Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor indie-bücher Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More MEX Shower saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip NYNY

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen413
4,5 von 5 Sternen
Version: Standard|Ändern
Preis:20,39 € - 189,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 1. März 2010
Eines gleich vorweg:
Wer mit Fahrenheit - dem inoffiziellen Vorgänger - nichts anfangen konnte, kann diese Zeilen gleich überspringen. Wer Shenmue 1 oder 2 nicht sonderlich mochte, auch. Für Freunde von Fahrenheit ist dieser Titel, der den Vorgänger in vielen Punkten noch übertrifft, ein Pflichtkauf.
Ein rätselhafter Killer, der Origami-Killer, lehrt die Stadt das Fürchten. Die Polizei tappt im Dunkel. Es fehlen konkrete Hinweise und wieder ist ein weiteres Opfer verschwunden. Spannungsgeladen, nervenzerfetzend und zeitgetrieben begeben sich vier Personen, die zueinander in keinem Verhältnis stehen, auf die Suche nach dem Opfer. Hierbei werden sie mit ihren eigenen inneren konkurrierenden psychischen Instanzen konfrontiert durch die Frage: Wieviel würden sie geben, um jemanden, den sie lieben, zu retten?
Sie spielen alle vier Hauptrollen in diesem Psychothriller, der so viele verschiedene Facetten in sich trägt und einen Gefühlsbogen spannt, der seines gleichen sucht. Anleihen zu beispielsweise Schweigen der Lämmer, CSI, Sieben und natürlich Saw sind unverkennbar. Und wie bereits 2005 bei Fahrenheit die Konfrontation mit den psychischen Instanzen des abwägenden Ich`s (Persönlichkeit), Über-Ich (Gewissen) und dem Es (Summe aller Triebe) und dessen verzweifelter Kampf im Zuge der Angstbewältigung im Vordergrund stehen, durchleben alle vier Personen ihren individuellen Psychotrip. Auch bei Heavy Rain wird die einzigartige Atmosphäre durch meisterhafte, filmreife Kamerawinkel und Parallelbilder in Szene gesetzt. Allerdings fehlen jetzt eine Lebensenergieanzeige. Entweder wird diese direkt an der Person durch Mimik und Gestik ablesbar oder der Bildschirmrand verfärbt sich rot, wenn man beispielsweise durch einen scherbengepflasterten Schacht kriecht.

Pluspunkte:

- 10-15 Stunden Psycho-Horror-Thriller-Krimi vom Feinsten für das erste Durchspielen
- höchster Wiederspielwert
- toller Spannungsaufbau, es beginnt idyllisch und durch alltägliche fürsorgliche Aufgaben wird eine enge Bindung zu den Personen aufgebaut (mit den Kindern spielen, Einkauftüten tragen, etc.)
- Aktion-Reaktions-Prinzip: laut Entwickler hat jede Aktion (auch die nicht ausgeführte)seine unmittelbaren Konsequenzen
- die Entscheidungen beeinlussen die Entwicklung des Ausganges - in welchem Maß, kann ich erst nach dem zweiten durchspielen genau sagen, aber genau das erhöht den Wiederspielwert enorm, da man wissen will, was wäre passiert, wenn ich diese Person gerettet hätte oder jener anders begegnet wäre
- insgesammt ist die Grafik sehr gut gelungen. Optische Highlights wie ein Friedhof, ein Einkaufsladen und eine mystisch eingerichtete Wohnung laden zum Staunen ein, hingegen vielerorts die Texturen mehr Abwechslung vertragen hätten können...aber beispielsweise sieht ein Polizeirevier halt steril aus
- die Gesichtstexturen sind sehr glaubhaft und meist wirkt die Ausstrahlung der Personen den Umständen entsprechend gelungen (nachdenkliche Stirnfalten, zornige Lippen, gutmütige, treue, traurige Augen in fein modellierten Gesichtern)
- völlig unverkrampft gehen die französischen Entwickler mit Themen wie beispielsweise Erotik (gerade in Videospielen immer noch ein Dorn im Auge der Gesetzeshüter), Tod, Depressionen und Zwangsneurosen um
- diesbezüglich trägt die meist sehr gut gelungene Sprachausgabe der vielen Personen im Zuge der oscarreifen Inzenierung sehr bei
- die musikalische Untermalung ist situativ sehr gelungen (ruhige, melancholische Klaviermusik unterstreicht Frustmomente ebenso wie aufpeitschende Orchester-Schnellrythmen in Stresssituationen)
- die Steuerung ist (um es postiv zu formulieren) äußerst mutig und wiederum auch situativ gelungen, denn anstrendende Handlungen sind tatsächlich mit anstrengender Fingerakrobatik (z.T. 3-4 Tasten auf einmal gedrückt halten) verbunden...ein im Arm eingeschlafenes Baby bleibt auch nur schlafend, wenn ihr es ganz behutsam mit dem Stick in den Kinderwagen legt, ansonsten wacht es wieder auf, schreit und ihr müsst die Prozedur des Wiegens wiederholen, ehe ihr erneut versucht, es ganz sachte einzubetten
- in diesem Spiel stehen eindeutig unverzerrte und ungeschönte Alltäglichkeiten im Vordergrund, die einzelnd gesehen zwar langweilig wirken, aber in der Summe der Glaubwürdigkeit des Gesamtwerks einen unblaublichen Gefühlsbonus ausstrahlen...kein scheinheiliges, gelecktes amerikanisches Hochglanzkino, stattdessen eine bedrückte, melancholische, schizophrene, aber meist WAHRE, ECHTE und glaubhafte Gefühlswelt, die die vielen Seelenkerne der Protagonisten unvergleichbar in Szene setzt
- geschickte und kluge Verquickung der Storyelemente der vier Einzelschicksaale
- Steuerung ist ausgereifter als bei Fahrenheit, bleibt für mich allerdings der größte Schwachpunkt des Spiels
- die sonst übliche Spielelogik wird ausgehebelt: Ist eine Person tot, so ist sie es und ihr könnt nicht noch einmal mit ihr am letzten Speicherpunkt beginnen, was wie obig beschrieben den Wiederspielwert enorm steigert
- Zusatzinhalte, welche die Vorgeschichte der Figuren beleuchten, soll es geben
- glaubwürdige Wendungen und ein überraschendes Ende
- Regen nicht nur gelungenes Stilmittel

Minuspunkte:

- ja die Steurung: Ihr steuert die Figur nicht direkt über den Analogstick, stattdessen schaut ihr in eine Richtung und drückt dann die Schultertaste, damit die Figur geht oder situativ auch in diese Richtung läuft..wäre alles nicht schlimm, aber manchmal ist die Steuerung so zickig, dass eure Figur aufgrund der Architektur des Raumes und der Kameraeinstellung nicht mal in die blickende Richtung läuft und stattdessen, da ihr intuitiv mit dem Analogstick gegenansteuert wie ein Besoffener hin und her pendelt...und da mir das selbt nach einmaligen Durchspielen also ca 12 Stunden Spielzeit selten, aber immer noch passiert, kann ich diese Steuerung nicht gut heißen
- zuzüglich ist manchmal nicht klar, wenn ein Bildwechsel erfolgt ist, ob ihr nun die eingeschlagene Richtung beibehalten oder die entgegengesetzte ansteuern sollt (gerade der Schacht war sehr nervig, da ihr da z.T.drei Richtungen habt und euch fragt, welcher Richtung hat sich die Figur jetzt eigentlich zubewegt..da hilft die Logik ein Streichholz anzuzünden, um den Windstoß (Ausgang) auszumachen nicht wirklich weiter, da ich Windwechsel erlebte, die scheinbar einer höheren Logik bedürfen oder durch den Bildschirmwechsel für Verwirrung sorgten
- zu viele Quick-Time-Drück-Sequenzen; und noch schlimmer: teilweise ewig lang, um wirklich eine Erfolgstrophäe freizuspielen
- warum kann man nicht shenmue-like wenigstens die Kampfszenen direkter Steuern ?
- warum sind die auf einer Kreisbahn laufenden auswählbaren Antworten erstens so klein und zweiten teilweise im Hintergrund verschwindend? Das wird desshalb zum Problem, da ihr nur eine bestimmte Antwortzeit habt; ansonsten entscheidet die Figur bzw.das Programm
- teilweise Logikfehler: ein hinkender Schwerverletzter entkommt niemals einem rennenden Cop, nur weil dieser durch einige Passanten blockiert wird. Ebenso entkommt ein angeschlagender Schwerverletzter einer Horde von Polizisten nicht, nur weil er sich von einem Haus rückwärtig fallend hinabstürzt, um nach diesem Sturz danach voller Tatendrang einen Taxifahrer aus dem Taxi zu werfen und zu fliehen...im zweiten Falle sind möglicherweise die Wege der Todesangst und des Selbsterhaltungstriebes unergründbar
- ich persönlich hätte mit bestimmten Personen lieber länger gespielt, ehe der Figurenwechsel den Handlungswechsel einleitet...die Stimme des FBI-Profilers gefällt mir bis jetzt nicht (das gleicht auch nicht die genial in Szene gesetzte Technikausrüstung aus), so dass ich lieber länger mit der Fotografin oder dem freundlichen Detektiv gespielt hätte
- manche klanglichen Emotionen wie z.B.weinen oder das aggressive Temperament des FBI-Profilers wirken äußerst gekünzelt
- der sogenannte "Uncanny Valley"-Effekt lässt manche Gesichter z.T. steril und leblos wirken, teilweise blicken die Augen durch einen durch
- für Hardcore-Zocker ist das Spiel definitiv zu einfach

Schlussbilanz:
Aufgrund der Steuerung hätte ich dem Spiel normalerweise 4 Sterne ausgesprochen. Rein logisch betrachtet ist mein Urteil (5 Sterne) ebenso wenig normal wie das Spiel selbst. Warum ich dem Spiel trotzdem uneingeschränkt in seiner Gesamtheit 5 Sterne ausspreche, bleibt für mich selbst ein ähnliches Rätsel wie die Analyse darüber, womit die Macher es geschafft haben, ein derartig tiefgreifendes, athmosphäres und einzigartiges Kunstwerk zu erschaffen. Vermutlich in einer beinahe perfekten Verquickung von Logik und Trieb, von Gewissen und Logik, von Gewissen und Reibung am Aggressionstrieb - genährt durch tiefe Frustration, die in keinem Spiel bisher besser dargestellt wurden. Aber nach wie vor seien alle gewarnt, die durch das Quick-Time-Gehämmere, was vielerorts schon eine Plage ist, genervt sind. Alle, die die Machart von Shenmue oder Fahrenheit zu schätzen wissen, erleben hier beste Unterhaltung - wer diese beiden Titel nicht kennt und offen für ein ganz neues Spielerlebnis ist, sollte auch unbedingt zugreifen.

Grafik: 8,4 von 10
Musik: 9,1 von 10
Spielspaß: 8,8 von 10
Einmaligkeitfaktor: 10 von 10
(für Fahrenheit und Shenmue nicht Kundige)
Wiederspielwert: 10 von 10

So, auf geht`s in die nächste Runde!
1616 Kommentare|239 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 8. Juli 2010
Videospiele werden immer teurer und komplexer. Dies kommt den Zockern zugute, denn mit höheren Geldern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Endprodukt ausgereift und technisch absolut beeindruckend ist. Weiterhin versucht man mit einem Spiel eine große Zielgruppe zu erreichen, damit das Produkt verkaufstechnisch ein voller Erfolg ist. Was ist jedoch, wenn die Entwickler sich bewusst von einem Trend entfernen und ein völlig neuartiges Spielgefühl erzeugen wollen? Das Risiko ist hoch, dass das Spiel ein Verkaufsflop wird und das Entwicklerstudio vielleicht Pleite geht. Quantic Dream hat sich nach Fahrenheit (PS2) erneut für dieses Risiko entschieden und mit Heavy Rain ein Spiel entwickelt, welches mit viel Mut zu Innovationen den Spieler überraschen möchte auch auf die Gefahr hin, ihn zu verwirren. Was Heavy Rain so einzigartig macht, zeigt die folgende Rezension.

In einer Stadt an der Ostküste der USA verschwinden seit Jahren im Herbst Kinder. Diese werden 3 bis 5 Tage später ertrunken in Regenwasser aufgefunden mit stets demgleichen Ritual. Eine Orchidee auf der Brust und eine Origami-Figur in der Hand. Die Polizei tappt im Dunkeln, es gibt keine Beweise auf die Identität oder das Motiv des sogenannten Origami-Killers. Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen von vier Hauptfiguren. Ethan Mars ist beruflich erfolgreich, führt ein schönes Leben mit Frau und Kindern in einem noblen Architektenhaus. Sein Leben verläuft hervorragend, bis es zu einem tragischen Familienunglück kommt. Zwei Jahre später kommt es zu einem erneuten Familiendrama, wo sein Sohn wahrscheinlich vom Origami-Killer entführt wurde. In der Rolle von Ethan Mars liegt es nun am Spieler seinen Sohn zu retten. Weiterhin gibt einen Privatdetektiv, der auf eigene Faust Erkundungen anstellt und versucht den Origami-Killer zu schnappen. Die dritte spielbare Person ist ein drogenabhängiger FBI-Agent. Er unterstützt die Ermittlungen der örtlichen Polizei und hat Zugriff auf verschiedene Hightech-Untersuchungsgeräte. Die vierte Person ist eine junge Reporterin, deren Motiv bis fast zum Schluss des Spiels geheim ist.

Beeindruckend in Heavy Rain ist die Entscheidungsfreiheit, mit der es der Spieler zu tun bekommt. Jede Aktion hat Einfluss auf den weiteren Fortlauf der Geschichte. Mal ändert sich nur ein Dialog oder mal ist ein Kapitel früher oder später zuende. Im schlimmsten Fall sterben sogar eine oder mehrere Personen im gesamten Spieldurchgang. Und selbst dann läuft das Spiel weiter und endet nicht mit einem "Game over" - Bildschirm! Zwar ist es teilweise doch vorgeschrieben, wann welche Personen sterben können, obwohl diese Person sich gerade in einer sehr gefährlichen Situation befindet, diese sich jedoch dann auomatisch befreit. Allerdings merkt man dies im 1. Durchgang nicht und ist somit doch angetrieben zu wissen, wann eine Person sterben kann. Jede Person kann mal mehr, mal weniger Risiko bei der Suche nach dem verschwundenen Kind eingehen. Daraus ergibt sich eine enormer Wiederspielwert, denn das Spiel enthält 18 verschiedene Enden und kann in fast allen Kapiteln verändert werden. Grundsätzlich bewegt man seine Figur mit dem linken Analogstick, mit R2 geht man langsam oder schnell. Der rechte Analogstick ist wohl die wichtigste Eingabemethode. Mit ihm führt man die Bewegungen auf dem Bildschirm nach, so wie sie eingeblendet werden. Diese Aktionen sind Abhängig von der jeweiligen Situation. Ansonsten kann man noch zwischen zwei Kameraperspektiven wählen. In Kampfpassagen, welche aus Quick-Time-Events bestehen, kommt es auch vor, dass die Sixaxis-Funktion eingesetzt werden muss. Anders als in Quick-Time-Events von anderen Spielen, gibt es kein Sieg oder Niederlage, sondern das Spielgeschehen läuft immer weiter und nimmt deshalb einen anderen Lauf. Es ist auch nicht immer verheerend, wenn man mal eine Eingabe verpasst. Im Gegensatz zu Fahrenheit muss man das QTE nicht erneut herangehen, was den Frustrationspegel sehr weit unten hält. Durch Drücken der L2-Taste ist es zudem jederzeit möglich die Gedanken der Person zu erfahren, was nützlich ist, denn dadurch weiß man immer, was als nächstes zu tun ist. Auch hilft diese Funktion ungemein, um sich mit dem Charakter zu identifizieren, denn so erfährt man mehr über die Gefühlslage des jeweiligen Charakters.

Die Grafik leidet gelegentlich unter Tearing, überzeugt allerdings mit detaillierten Umgebungen und größtenteils scharfen Texturen, sowie den wohl beeindruckendsten menschlichen Personen, die ein Videospiel bisher geboten hat. Jede Figur wurde durch Schauspieler und Motion Capturing Aufnahmen nachgebildet. Das Ergebnis sind äußerst reale Animationen, Mimiken und Gestiken, die auf der PS3 bislang in keinem Spiel so real dargestellt wurden. Besonders die vier Hauptfiguren überzeugen durch eine grandiose Mimik, so dass diese Personen absolut menschlich wirken. Aber auch Nebenfiguren bestechen durch eine hervorragende Mimik und Gestik. Außerdem bekommt der titelgebende Regen auch grafisch eine große Rolle. Regentropfen auf Autos und Gesichtern sehen phänomenal realistisch aus. Der Soundtrack wurde in den Abbey Road Studios in London aufgenommen und ist immer passend zum Spielgeschehen, unterstützt die Gefahr oder Ruhe einer Situation und ist einfach grandios, denn er steigert die Dramatik beträchtlich. Dies wird durch eine sehr gute deutsche Synchronisation, welche fast immer lippensynchron ist, noch unterstützt. Das Spiel läuft zudem in DTS 5.1. Leider gibt es gelegentich kurze Tonfehler am Anfang eines Kapitels. Aus diesem Grund wurden zwei Patches veröffentlicht, die dies verhindern sollen. Leider ist dies nicht immer der Fall, aber sie treten auch nicht regelmäßig auf, weshalb dies der Atmosphäre nicht schadet. Löblich ist außerdem die Kapitelauswahl. Dadurch kann man nach dem 1. Spieldurchgang in ein Kapitel "reinspringen", um dort zu probieren, "Was wäre, wenn?". Dabei kann man aussuchen, ob man den Spielstand sichern will, um beim nächsten Mal an dieser Stelle automatisch weiterzumachen oder ohne zu speichern die Szene spielen möchte.

Heavy Rain baut durch diese Faktoren eine ungemein dichte Atmosphäre auf, wie es sie in keinem Spiel bislang gab. Die Personen wirken nicht unreal, sondern sind menschlich, weshalb man sich sehr gut mit ihnen identifizieren kann. Dies führt sogar so weit, dass der Spieler automatisch mitdenkt, sich freut oder mitleidet, wenn die Person in Gefahr ist. Gerade in der Rolle des Familienvaters, der alles gibt um seinen Sohn zu retten, wird Heavy Rain sehr ernst und spielt mit den Emotionen des Spielers. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, denn die Personen sind wie weiter oben erwähnt, sehr real und wirken zutiefst menschlich. Es kommt sogar vor, dass der Spieler zeitweise gestresst sein kann vom Geschehen, denn das Spiel fordert in kniffligen Situationen den Spieler und meistens bleibt nie lange Zeit zum Nachdenken, denn es kann um Leben und Tod gehen. Neben den unterschiedlichen Enden und Handlungsmethoden motivieren Trophäen und das Freischalten von Konzeptbildern und Making-of-Videos.

Fazit: Quantic Dream ist es tatsächlich gelungen mit Heavy Rain ein filmreifes, interaktives Drama auf die Beine zu stellen, welches den Spieler nicht nur blendend unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt und dem Spieler die Frage stellt, wie weit man gehen würde, um jemanden zu retten, den man liebt. Diese Antwort auf diese Frage kann man nur selbst wissen. Und das ist etwas, was Heavy Rain zum wohl einzigartigsten Spiel 2010 macht und für den Mut zu so einem Spiel bekommt Quantic Dream meinen allerhöchsten Respekt. Eine fantastische Spielerfahrung, die es so nur sehr selten gibt.

Sonstige Anmerkungen: Festplatten-Installationsgröße: 4 GB, HD-Auflösung 720p
44 Kommentare|55 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wer hier Baller und Sprungorgien erwartet liegt vollkommen falsch. Hier trifft man auf den inoffiziellen Nachfolger von dem Game Fahrenheit auf der PS2 und vom PC, welches sich nicht durch Daueraction ausgezeichnet hat, sondern mit einer tiefgründigen Geschichte und einer innovativen, ruhigen Spielweise die mehr einem interaktiven Film gleicht.

Was man serviert bekommt ist ein spannender Thriller mit einzigartigen Charakteren und sehr solider und komplexer Storyline. Herzstück sind Quicktimeevents (QTE's, wo man auf dem Bildschirm eine angegebene Tastenfolge auf dem Pad möglichst schnell eingeben sollte) und Dialogoptionen, die je nach Ergebnis, die Story beeinflussen können. Desöfteren müssen auch moralische Enrscheidungen getroffen werden, die einem zum Teil persönlich richtig wehtun und menschlich berühren, welches aber gerade die Tiefgründigkeit dieses Games erkennen lassen.

Tatorte können auf Hinweise durch scannen mit einer Spezial-Scannerbrille untersucht werden. Die Brille birgt allerdings noch andere Fähigkeiten, die einen manchmal überraschen lassen.

Desweiteren lassen sich geschichtsabhängig im Spiel verschiedene Personen steuern, die alle unterschiedliche Charaktere haben, welches eine große Abwechslung bietet. Emotionen wie Trauer, Verzweiflung und Wut, wie aber auch Freude lassen einen mitfühlen, falls man nicht durch Dauerspielen extremer Gewaltgames gefühlsmäßig moralisch abgestumpft ist.

Auch die sehr vielschichtige Charakterzeichnung der Hauptprotagonisten und auch der Nebendarsteller mit deren Interaktionsmöglichkeiten die sich ihnen bieten, lassen eine geradezu pedantische Liebe zum Detail erkennen, die bei den meisten anderen Games nur eine lästige Nebensächlichkeit sind.

Zusammenfügen von Tatorthinweisen, und den daraus folgenden Untersuchungen lassen manchmal z.B. eine Schießerei beginnen, die aber nicht egoshootermäßig verläuft. Überraschende Storywendungen mit einigen Überraschungen lassen so schnell keine Langeweile aufkommen. Der ganzen Komplexität der Story sei auch geschuldet, das man doch dann und wann einige Logiklöcher erkennt, diese aber durch den Gesamteindruck der ganzen Spielinszenierung, zumindest für mich, wieder wet gemacht wurden.

Eine sehr gute Grafik mit einem hervorragenden Motion-Capturing (insbesondere seien hier die Gesichtsanimationen erwähnt), sowie eine sehr einfache Bedienbarkeit machen dieses "Cinemaspiel" auch Nicht- und Gelegenheitsspielern zugänglich. Für mehrere spannende Spielabende ist (für einen "Spiel" im Film) gesorgt. Verschiedene Storyabläufe und Spielenden erhöhen den Wiederspielwert. Verschiedene, sehr abwechslungsreiche Locations mit großer Liebe zum Detail, und die immer passende Geräuschkulisse, wie auch die stimmige Hintergrundmusik überzeugen nachhaltig.

Was hier Quantic Dream mit ihrem Chefspieleentwickler David Cage auf die Beine gestellt hat, ist wieder ein Game, welches sich nicht vom allgemeinen Mainstream einvernehmen läßt, sondern sein Hauptaugenmerk wieder auf die vielschichtigen Charakterzeichnungen legt und mit einem außergewöhnlichem Spielkonzept, in diesem Spielebereich wieder eigene Standards setzt.

Für alle die es mal nicht so hektisch mögen und offen sind für Innovationen (mit einem Schuss "Film Noir"), die auch Fahrenheit mochten, sei dieses Spiel ans Herz gelegt. Alle, die Daueractionanhänger von Spielen wie Call of Duty, Battlefield oder Killzone sind, und bei einem Game wie Tombraider schon einschlafen, sollten einen großen Bogen um dieses Game machen!

Für alle anderen die vielleicht auch noch den spielerischen, aber nicht storytechnischen Nachfolger Beyond Two Souls, der das gleiche Spielprinzip leicht abgewandelt weiterführt und auch von Quantic Dream und derem Innovationsgenie David Cage entwickelt wurde, gamen möchte, habe ich unten bei den Kommentaren ein Link zu meiner diesbezüglichen Spielerezension eingebaut!

UK-, sowie die europäische Pegiversion sind inhaltlich und spielerisch fast identisch mit der deutschen Version. Bei dem Uk-Import gibt es allerdings keine deutsche Sprachausgabe, Untertitel und Menüführung. Da es das deutsche Game mittlerweile als Essential und Platinumversion gibt, würde ich auf jeden Fall diese vorziehen, da der dort Neupreis doch erheblich niedriger ist. Für Sammler hingegen ist natütlich diese Version vorzuziehen.

Es wird hier explizit darauf hingewiesen, das dieses Game ungeschnitten ist. Dieses ist absolut überflüssig, da es keine geschnittene Version auf dem Markt gibt, außer vielleicht in Australien, die zum Teil eine noch restriktivere Indizierungunart betreiben, als es zum Teil in Deutschland der Fall ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Games, muß man hier auch nicht die deutsche Synchronisation zu fürchten. Sie ist der englischen Synchro absolut ebenbürtig, persönlich würde ich sogar sagen, besser. Man findet allerdings auch hier die englische Tonspur.

P.S.

Freue mich über jedes Feedback, und jeden der sich die Zeit genommen hat, diese doch recht ausführliche Rezension zu lesen. Wenn ich damit keinen Erkenntnisgewinn bei Ihnen erzielen konnte, hoffe ich Sie doch zumindest gut unterhalten zu haben.

Bilder bzw. Screenshoots, zu dem hier von mir rezensierten Produkt, befinden sich bei den veröffentlichten Kundenbildern !

Ansonsten GOOD GAMING !!!
11 Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2014
Meine kleine Schwester und ich haben uns voller Vorfreude vor die PS3 gesetzt und "Heavy Rain" innerhalb von einem Monat durchgespielt. Dieses "Spiel" ist ein einzigartiges Erlebnis!

"Heavy Rain" bewegt sich auf einem inszenatorischen Spitzenniveau. Die Grafik ist schlichtweg umwerfend. David Cage stellt seine Hauptcharaktere sehr realitätsnah dar und lässt sie jede Emotion glaubwürdig über den Bildschirm flimmern.

Auch erzählerisch hat dieser interaktive Spielfilm einiges zu bieten. Es gibt vier Hauptcharaktere, wobei jeder einzelne seine eigene, teils bewegende Geschichte erzählt. Haupthandlungsstrang: Der Origami-Killer ist in der Stadt und hält die Bürger in Atem. Im Laufe der Story laufen alle Handlungsstränge ineinander zusammen, was unfassbar packend strukturiert und klug gelöst ist.

Das Gameplay war für mich als Laie erstmal sehr ungewohnt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Teilweise wird man mit den vielen Knopf-Kombinationen ziemlich herausgefordert! ;-)

Fazit: Ich kann dieses Spiel wirklich JEDEM Besitzer einer PS3 an's Herz legen. "Heavy Rain" ist ein brachial gutes Spiel, was sich beinahe wie ein Spielfilm anfühlt und bietet storytechnische Ansätze, die für die Game-Welt beisspiellos sind. Allein das Gameplay und die Ästhetik, die das Spiel ausmachen - großartig. Hier liegt uns eine Perle vor, die eine gute Verfilmung verdienen würde.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Februar 2010
WOW !!

Ich habe das Spiel seit zwei Tagen und bin gerade im letzten Drittel des ersten Durchgangs.
Ich bin mir aber sicher, daß ich das Spiel noch einige Mal durchzocken werde.
Warum erkläre ich etwas später.

Für mich läutet Heavy Rain eine neue Ära der Videospielgeschichte ein.

Das Spiel beginnt wie eine Sims-Folge und entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem hochspannenden Thriller.
Ob man den Origami-Killer findet und ob alle vier Hauptpersonen bis zum Schluß überleben, liegt nur in der Hand des Spielers.
Durch den eher ruhigen Beginn der Story wird zu allen wichtigen Akteuren eine emotionale Bindung aufgebaut.
Dadurch berührt einen das Schicksal der virtuellen Personen viel mehr als in allen anderen Videospielen.
Durch die verschiedenen Handlungen beeinflußt der Spieler die Story und daher ist der Wiederspielwert sehr hoch, da es einige verschiedene Enden des Spiels gibt.
Die Story und die Atmosphäre sind, neben den herausragenden technischen Eigenschaften des Spiels, die größten Pluspunkte.

Daß das Spiel nur aus den berühmt berüchtigten Quick-Time-Events besteht, wissen die meisten wohl schon.
Dadurch wird der Spieler, wenn die Story vorangetrieben wird, meistens zum Zuschauen verdammt.
Aber Heavy Rain ist auch kein normales Spiel, sondern wirklich ein Film zum Mitspielen.
Sogar die Sixaxis-Steurung wurde einmal sinnvoll in ein PS3-Spiel integriert.
Manchmal muß man seine Finger zu Höchstleistungen bringen wenn vier oder fünf Tasten gleichzeitig (!!) zu drücken sind.
Der Umstand, daß das Spiel nur aus Quick-Time-Events besteht, wird einigen Profi-Zockern sicher nicht gefallen.

Nun zur technischen Seite:
Unglaublich was die Programmierer von Quantic Dreams hier auf die Beine gestellt haben.
Die Grafik gehört zum Besten, was ich auf der PS3 bisher gesehen habe.
Vor allem die Gesichtskonturen haben es mir angetan.
Diese sind dermaßen detailliert, daß man Emotionen wie Ärger, Spannung oder Angst aus ihnen herauslesen kann.
Auch die Umgebungsgrafik und die Texturen sind sehr gut.
Nur gelegentliches Tearing (Bildzerreissen) trüben den hervorragenden Gesamteindruck.
Der orchestrale Soundtrack ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.
Dieser passt hervorragend zum Spiel und verstärkt die düstere Handlung und Atmosphäre des Spiels nochmals.
Auch die deutschen Synchronsprecher machen großteils einen guten Job, was ja nicht immer der Fall ist.
Man kann das Spiel aber auch in der englischen Originalsprache genießen.
Auch deutsche Untertitel sind möglich.

Fazit:
Ich bin schwer beeindruckt.
Heavy Rain bringt ein völlig neues Spielgefühl rüber. (den inoffziellen Vorgänger Fahrenheit kenne ich leider nicht)
Es dürfen ruhig mehr solcher Spiele erscheinen.
Profi-Zocker werden wahrscheinlich etwas unterfordert sein, da der Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch angesetzt wurde.
Trotzdem sollten sich alle PS3-Fans dieses Juwel nicht entgehen lassen.
Heavy Rain ist sicher ein Spiel, daß einem noch lange im Gedächtnis bleibt und über das man noch lange diskutieren wird.
Und da will ja jeder mitreden können, oder ?? ;-)

Bewertung:
Grafik: 9.5 von 10
Sound: 9.5 von 10
Spielspaß: 93 von 100

P.S.: Sorry für die lange Rezension, aber Heavy Rain kann man einfach nicht in zwei oder drei Sätzen beschreiben.
1313 Kommentare|131 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2012
Egal wie man sich entscheidet, es könnte ein Fehler sowie das große Glück bedeuten.
Fesselnd .. Ergreifend .. Mitreißend und spannend bis zur letzten Sekunde
Das alles ist Heavy Rain.

Ein Game indem sich das Ende erst während dem Spielen entscheidet. All das macht dieses Game zu etwas ganz Besonderem.

Story 5 / 5
Spannung 5 / 5
Grafik 5 / 5
Realitätsfaktor 5 / 5

Ist das Spiel erst einmal begonnen, entführt es dich in die Welt von Heavy Rain und du bist mitten drin.
Mitten drin in einer STORY die man am eigenem Leibe zuspüren glaubt.

Ich kann nur meine absolute Kaufempfehlung aussprechen.

aber Vorsicht: NIX für schwache NERVEN !!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juni 2010
Ich habe "Heavy Rain" auf Empfehlung, dass erste Mal vor ein paar Wochen gespielt.
Überhaupt war es für mich das erste Mal, dass ich an der Play Station 3 gesessen habe und ich muss sagen, dass mich "Heavy Rain" auf Anhieb sofort begeistert hat.
So sehr, dass ich jetzt bereits mit dem Gedanken spiele, mir dafür extra die Play Stastion 3 zu bestellen. ;)

Für mich ist es vorallem wichtig, dass Spiele eine gute Story haben. "Heavy Rain" hat dies zweifelsohne.
Ich habe das gesamte Spiel binnen ein paar Stunden (am Stück) durchgespielt, um es danach gleich ein zweites Mal anzufangen. (Und wäre mir nichts dazwischen gekommen, dann hätte ich den Controller sehr wahrscheinlich garnicht mehr weggelegt.- Wenn das mal nichts heißen mag!?)

Was mich besonders an diesen Spiel gereizt hat, dass ist die Tatsache, dass man nie wirklich verlieren kann. Egal wie man spielt, dass Spiel ended erst dann, wenn man es durchgespielt hat. (Dabei verändert jede noch so kleine Aktion, die gesamte Handelung und beeinflusst so wieder den gesamten Spieleverlauf zwangsläufig.)
Dadurch gilt es immer wieder neue Spielszenen/Spielefascetten zu endecken und erkunden.
Weshalb meiner Meinung nach, der Suchtfaktor auch schnell steil in die Höhe schießt. ;)

"Heavy Rain" bietet jedoch nicht nur spannende, tiefgrundige Unterhaltung und einen hohen Suchtfaktor mit mehrfach Spielewert, nein, es besticht auch durch eine einzigartige - teils erschreckende - Story, die aktueller unser Leben in der heutigen Gesellschaft nicht wiederspiegeln könnte: Eine Gesellschaft, die wegsieht, den Blick fürs wesentliche allmälich verliert, Grenzen dabei oftmals achtlos überschreitet und darüber vergisst, dass jede noch so kleine Tat, Konsequenzen mit sich bringt, die manches Mal unabsehbar sind...

Zudam zeigt "Heavy Rain" ganz ungeschönt, die menschlichen Abgründe (in allen Fascetten) und verdeutlicht, dass echte Vaterliebe keinerlei Grenzen kennt. (Auch nicht die, die grausamer und psychologisch wahnsinniger nicht sein könnten.)

"Heavy Rain" fängt ganz langsam an, ja fast unbedeutend (-wie ein Kinderspiel) und steigert sich aber dann unaufhaltsam, immer mehr in echten Psycho-Horror-Spiele-Spaß. Fast so, als würde man einen Teil von "The Saw" auf einer Konsole nachspielen. Erst am Ende erfährt der Spieler, welche grausamen Hintergründe zu diesen Höllentrip geführt haben und man fühlt sich persönlich hin-und hergerissen...

Ein echtes ergreifendes Gefühlschaos entsteht.
-Eine explosive Mischung aus: Adrenalin, Angst, Wut, Abscheu, Verachtung und ein Mischmasch aus Erleichterung, Verständnis, Mitleid und Mitgefühl bilden zum Schluss den krönenden Abschluss, dieser bildgewaltigen Konsolen-Story.

Hinzu kommt, dass auch die gekonnte musikalische Untermalung und die fast lebensechte Grafik einen wesentlichen Teil zum "Abtauchen" ins Spielgeschehen beitragen. Wodurch sich der Spieler noch enger mit dem Spiel verbunden fühlt.

Ich kann "Heavy Rain" nur Jeden wärmstens empfehlen, der auf gute Unterhaltung mit einer satten Portion Action und Herz steht. Dabei sollte man sich jedoch nicht, vom anfänglich verspielten Einstieg täuschen lassen. Dann in "Heavy Rain steckt weitaus mehr, als man zuerst vermuten mag...
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2010
HEAVY RAIN ist ein Mystery-Thriller-Spiel mit komplett neuem Spielansatz, einer sehr schöne Atmosphäre im Stil von Fincher's SE7EN ... und äußerst intelligente Storyline! Es geht darum Beziehungen zu Personen aufzubauen und gleichzeitig einen mysteriösen Serienkiller zu jagen, aus wechselnden Perspektiven. Erfahrene Spieler werden zunächst über die etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung stolpern, da man sehr eingeschränkt in Bewegung und Aktionen ist ... Und man nicht eben die Kamera schwenken kann. Man ist quasi teil eines Films und um einen herum passieren Dinge, die man nicht kontrollieren kann, inkl. Kamera und Schnitten aber auch Ereignisse. Aber trotzdem müssen eigenen Entscheidungen in Realzeit getroffen werden. Das Spielprinzip hab ich so noch nicht erlebt. Da hat die Jagd nach dem Killer den gleichen Stellenwert, wie beispielsweise eine Beziehung zu deinem Sohn aufzubauen, oder den Alltag zu meistern. Und es geht gar nicht darum zu verlieren oder zu gewinnen, sondern die ausweglose Situationen tragen teilweise zum Spielspaß bei, wie auch bei einem Film erstmal dramaturgisch ein Tiefpunkt geschaffen werden muss. Alles dreht sich sehr stark um Emotionen, wie die Liebe zum eigenen Kind, um Schmerz beim Verlust und Angst und Hoffnung. Es geht vielmehr um innere Konflikte und die Auseinandersetzung damit... und man kann dann auch einfach nicht immer gewinnen. Und über allem steht die Frage: "Wie weit würdest du gehen, um deinen Sohn zu retten". So darf der Spieler selbst entscheiden, ob er auf der Autobahn gegen die Fahrtrichtung fährt, sich einen Finger abschneidet oder das tödliche Gift trinkt, um seinen Sohn zu retten. Ein Psychotest, bei dem auch getestet wird, wie weit der Spieler gehen würde, oder wie viel Skrupel er hätte beispielsweise einen Familienvater zu töten.

Die PS3 ist allerdings mit der Animation teilweise überfordert und vor allem in aufwändigen Sequenzen gerät meine ins Stocken. Und leider ist die Steuerung wie gesagt teilweise etwas dämlich und selbst geübte Konsolenspieler rennen hier und da gegen den Türrahmen. Und die Spieldauer hätte ruhig etwas länger als 10 Stunden sein können. Ansonsten TOP!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. November 2014
Ich stehe auf spannende Spiele mit ausgeklügelter Story (z.B.Fahrenheit,Last of Us,The Evil Within und Beyond two Souls)...Heavy Rain ist so ein Kandidat.Sehr spannende Story,sehr gute Grafik(kein Last of Us oder Beyond two Souls,aber schon sehr perfekt,wie ich finde),teilweise sehr hart (für USK ab16) und immer wieder überraschende Wendungen,die wir durch unser Handeln selber beeinflussen können.Das Spiel beginnt die ersten Minuten seicht,aber was dann auf einen zurollt,ist eine Lawine an Ideen,Storyaufbau und radikaler Härte,das einem der Atem stockt (und das ist wirklich Filmreif)...Ein Spiel,das man nur lieben kann
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juli 2010
Das Spiel hat mich mächtig begeistert. Es ist wie das wirkliche Leben, in dem man Entscheidungen fällen muss, die dann den weiteren Handlungsverlauf bestimmen. Ob man gut ist in etwas oder nicht, ob man Dinge übersieht oder die kostbare Zeit mit unwichtigen verbringt, wie man mit den Menschen spricht und mit wem, ob man sich traut oder nicht, all das bewirkt die Handlung, das Leben, in manchem Fall das Überleben. Lässt man sich zuviel Zeit oder trifft gar keine Entscheidung, dann hat man die Entscheidung bereits getroffen, dann wollte man es nicht tun, man hat sich dagegen entschieden.
So vieles im realen Leben tut man, ohne dabei über mögliche oder notwendige Folgen nachzudenken. Welche Auswirkung das Tun oder Unterlassen in den vielen Lebenssituationen eines Tages hat, kann man nicht in einem Savegame oder einer Kapitelauswahl gegen bessere Ausgänge der Handlung abwägen, man tut es und muss mit Konsequenzen leben. Manche Menschen haben es gelernt, richtige Entscheidungen zu treffen, die passende Aktion im nötigen Moment zu tätigen oder Dinge zu sehen, die ihrer Aufmerksamkeit wert sind, sie vergeuden ihre Zeit nicht, lassen sie nicht untätig ablaufen und kommen am Ende bei einem insgesamt glücklicheren Ausgang der Story an als ungeübte, unkonzentrierte Spieler, bzw. Zocker. Diese genießen den Abspann, weil sie wissen, dass ihr Leben einen guten Weg durch die richtigen Entscheidungen genommen hat.
Mit jeder Entscheidung kann sich die Story ändern, denk darüber nach wohin!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Fragen? Erhalten Sie schnelle Antworten von Rezensenten

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie eine korrekte Frage eingegeben haben. Sie können Ihre Frage bearbeiten oder sie trotzdem veröffentlichen.
Geben Sie eine Frage ein.
Alle 5 beantworteten Fragen anzeigen

Haben sich auch diese Artikel angesehen


Gesponserte Links

  (Was ist das?)