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Der Schauspieler Ulrich Matthes spricht auf dieser 10 CD-Box den kompletten Kafka Text / Roman "Das Schloss". Ich habe mich bewußt für das Wort "spricht" entschieden, den Matthes trägt - anders als bei seiner Lesung von Richard Powers "Klang der Zeit" z.B. - den Text vor. Alle, die Ulrich Matthes von Deutschen Theater in Berlin her kennen, wissen, daß er dies ganz vorzüglich kann. Er zieht den Zuhörer mit hinein in diese tief verschneite, bizzare, hoffnungslose Welt Kafkas. Wir hören es an der Stimme Ulrich Matthes, daß es unmöglich ist, hinauf, ins Schloß zu gelangen. Eine sehr hörenswerte Gesamtlesung vom SCHLOSS.

Optimal.

( J. Fromholzer )
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Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren, er starb 1924 an Tuberkulose. Neben den drei Romanen "Der Prozess", "Das Schloß" und "Der Verschollene" bilden zahlreiche Erzählungen sein Hauptwerk. Kafka, der stets einsame und unverstandene introvertierte Einzelgänger, gehört fraglos zu den Begründern der Modernen Literatur.

Veröffentlicht wurden alle Werke erst nach seinem Tod, so auch sein vielleicht merkwürdigster, 1922 geschriebener dritter Roman, "Das Schloß". Es ist ein auf befremdende Weise eigenwilliger Roman, über den Landvermesser K, der in ein Dorf kommt, dass von einem geheimnisvollen Schloß und dessen Beamten" beherrscht wird. Das Dorf ist im Besitz des Schlosses und wer hier wohnt oder übernachtet, der wohnt oder übernachtet praktisch im Schloß und dazu braucht er die Genehmigung des Grafen. K hat so eine Erlaubnis nicht, wird in diesem Dorf, in dem er arbeiten soll, umgeben von Dorfbewohnern die von vielfältigen Ängsten geplagt werden. Sie erscheinen ihm gedemütigt, geknechtet und bedrückt, dennoch hofft er bei ihnen Hilfe zu finden. Sie erläutern ihm auch bereitwillig ihre, von einer überspannten Schlossbürokratie überwucherte, soziale Welt.

Doch trotz aller Bemühungen erhält K. keinen Zugang zu den Entscheidungsträgern dieser mysteriösen Schlossverwaltung. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse und wir erfahren in den Erzählsträngen mehr über die Beamten des Schlosses und deren Beziehungen zu den Dorfbewohnern. K. verführt die Geliebte des Schlossbeamten Klamm, auch diese Brüskierung bringt ihn nicht weiter. Dann taucht er in der Familie eines Schlossboten unter, dessen Familie geächtet wird, weil die tapfere Amalie sich den Lockrufen eines Schlossbeamten verweigert hat. Klamm seine Geliebte erhält von dem Unterschlupf Kenntnis und trennt sich von K. Es fällt auf, wie dominant Das Schloss" mit Frauenrollen besetzt ist. Kafka war bekanntlich ein eigenwilliger Erotiker. Mit drei Schwestern aufgewachsen, galt er als Frauenversteher" und so liefert er in diesem Roman auch eine einfühlsame Darstellung all dieser unterschiedlichen Frauenfiguren

K erfährt von einem Beamten, dass die Schlossverwaltung seinem Bittgesuch nachkommen wird, während ein anderer Schlossdiener ihn zu einem Verhör" beordert. Was soll er von dem Verwirrspiel davon halten? Immer wieder tritt bei diesem Verhör die sensible Komik Kafkas mit theatralischem Potential gepaart zum Vorschein. Dazu gehört zum Beispiel K.s Bemerkung gegenüber dem Untersuchungsrichter:" Ich sage nicht, dass es ein liederliches Verfahren ist, aber ich möchte ihnen die Bezeichnung zur Selbsterkenntnis angeboten haben." Letztlich führen alle Versuche K.s ins Schloss zu gelangen, an den Ausgangspunkt der Erzählstränge zurück. Dabei gelingt es dem Autor mit einfachen literarischen Mitteln ständig Zweifel an der Stellung der Protagonisten wach zu halten. Der Reiz der Geschichten liegt zweifellos darin, dass Kafka die Erzählstränge so angelegt hat, dass es dem Leser während der 25 Romankapitel nicht gelingt eine eindeutige psychologische oder soziologische Sinndeutung zu erkennen. Ein raffiniertes Fixierspiel mit unterschiedlich gewichteten Focuszierungen.

Diese Eindrücke des Landvermessers werden von Kafka auf brillante Weise, in einer einfühlsamen, von erstaunlicher Präzision und an Klarheit nicht zu überbietenden Sprache rübergebracht und dennoch ist es also, wie bei Kafka häufig, schwer die richtige Deutung sofort zu erkennen, zuviel Interpretationsspielraum tut sich auf. Alles dreht sich letztlich um die großen Fragen des Lebens und die extreme Einsamkeit des Menschen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Bisher haben sich die Hörbuchverlage Kafka nur zögerlich zugewandt. Der überfällige Hörbuch- Durchbruch hat nun endlich zum hundertfünfundzwanzigsten Geburtstag Kafkas stattgefunden. Ob die Kurzerzählungen, in der Kafka Collection", gelesen von Ulrich Mühe, oder Der Verschollene", gelesen von Peter Simonischek, zweifellos ist Das Schloss", gelesen von einem Ulrich Matthes in Bestform, das herausragende Hörerlebnis. Der großartige Schauspieler Ulrich Matthes hat für die Deutsche Grammophon 10 CDs voller inspirierter Leidenschaft besprochen. Der Roman wird so ungekürzt und kongenial von diesem großartigen Schauspieler vorgelesen, der durchaus keine in Eis und Schnee versunkenen kalte Welt zeigt, sondern eine Welt voller Begehren und Ängste, voller Zuversichtlichkeit, Verlangen und Aussichtslosigkeit. Stimme, Stimmlage und Intonation passen eindeutig zu Franz Kafka. Die spannende Dramaturgie wird durch die gespenstisch intensive Vortragskunst von Ulrich Mathes noch verstärkt und verleiht der kulturhistorischen Bedeutung des Themas noch mehr Gewicht.

Ein Hörgenuss den man sich nicht entgehen lassen sollte, der demonstriert, dass man den Propheten der Schrecken" des zwanzigsten Jahrhunderts nicht unbedingt mit bitterem Ernst lesen muss.
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am 1. Oktober 2011
Für Fans von langen Hörbüchern (+13Std.) ein guter Artikel. Das Hörbuch besteht zumindest ab der zweiten Hälfte fast vollständig aus langen Monologen bei denen es zumindest teilweise schwer fällt der Geschichte aufmerksam zuzuhören, trotzdem ist allein die groteske und bedrückende Athmosphäre unbezahlbar. Der einzige Wehrmutstropfen ist das Ende der Geschichte, da abrupt abgeschlossen wird ohne ein Verweis auf die Endfassung von Max Brod.
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am 8. Juni 2008
Diese Rezension bezieht sich nicht auf die Qualität der Lesung, sondern auf das Prädikat ungekürzte Lesung. Diese Lesung basiert auf der Textgrundlage des Max Brod. Das heißt im Fall des Schlosses, dass etwa anderthalb Buchseiten ganz am Ende des Original-Buches nicht mit in die Textfassung von Maxbrod aufgenommen wurden. Das verfälscht dass ende des Schloses maßgeblich.

Sehr schade!
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