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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Döblins Meisterwerk in neuem Glanz , 28. Januar 2008
Ich habe keine Ahnung, warum Amazon immer die Extras verschweigt? Gerade bei Special Edition wie diese hier, ist es doch wichtig, dass man weiß, was als Bonusmaterial dazukommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das DVD-Label - in diesem Fall ARTHAUS - nicht Amazon mitteilt. Schließlich ist es kein Geheimnis und im Internet findet man alles zum Bonusmaterial.
Nachdem letztes Jahr Fassbinders Alexanderplatz herauskam, kommt nun endlich der Originalfilm von 1931 auf DVD raus. Am Drehbuch hat Alfred Döblin höchstpersönlich mitgewirkt und wer sich ein bisschen in Filmgeschichte auskennt, der weiß, dass der Film nicht zuletzt wegen Heinrich Georges Paraderolle unverzichtbar ist.
Arthaus hat Gott sei Dank den Film neu abtasten lassen und garantiert somit die beste Bild- und Tonfassung des Films. Außerdem haben sie eine sehr interessante Doku über Heinrich George gefunden sowie die Archive des Filmmuseums Berlin durchstöbert. Ziemlich spannendes Material dabei. Deshalb ist auf dem Cover auch das Uraufführungsplakat, was ich persönlich sehr schön findet. Ist aber kein Trickfilm :-).
Als kleinen Höhepunkt muss man aber unbedingt die Audio-CD erwähnen, auf der das komplette Hörspiel Die Geschichte vom Franz Biberkopf (80 Min.) enthalten ist. Das Hörspiel ist ganz aktuell, von 2007. Es ist ziemlich gut und sogar hochkarätig besetzt: Rolf Zacher, Jule Böwe, Andreas
Schmidt, Otto Mellies, Dieter Mann sogar Thomas Brussig und andere Berlin-Autoren wirken als Sprecher mit.
Die Edition ist also richtig toll. Es würde mich nicht wundern, wenn Criterion das Ding, so wie es ist, einkauft und in den USA veröffentlicht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Premium-Edition als Hommage an einen großen deutschen Schauspieler - Heinrich George!, 9. März 2008
Piel Jutzis "Berlin Alexanderplatz" aus dem Jahr 1931 zählt zusammen mit "Der Blaue Engel" (1930) und "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) zu den bedeutendsten deutschen Tonfilmen der frühen dreißiger Jahre. Ob eine Verfilmung des gleichnamigen Jahrhundertromans von Alfred Döblin, die gerade eben mal 84 Minuten umspannt, diesem Werk tatsächlich gerecht werden kann - Fassbinders Version dauert immerhin 14 Stunden! - mag dahingestellt bleiben. Sehenswert ist der Film vor allem aufgrund der eindringlichen Gestaltung des Franz Biberkopf durch Heinrich George, der wie geschaffen ist für die Rolle des gutmütigen, bisweilen aber auch jähzornigen kleinen Mannes, dem es durch die widrigen gesellschaftlichen Umstände sehr schwer gemacht wird, anständig zu bleiben. Besonders eindringlich ist der Beginn des Films, als Biberkopf, gerade erst aus vierjähriger Haft entlassen, mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum fährt und dem Tempo und der Hektik auf den Berliner Straßen überhaupt nicht gewachsen ist. Doch auch wenn diese sehr moderne Szene mehr als gelungen ist, kann man nicht umhin festzustellen, dass der Film als Ganzes nicht mehr das Niveau der großen Werke eines Friedrich Wilhelm Murnau oder Fritz Lang erreicht. Das Goldene Zeitalter des deutschen Films in den Zwanziger Jahren ist vorüber.
Wenngleich der Film digital überarbeitet wurde, ist die technische Qualität alles andere als optimal: Das Bild ist häufig zu hell und dadurch zu kontrastarm. Der Ton und damit die Stimmen der Darsteller klingen oft wie gepresst und aus dem Hintergrund, was die Verständlichkeit der Berlinerischen Dialoge nicht unbedingt erleichtert. Die Untertitel für Schwerhörige einzublenden ist nicht von Nachteil.
Zu den Extras gehört neben einer Fotogalerie zum Film und einer Bio- und Filmografie von Heinrich George in Texttafeln eine hervorragende filmische Dokumentation über Leben und Werk dieses großen deutschen Schauspielers mit zahlreichen Filmausschnitten. Dabei wird der Verlauf seiner Karriere vom hervorragenden Theatermimen über Rollen in Stummfilmen (z. B. als Werkmeister in Fritz Langs "Metropolis"!) zum Charakterdarsteller in den Tonfilmen der dreißiger und vierziger Jahre ausführlich beleuchtet, wobei auch Will Quadflieg und Georges jüngster Sohn - Götz George - mehrfach zu Wort kommen. Besonders wertvoll machen diese Dokumentation auch die Ausführungen zu den film- und zeitgeschichtlichen Hintergründen, darunter die Rolle, die George als einer der Publikumslieblinge im Dritten Reich spielte: Um als leidenschaftlicher, ja besessener Schauspieler weiter Filme drehen zu können, war er, wie viele andere auch, gezwungen, Konzessionen an den Kulturbetrieb der Nationalsozialisten zu machen (so wirkte er beispielsweise in Propagandafilmen wie "Jud Süß" oder "Kolberg" mit). Welch großartiger Künstler er war, geriet darüber in Vergessenheit.
Des Weiteren enthält der CD-ROM-Teil der ersten Disk filmgeschichtliche Dokumente in Form von PDF-Dateien. Als besondere Zugabe beinhaltet diese Arthaus Premium-Edition auf einer zweiten Disk (Audio-CD) eine Hörspiel-Fassung des Döblin'schen Romans, die der Autor noch selbst erarbeitete und die nun quasi in die Gegenwart überführt und mit der Geräuschkulisse des modernen Berlin "instrumentiert" wurde.
Fazit:
Trotz der nicht optimalen Bild-und Tonqualität sollte man sich als Liebhaber deutscher Filmklassiker nicht davon abhalten lassen, sich die grandiose Leistung Heinrich Georges anzuschauen. Die hervorragenden Extras und die liebevoll gestaltete Box mit dem Original-Filmplakat als Cover lohnen die Anschaffung dieser Doppel-DVD/CD allemal.
Nur vier Sterne, weil es größere Filme gibt und restaurationstechnisch mehr möglich sein müsste (siehe Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung).
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