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Assassins
Format: Audio CDÄndern
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am 11. November 2008
Wenn eine Band "Nachmystium" heißt, hat man ja so seine Befürchtungen. Die werden nicht unbedingt kleiner wenn sich herausstellt, dass es sich nicht um Thüringer oder Potsdamer Kapellen, sondern um Amis handelt. Habt keine Angst vor Ohrenbluten, denn diese Scheibe ist echt der Wahn! Als Schwarzwurzeln haben sich Nachtmystium keck bei allem bedient, was in der Szene dunkel und irgendwie LSD-mäßig ist und mit einer guten Portion Elektronik versetzt. In der abschließenden "Seasick-Trilogie" ist sogar ein Sax (Oceanborne) zu vernehmen und passt sogar richtig gut. Alles fängt mit einem psychedelischen Seventies-Intro an und dann wartet mit "Assasins" bereits einer der Höhepunkte mit einem danach für immer im Kopf festsitzenden Mitgröhl-Refrain. Mit "Away from the light" und "Code Negative" folgen später zwei erstklassige Instrumentals und "Omnivore" leitet würdig das alles überragende Seasick-Trio ein. Aber es gibt auch was zu meckern: das Drumming hätte für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas energischer ausfallen dürfen. Jemand sollte dem Drummer mal die zweite Fußtrampel für den Double-Bass zeigen; oder hat der Mann nur ein Bein? Die gesamte Produktion ist mir außerdem zu Mitten- und Höhenlastig. Der Bassbereich wirkt pappig-matschig und klingt demnach am besten auf Papp-Matsch-Boxen. Hier gibt es noch Optimierungsbedarf. Gerade im Black-Metal Bereich ist man viel Schlimmeres gewöhnt aber auch dieses Ding hier scheppert mehr als nötig. Auch der Gesang ist mir persönlich an vielen Stellen zu "hallig"; aber das ist schon wieder Geschmacksache. Wer als Düster-Mucke-Fan mal Lust auf etwas komplexere Kost hat und trotzdem auf erquickende Melodeien nicht verzichten will, sollte diese Platte unbedingt anchecken. Irgendwo auf Negura Bunget, Pink Floyd, alten Queensryche zu Mindcrime-Zeiten, und einer Dosis ELP liegt der Focus dieses kleinen Meisterwerks und ein 80er Jahre Kobold bläst ab und zu einen Hauch Plastikirrsinn oder Carlos Santana darüber. Wer genaueres über die Musikrichtung erfahren will, sollte sich die Umverpackung der CD aufheben, da hat sich das Label irgendwas Erhellendes aus den Fingern gesogen (habe ich unvorsichtigerweise weggeschmissen). Ich würde mal sagen progressiver Black Metal/Dark Wave und ein Viertelpfund Elektro oder so ähnlich. Klingt grausam, ich weiß. Vier Punkte aber gleichzeitig heißherzige Kaufempfehlung und bei nachjustierter Produktion lege ich mit meinen hundertschnülfzig Kilo noch einen Salto rückwärts drauf.
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am 10. Oktober 2013
... klängen sie wahrscheinlich wie Nachtmystium auf dem Album "Assassins", welches nicht von ungefähr den Untertitel "Black Meddle, Pt. 1" trägt.

Mit viel Liebe zum Detail und einer hochwertigen Produktion verbinden sich hier nakenbrechende Riffs mit progressiven und rockigen Elementen, spacigen elektronischen Loops, Samples, jeder Menge Blues und einer abgründigen Melancholie. Und trotzdem hat man es immer noch mit Black Metal zu tun.

Nach dem stimmungsvollen Intro "One Of These Nights", das entfernt wie eine Heavy-Metal-Variation auf "Lucifer" von Alan Parsons Project klingt und eine Hommage an "One Of These Days" vom Punk-Floyd-Album "Meddle" ist, eröffnet der Titeltrack das Album mit - vor allem in der ersten Hälfte des Songs - aggressiver Energie und einem eingängigen Chorus. Das sich anschließende melodische "Ghosts Of Grace" hat mit seinem stürmischen Refrain einen fast schon hymnischen Charakter. Das ruhige Zwischenspiel "Away From The Light" lässt einen dann aufatmen, bevor "Your True Enemy" wieder mit einem Donnerknall Agressionen freien Lauf lässt. Das schleppende, doomig angehauchte "Code Negative" erinnert dann konkret an Pink-Floyd-artige Klänge, die dann von "Omnivore" wie mit einer gewaltige Abrissbirne niederwalzt werden. Das abschließende, dreiteilige "Seasick" ist zweifellos das progressivste Stück auf dem Album. Hier ist die Nähe zu Pink Floyd am größten, speziell in dem instrumentellen "Part 1: Drowned At Dusk". Wie in einem musikalischen Puzzle werden die einzelnen Versatzstücke der CD wieder zu einem grandiosen Ganzen zusammengesetzt: In beeindruckender Atmosphäre finden sich hier Elemente aus Blues und Jazz, einschließlich eines Saxophons und eines an Santana erinnerndes Guitarensolos im ebenfalls instrumentellen "Part 2: Oceanborne", ein wogendes Piano sowie die bereits erwähnten Synthesizer-Loops, bevor die Band am Ende in "Part 3: Silent Sunrise" vor allem gesanglich wieder zu (gemäßigt) härteren Klängen zurück findet.

Wer offen ist für Neues in diesem Genre, der neigt nach dem Hören von "Assassins" zu Superlativen, denn Nachtmystium geben Schwarzmetall hier unendlich viele neue Impulse. Die Scheibe ist ein Muss für alle Metalheads, die auch progressive und avantgardistische Elemente in ihrer Musik zu schätzen wissen. Eines meiner absoluten Lieblingsalben.
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