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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk der schwarzen Serie
In vielen Filmgenres hat sich Billy Wilder bewegt und Standards gesetzt. Mit "Double Indemnity" hat er die Latte für den "Film noir" ganz hoch gelegt. Dieser düstere Film gilt mit Recht als einer der besten Werke der schwarzen Serie. Endlich gibt es ihn auch auf dem deutschen Markt auf DVD.

"Double Indemnity" heißt so viel wie doppelte...
Veröffentlicht am 5. September 2008 von Mike Pootemans

versus
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Habe mir mehr erwartet...
Nach der extrem hohen Bewertung in der imdb-Filmdatenbank (unter den besten 50 Streifen aller Zeiten) und der ebenso positiven Erwähnung in zahlreichen Filmratgebern hatte ich vor dem Betrachten dieses Wilder-Filmes dementsprechend hohe Erwartungen. Schon das Lesen der Kurzbeschreibung auf der DVD-Hülle verschaffte mir allerdings die erste Enttäuschung...
Veröffentlicht am 21. Juli 2009 von Patrik Hierner


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk der schwarzen Serie, 5. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
In vielen Filmgenres hat sich Billy Wilder bewegt und Standards gesetzt. Mit "Double Indemnity" hat er die Latte für den "Film noir" ganz hoch gelegt. Dieser düstere Film gilt mit Recht als einer der besten Werke der schwarzen Serie. Endlich gibt es ihn auch auf dem deutschen Markt auf DVD.

"Double Indemnity" heißt so viel wie doppelte Auszahlung der Versicherungssumme" Den reißerischen deutschen Titel "Frau ohne Gewissen" mochte Wilder nicht. Das träfe doch auf zwei Drittel aller Frauen zu, meinte er mit dem ihm typischen Sarkasmus.

Der erfolgreiche, eloquente Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred McMurray) und die aufreizende Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) haben ein Verhältnis. Phyllis bringt Walter dazu, gemeinsam ihren Mann zu ermorden und es wie einen Unfall aussehen zu lassen, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren. Zunächst klappt auch alles wie am Schnürchen.

Walters Freund und Kollege Barton Keyes (Edward G. Robinson) ist für die Aufklärung von Versicherungsbetrug zuständig und ein alter Fuchs. Aber auch er glaubt zunächst an die Unfallversion. In Walters Gegenwart putzt er sogar den ignoranten Boss der Versicherungsgesellschaft runter und weist ihm anhand seiner Statistiken nach, dass dessen Verdacht, es sei Selbstmord gewesen, völlig blödsinnig ist.

- Ein absolut sehenswerter Monolog von Robinson der natürlich im englischen Original am Besten ist. In seinen Erinnerungen berichtet Wilder, dass Robinson diesen schwierigen und langen Text in nur einem einzigen Take zum Besten gegeben hat ohne den geringsten Fehler zu machen. -

Doch dann kommen Keyes dennoch Zweifel. Er denkt allerdings an Mord. Er sucht seinen Freund Walter zu Hause auf, um mit ihm darüber zu reden. Aber der hat gerade seine Geliebte zu Besuch. Unter keinen Umständen darf Keyes sie sehen, denn dann weis er alles. Sie versteckt sich hinter der offenen Wohnungstür während die beiden Männer reden.

- Ganz bewusst hat Wilder hier einen Fehler" eingebaut. In ganz Amerika gibt es keine Wohnungstür die nach außen aufgeht, aber das war ihm egal. Denn sonst hätte diese spannende Schlüsselszene nicht funktioniert.-

Mehr und mehr zieht sich die Schlinge um Walter Neff und seine Geliebte zu, bis sie schließlich gegenseitig versuchen sich umzubringen um ihren Kopf noch zu retten. In der Nacht diktiert der angeschossene Walter ein Geständnis in die Diktiermaschine seines Freundes. Erst am Ende merkt er, dass der schon länger hinter ihm steht und alles mit angehört hat.

- Mit großem Aufwand hat Wilder noch die Hinrichtung von Walter Neff in Gegenwart seines Freundes Keyes gedreht und sogar eine Gaskammer originalgetreu nachbauen lassen, um die ganze Szene dann doch wegzulassen. Mit einem einfachen Symbol deutet er statt dessen an, dass Keyes künftig seinen Weg allein gehen wird. -

Nie hatte Keyes Feuer um seine Zigarre anzuzünden, immer war Walter mit einem Streichholz zur Stelle. Nun gibt er dem schwer verwundeten, sterbenden Walter ganz beiläufig Feuer für seine letzte Zigarette. Sein Streichholz funktioniert.

Ein sehenswerter Film der sogar noch mit der Dokumentation "Shadow of Suspense" als Bonusmaterial ausgestattet ist. Für Fans klassischer Filme ein Muss. 5 Sterne - was sonst.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dämlich an diesem Film sind nur 2 Dinge, 16. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Frau Stanwycks Pony und der deutsche Titel.
Ansonsten ein trotz Vorhersehbarkeit fesselnder sowie grandios gespielter und inszenierter "Krimmi".
Bildqualität und Ton sind trotz Restauration etwas altersschwach (ab und an flimmernde Punkte, leichtes Rauschen im Hintergrund, 1 oder 2 Worte nicht verständlich), was aber für meinen Geschmack den Filmgenuß nicht stört, sondern heutzutage einen Teil des Charmes ausmacht.
Zudem wird vor Filmbeginn auf diesen Punkt hingewiesen: "...Trotz sorgfältiger Bearbeitung konnten einige wenige Stellen im deutschen Ton nicht vollständig wiederhergestellt werden."
Und mir ist es lieber so, als eine neue Synchronisation mit aktuellen Stimmen, die man obendrein aus x anderen Filmen kennt.
Der Film kann auch auf Englisch angesehen werden.
Untertitel - deutsche wie englische - gibt es nicht.
Das ist besonders bedauerlich angesichts des umfangreichen Bonusmaterials, welches aus der fast 40minütigen Dokumentation "Shadow of Suspense" und gleich 2 Audiokommentaren besteht, einer vom Filmkritiker Richard Schickel, der andere von Lem Dobbs und Nick Redman.
Hinzu kommen noch einige Trailer und eine dem Film vorgeschaltete Einführung von Robert Osbourne.
So kann ich der DVD leider nur 3, dem Film aber 5 Sterne geben, macht zusammen 4 Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "How Could I Have Known that Murder Could Sometimes Smell like Honeysuckle?", 25. Juli 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
(Vorsicht, Spoiler!)

Geradezu biblisch mutet die Geschichte um den Versicherungsagenten Walter Neff (Fred MacMurray) an, der - von der abgrundtief bösen Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) verführt - den Pfad der Tugend verläßt und zum Verräter an seinem Mentor Barton Keyes (Edward G. Robinson) wird, indem er einen Mord begeht. Die deutsche Übersetzung des Film-noir-Klassikers "Double Indemnity" (1944) von Billy Wilder - "Frau ohne Gewissen" - bringt es denn wieder auch einmal für alle, die es noch nicht gemerkt haben, auf den Punkt: Mrs. Dietrichson ist - wie im Film denn auch gesagt und, noch wichtiger, gezeigt wird - "absolutely rotten".

Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von James M. Cain, der sich von einem Anfang der 1920er Jahre tatsächlich begangenen Mordfall inspirieren ließ, doch scheint auch ein wenig das Buch Genesis Pate gestanden zu haben. Der erfolgreiche Versicherungsvertreter Walter Neff möchte eigentlich nur eine Kfz-Versicherung eines seiner Klienten auf Vordermann bringen, doch er trifft nicht ihn, sondern seine Frau Phyllis zu Hause an. Phyllis erkennt schnell, daß ihre verführerische Schönheit den jungen Mann nicht unbeeindruckt läßt, und rückt deshalb sofort mit dem Anliegen heraus, eine Unfallversicherung auf ihren Mann abzuschließen, der davon allerdings nichts wissen soll. Die finsteren Implikationen hinter Phyllis' Ansinnen sind Walter sofort klar, und empört weist er ihren Vorschlag zurück. Doch Mrs. Dietrichson läßt nicht locker, sucht Walter in seiner Wohnung auf und becirct ihn nach allen Regeln der Kunst. Schließlich willigt Walter ein, das Komplott mit ihr einzugehen, und er jubelt dem ahnungslosen Mr. Dietrichson (Tom Powers) nicht nur die Police zum Unterschreiben unter, sondern er tötet ihn gar noch mit eigner Hand, als die Gelegenheit günstig ist. Dumm nur, daß sein alter Mentor Keyes, der sich auf Versicherungsbetrug spezialisiert hat, stutzig wird und Nachforschungen anstellt und daß Dietrichsons Tochter Lola (Jean Heather) Walter einige Details aus dem Leben ihrer Stiefmutter erzählt, die Phyllis in einem noch schlimmeren Licht erscheinen lassen, als er gedacht hat.

"Double Indemnity" ist sicher einer der stimmungsvollsten und packendsten Höhepunkte der Scharzen Serie, und er entführt uns in eine Welt aus Täuschung und Trug, deren Bewohner zumeist Opfer ihrer niedrigen Leidenschaften sind. Da ist es denn nur folgerichtig, daß die Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive Walters erzählt wird, eines für Verlockungen anfälligen Adam, der in Phyllis der Schlange und Eva zugleich begegnet. In meiner persönlichen Liste der Filmschurken rangiert diese Dame eindeutig in den oberen Rängen, und ich möchte keinem Schurken raten, ihr in die Quere zu kommen. Kaum jemand anderes als Barbara Stanwyck wäre wohl in der Lage gewesen, eine solch infame und kühl kalkulierende Frau zu spielen - auch wenn die Stanwyck anscheinend Sorge hatte, diese Rolle könnte ihr Image schädigen. Wilder versieht die Figur mit einer offenkundig falschen, gebleichten Perücke, was einen der Produzenten zu dem Ausruf verleitet haben soll: "We hired Barbara Stanwyck, and here we get George Washington!" [1] Auch leuchtet er das Gesicht der Stanwyck stets aus, was ihr einen bleichen und kühlen Charakter verleiht und, mich jedenfalls, an das Bibelwort vom "whited sepulchre" [2] erinnert, mit dem die Pharisäer der Heuchelei bezichtigt werden. So wird schon beim ersten Auftritt Phyllis' klar, daß diese Frau eine falsche Schlange ist, die ihre weibliche Anziehungskraft - immerhin ist sie anfangs nur in ein Badehandtuch gehüllt, was den Auftakt zu einer Reihe von sexuellen Anspielungen liefert - geschickt nutzt, um Walter für ihre Zwecke einzuspannen.

Letztlich scheint es allerdings nicht ausschließlich den Reizen der Femme fatale geschuldet zu sein, daß sich Walter in trübe Gewässer begibt, weist er in seinem Geständnis doch selbst darauf hin, daß er durchaus das ein oder andere Mal daran gedacht habe, Kapital aus seiner besonderen Position zu schlagen. Die Ambivalenz seines Charakters - teils von Skrupeln heimgesucht, dann aber wieder mit äußerster Entschlossenheit als Lügner, Betrüger und Mörder auftretend - spiegelt sich auch in dem Wechsel und dem Nebeneinander von Hell und Dunkel auf seinem Gesicht wider. MacMurray versteht es, während der Schlüsselszenen, als Entscheidungen von seiner Figur gefordert werden, fast wie ein Verlorener zu wirken: Als etwa Lola ihm von ihrem Vorhaben erzählt, ihre Stiefmutter bei der Polizei anzuzeigen - nicht wissend, daß sie mit dem Komplizen der Dame redet -, sehen wir ihn dräuend aufragend im Rücken der jungen Frau, wobei er sie mit einem beunruhigend finsteren Blick mustert, der dem Betrachter wahrlich Schauer über den Rücken jagt - aber gleichzeitig auch ein verzweiflungsvolles Bedauern ausdrückt. Es ist heute kaum zu glauben, aber die Rolle dieses leicht beeinflußbaren "nützlichen Idioten", dessen Leben durch eine Femme fatale ruiniert wurde, galt 1944 als so unattraktiv, daß namhafte Schauspieler wie Spencer Tracy, Gregory Peck und James Cagney sie ablehnten - eigentlich ist dies ein Glück, denn ich glaube kaum, daß einer der drei Genannten diesen zerrissenen Charakter so glaubhaft hätte spielen können, wie MacMurray das tat.

Um den Vergleich mit dem Buch Genesis quasi abzurunden, sei noch auf Keyes verwiesen, den gestrengen, mit einem siebten Sinn für Versicherungsbetrug begabten Mentor Walters, der sich unwissentlich zu einer Nemesis seines Zöglings entwickelt. Das von Wilder schließlich für den Film gewählte Ende trifft die Tragik ihres Verhältnisses wohl am besten, wenn Walter zu Keyes sagt: "'Cause the guy you were looking for was too close. Right across the desk from you." und der alte Mann traurig erwidert: "Closer than that, Walter."

Leider hat "Double Indemnity" von den sieben Oscars, für die er seinerzeit nominiert wurde, nicht einen einzigen erhalten. Dennoch gehört er heute zweifellos zu den Klassikern des Genres, nicht nur wegen der tragischen Figurenkonstellation, sondern auch wegen vieler spannender Momente - man denke nur an das nicht anspringende Auto, an Mrs. Dietrichsons Versteck hinter der offenen Tür, oder an die grandiose Szene, in der Walter Mr. Dietrichson im off tötet, während wir "nur" eine Großaufnahme auf Phyllis' von Erregung gezeichnetes Gesicht bekommen. Auch Miklós Rószas dramatisch schleppende Titelmusik, während der der Schemen eines Mannes an Krücken sich aus der Ferne auf den Zuschauer zubewegt, hat einen hohen Wiedererkennungswert. [3]

Daß aber sehr gute Filme keinen Oscar bekommen, geschieht leider auch heute noch - eigentlich war dies auch heuer der Fall -, und am Ende entscheidet wohl eher die Nachwelt über den Grad der Qualität eines Filmes. "Double Indemnity" hat es immerhin auf die Liste der 100 besten US-Filme des American Film Institute geschafft.

[1] Vgl. die betr. Seite bei imdb. Hier findet sich auch die Information, daß diese Perücke ursprünglich ein Fehlgriff Wilders gewesen sei, der nicht mehr korrigiert werden konnte, da ein großer Teil des Filmes bereits abgedreht war, als Wilder bemerkte, wie schlecht die falsche Haarpracht wirkte. Wilder indes machte aus der Not eine Tugend und behauptete, sie als filmisches Mittel gewählt zu haben, um auf Phyllis' Falschheit hinzuweisen.

[2] Matthäus 23, 27

[3] Einmal setzt Rósza diegetische Musik auch als ironischen Kommentar ein: So führt Walter, der längst um den erfolgreichen Abschluß des mit Phyllis gefaßten Plans bangen muß, Lola zu einem Freiluftkonzert, bei dem das Orchester den zweiten Satz von Schuberts Unvollendeter spielt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die fatale Verkettung von Liebe, Obsession und menschlichen Abgründen, 9. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Filmtitel: Double Indemnity (Frau ohne Gewissen). Herstellungsland: USA. Premiere: 1944.
Mit: Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson u. A. Kamera: John F. Seitz. Musik: Miklos Rozsa. Regie: Billy Wilder
Genre: Thriller / Film noir
Auszeichnungen/Nominierungen: Nominiert für sieben Oscars als bester Film, beste Hauptdarstellerin (B. Stanwyck), beste Regie, bestes Drehbuch, beste Musik, Kamera und Ton.

Es geht beim Film um zwei völlig durchschnittliche Menschen, deren Faszinität darin besteht, dass sie sich im negativen Sinne überbieten, als Wesen, welche mittels eines perfiden Planes alles daransetzen, um diesen zu verwirklichen.
Der von Beginn an vollkommen zwang- und haltlos sich ereignende Dialogaustausch zwischen MacMurray und Stanwyck ist so entzückend, dass man einem Paar wie diesem das höchste gemeinsame Glück wünschen würde, gäbe es hinter ihrer Liebenswürdigkeit nicht die Fratze der Lüge und des Wahnsinns, welche im Film nach und nach objektiviert werden.
Der durchschnittsgesichtige Fred MacMurray in tragender, bahnbrechender Rolle eines aufdringlichen, plappernden und dreisten Versicherungsangestellten, der einer Frau so verfällt, dass er bereit ist, für sie über Leichen zu gehen. Alles in diesem Film ist zielgerichtet nach der elektrisierten Begegnung zweier Menschen im Niemandsland der Moral, deren Begierden nach den niederen Elementen des Daseins derart dominieren, dass deren Menschlichkeit vollkommen entschwindet. Alles ist dem einen Ziel untergeordnet, die eigene Existenzleere zu überwinden, auch mittels eines gemeinen Mordes, wenn es so am Leichtesten zu bewerkstelligen ist.
Die unbewußte Sympathie für die beiden aneinander schicksalhaft hängenden Menschen ergibt sich aus der Tatsache, dass diese in ihrem Status unserem allgemeinen Menschsein ähneln. Sie spiegeln wieder das Unerlöstsein innerhalb einer - wenn auch relativ sicheren - Lebensstruktur. Ihre Gefühle der Unzufriedenheit sind ja echt und dem allgemein menschlichen Gefühl anverwandt. Ihre Sehnsüchte sind ja tatsächlich gerechtfertigt. Allerdings sind die Mittel für die Befriedigung dieser Sehnsüchte ziemlich böse, abgrundtief böse. Ein unschuldiger Mensch muß dafür sterben...dass die Anderen zu ihrem vermeintlichen Glück kommen - diese diabolische Erfüllung wird ihnen vorgegaukelt - und von ihnen hochgeschaukelt in gemeinsam-gegenseitiger sexueller Stimulanz bis zur unaufhaltsamen Selbstauslöschung.
Von daher ist zunächst Barbara Stanwyck hier in der Darstellung der skrupellosen Intrigantin die ultimativ idealste Besetzung - eines Oscar vollkommen würdig, auch wenn sie ihn nicht erhielt. Und Fred MacMurray ist echt stark - obwohl er in diesem Film ganz sicher nicht die Hauptrolle für sich beanspruchen durfte. Der wahre Star ist Barbara Stanwyck, die alles in der Handlung wie ein Sog an sich zieht und den blondgefärbt diabolischen Charakter eines abgrundtief enthemmten Weibes bis zum Exzess bravourös durchspielt. Alle Achtung vor dieser hohen, souveränen Einzelleistung - großen Respekt vor dieser einzigartigen Schauspielerin!
Die Suggestivität der Blicke ist in diesem Film ein tragender Bestandteil der Botschaften. Es ist darum auch schmerzvoll für den Zuschauer registrieren zu müssen, dass all das Schöne und grundsätzlich Gute in den äußeren Formen und Bewegungen der beiden schicksalhaft miteinander Verschworenen dem Desktruktiven dient...dem Abgrund entgegeneilend - darin sich wiederspiegelnd die Verflechtung des Menschen in das Fatum seiner Sündhaftigkeit. Und diese zerrissene, duale Symbolik können nicht alle Schauspieler in einem Film vermitteln. Aus dem Grund ist der Film ein Geniestreich. Da gelang eine perfekte Botschaft mittels der menschlichen Schauspielermedien, welche es verstanden, die Geschichte von der Sünde Adams und Evas in die moderne Welt zu transformieren, ohne deren modernes Outfit und Denken verbergen oder verleugnen zu müssen - das Gegenteil ist der Fall: die Darstellung der allgemein menschlichen Verflochtenheit in die Sünde wird aus der Perspektive des modernen Menschen noch tiefer und transparenter gemacht, so dass über das Medium Film die Einsicht in die menschlichen Abgründe klarer erscheint, als mittels jeder geschriebenen Form. Und echte, wahre und große Schauspieler haben diese bildhafte Objektivation der Wirklichkeit mittels ihrer hohen Hingabe ermöglicht und dem Zuschauer als mündigem Bürger offenbart. Und das ist der Sinn der Filmkunst, wie der Kunst im Allgemeinen. Das zutiefst Bittere an der Handlung des Filmes ist, dass die Liebe zu perversen Zwecken mißbraucht wird und dennoch in Momenten rein aufscheint, als ob es sich in der Geschichte um sie handeln würde. Der Zuschauer will ja, dass irgendwo etwas wie Liebe und ein Happy End gezaubert werden - aber diese unbewußte Erwartung ist unerfüllbar, weil die schlechten Taten die reinen Vorstellungen entstellen. Der Film ist ein ungebremster Trip direkt in den Schlund der Hölle, die dahin Fahrenden begleitend von Anfang bis zum Ende ihres Verhängnisses, als eine mahnende Studie, wie man sich seine persönliche Erlösung nicht erkaufen sollte. Billy Wilder gehörte zu den ganz großen, weisen Regisseuren der Filmgeschichte und hat sich mit diesem Film eines von mehreren unsterblichen Denkmälern geschaffen.
Mladen Kosar
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doppelte Skrupellosigkeit, doppelte Versicherungssumme, doppelter Krimigenuss, 18. Oktober 2011
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Fast alle vorhandenen Rezensionen finde ich furchtbar lang. Soviel will man doch vor dem Ansehen eines Film noir gar nicht wissen, um sich nicht die Vorfreude auf den Inhalt rauben zu lassen!

Als weltgrößter Columbo-Fan bin ich süchtig nach cleveren Geschichten, in denen ein Mord geplant und durchgeführt wird. Wenn es sich bei den Übeltätern dann noch um Charaktere mit Profil & Persönlichkeit handelt, ist mein Krimigenuss fast garantiert. Walter Neff (so heißt auch eine Nebenfigur in "Columbo: Black Lady") und Phyllis Dietrichson sind ein... ich nenne es mal "paire du noir par excellence". Eine gewissenlose Frau, die die Lebensversicherung ihres Gatten kassieren will und ein Versicherungsvertreter, der ein Auge auf ebenjene Frau geworfen hat, bilden ein optimales Pärchen für einen erstklassigen 40er Jahre-Thriller. Zusammen wollen sie einen Todesfall eintreten lassen, der so selten vorkommt, dass es dafür die doppelte Versicherungssumme abzusahnen gibt...

Für gewöhnlich genügt mir bei einem Film noir schon die altertümliche Atmosphäre, um ihn gerne zu sehen, aber "Double Indemnity" bietet darüber hinaus noch einen Plot, wie der Krimifan ihn sich wünscht. Und Edward G. Robinson, der dank seinem markanten Gesicht zu Inspektor Columbos Lieblingsschauspielern gehört, ist auch noch dabei! Sehr viele Filme der "Schwarzen Serie" habe ich ja noch nicht gesehen, aber dass dieser 7-fach Oscarnominierte von Billy Wilder ein Höhepunkt sein muss, steht außer Frage.
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5.0 von 5 Sternen Spitzenfilm des Genre. Ein Filmjuwel von Billy Wilder, 20. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Der Film Double Indemnity ist selbstredend ein Klassiker der schwarzen Serie. Billy Wilder setzte mit Frau ohne Gewissen, der Titel ist in der Tat wie so oft als dt. Titel, unglücklich gewählt und verzerrt hier die Erwartungshaltung. Unerklärlich ist für mich die FSK-Kennung 6, obgleich keine brutalen Szenen zu sehen sind. Die Gesamtstimmung ist nun einmal nicht menschenfreundlich. Wer schwarz-weiss Filme und die dramatischen Storys des Film Noir mit dem gewohnten Spiel von Licht und Schatten schätzt, kommt voll auf seine Kosten.
Apropo Kosten. Zum Kauf dieses Filmjuwels aus dem Jahr 1944 kann ich nur meine uneingeschränkte Empfehlung geben. Keine Empf. gebe ich was den Anbieter "Grooves.Inc" betrifft. Denn, die von mir georderte DVD kam und kam und kam nicht an, bis heute. Auf das Geld vom Verkäufer Grooves.Inc warte ich auch noch. Tja, es ist eben nicht Alles so wie es sein sollte in unserem Land. Schade und schändlich! - - -

Der hier besprochene Film "Frau ohne Gewissen" ist ein ganz hervorragender und damit besonderer Film von Billy Wilder. (B.W. drehte auch: Sunset Boulevard/Boulevard der Dämmerung, Some like it hot/Manche mögen's heiss und Irma la Douce/Das Mädchen Irma la Douce). Es sind Filme, die ich immer wieder sehen mag. Filme, die sich meist erst beim zweiten oder dritten Mal sehen offenbaren und Neues entdecken lassen. Es sind diese Filmjuwelen, die einen nicht mehr los lassen.
Viel Vergnügen.

DVD:
Film und Ton sind in dieser Überarbeitung hervorragend. Keine Beanstandung.
Filmformat: 4:3
Extras: Doku "Shadow of suspense"; Intro von Robert Osborne; Audiokommentare von Richard Schickel; Lem Dobbs und Nick Redman.
Drehbuch: Billy Wilder und Raymond Chandler
Musik: Miklós Rózsa
Kamera: John F. Seitz
Länge: 104 Minuten
Extras: 40 Minuten

Achtung: Der Anbieter Grooves Inc. war nicht in der Lage den Artikel zu liefern. Der Fall ist nach 22 Tagen immer noch nicht beendet. Das Geld ist immer noch nicht rückerstattet worden. Dieser Anbieter ist ein abschreckendes Beispiel im Online-Geschäft.

Aus dem gleichen Jahr 1944 empfehle ich zudem einen Film Noir von Robert Siodmak mit dem Titel: "The Spiral Staircase" am besten im Original. Viel "gedämpftes Licht und sattes Schwarz". - Pepperland
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zynische film noir Perle, 15. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Ein Versicherungagent verliebt sich in die Frau eines Kunden. Diese Dame hat jedoch nicht nur amoröse Absichten.Ihr Ehemann steht den Zukunfsplänen im Wege und soll daher vom braven Versicherungsvertreter umgebracht werden. Diese Geschichte hat nun einen Sog dem sich der Zuschauer kaum zu entziehen vermag. Stilistisch wird diese Geschichte als Rückblende mit Off Stimme erzählt. Der schwerverletzte Versicherungsagent spricht seine Beichte ins Diktiergerät im nächlichen Büro. Herrliches Licht- und Schattenspiel. Jedermann ahnt somit wie diese Geschichte, mit der von Barbara Stanwyck teuflisch gut gespielten femme fatale, enden muß. Der direkt Weg in die Gaskammer.

Insgesamt ist dieser Film noir sehr spannend und glänzend besetzt. Edward G. Robinson spielt den besten Freund und Kollegen unseres Protagonisten. Atmosphäre ist nicht wirklich dunkel. Der fiebrige Erzählstil wird von der totalen Amoralität der Hauptfiguren immer wieder eingeholt. Man spürt das wir den Weg in den Untergang beiwohnen.

Der Nostalgiker sagt: Sehr spannender, atmosphärischer film noir. Bild und Ton gut.
Persönlich ziehe ich die fim noir Produktionen der späten 1940er Jahren den früheren Werken ohnehin vor. Emotionale Dramen teten hier an die Stelle der "Gangster Epen". Im Netz der Leidenschaft mit der unvergessenen Lana Turner kann ich da empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen So kann ein Film noir sein !, 1. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Ich habe jetzt extra nicht fünf Sterne vergeben, da ich Barbara Stanwyck nicht zu meinen Lieblingen zähle und ich den Film
"The Letter" mit Bette Davis ( auch als "Das Geheimnis von Malampur" bekannt ) höher einstufe.
Selbst "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" ist mir lieber, da ich die Figuren dort mehr mag.
Außerdem ist der vorliegende Film für meinen Geschmack zu kalt und perfekt inszeniert.

Es ist ein Genre- Klassiker, ganz klar. Noch dazu von Billy Wilder, einer Regie- Ikone.

Vielleicht habe ich für all die kleinen Details, die zur Vorbereitung des Mordes wichtig sind ebenso für danach, nicht die nötige Aufmerksamkeit.
Allein das Gequatsche über Versicherungen zu Anfang muss man schon überstehen. Es muss ja der Boden bereitet werden für den Mordplan. Wenn man den Film dann ein zweites oder drittes Mal sieht, wird einem klar: Das muss so.

Ich will mich an dieser Stelle gar nicht lang und wissenschaftlich auslassen, das haben hier bereits andere getan.

Ich mag den Film wegen Fred MacMurray. Nette Erscheinung, guter Schauspieler. Der große Junge, dem man viel durchgehen lässt.
Er und die Stanwyck sind hier absolut auf Augenhöhe.

Die Spannung wird durch den gleichfalls brillanten Edward G. Robinson erhöht, der ein sehr aufmerksamer Versicherungsagent ist. Bevor der eine Versicherungssumme auszahlt, guckt er lieber fünfmal hin und behält immer Recht.

Sieben Oscar- Nominierungen waren jetzt für meinen Geschmack ein bisschen viel,aber damals galten vielleicht andere Kriterien.
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5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker., 1. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Der Film muss man einfach gesehen haben. Spannend und wirklich gut gemacht. Nicht wie die Filme die man Heute dreht.
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4.0 von 5 Sternen Frau ohne Gewissen (50 Wörter), 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Frau ohne Gewissen (DVD)
Eine Femme Fatale und ein Durchschnittstyp bilden die Protagonisten dieses Meisterwerks des Film noirs, der es einerseits versteht, den Hauptstrang mit einer Sachlichkeit und Präzision zu erzählen, aber andererseits auch eine punktierte Charakteranalyse eines zum Mordkomplizen verführten unscheinbaren Mannes zu skizzieren. Nicht der beste Wilder, aber ein Guter.
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Frau ohne Gewissen von James M. Cain (DVD - 2008)
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