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am 1. Mai 2008
Um mit den guten Seiten dieser CD zu beginnen: so wie Andras Schiff die Sonate op. 81 a beginnt, ist dies maßstäblich. Wie man in so wenige Akkorde so viel Farbe hineingeben kann ( der Klang ist, wie bei ecm üblich, hervorragend). Und Sehnsucht dazu. Beethoven , ein Romantiker.

Klangfarben, höchste Differenzierung, Klarheit des Klangbildes, das sind die unbestreitben Vorzüge des Spiels von Schiff. Sein Forte bleibt immer durchhörbar.

Die andere Seite dieses Vorzugs ist, dass Schiff jede Roheit abgeht, die Beethoven aber auch eigen ist. Seine Appassionata ist eine rohe Leidenschaft ( die Nachbarschaft zur fünften Sinfonie sollte nicht überhört werden). Wenn ich Schiff höre, wie er diese Nachbarschaft mit der linken Hand spielt, bin ich enttäuscht. Hier ist Vornehmheit nicht am Platz. Eine solche Sonate höre ich dann eindeutig lieber mit Richter, der ihr 1953 in Moskau die Leidenschaft gegeben hat, die dem Stück angemessen ist. Da sollte das Forte richtig donnern können. Das kann man natürlich auch ganz anders sehen. Aus einer aktuellen Kritik:"Da besticht immer wieder die transparente Zielstrebigkeit im Stimmenverlauf. Aus profundem Stilverständnis heraus wächst eine Interpretation, die Formgefühl und Sinn fürs Maßhalten auszeichnet. Im Zyklus der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, die der Pianist in der Zürcher Tonhalle spielte und für das ECM Label aufnahm, knüpft Schiff in der Edition VI an die sog. heroische Mittelphase der Klaviersonaten Beethovens an." Ich schwärme mehr für die "wilde Variante"

Ich nehme nicht an, dass Schiff das nicht könnte, sondern, dass er es nicht wollte. Dadurch macht er die Appassionata " kleiner", ein Stück der Mächtigkeit dieses Stücks geht für mich verloren.

Es ist wahrscheinlich das Problem von Gesamtaufnahmen, dass man der Verschiedenartigkeit des Kosmos Beethoven'scher Musik gerecht werden muss. Sowohl der mächtigen wie auch der empfindsamen Seite.

Andras Schiff wird der empfindsamen vollends gerecht, der mächtigen nicht in diesem Maße.

An der Bedeutung dieses Pianisten ändert diese Einschätzung nichts.
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am 2. März 2009
Von András Schiff, der längst als Großpianist anerkannt ist, wurden in einem Zeitraum von 5 Jahren (2004 bis 2008) an 8 Abenden in der Tonhalle Zürich in chronologischer Reihenfolge sämtliche Klaviersonaten von Beethoven live und somit vor Publikum eingespielt (Vol. 1 - 8, teils auf 2 CDs). Weder Huster noch Applaus sind zu vernehmen, so dass der Hörer ganz störungsfrei und konzentriert dem Spiel von András Schiff folgen kann. Freilich besteht das Risiko, dass man von der Gesamtaufnahme süchtig wird. Man spürt förmlich den Atem und Geist Beethovens. András Schiff vermeidet jede Exzentrik und vordergründige Effekthascherei, sondern lässt im wahrsten Sinn des Wortes Beethoven den Vortritt. Unvoreingenommen und unpathetisch wie auch mit Klugheit und tiefem Einfühlungsvermögen macht er Beethoven für den Hörer vor dem inneren Auge geradezu sichtbar. Einen besseren Anwalt konnte Beethoven nicht finden. Der Hörer wird gleich in die erste Reihe des Tempels geführt, in der sich die Titanen der Klavierkunst befinden. Ein neuer und atemberaubender Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte wurde geschaffen. Ohne damit die genialen Leistungen von Artur Schnabel, Arthur Rubinstein, Wilhelm Kempff und Edwin Fischer, nur um einige zu nennen, schmälern zu wollen, kann mit Berechtigung gesagt werden, dass Andras Schiff magisch den Hörer zum Erfassen und Bestaunen eines Kosmos großartiger Klavierkunst veranlasst. Eindringliche Interpretation durch authentisch erscheinende Deutung nebst perfekter Anschlagstechnik verbindet sich mit optimaler Klangtechnik unter den denkbar besten Aufnahmebedingungen der Tonhalle Zürich.

Mancher Hörer wird sich schwer damit tun, dass Schiff mit gewissen, fast schon tradierten Klischeevorstellungen aufgeräumt hat. Wolfram Goert (DIE ZEIT) hat dies überaus zutreffend charakterisiert:

„Mit Schiff ist es wahrlich ein einziges Entdecken, dabei hilft ihm eine Anschlagkultur, die sogar unter Großpianisten eine Rarität ist. … Wie überhaupt Schiff wunderbar viele Nuancen aufbringt, um die vorgeblich unverstellte Aussicht ins Tal der Klischees zu irritieren. …Dass Beethoven tatsächlich gern Klüfte aufreißt, lässt Schiff gewiss anklingen. Die berüchtigte Wildheit erfasst auch ihn, aber sie gewinnt keine Macht über Kopf und Hände. Die Pathétique oder die Appassionata sind prächtige Beispiele, dass Schiff im Tumult noch überwältigend kontrolliert dosieren kann, weder dem Bluff nachgibt noch vom Brio enthemmt und fortgerissen wird.“

Nachstehend einige weitere Auszüge aus seinem umfangreichen Artikel vom 9.10.2008:

...."András Schiff hat sich der Pflicht unterworfen, den ersten Satz der Mondschein-Sonate so zu spielen, wie er in den Noten steht. »Senza sordino« heißt es da, ohne Dämpfung, das Pedal dauerhaft getreten, Hall per Bleifuß - so hört man das nie."..." Das Gesetz gilt aber auch für seinen Diener András Schiff, der aus dieser Bewusstheit erst einmal das Legendengerümpel forträumt. Für ihn ist die Mondschein-Sonate (deren Titel nicht vom Komponisten stammt) nichts als die Klaviersonate cis-Moll op. 27/2, vor allem ist sie kein Lieblingsstück für galante Astronomen. Ihr berühmter Kopfsatz entsteht als absolute Musik, für die sich Beethoven eine fast abstrakte Idee imaginierte - den kopfkalt sich entfaltenden, für sein eigenes Echo tauben Klang. Schiff begreift das genial"..."Denn mit Schiff ist es wahrlich ein einziges Entdecken, dabei hilft ihm eine Anschlagkultur, die sogar unter Großpianisten eine Rarität ist. Er hat das spitzeste Stakkato, das bei Beethoven je zu hören war, es ist spitzer als dasjenige Glenn Goulds und Rudolf Serkins, es erinnert an den Reflex, wenn die Hand auf eine heiße Kochplatte gerät. Aber es kündet auch ein bisschen von jenem Humor, den Pianisten bei Beethoven gern ignorieren, es sei denn, sie heißen Alfred Brendel. Dieser Humor geht bis ins Skurrile, nicht nur im zweiten Satz der Mondschein-Sonate, sondern auch im Finale der D-Dur-Sonate op. 10/3 oder im Kopfsatz der G-Dur-Sonate op. 31/1. Wie überhaupt Schiff wunderbar viele Nuancen aufbringt, um die vorgeblich unverstellte Aussicht ins Tal der Klischees zu irritieren. Du aber sitzt nach einer Woche Beethoven fast ermattet vor deinen Lautsprechern. Doch jetzt ist auf einmal alles klar und unvernebelt. Eigentlich könntest du, reifer und wissender geworden, gleich wieder von vorn anfangen."
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