit verschlungenen Mustern präsentiert sich dieser Film, schaut sich in schwebender hypnotischer Beobachtung verschiedenste Beziehungsmuster, Lebenskonzepte an zwischen Verlierern, Sündenböcken, herkömmlich bürgerlichen Kleinfamilien und wirkt dabei oft so schmerzhaft tragisch, dann wieder schwarzhumorig, bitter und für den Zuschauer unsagbar beglückend , eindringlich und gehaltvoll als würden wir mitten unter diesen Menschen verweilen.
Ein Film so unsagbar leicht, spielerisch , satirisch dann wieder gnadenlos erschütternd.
Hoffnung verheißend und Illusionen zerstörend, ein Facettenreichtum, der noch lange in den Gedanken des Zuschauers nachwirkt.
" Die Vergangenheit war nicht zu ändern, doch die Zukunft konnte wieder ganz anders werden.."
so die nüchterne an wichtigen Schnittstellen eingesetzte ,allwissend weise Erzählstimme, die dem allzu menschlichen Schauspiel , ähnlich wie bei Triers " Dogville" noch einmal einen universellen übergeordneten Charakter verleiht
Die Romane von John Irving, der ebenfalls oft in dem Mikrokosmos einer Stadt die verschiedensten , ineinander verwobenen Verhaltensstrukturen ausarbeitet , könnten hier Pate gestanden haben.
Viele eigenständige Episoden greifen in so kunstvoller dabei nie überfrachtet wirkender Weise ineinander, daß man sich begeistert am Ende fragt , wie dieses so traumwandlerisch betörende Werk diese immense Spannung, Poesie, Verstörung aufbauen kann ohne jemals einen falschen Ton zu treffen, oder aufgesetzt zusammengestückelt zu erscheinen.
Kein schnell auf dem Reißbrett entstandenes klischeehaftes Gefühlskarussell, ein in satten Pinselstrichen geschaffenes großes Sittengemälde ist hier entstanden
Ein typisches Filmdrama ist " Little Children" nicht . Eher ein oft zugespitztes, trauriges, dann wieder schmerzlich schönes Kaleidoskop der menschlichen Fehlbarkeiten und Unfähigkeiten seine Träume zu verwirklichen.

Sarah(Kate Winslet) und Brad mit ihrer kleinen Tochter sind die typische, nach außen hin glückliche Durchschnittsfamilie.
Doch wie immer trügt der Schein, sind Hoffnungen, Sehnsüchte schon lange unter dem still als selbstverständlich erduldeten Alltagsleben scheinbar verschüttet. Wieder einmal findet Kommunikation nicht verbindent sondern isolierend in großer Frustration statt.
Brad vergnügt sich heimlich vor seinen pornographischen Computerbildern, während Sarah auf dem Kinderspielplatz mit ihren Single -Freundinnen verstohlen schüchterne Blicke auf den attraktiven Unbekannten wirft, der hier ebenfalls mit seinem Kind jeden Tag auftaucht.
Dieser wiederum ist in einer festgefahrenen emotionslosen Beziehung mit seiner karrieresüchtigen Frau verstrickt, die ihm ständig sein berufliches Versagen vorwirft.
Die beiden in ihren Partnerschaften doch latent unglücklichen Menschen werden eine heimliche Liebesaffäre beginnen. In jeder kleinsten Geste , jedem kleinsten Augenaufschlag zeigt der Film unfassbar nahe stilles Verlangen, Unsicherheit, Leidenschaft, Erlösung, dann wieder Zweifel, Ungewissheit,
Als weiteres hochkomplexes nie plakativ vereinfachendes Storyelemement erleben wir die Haftentlassung eines pädophilen Mannes, dessen neuer Wohnsitz in der Stadt bei seiner alten Mutter die besorgten Eltern zu wahren Hasstiraden, Lynchaufrufen und psychologischer Hetzjagd veranlasst.
Eindrucksvoll das unvergessliche Bild wie der schmächtige Ex- Sträfling, für alle Zeit gebrandmarkt, alleine in einer öffentlichen Badeanstalt schwimmt, während die geifernde Masse rund um den Pool den sozial Ausgestoßenen beobachtet.
Gerade hier ist die überragende Leistung des Films herauszuheben Stimmungen zu konterkarieren, niemals zu werten, oder Partei zur ergreifen.
Sowohl die berechtigten Ängste der Eltern werden gezeigt, als auch das Umschlagen in unverhältnismäßige Drangsalierung des Freigängers.
Täter, Opfer, - die Grenzen verschieben sich in diesem trügerischen Vorstadtidyll.
Moralische Tabus kennt " Litte Children" nicht.
Seine Beschreibung der Irrwege und Versuche der Menschen ihr Glück zu finden ist von trauriger Güte, wehmütiger Melancholie , und Warmherzigkeit gezeichnet.
Ohne Wertung wird hier erreicht unabhängig von der äußeren Beurteilung von Handlungen , innere Antriebe und Konflikte nachvollziehbar zu machen ohne sie zu verharmlosen.
"Little Children" schafft es hinreißend selbst eine schon für sich genommen hochbrisante Kindesverführer Studie ebenfalls nur als eine Nuance, ein Farbenspiel inmitten des großen Gemäldes erscheinen zu lassen.
Das wahre Drama , die innere Tragik spielt sich in viel alltäglicheren Situationen von ungelebtem in Routine erstarrten Leben oder daraus resultierenden , verzerrten Sehnsüchten nach Sexualität, Erfüllung, Liebe ab.
Da ist die Episode um den Kinderverführer nur die drastischste Ausprägung.
" Little children" bietet die faszinierende Möglichkeit das Denken , die Gefühle des Zuschauers in verschiedensten Bereichen zu inspirieren, und eigenständig noch lange nach dem Film weiterarbeiten zu lassen.
Raffiniert der Einsatz des Erzählers. Seine übergeordnete Form der emotionslosen Beobachtung ermöglichte dem Film sämtliche langwierige Expositionen niemals zu benötigen.
Wir kommen in diese soziale Gemeinschaft, leben ein Stück weit mit den Personen und verlassen sie danach auch wieder, als hätten wir nur einen kurzen beobachtenden Blick auf das unerklärbare Handeln des Homo Sapiens erhascht.
" Little Children" ist in seiner scheinbaren Beiläufigkeit und spielerischen Verknüpfung von ungeheuerer sogartig kraftvoller Dynamik.
Keine einzige Sekunde ist zu lang, gebannt erleben wir mitreißende authentische Darstellungsleistung einer hervorragenden Kate Winslet, einer abgeklärt, eiskalten Jennifer Connelly.
Denke man nur an eine lauernd dramatische Tischszene gegen Ende, bei der sich beide Pärchen zum scheinbar harmlosen Kennenlernen gegenübersitzen, dann weiß man was unterschwellig nervenzerrende Spannung bedeuten kann, wird es in so inszenatorischer Vollendung dargeboten.
Wie positionieren sich Menschen, die in ihrem Leben vor tönernen, festgefahrenen Situation stehen ?
Verharren sie , haben sie die Kraft neue Wege einzuschlagen ? Und sind neue Wege überhaupt das Allheilmittel ? "Der Hunger nach Alternative und die Weigerung ein lustloses Leben zu führen" -
Dies treibt den Menschen innerlich um. So versagen, lieben, begehren, zweifeln, resignieren, gewinnen diese Menschen, letztendlich wie wir alle.
Am Schluß bleibt die Erkenntnis , daß es wohl das alltägliche Leben selbst ist, mit all seine Verwirrungen, das jede einzelne Stunde die größten Herausforderungen aber auch die größte unberechenbare Magie beinhaltet.
Fazit: ein beglückender Film, der in seiner Vielseitigkeit stet neu entdeckt werden möchte, die Gedanken und Gefühle auf faszinierende Weise schweben läßt.
Es grenzt an ein filmisches Wunder, daß "Little Children" trotz dieser Komplexität , trotz immenser Reichhaltigkeit so unglaublich leichtfüßig und zugänglich bleibt, wie ein überschäumendes begeisterndes Sinnenerlebnis.
Ein großes Kunstwerk gedreht in eleganten Bildern, phantastischem Darstellerleistungen -ein zweistündiges packendes Filmerlebnis. Manche nennen ihn den besten Film des Jahres 2006.
Hier sind die Lobeshymnen einmal voll und ganz gerechtfertigt.
Wir werden sie nicht vergessen, diese kleine Stadt mit ihren großen und kleinen Schicksalen und dem Mysterium, das sich Leben nennt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein amerikanischer Albtraum..., 29. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
"Little Children" ist nun wirklich exzellent - angefangen schon von der Eingangssequenz - einem Kameraschwenk durch ein angestaubtes typisch amerikanisches Wohnzimmer, vollgestopft mit porzellangefassten Standuhren und kitschigen Porzellanfigürchen, die allesamt Kinder darstellten. Und immer wieder das Geräusch des Vorstadtzuges, das die Eintönigkeit des Lebens der Menschen begleitet. Beeindruckend ruhig bleibt der Film, seine Erzählweise ist geradezu asynchron klassisch, es gibt sogar einen Erzähler aus dem off!

In den Fokus der Geschichte geraten zwei Menschen, die ihren Platz in dieser Vorstadtwelt noch nicht wirklich einnehmen wollen, obwohl er ihnen unmissverständlich zugewiesen wird - Brad und Sarah - beide unglücklich liiert - beide frustriert von der Eintönigkeit des Alltags und dennoch gefangen darin, weil ihnen der berufliche Ausbruch misslungen ist: Er, der Hausmann, der sich von seiner Frau ausgehalten und kontrolliert fühlt, sie die längst vergessene Zweitfrau, die sich praktischerweise in das Haus eingefügt hat, über dem noch der Geist der verstorbenen Schwiegermutter schwebt. Während ihr Gatte sich längst im Internet bei Plastikschönheiten seinen Kick sucht, kann er gar nicht erkennen, was für eine erotische Frau da neben ihm verkümmert. Doch erst als sie seine heimliche Leidenschaft entdeckt, erlaubt sie sich endlich auch, ihre auszuleben und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit Brad. Doch der ist und bleibt - bis zum bitteren Ende - selbst ein Kind.

Die Besetzung - einschließlich Patrick Wilson - ist exzellent und das Drehbuch variiert den eigentlich ja gar nicht so originellen Stoff so geschickt, dass der Zuschauer bis zur letzten Sekunde gespannt bleibt auf den Ausgang der Geschichte, den ich hier nicht verraten werde - anschauen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht der beste Film des Jahres...., 3. Januar 2009
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
.... aber auch nicht der schlechteste.

Sarah geht nicht gerade auf in ihrer Rolle als Mutter. Sie lebt ein gutsituiertes Leben in einem typischen amerikanischen Vorort vor allem ziemlich direkt an ihren Wünschen und Träumen vorbei. Das ändert sich, als sie sich als einzige der versammelten Mütter auf dem Kinderspielplatz traut, den einzigen Vater (Brad) dort anzusprechen. Dieser ist äußerlich überaus attraktiv, aber ansonsten nicht gerade die Ausgeburt von Erfolgsmensch. Wohl wittern beide eine Chance ihrem unbefriedigten Eheleben zu entrinnen und lassen sich auf eine heimliche Affäre ein.
Doch nicht nur das trübt den "Idyll" des Vorortlebens....Ein kürzlich aus der Haft entlassener Mann, der sich vor Kindern entblößt hat, zieht wieder bei seiner Mutter ein. Ein ehemaliger Polizist rollt eine Kampagne auf, um ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen und die Bevölkerung vor dieser vermeintlichen Zeitbombe zu warnen.....

Zwei Handlungsstränge, die im Laufe des Filmes mehr und mehr miteinander verwoben werden. In knapp 2 Stunden strebt der Film auf einen Schluss zu, der kein "happy end" sein darf. Für die letzten 15 Minuten gibt's dann auch einen deutlichen Stern Abzug, nicht mangels happy end sondern weil ein bis dahin fast epischer Erzählstil recht abrupt abgeschnitten wird, sich die Ereignisse überschlagen (zum Teil unglaubwürdig rüberkommen... Skatboardszene) und der Eindruck entsteht, dass man es eilig hatte, ein Ende... wie auch immer... zu finden.
Ansonsten eine nachvollziehbare Handlung, gute schauspielerische Leistungen v.a. von Kate Winslet und Jackie E. Haley; und ein Patrick Wison, bei dem es einfach reicht, dass er ziemlich sexy wirkt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Künstlerisch wertvoll, aber..., 9. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Little Children (DVD)
unnötige Längen im Plot: klar braucht es Zeit, um die Story einer amerikanischen Kleinstadtidylle mit ihrer ganzen Doppelmoral und Verlogenheit zu entwickeln.
Was aber am Anfang noch als gut gemeintes Stilmittel überzeugend eingesetzt wird, verliert im Laufe der Zeit an Wirkungskraft und macht den Film stellenweise zäh wie Kaugummi.

Zur Geschichte nur so viel: Geschildert werden die Charaktere eines typischen amerikanischen Vorortes mit all ihren Untiefen und verborgenen Wünschen und abartigen Vorlieben, die unter dem Deckmantel der Normalität groteske Entwicklungen auslösen.

Ansonsten gibtŽs nur Lob: Figuren sehr gut ausgearbeitet, Besetzung genau richtig (wer denkt bei Kate Winslet eigentlich noch an diesen pappsüßen Film mit dem überdimensionalen Boot?!?), Erzählstränge und "Nebenschauplätze" gekonnt in Szene gesetzt und miteinander verflochten.

Das Beste zum Schluss: schon alleine wegen des Stilmittels des Off-Erzählers, der die Geschichte und das Innenleben der Figuren kommentiert, sollte jeder, der die etwas niveauvollere Unterhaltung schätzt, den Film anschauen- ungewöhnlich beeindruckend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Little Children
Little Children von Tom Perrotta (DVD - 2008)
EUR 4,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen