Kundenrezensionen


123 Rezensionen
5 Sterne:
 (65)
4 Sterne:
 (17)
3 Sterne:
 (11)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (22)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Being Jesse James
Der Titel lässt es erahnen: DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein langer Film. Was er nicht erahnen lässt: Er ist kein Western. Er erzählt über eine Zeit, in der der "Wilde Westen", jene Zeit wilder Schießereien und Legenden über Revolverhelden und Banditen im Niedergang war und in Buffalo Bills Wild West Show...
Veröffentlicht am 22. Mai 2009 von brudervomweber

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannendes Western-Drama
"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" zeigt die letzten Wochen und Monate im Leben eines der bekanntesten amerikanischen Banditen: Jesse James.

James, der zusammen mit seinem Bruder Frank und einem Mann namens Cole Younger in den Staaten der USA, vor allem aber in Missouri, sein Unwesen trieb, startete seine Karriere als Marodeur der...
Vor 23 Monaten von Jimmy K. veröffentlicht


‹ Zurück | 1 213 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Being Jesse James, 22. Mai 2009
Der Titel lässt es erahnen: DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein langer Film. Was er nicht erahnen lässt: Er ist kein Western. Er erzählt über eine Zeit, in der der "Wilde Westen", jene Zeit wilder Schießereien und Legenden über Revolverhelden und Banditen im Niedergang war und in Buffalo Bills Wild West Show konserviert werden musste, weil es ihn in der wirklichen Welt immer seltener gab.

Entsprechend beginnt der Film auch mit dem letzten Beutezug der James-Brüder Frank und Jesse. Beide sind der Heldenverehrung müde, die ihnen als vermeintlichen Robin Hoods des Westens zuteil wurde, sie sind die Legenden leid, die in Groschenromanen über sie Verbreitung finden und junge, enthusiastische Möchtegern-Banditen wie den jungen Robert Ford anlocken. Das Bild, das der Film von Jesse James zeichnet, ist nicht das eines Helden. Es ist das Bild eines Mannes, der an sich selbst zusehends verzweifelt, der sein Leben als Outlaw hinter sich lassen will, um Familienvater zu sein, jener Thomas Howard, in dessen Identität er von Stadt zu Stadt zieht und diese wieder verlässt, sobald das Pflaster dort zu heiß wird. Er ist sich selbst und diese Robert Fords leid, die ehrerbietig zu ihm aufblicken und doch irgendwann beginnen, jenes glorifizierte Zerrbild der Legenden mit dem mangelhaften Menschen zu vergleichen, der Jesse James ist. Und enttäuscht zu sein.

Der Film ist kein New Western, keiner dieser Filme, der die Mythen des guten alten Western begräbt, der mit den Heldenbildern der großen Western-Ära aufräumt, er ist kein UNFORGIVEN, spielt nicht mit Genreversatzstücken wie THE QUICK AND THE DEAD, er ist keine Hommage an ein Vorbild wie 3:10 TO YUMA. Streckenweise erinnert er an Ang Lees RIDE WITH THE DEVIL - bloß ist auch dieser Film deutlich viriler. DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein Kammerstück. Es wird kaum geritten, es wird wenig geschossen, und die Schießereien klingen, als würde mit Platzpatronen geschossen. Es gibt wenig Tote, und diejenigen, die es gibt, werden fast alle - wie unehrenhaft - von hinten erschossen.

DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein Film über sterbende Männer und deren enttäuschte Sehnsüchte. Alle Männer aus Jesses Bande sind Totgeweihte, und sie alle wissen es. Die Rollen sind ohne Ausfall mit Schauspielern von Format besetzt, auch wenn die behäbige Spiel- und Sprechweise und das gekünstelte Lachen in vielen Szenen das Gegenteil zu vermitteln scheint. Es ist Blendwerk. Der Umgang der Männer mit Jesse James ist geprägt von nackter Furcht, der Jesses mit seinen Spießgesellen von Mißtrauen und Argwohn. Brad Pitt spielt den frühgealterten Outlaw mit einer fast geistesabwesenden Schläfrigkeit, hinter deren Fassade ein wildes Tier darauf lauert, loszuschlagen. Casey Affleck gibt den vermeintlichen Feigling Robert Ford, den sich Jesse James als Erlöser erwählt hat, als eine abstruse Mischung aus Selbstbewusstsein und Kleinmut.

Die von Roger Deakins begnadet geschossenen Bilder und die von Nick Cave und Warren Ellis beigesteuerte, sehnsuchtsvoll-moritätische Musik nötigen auch dem Zuschauer die Leere jener tragisch-unaufrichtigen Berühmtheit auf, an der Jesse James verzweifelt. Am Ende wird er nicht erschossen von dem Feigling Robert Ford, er lässt sich von ihm erschießen, von dem Mann, dem er die Waffe dazu eigenhändig übergibt und der ihn von seinem unerträglich gewordenen Dasein erlöst. Im ersten Drittel des Films fragt Jesse James seinen späteren Mörder: "Can't figure it out: do you want to be like me or do you want to BE me?" Am Ende lässt er Robert Ford erfahren, wie es war, Jesse James gewesen zu sein und wie er zu enden.

Ich gestehe: Ich musste den Film zweimal anfangen. Beim ersten Mal war ich müde, und ich wusste bereits nach zwanzig Minuten, dass ich die langen 160 Minuten, die der Film dauert, nicht durchstehen werde. Irgendwann unternahm ich - durchaus in der Annahme, womöglich erneut zu scheitern - einen zweiten Anlauf, verkniff mir die Bequemlichkeit, die bereits gesehene halbe Stunde zu überspringen und entschloss, noch einmal von vorne anzufangen.

Es hat sich gelohnt. DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist eine schrecklich-schöne Elegie. Das Schöne daran ist: Auch wenn der Titel den Ausgang des Films verrät, versteht man dennoch erst am Schluss, was eigentlich passiert ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannendes Western-Drama, 14. September 2012
Von 
Jimmy K. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" zeigt die letzten Wochen und Monate im Leben eines der bekanntesten amerikanischen Banditen: Jesse James.

James, der zusammen mit seinem Bruder Frank und einem Mann namens Cole Younger in den Staaten der USA, vor allem aber in Missouri, sein Unwesen trieb, startete seine Karriere als Marodeur der Konföderierten im Amerikanischen Bürgerkrieg. Da nach dem Krieg alle konföderierten Soldaten, die sich den US-Behörden ergaben, amnestiert wurden, schaffte es James und seine Bande, dem Gefängnis zu entgehen. Doch anstatt die Räuberei an den Nagel zu hängen, machten Jesse James, sein Bruder und der Rest der Bande einfach weiter.

Der Film beginnt zu einer Zeit, in der all dies schon längst vergessen ist. Wie der Sprecher aus dem Off sagt: "Alle anderen Mitglieder der ursprünglichen Bande waren schon lange tot oder im Zuchthaus." Brad Pitt verkörpert einen depressiven, einsamen, dabei doch zutiefst unberechenbaren, manchmal regelrecht tyrannischen Jesse James, der überall Feinde vermutet und dessen Argwohn sich grundsätzlich gegen jeden zu richten scheint. Doch genau in dem Moment, als Jesse James glaubt, eben jene Paranoia überwunden zu haben, wird er verraten - von Robert Ford, einem seiner größten Bewunderer und letzten Getreuen.

Der Film hat sowohl viele positive als auch einige negative Aspekte. Zuerst zu den positiven:

Er ist hervorragend gefilmt bzw. photographiert. Die Bilder sind allesamt in künstlerischer Hinsicht wunderschön - etwa als zu Anfang die maskierten Banditen von einem in der Nacht vorbeifahrenden Zug beleuchtet werden - oder die Bilder der schneebedeckten, kaum bewohnten Landschaften. Ganz große Klasse.

Die Schauspieler sind großartig. Brad Pitt spielt sehr überzeugend, ebenso Casey Affleck. Auch die vielen anderen Darsteller sind keineswegs Fehlbesetzungen. Besonders gefallen haben mir die Konfrontations-Szenen - etwa, wenn Jesse auf einem möglichen Verräter trifft und sich dazu entschließt, erst einmal mit ihm zu plaudern, um ihn aus der Reserve zu locken. Toll, so etwas.

Die Story an sich ist tiefgründig und facettenreich, der Schluss bewegend und in emotionaler Hinsicht ansprechend. Man findet - auch eine große Überraschung - nicht viele Western-Klischees in der Handlung.

Zu den negativen Aspekten des Werkes:

Die verschwommene Optik an manchen Stellen des Films ist, meiner Meinung nach, nicht besonders ästethisch. In den entscheidenden Sequenzen ist die Optik zwar nicht verschwommen, aber dennoch verliert der Film an den übrigen Stellen doch an Qualität.

Die Story ist - besonders in der Mitte - einfach zu langatmig erzählt. Der Film generell ist mit 160 Minuten auch zu lange; zwanzig Minuten weniger hätten es auch getan. Nichtsdestoweniger ist es aber so, dass diese Kritikpunkte Kleinigkeiten sind, weswegen ich hierfür auch nur einen Stern abziehe, da sie den Gesamteindruck, den der Film auf mich gemacht hat, nicht besonders beeinträchtigen konnten.

Was mich aber ziemlich gestört hat, ist, dass auf der DVD kein einziges Extra enthalten ist - nicht einmal ein Trailer. Das ist schon enttäuschend, weswegen ich den zweiten Punkt abgezogen habe.

Um zum Schluss zu kommen: Ein handwerklich gut gemachter, ambitionierter Western mit anspruchsvoller Handlung und sehr guten schauspielerischen Leistungen. Western-Fans werden diesen Film auf jeden Fall mögen, die DVD-Edition ohne Extras dagegen wird wahrscheinlich eher für Stirnrunzeln sorgen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein etwas zu ruhiger, langatmiger Film gemischt mit großartigen, schauspielerischen Leistungen, 7. Juni 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Jesse James ist der wohl bekannteste Bankräuber des 19. Jahrhunderts im Wilden Westen. Mit seiner Bande dringt er in Zügen, Postkutschen und Banken ein, um Geld zu erwirtschaften und für seine Frau und Kinder zu sorgen. Robert Ford begegnet ihm eines Tages und möchte so sein wie Jesse, da er ihn schon als Kind in den Comics verehrt hat. Robert wird in die Bande mit aufgenommen, beobachtet Jesse und jede seiner Gesten, erhält Waffen und wird irgendwann übermütig...

Der Titel des Films verrät schon den Ausgang bzw. den Kern des Films, das ist nicht gerade gut, wenn man einen spannenden Streifen sehen möchte, dessen Ende unerwartet bleiben soll. Der Film selbst ist zwar auf der einen Seite von der Warte des schauspielerischen Talents aus betrachtet ein Meisterwerk, denn Brad Pitt überzeugt in seiner furchteinflößenden Rolle als unberechenbarer und brutaler Bösewicht aus dem Wilden Westen, genauso wie Ben Afflecks Bruder Casey Affleck, der hier Robert Ford als einen infantilen, unentschlossenen, beeinflussbaren 19-jährigen darstellt, der wie 20 Jahre erscheinen möchte. Die Rollenverteilung ist somit perfekt, die Drehorte sind auch typisch für den Wilden Westen und die Dialoge sind manchmal sehr tiefgründig, psychologisch in den Bann ziehend und verstrudelt, so, als ob man als Zuschauer in eine Spirale blickt und einem ganz schwindlig wird vor lauter Spannung. Das wirklich mangelhafte an diesem Film ist der Mangel an Kompaktem, man sitzt einfach viel zu lang vor dem Fernseher und bekommt oft sehr ähnliche Bilder vorgespielt, Szenen, die gar nicht zur Weiterführung der Handlung beitragen, ganze 150 Minuten mit langatmigen Szenen, die genauso fad scheinen, wie der viel zu lange Titel des Films. Etwas Gutes hat der Streifen dennoch: Man lernt Jesses Leben etwas kennen und bekommt einen bildichen Eindruck und Einblick der damaligen Umstände in Amerika bzw. des Republikaner-Demokraten-Konflikts zur Zeit des Sezessionskriegs. Insofern ist dieser Film nur eine biographische Verfilmung des bekannten Bankräubers James, wenn man also etwas über ihn in einem Buch oder im Internet nachliest, ist man genauso schlau wie in diesem Film, man muss den Streifen also nicht unbedingt im Leben gesehen haben, um Jesse anschaulich dargestellt zu bekommen.

~Bücher-Liebhaberin~
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut inszenierter, SEHR eigener Western !, 12. März 2008
Von 
ICh fand den Film nicht langweilig. Ein interessantes Potrait eines Mannes, der für viele ein Held war und doch irgendwie nicht so wirklich ein Held war. Brad Pitt spielt Jesse James als einen sehr schwer zugänglichen Charackter was den Sympathiebonus für diesen Mann noch mal nach unten sinken lässt ( So sympathisch war Jesse James nicht) Auch bei Robert Ford weiss man nicht genau, was in ihm vorgeht, obwohl sein Motiv ja eigentlich
hinlänglich bekannt ist : Ruhm ! Doch tut er es wirklich aus Ruhm oder aus Angst, oder aus beiden Gründen oder hat er ein anderes Motiv ?
Der Film ist jedenfalls äußert stilvoll in Szene gesetzt worden, mit tollen warmen Farben und sehr schönen Landschaftsaufnahmen. Ein Punkt Abzug dafür, dass es an manchen (klizekleinen ) Stellen doch hakt.
Trotzdem hat mich der Film auf seltsame Art und Weise fasziniert. Es ist nur schwer die richtigen Worte für den Film und das Genre zu finden. Western trifft nicht ganz zu und "Kunstfilm" ist mir auch etwas weit hergeholt. Für wahr, der Film erstreckt sich über ein ziehmlich weites Feld
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinns Bilder!, 16. Mai 2008
Bevor ich mir den "Jesse James Film" angeschaut habe, habe ich bestimmt wie bei allen Filmen zuerst mal den Trailer geguckt. Ich dachte erst es ist so ein "Pro-Amerikanischer" Film wo ein Massenmörder und Krimineller (Jesse James) hochstirilisiert wird. Aber dem war nicht so. Der Film hätte genau so gut als "Bester Film" nominiert werden können, wurde er aber nicht.

Was nicht schlimm ist, weil er für zwei andere Oscars nominiert wurde und das auch schon sehr sehr gut ist. Davon abgesehen gewann er 9 andere Awards und wurde weitere 18 male nominiert. Nun sollte man nicht zu sehr auf die Auszeichnungen gucken. Der Film ist 2:40 Stunden lang und
tatsächlich muss ich hier mal einen Punkt oder einen halben Punkt dafür abziehen. Es kommt wenig wirkliche Spannung vor. Der Film ist sehr ruhig gehalten, ab und zu mal ein Pistolenschuss, aber das wars dann auch. Er erzählt wie es dazu gekommen ist das Robert Ford Jesse James tötet. Wie alle gelebt haben und konzentriert sich dabei etwas mehr auf Robert Ford. (Aber nicht zu merken, geht natürlich um Jesse James).

Bezüglich der Länge: Ich hatte tatsächlich nach etwas über 2 Stunden mal das Gefühl wo das ganze hinführen soll. Kein schlechtes, nur ein: "Wow anstrengender Film". (Was ich persönlich sehr mag) Aber manchen ist er sicher an der einen oder anderen Stelle zu langatmig. Kann ich auch verstehen. Nichts desto trotz ein sehr sehr guter Film den ich ebenfalls nur empfehlen kann zu schauen. Gerade für Leute die dieses ruhige Art, Western und Drama mögen. Davon abgesehen war Casey Affleck in der Rolle des Robert Ford brilliant. Er wurde hier für besten Nebendarsteller nominiert (Oscar), hat ihn aber leider nicht gekriegt. Wahnsinns schauspielerische Leistung!

Fazit: Für echte Filmfans die auch mal etwas ruhige Momente im Film nicht langweilen ein klares muss. Meiner Meinung nach einer der besten Filme des Jahres.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Western, wenn auch nicht der übliche..., 30. März 2008
Von 
Colina (Deep South Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
... nicht der übliche Hau-Drauf-Western, die Heutzutage sowieso nicht mehr gemacht werden. Es ist ein feiner, moderner Spätwestern mit den bekannten Themen in völlig neuer Art.
Kurz gesagt - mir hat der Film gefallen, weil er passt:
das Tempo (Sendezeit spielt keine Rolle und man nimmt sich Zeit für die schönen Bilder und Stimmungen und den Ausbau der Charaktere)
der "Nachhall" (der Film hört nicht mit dem Mord auf, nur der "Western" endet hier)
der beinahe erhabene Narrator-Text (auf eindrucksvolle Weise mit intensiver Stimme vorgetragen)
tolle Darsteller bis in die kleinen Rollen.

Brad Pitt schlägt hier meiner Meinung nach einen neuen Weg ein und Casey Affleck spielt großartig.

Doch es ist völlig klar, dass die einen den Film lieben werden und die anderen in gleichem Maße verdammen. Je nach Erwartung und Vorliebe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen BLU-RAY leider mies encodiert!, 1. September 2010
Zum Film selbst möchte ich nicht viel sagen - ich finde ihn fantastisch, selten haben Kameraarbeit und Bauten in diesem Maße das Gefühl dieser Zeit so fesselnd transportiert.
Die schauspielerische Leistung, den nicht ganz vorhersehbaren Erzählstrang und die Musik finde ich ebenfalls genial.

Meine Kritik bezieht sich nur auf die Blu-ray - und von dieser erwarte ich im Besonderen eine fehlerfreie Bildqualität.
Am Bild stimmt eigentlich erst mal alles: Perfekter Schwarzwert, gute Schärfe & Plastizität.

Leider ist das Encoding (Videokompression) so schlecht daß in vielen Einstellungen das Filmkorn nicht mehr sauber gezeichnet wird und Nachzieheffekte den Blick auf den eigentlichen Film trüben.
Ich habe überhaupt nichts gegen Filmkorn - besonders in moderatem Ausmaß - und das ist bei diesem Film auch gegeben.
Aber echtes Filmkorn ist animiert, völlig chaotisch und daher für das Auge leicht vom Film zu "trennen" - es stört nicht bei der Betrachtung und bildet keine regelmäßigen, erkennbaren Strukturen.

Nicht so bei dieser Blu-ray: Hier haben wir "stehendes" Filmkorn, bei langsamen Schwenks bleibt das Rauschen in einfarbigen Flächen nahezu stehen.
Genauso kannte ich es aus den schlimmsten Zeiten von PremiereHD / SkyHD als Filme mit durschnittlich unter 8 Mbit/s gesendet wurden - und das kann ich bei einer Blu-ray nicht akzeptieren.

Bitte nicht böse sein, wenn ich wegen einem einzigen Mangel das komplette Produkt abwerte - aber bei der Blu-ray geht es um ein annähernd perfektes Bild.
Das klappt bei anderen Filmen auch regelmäßig, und daher sollte man sich als Kunde eine solch schlampige Verwertung nicht bieten lassen.

Eine Blu-ray möchte man auch in ein paar Jahren noch genießen können, wenn die TVs noch größer sind.
Das ist nur meine Meinung, und Nachzieheffekte und stehendes Korn gehen für mich gar nicht!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


47 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der größte Western seit "Unforgiven", 23. Januar 2008
Daß viele Leute inklusive des FAZ-Rezensenten mit diesem Film nicht zurechtkommen,obwohl sie das Ungewöhnliche an ihm durchaus irgendwie registrieren, hängt damit zusammen, daß er darstellerische Kategorien des Genres völlig durcheinanderwirbelt, um damit etwas Neues zu machen, das bisher noch nicht da war. Ein Actionfilm ist er sowieso keiner, wer das von ihm erwartet, liegt nicht weniger daneben wie jemand, der in den "Tod in Venedig" geht in der Erwartung, es handele sich um einen Kriminalfall. "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist aber auch nicht bloß ein weiterer jener sogenannten Spätwestern, die die Fallstricke dieser Filmgattung vorführen, ihre Funktion im kollektiven Bewußtsein Amerikas in Frage stellen. Der Film ist in erster Linie eine Verknüpfung von Formen, die nach den Kriterien des gesunden Menschenverstandes eigentlich nicht zusammenpassen: grandiose Naturbilder und intimes Kammerspiel, die Weite des Raumes und Dialoge wie auf dem Theater. Die Sprache hat einen ganz anderen Stellenwert als das Bild, manchmal scheint es, als käme sie gegenüber den Bewegungen der Akteure mit Verzögerung, als wäre das, was man hört, eine eigenständige Schicht gegenüber dem, was zu sehen ist. Häufig sind die Naturbilder aber auch artistisch aufgeteilt, in der Mitte klar und profiliert, und zu den Rändern verschwommen und diffundierend, als seien es Ausgeburten menschlicher Phantasie. Es gibt in diesem Film Szenarien, die von Ingmar Bergman stammen könnten, z.B. die Anfangsszene im Wald, wo die Crew auf den Stämmen hockt und über das Leben "philosophiert", während die Sonne den Hintergrund erhellt. Ein anderes Element kommt wie aus Stanley Kubricks "Barry Lyndon": eine extreme, bis in die kleinsten Details reichende Rekonstruktion des historischen Ambientes. Gegenüber dem, was man gemeinhin Western nennt, ist der Raum hier von einer ungeheuren materiellen Schwere, der die Menschen ausgeliefert sind, die sie jedenfalls nicht souverän beherrschen. Zu Zeiten von John Ford und John Wayne war die Prärie das freie Feld für die Handlungen der Personen, sie agierten in ihm, vielleicht nicht ganz nach Plan, aber sie füllten ihn mit ihrem Tun aus, er setzte ihnen nur eingeschränkt Widerstand entgegen. Bei "Jesse James" aber werden die Personen vom Gewicht der Dinge geradezu erdrückt: daß Robert Ford am Schluß Jesse James wirklich erschießt, glaubt man fast gar nicht, so sehr wird die Schwere und Unhandlichkeit der Waffe inszeniert, die ihrerseits aber nur ein Zeichen ist für die Last des Materiellen überhaupt. Lastend schwer ist nicht zuletzt alles Körperliche: z.B. die Nacht vor dem Mord, in der Robert Ford und Jesse James in einem Zimmer schlafen und jedes Räuspern oder jeder Atemzug erscheint, als ob ein Gewicht gestemmt werde. Daß JJ RF untersagt, auf den Lokus zu gehen, bringt das auch sprachlich auf den Punkt.
Über die Schauspieler ist zu Recht viel Gutes geschrieben worden, vor allem über Casey Affleck, der der hundsschwierigen Rolle des Robert Ford mehr als gerecht wird, die Beziehung zu JJ glaubhaft als eine aus Kleinheit geborene verzweifelte Liebe "rüberbringt". Daß Brad Pitt ein eindrucksvoller Schauspieler sein kann, wußte ich vorher nicht, ich hielt ihn für einen schwächlichen Schönling. Das war eindeutig falsch, wie sich an seiner Darstellung des Jesse James zeigt: Pitt verleiht dieser Rolle eine ungemein eindringliche Zwiespältigkeit: sie ist böse (in der Szene mit der Schlange etwa), aber zugleich resigniert und depressiv. Sie übt brutale Gewalt aus, aber sie denkt auch über sich und die eigene Rolle nach."Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist der mit Abstand bedeutendste Western seit Clint Eastwoods "Unforgiven". Innerhalb des heutigen Kino-Mainstream mag er primär ein Fremdkörper sein (allein der sehr inhaltlich orientierte Trailer schlägt allem ins Gesicht, was einem im aktuellen Vorprogramm geboten wird. Vor allem aber strahlt er eine Atmosphäre aus, wie sie in keinem anderen Film existiert. Er ist ein historisch einzigartiges Kunstwerk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Demontage eines amerikanischen Mythos, 26. September 2008
Durch die maßlos übertriebenen journalistischen Rezeptionen wurde der Outlaw Jesse James in den Vereinigten Staaten schon zu Lebzeiten eine Legende. Er und sein älterer Bruder Robert waren Mitglieder der James-Younger Bande, eine Gruppe von ehemaligen Konförderierten am Ende des 19. Jahrhunderts. Sie konnten sich nicht mit der Niederlage des Südens abfinden und führten den Krieg auf eigene Faust weiter, indem sie auf Banken, Züge und andere Einrichtungen der Union, Raubüberfälle verübten.

Nach über zehnjähriger Verfolgung durch die Justiz wird Jesse James (Brad Pitt) zunehmend paranoider und unnahbarer für seine unmittelbare Umgebung. Dies bekommt auch der junge Bob Ford (Casey Affleck) zu spüren, der sich Jesse angeschlossen hat, um seinen großen Idol nachzueifern. Er realisiert allmählich, das Jesse nicht der überlegene "Robin Hood" ist, den er früher immer in ihm gesehen hat.

Ich habe keinen Film in den letzten Jahren gesehen, der so eine schöne optische und akustische Gesamtkomposition abgeliefert hat. Die Kamera von Roger Deakins und die Musik von Nick Cave, der übgrigens einen prägnanten Kurzauftritt als Saloonsänger hat, ergänzen sich genial. Die schwermütigen Bilder und die melancholischen Lieder stellen das Seelenleben ihrer introvertierten Figuren überzeugend dar.

Oberflächlich gesehen handelt der Film zwar von Jesse James, der wahre Protagonist aber, ist Bob Ford, der durch den Antagonisten Jesse James herausgefordert wird. Bob ist es, der seine Ideale im Laufe des Films in Frage stellt. Er fühlt sich hin- und hergerissen weiterhin an Jesse zu glauben oder mit seinem "Mentor" zu brechen.
Casey Affleck ("Oceans Eleven") liefert mit der Darstellung des verstörten, nach einer Vaterfigur suchenden, jungen Mannes, die bisher beste schauspielerische Leistung seiner Kariere ab.

Fazit: Die letzte halbe Stunde des Films ist pure Kinomagie. Andrew Dominik ist mit "Die Ermordung von Jesse James" ein Meisterwerk gelungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 16. Oktober 2009
Erst wollte ich an diesen Film nicht so recht an, man siehe manche Rezensionen...
Gott sei Dank habe ich ihn mir dann doch angesehen-und war beeindruckt.
Der Film bietet nicht viel Spannung, wie bereits angesprochen wenig Handlung und keine heißen Gefechte.
Aber: ich vergebe schon mal einen Stern für die wirklich sehr sehr gute Filmmusik. Unaufdringlich aber doch sehr wirkungsvoll. Sie passt genau zu den jeweiligen Szenen.
Zwei weitere Sterne vergebe ich für die Schauspieler. Brad Pitt als Jesse James der immer Misstrauischer und feindseeliger wird, Rache an manchen seiner ehemaligen Bandenmitglieder nimmt und irgendwie jeden Menschen zu durchschauen scheint.
Casey Affleck spielt den verräterischen Feigling Robert Ford und das super!!!
Zwei weitere Sterne vergebe ich für die Gefühle die dieser Film rüberbringt.
Lässt sich schlecht beschreiben, muss man gesehen haben.

Als ich erst las, der Film hat ellenlange Dialoge, wusste ich, dass dieses Westerndrama(?) nichts für mich ist. Dann gab es diesen Film aber als Sonderangebot in irgendeinem Discounter.
Ich wagte mich erst nicht an den Film, doch dann habe ich mich überwunden.
Zum Glück. Viele schreckt bestimmt die Laufzeit des Films ab.
Aber ich fand, dass die Stunden wie im Flug vergingen und ....wow.

Tja 5/5 Sternen für diesen einzigartigen Film.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 213 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen