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am 18. Juni 2001
ich mag im großen und ganzen keine deutschen filme. jemand sagte einmal, in deutschen filmen würden die kleinen dinge zu groß und die großen zu klein erzählt. ich finde, das stimmt meistens. filme aus deutscher produktion haben meistens das manko, weder mitreissend noch ansprechend zu sein. umso erstaunter war ich über diesen film, als ich ihn im kino sah. er überzeugte mich beim ersten sehen und riss mich beim zweiten sehen (ich war so begeistert, dass ich meine freundin noch ein zweites mal ins kino schleppte ... sie war mir im nachhinein dankbar dafür) immer noch mit. es ist eine schöne geschichte von den beiden liebenden lotte und hugo und vor allem die vier hauptdarsteller spielen mehr als überzeugend und mit einer in deutschland meist vermissten klasse und leidenschaft. man kann sich mit ihnen freuen, mit ihnen zittern und mit ihnen weinen ... naja, nicht ganz, denn das ende ist genau eine sekunde zu kurz, um einen mitheulen zu lassen... der soundtrack ist perfekt und unterstreicht die stimmung des filmes konstant, ebenso wie die kameraführung und schnittfolge (meine freundin ist da bei deutschen filmen sehr anspruchsvoll und war begeistert). ich persönlich denke, dieser film ist der beste film des jahres 2000 - und da rechne ich alle hollywood-produktionen und blockbuster mit ein. zugegeben, "kalt ist der abendhauch" spielte keine rekordsummen ein, für einen deutschen film lief er aber dennoch gut. und einen ehrenoskar hat er allemal verdient... wer einen film zum mitfühlen sucht, der ist hier richtig beraten ... bleibt nur zu hoffen, daß die deutsche dvd-produktion keinen schund daraus macht... uns so schließe ich dann mit worten, die fast jeder kennt, aber niemand schöner hätte sagen können, als gisela trowe: "so legt euch denn, ihr brüder, in gottes namen nieder, ... kalt ist der abendhauch..."
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am 19. Mai 2010
"Kalt ist der Abendhauch" ist eindeutig einer meiner Lieblingsfilme.
Die Geschichte beinhaltet meiner Meinung nach alles, was es braucht, um zu unterhalten.
Witzige Passagen umschließen eine herzergreifende Liebesgeschichte, in der die beiden Hauptpersonen trotz ständigen Verlangens über Jahre hinweg nicht zueinander finden können. Das bedeutet fast zwei Stunden mitfiebern um die alles entscheidende Frage: "Kriegen sie sich etwa doch noch?"
Die Spannung wird stets aufrecht erhalten; ich finde, nichts ist unnötig in die Länge gezogen, alles ist stimmig.
Auch wenn hier praktisch ein ganzes Leben erzählt wird, bleibt die Momenthaftigkeit doch immer zentrales Thema der Handlung - und nimmt dem Finale des Films ein wenig seine Traurigkeit.
"Manchmal braucht man ein ganzes Leben, um fünf Minuten glücklich zu sein." - Genau darum geht es.
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am 25. April 2003
Ich bin auf diesen Film durch reinen Zufall gekommen, er lief am 20.April 2003 auf Sat.1. Ich habe eher gelangweilt gezappt und bin glücklicherwiese an diesem Film hängen geblieben.
Er handelt von Charlotte, die sich an ihre große Liebe zurückerinnert, da diese sie besuchen will. Er ist wahnsinnig gut gemacht. Die gesamt Atmosphäre kommt extrem gut rüber, einen guten Teil trägt auch die geniale Musik von Niki Reiser dazu. Dieser Film ist fast als Bildungslücke zu bezeichnen, auch wenn ich das Buch der Noll nicht gelesen habe.
"Kalt ist der Abendhauch" kann sich meiner Meinung nach sogar mit "Good Bye Lenin" messen lassen.
Noch am selben Abend habe ich ihn mir dann bei Amazon bestellt ;o)
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am 17. Juni 2003
Nach seinem Erfolg mit »DIE APOTHEKERIN« hat RAINER
KAUFMANN auch bei dieser INGRID NOLL-Verfilmung den Regiezuschlag erhalten.
1936, Charlotte (FRITZI HABERLANDT) ist 16 Jahre alt und heimlich verliebt
in Hugo (AUGUST DIEHL). Der kündigt jedoch bald darauf seine Hochzeit mit
Ihrer älteren Schwester Ida an, und für Charlotte bricht eine Welt zusammen.
Außerdem hat Charlotte noch zwei Brüder, doch der jüngste Albert wird genau
an Idas und Hugos Hochzeitstag vom Vater, der ein gutgehendes Schuhgeschäft
betreibt, verstoßen. Der Patriarch fürchtet darum, dass sein Sohn
homosexuell sein könnte. Daraufhin zieht der Sohn seine Konsequenzen. So
endet dieses Familienfest tragisch, als Charlotte ihren geliebten Bruder
erhängt am Dachboden auffindet.
Charlotte gibt Ihrem Vater die Schuld am Tod des Bruders und wird ihm nie
verzeihen. Bald darauf heiratet sie den bodenständigen Lehrer Bernhard
(ANDRÉ HENNICKE) und auf ihrer Hochzeit flirtet Hugo mit ihr, bis er sich
eifersüchtig betrinkt. Der Vater stirbt am gleichen Tag, doch die Mutter
beschließt, das Geschäft weiterzuführen.
Als der Krieg beginnt, muss Bernhard an die Front. Hugo ist mit Ida nicht
glücklich und betreibt einen Buchladen. Als auch Hugo an die Front muss,
begegnet er Charlotte wieder und beide werden ein Liebespaar. Ihr Bruder
Ernst- Ludwig fällt im Krieg und das Schuhgeschäft wird im Bombenhagel
völlig zerstört. Das Kriegsende bedeutet für Charlotte einen Neuanfang, denn
ihr Mann gilt als vermisst. Bald zieht Hugo bei ihr ein und als beide im
Keller des Geschäfts noch intakte Schuhe findet ist die Existenz auch
gesichert. Doch eines Tages kommt der völlig ausgemergelte und todkranke
Bernhard aus russischer Gefangenschaft zurück. Als dieser ungewaschen mit
ihr schlafen möchte, stößt sie ihn zurück und er stürzt. Da Bernhard an den
Folgen des Sturzes stirbt, wird Charlotte panisch. Sie fürchtet man würde
ihr den Unfall nicht abnehmen, und um den Toten loszuwerden, wird er von ihr
und Hugo einfach im Keller eingemauert. Doch dadurch wird auch das
Verhältnis zu Hugo schwieriger und er kehrt zu Ida und den Kindern zurück,
als seine Frau schwerkrank wird. Charlotte ist solange alleine im Haus, bis
Bernhards Kamerad Anton (INGO NAUJOKS) eintrifft, der im Krieg erblindet
ist. Dieser wird von ihr herzlich aufgenommen und er möchte sie sogar
heiraten. Doch sie begegnet auch Hugo wieder und ist mittlerweile sogar von
ihm schwanger, doch er wird es von der aufrechten Charlotte nicht erfahren.
Anton kommt bei einem Autounfall ums Leben, als Charlotte sich mit Hugo
trifft. Von da an sieht sich das Paar fast 50 Jahre nicht mehr wieder.
Die Charlotte von heute wird gespielt von GISELA TROWE, ihre Tochter Regine
(GISELA SCHNEEBERGER) und deren Sohn Felix (FABIAN BUSCH) helfen ihr beim
nötigsten, denn sie lebt allein und noch immer in demselben Haus dessen
Keller ein Geheimnis birgt. Und da soll sich ihr Leben noch einmal
verändern, denn Hugo (HEINZ BENNENT) kündigt per Brief seinen Besuch an.
Beide scheinen erkannt zu haben, dass es für sie nur eine große Liebe im
Leben gab, und dementsprechend groß ist die Aufregung vor dem Treffen.
So lauten Charlottes Schlussworte: »MANCHMAL BRAUCHT MAN EIN GANZES LEBEN,
UM FÜNF MINUTEN GLÜCKLICH ZU SEIN.«
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am 17. Juni 2004
denn um was es geht steht in den anderen Rezesionen. Ich hab den Film zufällig auf Sat.1 im letzte Jahr gesehen. Das Buch hab ich nicht gelesen, aber der Film gehört zum besten was das deutsche Kino jeh zu bieten hatte. Vor allem das Ende gräbt sich tief ein,
dieser eine Satz ("Manchmal braucht es ein ganzes Leben um nur fünf Minuten glücklich zu sein").Ich schaue mir den Film regelmäßig an und er berührt mich jedesmal wieder wie beim ersten mal. Das gab es vorher nicht. Neben "Good Bye Lenin" und "Knockin on Heavens Door" eines der besten deutschen Werke wenn auch ein "Geheimtipp".
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am 20. Januar 2007
Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe.

Einfach wunderbar.

Die Schauspieler, die Stimmung, die Handlung...
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am 25. Februar 2003
... so legt Euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; KALT IST DER ABENDHAUCH ... schon bei diesem "Haucher"-Start im DVD Menü kriegt man eine Gänsehaut. Der Film bezaubert durch Komik, Dramatik und Ironie ! Wirklich einer der besten, deutschen Filme, den ich kenne.
Der Preis ist der Hammer ! Eigentlich viiieeeeel zu billig für so einen schönen Film ! Also: KAUFEN !
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"Kalt ist der Abendhauch" gehört zu meinen absoluten Favoriten in puncto "Immer-wieder-gern-sehen"-Filmen. Und ich habe diesen Film nun schon einige Male angesehen - für mich verliert er nichts an seiner Intensität.
Nach der bekannten Buchvorlage von Ingrid Noll (welche ich nie gelesen habe) ist hier ein schönes Stück Film entstanden.
Natürlich enthält er streitbare Szenen, die, je nach Geschmack, grotesk und makaber wirken. In sich hat diese gute Prise "schwarzen Humors" jedoch für mich wesentlich an Unterhaltungswert gewonnen und tut der Qualität dieses Films absolut keinen Abbruch - im Gegenteil.
Mein Faible für Filme mit einem historischen Hintergrund berücksichtigt, empfinde ich die Geschichte als wunderbar in Szene gesetzt und authentisch dargestellt. Die stimmungsvolle Musik untermalt die Geschehnisse exzellent und begleitet durch den gesamten Film. Fritzi Haberlandt meistert die Rolle der jungen Charlotte, welche sie durch zwei Jahrzehnte darstellt, mit Bravour. Ich fand sie sowohl bei der Darstellung des jungen, ungestümen Teenagers, als auch als junge, erwachsene Frau sehr überzeugend. Die wunderbar "schrullige" Darstellung der älteren Charlotte ist besonders erwähnenswert, diese wurde mit Gisela Trowe ebenfalls grandios besetzt. Insgesamt haben mich alle Darsteller überzeugt. Mich hat diese Geschichte - die eine von vielen ist - sehr berührt. Der Zeitgeist springt einfach auf den Zuschauer über (auch wenn der geschichtliche Hintergrund im Grunde nur eine sehr nebensächliche Rolle spielt).
Im Vordergrund steht eine schön erzählte, tragische, immer währende Liebesgeschichte. Eine Hommage an das Alter, was mir besonders gut gefallen hat. Die Szenen des gealterten Liebespaares sind einfach herzerfrischend! Ein ergreifendes Ende rundet die Handlung gelungen ab.
Der letzte Satz im Film:
"Manchmal braucht es ein ganzes Leben um 5 Minuten glücklich zu sein." - ...und der "Vorhang fällt", ich denke darüber nach...was bleibt bestehen nach einem gelebten Leben? Was ist Liebe? Und was kann sie aushalten? Ein sehr schöner Film bei dem ich mich im Großen, aber auch im Kleinen wiederfinden kann. Für mich daher wohlverdiente 5 Sterne.
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am 16. Februar 2003
"Kalt ist der Abendhauch" ist die beste deutsche Filmproduktion die ich je gesehen habe. Eine perfekte Mischung aus Tragik und Humor. Ein Film bei dem zum Schluss sicher Tränen rollen!!ABSOLUT EMPFEHLENSWERT!!!!grandios verfilmtes Buch!
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am 11. September 2015
Ingrid Nolls Romane sind oft herrlich makaber, unmoralisch, fernab von "Politial Correctness". In der Beschreibung eines Werkes wird gelobt, mit welcher Chuzpe (unbekümmerte, fast sympathische Dreistigkeit, so definiere ich den Begriff aus dem Jiddischen) sie ihre mordenden Heldinnen als verfolgte Unschuld darstelle. In diesem Sinne ist R.Kaufmanns Film "Kalt ist der Abendhauch" nach Nolls gleichnamigem Buch wunderbar gelungen.

Die 80jährige Charlotte (Gisela Trowe), rothaarig und rüstig, bekommt Post: Hugo Wimmer (Heinz Bennent) ihre große und einzige Liebe, die sie 50 Jahre nicht mehr gesehen hat, kündigt seinen Besuch an. Kontakt hat sie sonst anscheinend nur noch zu ihrer Tochter Regine (Gisela Schneeberger) und dem Enkel Felix (Fabian Busch). Sie erzählt aus dem >off< ihre Geschichte.

Die 16jährige Charlotte (Fritzi Haberlandt), Tochter des Schuhmachers und -händlers Eberhard Hoffmann (Vadim Glowna) liebt Hugo Wimmer (August Diehl). Dieser jedoch heiratet Charlottes Schwester Ida (Georgia Stahl), Charlotte dann den 15 Jahre älteren Bernhard (André Hennicke), Lehrer und Philatelist, mit dem sie 2 Kinder bekommt. Im zerbombten Berlin nach Ende des Krieges(der Film beginnt ca 1934/35) haben Charlotte und Hugo eine wunderbare Affäre, er ist und bleibt Charlottes einzig große Liebe. Überrachend steht in einer pechschwarzen Nacht, in der es aus Eimern schüttet, der totgeglaubte Bernhard wieder in der Haustür, eine halbverhungerte, in stinkende Lumpen gehüllte, mit grindigem Schorf übersäte Elendsgestalt nach langer Zeit in einem russischen Gefangenenlager. Er hat nicht mehr lange zu leben, aber Hugo lässt sich nicht, wie vorher versprochen, von seiner an einer unheilbaren Erkrankung leidenden Ehefrau scheiden. Für einige Zeit lebt in der Art einer Zweckgemeinschaft der erblindete Anton (Ingo Naujocks) mit Charlotte unfd ihren Kindern und betreibt eine Praxis als Masseur. Charlottes und Hugos Wege trennen sich für Jahrzehnte.

Der betagte Hugo ist endlich bei Charlotte angekommen. Herrlich ironisch werden die Gebrechen des Alters geschildert, Hugo darf seine Herztabletten nicht vergessen, überrascht die unbekleidete Charlotte von hinten im Bade, die ihre Blöße mit einem Handtuch bedeckt, parallel zu einer Szene aus der Vergangenheit, in der Charlotte /Fritzi sich umdreht und das Handtuch fällt, was wenig überraschend sich bei Charlotte/Gisela nicht wiederholt. Köstlich auch, wie Hugo senior aus der kalten Kammer flieht und sich bei Charlotte "aufwärmen" darf, sich nach einem keuschen Kuss an ihre Brust kuschelt und - einschläft.
Es gilt noch etwas zu erledigen, nicht "Jeder hat eine Leiche im Keller", wie die DVD-Hülle verspricht, aber Charlottes Exemplar, auf das ihr Enkel auf makabre Art durch einen Kurzschluß gestoßen ist, muss noch beseitigt werden und wird schließlich, unter der Grabesrede des Filmtitels, "beerdigt".
Am Ende des Filmes macht Hugo Charlotte einen Antrag, und sie muß feststellen, dass es manchmal ein ganzes Leben braucht, um "für 5 Minuten das große Glück zu erleben".

Der Film aus dem Jahre 2000, den manch Rezensent als das Filmereignis des Jahres bezeichnet hat, ist mit großartigsten Schauspielern besetzt.
Jüngeren dürfte Heinz Bennent (hier in seiner letzten Filmrolle) nicht unbedingt ein Begriff sein, aber er war bis zu seinem Tode 2001 einer der großartigsten deutschen Schauspieler, international geachteter Theaterstardarsteller. Filmfreunden sind sicher sein Sohn David aus "Die Blechtrommel" und Anne ("Lulu") bekannt. Mit der ebenfalls zu ihrer Zeit sehr bekannten Gisela Trowe (rote Haare, dunkel-rauchige Stimme) ist das alte Paar Hugo&Charlotte wunderbar besetzt. Herrlich ironisch-selbstironisch geben sie de alten Herrschaften,köstlich die Szene, als sie nach "Bergen der Leiche im Keller" trotz seiner Herzerkrankung auf einem Wäschekorb sitzend gemeinsam rauchen.

Die Jahrgangsklasse 1995-1998 der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspiel in Berlin hat mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Mark Waschke, Devid Striesow und "Charlotte" Fritzi Haberlandt phantastische Schauspieler hervorgebracht, die inzwischen zusammen um die 30 Filmpreise erspielt haben. Nina Hoss wurde bereits 1996 mit dem "Mädchen Rosemarie" sehr bekannt, Fritzi Haberlandt, von Regisseur Kaufmann als Riesentalent bezeichnet (wie recht er behielt!), erhielt für ihre Charlotte einen Nachwuchsdarstellerpreis, den inzwischen ebenfalls zu den Großen des Faches zählende Devid Striesow sehen wir hier als ihren älteren von 2 Brüdern, der im Krieg bleibt.
Fritzi Haberlandt gehört nicht zu den strahlenden Schönheiten der deutschen Schauspielerinnen, was bitte nicht als Euphemismus missverstanden werden soll. Sie ist eigenwillig hübsch, sympathisch, und die Charlotte im Alter von 16 bis 30 Jahren verkörpert sie weniger durch die Maske, sondern durch ihr Spiel als junges unbekümmertes Mädchen bis hin zur jungen Witwe, die zunächst zwei Kinder großziehen muss und mit dem blinden Anton lebt, der zum Masseur umgeschult hat, sehr ausdruckstark überzeugend. Auch Ingo Naujocks als Anton ist gelungen besetzt.
August Diehl spielt den jungen Hugo. der sich schließlich wegen der Erkrankung seiner Frau, die auf dem Lande lebt, zwischen Liebe und moralischer Veantwortung für Ida entscheiden muß, ebenfalls sehr sympathisch und gelungen und hat auch in zahlreichen weiteren Filmen beeindruckt.
Und mit Elisabeth Trissenaar als Mutter, Fabian Busch als Enkel Felix und Gisela Schneeberger als spätere Tochter Regine waren schon damals beziehungsweise sind heute renomierte Schauspieler an dem Film beteiligt, Vadim Glowna und Gisela Trowe vor einigen Jahren leider verstorben.
Eine starke Besetzung ist auch André Hennicke, mit seinem asketisch- eingefallenen Gesichtszügen ist er einfach die Idealbestzung für schwerstkranke Männer oder wie hier als halbverhungerter langjähriger Kriegsgefangener in Sibirien. Die vorher als frischgebackener Ehemann ordentlich gescheitelten Haare zerstrubbelt, grindiger Ausschlag auf freiliegende Hautstelllen geschminkt und in Lumpen gehüllt, mehr braucht es nicht, um so eine Elendsgestalt zu erschaffen, außer natürlich auch schauspielerischen Fähigkeiten, und die hat Hennicke mit nicht abstoßendem Äußeren ebenfalls schon häufig bewiesen.
Auch als ein Stück Zeitgeschichte, dies aber nicht so im Vordergrund stehend, ist "Kalt ist der Abenhauch" gelungen. Wir sehen, wie damals sicher noch mehr als heute, Familie und Heirat in den geschäftlichen Ablauf einzugliedern versucht werden, ein Schwiegersohn als erhoffter Nachfolger des Schuhgeschäftes taxiert wird. Und bezeichnend auch das Drama um Charlottes jüngeren Bruder, der sich mehr als Mädchen fühlt, bei Vater-Mutter- Spielen unter Kindern dem Mädchen die Vaterrolle überläßt und im Rahmen einer Feier im rosa Kleid mit glockenheller Sopranstimme als sein Geschenk ein Lied zum Fest beisteuert, eventuelle Amüsiertheit vergeht uns angesichts der schrecklichen Reaktion des Vaters rasch, und ein (eher selten, bei mir nicht) letztes Kichern bleibt uns kurz darauf angesichts des sich abspielenden Dramas förmlich im Halse stecken. Zur Zeitgeschichte gehört auch das nur kurz gezeigte zerbombte Berlin, ein unerwarteter von Hugo und Charlotte im Keller unter den Trümmern des Geschäfts-und Wohnhauses entdeckter "Schatz", der für damals oft notwendigen Schwarzmarkthandel ein wahrer Segen war, ebenso ein der Zeit geschuldeter gewisser Pragmatismus, mit dem der blinde Anton aufgenommen wird und als Lebens-, nicht Liebespartner fungiert. Eine Heirat, und sei es nur der Form, nicht der Liebe halber, würde Charlotte ja die Witwenrente kosten.

Zusammenfassend ist "Kalt ist der Abendhauch" ein glungener Film, der den herrlichen schwarzen Humor von Ingrid Noll, ihren Sinn für das Makabere, wunderbar getroffen hat. Szenen, die aus einer Horrorkomödie stammen könnten, das Auf die Schippe-Nehmen von Altersgebrechlichkeiten, "unmoralisches" Verhalten ohne böse Hintergedanken. Und neben dem erwähnten zeitgeschichlichem Touch hat der Film auch eine wunderschöne, durch großartige Jungschauspieler und zwei tolle Altstars dargebotene, traurig endende Liebesgeschichte zu bieten, die nach 50 jähriger Unterbrechung eine auch komische, aber vor allem berührende kurze Fortsetzung erfährt.

Und zum guten Schluss: die genannten 5 Klassenkameraden aus "Der Ernst Busch", sowohl einzeln als auch in schon mehreren Filmen gemeinsam, sind keine Garantie für sehr gute Filme oder Rollen, aber nach meiner Erfahrung für großartige Schauspielkunst, mit Fritzi Haberlandt und in einer Nebenrolle Devid Striesow sehen wir hier, auch dank vieler weiterer Top- Stars, ganz hervorragendes Spiel in einem wunderbar gelungenen Genre-Mix, für mich eine FILMPERLE.

Doc Halliday
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