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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immigration mal anders - rabenschwarz und gänzlich politisch unkorrekt..., 13. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Bigga than Ben (DVD)
Im Zuge wachsenden Interesses an einem der Hauptdarsteller (*hust*) habe ich mir einfach mal diesen Film zugelegt (Was denn?! Männer dürfen das im ungekehrten Fall doch auch...). Auch ich hatte anfangs nicht gerade hohe Erwartungen, um nicht zu sagen schlimmste Befürchtungen, wozu vor allem der in meinen Ohren mißlich klingende Titel und die komplette Aufmachung der DVD das Ihre beigetragen haben.

Aber, sieh an, hinter der knallgelben Fassade verbirgt sich ein rabenschwarzer, bissiger Film voll Humor, der sich hintergründig mit der Situation von Auswanderern beschäftigt, aber - das finde ich gerade gut - nicht in die übliche "Ey Alda, was guggsdu"-Kerbe haut, die man leider bei Filmen mit der Thematik Ausländer, Immigration und Integration gerne mal bis zum Exitus (meistens des Zuschauers) bedient.

Es geht um zwei junge Burschen aus Moskau, die ihr (vorrangig finanzielles) Glück in der westlichen Welt suchen - und zu finden hoffen. Der eine, Cobakka, möchte eine Band gründen, der andere, Spiker, will endlich seine Freundin Natya heiraten. Für L.A. langt das Geld nicht, und so landet man kurzerhand mit einem Rucksack voll Hab und Gut in London. Beziehungen zu einem bereits ausgewanderten ehemaligen Freund sollen helfen; der gibt ihnen zwei Adressen: die eines Arbeitsvermittlers und eine für den Fall, dass alles daneben geht.

Am Anfang probiert man es noch auf die ehrliche Tour, doch scheitern die Jungs an simpelsten Dingen, wie der Eröffnung eines Bankkontos oder dem Auftreiben einer Arbeit; obendrein gehen langsam aber sicher die ohnehin dürftigen Mittel aus. Mit einem Seitenhieb auf das britische Verwaltungschaos, in dem ohne Zettel, Bestätigungen und Genehmigungen gar nichts läuft (und das uns in Deutschland auch nicht gerade fremd ist) folgt Regisseurin Suzie Halewood dem Weg der beiden Russen, der zunächst in einer dreckigen Wohnung im Elendsviertel der Stadt endet. Als alles nichts mehr hilft, wählt man eben doch die "Notfall"-Nummer. Am Ende der Strippe ist Artash, König der russischen Kleinganoven, der die beiden schnell in die Welt der Gaunereien einführt: Auf illegalen Handel folgt Abzocke durch eine falsche Telefonhotline, Kreditkartenbetrug, Ladendiebstahl und was man noch so im Repertoire hat.

Es kommt wie es kommen muss: Während Cobakka die kriminellen Aktivitäten lediglich als Sprungbrett nutzt, sich nach und nach legale Arbeiten sucht und ein ordentliches Leben beginnt, rutscht Spiker immer mehr in kriminelle Kreise und schließlich in die Drogensucht ab. Artash hat obendrein das ihm anvertraute Geld veruntreut, und so stehen die Jungs wieder mittellos da. Die Freundschaft der beiden, die soviel überstanden hat, zerbricht am Ende daran.

Im letzten Drittel schlägt der Film deswegen auch insgesamt ernstere Töne an, ohne jedoch die eigentlich skurrile Situation als Ganzes aus den Augen zu verlieren: Einwanderer werden von Einwanderern als Einwandererpack beschimpft; und während auf der Sonnenseite des britischen Lebens alles seinen rechten, durch Papierwerk regelementierten Gang geht, gibt es im Untergrund eine Subkultur, von der Otto-Normal-Brite nichts weiß und in der ein Baustellenchef schonmal 4 Ehefrauen gleichzeitig haben darf.

Logischerweise werden bei einem solchen Thema Klischees bedient: "Schmierige" Inder, stinkende Wohnviertel, unverständliches Englisch sprechende Iren, und die beiden jungen Russen sind natürlich erstmal Schwarze hassende Nazis, wandeln sich aber dank der Hilfe jamaikanischer Kollegen zum Besseren; es gibt rassistische Briten und jede Menge Vorurteile. Dabei schlägt der Film manchmal auch durch die Münder der Protagonisten derb politisch unkorrekte Töne an, doch gerade das paßt ins Bild. Wo verschiedene Kulturen aufeinandertreffen gibt es nunmal Reibereien; dies totzuschweigen oder den Charakteren glattgebügelte Aussagen in den Mund zu legen, macht schlichtweg keinen Sinn - hier spiegelt der Film nur die (oft harte) Realität jenseits aller Ausländerdebatten. Zumindest auf der Leinwand löst sich dann ja schließlich alles in Wohlgefallen auf und zumindest für einen unserer Jungs wird alles gut.

Oft gehen Filme mit solch thematischen Mixturen gewaltig daneben und es rutscht in Klamauk oder Polit-Kino ab. Bei diesem Film jedoch passiert das dank ausgewogener Mischung, grotesker Übertreibung und wohleingesetzer Ironie nicht. Es wird weder permanent der moralisch-politische Zeigefinger erhoben, noch zuviele Witze auf Kosten irgendeiner bestimmten Gruppe gerissen oder jemand verunglimpft. Jeder kriegt mit allen Klischees und Vorurteilen sein Fett ab. NATÜRLICH hat auch dieser Film eine Aussage - ich glaube, ohne solche würde man als Regisseur kein solches Thema wählen - die da grob verallgemeinert lauten könnte: Alle Menschen sind gleich und Kulturkonflikte lassen sich mit der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, überwinden. Da der Film sich trotz aller komischen Elemente an ein intelligenteres Publikum richtet, das diverse Scherze eben nicht für bare Münze nimmt, bleibt es dem Zuschauer aber selbst überlassen, es dann auch in den richtigen Hals zu bekommen, wenn irgendetwas durch den Kakao gezogen wird.

Die deutsche DVD kommt mit Minimalausstattung daher und bietet neben zwei Sprachfassungen (Englisch/Deutsch), Untertiteln und einer Trailergalerie sonst nix, was zwar sehr schade, aber bei einem Independentfilm wohl eher verständlich ist. Die englische DVD ab 16 hat immerhin noch ein Making-Of dabei. Zudem ist - zumindest bei meiner Version - irgendein Murks mit den Untertiteln passiert, denn um die deutschen Untertitel bei der englischen Tonspur abzustellen hat es nicht gereicht, dies vorab im Menü auszuwählen, sondern dann nochmals während des Films...wobei ich, um sie zu deaktivieren, auf "Untertitel Deutsch" stellen und um Untertitel dann wieder zu bekommen, auf "Deutsch Österreich" drücken musste (bei der dritten Option "Deaktivieren" passiert gar nix und russisch gesprochene Stellen sind grundsätzlich deutsch zwangsuntertitelt) - naja, vielleicht ist das die russische Methode ;-)

Der Film packt ein brisantes Thema von einer frischen, neuen Seite an; ist flott erzählt, wird keine Minute langweilig, wartet mit einigen grandiosen Lachern auf (wenn z.B. Cobakka versucht, "freundlich" zu gucken), überzeugt durch schauspielerisch einwandfreie Leistungen (allein den russischen Akzent durchzuhalten muss dem britischen Teil des Casts einiges abverlangt haben), superb besetzte Nebenrollen (wenn auch eher unbekannte Namen, aber gerade das hat dem Film gutgetan. Ich möchte hier besonders Jeff Mirza als schmierigen Vermieter Dennis hervorheben) - und auch mein angehendes Faible für einen der Hauptdarsteller wurde bedient; bekommt man doch mehr als einmal einen herzerweichenden Blick aus braunen Augen in Close-up zu sehen.....*hachja*....

...wie gesagt, Männer dürfen das doch auch. In diesem Sinne: Doswidanja :-)
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Top Film - mit Ben Barnes (Prince Caspian) in der Hauptrolle, 12. August 2008
Von 
Gaby Powelz "fairy_g" (Schwerin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bigga than Ben (DVD)
Anfangs dachte ich ja "Oh Gott, was soll das denn für ein Film sein?", nachdem ich ihn dann aber eingelegt hatte und die ersten 20 Minuten angeschaut, war ich schon umgestimmt. Der Film besticht durch seinen Humor, den Schauspielern (^.^) und die Art der Erzählung.
1 Punkt minus gibt es dafür, dass es sich keine Extras gibt. ;( (hätte schon gerne so ein paar Patzer beim Dreh gesehen)
Alles in allem ein sehr guter, mit britischem Humor angereicherter Independentfilm...
Fazit: sehenswert, für Ben Barnes Fans ein Muss (is ja noch nicht viel zum sammeln;)
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5.0 von 5 Sternen Ein schönes russisch-britisches "Joint Venture", 27. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Bigga Than Ben [DVD] [2007] [UK Import] (DVD)
Es wird weder an witzigen Einfällen noch an Ironie oder Sarkasmus gespart, und auch die Traurigkeit, die zu einer guten Komödie gehört, fehlt nicht. Nicht nur die Hauptdarsteller sind großartig, jede Rolle ist gut besetzt. Die Musikzusammenstellung ist hörenswert und hat mich dazu verführt, während des Films eine CD zu kaufen. Wermutstropfen in der deutschen Synchronisation ist für mich der falsche russische Akzent, aber das tut dem Film keinen Abbruch.
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Bigga than Ben
Bigga than Ben von Suzie Halewood (DVD - 2008)
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