Kundenrezensionen

166
3,9 von 5 Sternen
30 Days of Night DVD
Format: DVDÄndern
Preis:18,00 €+3,00 €Versandkosten
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 4. August 2010
...kommt dieser knallbrutale, spannend inszenierte und ästhetisch wunderschön in ungesättigte Farben getauchte, "Schlitzerfilm" daher.
Hä? Schlitzerfilm? Erklärung folgt unten.

Der Ort des Geschehens: Barrow, ein kleines abgeschiedenes Kaff am äußersten Zipfel von Alaska.... Schnee, Dunkelheit, Stürme, Frost. Es ist der Tag, an dem zum letzten Mal ein Sonnenstrahl das kleine Nest erreicht und viele Bewohner verlassen im Zeitraum um die Wintersonnenwende den Ort. Nur 150 Einwohner bleiben, während der andauernden 30 Tage Dunkelheit.
Der Alltag um den Protagonisten, ein Polizist in der Ehekrise, wird kurz skizziert und kleine Begebenheiten machen dem Zuschauer bald deutlich, dass hier in Barrow etwas Böses seinen Anfang nimmt. Es häufen sich in kürzester Zeit Sabotageaktionen, welche klar als Versuche den Ort von der Außenwelt abzuschneiden, erkennbar sind. Eben Oleson, der Polizist, hat sich darum zu kümmern, während seine Frau sowohl ihn, als auch den Ort, verlassen will, aber dummerweise das letzte Flugzeug verpasst, während der 30-tägigen Polarnacht wird keines mehr starten.
Falle zugeschnappt.
Schon am Abend bestellt ein verwahrloster Fremder in einem Restaurant mit Nachdruck "rohes Fleisch". Dann rotten sie sich zusammen, die Herren Vampire, um ENDLICH mal wieder in Ruhe und ungeniert trinken zu können.
----

Ich finde ja eigentlich, dass man bei der Comic-Adaption "30 Days of Night" nicht gerade von einem Vampirfilm sprechen kann. Nur weil welche darin auftauchen, sind sie nicht Genre bestimmend. Das da ist, wenn ich mich als Horrornovizin nicht irre, ein typischer Slasher und die Vampire sind ersetzbar. Man könnte sich beispielsweise statt derer, eine kleine Horde vernarbter Typen vorstellen, die im schwarz-rot-gestreiften Pulli rum rennen und alles was sich bewegt, Mann, Weib, oder Kind, schlitzen anstatt beißen. Guut sie sind vielleicht ETWAS intelligenter als Freddy und Co, aber von distinguierten oder gar nonchalanten Vampiren zu sprechen, wäre vermessen. Auch wenn sie in Frack und Abendkleid auftreten sind sie eher prolliger und wenig zurückhaltender Natur, unmanikürt, mit extrem schlechten Zähnen, und dem Fauchen und Fletschen eines fantasyartig überzeichneten Raubtiers. Allein der Chef hatte ein ansatzweise "grafenhaftes" Auftreten und artikuliert sich. In die Tiefe ging hier aber nix, gaanz, ganz am Rande erfährt man mal kurz was darüber was der Clan der Vampire über Jahrhunderte plante. Hier gibt es weder Charakterzeichnung, noch ein erotisch-barock angehauchtes Szenario zwischen Mensch und Vampir (wie in Coppolas's Dracula ), zeigt auch keine menschlich-tragische Seite des Vampirismus, bzw die zumindest angedeutete, kindliche Unschuld des Vampirkindes (wie in Interview mit einem Vampir  ), auch fehlen die typischen, romantisch angehauchten, augenzwinkernden Blicke in die nostalgische 19. JH Gruselwelt (wie in Dracula). Von einem Vampirfilm erwarte ich aber zumindest stilvollen Grusel, keine rohe Gewalt. Vampire umgarnen ihr Opfer, spielen mit ihm, oder machen es sogar an! Und der Tod kommt zwar eiskalt, aber elegant und hinterlässt HÖCHSTENS ein Anstandströpfchen Blut, welches dann entweder dezent am Hals des Opfers, oder malerisch am arroganten Kinn des Nosferatu, klebt. Nein, nicht mal Tischmanieren haben sie hier. Hier haben wir Vampire mit Karies, die aussehen, als hätten sie Spaghetti mit Tomatensoße direkt aus der Schüssel gegessen. Überall Blut! Sie sind getrieben vom Hass auf die Lebenden, aber von der Tragik des unstillbaren Verlangens BLUT zu trinken kam bei mir nichts an. Die dunklen melancholischen Blicke der Damen & Herren Blutsauger wären sehr gut gelungen, auch diese verfremdete Augen und Nasenpartie.... aber sobald einer vor denen den Mund aufmacht - ähhh- etwas befremdlich und grausam. Wenn man die verschiedenen Reviews hier liest....nun, so mach hartgesottener Horror- bzw Splatterfan kommt hier, scheint's, trotz üppiger Hau- Stech- und Beißszenen nicht auf seine Kosten. Vielen bleibt der Film viel zu harmlos, die Vampire gar zu albern. *Schulter zuck* Albern fand ich sie nur ganz manchmal, aber seltsam und ungewöhnlich schon... Atheistisch sind sie, Kreuz und Weihwasser dürfte ihnen schnuppe sein. Und sie sind wirklich böse. Die gruseligsten Momente waren aber für mich stets die, wenn sie nur als huschende Schemen zu erkennen waren. Ansonsten wurde Grusel durch Brachialgewalt etwas übertüncht. Aber klar, das ist dem Genre geschuldet und dies ist nun mal meines Erachtens ein Slasher mit anziehender Spannungs- bzw. Angstschraube und wichtig: detaillierten, blutspritzenden Gewaltmomenten. Unterstützt von Shredder, Grabenfräse, Hackebeil wird hier nichts ausgelassen. Sämtliche Arbeitsgerätschaften einer Kleinstadt in Alaska kommen irgendwann mal brachial zum Einsatz. Vampircharakteristika hätte nur Gelegenheit zum Trocknen, des von Regisseur D. Slade angestrebten Angstschweißes auf der Zuschauerstirn, gegeben. Oder gar die Luft rausgenommen? Die Spannung baut sich hauptsächlich dadurch auf, dass die rasch dezimierten Einwohner mehr und mehr von den Verfolgern in die Enge getrieben werden und im Versteck verzweifelt versuchen unentdeckt zu bleiben bzw. teils tragisch, um ihr Überleben (vergeblich) kämpfen müssen. Das ist nervenzehrend und sehr atmosphärisch gemacht. Und im Nachmittagsprogramm (O-Ton eines von der Gewalt/Grusel Enttäuschten) würde ich dieses blut&schockgefrostete Werk wirklich nicht haben wollen.

Optisch ist der Film schlicht, aber sehr stylisch.
Das ganze Setting ist genial....die Atmosphäre...die schneebedeckte Szenerie, wie das Licht eingesetzt wird und die ungewöhnlichen Bilder aus der Vogelflugperspektive... das eingetupfte Rot.
Die Musik ist schräg, wundervoll und geladen, mal huscht sie übers Dach....mal röhren E-Gitarren, während der Schnee sanft fällt.... jedenfalls betont sie sphärisch auf sehr aufregende Art die Bilder, derweil ich versuche in der Sofaritze zu verschwinden.
Das Kunstvolle hier, tröstet mich auch über ein etwas unglaubwürdiges Finale hinweg.

[ Uund...kleiner Spoi*ler...
...dass es am Ende doch noch eine romantische Szene gibt, wo ausgerechnet ein Vampirmännchen mit 'nem blonden Polizistenmädel schmusend und händchenhaltend im Sonnenschein sitzt -...also das schockte mich dann doch. Ich dachte das wäre allein die groteske Idee von Biss-Autorin Stephenie Meyer gewesen, aber nein, nur die Wildblumenwiese fehlte. Und auch hier beißt Edwa- äh Eben das Mädel vor lauter Anständigkeit nicht. Nein.
Da hat Regisseur David Slade abgeschrieben und sich dann noch flugs die Verfilmung von Eclipse  unter den Nagel gerissen. ;-) ]

Resümee:
Dass Blut im Schnee mit einem schwarzen Rahmen drumrum gut aussieht, wissen wir spätestens seit dem Märchen der Geb. Grimm. Gut, wir haben hier einen Horrorfilm, der so gut aussieht wie Schneewittchen, ungefähr so aufgebaut ist wie ein Freddy Krüger (oder?), nägelbeißend spannend ist und brutal daher kommt. Gespickt mit gewöhnungsbedürftig seltsamen Vampiren, welchen allerdings leider nur eine bedrohliche Nebenrolle zugestanden wird. Die Schauspieler sind gerade noch Mittelklasse, das reicht noch knapp für einen solchen Film.
Stilvoller Grusel wird durch rohe Gewalt, Verfolgungswahn und Existenzkampf ersetzt. Dafür gibz aber stilvolle Bilder.
Huhhh....also so richtig gut schlafen konnt' ich in der Nacht die den 30 Tagen Night folgte, ehrlich gesagt nicht. :-o)

DVD1: Der Film hat FSK 18 und ist ungekürzt. 112:53 Min. (106:48 Min. o.A.)
Es gibt einen Audiokommentar, bei dem allerdings NICHT David Slade, sondern die beiden Hauptdarsteller und der Produzent Rob Tapert zu Wort kommen.

DVD2:
-Making of
- Interviews
- Deutscher und Englischer Kinotrailer
- B-Roll
- Infos zu Cast & Crew
- Bildergalerie
66 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. April 2008
Das Vampirgenre leidet seit Jahren unter Blutarmut, daran, dass es an innovativer Kraft mangelt, um Spannung zu erzeugen. In den meisten neueren Produktionen hat der Grusel der Langeweile und unfreiwilligen Komik Platz machen müssen. "30 Days of Night" stellt da eine löbliche Ausnahme dar.

Das liegt vor allem am Setting. Ort der Handlung ist der unwirtliche Ort Barrow, im Norden Alaskas. Dort treffen die Einwohner gerade Vorkehrungen, um sich auf die dreißig Tage andauernde Polarnacht vorzubereiten, als ein gefährlicher Fremder eintrifft. Er macht sich daran, die Schlittenhunde zu töten und den Helikopter zu zerstören. Als ihn der Sheriff in eine Zelle steckt, faselt er wirres Zeug über das nahende Ende der ganzen Siedlung. Der Unheilsvorbote (er erinnert stark an Renfield, den Insekten fressenden Irren aus Bram Stokers "Dracula") sollte recht behalten. Mit dem Einsetzen der Finsternis trifft eine Bande Vampire in Barrow ein. Die Blutsauger richten ein Massaker an. Die wenigen überlebenden Menschen verkriechen sich und hoffen auf den Aufgang der Sonne.

Eine Story, die an Wildwestfilme erinnert, wo marodierende Banditen eine Kleinstadt überfallen und solange terrorisieren bis die Kavallerie anrückt. Nur bloß eilt den Leuten von Barrow keine rettende Schwadron zu Hilfe. Sie sind 30 lange Tage auf sich alleine gestellt, von der menschlichen Zivilisation abgeschnitten. Die filmische Atmosphäre ist bedrückend, was für Spannung sorgt. Und die Guten werden immer weniger, während die Vampire kaum Verluste erleiden. Bis effektive Methoden des Widerstands gefunden werden, dauert es lange - der Zuseher wird angehalten, selbst nach einer Lösung aus der schier auswegslosen Situation zu suchen. Das Ende ist innovativ, weil klassisch und neu zugleich.

Die Vampire sind mit interessanten Eigenheiten dargestellt (ihre archaische Sprache, verstärkt durch harpyenhaftes Geschrei und raubtierartige Geschwindigkeit). Der ganze Kruzifix- und Weihwasserkram wurde weggelassen, wenngleich man sich fragt, ob diese Spezies auch gegen Kälte unempfindlich ist. Anführer Marlow läuft nämlich mit offenem Hemd durch die Minusgrade, seine Gefährtin Iris im knappen Kleidchen. Unlogisch erscheint, dass die Vampire - trotz ihres hoch entwickelten Geruchssinns - die sich versteckenden Menschen nicht alle aufstöbern können. Außerdem bleibt die Frage: Wovon ernähren sich die Blutsauger die restlichen 335 Tage im Jahr? Bevor's zur geistigen Thrombose kommt, lassen wir das Thema besser. "30 Days of Night" ist spannend und setzt neue Akzente, und das tut dem Genre als Ganzes gut.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 7. August 2010
kommt dieser knallbrutale, spannend inszenierte und ästhetisch wunderschön in ungesättigte Farben getauchte, "Schlitzerfilm" daher.
Hä? Schlitzerfilm? Erklärung folgt unten.

Der Ort des Geschehens: Barrow, ein kleines abgeschiedenes Kaff am äußersten Zipfel von Alaska.... Schnee, Dunkelheit, Stürme, Frost. Es ist der Tag, an dem zum letzten Mal ein Sonnenstrahl das kleine Nest erreicht und viele Bewohner verlassen im Zeitraum um die Wintersonnenwende den Ort. Nur 150 Einwohner bleiben, während der andauernden 30 Tage Dunkelheit.
Der Alltag um den Protagonisten, ein Polizist in der Ehekrise, wird kurz skizziert und kleine Begebenheiten machen dem Zuschauer bald deutlich, dass hier in Barrow etwas Böses seinen Anfang nimmt. Es häufen sich in kürzester Zeit Sabotageaktionen, welche klar als Versuche den Ort von der Außenwelt abzuschneiden, erkennbar sind. Eben Oleson, der Polizist, hat sich darum zu kümmern, während seine Frau sowohl ihn, als auch den Ort, verlassen will, aber dummerweise das letzte Flugzeug verpasst, während der 30-tägigen Polarnacht wird keines mehr starten.
Falle zugeschnappt.
Schon am Abend bestellt ein verwahrloster Fremder in einem Restaurant mit Nachdruck "rohes Fleisch". Dann rotten sie sich zusammen, die Herren Vampire, um ENDLICH mal wieder in Ruhe und ungeniert trinken zu können.
----

Ich finde ja eigentlich, dass man bei der Comic-Adaption "30 Days of Night" nicht gerade von einem Vampirfilm sprechen kann. Nur weil welche darin auftauchen, sind sie nicht Genre bestimmend. Das da ist, wenn ich mich als Horrornovizin nicht irre, ein typischer Slasher und die Vampire sind ersetzbar. Man könnte sich beispielsweise statt derer, eine kleine Horde vernarbter Typen vorstellen, die im schwarz-rot-gestreiften Pulli rum rennen und alles was sich bewegt, Mann, Weib, oder Kind, schlitzen anstatt beißen. Guut sie sind vielleicht ETWAS intelligenter als Freddy und Co, aber von distinguierten oder gar nonchalanten Vampiren zu sprechen, wäre vermessen. Auch wenn sie in Frack und Abendkleid auftreten sind sie eher prolliger und wenig zurückhaltender Natur, unmanikürt, mit extrem schlechten Zähnen, und dem Fauchen und Fletschen eines fantasyartig überzeichneten Raubtiers. Allein der Chef hatte ein ansatzweise "grafenhaftes" Auftreten und artikuliert sich. In die Tiefe ging hier aber nix, gaanz, ganz am Rande erfährt man mal kurz was darüber was der Clan der Vampire über Jahrhunderte plante. Hier gibt es weder Charakterzeichnung, noch ein erotisch-barock angehauchtes Szenario zwischen Mensch und Vampir (wie in Coppolas's Dracula ), zeigt auch keine menschlich-tragische Seite des Vampirismus, bzw die zumindest angedeutete, kindliche Unschuld des Vampirkindes (wie in Interview mit einem Vampir  ), auch fehlen die typischen, romantisch angehauchten, augenzwinkernden Blicke in die nostalgische 19. JH Gruselwelt (wie in Dracula). Von einem Vampirfilm erwarte ich aber zumindest stilvollen Grusel, keine rohe Gewalt. Vampire umgarnen ihr Opfer, spielen mit ihm, oder machen es sogar an! Und der Tod kommt zwar eiskalt, aber elegant und hinterlässt HÖCHSTENS ein Anstandströpfchen Blut, welches dann entweder dezent am Hals des Opfers, oder malerisch am arroganten Kinn des Nosferatu, klebt. Nein, nicht mal Tischmanieren haben sie hier. Hier haben wir Vampire mit Karies, die aussehen, als hätten sie Spaghetti mit Tomatensoße direkt aus der Schüssel gegessen. Überall Blut! Sie sind getrieben vom Hass auf die Lebenden, aber von der Tragik des unstillbaren Verlangens BLUT zu trinken kam bei mir nichts an. Die dunklen melancholischen Blicke der Damen & Herren Blutsauger wären sehr gut gelungen, auch diese verfremdete Augen und Nasenpartie.... aber sobald einer vor denen den Mund aufmacht - ähhh- etwas befremdlich und grausam. Wenn man die verschiedenen Reviews hier liest....nun, so mach hartgesottener Horror- bzw Splatterfan kommt hier, scheint's, trotz üppiger Hau- Stech- und Beißszenen nicht auf seine Kosten. Vielen bleibt der Film viel zu harmlos, die Vampire gar zu albern. *Schulter zuck* Albern fand ich sie nur ganz manchmal, aber seltsam und ungewöhnlich schon... Atheistisch sind sie, Kreuz und Weihwasser dürfte ihnen schnuppe sein. Und sie sind wirklich böse. Die gruseligsten Momente waren aber für mich stets die, wenn sie nur als huschende Schemen zu erkennen waren. Ansonsten wurde Grusel durch Brachialgewalt etwas übertüncht. Aber klar, das ist dem Genre geschuldet und dies ist nun mal meines Erachtens ein Slasher mit anziehender Spannungs- bzw. Angstschraube und wichtig: detaillierten, blutspritzenden Gewaltmomenten. Unterstützt von Shredder, Grabenfräse, Hackebeil wird hier nichts ausgelassen. Sämtliche Arbeitsgerätschaften einer Kleinstadt in Alaska kommen irgendwann mal brachial zum Einsatz. Vampircharakteristika hätte nur Gelegenheit zum Trocknen, des von Regisseur D. Slade angestrebten Angstschweißes auf der Zuschauerstirn, gegeben. Oder gar die Luft rausgenommen? Die Spannung baut sich hauptsächlich dadurch auf, dass die rasch dezimierten Einwohner mehr und mehr von den Verfolgern in die Enge getrieben werden und im Versteck verzweifelt versuchen unentdeckt zu bleiben bzw. teils tragisch, um ihr Überleben (vergeblich) kämpfen müssen. Das ist nervenzehrend und sehr atmosphärisch gemacht. Und im Nachmittagsprogramm (O-Ton eines von der Gewalt/Grusel Enttäuschten) würde ich dieses blut&schockgefrostete Werk wirklich nicht haben wollen.

Optisch ist der Film schlicht, aber sehr stylisch.
Das ganze Setting ist genial....die Atmosphäre...die schneebedeckte Szenerie, wie das Licht eingesetzt wird und die ungewöhnlichen Bilder aus der Vogelflugperspektive... das eingetupfte Rot.
Die Musik ist schräg, wundervoll und geladen, mal huscht sie übers Dach....mal röhren E-Gitarren, während der Schnee sanft fällt.... jedenfalls betont sie sphärisch auf sehr aufregende Art die Bilder, derweil ich versuche in der Sofaritze zu verschwinden.
Das Kunstvolle hier, tröstet mich auch über ein etwas unglaubwürdiges Finale hinweg.

[ Uund...kleiner Spoi*ler...
...dass es am Ende doch noch eine romantische Szene gibt, wo ausgerechnet ein Vampirmännchen mit 'nem blonden Polizistenmädel schmusend und händchenhaltend im Sonnenschein sitzt -...also das schockte mich dann doch. Ich dachte das wäre allein die groteske Idee von Biss-Autorin Stephenie Meyer gewesen, aber nein, nur die Wildblumenwiese fehlte. Und auch hier beißt Edwa- äh Eben das Mädel vor lauter Anständigkeit nicht. Nein.
Da hat Regisseur David Slade abgeschrieben und sich dann noch flugs die Verfilmung von Eclipse  unter den Nagel gerissen. ;-) ]

Resümee:
Dass Blut im Schnee mit einem schwarzen Rahmen drumrum gut aussieht, wissen wir spätestens seit dem Märchen der Geb. Grimm. Gut, wir haben hier einen Horrorfilm, der so gut aussieht wie Schneewittchen, ungefähr so aufgebaut ist wie ein Freddy Krüger (oder?), nägelbeißend spannend ist und brutal daher kommt. Gespickt mit gewöhnungsbedürftig seltsamen Vampiren, welchen allerdings leider nur eine bedrohliche Nebenrolle zugestanden wird. Die Schauspieler sind gerade noch Mittelklasse, das reicht noch knapp für einen solchen Film.
Stilvoller Grusel wird durch rohe Gewalt, Verfolgungswahn und Existenzkampf ersetzt. Dafür gibz aber stilvolle Bilder.
Huhhh....also so richtig gut schlafen konnt' ich in der Nacht die den 30 Tagen Night folgte, ehrlich gesagt nicht. :-o)

DVD1: Der Film ist ungekürzt. 112:53 Min. (106:48 Min. o.A.)
Es gibt einen Audiokommentar, bei dem allerdings NICHT David Slade, sondern die beiden Hauptdarsteller und der Produzent Rob Tapert zu Wort kommen.

DVD2:
-Making of
- Interviews
- Deutscher und Englischer Kinotrailer
- B-Roll
- Infos zu Cast & Crew
- Bildergalerie
1515 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 9. Dezember 2013
Ich bin zufällig auf den Film gestoßen und saß freiwillig und trotz rufender Arbeit am nächsten Morgen bis 3 Uhr nachts vor dem Fernseher, so sehr hat er mich gefesselt. Eine großartig beschreibbare Handlung gibt es nicht (eine Kleinstadt wird von Vampiren überfallen und einer nach dem anderen wird von diesen getötet), aber das Geschehen, insbesondere das Vorgehen der noch lebenden Bewohner, ist für mich mich nachvollziehbar und wird durch gute Schauspieler gestützt. Gut finde ich, dass der Schluss anders ist als man es den Film über erwarten könnte. Ich kann den Film für einen netten DVD-Abend auf jeden Fall empfehlen. Für die Spannung vergebe ich 4 bis 5 Sterne. Auf jeden Fall werde ich auf dem Weg ins Bett noch unter das Bett und in den Schrank schauen ...
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2008
Eingentlich gibt es nicht mehr viel zu sagen nach der sehr treffenden Rezension von Thomas.
Der Film überzeugt durch die grandiose Kulisse und die überzeugende Darstellung. Die Vampire wirken sehr furchterregend und das nicht nur, weil die Maske ganze Arbeit geleistet hat, sondern auch weil die Bewegungen - von linkinsch bis unberechenbar - sehr passend sind.
Ich hätte dem Film dafür gerne 5 Punkte gegeben, aber leider ist die Handlung sehr dünn, weder die gelungene Atmosphäre, noch die überzeugende Darstellung, noch die extreme Brutalität der blutrünstigen Monster macht dieses Manko völlig wett.
Trotzdem: Ich kann den Film empfehlen und halte ihn durchaus für sehenswert.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2014
Zum Glück gibt's diesen Film hier, denn Edward, der schmale Schönling, hat ja nun Vampirfilme gleich mehrfach lächerlich gemacht (ich habe schon nach dem ersten Teil aufgegeben und hörte, es wurde noch jämmerlicher). 30 DAYS OF NIGHT heisst der Vampirfilm für echte Männer, deren Gehirne noch nicht total weichgespühlt sind, vor lauter Emanzipation. Diese Vampire hier schreiben keine Gedichte und achten auch nicht darauf, ob die Haare liegen. Mies, pfeilschnell, gnadenlos. Hier wird nicht verhandelt, niemand verschont, sondern nur mit viel Versteck-Spiel ums Überleben gekämpft. Für mich der beste Vampirfilm bisher. Frauen, die auf Micro-Dödel Edward getue stehen, empfehle ich nur die letzten 2 Minuten von diesem Film und selbst die könnten noch zu heftig sein. Sorry Mädels aus den 90ern, aber so sieht nunmal ein Vampirfilm für Kerle aus, die sich beim Fernsehen noch ungeniert an den Sack packen dürfen und dafür auch ne Menge zu geben haben. That's the Power of love !
22 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. September 2011
Der Film ist für mich einer der besseren Filme aus dem Horror Genre. Ich bin eigentlich kein Hardcorefan von Zombie- oder wie in diesem Fall Vampirfilmen, habe jedoch selbst ca. 20 DVDs zu diesem Thema. Und ich war positiv überrascht über die filmische Umsetzung, die Atmosphäre des Films und vorallem über das tolle Bonusmaterial.

Zur viel gelesenen Kritik der Vampirlaute oder dem vielen Blut. Ich habe es nicht so empfunden. Der Film ist FSK18, also sollte Blut schon dazugehören. Diese beiden Kritikpunkte mancher kann ich so nicht unterschreiben.

Absolut sehenswert!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2008
Endlich mal wieder ein Horrorstreifen der diesen Namen auch verdient.
Tolle Darsteller und eine perfekte Crew hinter der Kammera machen 30 Days of Night zu einem wirklich Juwel - den man eigentlich im Kino geniessen sollte - also wer die Möglichkeit hat dem empfehle ich Beamer und Dolby 5.1 - ich musste mich leider mit einem 32" TV begnügen - aber keine Angst der Horror kommt auch so gut rüber.

Regisseur David Slade liefert eine beeindruckende Horrorshow die nachwirkt.

5 Sterne für den Kult-Streifen von Morgen
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2008
Bei diesem Film handelt es sich endlich mal wieder um einen genialen Vampirschocker. Der Film ist gruselig, spannend und brutal. Nachdem das Genre durch die Vampirfilme der letzten Jahre seit From Dusk Till Dawn abgeflacht ist und das Image des Vampires seit Buffy und Blade auch etwas menschliches bekommen hat, ist dies endlich mal wieder Horro. Und diese Comicverfilmung ist eine absolut neue Idee. 30 Tage Nacht und der Film geht fast zwei Stunden. Einfach genial.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
Als in der abgeschiedenen Kleinstadt Barrow in Alaska für 30 Tage die Sonne nicht mehr aufgeht und die Bewohner in nahezu völliger Dunkelheit leben müssen, tauchen geheimnisvolle Fremde auf. Schon bald müssen die Bewohner Barrows feststellen, dass es sich dabei um Vampire handelt, die mit brutaler Härte auf Nahrungssuche gehen …

*

Da sind sie endlich: Vampire, die sich von allen anderen bisher gezeigten unterscheiden.
“30 Days Of Night” war für mich seinerzeit der erfrischendste Beitrag zum Thema Vampir und ist es auch, nach nochmaligem Ansehen, noch immer. Die stylischen, mit äußerster Härte agierenden Blutsauger in David Slades Verfilmung der Comics von Steve Niles sind einfach der Hammer! Unheimlich, brutal und absolut “gutaussehend”. ;)

Schon alleine der Einstieg in den Film verbreitet eine unglaublich gute Stimmung: Dunkelheit, Abgeschiedenheit und eine tödliche Bedrohung. Da ist es nicht verwunderlich, wenn man sich bei der verschneiten Trostlosigkeit des Ortes an John Carpenters “Das Ding aus einer anderen Welt” erinnert fühlt. Doch der von Sam Raimi produzierte Vampir-Thriller geht einen anderen Weg und zeigt Vampire, wie man sie noch nie gesehen hat. Durch eine außergewöhnliche Optik wird die Schnelligkeit der Angreifer beeindruckend in Szene gesetzt und die Attacken der Vampire könnten rasanter nicht sein.

Erschreckend realistisch wird ein neuer Mythos über Vampire erschaffen, der zum Beispiel durch eine gutturale, Gänsehaut verursachende eigene Sprache der Blutsauger unterstrichen wird. Schauspielerisch kann Josh Hartnett (zwar nicht immer) überzeugen, aber Danny Huston, der Sohn von Regielegende John Huston, trifft mit seiner Darstellung des Vampiranführers Marlow voll ins Schwarze. Unglaublich, mit welcher Mimik er der unheimlichen Kreatur glaubhaft Leben einhaucht und den Zuschauer damit so richtig erschrecken kann.

Der Gore-Anteil in “30 Days Of Night” ist sehr hoch und streckenweise äußerst brutal, so dass ich mich an einigen Stellen gefragt habe, ob die Damen und Herren der FSK da womöglich eingeschlafen sind und diese Szenen übersehen haben. Erschreckend realistisch wird in Köpfe und Körper gehackt und literweise Blut verspritzt. Vielleicht ist es gerade diese Härte, die den ganzen Film lang eine fast schon klaustrophobisch wirkende Stimmung verbreitet.
Für mich ist “30 Days Of Night” einer der besten Vampirfilme überhaupt, Klassiker wie “Nosferatu” oder Francis Ford Coppolas “Dracula” einmal ausgenommen.

*

Fazit: Gorelastige Comicverfilmung, die eine völlig neue Art von Vampiren zeigt und damit für mich ein absolutes Highlight im Genre der oftmals uninspirierten Vampirfilme ist.

© 2015 Wolfgang Brunner
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Dawn of the Dead [Director's Cut]
Dawn of the Dead [Director's Cut] von Sarah Polley (DVD - 2004)
EUR 7,77

28 Days Later / 28 Weeks Later [2 DVDs]
28 Days Later / 28 Weeks Later [2 DVDs] von Cillian Murphy (DVD - 2009)
EUR 15,99

30 Days of Night: Dark Days
30 Days of Night: Dark Days von Mia Kirshner (DVD - 2010)
EUR 7,99