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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Digital remastered von restaurierten Film- und Tonelementen...
...so wird es auf der Rückseite der Blu-Ray unter Specials aufgelistet. Ich habe dann eine Weile im Specials-Menu nach dem begehrten Feature gesucht, bis mir klar wurde, dass es gar nicht existiert. Es handelt sich nur um die simple Aufzählung, dass der Film digital überarbeitet worden ist. Sei es drum, dachte ich, werde ich eben nicht erfahren wie die das...
Veröffentlicht am 11. Februar 2009 von nada-san

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Guten Tag wir rauben Banken aus!"- Mehr Einschußlöcher hat nur das Drehbuch
"Bonnie und Clyde" sind ein Synonym geworden für einen seltsamen Freiheitsbegriff.
Die Geschichte ihrer blutdurchtränkten Banküberfälle, ihrer zahlreichen Morde mit geschichtlichen Abstand zunehmend in nicht ungefährlicher Weise romantisiert, verklärt auch verharmlost worden.
Lust auf Abenteuer der besonderen Art scheint oft mit...
Vor 15 Monaten von RUMBURAK veröffentlicht


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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Digital remastered von restaurierten Film- und Tonelementen..., 11. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde [Blu-ray] (Blu-ray)
...so wird es auf der Rückseite der Blu-Ray unter Specials aufgelistet. Ich habe dann eine Weile im Specials-Menu nach dem begehrten Feature gesucht, bis mir klar wurde, dass es gar nicht existiert. Es handelt sich nur um die simple Aufzählung, dass der Film digital überarbeitet worden ist. Sei es drum, dachte ich, werde ich eben nicht erfahren wie die das hingekriegt haben.

Über den Film & Hintergrund
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Der Film beginnt mit nostalgischen Originalaufnahmen und Texteinblendungen, die gleichsam den Prolog, jenes tragisch-berüchtigten Raub- und Mordepos, bilden. So harmlos - wie durch das Blättern der staubigen Seiten eines Familienalbums, landet man in dem noch staubigeren amerikanischen Südwesten der 30er Jahre. Bonnie Parker, eine arbeitslose Schriftstellerin, liegt nackt auf ihrem Bett und starrt in ihrer Lethargie, hilfesuchend auf das verlassen wirkende Land vor der Haustür.

In den 30er Jahren führte die Weltwirtschaftskrise dazu das die Industrieproduktion sich halbierte. Die Auswirkungen waren besonders für die Bauern in den USA katastrophal, viele mussten in den Westen flüchten.

Als Bonnie plötzlich den vor dem Haus parkenden Wagen bemerkt, weiten sich ihre Augen, scheint sie förmlich aus ihrer Lethargie gerissen. Clyde Barrow - gerade auf Bewährung aus der Haft entlassen, sieht galant aus und ist bewaffnet. Eine seltene Erscheinung in Bonnies gottverlassenem Nest. Da Bonnie aber nicht so schnell zu beeindrucken ist, zettelt Clyde kurzerhand einen Raubüberfall an und überzeugt so die Mittellose mit einer handvoll Dollar. Für Bonnie ist klar: Clyde redet nicht nur - er handelt auch. Der Rest ist Geschichte. Man schätzt, dass sie dreizehn Morde, etwa ein Dutzend Bankraube und weitere, ungezählte Überfälle auf Geschäfte und Tankstellen verübten. In der Zeit von 1931 bis 1935 sorgten ihre Verbrechen in den USA für erhebliches Aufsehen.

Über die Blu-Ray
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Aber zurück zur Filmrestaurierung: Der Klassiker wurde von Warner im Bildseitenverhältnis 1.85:1 quadriert, was dem 16:9 Seitenverhältnis entspricht. Zu keiner Zeit scheint der Bildausschnitt schlecht gewählt zu sein. Ich hatte jedenfalls immer das Gefühl hier einen sorgfältig ausgewählten Bildanteil zu sehen. Für die Blu-Ray wurde ein neues hochauflösendes Master verwendet: Die Schärfe ist durchweg auf hohem Niveau und nicht unnatürlich überzeichnet. Einige Szenen erscheinen für wenige Sekunden unscharf - dies geht aber wohl dem Originalmaterial zu lasten. Kontraste und Farben wirken natürlich und sehr warm - besonders der staubige Südwesten mit seiner rötlich-gelben Strahlkraft. Ich habe den Eindruck, dass hierbei der charakteristische Farbraum des Films zur Geltung kommt. Und das vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der vielfältigen Veröffentlichungen von Bonnie & Clyde.

Der Ton ist nicht weiter spektakulär und ist als Mono 1.0 Spur in mehreren Sprachen vorhanden: Japanisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch. Erwähnenswert bleibt die Rauschfreiheit und Klarheit des deutschen Tons.

Fazit
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Eine beispielhafte Restauration eines Genre-Klassikers. Der gelungene Blu-Ray-Transfer zeigt, dass es sich lohnt altes Filmmaterial zu entstauben!

Auch wenn ich wohl nie erfahren werde, wie die das gemacht haben...
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, das unter die Haut geht, 15. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde [Blu-ray] (Blu-ray)
Bei seinem Erscheinen in den späten 1960er Jahren hat "Bonnie und Clyde" das Kinopublikum in seinen Bann gezogen und schockiert. Vor allem an der expliziten Ästhetik der Gewaltdarstellung und an der moralischen Ambivalenz der Protagonisten schieden sich die Geister. Filmhandwerklich ist "Bonnie und Clyde" ein Meisterstück: Die grandiosen Schauspieler (Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman, Michael J. Pollard, Estelle Parsons), überwältigend stimmungsvolle Bilder (Oscar 1968 für Beste Kamera), die originellen Dialoge, die konsequente Inszenierung, die schmissige Musik fügen sich zusammen zu einem fesselnden Gesamtkunstwerk. Die besondere Faszination resultiert aber aus der Brüchigkeit der Figuren und der ganz eigenen Stimmung des Films, die sich zwischen humorvoller Leichtigkeit, zynischer Menschenverachtung, verletzlicher Emotionalität und der Aura tödlicher Bedrohung schwingend bewegt. Der Film ist zeitlos spannend und berührend. Was für ein Glück, dass es ihn heute auf Blu Ray Disc gibt! Die Bildqualität ist hervorragend, der Ton in Ordnung, die Extras sind bereichernd - eine fraglos lohnende Investition für jeden, der Thriller mit Tiefgang und/oder Liebesgeschichten mit Thrill mag.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Guten Tag wir rauben Banken aus!"- Mehr Einschußlöcher hat nur das Drehbuch, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
"Bonnie und Clyde" sind ein Synonym geworden für einen seltsamen Freiheitsbegriff.
Die Geschichte ihrer blutdurchtränkten Banküberfälle, ihrer zahlreichen Morde mit geschichtlichen Abstand zunehmend in nicht ungefährlicher Weise romantisiert, verklärt auch verharmlost worden.
Lust auf Abenteuer der besonderen Art scheint oft mit dem Namen der Beiden in naiver Weise verbunden zu werden.
Zu groß ist der scheinbare Freiheits- Mythos vom Einzelkämpfer-Pärchen, das sich gegen Recht und Gesetz stellt, als daß den wirklich tragischen und leidvollen Schicksalen ihrer Opfer noch in irgend einer Weise in Literatur oder Film Rechenschaft getragen werden würde.
Zwei Menschen, die mehr etwas von psychopathischen Mördern hatten, als von zweifelhaften, idealisierten Outlaws.
Sollte man ihnen überhaupt die Ehre einer Legendenbildung zukommen lassen.
Nun, die Frage stellt sich im Bereich der Kunst nicht?
Doch was, stellt man reale Schwerstkriminelle in den Mittelpunkt eines Films, wäre dann wohl wichtiger als ein gutes Drehbuch , das in präziser Weise den Kontext, auch die geschichtlichen Hintergründe Amerikas der dreißiger Jahre beleuchtet, die Figuren in ihren Charakteren, und ihren Beweggründen nachvollziehbar und tiefgründig herausarbeitet.
Wie nähert man sich also diesen Figuren:
Arthur Penn, der auf viele sorgfältig und herausragend inszenierte Filme zurückblicken kann ("Little Big Man") entschied sich zunächst einmal in der Besetzung vollkommen richtig: Faye Dunaway und Warren Beatty, der auch mit produzierte, sind von ihrer Physiognomie, von ihrem Charisma , das sie auf der Leinwand versprühen einfach hinreissend, verkörpern schauspielerisch wirkungsvoll das Gangsterpärchen.
Doch wenn sie so dermaßen von einem reißbrettartigen Drehbuch im Stich gelassen werden, können auch die Schauspieler irgendwann dies nicht mehr ausgleichen.
Arthur Penns Film ist filmhistorisch hochinteressant, weil er ein typischer Vertreter des neuen Hollywood darstellt.
Aus der" Nouvelle Vague" eines Godard in Frankreich kommend ("Außer Atem) sind die Endsechziger gekennzeichnet von grosser Aufbruchstimmung.
Diese erfasst alle Bereiche. Die authentische Art des Schauspielens, die neue revolutionäre Form von Kameraarbeit, stilisierter Musik, von revolutionären Themen, von der kritischen Demaskierung des jahrzehntelang gepredigten amerikanischen Traums.
Es ist ein Kino der gebrochenen Existenzen, auf der Suche nach neuer Identität, nach Aufbruch und der Abkehr überholter Normen.
So steht "Bonnie und Clyde" in einer Reihe mit Filmen, wie "die Reifeprüfung", "Asphalt Cowboy" und anderen realistisch, verstörenden Sozialdramen.
Bis dato unvorstellbar brutal wurde hier in "Bonnie und Clyde" erstmals inszeniert, in Zeitlupe das Pärchen gegen Ende regelrecht durchsiebt.
Die Drastik, die ungeschminkte Hoffnungslosigkeit machte sich im Kino breit.
Politische Zäsuren (Vietnamkrieg) und soziokulturelle Jugendbewegungen, sexuelle Freiheit fanden zunehmend ihren Ausdruck in der expressiven Kinokunst.
Ein paar Jahre zuvor stand das Publikum noch bei einem "Dr. Schiwago" Schlange.
Nun war diese Art Hollywood als Opa-Kintopp verschrien, und ein "Easy Rider", ein Regisseur wie Peckinpah gaben gehörig Gas um alte Zöpfe abzuschneiden.
In diesem Kontext ist "Bonnie und Clyde" interessant, als für sich stehender Film in vielen dramaturgischen Punkten leider verunglückt und unglaublich zäh und oberflächlich.
So viel Potenzial liegen eigentlich in dieser Gangsterstory, und sowenig kraftvolle Dramatik kann Arthur Penn daraus machen.
Bonnie und Clyde bleiben für den Zuschauer ein Rätsel.
Ihre Beweggründe, Charaktereigenschaften vollkommen nebulös und damit langweilend.
Der soziale, geschichtlich, politische Hintergrund vor dem sich dieses blutige Drama abspielte wird höchstens angekratzt.
Faye Dunaway und Warren Beatty bleiben Abziehbilder, schön anzusehen, aber vollkommen hohl und wirr skizziert.
Da verwundert es nicht zu lesen, wie oft das Drehbuch umgeschrieben wurde, viele Ideen verworfen, wieder neu aufgenommen wurden und damit überhaupt keine Identifikation mit den Hauptdarstellern mehr möglich ist.
Fast wünschte man sich mindestens eine Stunde mehr Laufzeit, damit hier die ganze Geschichte etwas mehr Kontur bekommt, mehr auf die Hintergründe eingeht.
Ein Drehbuch, das fragmentarisch Szenen aneinanderreiht, innerlich unverbunden bleibt, und uns niemals mit den beiden Haupt- Figuren mitfühlen läßt.
Nervend halbgar werden Nebenprotagonisten eingeführt, ansonsten erleben wir eine Abfolge von Schießereien, aufgesetzten Dialogen und immer wieder Ansätze die nachdenkenswert wären, aber vollkommen in Sande verlaufen.
Bonnie und Clyde schwanken hier zwischen Infantilität, Größenwahnsinn, Lebensüberdruss, und Langeweile.
Kein Mittel wird gefunden diese Gefühle adäquat und einfallsreich auf der Leinwand lebendig werden zu lassen
Als Kindergartenspiel in vollkommenen Realitätsverlust scheinen sie ihr Tun zu begreifen, und nichts scheint wichtiger zu sein als wieder einmal die Headlines in der Presse zu bestimmen.
Um solche Charaktere glaubhaft zu entwerfen, braucht man ein Drehbuch mit Substanz. Das finden wir hier nicht vor.
Wie spannend wäre es gewesen einmal wirklich die extravagante Beziehung der beiden zu beleuchten, wie wichtig auf die unterschiedlichen Lebensbiographien von Bonnie und Clyde einzugehen.
Kurze Information sekundenlang als Texttafel am Anfang eingeblendet sollen reichen sich ein Bild dieser komplexen Personen zu machen ?
Beileibe nicht.
Welche Rolle spielt die Wirtschaftskrise, das soziale Umfeld. Was spielt sich sexuell zwischen beiden ab.
Das Thema der Impotenz , der sexuellen Desorientierung Clydes und der auf Masochismus und Unterwerfung scheinbar beruhenden Faszination Bonnies für ihren Partner.
Was für spannende Themen für einen außergewöhnlichen Film.
Hier werden sie zwar angetippt aber niemals zu Ende gedacht.
In einer Szene streicht Clyde zärtlich über seinen Revolver während er mit seinen Raubzügen prahlt und Bonnie ihm lasziv bewundernd zusieht.
Der Revolver als Phallussymbol, Gewalt als Ventil für sexuelle Frustration?
Die spannenden Themenbereiche liegen Arthur Penn direkt vor den Füßen, aber er nimmt sie nicht auf, vertieft sie nicht, und so wird das gesamte Konstrukt hohl, oberflächlich und die Charaktere bleiben dem Zuschauer fern.
Wir werden ohne viel Federlesens in die Geschichte geworfen.
Bonnie ist langweilig, Clyde läuft ihr über den Weg, drei Worte werden gewechselt und schon ist man zu kriminellen Handlungen, letztlich zum Töten bereit.
Diese platte, undifferenzierte Herangehensweise ist dann doch für einen "grossen" Film zu amateurhaft.
"Bonnie und Clyde" ein charakteristisches Beispiel für die neue Ära des Aufbruchs in Hollywood, ein glanzvoller Bilderbogen im Bereich Dekor, Actionphotographie, charismatische Schauspieler (-nicht Schauspielerleistung)- und leider auch ein Beispiel ,wie all das nicht wirklich taugt, wenn das Drehbuch aus unbeholfen heißer Luft ohne kraftvolle Dramaturgie besteht.
Viele Fragen und Zusammenhänge hätte man gerne beantwortet gesehen.
Gerade auch weil es sich um einen historischen Stoff handelt.
So bleibt mehr fade Langeweile als wirkliches Interesse an den Personen übrig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immernoch einer der unterhaltsamsten Gangsterstreifen, 18. September 2012
Von 
S. Simon "WhiteNightFalcon" (Kastell) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Würde man die Story von Bonnie und Clyde heute verfilmen, sähe die Umsetzung des Stoffes sicher deutlich düsterer aus. In Arthur Penns Streifen hat man es mit einer Stilisierung der beiden zu tun, die fast schon an Robin Hood grenzt. Ganoven ja, aber hier und da auch mit einer edlen Gesinnung. Etwa wenn Clyde eine Bank ausraubt und einen Bankkunden fragt, ob das Geld, das er in Händen hält seines oder das der Bank ist und ihm erlaubt es zu behalten.
Die Art, wie Bonnie & Clyde" in Punkto Leichtigkeit ist, lässt die Gewaltausbrüche im Film dafür um so dramaturgisch wirksamer erscheinen, nicht zuletzt das Finale. Im Prinzip dreht der Film faktisch das Gesetz ein wenig um. Die Inszinierung, wie sie Penn gemacht hat, wirkt auf den Zuschauer oft, als wolle der Film sagen, ein Gangsterleben könnte so schön unbeschwert sein, wenn nicht die bösen Polizisten währen und die gehen hier wirklich gnadenlos zur Sache, dass es fast an Szenen aus einem Sam Peckinpah Film erinnert.
Sicher darf der Stil, dass die Ganoven hier sympthisch und schlitzohrig gezeigt werden, auch Warren Beattys damaligem Status und Image zuzuschreiben sein. Zudem war Beatty auch einer der Produzenten.
Nichts desto trotz ist Bonnie und Clyde" einer der interessantesten Gangsterstreifen der 60er eben WEIL er nicht so trocken rüber kommt, wie viele anderen, die ihm noch folgen sollten.
Nur Technisch muss man bei diesem Film sagen: Naja. Das Bild wirkt irgendwo wie eine verblasste Fotografie, was aber auch den Nostalgiefaktor etwas betont. Aber auch der Ton könnte etwas besser sein.
Defintiv ein Klassiker, hätte Bonnie & Clyde" in jedem Fall mal eine Special Edition verdient mit technischer Überarbeitung des Films und Bonis über die wahre Story von Bonnie und Clyde im Vergleich zum Film etwa.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bonnie Parker (1910-1934) und Clyde Barrow (1909-1934): Das wohl berühmteste amerikanische Gangsterpaar der Geschichte, 14. Januar 2013
Von 
Film- und Buchfreund (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Rezension zu: "Bonnie und Clyde" (USA 1967)

Zum Inhalt:

Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten!

Das Gangterpaar Bonnie Parker (1910-1934) und Clyde Barrow (1909-1934) reiste Anfang der 30er-Jahre durch den Mittleren
Westen der USA, raubten Banken aus und ermordeten dabei insgesamt 13 Menschen, darunter 9 Polizisten.
Am 23. Mai 1934 starben beide, als ihr Fahrzeug von Polizeibeamten angehalten und von Kugeln "durchsiebt" wurde.

Zur Bewertung:

1967 verfilmte der Regisseur Arthur Penn die Geschichte des Gansterpaares unter dem Titel "Bonnie and Clyde". Bonnie
Parker, wurde darin dargestellt von Faye Dunaway, und Clyde Barrow, wurde darin dargestellt von Warren Beatty.
Der Film erhielt anfangs überwiegend negative Kritiken und drohte, ein Mißerfolg zu werden. Der Grund war die romanti-
sche Verklärung eines äußerst gewaltbereiten und hochgefährlichen Gangsterpaares und damit eine Gewaltverherrlichung.
Erst ein Re-Release auf Veranlassung von Warren Beatty und eine großangelegte Werbe-Kampagne durch die Film-Firma (WB)
brachten den Erfolg. Der Film wurde von den Kritikern neu -und nun vorwiegend positiv- bewertet und hat heute Kult-Status.

Die Bild- und Ton-Qualität [ Technicolor; Filmlänge ca. 107 Minuten ] ist sehr gut!

Dieser Film ist -auch heute noch- absolut sehens- und empfehlenswert!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kultfilm / Roadmovie, 13. Dezember 2010
Von 
N. I. Body - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Story, Kameraführung, Schauspieler, Landschaften - alles zeitlos schön anzusehen und zu Recht mit 2 Oscars prämiert. Faye Dunaway, in ihrer ersten großen Leinwandrolle, spielt schon damals die heutigen Botox-Wunder mit links an die Wand. Warren Beatty, drahtig-muskulös und immer mit einem Lächeln auf den Lippen, war der Brad Pitt der damaligen Zeit.

Der Film basiert auf der Geschichte der echten Gangster "Bonnie und Clyde" und spielt (leicht abgewandelt und vereinfacht) in den 1930er Jahren. Diese Produktion aus 1967 vermittelt jedoch gekonnt und unterschwellig das rebellische Gefühl der 1960er Jahre. Die zum Teil blutige Gewaltdarstellung war für die damalige Zeit aussergewöhnlich. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren und deren Flucht vor dem Gesetz werden sehr interessant und facettenreich in Szene gesetzt.

Ein großer Pluspunkt sind auch die ständig wechselnden Landschaften und Dörfer, sowie die zahlreichen historischen Fahrzeuge. Der Film spielt an Originalschauplätzen, manche Statisten hatten sogar noch die echten Bonnie und Clyde erlebt. Der Film ist ein echtes Roadmovie.

Die unrestaurierte Bildqualität reicht über das Mittelmaß leider nicht hinaus. Deutsch sowie alle weiteren Tonspuren gibts nur in Mono. Englischer Originalton sowie englische und deutsche Untertitel sind enthalten. Ein Wendecover ist nicht vorhanden. Für Bonnie und Clyde sind die 5 Steine im Sonderanbot aber sicher gut angelegt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker neu, 2. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich bin immer wieder überrascht wie gut manche alte Filme auf Blu-Ray restauriert wurden. So wie auch Bonnie und Clyde.
Die Schärfe ist großteils auf gutem Niveu. Ein paar Szenen sind kurz unscharf. Das einzige Manko ist eine Familienszene mit Bonnies Familie
bei einem Picknick im Freinen. Da ist ca 4 Minuten lang das Bild katastrophal schlecht. Möglicherweise war das alte Bandmaterial zu beschädigt um da noch etwas zu restaurieren. Aber sonst ist das Bild wirklich sehr gut für das Alter des Filmes. Die Farben wirken natürlich.
Zum Film: Den Anfang finde ich etwas seltsam. Die Anfangsdialoge sind etwas unwirklich und die beiden beginnen Ihre Raubzüge ohne Motivation, praktisch aus dem Nichts. Es wird niemals etwas abgesprochen, alles scheint eher zufällig und spontan zu passieren. Der Film wird aber rasch besser. Ich war nur überrascht über die Brutatität am Ende des Filmes, die für die damalige Zeit recht heftig war. Hervorheben möchte ich die schauspielerische Leistung von Fay Dunaway die hier ihre erste Rolle gesielt hat. Alles in allem ist der Film recht gelungen.
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker mit guten Akteuren, aber einigen Schwächen, 31. Juli 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Fast jeder kennt die Geschichte von Bonnie und Clyde, dem wohl bekanntesten Gangsterpärchen überhaupt. Im von der großen Depression geprägten Amerika der späten 20er Jahre wagen die beiden einen Ausbruch aus ihrer so trostlosen Welt, um sich den Traum von Freiheit und Reichtum zu erfüllen. Befügelt durch Sympathiebekundungen der einfachen Leute, rauben sie eine Bank nach der anderen aus, liefern sich blutige Kämpfe mit der Polizei und nähern sich unweigerlich ihrem schicksalshaften Ende.
Faye Dunaway und Warren Beatty (auch Produzent des Films) in den Rollen von Bonnie und Clyde überzeugen durch ihre schauspielerische Leistung, und machen den Streifen wirklich sehenswert. Allerdings krankt er an der stellenweise nicht ganz gelungenen Umsetzung. So beginnt der Beutezug der beiden Protagonisten ohne erkennbare Motivation, und erst nach und nach erschliessen sich dem Zuschauer die Gründe. Auch die musikalische Untermalung führt gelegentlich zu Irritationen; man hat manchmal das Gefühl, es handle sich um ein reines Roadmovie oder gar eine Komödie. Positiv fällt auf, dass Regisseur Arthur Penn die Darsteller stets in Szene zu setzten weiß; sogar die zu Berühmtheit gekommenen schwarz-weiß Fotos des Pärchens finden sich als Motiv im Film wieder.
Womöglich hätte die DVD aufgrund der magelhaften Extras nur drei Sterne verdient; abgesehen von wenigen Texttafeln fehlen sie völlig. Man hätte zumindest erwarten können, dass einige der originalen Fotos und detaillierte Hintergrundinformationen zu den historischen Figuren abrufbar sind. So wird das Potenzial des Mediums DVD nur im Ansatz genutzt. Um der inflationären Vergabe von Sternen gerecht zu werden, und auch den Film nicht unter Wert zu schlagen, gibt's am Ende vier Punkte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Getriebene im gebeutelten Land, 16. Juli 2014
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Extreme Nähe und extreme Weite, immer wieder. Zunächst Ersteres; die offenbar frustrierte junge Bonnie Parker (Faye Dunaway) liegt in ihrem Zimmer auf dem Bett, schlägt gegen das Gitter - in etwas genauso, wie ihr Clyde Barrow (Warren Beatty) wenig später ihr trostloses Leben skizziert. Nicht nur dieses blinde Verstehen, diese Empathie, nimmt sie für ihn ein. Auch die Tatsache, dass er einen Weg gefunden zu haben scheint, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er habe wegen eines Raubüberfalles gesessen, seine Kanone (!) macht Bonnie unverhohlen an, aber ob er damit auch schießen könne (!!), daran zweifelt sie. Sexuell gesehen können wir an Clydes Manneskraft auch wegen seines leichten Hinkens zweifeln (da ist der Film in guter alter Metapherntradition à la "Fenster zum Hof"), was er sich sogar selbst durch Zehenabhacken zugefügt hatte, um im Knast nicht arbeiten zu müssen. Mit allem anderen hingegen legt Clyde sofort los und überfällt erstmal einen Laden. Das Fluchtfahrzeug (Bonnies Mutter geklaut) wird noch so manches Mal zu fröhlichen Hillybillyklängen durch die in einem wunderschönen Gelbgold fotografierte Landschaft brettern und schlingern. Recht spaßig, mit beinahe dilettantischen Überfällen, beginnt der Film - trägt aber immer schon die Tragik in sich, die der Hauptfiguren und die eines ganzen Landes. Wenn schon eine Bank pleite ist, ist das nicht nur ein Lacher, da unsere beiden ohne Beute abziehen müssen. Es zeigt auch, dass die Große Depression tatsächlich sehr groß sein muss und vor nichts und niemandem Halt macht. Wobei der Film im Übrigen ganz "linkes" New Hollywood der ausgehenden 1960er Jahre ist und wenig Sympathie für die Großbanken hat. Bilder mit bis zur Schmerzgrenze vollgepackten alten Autos gibt es da, wie sie John Ford so wunderbar in der Steinbeck-Adaption "Früchte des Zorns" eingefangen hat, von Farmern, denen die Bank alles genommen hat und die in eine bessere Zukunft aufzubrechen versuchen. Der Betreffende darf gleich einmal Clydes Wumme ausprobieren und sein ehemaliges Haus zerschießen. Vor allem treffen die Kugeln das Schild, das darauf hinweist, dass nur eine Bank Eigentümerin ist. Clyde wird einmal einen Bankkunden (von der Kleidung her offensichtlich ein Farmer oder Arbeiter) verschonen, dessen Geld sein eigenes und nicht dasjenige der Bank sei. Menschen in einem Camp an einem See, offenbar auch eine oder mehrere heimat- und mittellos gewordene Familien, scharen sich ganz neugierig um das verwundete Räuberpärchen und zeigen sich ansatzweise solidarisch (glücklicherweise verzichtet der Film in dieser Szene auf eine allzu explizit-kitschige Solidaritätsbekundung). Der Film taucht tief ein in die Seele des gebeutelten Landes und liefert dazu authentische Bilder von trauriger Schönheit - bei Bonnie und Clyde ist es hingegen mit der Authentizität nicht so weit her.

Gleichwohl funktioniert der Film wunderbar als politisch-psychologische Parabel und geht über ein simples Wir-gegen-die-Schema weit hinaus. Wenn Bonnie und Clyde als Volkshelden verklärt werden sollen, so macht die Figurenzeichnung dem einen Strich durch die Rechnung. Beide sind nämlich als Gefangene, Getriebene erkennbar. Clyde ist im Grunde ein Hedonist, der den Kick sucht und im Übrigen mit einer Nimm-was-Du-kriegen-kannst-Haltung durch den Tag und die Lande zieht. Warren Beattys auftrumpfendes Grinsen, eine Mischung aus spitzbübisch und aggressiv, ist dafür genau richtig, und konsequenterweise kann er auch mal richtig ausrasten, wenn die Welt um ihn herum nicht so mitspielt, wie er das gern hätte. Bonnie sucht ebenfalls den Kick, die erotische Anziehung zwischen beiden ist stets spürbar, und Bonnie wollte auch dem schmutzigen Leben entkommen, in dem sie als Serviererin höchstens ab und an mal mit schmierigen Fernfahrern einen Hauch von Pseudo-Erotik erleben konnte. Die beiden sind einander zwar sehr zugetan (und in einer vielleicht etwas kitschigen, aber irgendwie auch schönen Szene schaffen sie es auf wundersame Weise, dass Clyde seine Impotenz loswird). Aber geschickt gemacht ist, dass sie ihrem Traum vom besseren Leben nicht einen Zentimeter näherkommen. Man weiß nicht so genau, ob es daran liegt, dass sie gejagt werden - man hat auch den Eindruck, dass sie letztlich nicht fähig sind, ein anderes Leben zu führen als das, was sie kennen. Clyde schwärmt Bonnie davon vor, wie sie in einem eleganten Kleid an eleganten Orten sein könnte - davon sieht man nie etwas. Eskapismus beschränkt sich auf das allgegenwärtige Kino (ein Bandenmitglied ist Myrna-Loy-Fan! Sollte einem das zu denken geben, da John Dillinger nach dem Besuch eines Loy-Films erschossen worden war?). Das war damals das wichtigste, allgegenwärtige Kleine-Leute-Vergnügen, und die Filme der früher 1930er waren teils genau darauf ausgelegt, dass man einmal seiner eigenen Trostlosigkeit entfliehen konnte. Bonnie und Clyde kommen dem Reichtum nie näher als beim Besuch ausgerechnet des Filmes "Golddiggers of 1933" - zu abgefahrenen Busby-Berkeley-Choreographien singen und tanzen knapp bekleidete Damen "We're in the money..." und zeigen ihren Reichtum auch gleich her. Bonnie und Clyde rauben zwar Banken aus, aber sie scheinen das Geld nie auszugeben. Ihr Traum von einem anderen Leben: nur im Kino. Ihr Traum von einer heilen Welt, der Besuch bei Bonnies Mutter (die absurd alt ist) auf dem gelben Kornfeld mit heiler Großfamilie: mit einem bewusst als künstlich wahrzunehmendem Weichzeichner überzogen, so irreal, wie Bonnie und Clyde um die Irrealität wissen, ein solches Leben dauerhaft führen zu können. Obwohl die Szene real ist. Ansonsten aber: Enge statt Weite, in einem Auto oder in den fluchtbedingt wechselnden, schäbigen Behausungen. Hinzu kommt der "Hüttenkoller", wenn Clydes Bruder Buck und seine leicht hysterische Frau Blanche (Inspiration für eine ähnlich hysterische Blanche in Hitchs "Familiengrab"?) zu der Bande stoßen und insbesondere die beiden Frauen einander überhaupt nicht leiden können. Die Weite und die Enge - Kamera und Schnitt sind nicht genug zu rühmen für ihre extremen Distanzwechsel, zeigen diese doch auch Distanz zwischen Bonnie/Clyde und ihrer Umwelt. Geradezu herrlich absurd wird es, wenn immer mal wieder bei Aktionen kurz eine Totale eingeflochten wird. Da kann die Hauptstraße einer Kleinstadt "weiterschlafen", wenn Clyde einen Laden überfällt. Da können offenbar auch die anderen Bewohner einer Motelsiedlung unbeteiligt sein, wenn zwischen der Barrow-Bande und der anrückenden Polizei eine Ballerei stattfindet, deren ungeahntes Ausmaß erst so richtig fühlbar wird, wenn dies in einer Totalen Bezug zu der ansonsten ruhigen Gegend gesetzt wird.

Wenn der Film ansatzweise politisch wird, ist er einerseits extrem gut und konsequent gemacht, andererseits aber auch schwarzweißmalend. Man kann Bonnie und Clyde vieles nachsagen, aber sie sind immer ehrlich und geradheraus. Auf die eigentlich aus ihrer Sicht sinnvolle Idee, sich bei Überfällen einmal zu maskieren, würden sie nie kommen. "Wir sind die Barrow-Bande, wir rauben Banken aus", wie oft hören wir diesen Satz! Wenn Bonnie und Clyde Fotos voneinander machen, drückt dies ebenfalls eine Ich-bin-wer-ich-bin-Haltung aus. Gleichzeitig sind diese Bilder mit Waffen und sexy Posen (und ja, was für eine aufregende Frau ist die junge Faye Dunaway!) zu Ikonen geworden, hundertfach nachgedruckt, in jedem Buch à la "Die 100 besten Gangsterfilme" zu finden und einer der Gründe, warum das zu Recht ein "Kultfilm" ist. Wobei man sich einmal fragen kann, ob in dem ansonsten authentisch gestalteten Film Dunaways Frisuren nicht eher 60er als 30er sind, aber lassen wir das. Jedenfalls setzt der Film der Ehrlichkeit und Solidarität der Räuber (selbst Bonnie hilft der verhassten Blanche, als es brenzlig wird) eine verlogene, hinterhältige Trickserei ihrer Gegner entgegen. Da greifen Sheriffs zu unsauberen Methoden. Einer versetzt die schussverletzungsbedingt erblindete, gefangene Blanche in Angst und Schrecken, verschleiert seine Identität, bekommt so eine gewünschte Information und lässt sie dann links liegen, wo sie doch endlich gern einmal ihre Geschichte erzählt, ihr Herz ausgeschüttet hätte. Ein Angestellter eines Supermarktes, in dem Clyde gerade mit der Knarre einkauft, stürzt sich auf ihn mit dem Hackebeil; bei der Keilerei gehen ungleich größere Werte zu Bruch als Clyde gestohlen hätte. Der enteignete Farmer aus der anfangs beschriebenen Szene leidet in Eintracht mit einem Farbigen; der Vater von Bandenmitglied C. W. Moss wirft seinem Sohn hingegen vor, mit seiner Tätowierung "wie ein Indianer" auszusehen. Bei der Figur dieses Vaters ist der Film am politischsten; er zeigt ihn als verlogenen Vertreter einer konservativen Schicht. Der Mann tut freundlich gegenüber Bonnie und Clyde, wird sie aber verpfeifen. Der Mann schlägt und demütigt seinen erwachsenen Sohn, versucht aber noch mit dieser ekelerregenden "Junge, ich will doch nur Dein Bestes"-Haltung einen Deal für den Sohnemann herauszuschlagen. Und als White Trash mag er wie gesagt amerikanische Ureinwohner so gar nicht. Mit ihm kann es zu dem sattsam bekannten Finale kommen, und dieses ist in jeglichem Sinne des Wortes: hinterhältig. Nachdem der Film sowieso schon geschickt nach den eher spaßigen ersten Raubzügen die Gewaltschraube unbarmherzig gedreht hatte und wir dies auch als ausweglose Spirale der getriebenen Protagonisten sehen, kann es nur ein Ende geben.

Fazit: Großartiger, mit eruptiver, für 1967 heftiger Gewalt angereicherter Gangsterfilm. Authentisch nicht bei den Fakten um Bonnie und Clyde. Aber authentisch in der Darstellung des Landes und der Psyche sowie der immer auch politischen Haltung des New Hollywood.
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4.0 von 5 Sternen Hervorragend gespielt, 23. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Bonnie und Clyde (DVD)
Die USA während der großen Depression: Nach einem Gefängnisaufenthalt will Clyde Barrow (Warren Beatty) ein Auto klauen. Die Tochter der Fahrzeughalterin Bonnie Parker (Faye Dunaway) sieht das mit an und stellt Clyde zur Rede. Die beiden flirten heftig miteinander. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Bonnie findet Gefallen an dem Mann, der so anders ist. Ihr Leben ist langweilig, alles nervt sie an. Als Clyde ihr vom Gefängnisaufenthalt erzählt provoziert Bonnie ihn einen Laden zu überfallen. Fortan sind die beiden zusammen und überfallen Läden und Banken. Die einfachen Bürger verklären sie als eine Art Robin Hood, da sie bei Überfällen in Ruhe gelassen, ja sogar freundlich behandelt werden. Für die Polizei und Strafverfolgungsorgane sind sie eine Mörderbande. Bereits zu Lebzeiten werden ihnen allerdings auch vereinzelt Überfälle nachgesagt, die sie nicht begangen haben. Und tatsächlich erschießen die beiden nicht gerade wenige Polizisten und Angestellte...

Vorab muss ich sagen, dass ich nicht für Gewaltverherrlichung bin und schlage mich bestimmt auch nicht auf Seite von Gangstern. Der Film ist nun einmal romantisierend dargestellt und hat viel zur positiven Popularität des berühmten Gangsterpärchens beigetragen. Natürlich verfälscht der Streifen wie auch jeder andere Film über reale Ereignisse aus dramaturgischen Gründen hier und da die Geschichte. Und ich muss auch sagen, dass mir diverse Erklärungen fehlten. Hier wurde z. B. gezeigt, dass Clyde eine Impotenz oder ähnliches hat. Ständig wenn Bonnie scharf wird wendet er sich entweder ab oder er kommt nie dazu. Erst gegen Ende des Streifens gelingt ihm eine echte Vereinigung mit Bonnie. Ich hatte mich mal dann mit der Geschichte beschäftigt und habe erfahren, dass Clyde aufgrund von Kleinkriminalität in das Gefängnis kam und dort mehrfach sexuell missbraucht wurde, was wohl niemanden zu kümmern schien. Von dieser schrecklichen Behandlung hat er sich nie wieder erholt und wurde ein komplett anderer. Dies hätte z. B. seine Art in dem Film erklärt, warum er nicht konnte bzw. auch erklärt dies die Kaltschnäuzigkeit. Und ich finde den Film in der Hinsicht, dass Bonnie zunächst ein Leben als Verfolgte führen wollte nur um ein beschauliches Leben zu führen gar nicht so widersprüchlich. Man stellt sich die Sache am Anfang vielleicht romantisierend vor. Aber wenn es dann soweit ist und man ständig gejagt wird sehnt man sich nach etwas Ruhe und Frieden. Jetzt zur anfänglichen Gewaltverherrlichung. Sicher haben die beiden Menschen ermordet und waren durchaus gefährlich. Ihr Rachefeldzug gegen die Polizei kommt seitens Clyde allerdings auch nicht von ungefähr. Abgesehen davon ist die Justiz bzw. Polizei nicht ganz unschuldig daran. Es wäre wohl nicht dazu gekommen, wenn die Polizei und Justiz von Anfang an eine klare Linie gefahren wären bzw. das Strafvollzugssystem ein anderes gewesen wäre. Schlecht organisiert, stümperhafte Ausführungen und letztlich Rachegelüste taten ihr übriges. Natürlich kann man heutzutage nicht über ein von unserer Ansicht nach rückständiges System urteilen. Allerdings muss man dann auch die Gegenseite der Gangster verstehen. Aus heutiger Sicht betrachtet ist das Polizeisystem der damaligen Zeit nämlich eben eine solche Mörder und Gangsterbande gewesen, die lediglich in Uniform rumlief und für den Staat arbeitete. Man denke an solche Typen wie Wyatt Earp und ähnlichen Gestalten. Man sieht es nicht nur im Film sondern auch an den realen Bildern. Wer aus dem Hinterhalt auf zwei Personen mit absoluter Tötungsabsicht 1000 Schüsse abgibt von denen über 160 treffen der ist für meine Verständnisse ein ebensolcher Mörder wie die beiden es waren. Wer sich die Fotos des Fahrzeugs und der Leichenpräsentation ansieht weiß was ich meine. Und der gute Texasranger hier hatte zu Lebzeiten über 50 Personen tödlich niedergestreckt. Ich möchte wie gesagt nichts romantisieren oder mich hier für Verbrecher aussprechen, für die ich die beiden durchaus halte, aber ich halte die Verfolger für ebensolche Verbrecher.
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