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4.0 von 5 Sternen Schockierend ehrlich
Der 1. Teil ist der Ausgangspunkt der Handlung: zwei Freundinnen haben eine Abtreibung in einem Hotelzimmer arrangiert. Die eine, die Leidtragende, die andere, Otilia, die Aktivere. Hier ziehen uns die unheimlich langen, wortlosen Szenen mit hinein in das Geschehen und setzten erste Denkanstösse.
Im 2. Teil läuft das Kontrastprogramm: eine Familienfeier...
Veröffentlicht am 13. Mai 2010 von zopmar

versus
0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einmal schauen reicht
Sehr kritischer Film, einmal schauen reicht, wenn auch künstlerisch sicherlich ungewöhnlich bis herausragend verarbeitet und man einiges zum Nachdenken mitnimmt, so hat der Film doch oder gerade deswegen Längen.
Veröffentlicht am 28. Januar 2012 von spacecat


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schockierend ehrlich, 13. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
Der 1. Teil ist der Ausgangspunkt der Handlung: zwei Freundinnen haben eine Abtreibung in einem Hotelzimmer arrangiert. Die eine, die Leidtragende, die andere, Otilia, die Aktivere. Hier ziehen uns die unheimlich langen, wortlosen Szenen mit hinein in das Geschehen und setzten erste Denkanstösse.
Im 2. Teil läuft das Kontrastprogramm: eine Familienfeier. Alles quatscht sinnfrei durcheinander, singt und säuft. Mittendrin die schweigende Otilia. Der Zuschauer wird gezwungen zu erkennen, was ihr durch den Kopf geht, während die Worte an ihr vorbeirauschen - alles, nur nicht wie man Kartoffelpuré macht.
Dann im 3. Teil kommt die Auseinandersetzung mit ihrem Freund. Hier werden wenn auch nur hypothetisch die unterschiedlichsten Ansichten hinsichtlich einer möglichen Abtreibung bei ihnen deutlich und damit wächst die Distanz zwischen ihnen. Es entsteht eine Atmosphäre der klaustrophobischen Angst, besonders bei der Entsorgung des Fötus: es ist Nacht, man fühlt sich beobachtet, die Kamera ganz dicht dran, wackelt hinterher. Und wenn man dann noch die die Situation unter Chaucescu mit seiner Securitate im Hinterkopf hat, wächst sich das zu einem menschlichen Albtraum aus.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen faszinierender film, zurecht ausgezeichnet!, 28. März 2011
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
ein film auf den man sich einlassen muß, denn er beginnt langsam, mit langen einstellungen und tristen bildern in einem rumänischen studentenheim. die handlung bekommt aber einen solchen sog und eine spannung und wird hauptsächlich von den großartigen schauspielerinnen getragen. interessant ist über den film ein bißchen nachzulesen: die distanzierte kameraführung und die langen einstellungen spiegeln das trieste leben und die einschränkungen der menschen im rumänien der ceausescu-zeit. die figuren sind keine sympathieträger aber haben eine ungeheure wirkung! das zentrale thema der verbotenen abtreibung ist im grunde nur ein mittel um die situation der menschen darzustellen, denn ich halte den film für keinen abtreibungsfilm. man sollte den film als beobachter ansehen, ohne zu werten, dann hat man am meisten von diesem kunstwerk. ich denke er wurde zurecht mit der goldenen palme ausgezeichnet!
mich erinnert er auch ein bißchen an die bücher von herta müller, so stelle ich mir deren stimmung vor. fazit: einfach beeindruckend!
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirken repressiver Systeme, 7. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
Anders als die Inhaltsangabe vermuten lässt, geht es bei "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" weniger um das Thema Abtreibung als um das Thema Unterdrückung. Anders jedoch als beispielsweise im deutschen Film "Das Leben der Anderen" verzichtet Regisseur Cristian Mungiu auf die Darstellung des langen Arms des Staates. Lediglich zwei Polizisten sind im Verlauf des Films zu sehen, direkte Akte der Gewalt gegen Zivilisten sogar gar keine. Die Unterdrückung und die Angst lassen sich dagegen in allem anderen finden: in der Trostlosigkeit und Verfallenheit der Gebäude; in der Unfreundlichkeit und im Misstrauen normaler Angestellter; in den unglücklichen, zerfurchten Gesichtern der Hauptdarsteller. Die bittere Atmosphäre des Films ist regelrecht greifbar. Doch auch an anderen Stellen tut er sein Bestes, um den Zuschauer regelrecht wahnsinnig vor Verzweiflung zu machen. Man nehme die minimalistische Kamerarbeit - viele der Szenen bestehen aus meist nur einer einzigen Einstellung, die sich in den unangenehmsten Momenten nicht einen Millimeter bewegt. Minutenlang verharrt die Kamera an derselben Stelle, sodass man regelrecht gezwungen wird, hinzusehen, obwohl man sich am liebsten bereits zur nächsten Szene abgewandt hätte.
Dies wird durch kalte Dialoge untermauert, die die Hilflosigkeit der Protagonisten nüchtern darlegen. Es macht keine Freude, sich "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" anzusehen, und dennoch kann man nicht die Augen von diesem Film lassen, sitzt vor Schrecken erstarrt vor dem Fernseher. Die düstere Stimmung eines Terrorregimes über einen Film so auf den Zuschauer zu übertragen, das ist eine ganz große Leistung und garantiert eine Goldene Palme wert!

Interessanterweise liefert der Film tatsächlich keinerlei Argumente für oder wider das aktuelle Thema der Abtreibung. Die Prozedur wird zwar in all ihren unangenehmen Details gezeigt und auch das Ergebnis bleibt dem Zuschauer nicht erspart, aber eine Diskussion regt der Film nicht an. So ähnlich dürfte illegale Abtreibung jedoch in jeder Nation stattfinden, die sich gesetzlich dagegen ausgesprochen hat - und so gesehen liefert der Film dann doch ein definitives Argument dafür.

Liebhabern des europäischen Kinos sei "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" daher sehr ans Herz gelegt, und auch allen anderen, die eine raue, emotionale Belastungsprobe nicht scheuen. Eine Tortur mag der Film sein, aber eine wichtige, will man das Wirken repressiver Systeme verstehen und erinnern.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein erschütternd nüchternes Kinoerlebnis., 12. März 2010
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage ist ein sehr beeindruckendes Soziodrama, dessen Handlung im spätkommunistischen Rumänien angesiedelt ist. Der Film erzählt mit einem sehr nüchternen und fast dokumentarischen Stil den Abtreibungsversuch einer jungen Studentin. Das Abtreibungsverbot und die entsprechende Strafverfolgung lassen sie das Risiko der Illegalität und die Gefährdung ihres Lebens durch unzureichende hygienische und ärztliche Versorgung auf sich nehmen. Die junge Frau wohnt mit ihrer Kommilitonin in einem Studentenwohnheim und überlässt ihrer agilen und aktiveren Freundin das Organisatorische. Deren Beziehung zu anderen im Studentenwohnheim lebenden Frauen, die Erfahrungen mit illegalen Abtreibungen hatten, ermöglicht den Kontakt zu einem scheinbar verlässlichem Arzt, der sich dem hohen Risiko der Strafverfolgung aussetzt und Abtreibungen regelmäßig durchführt.
Nach einem kurzen Treffen mit diesem steht fest, dass die Abtreibung in einem gemietetem Hotelzimmer durchgeführt werden soll, da dort die Anonymität gewahrt bleibt und die Gefahr für alle erwischt zu werden gering ist. Zu einem abgesprochenen Termin wird das Hotelzimmer von den Frauen gemietet, die dort auf den Arzt warten.
Die in der Gesellschaft strukturell gegen Frauen gerichtete Gewalt wird konkret in der Figur dieses egoistischen Arztes, der die Abtreibung illegal vornimmt und sich offenbar regelmäßig an jungen Frauen und ihrer Notlage bereichert, indem er sie, was besonders hinterhältig ist, mit ihrer eigenen Erlaubnis vergewaltigt. Andererseits verkörpert nur der Arzt die Chance der Frauen über ihren Körper bezüglich des Schwangerschaftsabbruches selbstbestimmt zu verfügen, da nur mit dessen Hilfe die staatlich repressiven Gesetze durchbrochen werden können. Äußerlich begründet der Arzt seine Maßnahme mit der Geringfügigkeit der durch die Frauen mitgebrachten Geldsumme. Die Ausweglosigkeit der Situation und die Not der Stunde (das Hotelzimmer kostet Geld und die schlechte materielle Lage der Frauen verhindert einen großen Handlungsspielraum) lassen die Mädchen auf den perfiden Deal eingehen, was auch einen Interpretation über die Opferbereitschaft der Freundinnen füreinander (Not schweißt zusammen) ermöglicht, die sich ihrer grundsätzlichen Unterlegenheit bewusst werden und nur durch gemeinsames Handeln der gegen sie gerichteten Macht etwas entgegen setzen können. Mythisch interpretiert, müssen die Frauen selbst in dieser Situation noch sich selbst und ihre Sexualität als Opfer darbringen.
Beide schlafen also aus Zwang mit dem Arzt, der unmittelbar danach die Abtreibung an der de facto frisch vergewaltigten Frau durchführt. Bevor der Arzt geht, erklärt er noch, dass er nur im Notfall helfen wird und auch diese Hilfe erscheint wenig aussichtsreich für die Frauen. Ebenfalls weist er die Frauen an, wie sie den Fötus zu entsorgen haben.
Während die eine Freundin ans Bett gefesselt und im Hotelzimmer verbleibend wartet, um sich von der Abtreibung zu erholen oder besser, zu hoffen, dass sie diese überlebt, fährt die andere unter Sorgen zu ihrem Freund, dem sie versprochen hat bei einer Familienfeier zu erscheinen. Die Anwesenheitspflicht dort erscheint in der Ausnahmesituation unplausibel, wird aber durch die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung einer Normalität begründet. Dies bedeutet, dass nicht einmal die engsten Vertrauten oder Familienangehörigen von der Abtreibung erfahren dürfen oder ein Bruch in den alltäglichen Abläufen auffällig werden darf. Der Zuschauer begleitet nun den Gang der jungen Frau, welche sich gerade vergewaltigen ließ, um ihrer Freundin zu helfen, in die reale Welt, während das Hotelzimmer mit der frisch operierten und im Grunde in Lebensgefahr schwebenden Frau aus dem Blick gerät.
Der Kontrast ist natürlich enorm. Die scheinbar reale Welt draußen lässt keine Anzeichen erkennen, dass die gesellschaftlichen Strukturen zutiefst frauenfeindlich sind und ihre Unterlegenheit durch die sexuelle Logik und der ihr immanenten Herrschaft determiniert werden. Die Umwelt wirkt allumfassend bedrohlich und selbst im Familienkreis scheint nur geringe Zuversicht für vielversprechende Männer, die den allgemeinen Geschlechterdeterminismen entgegenstehen könnten. Die Frauen werden als von allen vernünftigen Männern verlassene Menschen dargestellt, die sich nur durch weiblichen Zusammenhalt und Freundschaft vor der Gewalt notdürftig schützen können.

Der Film erzielt seine Wirkung vor allem durch seine Nüchternheit. Fast dokumentarisch wird die frauenfeindliche Gesellschaft durch das subjektive Erlebnis der beiden Studentinnen dargestellt. Das Männerbild ist nahezu durchgängig negativ, da diese entweder als oberflächlich (der Freund der aktiven Freundin wird als sehr naiv abgestempelt), brutal und erniedrigend (der Arzt) oder schlicht als Abwesende (der nicht vorhandene Mann, welcher die junge Frau geschwängert hat und ihr nicht bei der Abtreibung zur Seite steht) dargestellt werden. Normalität und Schattenwelt prallen nicht aufeinander sondern existieren unter stillschweigenden Bedingungen nebeneinander und bedingen sich.

Die Frage bleibt natürlich, wie der zumeist westliche Betrachter das Gezeigte aufzufassen geneigt ist, weil natürlich der plakative Analogieschluss verführerisch scheint, die
strukturelle Gewalt gegen Frauen direkt mit dem Kommunismus bzw. der sozialistischen Gesellschaftsform zusammenzudenken. Wie janusköpfig solcherlei Vorstellungen sein können, zeigt sich schon daran, dass unsere demokratische Gesellschaft nach wie vor von frauenfeindlichen Mechanismen zutiefst bestimmt wird, auch wenn ein solcher Ausnahmezustand, wie er hier exemplifiziert wird, seltener geworden ist, da die Kämpfe der Frauenbewegung in Deutschland gegen die strafrechtliche Reglementierung des Schwangerschaftsabbruchs im Grunde erfolgreich waren. Wobei der Staat nach wie vor einen massiven biopolitischen Eingriff vornimmt, wenn er die Regeln des Schwangerschaftsabbruches strafrechtlich reguliert. In weiter Ferne winkt also der Paragraph 218 des StGB und erinnert daran, dass der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland erkämpft werden musste.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmendes Drama, 26. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
ich wußte schon irgendwie instinktiv, warum ich mit dem ansehen immer gewartet habe, der Film zieht einen wahrlich runter. Zur Geschichte ist hier ja schon alles beschrieben worden, meiner Meinung nach zurecht in Cannes ausgezeichnet worden. In den Extras befinden sich noch ein paar zusätzliche Szenen, vor allem alternative Endungen, sowie ein kurzer Bericht über das Wanderkino in Rumänien, durchaus sehr interessant. Ein Film, der lange nachwirkt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reality in Romania before 1989, 12. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
the movie is a good way to find out a little bit about Communism times in Romania before 1989. How women were obliged to have children, tough they didn't want, how there were no contraceptive methods, and how basic human rights were infringed. Tough but real!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörendes Gesellschaftsdrama aus Rumänien, 30. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
Ein bewegendes und teilweise verstörendes Gesellschaftsdrama aus dem kommunistischen Rumänien, das zwei junge Frauen in einer absoluten Notsituation darstellt. Es wird nichts überzeichnet, aber auch nichts beschönigt. Empfehlenswert!
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5.0 von 5 Sternen hat 7 Sterne verdient, 26. März 2015
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
leider gibt's die hier nicht zu vergeben. Wie schon einige Rezensenten geschrieben haben, ist dieser Film keine leichte Kost. Vergleichbar mit dem Film Lilja. Eine zentrale Aussage dieses Film ist für mich, welche unterschiedlichen Konsequenzen körperliche Liebe für Mann und Frau hat. Es scheint so, als ob die einen nur die Lust und die anderen die Last haben. Und das seit Jahrtausenden ...
Der Film ist ziemlich düster und sehr spannend, wahrscheinlich weil man sich leicht in die Situation hineinversetzen kann - hat aber auch mit der sehr guten schauspielerischen Leistung der "Otilia" zu tun und mit den ziemlich heruntergekommenen Locations. Für mich ein " besonderer " Streifen, den ich jedem empfehlen kann, der nicht nur auf Liebesschnulzen made in USA steht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage (Cristian Mungiu, Rumänien 2007), 14. Juni 2010
Von 
Benjamin T. (Göttingen, Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
Absolut hochkarätiges Sozialdrama aus Rumänien. Hat glaube ich den Goldenen Bären 2007 gewonnen und das vollkommen zurecht. Die fatalen Auswirkungen der Diktatur werden im absoluten Mikrokosmos gezeigt und dadurch gewinnt der Film deutlich. Abtreibungen sind in Rumänien des Jahres 1987 verboten, was junge schwangere Frauen, die eigentlich gar nicht schwanger sein dürfen in erhebliche Probleme versetzt. Der Film stellt in diesem Zusammenhang die Grundfrage 'Wie weit würdest du für einen Freund gehen?', da nicht die schwangere Gabita im eigentlichen Zentrum des Films steht sondern ihre Freundin Otillia, die alles organisiert und auf Grund der Naivität von Gabita oftmals in einem schier unlösbaren Dilemma steckt. Leider schon viel zu lange her, dass ich den Film gesehen habe, als das ich wirklich noch etwas inhaltliches schreiben könnte, aber der Film ist einfach große Klasse, wenn gleich auch relativ unscheinbar, aber er erzeugt seine Spannung und Dramatik in den ruhigen Momenten, in denen die Kamera ruht und etwas in den Charakteren vorgeht, was wir nicht wissen, aber nur erahnen können. Im kleinen ein ganz ganz großer Film
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Abseits., 11. September 2008
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (DVD)
Ende der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts herrschte in Rumänen noch das kommunistische Regime Ceaucescus. Die Studentinnen Gabita und Otilia teilen sich ein Zimmer im Wohnheim. Die Verhältnisse sind bescheiden, alles ist knapp.

Gabita ist schwanger und will abtreiben. Sie bittet Otilia um Hilfe und diese recherchiert einen Kontakt zu dem Engelmacher Mr. Bebe und hilft Gabita das notwendige Geld zu beschaffen. Das vorgesehene Hotel verweigert den Frauen das reservierte Zimmer und die spontane Buchung in einem teuren Hotel, lässt die finanziellen Mittel schmelzen. Als Mr. Bebe eintrifft, ist er verärgert. Das Hinterlegen des Ausweises an der Rezeption erhöht sein Risiko. Zudem ist Gabita bereits im vierten Monat schwanger. Er erhöht den Preis und die beiden Frauen willigen ein. Anschließend erfüllt er seinen blutigen Auftrag.

Otilia muss noch zu einem Familienfest ihres Freundes. Doch ihr ist es nicht nach ausgelassenem Feiern. In Sorge um Gabita kehrt sie alsbald ins Hotel zurück. Gabita hat das Kind verloren und wieder ist es Otilia, die sich um die Entsorgung kümmern muss. Anschließend geloben sich die beiden Frauen nie wieder über den heutigen Tag zu sprechen.

Authentisch und realitätsnah schleicht sich die hässliche Geschichte in den Kopf des Zuschauers und löst Betroffenheit aus. Die zahlreichen Dialoge, mal heftig, mal filigran gewähren Zugang zu Teilbereichen einer untergegangenen Diktatur und ihren Auswirkungen auf die Individuen. Die Charakteren der Protagonisten sind pittoresk herausgearbeitet und werden von den Schauspielern gut herübergebracht.
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4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage
4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage von Anamaria Marinca (DVD - 2008)
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