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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kriegsheimkehrer in Krimi-Drama!
Ein Mann und zwei Kameraden kehren aus dem Krieg Heim. Gleich zu Beginn wird die schwierige Situation der Heimkehrer gezeigt. Wegen zu lauter Musik in einem Lokal kommt es fast zu einer Prügelei. Johnny Morrision einer der Soldaten kann seinen Freund noch bremsen. Doch damit nicht genug, zu Hause findet Johnny eine feucht fröhliche Party vor in deren Mittelpunkt...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2008 von Ivan

versus
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schlechte DVD Qualität
Als Film Noir-fan habe ich mich auf den Klassiker mit dem Traumpaar Ladd/Lake gefreut. Zum Film selbst muss man nichts schreiben, der ist und bleibt klasse, aber die DVD hat eine miserable Bildqualität und schaltet immer mal wieder auf den Originalton um. Das sind keine nicht nachsynchronisierten Stellen wie ich erst annahm... das ist einfach eine schlecht gemachte...
Vor 5 Monaten von Rainer Inacker veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kriegsheimkehrer in Krimi-Drama!, 23. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Ein Mann und zwei Kameraden kehren aus dem Krieg Heim. Gleich zu Beginn wird die schwierige Situation der Heimkehrer gezeigt. Wegen zu lauter Musik in einem Lokal kommt es fast zu einer Prügelei. Johnny Morrision einer der Soldaten kann seinen Freund noch bremsen. Doch damit nicht genug, zu Hause findet Johnny eine feucht fröhliche Party vor in deren Mittelpunkt seine Frau steht, die ihren Mann so gar nicht erwartet hat. Es kommt zum Streit, Johnny verlässt die Wohnung, wird von einer unbekannten Blondine im Auto mitgenommen und am nächsten Tag ist seine Frau tot.

Eine hervorragende Ausgangslage eines Krimis und Film Noir in dem Charaktere Tiefe besitzen. Alan Ladd spielt Johnny und die geheimnisvolle Blondine wird von Veronica Lake dargestellt. Besonders Alan Ladd ist sehr überzeugend. Auch William Bendix als Veteran Buzz, der den Krieg nicht ohne Schäden überlebte, überzeugt voll in seiner Rolle. Die Schwarz/Weiß Bilder samt einigen Spielereien, die geistreichen Dialoge und zwielichtige Figuren sorgen für gute Film Noir Atmosphäre. Die Geschichte ist durchaus stimmig, kein Wunder schrieb auch Raymond Chandler hier sein einziges Original-Drehbuch.

Zur DVD: Neben der guten Qualität überzeugt auch das interessante Booklet mit Infos zum Film. Leider kann man das Booklet nicht herausnehmen. Zusätzlich gibt es noch eine Bildergalerie und der Originaltrailer. Audio ist 2.0 DD und das Bildformat in 4:3. Das Bild wurde tatsächlich überarbeitet und ist daher störungsfrei zu geniessen. Die Aufmachung des Covers ist gelungen und da es der erste Teil einer Collection ist kann man sich als zufriedener Kunde schon auf die nächsten Film-Noir Perlen freuen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alan Ladd in einem seiner besten Filme, 29. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
'Die blaue Dahlie' ist sicher kein hunderprozentiges Beispiel für den Film Noir und gehört auch nicht zur Top 5 dieses Genres. Bei der Beurteilung dieses Streifens muß man deshalb von anderen Kriterien ausgehen. Alan Ladd war in den vierziger Jahren ständig in den Top 10 der Male Film Stars. Das Paar Alan Ladd/Veronica Lake gehörte zu den beliebtesten Star-Duos der vierziger Jahre, zusammen mit Humphrey Bogart/Lauren Bacall, Errol Flynn/Olivia de Havilland und Spencer Tracy/Katherine Hepburn. Es war die Zeit des Beitritts der USA zum 2. Weltkrieg und die Zeit der Heimkehrer, die ihre vormals intakte Familienwelt plötzlich zerbrochen vorfanden. Vor diesem Hintergrund sind Produktionen wie 'Die blaue Dahlie' zu sehen und zu bewerten.Typisch auch hier die Ankunft der Heimkehrer Ladd, Bendix und Beaumont in LA und die untreue und alkoholsüchtige Frau von Ladd, die ein Verhältnis mit einem Nachtclubbesitzer angefangen hatte. Insoweit haben wir es hier mit dem typischen Storybackground eines Film Noir zu tun. Es gibt sicherlich fesselndere Beispiele als dieses Werk, aber ich finde 5 Punkte doch gerechtfertigt. Ladd auf dem Höhepunkt seiner Karriere, Bendix als sein alter Kumpel aus 'China' und 'Calcutta'und Veronica Lake ebenso im Zenit ihres Erfolgs.Das Drehbuch von Raymond Chandler läßt keine Wünsche offen und die Regie von George Marshall auch nicht. Es fehlt eigentlich nur Ladd's Stammkameramann John Seitz, der sicherlich die Hell und Dunkel Kontraste noch stärker herausgearbeitet hätte.
KochMedia hat die DVD wieder liebevoll gestaltet mit einem 11-seitigen Booklet von Thomas Willmann, dem Originaltrailer, sowie umfangreichem Fotomaterial.
Dieser Film ist ein 'Must' für jeden Liebhaber des Film Noir und insbesondere für jeden Fan von Alan Ladd.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz in voller Blüte, 8. August 2010
Von 
Matthias Haas (Sumiswald Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Der Kriegsheimkehrer Johnny Morrison (Alan Ladd) plant, mit seinen zwei Kumpels vorerst eine neue Wohnung in der Heimat zu suchen. Die Ursache ist keine erfreuliche. Morrisons Frau war wenige Jahre zuvor betrunken am Steuer und tötete dadurch den gemeinsamen Sohn. Sie ist immer noch alkoholabhängig und lässt sich von Eddie Harwood, dem Besitzer der Bar "Blaue Dahlie" über die Runden bringen. Das Wiedersehen der Morrions fällt entsprechend unherzlich aus. Johnny will von seiner Frau nichts mehr wissen und umgekehrt. Am gleichen Abend erhält Morrisons Frau weiteren Besuch, u. a. von Buzz (der, traumatisiert vom Krieg, ab und zu die Kontrolle verliert und eine Metallplatte im Kopf trägt) auf der Suche nach Johnny. Am nächsten Morgen wird die Gattin tot aufgefunden. Morrison sieht sich unter Mordverdacht und ergreift die Flucht, um seine Unschuld beweisen zu können. Dabei begegnet ihm Joyce (Veronica Lake), von der er noch nicht weiss, dass sie Harwoods Partnerin ist. Es wird also kein leichtes Unterfangen für Morrison, umgeben von fragwürdigen Gestalten und gesucht von der Polizei.
Für diesen Paramount-Thriller mit Jahrgang 1945 betätigte sich Raymond Chandler gleichzeitig als Autor und Drehbuchautor, was durchaus selten vorkam. Die Filmfiguren sind entsprechend gut ausgearbeitet. In die Inszenierung von George Marshall schleichen sich zwar ab und zu Längen, doch sie stören nicht weiter. Wer mit dem "Film Noir" an sich etwas anfangen kann, kommt bestimmt auch hier während der 95 Minuten Laufzeit auf seine Kosten.
Wie bei diesem Jahrgang nicht anders zu erwarten, liegen die Rechte für "The Blue Dahlia" bei Universal. Das Studio hat den Klassiker gewohnt souverän aufgearbeitet. Auf der DVD äussert sich das in gutem Bild (4:3 in s/w) und Ton. Die DVD aus dem Hause Koch hinterlässt einen gewohnt zwiespältigen Eindruck. Die Auswahl an Audio-Tonspuren beschränkt sich auf Deutsch und Englisch. Die Untertitelauswahl hält nur englisch durchgehend und deutsch in Form von Inserts bereit. Im Bonusmaterial findet man den Trailer und eine Bildergalerie aus Werbematerial aus der Zeit der Veröffentlichung. Das in den Einband der Erstauflage eingeklebte "Booklet" gibt einerseits eine Würdigung des Films und andererseits einen Rückblick auf die Produktion wieder. Schade, dass dies nicht in Form von abspielbaren Beiträgen auf der DVD geschieht, denn dann hätte das Publikum auch etwas davon, wenn das "Booklet" einmal nicht mehr dabei sein sollte.
Man merkt, dass bei Koch ein gewisser Aufwand für diese Veröffentlichung betrieben wurde. Ob man immer das richtige Gefäss dafür gefunden hat, ist eine andere Frage. Gerade bei den Sprachen bleiben jedenfalls ein paar Wünsche offen. Deshalb gibt es (dem "Booklet" sei's gedankt) in der Gesamtbeurteilung gerade noch vier von fünf Aufnahmemikrophonen und bestimmt keinen Drink.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film Noir in Reinform., 18. Mai 2013
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Nachdem Johnny Morrison aus der Armee entlassen wurde sucht er direkt seine Jet-Set Frau, die Schauspielerin Helen, auf.
Es kommt zum Streit da diese anscheinend einen Lover hat und auch sonst lieber Party macht anstatt sich um ihren Mann zu kümmern.
Er sucht das Weite und fällt aus allen Wolken als er am nächsten Morgen aus dem Radio erfährt das Helen ermordet wurde und er gesucht wird.
Zusammen mit seinen kriegsversehrten Freunden Buzz und George sowie der Femme Fatale Joyce versucht er nun Licht ins Dunkel zu bringen aber die Lage spitzt sich zu.
Kann er seine Unschuld beweisen und den wahren Mörder seiner Frau überführen?

Dieser Film Noir aus dem Jahr 1946 von George Marshall kommt extrem düster daher.....also wortwörtlich.
Sehr viele Nachtszenen, sehr viel Regen und eine trostlose Atmosphäre disqualifizieren ihn als Feel-Good Film.
Die Story an sich ist sehr spannend und dialoglastig aufgebaut.
Wer Action oder viele Shoot-Outs erwartet wird enttäuscht werden.
Die Dialoge sind gleichzeitig auch das Plus des Films zusammen mit der tollen Darstellerriege.
Es wirken u.a. mit: Alan Ladd, Veronica Lake, William Bendix, Howard da Silva und Hugh Beaumont.
Die blaue Dahlie ist ein echter Referenztitel der Schwarzen Serie und fesselt einen förmlich zu jeder Minute.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen „You’ve Never Seen Me Before Tonight.“ – “Every Guy Has Seen You Before, Somewhere. The Trick Is to Find You.”, 11. Februar 2014
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Ein sehr schönes und hintergründiges Kompliment ist es, das John Morrison (Alan Ladd) der ihm gänzlich unbekannten Joyce Harwood (Veronica Lake) da macht, aber immerhin sind Ladd und Lake auch eines der Traumpaare des Film noir, und in George Marshalls „The Blue Dahlia“ aus dem Jahre 1946 standen sie denn auch schon zum dritten Mal gemeinsam in diesem Genre vor der Kamera – 1942 wirkten beide in „This Gun for Hire“ und „The Glass Key“ mit. Leider sollte „The Blue Dahlia“ auch der letzte Noir sein, der diese beiden Schauspieler gemeinsam vor die Kamera brachte, die übrigens beide jeweils im Alter von 50 Jahren, mehr oder weniger an den Folgen jahrelangen Alkoholmißbrauches, starben.

Worum geht es in „The Blue Dahlia“? Als der Kriegsheimkehrer John Morrison, ein ehemaliger Kampfflieger, nach Hause zurückkehrt, überrascht er seine Ehefrau Helen (Doris Dowling, hier schrecklich histrionisch) dabei, wie sie auf einer Hausparty mit dem Nachtclubbesitzer Eddie Harwood (Howard Da Silva) herummacht („You’re wearing the wrong lipstick!“). Der Streit zwischen den Morrisons eskaliert, als Helen ihren Mann mit der Tatsache konfrontiert, daß ihr kleiner Sohn Dickey bei einem Autounfall umgekommen sei, den sie aus Trunkenheit verursacht habe. Morrison verläßt angewidert das Haus, doch in seiner Abwesenheit wird seine Frau getötet, und der Verdacht fällt auf ihn. Als er erfährt, daß er von der Polizei gesucht wird, setzt er alles daran, den wahren Mörder, den er in Harwood sieht, zu entlarven. Wie es der Zufall will, trifft er unterwegs auf Joyce Harwood, die geschiedene Frau seines Nebenbuhlers, deren wahre Identität ihm jedoch zunächst einmal unbekannt bleibt.

„The Blue Dahlia“ bezieht einen großen Teil seiner Spannung daraus, daß man erst ganz am Ende erfährt, wer der wahre Täter ist, und neben Harwood, der mit seiner dunklen Vergangenheit durchaus ein handfestes Motiv hat, Helen zu töten, kommen auch Morrisons Freund Buzz (Walter Bendix), der eine Kopfverletzung aus dem Krieg davongetragen hat und gefährlichen Stimmungsschwankungen unterliegt – schon die Einführungssequenz macht dies auf großartige Weise klar – und ein schäbiger, sich ein Zubrot mit Erpressung und anderen Kleinigkeiten verdienender Hausdetektiv namens Dad Newell (Will Wright) in Frage. Die Auflösung mag hier nicht ganz überzeugen, doch wird dies zum Teil wohl daran liegen, daß das Drehbuch von niemand Geringerem als Raymond Chandler selbst stammte, dem ohnedies nicht so viel an der Stimmigkeit seiner Plots als an der Brillanz seiner Dialoge und der Poesie seiner Beschreibungen – als Drehbuchschreiber konnte er diesen letzten Aspekt freilich nur bedingt umsetzen – gelegen war. Chandler war mit diesem seinem ersten Versuch, gänzlich allein ein Filmscript zu schreiben denn auch so überfordert, daß ihn eine Schreibblockade befiel und er nach geraumer Zeit der Abstinenz wieder mit dem Trinken anfing. Auch empfand er für die als am Set recht schwierig geltende Hauptdarstellerin – über die Joel McCrea gesagt haben soll: „Life is too short for two films with Veronica Lake.“ – eine herzliche Abneigung, so daß er ihr den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Moronica Lake“ anhängte.

Charakteristisch für Chandler ist wohl neben den oft sehr überzeugenden Dialogen die von wenig Sympathie geprägte Zeichnung der Gesetzeshüter, die man ja auch aus seinen Marlowe-Romanen kennt. In „The Blue Dahlia“ sind die Polizisten rüpelhafte und rauhbeinige Bullen, deren Bigotterie es ihnen nicht gestattet, einen angesehenen Bürger wie Harwood lange mit den anderen Zeugen im Verhörraum warten zu lassen, und die, nachdem sie den Mord mehr oder weniger zufällig aufgedeckt und den Täter in Notwehr erschossen haben, kaltschnäuzig davon reden, daß dies wohl einer der leichteren Fälle gewesen sei und sie ihn eigentlich schneller hätten lösen müssen – aber was soll’s, auch wenn sie beiläufig ein wenig Mitleid mit dem Getöteten äußern. Da kann man mit Buzz‘ provokantem Auftreten gegen einen der Bullen schon richtig Sympathie empfinden.

Memorable Noir-Effekte vermag „The Blue Dahlia“ trotz diverser Regenszenen dagegen kaum zu bieten, und im Gegensatz zu den oft besungenen „Mean Streets“ wirkt die Stadt, von der Joyce einmal sagt „It takes a lot of lights to make a city“, in „The Blue Dahlia“ – man denke nur an die Szene, als Morrison und Joyce von ihrem Auto aus auf das Lichtermeer blicken – aufgrund fehlender Hell-Dunkel-Kontraste eher verwunschen, zumal denn ohnehin die Interior Shots überwiegen. Meine Lieblingsszene in Sachen Stil und Spannung ist hier die, in der Morrison in einer heruntergekommenen Absteige in einem langen Gang im Hintergrund des Bildes einen Telefonanruf tätigt, während im Vordergrund der Einstellung der zigarrenkauende Wirt die Zeitung liest, von der wir annehmen müssen, daß in ihr ein Fahndungsphoto von Morrison zu finden sein wird …

Was also hat der Film zu bieten? Eine spannende, ein wenig konstruierte Story, ein bißchen Action, ein Hollywood-Traumpaar mit stimmiger Chemie – zumindest vor der Kamera – und, mit Ausnahme von Doris Dowling, viele gute Nebendarsteller, allen voran ein wieder einmal gewaltiger William Bendix, dessen Figur auch maßgeblich zur Handlung beiträgt. Ob das für den Olymp des Noir reicht, mag einmal dahingestellt sein, aber ein kleiner, feiner Film ist „The Blue Dahlia“ allemal.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ladd & Lake, der Dritte, 23. August 2011
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Das hat man gern: Da kehrt man aus dem Krieg heim und findet seine Frau an den Lippen des Nachtclubbesitzers der "Blauen Dahlie" vor. Klar, dass man dann von den Bullen als Hauptverdächtiger behandelt wird, wenn kurz darauf die Dame ermordet aufgefunden wird...

Von den drei mir bekannten Lake/Ladd-Krimis würde ich diesen auf Platz 2 sehen (hinter "Die Narbenhand"). Wer der Mörder ist, das war mir relativ gleichgültig. Ob es nun dieser oder jener Verdächtige war, der am Ende von der Polizei überwältigt wird, davon hängt die Qualität des Films nicht ab. Ein Film noir lebt von seiner Atmosphäre, und dieser hier lebt zusätzlich noch von guten Dialogen.
Ich beschließe, dass eine Vielzahl meiner künftigen DVD-Neuheiten aus sehr alten Kriminalfilmen bestehen soll. Warum? Ich mag den Regen bei Nacht; ich mag die adrett gekleideten Verbrecher mit Anzug, Hut und Krawatte; und ich mag diese klobigen großen 40er-Jahre-Telefone, wo der Hörer noch bis über den Mund hinaus reichte. Die haben doch viel mehr Charme als die immer winziger werdenden Mini-Handys, die sich die heutigen Schauspieler ans Ohr halten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexes Verwirrspiel, Thriller, Whodunit, Kriegsheimkehrerdrama - Liebe erst auf den zweiten Blick, 8. Mai 2013
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Blue Dahlia [UK Import] (DVD)
Bei aller Liebe zu dem Buch Die lange Nacht der Schatten. Film noir und Filmexil; bezogen auf "The Blue Dahlia" unterläuft der Autorin ein Fehler: Sie verwest auf eine Großaufnahme von Veronica Lake als Zeichen für die "zerstörerische Kraft ihrer erotischen Ausstrahlung" (S. 156). Solche expressionistischen Extravaganzen waren zwar für den Film Noir typisch, aber hier wird man sie vergeblich suchen, und Veronica Lake spielet eher einen guten Engel als eine femme fatale (gleichwohl griffe auch dies zu kurz, dazu später). Eine extreme Großaufnahme von ihr kommt in dem Film nicht vor. Wie er überhaupt weitgehend auf eher unauffällige Weise - aber dies sehr durchdacht und verschachtelt - inszeniert ist. Schlichte Eleganz, oder auch einmal unelegante Schlichtheit in Kleidung und Ausstattung, statt der üppigen Roben und Dekors oder geschwungenen Art-Déco-Linien des 1930er-Hollywoodfilms. Eher ein amerikanischer statt ein europäisch angehauchter Film Noir, und er beginnt mit uramerikanischen Orten und Themen. Hollywood, L.A. Ein klassischer Noir-Ort als Jahrmarkt der Eitelkeiten und des falschen Scheins, an dem jeder "seine Leiche im Keller" hat. Raymond Chandler hat diesen Ort zum archetypischen Noir-Ort gemacht und er hat auch das Drehbuch zum vorliegenden Film geschrieben. Hollywood - obwohl der Film keine Sekunde lang im Filmbusiness spielt, beschwört er die magischen Orte herauf, man sieht sogleich das Busschild "Hollywood" und wenn ich mich nicht täusche einen Boulevard, den ich schon mal auf, nun ja, Dienstreisenfotos einer guten Freundin gesehen habe. Aber auch hier gibt es Durchschnittsbars so wie an jedem Ort und später einmal wird "Malibu" auf eine Tankstelle im Dunkeln reduziert. Auch der bekannte Wilshire Boulevard wird nur erwähnt statt ausgiebig gezeigt und der Nachtclub "The Blue Dahlia" sowie ein paar elegante Apartmentanlagen könnten sonstwo nachgebaut worden sein. Hollywood wird gleichzeitig mystisch heraufbeschworen und uns verweigert.

Inhaltlich liegt auch einiges im Argen, der Film beginnt mit einem uramerikanischen Nicht-nur-noir-Thema: Drei Kameraden kehren aus dem Krieg heim. Buzz (William Bendix) hat eine Stahlplatte im Kopf, Erinnerungslücken, eine heftige Abneigung gegen den Beat des überall spielenden Big-Band-Swing (was das Trommelfeuer des Krieges in ihm heraufbeschwört) und kann gelegentlich Aggressionen nicht im Zaum halten. George (Hugh Beaumont) ist der Abgeklärte, Besonnene (ein Rechtsanwalt, wie wir später erfahren). Johnny (Alan Ladd) hat als einziger eine Frau, Helen, und er sieht dem Wiedersehen mit einem gewissem Unbehagen entgegen. Helen (Doris Dowling) führt nun ein ausschweifendes Partyleben inklusive eines Liebhabers, des Blue-Dahlia-Eigentümers Eddie Harwood (Howard Da Silva). Johnnys Leben bricht an einem einzigen Abend zusammen: Er stellt dies alles fest und zu allem Überfluss erfährt er, dass der geliebte kleine Sohn nicht an Diphterie gestorben war, sondern infolge eines Autounfalls, den Helen betrunken verschuldet hatte. Daraufhin packt er die Koffer...

In der Darstellung des Kriegsversehrten Buzz und des unglücklich Verheirateten Johnny und überhaupt in der Thematik der verlorenen Sicherheiten und der Desorientierung / Wiedereingliederung nach dem Krieg erinnert der vorliegende Film stark an einen Nicht-Noir-Klassiker, nämlich "Die besten Jahre unseres Lebens" (1946) von William Wyler. Nach der Exposition nimmt "The Blue Dahlia" dann aber die Kurve in Richtung klassischer Noir, vielleicht mit etwas zu vielen Wendungen. Die erste halbe Stunde ist eine Abfolge von zahlreichen Parallelhandlungen mit reichhaltigem Figurenarsenal, man muss ganz schön aufpassen, wer wann warum Helen in ihrem Apartment aufsucht und wer zusätzlich noch Zugang gehabt haben könnte. Nach diesem ersten Akt wird Helen tot aufgefunden. Johnnys Pistole liegt direkt daneben, er hätte das klassische Eifersuchtsmotiv gehabt. Obwohl seine Täterschaft nicht ganz auszuschließen ist (ein Film kann ja eine Ellipse schaffen und Johnny hätte nach seinem Spruch "ich sollte Dich erschießen, aber Du bist es nicht wert" noch einmal zurückgekehrt sein können): Wir denken an das klassische Hitchcock-Thema eines Unschuldigen, der zugleich flüchten und den wahren Schuldigen ermitteln will oder muss. Johnny geht zunächst zur "Blue Dahlia" (warum, ist nicht ganz klar; wir sehen ihn nur, als er offenbar schon drin war und kein Taxi mehr bekommt) und wird später auf der Fußweg (der noir-ikonographische Regen peitscht nicht nur hier) von einer schönen (ihm) Unbekannten mitgenommen. Noch so eine archetypische Noir-Figur, selbstverständlich blond, die seinerzeit im Genre schon bekannte Veronica Lake spielt sie. Kein goldenes Gift, eher ein geheimnisvoller guter Engel. Zunächst mich ein bisschen an Lauren Bacall erinnernd, wie sie Humphrey Bogart unvermittelt in "Dark Passage" hilft. Doch während Bacall recht schnell ein unmissverständliches Gerechtigkeitsmotiv offenbart, ist Lake ein Engel mit Geheimnis, und nicht engelsrein, sondern eine "Frau mit Vergangenheit" (noch so ein Noir-Archetyp). Es handelt sich, wie wir schon wissen, um Joyce Harwood, die getrennt von dem Nachtclubeigner lebende Gattin. Der Film hält sich bei Musik und großen Gesten oder heißen Romantikszenen angenehm zurück, aber wir spüren sofort, dass da zwei verlorene Seelen sind, die vielleicht einmal zueinander finden könnten. Veronica Lake: Samtene, sanfte Stimme, beruhigend, aber auch humorvoll einerseits und geheimnisvoll andererseits. Ihre Joyce: ein Drifter, der sich mit dem Driften arrangiert hat und weiß, wie man das meistert. Eine, die auf alles eine Antwort zu haben scheint und ausgesprochen patent wirkt. Aber auch eine sich Sehnende. In einer Mischung aus süffisant, traurig und sehnsuchtsvoll-romantisch machen die Dialoge klar, dass sich Johnny und Joyce als einander ähnlich erkennen, zwei Verlorene und zwei, die "noch etwas regeln müssen". Schon der erste Abschied schmerzt, obwohl sich die beiden doch da erst eine kurze Zeit kennen. Aber "Du bist schon jedem Mann begegnet. Die Schwierigkeit ist, jemanden zu FINDEN." Da ist Übereinstimmung und zumindest die Ahnung, dass sich die beiden gesucht und gefunden haben. Immer wieder wird es zu ähnlichen Dialogen kommen, immer wieder wird Johnny Joyce verlassen, weil er es auch Fluchtgründen tun muss oder weil er ihr nicht vertraut. Immer wieder wird dies für Joyce (aber auch für Johnny) schmerzvoll sein. Nach einem erneuten Laufpass (nach einer zart angedeuteten Romantik mit Hügelblick auf die Lichter L.A.s) sehen wir von Joyce als Nächstes, wie sie zu ihrem Mann zurückkehrt. So ganz genau werden wir nie erfahren, ob sie dies wirklich ernst gemeint hatte oder nur zum Schein und zum potenziellen Nutzen Johnnys die brave Gattin spielt. Ein Film der zarten Andeutungen, und einer, der auch einmal Dinge unerklärt lässt - so ist das halt bei undurchsichtigen Nachtgestalten. Dazu passt die ganz uneuropäische, unexplizite, unexpressionistische, bei oberflächlichem Hinsehen kühle Inszenierung recht gut - und das narrativ Verworrene dito. Der Film braucht nicht die ganz wilden Licht- und Schattenzaubereien, um zu zeigen, dass hier Menschen außer Tritt geraten sind und sich in ihrem persönlichen Dunkel wieder zurechtfinden müssen. Leichte Unterbelichtung in den Innenräumen, nüchterner Regen, nächtliche Fahrten und Räume, die schon per se schäbig sind (die Absteige Johnnys auf der Flucht!) tun es bereits.

Interessant ist, dass diesem Film beinahe jeglicher Zynismus fehlt, was ihn als Film Noir zumindest zu einem ungewöhnlichen Exemplar seiner Gattung macht. Aber der Film ist keinesfalls oberflächlich und brav; er zeigt menschliche Existenznöte und auch menschliche Schlechtigkeiten, aber man hat gleichzeitig das Gefühl, dass er alle seine Menschen ein bisschen liebhat - bei den Bösen ist das dann auch schon wieder recht gewagt und neuartig im Rahmen der Gattung. Der erpresserische ältliche Hausdetektiv "Dad" sieht nicht nur schlecht im Sinne von nicht ganz gesund aus (als er sein Alter mit 57 angibt, erschrickt man; ich hätte den Mann für wesentlich älter gehalten); er gibt auch eine fast schon bemitleidenswerte Figur eines Ex-Cops ab, der sich mehr schlecht als recht mit Erpressungen das Gehalt aufbessert, weil man ja von irgendetwas leben muss. Stets wird ihm vor Augen gehalten, wie tief er gesunken ist, und er weiß das. Diese Welt kennt keine Gnade für Versager; der Film zeigt dies - und kennt damit die Gnade schon! Dito Eddie Harwood, der Nachtclubbesitzer mit dunkler Vergangenheit. Oft sind das stinkreiche, skrupellose brutale und ziemlich durchgeknallte Schweine, wie etwa Howard Duff in dem genialen "The Chase" (vielleicht kann man diese Über-Menschen auch auf den Überbösewicht Dr. Mabuse zurückführen, wie der Film Noir ja ohnehin oftmals stark vom deutschen expressionistischen Film vor 1933 beeinflusst ist). Aber Harwood ist anders. Wenn er sich am Anfang als "Ehrenmann" von Helen zurückziehen will, weil ihr Mann nun aufgetaucht ist, ist man sogar geneigt, ihm die Aufrichtigkeit des Motivs abzunehmen. Howard da Silva spielt diesen Mann eher als gealterten Möchtegern-William-Powell-Charmeur mit Gewissensbissen statt als hartgesottenen Gangster. Seine Vergangenheit lastet auf ihm wie ein Fluch und die Umstände werden sich am Ende ehr als tragisch denn böse-verbrecherisch erweisen. Auch seine Antagonisten haben Verständnis für ihn oder zumindest Mitleid mit ihm, und der Film tut es ihnen gleich. Schließlich Helen, sie geht fremd, säuft und hat ihren Sohn totgefahren; bei ihr leistet sich der Film auch einmal Glamour, bei ihr ist alles falsch, alles Pose (allein wie sie noch in Bedrängnis darauf achtet, dass sie eines ihrer Beine anwinkelt und sich schön die Linien auf dem durchsichtigen Partykleid abzeichnen, uiuiuiuiui...). Aber "zweimal an einem Abend verlassen zu werden, das ist ein bisschen viel für mich"; auch hier wieder nimmt man ihr die ehrliche Verbitterung ab (selbst wenn ein "hätte sie halt nicht etwas mit zweien laufen gehabt" in Gedanken mitschwingt). Der Film sagt nicht in moralisch billiger, abgeschmackter Weise, dass so eine den Tod irgendwie auch ein wenig verdient hätte. Weitere Unsympathen in kleinen Rollen werden wie Menschen präsentiert, "die halt leben wollen" in schwierigen Zeiten; sie dürfen zwar verprügelt werden, weil sich die Welt in einem (Existenz-)Kampf befindet, aber wenn sie sterben, denken wir sofort, dass sie es nicht verdient haben - oder die Protagonisten bedauern es noch zudem in glaubwürdiger Weise.

Durch all dies wird natürlich auch gesagt, dass Gut und Böse dicht beieinander sind und dass es kaum aufrechte Helden gibt. Johnny zum Beispiel jagt verzweifelt einer alten Ordnung nach, von der er gar nicht so genau weiß (und von der WIR nicht so genau wissen), ob es sie überhaupt noch gibt. So sehr er seine Frau verabscheut, er möchte den Mörder auch deshalb finden, weil das Opfer nun einmal seine Frau war und man nicht einfach jemandem die Gattin ermordet! Das wirkt als Motiv reichlich aufgesetzt und anachronistisch, drückt aber wunderbar aus, wie sehr hier Menschen eine alte Ordnung vermissen, in einer Welt, die völlig aus den Fugen geraten ist. Da kämpft Johnny einen schweren Kampf! Man malt sich aus, dass die Antagonisten so weit voneinander entfernt nicht sind; Johnny hätte leicht werden können wie Eddie, und Joyce wie Helen (wenn sie wieder zurückkehrt zu Harwood und möglicherweise ein doppeltes Spiel spielt, wird diese Vermutung ja noch besonders genährt; desweiteren zupfen beide Frauen in je einer Szene an den Blättern einer blauen Dahlie, was Buzz jeweils zu Aggressionen reizt). Buzz, der Kriegsversehrte, die heimliche ambivalente Hauptfigur, steht für all diese Möglichkeiten zusammen; er hat von allen Potenzialen des menschlichen Daseins etwas in sich, er kann nur aufgrund seiner Kriegsverletzung nicht immer kontrollieren, was gerade die Oberhand hat. Sind wir nicht alle so, stehen wir nicht alle am Scheide- und Entscheidungsweg, immer wieder, immer neu? Buzz ist unbedingt loyal, ein guter patriotischer Amerikaner und einer, dem Freundschaft und Family Values viel bedeuten (er möchte unbedingt das getrennte Paar Joyce und Johnny wieder zusammenführen und Joyce ihren Johnny zurückbringen, was die Krimihandlung erst richtig in Schwung bringt). Er ist aber auch gelegentlich aggressiv, leicht reizbar und er könnte sogar der Mörder gewesen sein. Was für eine Figur, und was für ein Symbol auch!

Zur Inszenierungskunst wäre noch zu bemerken, dass die etwas, aber nicht zu verworrene Handlung mit ihren zahlreichen Figuren auffällig oft nach einem Prinzip inszeniert ist, das man häufig dem viel späteren "Family Plot" (1976) als kreative Eigenleistung zuschreibt. Immer wenn die Kamera die Bewegung eines Menschen verlässt, nimmt sie den Weg (oft im ganz wörtlichen Sinne den Schritt) eines anderen Menschen auf und zeigt so, wie viele Personen hier in einem komplizierten Geflecht miteinander verwoben sind (übrigens: William Wyler war damit noch früher dran, "Der Staranwalt von Manhattan", 1933). Hinzu kommt die noir-typische Charakterisierung oder Einführung von Menschen (üblicherweise schöner Frauen) mittels eines Porträtfotos; hier hat Harwood ein Foto der schönen Film-Gattin Veronica Lake - wir machen uns gleich ein Bild von ihr, aber auch von ihm, da er offensichtlich nicht von ihr loskommt. Wenig später sehen wir sie dann in Natura (und können uns nicht ganz sicher sein, ob dieser kühl-mondäne Eindruck des Bildes, wie so oft im Film Noir, eine falsche Fährte ist). Die Foto-Einführung ist Teil eines meisterhaften Dreier-Übergangs: Johnny ist aus der Blauen Dahlie herausgekommen, verlässt das Bild, Mr. Harwood betritt den Club, denkt an Joyce (und betrachtet mit uns das Foto), diese hat das Etablissement aber ebenfalls gerade verlassen und wird den zu Fuß im Regen gehenden Johnny später im Auto auflesen und so kennenlernen. Von solchen cleveren Verknüpfungen hat der Film eine ganze Menge.

Kühl, clever, vielschichtig... erstickt der Film vielleicht mitunter an seiner eigenen Klugheit, ist vielleicht ein bisschen mehr wilder Bildersturm oder schlicht und einfach mehr Herz die bessere Alternative? Lange Zeit dachte ich, bei aller Brillanz nur vier Sterne zu vergeben; zu trocken, zu akademisch erschien mir das Ganze (und nach wie vor würde ich einen der irrsten, narrativ ungewöhnlichsten Films Noirs vorziehen: "The Chase", der auf eine ganz andere, viel künstlichere Art komplex ist, so wie ein guter De-Palma-Traum-Realitäts-Film). Aber letztlich gebe ich dann doch den fünften Stern, ganz knapp, denn zumindest zum Teil lässt sich der Vorwurf entkräften. Doch, hier geht es schon um etwas, das nicht nur dem Verstand, sondern auch dem Herzen nahe ist, wenn man auch ein bisschen danach suchen und sehr aufmerksam hinschauen muss. Vieles passiert hier eben eher in unspektakulärer, nüchterner Art statt entweder in expressiven Gefühlen oder in expressiven Bildern. Aber ein Herz hat dieser Film dennoch, vielleicht gerade am Ende. Buzz, diese Figur mit den extremen Gegensätzen, wird zeigen, dass er etwas noch kann, was er rein instinktiv beherrscht. Eigentlich nur ein Kunstschützentrick, aber vielleicht auch ein Hinweis, dass es eben doch noch so etwas wie Werte gibt, die man nicht mehr vergisst und eben instinktiv beherrscht. Meine Deutung der Szene als moralischer Sieg des guten über den bösen Buzz (und meines Erachtens steht Buzz für den Menschen an sich, siehe oben) mag durch die letzte Filmszene erklärt werden. Im allerletzten Satz des Filmes wird es Buzz sein, der erkennt, dass die Liebe eine Chance hat. Diese Liebe, da ist "The Blue Dahlia" wieder ganz zurückhaltend, wird nicht mehr gezeigt. Aber nach Buzz "Sieg" brauchen wir dies auch nicht. Ein optimistischer Film - nicht naiv. Sehr interessant, sehr vielschichtig, auch als zeitgeschichtliche Bestandsaufnahme der Menschen im Nachkriegsamerika sehr interessant. Vielleicht wegen der komplexen Erzählstruktur unter Verzicht auf jegliche Ausschlachtung von Sensationseffekten (auch der Mord wird z.B. gar nicht gezeigt) nicht für jedermann etwas, und auch ich würde kleine Abstriche machen. Aber fünf Sterne sollen es dann doch noch sein.

Die UK-Version bietet den O-Ton und Untertitel in Englisch, Bild und Ton in guter Qualität, keine Extras.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Ermordung einer Schauspielerin...., 2. August 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 (DVD)
Während Navy Pilot Lieutenant Commander Johnny Morrison (Alan Ladd) an der Front im Südpazifik gekämpft hat, ist zuhause sein kleiner Sohn Dickie gestorben und seine alkoholkranke Frau Helen (Doris Dowling) Dauergast in Nachtclub "Blue Dahlia".
Doch der Krieg ist vorbei und Johnny kehrt mit seinen Kameraden Wanchek Buzz (William Bendix) und George Copeland (Hugh Beaumont) zurück in die Heimat, nach Hollywood.
Dort wird noch kurz Halt in einer Bar gemacht, bevor Johnny zu Helen zurückkehrt und die beiden anderen Männer zuerst mal eine Bleibe suchen müssen.
Das Wiedersehen verläuft aber nicht wie im Bilderbuch. Helen feiert gerade eine ausgelassene Party mit vielen Gästen, auch ihr derzeitiger Lover Eddie Harwood (Howard da Silva), Besitzer der Blauen Dahlie, ist dabei. Genervt und enttäuscht von der lieblosen Begrüßung seiner Frau, setzt Johnny der Party ein abruptes Ende als er Eddie eine Ohrfeige verpasst. Die Gäste verlassen die Wohnung und es kommt zum erbitterten Streit. Als Helen Johnny die Wahrheit über Dickies Tod erzählt, der nicht an Diphterie starb, wie sie es ihm schrieb, packt dieser voller Hass und Verachtung für seine Frau die Koffer und wandert ohne Ziel durch Beverly Hills.
Im strömenden Regen wird er von einer Autofahrerin (Veronica Lake) mitgenommen, die sich irgendwann als Harwoods Nochehefrau Joyce herausstellt. Am anderen Morgen erfährt Johnny durchs Radio, dass Helen in ihrer Wohnung ermordet wurde. Natürlich ist er jetzt der Hauptverdächtige, denn der Detektiv der Appartmentanlage (Will Wright) hat den lautstarken Krach der Eheleute mitangehört...
"Die blaue Dahlie" ist ein Film Noir aus dem Jahr 1946, der von George Marshall inszeniert wurde. Es wurde neben der Marlene Dietrich Westernkomödie "Der große Bluff" sein größter Erfolg.
Einen großen Anteil am Gelingen hatte natürlich das sehr gute Drehbuch von Raymond Chandler, das mit gelungenen Dialogen unter den Figuren die Spannung am Laufen hält. So gibt es neben dem unschuldig in Verdacht geratenen Ehemann, der unerwartet Hilfe von einer geheimnisvollen Blondine erhält, weitere Verdächtige: Der Nachtclubbesitzer, sein Kompagnon, aber auch Johnnys Kriegskamerad Buzz mit seiner schweren Kriegsverletzung an Kopf und Gehirn könnte sein.
"Die blaue Dahlie" war auch die dritte Film Noir Zusammenarbeit mit ihrem 40er Jahre Traumpartner Alan Ladd. Vorausgegangen waren die Klassiker "Die Narbenhand" und "Der gläserne Schlüssel".
Für Fans des Genres natürlich ein Muß.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Film Noir par excellence, 15. April 2007
Rezension bezieht sich auf: The Blue Dahlia [UK Import] (DVD)
Veronica Lake und Alan Ladd sind DAS Film-Noir-Pärchen der 40er Jahre. Zusammen haben sie noch "The Glass Key" und "This Gun For Hire" (beide von 1942) gedreht.

In der 1946 entstandenen Produktion "The blue Dahlia" bewahrheiten sich die Befürchtungen der Kriegsveteranen des 2. Weltkrieges - die Frau geht während der Abwesenheit des Ehemannes fremd! So geschehen bei Alan Ladd, der - gerade vom Krieg zurückgekehrt - seine Frau auf einer von Alkoholexzessen geprägten Party zusammen mit ihrem Lover vorfindet. Im Alkoholrausch hat sie früher einen Autounfall gehabt bei der ihr gemeinsamer Sohn ums Leben kam! Ladd will seine Frau am liebsten erschiessen, läßt es aber sein, um sie zu verlassen. Den zurückgelassenen Revolver findet am nächsten Tag die Polizei mit der Leiche der Ehefrau vor. Ladd steht unter Verdacht und ist auf der Flucht. Er lernt die Nachtclubsängerin Veronica Lake kennen mit der er seine Unschuld beweisen will ...

Typisch als Film-noir sind die Charaktere allesamt nicht in das übliche gut-böse-Schema einordbar und die Story hat überraschende Wendungen parat. Natürlich "lebt" der Film vom Paar Lake-Ladd, die durch ihr minimalistisches Spiel verrucht, kühl und sexy wirken. Echt ein toller Film-Noir, wenn auch die Nebendarsteller manchmal farblos wirken. Sehr schöne Dialoge zudem - eben ein klassischer 1940er-Jahre-Film.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Saved by the L, 31. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Blue Dahlia [UK Import] (DVD)
"The Blue Dahlia" enthält durchaus Elemente des film noir (tough guys en masse, flotte und zynische one - liner, herbe Dialoge, eine durch und durch verdorbene Frau), ist aber letztlich - obwohl Großmeister Raymond Chandler das Buch schrieb - nicht mehr als ein durchschnittlicher Krimi, der dem Vergleich mit Klassikern des Genres wie "The Big Sleep", "Double Indemnity" und "The Maltese Falcon" nicht standhält. Zu eindimensional die Figuren, zu klar die Rollenverteilung (die Guten hüben, die Bösen drüben). Die Frage, wer den Mord begangen hat, steht allzu sehr im Mittelpunkt - im klassischen film noir par excellence "The Big Sleep" spielt diese Frage überhaupt keine Rolle mehr, sie ist in einer durch und duch verkommenen Welt bedeutungslos geworden. Sehenswert wird "The Blue Dahlia" durch ein hervorragendes Darstellerensemble, allen voran die unvergleichliche, bezaubernde Veronica Lake. Von ihrer Ausstrahlung können heutige Leinwandstars noch nicht einmal träumen. Howard da Silva (er verkörpert noch am ehesten einen film noir - Charakter) und Alan Ladd (eindimensional gut und aufrecht) sind ebenfalls sehenwert. Der Film hat außerdem etwas Schimmerndes, Leuchtendes, das ihn denn letztendlich doch über den durchschnittlichen Genrefilm hebt.

Bild und Ton sind wirklich ganz hervorragend. Leider enthält die DVD keinerlei Extras, nicht mal einen Trailer. Deswegen trotz vorzüglicher Bearbeitung nur 4 Sterne.
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Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1
Die blaue Dahlie: Film Noir Collection 1 von George Marshall (DVD - 2008)
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