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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Januar 2008
Ich habe keine Ahnung, warum Amazon immer die Extras verschweigt? Gerade bei Special Edition wie diese hier, ist es doch wichtig, dass man weiß, was als Bonusmaterial dazukommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das DVD-Label - in diesem Fall ARTHAUS - nicht Amazon mitteilt. Schließlich ist es kein Geheimnis und im Internet findet man alles zum Bonusmaterial.

Nachdem letztes Jahr Fassbinders Alexanderplatz herauskam, kommt nun endlich der Originalfilm von 1931 auf DVD raus. Am Drehbuch hat Alfred Döblin höchstpersönlich mitgewirkt und wer sich ein bisschen in Filmgeschichte auskennt, der weiß, dass der Film nicht zuletzt wegen Heinrich Georges Paraderolle unverzichtbar ist.

Arthaus hat Gott sei Dank den Film neu abtasten lassen und garantiert somit die beste Bild- und Tonfassung des Films. Außerdem haben sie eine sehr interessante Doku über Heinrich George gefunden sowie die Archive des Filmmuseums Berlin durchstöbert. Ziemlich spannendes Material dabei. Deshalb ist auf dem Cover auch das Uraufführungsplakat, was ich persönlich sehr schön findet. Ist aber kein Trickfilm :-).

Als kleinen Höhepunkt muss man aber unbedingt die Audio-CD erwähnen, auf der das komplette Hörspiel „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“ (80 Min.) enthalten ist. Das Hörspiel ist ganz aktuell, von 2007. Es ist ziemlich gut und sogar hochkarätig besetzt: Rolf Zacher, Jule Böwe, Andreas
Schmidt, Otto Mellies, Dieter Mann sogar Thomas Brussig und andere Berlin-Autoren wirken als Sprecher mit.

Die Edition ist also richtig toll. Es würde mich nicht wundern, wenn Criterion das Ding, so wie es ist, einkauft und in den USA veröffentlicht.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. März 2008
Piel Jutzis "Berlin Alexanderplatz" aus dem Jahr 1931 zählt zusammen mit "Der Blaue Engel" (1930) und "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) zu den bedeutendsten deutschen Tonfilmen der frühen dreißiger Jahre. Ob eine Verfilmung des gleichnamigen Jahrhundertromans von Alfred Döblin, die gerade eben mal 84 Minuten umspannt, diesem Werk tatsächlich gerecht werden kann - Fassbinders Version dauert immerhin 14 Stunden! - mag dahingestellt bleiben. Sehenswert ist der Film vor allem aufgrund der eindringlichen Gestaltung des Franz Biberkopf durch Heinrich George, der wie geschaffen ist für die Rolle des gutmütigen, bisweilen aber auch jähzornigen kleinen Mannes, dem es durch die widrigen gesellschaftlichen Umstände sehr schwer gemacht wird, anständig zu bleiben. Besonders eindringlich ist der Beginn des Films, als Biberkopf, gerade erst aus vierjähriger Haft entlassen, mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum fährt und dem Tempo und der Hektik auf den Berliner Straßen überhaupt nicht gewachsen ist. Doch auch wenn diese sehr moderne Szene mehr als gelungen ist, kann man nicht umhin festzustellen, dass der Film als Ganzes nicht mehr das Niveau der großen Werke eines Friedrich Wilhelm Murnau oder Fritz Lang erreicht. Das Goldene Zeitalter des deutschen Films in den Zwanziger Jahren ist vorüber.
Wenngleich der Film digital überarbeitet wurde, ist die technische Qualität alles andere als optimal: Das Bild ist häufig zu hell und dadurch zu kontrastarm. Der Ton und damit die Stimmen der Darsteller klingen oft wie gepresst und aus dem Hintergrund, was die Verständlichkeit der Berlinerischen Dialoge nicht unbedingt erleichtert. Die Untertitel für Schwerhörige einzublenden ist nicht von Nachteil.

Zu den Extras gehört neben einer Fotogalerie zum Film und einer Bio- und Filmografie von Heinrich George in Texttafeln eine hervorragende filmische Dokumentation über Leben und Werk dieses großen deutschen Schauspielers mit zahlreichen Filmausschnitten. Dabei wird der Verlauf seiner Karriere vom hervorragenden Theatermimen über Rollen in Stummfilmen (z. B. als Werkmeister in Fritz Langs "Metropolis"!) zum Charakterdarsteller in den Tonfilmen der dreißiger und vierziger Jahre ausführlich beleuchtet, wobei auch Will Quadflieg und Georges jüngster Sohn - Götz George - mehrfach zu Wort kommen. Besonders wertvoll machen diese Dokumentation auch die Ausführungen zu den film- und zeitgeschichtlichen Hintergründen, darunter die Rolle, die George als einer der Publikumslieblinge im Dritten Reich spielte: Um als leidenschaftlicher, ja besessener Schauspieler weiter Filme drehen zu können, war er, wie viele andere auch, gezwungen, Konzessionen an den Kulturbetrieb der Nationalsozialisten zu machen (so wirkte er beispielsweise in Propagandafilmen wie "Jud Süß" oder "Kolberg" mit). Welch großartiger Künstler er war, geriet darüber in Vergessenheit.

Des Weiteren enthält der CD-ROM-Teil der ersten Disk filmgeschichtliche Dokumente in Form von PDF-Dateien. Als besondere Zugabe beinhaltet diese Arthaus Premium-Edition auf einer zweiten Disk (Audio-CD) eine Hörspiel-Fassung des Döblin'schen Romans, die der Autor noch selbst erarbeitete und die nun quasi in die Gegenwart überführt und mit der Geräuschkulisse des modernen Berlin "instrumentiert" wurde.

Fazit:
Trotz der nicht optimalen Bild-und Tonqualität sollte man sich als Liebhaber deutscher Filmklassiker nicht davon abhalten lassen, sich die grandiose Leistung Heinrich Georges anzuschauen. Die hervorragenden Extras und die liebevoll gestaltete Box mit dem Original-Filmplakat als Cover lohnen die Anschaffung dieser Doppel-DVD/CD allemal.

Nur vier Sterne, weil es größere Filme gibt und restaurationstechnisch mehr möglich sein müsste (siehe Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung).
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. November 2010
Das Eigentliche von Döblins Buch wurde bisher noch nie verfilmt, es liegt (bekanntlich) in der Collagen- und Schnitttechnik von textlichen Versatzstücken und Szenen. Sowohl Faßbinders Fernsehfilm als auch diese Version (bei der Döblin migewirkt hat) verfilmen den roten Faden des Buches, die Geschichte von Franz Biberkopf. Und Heinrich Georges Interpretation ist tatsächlich noch eindringlicher, erschütternder als diejenige von Günter Lamprecht (bei Faßbinder).(Wobei so gesehen umso mehr gewürdigt werden muß, daß jener gegen das Vorbild Georges spielen mußte..) - Dieser Film (von 1931) lebt größtenteils von der Rolle des Bieberkopf und aus der "Moral von der Geschichte" von einem, der anständig bleiben will. Das kommt am Schluß des Filmes allerdings ziemlich aufdringlich-didaktisch rüber. -
Für genauso bedeutsam halte ich allerdings die Originalatmosphäre, das Klima der Drehzeit, Berlin 1930/31. Wenn man drandenkt, daß das schrittweise Anwachsen der Nazis Gegenpol mancher im Film wohl recht direkt aus dem Leben gegriffenen Szenen war (Nachtlokale, Passantengesichter im Großstadtverkehr, Kutschenhochzeit..) - - ! Ich meinte manchmal geradezu die hilflose Dekadenz von Menschen zu spüren, die eigentlich ohne Lebenssinn im Trubel der damaligen Weltstadtangebote treiben..
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. September 2001
Die Film der frühen Dreißiger Jahre haben einen eigenen Charme. Ein wenig schaut noch die Ästhetik des Stummfilms durch mit langen stummen - mit Musik unterlegten - Kamerafahrten durch die Stadt mit ihren Pferdekutschen, Bussen und Hinterhöfen. Die Dialoge sind typisch Berliner Mundart. Manchmal ein wenig düster, aber mit vielen humoristischen und freundlichen Momenten.
Nach vielen Fehlschlägen und einem Gefängnisaufenthalt endet die Geschichte um den ehemaligen Kriminellen Biberkopf doch noch gut.
"Berlin Alexanderplatz", "Emil und die Detektive" und nicht zuletzt "M - eine Stadt sucht einen Mörder" zeigen von den Filmen, die ich kenne am eindringlichsten das alte Berlin vor 1933. Scheinbar ist diese Stadt nie wieder so gewesen wie damals.
Jedem Berliner oder Berlin-Interessierten ist der Film ans Herz zu legen, schon alleine wegen der vielen Stadtportraits der pulsierenden Metropole.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Berlin - Alexanderplatz" ist ein 1931 inszenierter Spielfilm von Piel Jutzi. Die Geschichte über den Verlierer Franz Biberkopf basiert auf dem zwei Jahre zuvor erschienenen gleichnamigen Roman von Alfred Döblin. Jutzis Film ist somit einer dieser faszinierenden frühen Berlin-Filme, zu denen auch Walter Ruttmanns "Berlin - Sinfonie einer Stadt", "Asphalt" von Joe May oder "Menschen am Sonntag" von Robert Siodmak zählen. Die Initiative für die Verfilmung ging vom späteren Hauptdarsteller Heinrich George aus.

"Berlin - Alexanderplatz" kann mit Heinrich George ("Metropolis") einen der profiliertesten deutschen Theater- und Filmschauspieler seiner Zeit aufbieten, dem die Rolle des Franz Biberkopf nicht nur optisch auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Der Zuschauer empfindet viel Zuneigung für den einfach gestrickten, aber äußerst sympathischen Biberkopf und nimmt aufgrund Georges grandioser Vorstellung großen Anteil an seinem tragischen Schicksal. Der Film bietet neben einem sehr lebhaften Eindruck der zeitgenössischen, modernen Großstadt Berlin auch einiges an humorvollen Szenen.
Leider fiel auch die Produktion des Films in die Zeit vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Es fehlen daher - anders als im Roman - die konkreten Hinweise auf Politik, Homosexualität, jüdische Themen sowie Franzs Zeit als Zuhälter - mit dem diabolisch wirkenden Happy End am Schluß wollten die Macher Probleme mit der Filmzensur zuvorkommen.

Der Film beginnt als Franz Biberkopf (Heinrich George) aus dem Gefängnis Berlin-Tegel entlassen wird. Dort hat er vier Jahre wegen dem Affektmord an seiner ehemaligen Freundin gesessen. Es war Trunkenheit mit dabei und auch seine aufbrausende Art begünstigten diesen Unglücksfall, der dann tragischerweise zum Totschlag führte. Nun will er aber - nur bepackt mit einem kleinen Koffer - seine zweite Chance ergreifen und ein neues Leben anfangen. Dazu braucht er Arbeit und Wohnung. Doch der naive Mann, der wie ein gutmütiger Bär wirkt, hat große Schwierigkeiten wieder ins Leben zurückzufinden. Der Koffer wird ihm von einem Penner gestohlen. Ziellos treibt er sich in den Lokalen rum. Dort trifft er auf den smart wirkenden Ganoven Reinhold (Bernhard Minetti), der sofort Verwendung für Franz hätte. Ihm gefällt Franzs körperliches starkes Erscheinungsbild. Doch zuerst ist Franz wenig an einer Zusammenarbeit mit Kriminellen interessiert. Er will auf ehrliche Weise Geld verdienen. Im Umfeld von Reinhold ist auch Franzs neue Freundin Cilly (Maria Bard). Die soll dafür sorgen, dass Franz in die Gang von Reinhold einsteigt. Doch die beiden verlieben sich ineinander und so ist auch Cilly eher daran interessiert, dass ihr Franz sauber bleibt. So steht er tagsüber als Straßenhändler am Alexanderplatz und versucht mit seinem großen Mundwerk seine Ware an den Mann zu bringen.
Unter falschen Vorwand gelingt es Reinhold dennoch den unbedarften Franz bei einer verbrecherischen Aktion mitzuschleppen. Franz merkt erst sehr spät, was gespielt wird. Als er protestiert, wird er von der Gang aus dem Auto geworfen. Bei dem Unfall verliert Franz seinen Arm, schweigt aber über die Vorkomnisse. Nach dem Krankenhausaufenthalt macht er Bekanntschaft mit Sonja (Margarete Schlegel), die mit einem blinden Begleiter in den Hinterhöfen von Berlin melancholische Lieder singt. Da Cilly verschwunden scheint, bandelt er mit Sonja an und nennt sie liebevoll "Mieze". Nun will Franz auch gegenüber Reinhold kapitulieren und entscheidet sich für die Zusammenarbeit mit dem Schurken. In der Folgezeit kommt er durch die verbrecherischen Aktivitäten zu Wohlstand, zieht mit "Mieze" zusammen und wieder ist es Reinhold, der seine zerstörerische Mentalität das Leben von Franz aus der Bahn wirft...

Piel Jutzi wurde für sein sozialkritisches Drama "Mutter Krausens Fahrt ins Glück" sehr gelobt. Der Nachfolger "Berlin Alexanderplatz" kam bei der zeitgenössischen Kritik nicht ganz so gut weg. Man vermisste einige von Biberkopfs wichtigen Eskapaden, die im Film gar nicht erst vorkommen. Im Unterschied zu Döblins Vorlage entschied sich Jutzi auch für einen chronologischen Ablauf der Geschichte. Er setzte vor allem auf Hauptdarsteller Heinrich George, der eine phantastische Darstellerleistung des Verlierers abgibt. Der naive wie impulsive Protagonist wird von ihm in großartiger Weise zum Leben erweckt. Kraftvoll, authentisch und auf den Punkt gebrachten Sympathieträger, mit dem sich das Publikum irgendwie sehr stark identifizieren kann...es ist eine beeindruckende Charakterdarstellung, die bis zur letzten Einstellung - wieder als Marktschreier auf dem Alexanderplatz - immer faszinierend bleibt. Es ist die Geschichte des kleines, gestrauchelten Mannes, der aber die Fähigkeit hat immer wieder aufzustehen und sogar aufrecht zu gehen. Im Jahr 1980 wagte sich Rainer Werner Fassbinder an eine ausufernde Fernsehfassung des expressionistischen Stoffes.
Für mich einer der besten deutschen Filme der 30er Jahre und ein echter Filmklassiker.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bei "Berlin Alexanderplatz" handelt es sich um eine Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin. Es ist empfehlenswert, zuvor das Buch zu lesen oder aber sich zumindest bei Wikipedia über die Filmhandlung kundig zu machen, denn der Streifen ist aus dem Jahre 1931 und der Ton insofern seiner Zeit gemäß. Zudem nuscheln die Schauspieler einen Berliner Slang, den man leider nicht immer sofort versteht. Die Filmkunst stand noch in ihren Anfängen, die Kameraführung lässt sich mit jener aus heutigen Tagen nicht vergleichen, viele Sequenzen wirken beinahe wie Theateraufnahmen. Uns wird also ein Stück Filmgeschichte entgegengebracht und genau diese gilt es zu werten.

Um den Film wirklich zu verstehen, sollte man sich aber nicht nur vorab über die Filmhandlung schlau machen, sondern sich auch im Rahmen des Bonusmaterials die Dokumentation zu dem Hauptdarsteller Heinrich George ansehen. Diese Dokumentation zeigt das facettenreiche Leben dieses begnadeten, erfolgreichen Schauspielers und Theaterintendanten, der seitens seiner Neider nach der NS-Zeit denunziert wurde, indem man ihn bezichtigte, ein Nazi zu sein, was nachweisbar nicht stimmte. Der Schauspieler wurde in dem sowjetischen Speziallager Nr. 7 in Sachsenhausen vielmals verprügelt und verstarb dort vermutlich an einem Hungerödem.

Im Gegensatz zum Protagonisten des Films "Berlin Alexanderplatz" erhielt dieser Seelenmensch keine zweite Chance.

Seine Söhne, vor allem Götz George, auch der Faust-Darsteller Will Quadflieg u.a. berichten über Heinrich George, seine Spielleidenschaft, seine Kollegialität, seine Fairness, sein Können, berichten darüber, dass er zu Beginn der Nazizeit nicht mehr spielen durfte, weil er als Kommunist galt, sich seiner Spielleidenschaft wegen arrangierte und auch Rollen in Durchhaltefilmen wie "Kolberg" und in Gesinnungsfilmen wie "Jud Süß" übernahm. Schauspieler, die dies nicht taten, durften ihrem Beruf nicht nachgehen.

Parteimitglied wurde George nie. Außer zu offiziellen Anlässen hat er nach einhelligen Aussagen die Nazis gemieden.

Im Film spielt George den aus dem Gefängnis entlassenen Franz Biberkopf. Dieser saß dort vier Jahre ein, weil er seine Frau erschlagen hatte. Er will in der Großstadt wieder Fuß fassen, gerät auf die "schiefe Bahn", verliert seinen Arm, verliert auch seine Geliebte, eine Prostituierte, die ermordet wird und schafft es bei aller Unbill, sich dem Milieu, in das er geraten ist, zu entziehen und einen Neuanfang zu machen..

Heinrich George spielt seine Rolle überzeugend. Der Film wird von seiner Gestik und Mimik getragen. Es handelt sich um eine Milieustudie, die begreifbar macht, in welchen Nöten die Menschen Anfang der 1930er Jahre lebten. Diese Nöte der Menschen damals in Berlin werden durch die Kamera beeindruckend eingefangen.

Empfehlenswert.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Filme der frühen Dreißiger Jahre haben für heutige Sehgehwohnheiten seltenen Charme. Tonfilme wie "Berlin Alexanderplatz" oder "M" besitzen noch etwas von der Ästhetik der Stummfilme. Dialoge in Berliner Mundart, Stadtgeräusche, Musik, dann folgen stumme Kamerafahrten durch die pulsierende Großstadt.
Nach vielen Fehlschlägen und einem Gefängnisaufenthalt endet die Geschichte um den ehemaligen Kriminellen Biberkopf noch gut. Die Hauptrolle ist von Heinrich George (Vater von Götz George) gespielt, der u.a. eindrucksvolle Rollen in "Metropolis" und "Hitlerjunge Quex" hatte. Döblins Roman - mit seinen sozialkritischen, sozialistischen Aussagen - kommt bei dieser Verfilmung mehr hervor als bei der modernen Verfilmung von R.W. Fassbinder.
"Berlin Alexanderplatz", "Emil und die Detektive" und nicht zuletzt "M - eine Stadt sucht einen Mörder" zeigen das dekadente Berlin der frühen Dreißiger (mit einigen heiteren und humoristischen Farbtupfern), daß schon ab 1933 langsam ein anderes architektonisches Gesicht bekam und 1945 zerstört wurde.
Jedem Berliner oder Berlin-Interessierten ist der Film ans Herz zu legen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. November 2006
Der Film litt in erster Linie unter der schlimmen Tonqualität. Die Sprache war kaum zu verstehen. Auch das im Buch so genial geschilderte ambivalente Verhältnis zwischen Franz und Reinhold wurde im Film nicht rübergebracht. Am Ende steht Biberkopf da als "Stehaufmännchen", nicht als Geläuterter.

Sehenswert war das Lokalkolorit der 20er Jahre. Auch die Darstellung der Stadt Berlin war gelungen.

Aber die Beeinträchtigung durch den schlechten Ton überwiegt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2011
Dieser Film ist wirklich sehr interessant gemacht; vor allem aus schnitttechnischen Gründen. Wäre das allein der Grund, würde die DVD 5 Sterne bekommen. Dies ist aber leider nicht der Fall, was sehr schade ist. Als ich auf der Rückseite der DVD las, dass Bild und Ton bearbeitet wurden, ahnte ich übles. Denn das Bild kann nicht großartig bearbeitet worden sein; die Filmkopie befindet sich in einem höchstens brauchbaren Zustand. Offenbar hat man keine bessere mehr auftreiben können. Es gibt öfter mal Ton- und Bildsprünge sowie Momente in denen das Bild undeutlich wird.

Wenn das alles wäre, würde ich sagen es liegt noch im Geltungsbereich. Leider hat man aber mal wieder einen Rauschfilter auf die Tonspur gelegt, einen sog. De-Noiser um das Lichttonrauschen zu eliminieren. Was noch übrig bleibt, ist eine Tonspur, bei der man nur etwa die Hälfte des Filmtons versteht. Ebenfalls sind öfter starke Schwankungen der Lautstärke zu hören, was den Filmgenuss deutlich schmälert.

Der Grund, warum ich der DVD zwei Sterne gegeben habe ist, dass man sich wenigstens die Mühe gemacht hat als Bonuns noch eine Menge deutschsprachige Kinotrailer von dt. und internationalen Filmen auf die DVD zu packen. Außerdem ist noch eine Dokumentation über Heinrich George auf der DVD mit dem Titel "Wenn sie mich nur spielen lassen" (1996). Desweiteren ist noch eine Bonus-CD mit einem Hörspiel des Romans "Berlin Alexanderplatz" von 2007 vorhanden.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Februar 2011
Ein Meisterwerk, aber für meine französischen und altwerdenden Ohren schwierig zuzuhören (wegen der Tonaufnahme und der damaligen Sprechart der Schauspieler - so ist es auch bei französischen Filmen der 30er Jahre).
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