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am 6. März 2008
Schade, schade, schade...

Ich habe im Vorfeld die ZDF Mediathek-Internetseite mehrmals aufgerufen. Die Computeranimation des Schiffes überwältigte mich. Auch Blicke hinter die Kulissen waren sehr interessant und aufschlussreich.

Was aber letztendlich im Fernsehen lief, war eine absolute Verschwendung unserer GEZ Gebühren, inklusive der hunderttausenden von Euro aus Filmförderungen.

Als wenn es nicht dramatisch genug wäre, Familien zu zeigen, die sich auf dem Schiff verlieren vor lauter Panik; Kinder, über die man einfach hinweg gelaufen ist um selbst im Rettungsboot zu sitzen; die Panik von knapp 10.000 Menschen, die um ihr Überleben kämpfen, wie eingeferchtes Vieh...

NEIN: Es muss eine überzogene Liebesgeschichte rein. Und ein Funker, der laut des Filmes ein Überläufer, ein Verräter ist. Dies ist historisch gar nicht bewiesen - führt aber als Roter Faden durch den Film.

Man hätte so viel mehr daraus machen können. Ich, als geschichtsinteressierter und Filmfreund bin maßlos enttäuscht von diesem kitschigen, total überzeichneten Film über die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten, bei der fast 5.000 Kinder ihr Leben verloren haben...

Über Recht oder Unrecht der Katastrophe/Versenkung muss hier nicht diskutiert werden - über eine schlechte Umsetzung schon!

FAZIT:
Lieber den Film "NACHT FIEL ÜBER GOTENHAFEN" oder die gleich mit angepriesene Dokumentation: "Triumph und Tragödie der Wilhelm Gustloff" kaufen!
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am 4. März 2008
Erneut schafft es ein mit viel Vorschusslorbeeren gestartetes deutsches Geschichtsdrama nicht, die Erwartungen zu erfüllen. "Dresden" war schon eine sehr bittere Erfahrung, die sich nun mit "Die Gustloff" wiederholt. Einmal mehr ist aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt worden.

Da wären zum einen die freien Erfindungen, statt ganz einfach den historisch gesicherten Fakten zu folgen. Die aus Gründen der politischen Korrektheit eingeführte Figur des von Detlev Buck zwar gut, aber eben auch unnötig dargestellen verräterischen Funkers erschüttert schon von Vornherein die Glaubwürdigkeit des ganzen Films. Gerade WEIL das Thema "Gustloff" der breiten deutschen Öffentlichkeit unbekannt ist, besteht hier eine gewisse Verantwortung zur Aufklärung, die durch die Suggestion eines völlig falschen Hintergrunds der Katastrophe fahrlässig weggeworfen wird. Wie das mit fiktionalen Mitteln - ohne in falsche revisionistische Hörner zu stoßen - vorbildlich getan werden kann, hat Günter Grass mit seiner Novelle "Im Krebsgang" bewiesen. Stattdessen geben sich hier peinliche Klischeenazis die Ehre, die sowjetische U-Boot-Besatzung bleibt komplett anonym und bis auf die gewohnt guten Karl Markovics, Michael Mendl und Heiner Lauterbach bleibt auch die Mehrheit der Darsteller blass.

Desweiteren ist man nach "Sturmflut", "Dresden", "Die Flucht" & Co. ja schon fast so fatalistisch, um für eine "normale" Liebesgeschichte dankbar zu sein. Endlich mal keine Dreiecksbeziehung! Dennoch berührt die Geschichte um das von Kai Wiesinger und Valerie Niehaus dargestellte Paar nicht sonderlich, auch weil der diesmal fehlende zweite Liebhaber einfach nur durch einen Bruderkonflikt ersetzt wird. Auch hier: Durch das Drehbuch verschenkt. Warum eigentlich? Regisseur Joseph Vilsmaier hat doch mit "Stalingrad" (1993) bewiesen, dass er es versteht, menschliches Leid in Zeiten des Krieges auf ergreifende Art und Weise darzustellen.

Ein Film, der einen solch unfassbar tragischen Schiffsuntergang beschreibt, muss sich wohl oder übel den Vergleich mit "Titanic" gefallen lassen, dies ist einfach unausweichlich, gerade wenn man in der Filmwerbung auf die um ein vielfaches höhere Opferzahl hinweist. Und hier merkt man einmal mehr, dass Deutschland nicht Hollywood ist. Können die CGI-Aufnahmen des Schiffes in der Totalen noch überzeugen, bietet sich in den Szenen auf der "Gustloff" selbst ein ganz anderer Anblick. Sowohl bei der Fahrt als auch beim Untergang hat man in keinem Moment das Gefühl, auf einem völlig überfüllten Schiff mit über 10.000 Personen zu sein. Sowas kann man eben nicht mit nur 400 Komparsen darstellen! Hier ein Grüppchen, da ein Grüppchen - eine Massenpanik, wo Menschen ohne Rücksicht auf andere um das eigene Überleben kämpfen sieht anders aus, auch wenn das beim Hinsehen wehtut! Die gesamte Untergangsszene wirkt einfach nur lieblos dahingeworfen, ein Aneinanderreihen von Schnitten, das den Betrachter seltsam kalt lässt. Auch hier sei zum Vergleich auf James Camerons Film verwiesen, besonders auf die erschreckende Szene, als die von Kate Winslet dargestellte Rose inmitten von um sich tretenden Menschen auftaucht. Alles kann man nicht nur mit den kleineren Budgets erklären, 10 Millionen Euro sind für deutsche Verhältnisse kein Pappenstiel!

Dem Film hätte eine deutliche Kürzung und somit inhaltliche Straffung gutgetan. Vilsmaier verheddert sich in zuvielen Nebensträngen, die irrelevant erscheinen, was zu einem regelrecht gehetzten Schluß führt.

So bleibt am Ende wieder einmal Enttäuschung und Ärger um eine vergebene Chance, Zeitgeschichte einem heutigen Publikum nahezubringen. Das kann doch nicht so schwer sein! Ein blasphemischer Gedanke zum Schluß: Hat man nach "Titanic" das Gefühl gehabt, dass es nie wieder einen Film über das Thema geben wird, weil es nicht mehr realistischer dargestellt werden kann, wünscht man sich hier fast, dass Hollywood einmal auf dieses Thema aufmerksam wird um es besser zu verfilmen. Vielleicht erwacht ja nach "Valkyrie" das Interesse der dortigen Studios an deutscher Geschichte, es wäre den Kriegsopfern im Allgemeinen und den Toten der "Gustloff" im Speziellen zu wünschen.
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am 8. März 2008
...muß fühlen!
Ich hatte schon im Vorfeld kritische Stimmen gelesen, wollte - weil mich das Thema durchaus interessiert - mir selbst ein Urteil bilden, was ja so schlecht nicht ist.
Leider war's verschenkte Zeit. Die Tragödie von 1945 wurde in eine unerträgliche Schmonzette umgedeutet, in der eigentlich erstklassige Darsteller (abgesehen von D.Buck, dem man echt keinen Ostpreussen durchgehen läßt) in karikierender Schwarz-Weiss-Zeichnung die Guten und die Bösen - leicht auseinanderzuhalten! - zu geben hatten.
Nix gegen eine fiktive Handlung. Aber es wurden so dermaßen viele Möglichkeiten verschenkt, die damalige Situation für Nachgeborene erhellend zu schildern. Weder die Befindlichkeit der Flüchtlinge noch die Zwänge, denen der U-Boot-Kommandant wohl unterlag, wurden auch nur ansatzweise überzeugend herausgearbeitet.
Was mich besonders ärgert, ist, daß so ein Quark ausgerechnet in diesem unserem Land verzapft wird, wo man mit derartigen Themen eigentlich sensibler umgehen sollte.
Am Rande bemerkt, finde ich es erstaunlich, daß ein so hohes Budget es nicht ermöglicht, Szenarien zu erstellen, die weniger studio-steril wirken. Das klappt in jeder Hollywood-B-Movie-Produktion erheblich besser.
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am 28. März 2008
Ich wuerde gern mal wissen, warum dem deutschen Fernsehpublikum nicht mehr Geschichtsverstaendnis zugetraut wird. Man haelt uns geradezu fuer bloed. Ich bin zwanzig Jahre nach dieser furchtbaren Katastrophe geboren worden und haette gern einen Film gesehen, der auf moeglichst vielen Fakten beruht. Die flache und nicht ueberzeugende Liebesgeschichte war voellig ueberfluessig. Dieses unmenschliche Drama, was sich damals abgespielt haben muss, konnte ich mir nur in meiner Phantasie zusammen stellen. Der Film hat wenig gezeigt, drei Stunden und kaum Hintergruende!
Ich gebe 2 Sterne nur, weil mich dieser Film auf die Suche gebracht hat, mehr zu erfahren. Die Dokumentation allerdings ist eindrucksvoll, steht von allein und braucht diesen Film nicht.
Fazit: Geschichte ist ergreifend, hoch interessant und muss nicht immer von einer Liebesbeziehung begleitet werden, um Zuschauer vor den Fernseher zu bekommen.
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am 8. März 2008
Ist die Gustloff damals dramatisch gesunken, so ist dieses komplett verhunzte TV- Histörchen kläglichst abgesoffen! Wer gibt eigentlich Fördergelder für solchen hanebüchenen Mist frei? Wer darf entscheiden, dass Vilsmaier, der (bis auf ein, zwei Ausnahmen) absolut treffsicher einen Flop nach dem anderen produziert, sich an einem so gewichtigen Thema vergreifen darf? Wer hat das unsägliche Drehbuch diesen lächerlichen Inhaltes abgesegnet? Endlich einmal flennt mal nicht die Ferres den Hauptpart in einer solchen Produktion und schon macht man mit Valerie Niehaus den genialsten Missgriff aller Zeiten... nicht einmal die Marionetten der altehrwürdigen Augsburger Puppenkiste stellen sich derart hölzern an. Valerie Niehaus ist die schlechteste Schauspielerin seit Madonna und wird nie mehr zustande bringen als Soaptexte zielgruppengerecht abzusondern- sofern sie nach dieser ungeheuer schlechten Leistung jemals noch die Chance dazu erhält, Gott bewahre! Mindestens ebenso ärgerlich ist Vilsmaiers seit Jahrzehnten penetrant ausgelebter, von seinen Auftraggebern geduldete, Hang zur Vetternwirtschaft. Wann immer ein Regiestuhl unter den Massen des Schwergewichts ächzt, ist seine Angetraute vor der Kamera mit von der Partie. Freilich spielt Dana Vávrová mit tadelos rrrollendem "r" ob mangelnder Prominenz nie die Hauptrolle aber doch erweiterte Nebenparts, die eigens für sie geschrieben werden und meistens wie an die Handlung drangeklatscht wirken. Dass sich namhafte Darsteller wie Wiesinger oder Lauterbach (wahrscheinlich allzu hastig...) in den Cast berufen ließen ist schwer nachvollziehbar aber eben doch passiert... Das Grauen auf der Mattscheibe entspinnt sich dann im Fazit leider nicht aus der Handlung heraus, welcher unter normalen Umständen die ganze ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums gebühren würde, sondern aus der dilettantischen Umsetzung des Stoffes. Hier wurde eine große Chance gedankenlos verschleudert und das macht richtig wütend! Angesichts der größten Schifffahrtskatastrophe der Menschheit, noch dazu vor solch dramatischem Hintergrund wie dem 2. Weltkrieg, musste man erwarten und voraussetzen dass alle Beteiligten schon aus Respekt im Gedenken an die Toten von damals, ihr Bestes geben und ein (kleines) Meisterwerk erschaffen. Herangegangen ist man dagegen alleinig mit dem niederen Anspruch ein weiteres Stück TV- Geschichtsstunde nach dem reißerischen Muster zu schaffen wie es zuvor schon einige Male ("Dresden", "Die Flut", etc.) zuvor quotenbringend war- und das Ergebnis? Fürchterlich und einfach zum Schämen!
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am 27. März 2016
Ich kannte den eigentlich wenig bekannten Gustloff / Gotenhafen Film von Frank Wisbier aus den späten 1950ern, einschl. der Schwierigkeit eine solche Produktion/ Thema ins Kino zu bringen. Gab es damals nur 1 bedeutenden Filmverleih, hatte das deutsche Publikum auch an der Aufarbeitung der Geschichte zu diesem Zeitpunkt kein Interesse. Damit massive Probleme, einen Produzenten zu finden, denn öffentliche Subventions- und Fernesehverschwendegelder gab es damals noch nicht.
Herausgekommen eine glaubwürdige Darstellung des Geschehens, zwar auch eingewoben in eine kleine Rahmenhandlung, in der auch eine Liebesgeschichte und Dreierbeziehung ihren Platz, aber in sehr glaubwürdiger Form findet, und die Handlung i.W. wohl historisch korrekt dargestellt ist.
Das Schiff hatte zwei Kapitäne, einen zivilen und einen militärischen. Der militärische Kapitän schlug eine Route im Geleit von Minensuchbooten entlang der Küste im vermienten Gewässer vor, um der U-boot Gefahr zu entgehen. Der zivile Kapitän wollte unter voller Beleuchtung (als Hinweis auf den zivilen Charakter/ Rot-Kreuz Schiff) den Weg über die normale Ostseeroute wählen, wg. der Minengefahr entlang der Küste, und setzte sich letztendlich durch, was dann fatale Folgen hatte.
Der sowj. Kapitän des U-Bootes, unter Beobachtung stehend, da als unzuverlässiger Trunkenbold geltend, sieht/ hört nur das große schwere und marinegraue Schiff, und geht von einem Truppentransporter aus, befielt die Torpedierung. Er darf sich dafür später vor Moskauer Gremien rechtfertigen, und bekommt seine Sibirien Fahrkarte als Dank... Egal was er gemacht hätte, es wäre falsch gewesen.
All das kommt, bis auf die russ. Geschichte auch im alten Film sehr gut rüber. Für die Zeit eine sehr reife filmische Leistung, mit der Arbeit eines Willy Winterstein, einem der zu den besten deutschen Kameraleuten aller Zeiten gehört, und der bedeutenste Kameramann der 30/40 und frühen 50er war. Photographisch damit perfekt in Szene gesetzt.

Dieses Machwerk, was hier jetzt zur Besprechung ansteht, ist der totale Gegensatz, paßt in den Konsens von verschwenderischen Subventionsgeldern der Fersehförderer der Länder gepaart mit üppigen, und nicht an Wirtschaftlich orientierten Geldern staatlicher GEZ Fernsehsender, die keine Form von Wirtschaftlichem Nachweis scheuen müssen.
Entsetzlich dümmlich, was dann heraus kam. Vieles am Rechner erzeugt, wirkt interessant, aber künstlich, die Geschichte ein billiges Rührstück, das am historischen Geschehen vorbei geht.
Die sinnlose Liebesgeschichte, die nichtssagenden sowj. Uboot Marinesoldaten, wie dumm soll eigentlich das Publikum sein, das sich dieses Werk ansehen soll?
Während im privaten Fernsehfunk ein gewisses Maß an Publikumsinteresse zielt werden muß, weil ja nur Quoten Werbekunden und Einnahmen sichern, ist der Produzent beim Staatsender nur froh "wieder einen Programmplatz mehr im Kalender ausstreichen zu können". Natürlich hat das Projekt bei der Entscheidung "allerbeste Chancen auf höchste Zuschauerquote".
Wie allem, was heute für oder mit dem Staatsfernsehen der BRD produziert wird, lieber Finger weg, und sich nach besseren Werken umsehen.
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am 4. März 2008
Eine Seiferoper heroischen Ausmaßes präsentiert uns diese deutsche Grossproduktion. Die Fakten sind bekannt. Die Gustloff wird von einem Sowjet-U-Boot torpediert. Über 10.000 Menschen sterben innerhalb von 60 Minuten in einem dramatischen und grauenvollen Untergang. Es hätte ein guter Film werden können. Wie gute Katastrophenszenen gemacht werden und auch emotionaler Anteil an dem Schicksal von Passagieren aller Gesellschaftsschichten geschaffen werden kann, hat Herbert Selpin schon 1943 in seinem "Titanic" gezeigt. Die Szenen waren dann so überzeugend, dass der Film verboten werden musste. Und was präsentiert nun die "Gustloff". Den üblichen Herzschmerz-Spionage-Schmarrn (aus dem Film die "Hindenburg" geklaut). An Bord des Schiffes ein Luderleben sondergleichen, Befehlswirrwar, Orgien unterm Hitlerbild, Schäferhund Hasso als treueste Seele an Bord. Selbst die Kapitäne wollen nur nach Kiel, um einen Draufzumachen und jene, die ihre "U-Bootmänner" in den Tod schicken wollen, retten sich und kommen in trockenen Uniformen davon. Die U-Bootleute sind dann, so muss man angesichts des unfähigen Befehlshabers und der Tatsache, dass sie auf der Gustloff nicht mehr vorkommen, wohl vermuten, doch lieber weise in Gotenhafen geblieben. Die NS-Ideologie hat so gar nicht gefruchtet. Geradezu grotesk die Szene als der schleimige und unfähige Gauleiter mit Hitler-Bild unterm Arm geklemmt wegen zu grosser Debilität (30cm Sprung vom Rettungsboot zur Rettungsleiter) den verdienten Heldentod findet. Man muss sagen: welch feinsinnige künstlerisch hochwertvolle Metapher für den Untergang Hitlers.
Erstaunlich, so muss sich der denkende Zuschauer fragen, wie "der Führer" bei diesem Schlendrian und mit diesen selbstverliebten Profiteuren den Krieg überhaupt durchführen konnte. Da blieb ihm nun wirklich nur noch die Flucht in den Bunker. Nur auf "Blondi" war noch Verlass (Siehe die Wutausbrüche in der Fortsetzungs-DVD zu Gustloff mit dem Titel "Der Untergang").
Ja, wen wundert es da noch, dass selbst der depressive Originalton der Hitler-Rede so gar nicht mehr Siegesglauben versprühen kann. Er wusste schon selbst, dass ihm keiner mehr glauben würde und glaubte selbst nicht mehr daran. Immerhin funktioniert wenigstens die adrette russische Kriegs-und Vernichtungsmmaschinerie in diesem Film wie am Schnürrchen (so kann man den Film wenigstens nach Russland weiterverkaufen).
Mit überflüssigen Charakterschilderungen der U-Bootleute hält man sich nicht auf. Vertanes Potential. Hauptsache die Torpedos zischen ins Ziel. Jeder Schuss ein Treffer. Hier präsentiert der Film ein Muster an klinischer Effektivität. Warum in der Doku ueberhaupt die Frage diskutiert wird, ob der Abschuss mit dem "Völkerrecht" vereinbar gewesen wäre, ist an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten, da beide menschenverachtenden Regimes das Völkerrecht in diesem von Hitler angezettelten Krieg ausser Kraft gesetzt hatten.
Nach einer viel zu oberflächlichen geschichtlichen Einführung ("Deutschland erklärte der Welt den Krieg), finden wir uns in Gotenhafen wieder. Warum plötzlich zigtausend Menschen sich dort versammeln, wird nicht klar. Dazu sollte man doch lieber den gelungeneren Film "Nacht fiel über Gotenhafen" sehen. Anscheinend hat es etwas mit dem "Russen" zu tun. Na ja, man kann ja im Zweifelsfall beim allwissenden TV-Historiker Guido Knopp nachlesen, um sich in Kategorien von "Gut" und "Böse" belehren zu lassen. Im übrigen so lehrt uns die Dokumentation hat die Katastrophe der Gustloff doch schon mit der Machtergreifung am 30.1.1933 begonnen. So die überraschende Aussage von Heinz Schön, dem anerkannten Experten und Überlebenden der Gustloff Katastrophe. Er hätte lieber geschwiegen und nicht Guido Knopp das Deutungsmonopol seiner verdienstvollen Forschungen überlassen sollen.
Oder hat die Gustloff Katastrophe gar 1919 mit dem wunderbaren Frieden von Versailles begonnen, oder 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches, oder 1701 mit der Gründung Preussens. Man könnte auch sagen, die Gustloff Katastrophe war schon absehbar, als Varus die Römer besiegte und das Böse in die Welt eintrat. So war es nur gerecht, dass hier einmal tabula rasa gemacht wurde. Das ist also die Botschaft dieses wahrhaften Anti-Kriegs-Films, denn der Krieg kommt in diesem Film kaum vor.
Keiner der Schauspieler schafft es, irgendwie emotional zu packen. Detlev Buck mit seinem antrainierten Ostpreussisch vollbringt noch die grösste Leistung. Kai Wiesinger muss als Kapitän dauernd in Gotenhafen rumrennen, seine Freundin aufs Boot zu kriegen, weil er sonst nichts Besseres zu tun hat,hat keine Autorität und kriegt dafür zu Recht später ordentlich auf die Finger geklopft. Michael Mendl spielt seinen zerfurchten Stiefel herunter während Heiner Lauterbach zwischen konfuser Spionjagd, grosser Sause und Erschiessungskommando den zerrissenen einsamen Helden mimt. Hinzu kommt noch ein nervtötendes Versteckspiel an Bord, das erst zuletzt aufgeklärt wird (Man braucht Kanonenfutter für den Heldentod im Volkssturm). Alles in allem ist dieser Film aber ein Beitrag zur Überwindung der politischen Zerrissenheit, die die Einheit Deutschland gebracht hat, denn der Mann der die Gustloff zum Sinken bringt, ist ein aufrechter Kommunist, der sich, im Gegensatz zu der feigen Nazibande, die nur den armen Hasso vor dem Erfrierungstod "rettet", selbst richtet. Heldentod, so wie ihn sich der "Führer" nicht besser hätte wünschen können. Positiv zu vermelden ist die Untergangszenerie, die dann nach rund 2 Stunden Klisches am laufenden Band vorhersehbare Spannung aufkommen lässt. Ansonsten ist auch die Doku mit ihren Computer-Animationen und den erschütternden Zeitzeugenberichten gelungen, auch wenn diese Berichte natürlich aus älteren Dokus recyclet worden sind. Es ist fraglich, ob die beiden weiblichen Zeitzeugen sich mit dem negativen Film-Bild der Marinehelferinnen als feige, schminkfreudige Animier-und KZ-ähnliche Aufseherinnen identifizieren können. Aber dieser Gross-Katastrophenfilm wollte ja auch nicht der "Wahrheit" nahe kommen, sondern mit dem Holzhammer einen Sturm im Wasserglas gegen das "Vergessen" erbeben lassen.
Auf ein Neues beim nächsten Versuch: Die Verfilmung der "Goya"-Katastrophe vom 16. April 1945. Da wird es angesichts der "nur" zweitgrössten Katastrophe eines Flüchtlingschiffs mit rund 7000 Toten dann aber wegen der Untergangsdauer von 7 Minuten nur einen Kurzfilm geben. Da kann man dann wenigstens nicht zuviel falsch machen.
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am 13. März 2008
Ist die Geschichte selbst spannend? - Nein, natürlich nicht. Wenn man am Anfang weiß, was geschehen und wie die Sache ausgehen wird, kann die Geschichte selbst nicht spannend sein.
Aber sie kann spannend erzählt werden. Mit Focus auf Einzelschicksalen - denn wie es den einzelnen erwischt, ist nicht von vorneherein abzusehen.
Dieser Versuch wird denn auch gemacht. Und scheitert. Weil alles in eine hemmungslose Schwarz-weiß-Zeichnung ausartet. Die Nationalsozialisten sind nur Verbrecher, Feiglinge und Vollidioten. Alle, die keine Verbrecher, Feiglinge und Vollidioten sind, sind keine Nationalsozialisten. Wieso sie dann allerdings auf ihre Posten kamen, wird nicht erklärt. Den Saboteur versucht Detlev Buck halbwegs hinzukriegen, aber gegen eine Rolle, in der er als Widerstandskämpfer eigentlich sympathisch sein müsste, als Helfer an der Gustloff-Versenkung aber unsympathisch sein muss, ist er machtlos.
Und die Besatzung des sowjetischen U-Boots (permanent fälschlich als "russisches U-Boot" bezeichnet) kommt nur als Staffage vor.
Ergebnis: Ein Film, der auf nationalsozialistischer Seite nichts hinterfragt, auf sowjetischer Seite nichts hinterfragt, der Geschichte weder interpretiert noch abbildet, sondern einfach als dröge Seifenoper daherkommt: Ein verspäteter "Titanic"-Nachklapp mit zähem pseudo-politischem Vorspiel.
Schade um die ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen und die - speziell für einen TV-Film - sehr gute Tricktechnik.
Insgesamt ist das der "Gustloff"-Tragödie unwürdig. Und wer nur erfahren will, wie man eine bekannte Katastrophe dennoch spannend in Szene setzt, greife lieber zum Untergang der "Pamir". Beides gesehen - kein Vergleich!
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Das ist er also: Das großangekündigte Historiendrama, 10 Mio € teuer, und was haben die Darsteller gelitten und gefroren bei den Dreharbeiten. Gut, muss wohl ein anderer Film gewesen sein.

Aber der Reihe nach:
Ausstattung des Filmes
Die Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen. Die Grunduniformen sind in Ordnung und geben einen guten Klischeeeindruck des deutschen Soldaten im Winter 1945 wieder. Leider nur sind alle Uniformen eher 08/15 und spiegeln in keiner Weise eben diesen Januar 1945 wider. dazu sind die Orden und Abzeichen eher lieb- und phantasielos zusammengewürfelt und teilweise eher unlogisch bis unwahrscheinlich. Gut, das werden nur die allerwenigsten Zuschauer bemerkt haben.

Die Bauten waren recht ansehnlich, aber zu steril und nicht wirklich winterlich. Dass einige Statisten in ihren Winterkleidungen merklich geschwitzt haben, der Dreck und Schnee künstlich wirkten und keiner eine Atemfahne hatte, trägt zu der eher künstlich wirkenden Atmosphäre bei. Die Gustloff an sich sieht auf den ersten Blick nett aus, kann aber die Kulisse nicht verleugnen. Gut, wenn man sich mit dem Thema viel beschäftigt fällt das halt auf.

Zu den Schauspielern: Leider war die Schauspielerauswahl nicht so gut wie erhofft. Kai Wiesinger mag als Kapitän nicht überzeugen (dazu später mehr), und die anderen Protagonisten sind eher flach dargestellt und spielen teilweise hölzern. Wenn das so gewollt war mag sich mir dieser künstliche Handgriff nicht erschlossen haben.

Die Handlung:
Oha, jetzt geht es los. Wie schon in "Dresden" oder "Die Flucht", beides ZDF-Quotenrenner unter dem wachsamen Auge des Guido-Knopp-Büros gezaubert, ist auch "Die Gustloff" überladen mit Familientragödien, zu vielen Handlungssträngen und einer eigenwilligen Auslegung der Geschichte. Immerhin lernen wir, dass dumme Marineoffiziere und ein Spion ja eigentlich Schuld waren am Untergang der Gustloff. Gut, beim ersten Punkt kann man ja fast noch zustimmen. Die Deutschen werden hier (wie schon in den anderen Zweiteilern) in eine Art Opferrolle gedrückt, das wird einige freuen, andere nicht.

Die historische Gustloff bietet eigentlich Stoff genug für einen spannenden, bedrückenden Film, müssen da immer Liebe, Ignoranz, Feigheit dazu gemischt werden? Ich denke nicht. Das haben die Gustloff und deren Opfer nicht verdient.

Zudem die Szenen der Versenkung erstaunlich kalt wirken. Nicht wegen dem dargestellten Wetter. sondern wegen der Aneinanderreihung kleiner Stuntaufnahmen, wenn die Passagiere ins Wasser rutschen, von Beibooten erschlagen werden oder einfach so baden gehen. Die beiden Brüder, die auf dem sinkendem KDF-Dampfer sich ansehen, und der böse Nazi-Bruder zum braven, tapferen Zivilkapitän spricht, er solle doch seine Angebetene "festhalten" (die er kurz zuvor noch an die Wand stellen wollte), das ist schon großes...TV-Eventmoviehistoriendramafilm.

So, das wars fürs Erste...Pardon, fürs Zweite. Der Film zeigt eine gute Ausstattung mit kleinen Mängeln (die eh nur Sachkundigen auffallen werden). Wobei man wie immer bedenken muss, dass der Film für die Masse gemacht wurde, nicht für diejenigen, die sich Hunderte von Büchern über das Thema Krieg ins Regal stellen. Die werden den Kopf schütteln. Oft.

Für die Masse ohne größere Fall- und Situationskenntnis wird es ein spannender Film sein. Nur sollte man nicht denken, man weiß jetzt nur ein kleines Bisschen mehr über den Krieg oder die Situation damals. Das wäre ein Irrtum. Aber wollte das der Film überhaupt?

Nach Dresden, Flucht und Gustloff sollte man lieber die Opfer von damals in Ruhe lassen, anstelle deren Schicksal in mittelprächtigen TV-Filmen zu verwursten.

Aber ich fürchte, die nächsten Drehbücher liegen im Regal und wir werden bald wieder "historisch unterhalten".

Wenn mein kleiner Aufsatz "nicht hilfreich" war, so bitte ich um einen kurzen Kommentar.
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Das Thema ist wichtig und besonders für jüngere Menschen von pädagogischer Bedeutung: Das Leid der Zivilbevölkerung, das grausame Schicksal, die unberechenbare Gefahr, die im Krieg überall lauert und ausgerechnet jene trifft, die am wenigsten für die Katatstrophe verantwortlich sind.

Wie kam es wirklich zu der Tragödie? Welche Fehler wurden seitens der Verantwortlichen gemacht? Welcher moralischen und völkerrechtlichen Vergehen hat sich der sowjetische U-Boot-Kommandant schuldig gemacht? Fragen, die der Spielfilm kaum beantwortet. Stattdessen werden uns Liebesgeschichten und krude Verschwörungstheoreien aufgetischt.

Regisseur Joseph Vilsmaier hätte von seinen großen Kollegen lernen können, von Wolfgang Petersen, dessen "Boot" so viel authentischer und glaubwürdiger den Kriegswahnsinn schildert, von Bernhard Wicki, dessen "Brücke" das Grauen junger Menschen, die auf die falschen Ideale gesetzt haben, eindringlich und hautnah zeigt, oder auf Eberhard Fechner, der mit "Tadellöser & Wolff" die fatale Verstrickung des Bürgertums mit dem Unrechtsregime der Nazis dokumentiert. All diese Filme entführen mich in die dunkle Welt des Krieges und der menschlichen Apokalypse. Als Zuschauer taucht man ein in das Geschehen und wird Teil der Geschichte. Bei Vilsmaier jedoch spürt man in keiner Sekunde den eisigen Hauch der Zeitgeschichte. Ich war während des gesamten Films genervt von falschen Uniformen und Rangabzeichen, dümmlichen Dialogen, unnötigen Simplifizierungen, künstlichem Schnee, postkartengeschönten Computeranimationen, überzeichneten Rollen und unlogischer Dramaturgie. Dass das ZDF dafür 10 Millionen Euro verbrannt hat, schmerzt mich als braven Gebührenzahler. Warum haben die Programm-Verantwortlichen in Mainz nicht aus dem Desaster von "Dresden" und "Die Flucht" gelernt?

Warum muss man Geschichte von fachlichen Laien erzählen lassen, die überdies noch nicht mal in der Lage sind, ihre verdrehten Rührseligkeiten professionell und mitreißend auf die Leinwand zu bringen? Warum lässt man keine Historiker und Journalisten ans Werk, die es verstehen, Geschichte wahrhaftig und trotzdem spannend zu erzählen?

Einziger Lichtblick: Die Einschaltquote beweist, dass die Menschen in Deutschland Interesse an solchen Themen haben und nach Hintergrundinformationen gieren. Die Zeit ist reif, bislang tabuisierte Aspekte der deutschen Geschichte auf den Bildschirm zu bringen. Aber künftig bitte nicht mehr im Rosamunde-Pilcher-Stil!
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