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32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Being Jesse James
Der Titel lässt es erahnen: DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein langer Film. Was er nicht erahnen lässt: Er ist kein Western. Er erzählt über eine Zeit, in der der "Wilde Westen", jene Zeit wilder Schießereien und Legenden über Revolverhelden und Banditen im Niedergang war und in Buffalo Bills Wild West Show...
Veröffentlicht am 22. Mai 2009 von brudervomweber

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein etwas zu ruhiger, langatmiger Film gemischt mit großartigen, schauspielerischen Leistungen
Jesse James ist der wohl bekannteste Bankräuber des 19. Jahrhunderts im Wilden Westen. Mit seiner Bande dringt er in Zügen, Postkutschen und Banken ein, um Geld zu erwirtschaften und für seine Frau und Kinder zu sorgen. Robert Ford begegnet ihm eines Tages und möchte so sein wie Jesse, da er ihn schon als Kind in den Comics verehrt hat. Robert wird in...
Veröffentlicht am 7. Juni 2011 von Josephine Sterner


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32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Being Jesse James, 22. Mai 2009
Der Titel lässt es erahnen: DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein langer Film. Was er nicht erahnen lässt: Er ist kein Western. Er erzählt über eine Zeit, in der der "Wilde Westen", jene Zeit wilder Schießereien und Legenden über Revolverhelden und Banditen im Niedergang war und in Buffalo Bills Wild West Show konserviert werden musste, weil es ihn in der wirklichen Welt immer seltener gab.

Entsprechend beginnt der Film auch mit dem letzten Beutezug der James-Brüder Frank und Jesse. Beide sind der Heldenverehrung müde, die ihnen als vermeintlichen Robin Hoods des Westens zuteil wurde, sie sind die Legenden leid, die in Groschenromanen über sie Verbreitung finden und junge, enthusiastische Möchtegern-Banditen wie den jungen Robert Ford anlocken. Das Bild, das der Film von Jesse James zeichnet, ist nicht das eines Helden. Es ist das Bild eines Mannes, der an sich selbst zusehends verzweifelt, der sein Leben als Outlaw hinter sich lassen will, um Familienvater zu sein, jener Thomas Howard, in dessen Identität er von Stadt zu Stadt zieht und diese wieder verlässt, sobald das Pflaster dort zu heiß wird. Er ist sich selbst und diese Robert Fords leid, die ehrerbietig zu ihm aufblicken und doch irgendwann beginnen, jenes glorifizierte Zerrbild der Legenden mit dem mangelhaften Menschen zu vergleichen, der Jesse James ist. Und enttäuscht zu sein.

Der Film ist kein New Western, keiner dieser Filme, der die Mythen des guten alten Western begräbt, der mit den Heldenbildern der großen Western-Ära aufräumt, er ist kein UNFORGIVEN, spielt nicht mit Genreversatzstücken wie THE QUICK AND THE DEAD, er ist keine Hommage an ein Vorbild wie 3:10 TO YUMA. Streckenweise erinnert er an Ang Lees RIDE WITH THE DEVIL - bloß ist auch dieser Film deutlich viriler. DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein Kammerstück. Es wird kaum geritten, es wird wenig geschossen, und die Schießereien klingen, als würde mit Platzpatronen geschossen. Es gibt wenig Tote, und diejenigen, die es gibt, werden fast alle - wie unehrenhaft - von hinten erschossen.

DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist ein Film über sterbende Männer und deren enttäuschte Sehnsüchte. Alle Männer aus Jesses Bande sind Totgeweihte, und sie alle wissen es. Die Rollen sind ohne Ausfall mit Schauspielern von Format besetzt, auch wenn die behäbige Spiel- und Sprechweise und das gekünstelte Lachen in vielen Szenen das Gegenteil zu vermitteln scheint. Es ist Blendwerk. Der Umgang der Männer mit Jesse James ist geprägt von nackter Furcht, der Jesses mit seinen Spießgesellen von Mißtrauen und Argwohn. Brad Pitt spielt den frühgealterten Outlaw mit einer fast geistesabwesenden Schläfrigkeit, hinter deren Fassade ein wildes Tier darauf lauert, loszuschlagen. Casey Affleck gibt den vermeintlichen Feigling Robert Ford, den sich Jesse James als Erlöser erwählt hat, als eine abstruse Mischung aus Selbstbewusstsein und Kleinmut.

Die von Roger Deakins begnadet geschossenen Bilder und die von Nick Cave und Warren Ellis beigesteuerte, sehnsuchtsvoll-moritätische Musik nötigen auch dem Zuschauer die Leere jener tragisch-unaufrichtigen Berühmtheit auf, an der Jesse James verzweifelt. Am Ende wird er nicht erschossen von dem Feigling Robert Ford, er lässt sich von ihm erschießen, von dem Mann, dem er die Waffe dazu eigenhändig übergibt und der ihn von seinem unerträglich gewordenen Dasein erlöst. Im ersten Drittel des Films fragt Jesse James seinen späteren Mörder: "Can't figure it out: do you want to be like me or do you want to BE me?" Am Ende lässt er Robert Ford erfahren, wie es war, Jesse James gewesen zu sein und wie er zu enden.

Ich gestehe: Ich musste den Film zweimal anfangen. Beim ersten Mal war ich müde, und ich wusste bereits nach zwanzig Minuten, dass ich die langen 160 Minuten, die der Film dauert, nicht durchstehen werde. Irgendwann unternahm ich - durchaus in der Annahme, womöglich erneut zu scheitern - einen zweiten Anlauf, verkniff mir die Bequemlichkeit, die bereits gesehene halbe Stunde zu überspringen und entschloss, noch einmal von vorne anzufangen.

Es hat sich gelohnt. DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD ist eine schrecklich-schöne Elegie. Das Schöne daran ist: Auch wenn der Titel den Ausgang des Films verrät, versteht man dennoch erst am Schluss, was eigentlich passiert ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein etwas zu ruhiger, langatmiger Film gemischt mit großartigen, schauspielerischen Leistungen, 7. Juni 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Jesse James ist der wohl bekannteste Bankräuber des 19. Jahrhunderts im Wilden Westen. Mit seiner Bande dringt er in Zügen, Postkutschen und Banken ein, um Geld zu erwirtschaften und für seine Frau und Kinder zu sorgen. Robert Ford begegnet ihm eines Tages und möchte so sein wie Jesse, da er ihn schon als Kind in den Comics verehrt hat. Robert wird in die Bande mit aufgenommen, beobachtet Jesse und jede seiner Gesten, erhält Waffen und wird irgendwann übermütig...

Der Titel des Films verrät schon den Ausgang bzw. den Kern des Films, das ist nicht gerade gut, wenn man einen spannenden Streifen sehen möchte, dessen Ende unerwartet bleiben soll. Der Film selbst ist zwar auf der einen Seite von der Warte des schauspielerischen Talents aus betrachtet ein Meisterwerk, denn Brad Pitt überzeugt in seiner furchteinflößenden Rolle als unberechenbarer und brutaler Bösewicht aus dem Wilden Westen, genauso wie Ben Afflecks Bruder Casey Affleck, der hier Robert Ford als einen infantilen, unentschlossenen, beeinflussbaren 19-jährigen darstellt, der wie 20 Jahre erscheinen möchte. Die Rollenverteilung ist somit perfekt, die Drehorte sind auch typisch für den Wilden Westen und die Dialoge sind manchmal sehr tiefgründig, psychologisch in den Bann ziehend und verstrudelt, so, als ob man als Zuschauer in eine Spirale blickt und einem ganz schwindlig wird vor lauter Spannung. Das wirklich mangelhafte an diesem Film ist der Mangel an Kompaktem, man sitzt einfach viel zu lang vor dem Fernseher und bekommt oft sehr ähnliche Bilder vorgespielt, Szenen, die gar nicht zur Weiterführung der Handlung beitragen, ganze 150 Minuten mit langatmigen Szenen, die genauso fad scheinen, wie der viel zu lange Titel des Films. Etwas Gutes hat der Streifen dennoch: Man lernt Jesses Leben etwas kennen und bekommt einen bildichen Eindruck und Einblick der damaligen Umstände in Amerika bzw. des Republikaner-Demokraten-Konflikts zur Zeit des Sezessionskriegs. Insofern ist dieser Film nur eine biographische Verfilmung des bekannten Bankräubers James, wenn man also etwas über ihn in einem Buch oder im Internet nachliest, ist man genauso schlau wie in diesem Film, man muss den Streifen also nicht unbedingt im Leben gesehen haben, um Jesse anschaulich dargestellt zu bekommen.

~Bücher-Liebhaberin~
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut inszenierter, SEHR eigener Western !, 12. März 2008
Von 
ICh fand den Film nicht langweilig. Ein interessantes Potrait eines Mannes, der für viele ein Held war und doch irgendwie nicht so wirklich ein Held war. Brad Pitt spielt Jesse James als einen sehr schwer zugänglichen Charackter was den Sympathiebonus für diesen Mann noch mal nach unten sinken lässt ( So sympathisch war Jesse James nicht) Auch bei Robert Ford weiss man nicht genau, was in ihm vorgeht, obwohl sein Motiv ja eigentlich
hinlänglich bekannt ist : Ruhm ! Doch tut er es wirklich aus Ruhm oder aus Angst, oder aus beiden Gründen oder hat er ein anderes Motiv ?
Der Film ist jedenfalls äußert stilvoll in Szene gesetzt worden, mit tollen warmen Farben und sehr schönen Landschaftsaufnahmen. Ein Punkt Abzug dafür, dass es an manchen (klizekleinen ) Stellen doch hakt.
Trotzdem hat mich der Film auf seltsame Art und Weise fasziniert. Es ist nur schwer die richtigen Worte für den Film und das Genre zu finden. Western trifft nicht ganz zu und "Kunstfilm" ist mir auch etwas weit hergeholt. Für wahr, der Film erstreckt sich über ein ziehmlich weites Feld
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Western, wenn auch nicht der übliche..., 30. März 2008
Von 
Colina (Deep South Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
... nicht der übliche Hau-Drauf-Western, die Heutzutage sowieso nicht mehr gemacht werden. Es ist ein feiner, moderner Spätwestern mit den bekannten Themen in völlig neuer Art.
Kurz gesagt - mir hat der Film gefallen, weil er passt:
das Tempo (Sendezeit spielt keine Rolle und man nimmt sich Zeit für die schönen Bilder und Stimmungen und den Ausbau der Charaktere)
der "Nachhall" (der Film hört nicht mit dem Mord auf, nur der "Western" endet hier)
der beinahe erhabene Narrator-Text (auf eindrucksvolle Weise mit intensiver Stimme vorgetragen)
tolle Darsteller bis in die kleinen Rollen.

Brad Pitt schlägt hier meiner Meinung nach einen neuen Weg ein und Casey Affleck spielt großartig.

Doch es ist völlig klar, dass die einen den Film lieben werden und die anderen in gleichem Maße verdammen. Je nach Erwartung und Vorliebe.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine leise und tiefgründige Gangsterballade, 13. April 2008
Von 
Daniel Kolloge "The Inevitable" (Wildeshausen, NDS) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die Gangsterballade von Andrew Dominik spaltet ein wenig die Meinungen der Zuschauer. Die einen sehen in dem Film eine großartige Charakterstudie, die anderen finden ihn einfach langweilig.
Ich gehöre da eher der ersten Kategorie an.

Der Film nimmt sich viel Zeit, hat es wirklich nicht eilig, seine Geschichte zu erzählen. Doch Geduld wird belohnt: Wie einen Teppich breiten die Akteure Brad Pitt und Casey Affleck ihre Charaktere vor dem Zuschauer aus, eine Art Seelenstrip der feinsten Sorte.
Pitt und Affleck sind dabei kongeniale Partner, großartige Performances durch und durch. Brad Pitt wurde dabei dieses Jahr oft vernachlässigt, seine Darstellung des Jesse James besitzt unglaublich viel Tiefe und Dreidimensionalität.

An der Oberfläche des Films passiert zunächst wenig, darunter jedoch verbergen sich ungeahnte Abgründe und Tragödien. Unverständlich nur, warum Casey Affleck als "Bester Nebendarsteller" nominiert wurde, er spielt nämlich eindeutig die Hauptrolle?!
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen BLU-RAY leider mies encodiert!, 1. September 2010
Zum Film selbst möchte ich nicht viel sagen - ich finde ihn fantastisch, selten haben Kameraarbeit und Bauten in diesem Maße das Gefühl dieser Zeit so fesselnd transportiert.
Die schauspielerische Leistung, den nicht ganz vorhersehbaren Erzählstrang und die Musik finde ich ebenfalls genial.

Meine Kritik bezieht sich nur auf die Blu-ray - und von dieser erwarte ich im Besonderen eine fehlerfreie Bildqualität.
Am Bild stimmt eigentlich erst mal alles: Perfekter Schwarzwert, gute Schärfe & Plastizität.

Leider ist das Encoding (Videokompression) so schlecht daß in vielen Einstellungen das Filmkorn nicht mehr sauber gezeichnet wird und Nachzieheffekte den Blick auf den eigentlichen Film trüben.
Ich habe überhaupt nichts gegen Filmkorn - besonders in moderatem Ausmaß - und das ist bei diesem Film auch gegeben.
Aber echtes Filmkorn ist animiert, völlig chaotisch und daher für das Auge leicht vom Film zu "trennen" - es stört nicht bei der Betrachtung und bildet keine regelmäßigen, erkennbaren Strukturen.

Nicht so bei dieser Blu-ray: Hier haben wir "stehendes" Filmkorn, bei langsamen Schwenks bleibt das Rauschen in einfarbigen Flächen nahezu stehen.
Genauso kannte ich es aus den schlimmsten Zeiten von PremiereHD / SkyHD als Filme mit durschnittlich unter 8 Mbit/s gesendet wurden - und das kann ich bei einer Blu-ray nicht akzeptieren.

Bitte nicht böse sein, wenn ich wegen einem einzigen Mangel das komplette Produkt abwerte - aber bei der Blu-ray geht es um ein annähernd perfektes Bild.
Das klappt bei anderen Filmen auch regelmäßig, und daher sollte man sich als Kunde eine solch schlampige Verwertung nicht bieten lassen.

Eine Blu-ray möchte man auch in ein paar Jahren noch genießen können, wenn die TVs noch größer sind.
Das ist nur meine Meinung, und Nachzieheffekte und stehendes Korn gehen für mich gar nicht!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Film ohne grosse Höhepunkte ?, 9. April 2008
Der Film ist beeindruckend - und doch auch wieder nicht. Bei mir hat er jedenfalls ein gespaltenes Gefühl hinterlassen.

Gute schauspielerische Leistungen, beeindruckende Landschaften, emotional gespielt und trotzdem wirkt er flach, weil einfach keine Spannung erzeugt werden kann.

Nun habe ich den Film im Original englischen Ton gesehen und empfand Casey Afflecks relativ hochfrequente und monotone Stimme als einschläfernd. Zudem ist der Film meines Erachtens viel zu lang.

Trotzdem kann man sich mit der Thematik gut identifizieren, da der Film wesentlich mehr Authenzität und Zeitgeist herüberbringt als die meisten anderen Western. Dort gibt es die deutlich differenzierten Charaktere, die das Spiel gut gegen böse einfach strukturiert wiedergeben.

Nun war ich auf den Film nicht vorbereitet, weil ich vorher noch nie von ihm gehört hatte. Wenn einem klar ist, dass es hier nicht um spektakuläre Schießszenen geht sondern um ein tragisches Gemüt (Jesse James), das von der Umwelt völlig überzeichnet wahrgenommen wird, der wird in die vertrauenslose Welt um Jessie James hineingezogen.

Die USA beschreibt mit diesem Film jedenfalls ein Stück ihrer Geschichte.

Und er zeigt auch, dass sich bis heute eigentlich kaum etwas geändert hat.
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47 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der größte Western seit "Unforgiven", 23. Januar 2008
Daß viele Leute inklusive des FAZ-Rezensenten mit diesem Film nicht zurechtkommen,obwohl sie das Ungewöhnliche an ihm durchaus irgendwie registrieren, hängt damit zusammen, daß er darstellerische Kategorien des Genres völlig durcheinanderwirbelt, um damit etwas Neues zu machen, das bisher noch nicht da war. Ein Actionfilm ist er sowieso keiner, wer das von ihm erwartet, liegt nicht weniger daneben wie jemand, der in den "Tod in Venedig" geht in der Erwartung, es handele sich um einen Kriminalfall. "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist aber auch nicht bloß ein weiterer jener sogenannten Spätwestern, die die Fallstricke dieser Filmgattung vorführen, ihre Funktion im kollektiven Bewußtsein Amerikas in Frage stellen. Der Film ist in erster Linie eine Verknüpfung von Formen, die nach den Kriterien des gesunden Menschenverstandes eigentlich nicht zusammenpassen: grandiose Naturbilder und intimes Kammerspiel, die Weite des Raumes und Dialoge wie auf dem Theater. Die Sprache hat einen ganz anderen Stellenwert als das Bild, manchmal scheint es, als käme sie gegenüber den Bewegungen der Akteure mit Verzögerung, als wäre das, was man hört, eine eigenständige Schicht gegenüber dem, was zu sehen ist. Häufig sind die Naturbilder aber auch artistisch aufgeteilt, in der Mitte klar und profiliert, und zu den Rändern verschwommen und diffundierend, als seien es Ausgeburten menschlicher Phantasie. Es gibt in diesem Film Szenarien, die von Ingmar Bergman stammen könnten, z.B. die Anfangsszene im Wald, wo die Crew auf den Stämmen hockt und über das Leben "philosophiert", während die Sonne den Hintergrund erhellt. Ein anderes Element kommt wie aus Stanley Kubricks "Barry Lyndon": eine extreme, bis in die kleinsten Details reichende Rekonstruktion des historischen Ambientes. Gegenüber dem, was man gemeinhin Western nennt, ist der Raum hier von einer ungeheuren materiellen Schwere, der die Menschen ausgeliefert sind, die sie jedenfalls nicht souverän beherrschen. Zu Zeiten von John Ford und John Wayne war die Prärie das freie Feld für die Handlungen der Personen, sie agierten in ihm, vielleicht nicht ganz nach Plan, aber sie füllten ihn mit ihrem Tun aus, er setzte ihnen nur eingeschränkt Widerstand entgegen. Bei "Jesse James" aber werden die Personen vom Gewicht der Dinge geradezu erdrückt: daß Robert Ford am Schluß Jesse James wirklich erschießt, glaubt man fast gar nicht, so sehr wird die Schwere und Unhandlichkeit der Waffe inszeniert, die ihrerseits aber nur ein Zeichen ist für die Last des Materiellen überhaupt. Lastend schwer ist nicht zuletzt alles Körperliche: z.B. die Nacht vor dem Mord, in der Robert Ford und Jesse James in einem Zimmer schlafen und jedes Räuspern oder jeder Atemzug erscheint, als ob ein Gewicht gestemmt werde. Daß JJ RF untersagt, auf den Lokus zu gehen, bringt das auch sprachlich auf den Punkt.
Über die Schauspieler ist zu Recht viel Gutes geschrieben worden, vor allem über Casey Affleck, der der hundsschwierigen Rolle des Robert Ford mehr als gerecht wird, die Beziehung zu JJ glaubhaft als eine aus Kleinheit geborene verzweifelte Liebe "rüberbringt". Daß Brad Pitt ein eindrucksvoller Schauspieler sein kann, wußte ich vorher nicht, ich hielt ihn für einen schwächlichen Schönling. Das war eindeutig falsch, wie sich an seiner Darstellung des Jesse James zeigt: Pitt verleiht dieser Rolle eine ungemein eindringliche Zwiespältigkeit: sie ist böse (in der Szene mit der Schlange etwa), aber zugleich resigniert und depressiv. Sie übt brutale Gewalt aus, aber sie denkt auch über sich und die eigene Rolle nach."Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist der mit Abstand bedeutendste Western seit Clint Eastwoods "Unforgiven". Innerhalb des heutigen Kino-Mainstream mag er primär ein Fremdkörper sein (allein der sehr inhaltlich orientierte Trailer schlägt allem ins Gesicht, was einem im aktuellen Vorprogramm geboten wird. Vor allem aber strahlt er eine Atmosphäre aus, wie sie in keinem anderen Film existiert. Er ist ein historisch einzigartiges Kunstwerk.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Willst du so sein wie ich? Oder willst du wirklich ich sein?", 11. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford - Special Edition (Digi+Booklet) (DVD)
"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist ein stilles Meisterwerk. Vom Kinopublikum unbeachtet, als viel zu lang abgekanzelt und als Langeweiler verschrien. Ja, dieser Film ist der untypischste Western den es gibt. Wahrscheinlich ist dieser Film ein einzigartiger Beleg dafür, dass der "Wilde Westen" gar nicht so wild war.
Dabei ist er großartiges Kino. Der Film ist mit einem Vorhang der Melancholie verschleiert. Es gibt kaum einen erheiternden, fröhlichen Moment. Der Soundtrack untermalt dies und setzt diese Melancholie in ungeahnte Tiefen fort. Das tieftraurige Klavierthema: "Rather Lovely Thing" ist eine Perle auf der Soundtrack- CD. Der Filmtitel nimmt zwar die ganze Handlung bereits vorweg, dies tut dem Film aber keinen Abbruch: Den es geht nicht um Spannung, da jeder weis wie Jesse James leben endet, es geht um die Verwicklungen und Zustände wie ein Freund zum feigen Mörder werden kann. Und das ist realistisch dargestellt, durch einen in Cannes ausgezeichneten Brad Pitt als Jesse James und einen für den Besten Nebendarsteller nominierten Casey Affleck als Robert Ford, der einmal mehr beweist das er jetzt schon mehr Profil als Schauspieler besitzt als sein Bruder Ben Affleck.
Deswegen ist die DVD eine Schande. "Willst du so wie ich sein? Oder willst du wirklich ich sein?" fragt Jesse James Robert Ford. Diese DVD hat nichts von der Legende Jesse James. Das einzige Hintergrundmaterial ist in einem minimalen Booklet zusammengefasst. Es gibt nicht mal den Hauch von Bonusmaterial auf dieser DVD. Warum sollte man dafür mehr Geld ausgeben?
Sicher die tolle Papphülle macht sich sicher besser für einen epischen Western und das Booklet enthält durchaus Wissenswertes. Aber es gibt weder ein Making of noch irgendwelche Dokumnentationen über den echten Jesse James. Hier hätte sich nun grade die Möglichkeit geboten zu sehen wie toll Pitt agiert, wenn man das Original als Vergelci hat.
Die Grüne hiefür sind aber wahrscheinlich im geringen Zuschauererfolg zu suchen. Warum soll man sich die Arbeit für eine Bonus DVD machen, wenn man sich doch eh nicht viel vom DVD Verkauf verspricht? Schade eigentlich.
Deswege gibt es auch nur 4 von Sternen. Der Film hat 5 verdient, aber die schäbige DVD Umsetzung ist unter aller Würde der legende Jesse James. Wer mehr über den Outlaw wissen will muss sich schon selber informieren.
"Willst du so wie ich sein? Oder willst du wirklich ich sein?" Der Film ist Jesse James, die DVD nicht mal annähernd.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine beeindruckende Studie der Angst, 19. Oktober 2008
Obwohl es sich bei JESSE JAMES usw. formal um einen Western handelt, hätte man das Sujet - wenn es natürlich auch eine präzise historische Grundlage hat - in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzen können. Es kommt im Grund gar nicht darauf an, daß es hier um die Bande von Jesse James geht ... Der Film handelt nur von einem Thema, nämlich von Angst. Angst haben mehr oder weniger alle: die Überfallenen im Zug, die Mitglieder der James-Bande, Bob Ford (vor seinen Brüdern, vor Jesse, der ihn nicht akzeptiert, und vor sich selbst), schließlich auch Jesse James selbst (der sein Leben damit zubringt, diese Angst zu meistern und dabei recht erfolgreich scheint). So gut wie jede Einstellung ist von der Angst eines oder mehrerer Akteure bestimmt. Und ich muß sagen, das ist grandios gemacht und überzeugend umgesetzt; ich kenne kaum einen Film, der Angst so eindringlich vor Augen führt (eine - nur auf den ersten Blick fernliegende - Parallele wäre hier im übrigen Fatih Akins GEGEN DIE WAND). Wer diesen Film also als Western anschaut, muß enttäuscht werden (was für diesen Film und gegen das Genre der Westernfilme spricht). Wer ihn aber als eine visuell beeindruckende Studie über das Phänomen Angst sieht, wird noch lange dem Abspann folgen und gar nicht merken, daß der Film schon zu Ende ist.
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