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am 27. Januar 2008
Es ist sicherlich einer der besten Western, die je gedreht wurden. Es war wohl die Antwort von Howard Hawks auf 'High Noon', bei dem er offenbar den Helden für zu verweichlicht dargestellt hielt, was zur damaligen Zeit wohl nicht so ins Bild von 'cowboyischer' Heldenverehrung paßte. Was hätte Hawks wohl zu 'Brokeback Mountain' gesagt, es hätte sein Weltbild wohl vollends in Wanken gebracht. Die Zeiten haben sich zum Glück verändert, wenn sich das in den USA auch noch nicht überall rumgesprochen hat. Dennoch hat 'Rio Bravo' alle Zutaten eines Kinoklassikers, spannend, witzig und dramatisch. Und Hawks hat es auf seine Weise verstanden Außenseitern ihre Würde zu lassen und den Weg ihrer Bewährung im rauen Alltag eindrucksvoll zu verfolgen - eine Meisterleistung von Dean Martin.

Ein großes Stück Kino hätte eine ihm würdige Restaurierung verdient gehabt. Wesentlich schlechtere Streifen sind schon mit hohem Aufwand für den DVD Markt grandios herausgeputzt worden. Schon die 'Normal' DVD des Films hatte ihre Schwächen. Die zweite 'Holzboxfassung' war sogar noch wesentlich dunkler als die erste in der sog. Warner 'Snapperbox', die jetzt zum Schleuderpreis verhökert wird. In meinen Augen von beiden die bessere Version.

Für High Definition eignet sich das vorliegende Master jedoch ganz und gar nicht. Ich hatte eine entgegengesetzte Hoffnung und bin von der Blu-ray vollends enttäuscht. Das gleiche Master, Farben viel zu stark und matschig, Schärfe ungenügend, permanentes Grieseln und vor allem viel, viel zu dunkel - ich kann keine deutliche Verbesserung gegenüber der Standard DVD in der Holzbox feststellen und habe ständig an den Bildeinstellungen meines LCD herumexperimentiert. Wie gesagt: finde die Erstausgabe der Standard DVD wegen des helleren Bildes sogar noch besser ... Hat jemand andere Erfahrungen ?
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TOP 1000 REZENSENTam 15. Februar 2016
Gönnen Sie sich einen guten Whisky ! Und nehmen Sie sich, falls möglich, "ein paar Tage" Zeit für einen doch etwas längeren Ausritt in der Rezensionswelt Amazoniens .......

Ich hätte selber nicht gedacht, dass so viel Text zusammen käme. Drum seien Sie bitte vorgewarnt und auch entsprechend ausgerüstet. Und nehmen Sie es mir nicht krumm. Ggf. reiten Sie ein wenig schneller.

Also, es geht los : Die Filmmusik von "Rio Bravo", zu Beginn noch in instrumentaler Fassung und von der Mundharmonika bestimmt, leitet diesen wahrhaft BRAVOrösen Edel- Western ein. Im Hintergrund wird eine kleine Wagenkolonie gezeigt. In normalen Western wäre es jetzt üblich, nach dem Filmvorspann zu zeigen, um welche Personen es sich handelt und wie es mit ihnen weitergeht. Nicht aber in "Rio Bravo" -- nein, hier ist wirklich vieles anders als bis dahin gewohnt !

Das einzig Negative möchte ich gleich zu Beginn der Rezension loswerden : Die Qualität des Tons ist durchaus okay, das Bild jedoch -- in Sachen Auflösung und Schärfe -- gerade noch zufriedenstellend. Es liegt im Grenzbereich des Positiven. Man kann sich schnell daran gewöhnen, so dass es auch nicht wirklich stört. Ein besseres Mastering aber hätte DIESER Film auf jeden Fall verdient ! Sogar würde ich -- subjektiv empfunden -- die DVD der Bluray vorziehen, da die Umwandlung der Kontraste hell und dunkel bei der Bluray vom Ergebnis her etwas unwirklich erscheint. Aber, wie gesagt, es ist meiner Meinung nach noch akzeptabel, auch unabhängig von dem ohnehin nostalgischen Flair des Films.

Dort öffnet sich gerade eine Tür. Ein Mann betritt einen Saloon, unrasiert und unsicher, aber offensichtlich nach etwas auf der Suche. Es kommt zu einer Begegnung mit einem weiteren Mann, der an der Theke steht und mit geringschätzendem Blick, zugleich herausforderndem Grinsen eine Geldmünze in einen Spucknapf wirft. Sichtlich verlegen will der erste Mann sich danach bücken, doch eine dritte Person kommt schlagartig hinzu und stößt den Topf hinweg. Von unten nach oben wird "der Neue" von der Kamera gefilmt und erscheint dadurch besonders dominierend- imposant. Er, der dritte Mann, nähert sich nun dem zweiten, erkennbar nicht in bester Absicht. Doch mitten in seiner Vorwärtsbewegung wird er von dem ersten Mann von hinten niedergeschlagen. Weitere Ereignisketten entstehen rasch -- und ein Mord !

Doch damit ist das Pulver keineswegs verschossen. Und überhaupt, die beschriebene Szene zeigt : Der Film zwingt von Anfang an zum Mitdenken ! Mittlerweile ist auch der anfänglich gezeigte kleine Wagendreck im Städtchen angekommen. Er wird von dem alternden Cowboy Pat Wheeler (Ward Bond) und dessen jungen begleitenden Revolverhelden Colorado (Ricky Nelson) angeführt. Drei Männer haben in der Stadt für Recht und Ordnung zu sorgen : Sheriff John T. Chance (John Wayne), der dem Alkohol verfallene Scharfschütze Dude (Dean Martin) und der alte gehbehinderte Stumpy (Walter Brennan). Sie haben den Saloon- Mörder Joe Burdette (Claude Akins) geschnappt und eingesperrt und wollen ihn bis zu seiner Verurteilung ca. sechs Tage lang in Gewahrsam halten. Das ist alles andere als ungefährlich, denn dessen Bruder Nathan Burdette (John Russell), ein reicher Farmer, wird im Verlauf der Handlung ganze 40 Mann anheuern, um seinen Bruder zu befreien.

Das Interessante ist : Die drei Ordnungshüter -- der junge Colorado wird als vierter noch hinzukommen -- halten einen Mann gefangen und sind doch selbst "Gefangene". Nathan Burnette, der Bruder des Inhaftierten, hat die Hauptstraße der Stadt besetzen und die Ausgänge bewachen lassen. Insofern wird der Sheriff zwar nicht direkt bedrängt, bleibt aber, wie er selber wörtlich sagt, "handlungsunfähig" und kann kaum anderes tun als auf Verstärkung zu warten.

Mit "Rio Bravo" (1959) ging es Regisseur Howard Hawks darum, eine Art Gegenentwurf zu dem schon zum damaligen Zeitpunkt als Klassiker aufgestiegenen "Zwölf Uhr mittags" (1952) von Fred Zinnemann zu schaffen. In "Zwölf Uhr mittags" hatte sich Marshal Kane, unvergesslich dargestellt von Gary Cooper, vergeblich um Unterstützung in der Stadt bemüht, um einem ehemaligen Mörder und seinen drei Handlangern im direkten Duell die Stirn zu bieten. In dem sieben Jahre späteren "Rio Bravo" ist nun alles üppiger und größer und auch noch in Farbe ausgefallen. Und zur Erinnering : In "High Noon" heißt es am Ende EINER gegen VIER; der Countdown des Aufeinandertreffens beträgt eine einzige mehrfach eingeblendete Stunde Zeit. In "Rio Bravo" stehen VIER gegen VIERZIG, die maximale Zeitspanne zum endgültigen Showdown beträgt fast eine Woche. Dabei lehnt Sheriff Chance jede Hilfe von weiteren, nicht geeigneten Personen ("Schießbudenfiguren") konsequent ab.

Sicherlich als komödiantisch gemeinter Seitenhieb auf "Zwölf Uhr mittags" dürfte es gewesen sein, auch in "Rio Bravo" ein streitendes bzw. etwas nervendes südamerikanisches Pärchen einzuführen.

Hinzu kommt eine weibliche Hauptperson (Feathers, dargestellt von Angie Dickinson), die in die Stadt gekommen ist. Zwischen ihr und Sheriff Chance herrscht von Anbeginn eine prickelnde Brisanz : "Sind Sie mit der Postkutsche gekommen ?" wird Chance sie fragen. Die Antwort ist ein (ausnahmsweise) kurzes "Ja", worauf der Sheriff barsch entgegnet : "Warum sind Sie nicht drin geblieben ?!" Auf dieser Ebene wird es spannend bleiben, wie auch die Beantwortung der Frage, ob Feathers die Stadt verlassen wird oder auch nicht.

Spannend, ja sogar ein wenig thrillerhaft, sind auch die nächtlichen Patroillengänge von Sheriff Chance und Dude. Wenig später, u.a. nach entlarvter Falschspielerei, geschieht ein weiterer hinterhältiger Mord.

Gut gewählt ist auch die Einstellung der Kamera, wenn sich der ungepflegte Dude an einem Brunnen laben und erfrischen will. Wird er -- wie vor ihm bereits der Zuschauer -- die sich von hinten nähernden Banditen anhand des Spiegelbilds im Wasser bemerken -- oder nicht ?

Davon abgesehen gibt es viele beeindruckende Momente : die Jagd auf einen Mann mit dreckigen Stiefeln und eine mysteriöse Flüssigkeit, die daraufhin aus dem Dachspeicher des Saloons nach unten in ein Glas hineintropft .......

Ein wenig unheimlich -- es hätte sogar noch etwas lauter ausgesteuert werden können -- ist auch das "Todeslied", das als Vorankündigung zu erwartender Ereignisse von Mexikanern gespielt wird. Hier kommt -- wie so oft in diesem Film -- die Situationskomik ins Spiel, wenn der alte Stumpy dieses Lied, das als Mahnung natürlich ebenso an ihn selbst gerichtet ist, laut und kräftig nachspielt und damit seinen Freund, den Sheriff, erst so richtig herausfordert. Unvergesslich auch, wenn Dude von Stumpy aus Unkenntnis beinahe erschossen wird, nur weil er plötzlich etwas vorzeigefreundlicher aussieht, da er sich tatsächlich mal gewaschen und rasiert hat. Dagegen inhaltlich harmlos, aber genauso lustig ist es, wenn Dude zu Feathers sagt : "Stumpy will unbedingt Rosen." -- "Wer ist Stumpy ?" wird sie fragen, wonach Sheriff Chance lakonisch kurz erwidert : "Der Mann, der Rosen liebt."

Ganz großes Kino ist natürlich jene Szene, in der (nach 88 Minuten) aus gutem Grund ein Blumentopf durch ein geschlossenes Fenster geworfen wird. Ein dreckiges Dutzend Film- Minuten später kommt es völlig untypisch und unerwartet zu der für mich schönsten Szene dieses Films : Die vier Guten sind entspannt versammelt. Dude bzw. Dean Martin lümmelt cool- relaxt auf seiner Couch. Er stimmt an zu "My rifle, my pony and me". Colorado bzw. Ricky Nelson fällt im Refrain gefühlsbetont mit ein. Im Anschluss singt der junge Cowboy selbst ("Get along home, Cindy"). Dean Martin hält sich nun zurück, dafür darf Walter Brennan einmal kurz hineinjubilieren und John Wayne erlaubt sich gar ein schelmenhaftes Grinsen. Zwischen all dem Pulverdampf -- inklusive eines beinahe verhängnisvollen Sturzes über ein gespanntes Seil im Hotelbereich -- gibt es somit zwei wunderbare Lieder als Phase sichtbarer Entspannung, die als Ruhe vor dem Sturm die wahrhaft explosive Endphase einleitet .......

Im Verlauf von 30 Jahren dürfte ich den Film annähernd zehn Mal gesehen haben und bin jedesmal über eines ganz besonders überrascht : über die coolen Dialoge während der Endschlacht der "Großen Vier" gegen den Rest der Vierzig. Sogar geben sie sich -- völlig unnötig (da überaus gefährlich) -- auch noch lockere Handzeichen zur Bestätigung einer witzigen Bemerkung inmitten all des Kugelhagels. Und trotzdem, so möchte ich behaupten, bleibt das Geschehen im Gesamten glaubwürdig.

Wie auch der Kampf von Dude gegen seine Alkoholsucht. Natürlich erscheint es bei genauer Betrachtung sofort oberflächlich und nicht realistisch, wenn er sich den Whisky, anstatt ihn zu trinken, zurück in seine Flasche gießt. Allerdings stehen einschneidende Momente unmittelbar bevor und das Ganze wird auch hier von der unheimlichen "Todesmelodie" begleitet. Dies lässt außergewöhnliche Verhaltensweisen denkbar werden. Außerdem ist damit längst nicht gesagt, dass Dude für immer von der Trunksucht loskommt. Für die Teilnahme zur finalen Endschlacht reicht es aber allemal und auf diese Weise ist seine plötzliche Abstinenz, wie ich meine, sogar nachvollziehbar.

Aber zurück zu Ihnen ! Ich hoffe, Sie lassen sich noch immer Ihren Whisky schmecken ! Bei so viel Geschehen wie auch Text werden Sie ihn sicherlich jetzt brauchen ! Wenn Sie möchten, beschäftigen wir uns nun in Kurzform mit den Beteiligten des Films. Wenn es Sie stört, überlesen Sie es bitte. Ansonsten werden Sie vielleicht die eine oder andere Erinnerung auffrischen können.

John Wayne (1907- 1979) gilt schlichtweg als Western- Ikone Nummer Eins ! Fast genau drei Jahrzehnte vor "Rio Bravo" wurde er durch "Der große Treck" (1930), einer der ersten großen Tonfilm- Western überhaupt, zum Star. Zu seinen weiteren ganz großen Erfolgen gehören die Filme "Ringo" (1939), "Red River" (1948), "Rio Grande" (1950) und "Der schwarze Falke" (1956). Auch nach "Rio Bravo" (1959) sollte er ungebrochen erfolgreich bleiben, u.a. in "Alamo" und "Land der tausend Abenteuer" (beide 1960), "Die Comancheros" (1961), "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (1962), "El Dorado" (1966), "Die Gewaltigen" (1967), "Chisum" und "Rio Lobo" (beide 1970) bis hin zu dem melancholischen Ausklang in "Der letzte Scharfschütze" (1976).

Dean Martin (1917- 1995) hatte sich Ende 1956 gerade von seinem Film- Partner Jerry Lewis getrennt, mit dem er seit 1949 sechzehn Spielfilme gedreht hatte. Als Solo- Sänger hatte er schon 1946 erste kommerzielle Aufnahmen betätigt. Mit "That's amore" und "Memories are made of this" hatte er sich 1953 und 1955 ganz oben in den US- Billbord- Charts platziert. Als größter wirtschaftlicher Hit gilt "Everybody loves somebody" (1964). Ab 1960 trat Dean Martin regelmäßig mit Frank Sinatra und auch Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop auf diversen Bühnen auf, was ihnen die Bezeichnung "The Rat Pack" einbrachte.

Unmittelbar vor "Rio Bravo", also seit 1958, spielte Dean Martin auf der Bühne immer mehr den fröhlich angetrunkenen Entertainer mit dem Glas Whisky in der Hand; eine Besonderheit, die als "Drunk act" bezeichnet wurde. Von diesem "Drunk act" hatte er sich -- rein schauspielerisch gesehen -- ausgerechnet in "Rio Bravo" wieder zu befreien !

Weitere sehr erfolgreiche Filme waren "Frankie und seine Spießgesellen" (1960), "Die siegreichen Drei" (1962), "Vier für Texas" (1963), "Sieben gegen Chicago" (1964), "Die vier Söhne der Katie Elder" (1965; hier wieder mit John Wayne !), "Todfeinde" (1968) und "Airport" (1970). Von 1966 bis 1969 wurde er sogar als eine Art amerikanischer James Bond aufgebaut und spielte viermal den Agenten Matt Helm. 1981 und 1983 wurde Dean Martin in "Auf dem Highway ist die Hölle los" und "Auf dem Highway ist wieder die Hölle los" in Form später Achtungserfolge nicht mehr auf die Prärie, sondern auf den modernen Highway losgelassen.

Ricky Nelson (1940- 1985) startete schon 1957 eine Rock'n Roll- Karriere, maßgeblich bedingt durch eine Radio- und Fernseh- Show, in der auch seine Eltern auftraten. Er hat viele schöne Rock- Songs aufgenommen, darunter "Poor little fool" (1958), "It's late" (1959), "Traveling man" und "Hello Mary Lou" (beide 1961), "Young world" und "Teenage Idol" (beide 1962). Von ihm gibt es einige sehr gute Best Of- Alben, die ich auch in meiner Sammlung habe. Als Filmschauspieler wirkte er nach "Rio Bravo" in einer Handvoll weiterer Filme mit, mit denen er aber nicht mehr erfolgreich sein konnte. Am 31. Dezember 1985 kam er zusammen mit seiner damaligen Band, der Stone Canyon Band, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Dazu ein Exkurs : Das Unglück lässt ein wenig an den 03. Februar 1959 erinnern, an den "Tag, an dem die Musik starb" ("The day the music died"; Song : "American Pie" von Don McLean, 1971). An jenem Tage war -- ebenso bei einem Flugzeugabsturz -- der jugendliche Rock'n Roll- Sänger Buddy Holly, zusammen mit den gerade erfolgreich gewordenen Sängern Ritchie Valens und Big Bopper, ums Leben gekommen.

Gerüchtehalber soll Ricky Nelsons Rolle zuvor Elvis Presley angeboten worden sein. Dafür spricht, dass dieser bereits 1956 in dem Western "Love me tender" seinen Filmeinstand gegeben hatte und nach seiner Militärzeit als übernächsten Film erneut einen Western drehen sollte : "Flaming Star" ! Es ist also gut möglich, dass die Gerüchte stimmen. Gegen eine Filmteilnahme Elvis Presleys hatte damals sicherlich zuletzt gesprochen, dass er sich zur Zeit der Dreharbeiten als Wehrdienstleistender in Deutschland befunden hatte. Außerdem wäre sein Manager Colonel Parker mit der Besetzung einer puren Nebenrolle bestimmt nicht ohne weiteres einverstanden gewesen. Und drittens war Tom Parker ohnehin dafür bekannt, stets enorm viel Geld zu fordern.

Walter Brennan (1894- 1974) war ein sehr gefragter Nebendarsteller, der schon in jungen Jahren meist schusselige Charaktere spielte. Zu seinen bekannteren Teilnahmen gehören "Der Unsichtbare" (1933), "Faustrecht der Prärie" (1946), "Red river" (1948, hier bereits mit John Wayne !), "Das war der wilde Westen" (1962) und "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" (1968). Durch die Musik- Session mit Dean Martin und Ricky Nelson in "Rio Bravo" erhielt er 1960 tatsächlich einen Schallplattenvertrag. Mit der Single "Old rivers" sollte Walter Brennan 1962 einen sehr respektablen Platz 5 der US- Charts erreichen !

Angie Dickinson (geboren 1931) schaffte es in "Rio Bravo", die Hauptperson John Wayne sehr ordentlich herauszufordern. Sie ist übrigens diejenige, die ihn in der Filmmitte erstmals küsst -- nicht etwa umgekehrt ! -- und ihn gehörig in Verwirrung bringt. Für ihre Mitwirkung in "Rio Bravo" erhielt sie einen Golden Globe als beste Nachwuchsschauspielerin. Von diesem Zeitpunkt an sollte sie gut 40 Jahre lang beschäftigt bleiben. U.a. drehte sie mit Dean Martin "Frankie und seine Spießgesellen" (1960). Von 1974 bis 1978 war sie Star der TV- Polizei-Serie "Make Up und Pistolen". Sie ist der einzige Star aus "Rio Bravo", der zum Stand dieser Rezension (Februar 2016) noch am Leben ist !

Doch auch die Nebencharaktere möchte ich noch kurz durchleuchten, denn -- zumindest für den Western- Fan -- mögen sich noch durchaus interessante Zusammenhänge ergeben ! Gönnen Sie sich dazu bitte einen kräftigen Schluck aus Ihrer Wasserflasche oder einen letzten Whisky bei dem Barkeeper Ihres Vertrauens -- warum nicht gleich im Saloon von Walter Barnes ?!

Denn Walter Barnes (1918- 1998) spielte schier unendlich viele Kleinstrollen, darunter nicht selten einen Barkeeper -- wie hier in "Rio Bravo" ! Mitte der 1960er Jahre wirkte er auch in vier der Karl May- Verfilmungen mit, nämlich in "Winnetou I" (1963), "Unter Geiern" (1964), "Der Ölprinz" (1965) und "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" (1966).

Ward Bond (1903- 1960), der hier den Cowboy Pat Wheeler spielt, gilt als einer der erfolgreichsten Nebendarsteller aller Zeiten. Seite an Seite mit John Wayne wurde er 1930 durch den Film "Der große Treck" bekannt. Sage und schreibe 22 Mal sollte er insgesamt mit John Wayne zusammenarbeiten, z.B. in "Der schwarze Falke" (1956). In "Faustrecht der Prärie" (1946) spielte er mit Henry Fonda, aber ebenso bereits mit seinem späteren "Rio Bravo"- Kameraden Walter Brennan. Auch in völlig anderen Filmen oder Rollen sollte Ward Bond zum Einsatz kommen, wie in "Der FBI- Agent" (1935) mit James Cagney, "Das Doppelleben des Dr. Clitterhouse" (1938) mit Edward G. Robinson, "Leoparden küsst man nicht" (1938) mit Cary Grant, "Vom Winde verweht" (1939) mit Clark Gable und Vivien Leigh, "Herr des wilden Westens" (1939) mit Errol Flynn, "Die Spur des Falken" (1941) mit Humphrey Bogart und "Ist das Leben nicht schön" (1946) mit James Stewart. Kurze Zeit vor "Rio Bravo" und damit leider zugleich auch kurze Zeit vor seinem Tod schaffte er es zu einer Hauptrolle in der beliebten TV- Serie "Wagon Train". "Rio Bravo" war demnach sein letzter Spielfilm.

Ähnlich wie Ward Bond gehörte auch Claude Akins (1918- 1994), der in Rio Bravo den Mörder im Saloon spielt, zu den meistbeschäftigten Nebendarstellern Hollywoods. Seine Karriere begann mit "Verdammt in alle Ewigkeit" (1953) mit Burt Lancaster und "Die Caine war ihr Schicksal" (1954) mit Humphrey Bogart. Wie auch sein Kollege Ward Bond sollte er es in späteren Jahren doch noch zu einer Hauptrolle schaffen, nämlich in der gerade in Deutschland sehr beliebten TV- Serie "Abenteuer der Landstraße" (1974- 1976).

Seinen Film- Bruder Nathan Burdette spielt John Russell (1921- 1991). Nach ersten kurzen Rollen in "Amber, die große Kurtisane" (1947) und "Herrin der toten Stadt" (1948) wurde er als Marshal Dan Troop in der Western- Serie "Lawman" (1958- 1962) USA- berühmt. In der Folgezeit durfte er u.a. in Filmen seines Freundes Clint Eastwood mitwirken. So verkörperte er zuletzt in "Pale Rider" (1985), einem der inzwischen recht vielen sogenannten "Comeback- Western", wiederum einen Marshal.

Auch Pedro Gonzales- Gonzales und Estelita Rodriguez sollten einen Eintrag wert sein. Sie spielen das mexikanische Paar. Pedro Gonzales- Gonzales (1925- 2006; den Doppelnamen hatte er wirklich) hatte 1958 schon mit Glenn Ford in "In Colorado ist der Teufel los" gewütet. 1970 gab es ein Wiedersehen mit John Wayne in "Chisum". Obwohl er fast nur kleinste Rollen spielte, erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Seine Partnerin, Estelita Rodriguez (1928- 1966) war in zahlreichen Neben-, aber auch Hauptrollen mit Roy Rogers aufgetreten wie in "Along the Navajo Trail" (1945), "On the Old Spanish Trail" (1947) und "The Gay Ranchero" (1948). Diese Titel sind zugleich bekannte Western- Songs von Roy Rogers. Auch Estelita Rodriguez sollte mehrere Gesangsrollen erhalten, u.a. mit der damals sehr berühmten Gruppe Sons of the Pioneers. Last but not least : Bei ihrer zweiten Hochzeit, 1953, war John Wayne der Trauzeuge !

Im Vor- und Nachspann von "Rio Bravo" wird auch der Name Harry Carey Jr. (1921- 2012) genannt. Zu seiner Vorgeschichte : Auch er gilt als sehr beliebter Nebendarsteller, meist in Western. Beispielsweise in "Red River", "Rio Grande" und "Der schwarze Falke" hatte er mit John Wayne gedreht. Eine eigene größere Rolle hatte er in "Westlich St. Lois" (1950), zusammen mit seinem Kumpel Ben Johnson, aber auch mit Ward Bond und James Arness, dem späteren Star aus "Rauchende Colts". In den meisten dieser Filme hatte John Ford Regie geführt. Mit Howard Hawks, dem Regisseur von "Rio Bravo", hatte sich Harry Carey Jr. offensichtlich nicht mehr verstehen können, obwohl die beiden schon in "Red River" miteinander gefilmt hatten. Es soll zu größeren Differenzen gleich zu Beginn der Dreharbeiten gekommen sein -- u.a. soll Harry Carey Jr. ein Alkoholproblem gehabt haben -- so dass er kurzerhand gefeuert wurde. Schade ! Wie aus einigen Schilderungen hervorgeht, hätte er einen der Bürger aus der Stadt spielen sollen und damit den Stadtbewohnern sicherlich mehr Profil verleihen können.

Noch schnell zu zwei wichtigen Personen aus dem Hintergrund des Films :

Howard Hawks (1896- 1977) gilt -- genreübergreifend -- als einer der größten Regisseure Hollywoods ! Vor "Rio Bravo" hatte er mit John Wayne in "Red River", später noch in "Hatari" (1962), "El Dorado" (1966) und "Rio Lobo" (1970) gefilmt. Auch in andersgelagerten Produktionen führte er Regie : "Tote schlafen fest" (1946) mit Humphrey Bogart, "Das Ding aus einer anderen Welt", einem frühen Science Fiction- Film von 1951, "Liebling, ich werde jünger" (1952) mit Cary Grant, "Blondinen bevorzugt" (1953) mit Marylin Monroe und Jane Russell, "Land der Pharaonen" (1955) mit Joan Collins und "Ein Goldfisch an der Leine" (1964) mit Rock Hudson.

Dimitri Diomkin (1894- 1979) sorgte für den tollen Filmsoundtrack von Rio Bravo. Er gehört neben Max Steiner ("Vom Winde verweht", "Casablanca"), Miklos Rozsa ("Der Dieb von Bagdad", "Ben Hur"), Franz Waxman ("Rebecca", "Die Gladiatoren"), Bernard Herrmann ("Citizen Kane", "Der unsichtbare Dritte") und Erich Wolfgang Korngold ("Ein Sommernachtstraum", "Unter Piratenflagge") zu den meist beschäftigsten Filmkomponisten des 20. Jahrhunderts. Zu seinen eigenen weltbekannten Werken gehören u.a. "Alice im Wunderland" (1933), "Ist das Leben nicht schön" (1946), "Duell in der Sonne" (1946), "Red River" (1948), "Das Ding aus einer anderen Welt" (1951), "Zwölf Uhr mittags" (1952), "Bei Anruf Mord" (1954), "Giganten" (1956), "Der alte Mann und das Meer" (1958) etc. Nach "Rio Bravo" und einigen Western mit Burt Lancaster, Kirk Douglas und Gregory Peck lieferte Dimitri Diomkin auch noch den Soundtrack für die John Wayne- Filme "Alamo" (1960) und "Die Gewaltigen" (1967).

Ich denke, Sie als Leser dieser Rezension haben sich einen weiteren guten Tropfen inzwischen mehr als redlich verdient und ich schließe mich auch gerne an. Kommen wir somit endlich zum Schluss und damit noch ein letztes Mal zum Film zurück :

Das Filmwerk "Rio Bravo" besteht aus grandiosen Schauspielern. John Wayne, vielleicht auch Walter Brennan und ganz besonders Dean Martin liefern die vielleicht besten Leistungen ihrer Karriere ab. Im Mittelpunkt des Ganzen steht die Beziehung, ja sogar Freundschaft von vier Männern, in deren Wirkungskreis obendrein eine Frau einziehen darf. Das gesamte Szenario ist so fesselnd, dass fundamentale Dinge tatsächlich übersehen werden können :

Erstens, auf Landschaftsaufnahmen, üblicherweise ein Aushängeschild von Western, wird fast vollständig verzichtet. Das meiste Geschehen findet -- als eine Art Kammersspiel -- im Bereich "Hotel- Saloon- Gefängnis" statt. Zweitens wird das Profil des Bösen (offensichtlich bewusst) nicht intensiv herausgearbeitet, die Burnette- Brüder erscheinen beinahe nebensächlich. Und drittens -- so sonderbar es ist : In "Rio Bravo" gibt es keinen "Rio", keinen Fluss !

Im Prinzip ist der Fluss "Rio Bravo" auch nichts anderes als die mexikanische Bezeichnung für den Fluss "Rio Grande", der u.a. durch Mexiko fließt. Als Film war "Rio Grande", wie Western- Fans längst wissen, 1950 von John Ford, ebenso mit John Wayne als Star, auf Großleinwand gebracht worden. Von "Rio Bravo" wiederum gab es 1966 ein leicht variiertes Remake -- auch hier mit Howard Hawks als Regisseur und mit John Wayne als Hauptdarsteller. So gut jenes "El Dorado" ausgefallen ist, so gefällt mir "Rio Bravo" in allen Belangen stets einen kleinen Tick besser.

Mit einer Dauer von 136 Minuten ist "Rio Bravo" außergewöhnlich lange ausgefallen. Sicherlich hatte es schon damals -- 1959 -- dem konkurrierenden Zeitgeist entsprochen : Der Alfred Hitchcock- Thriller "Der unsichtbare Dritte" war mit ebenso exakt 136 Minuten ein ebensolches Mammut- Projekt geworden und "Ben Hur" war schier unglaubliche 222 Minuten ausgefallen.

Die Herstellungskosten von "Rio Bravo" betrugen 3 Millionen US- Dollar und der Film spielte beinahe das Doppelte davon ein. Für damalige Zeiten war beides spektakulär.

Und spektakulär ist der Film aus all diesen genannten Gründen für mich selbst heutzutage noch ! Daher auch die umfangreiche Rezension. Ich hoffe, Sie werden es mir verzeihen !
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am 10. März 2008
Leider fiel Warner in die wie bereits bei vielen DVDs ausgeübten Praxis zurück, auch diesen Westernklassiker lieblos vorbereitet zu präsentieren.
Bereits die EIngangssequenz lies durch starkes Flimmern schlimmes vermuten, was aber im Laufe des Films verschwand.
Was blieb ist eine für HD oder BR nur ausreichende Schärfe und nur durch das Ausnützen der Einstellmöglichkeiten beim Player oder TV konnte das zu dunkle- und mit zu viel Sättigung (fast Rotstich) angebotene Bild "normalisiert" werden.
Im Bonusmaterial war das Bild wesentlich heller und farbneutraler bei fast gleicher Schärfe, obwohl nur mit Mpeg 2 (DVD-Standard) komprimiert.
Gegenüber dem Schwarzen Falken, -dem Rio Bravo im Kultstatus ebenbürtig ist- ist diese HD in der Bildqualität meilenweit entfernt.
Der Film in der vorliegenden HD-DVD- und auch BR-Fassung wird dem neuen Medium leider nicht gerecht.
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am 27. Januar 2010
Eine Filmlegende derart schlecht auf einem hochauflösendem Medium zu präsentieren -genauer zu verkaufen-
ist eine Untat und kann nur von Leuten verantwortet werden, denen sicherlich keinerlei Liebe zum Film
unterstellt werden kann. Ich erspare mir hier Details wie Bildschärfe, Farbgestaltung, Kontrast oder gar
Plastizität näher zu bewerten; diese BluRay wird von vielen DVDs um Längen in der Bildqualität überboten.
NICHT KAUFEN !!!
22 Kommentare|62 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2016
Sehr gute, spannende Story und Weltklasse-Schauspieler:

- Der Duke gewohnt stark, John Wayne eben, einzigartig, dieser Mann wird noch in tausend Jahren eine Legende sein !!!
- Dean Martin, wow, was für eine Leistung. Was dieser Mann hier abliefert ist Schauspiel auf allerhöchstem Niveau,
klasse, meiner Ansicht nach sein mit Abstand bester Film, wirklich sehenswert da Dino schauspielerisch oft
unterschätzt wurde, was bei diesem Streifen jedem klar werden dürfte !!!
- Angie Dickinson in einer furiosen Rolle

Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, kann und darf über das Genre Westernfilme kein Urteil abgeben, denn dieser
Film ist die absolute Referenz in Sachen Western !!!

Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut für einen Film dieses Alters. Wer hier schreibt, dass es keinen Unterschied zur
DVD gibt, der hat die Bluray wohl auf einem 20-Zoll-Bildschirm geschaut.
Bei entsprechend großem Display erkennt man deutliche Unterschiede zur DVD-Version, ein Umstieg lohnt auf jeden
Fall !!!

Es kommt so gut wie nie vor, dass ich einen Film habe, den ich mit dem Maximum an Sternen bewerte aber diesem
hier würde ich noch einen 6., 7. und 8. Stern verpassen, wenn das möglich wäre.

KULT, mehr als KULT, ... Legendär !!!
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am 31. Oktober 2006
Der Legende nach soll Howard Hawks diesen Film nur gedreht haben, weil er Gary Cooper in "Zwölf Uhr mittags" für einen Schlappschwanz hielt. Er wollte zeigen, wie sich ein echter Profi verhalten würde. Was lag also näher, als die Hauptrolle mit dem Westernprofi überhaupt, nämlich John Wayne, zu besetzen.

Die Geschichte dürfte weitläufig bekannt sein: Ein Sheriff muss einen Verbrecher gegen die Machenschaften dessen Bruders im Gefängnis festhalten, bis der Marshall kommt. Ihm zur Seite stehen ein Säufer (Dean Martin), ein alter Krüppel (Walter Brennan) und nach anfänglichem Zögern ein junger Revolverheld (Ricky Nelson).

Doch das ist nur die halbe Geschichte. Die andere Geschichte ist die einer Männerfreundschaft, ein Motiv, das Hawks in vielen seiner Filme, vor allem in den Western, verfolgt hat. Die Freundschaft hier ist die zwischen John Wayne und Dean Martin. Martin hat begonnen zu saufen, als ihm eine Frau weggelaufen ist und ist jetzt an einem so tiefen Punkt angelangt, dass er sogar ein Geldstück aus einem Spucknapf holen will, um sich Schnaps zu kaufen. Genau zu diesem Zeitpunkt tritt Wayne das erste Mal in Erscheinung und gleichzeitig den Spucknapf weg. Den Blick, den er Martin zuwirft, ist der eines Vaters, der über seinen missratenen Sohn nur noch den Kopf schütteln kann. Wie Wayne Martin und der sich selbst hilft, wieder dem Suff zu entkommen, ist die eigentliche Geschichte von "Rio Bravo".

Zu den beiden gehört von Anfang an der alte Krüppel Stumpy, der großartig von Walter Brennan gespielt wird. Brennan bringt den meisten Humor in den Film. Abgesehen von seiner ewigen Maulerei "Warum hat mir das denn niemand gesagt?" ist meine Lieblingsszene die, in der er ein Streichholz anzündet und Wayne zuhört, was der gerade erzählt. Dabei vergisst er das Streichholz völlig und verbrennt sich logischerweise die Finger.

Der Sänger Ricky Nelson als schneller Schütze Colorado wurde nicht unbedingt wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten engagiert, sondern um auch ein junges Publikum in die Kinos zu locken, aber er spielt seinen Part gut und glaubwürdig.

Eine Liebesgeschichte durfte damals natürlich auch nicht fehlen und so kommt mit Angie Dickinson in der Rolle der Feathers noch eine Frau hinzu, die John Wayne bezirzt. Im Gegensatz zu vielen ähnlich konstruierten Filmen bringt sie die Handlung zwar nicht wirklich voran, aber sie ist wenigstens nicht komplett überflüssig.

"Rio Bravo" ist also eher ein Ensemblestück, aus dem nur Wayne als Star ein kleines Stück herausragt. Er ist sauber und spannend aufgebaut, mit einer gesunden Portion Humor und einer bis in die kleinste Rolle toll besetzten Schaupielerschar.

Der Kritiker Robin Wood (der heißt wirlkich so) sagte einmal: "Wenn man mich nach einem einzigen Film fragen würde, der die Existenz Hollywoods rechtfertigt, würde dieser Film wahrscheinlich "Rio Bravo" heißen." Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen.
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am 9. Februar 2014
Zu diesem Western mit John Wayne muss man nichts mehr schreiben. Ein Western, der in jede Westernsammlung gehört.......aber diese Bildqualität gehört definitiv überarbeitet. Ich habe direkt mit der DVD verglichen (an ausgewählten Stellen) und muss sagen, dass der Film bildtechnisch nach ca. 20 Minuten etwas besser als die DVD abschneidet, aber niemals so gut ist wie andere Western aus dieser Epoche. Dann ist noch jede Menge Luft nach oben!!!! Es hat mich schon sehr enttäuscht, obwohl ich bei Western mit John Wayne in der Regel auf BluRay eine deutlich bessere Qualität habe als auf DVD. Bild bewerte ich mit 3 von 5 Punkten, den Ton nur Mono mit 2 von 5 Punkten (vielleicht gibt es noch irgendwo eine bessere Tonspur), aber so in Ordung. Also aufgerundet 3 Sterne. Ich hoffe auf eine Überarbeitung des Films in der Zukunft.
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am 29. April 2016
Vielleicht ist die BluRay nicht GANZ so schlecht, wie hier schon mehrfach beschrieben wurde, aber VIEL besser ist sie leider wirklich nicht. Das Bild wirkt über weite Strecken leicht verwaschen, ist insgesamt zu dunkel und farblich übersättigt. Dass es wesentlich besser geht, und die bescheidene Qualität auch nichts mit dem Alter des Films zu tun hat, dafür gibt es genügend Beispiele, darüber braucht man nicht mehr lamentieren.
Wenn man die DVD schon hat, lohnt sich der Wechsel zu DIESER Blu-Ray auch für 8 Euro nicht.
Man kann wirklich nur hoffen, dass sich Warner Bros. doch noch erbarmt und eine angemessene Version nachschiebt.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. August 2015
"Rio Bravo" ist eigentlich der traditionellste Western, der sich denken läßt. Er spiegelt die ganze Tradition des Western, einschließlich Hollywood selbst wieder. Er ist in erster Linie ein Howard Hawks Western par Exellence, unsterblich - wie sein zuvor in Stein gemeiselter "Red River"! Es ist aber auch erneut wiedereinmal ein unvergesslicher John Wayne Western der Extra-Klasse.

Regisseur Hawks drehte "Rio Bravo" als Antwort auf den 1952 erschienenen "Zwölf Uhr mittags". Hawks fand Zinnemanns-Western zwar ausgezeichnet, aber ihn störte, daß Gary Cooper jedmögliche Hilfe sucht, obwohl sie ihm jeder verweigert - am Ende des Films sich aber herausstellt, dass er seine Arbeit mit ein bischen Glück und der Hilfe seiner Frau auch allein bewältigt. Bei Hawks Sheriff - John Wayne - wird um keine Hilfe gebeten. Wenn John T. Chance (Wayne) Hilfskräfte gegen Burdetts Bande angeboten werden, sagt er: "Wenn sie wirklich gut sind, nehme ich sie, wenn nicht, stören sie mich nur bei meiner Arbeit". Wirklich gut sind für ihn nur sein verkrüppelter alter Deputy Stumpy (Walter Brennan), Dude (Dean Martin), ein früherer Deputy und gefürchteter, exellenter Revolvermann, der mit Alkoholismus fertigzuwerden versucht und der blutjunge Gehilfe seines Freundes Pat Wheeler (Ward Bond) Colorado (Ricky Nelson), der ebenso geschickt mit den Colts wie Dude umzugehen versteht. Zu ihnen gesellt sich noch die wunderschöne Feathers (Angie Dickinson) die nicht nur mit Karten umzugehen weiss, sondern noch ein Auge auf den Sheriff geworfen hat. Auch sie ist, totz zweifelhaftem Ruf, ein "Profi" und verdient sich nacheinander den Respekt der Männer und die Liebe des Sheriffs, des Hauptprotagonisten des Films.

Der ist äußerlich gelassen. Chance zeigt überhaupt keine Spur von Nervosität. Hochaufgerichtet stolziert er durch die Straßen seiner Stadt, wo er den Bruder des Bandenchefs Burdette (John Russell) wegen Mordes verhaftet und eingesperrt hat. John Wayne spielt das mit der Gelassenheit dessen, der die Wirkung seiner äußeren Erscheinung genau kennt. Seine Bewegungen sind ruhig, sein Tempo gleichmäßig. Den ganzen Film über wird er diesen wiegenden Schritt beibehalten, mit dem er diese Präsenz demonstriert. So wirkt er wie ein Gesamtkunstwerk des Western-Genres - eine Ikone aus Wildwest! Aber Sheriff John T. Chance ist auch gleichmäßig gefährlich. Das liegt an der Art und Weise wie der Duke ihn spielt. Wayne verzichtet in dieser Rolle völlig auf Manierismen und überzogene Gesten. Gelassen, förmlich in sich selbst ruhend ist er einfach nur vorhanden. In Krisensituationen tut er sofort und unbeirrbar das Richtige. Einzig der schönen Feathers gelingt es durch ihren Augenaufschlag dieses Denkmal auch mal etwas kleiner erscheinen zu lassen.
Eine lange Karriere als Westerndarsteller ist nötig, um so souverän in einem Western zu agieren, in dem es vor Spannung nur so knistert.
Der Zuschauer kommt eigentlich nur einmal zum Atemholen und erfreut sich in diesem Moment an einer der schönsten Szenen der Westerngeschichte:

Der die beste Leistung seiner Karriere zeigende "Dude" (Dean Martin) liegt in einer "Feuerpause" mit tief übers Gesicht gezogenem Hut und Zigarette im Mundwinkel auf der Zellen-Pritsche des Gefängnisses und fängt an zu singen. Dann fällt "Colorado" mit seiner Gitarre ein: "My Rifle, My Pony and Me". "Stampy" hat seinen Spaß und Sheriff "Chance" grinst wohlgefällig über beide Ohren dazu. Als "Zugabe" singen sie "Get Along Home,Cindy,Cindy" - Jetzt kann auch Stumpy mitgrölen und Chance trinkt Kaffee und setzt die väterlichste Miene auf, die er je hatte. Kurz zuvor war die Welt in Stücken, jetzt setzt sich alles wieder zusammen. Fortan weiß man, dass nichts mehr schief gehen kann. Ein Lied hat dazu gereicht, mehr nicht. Eine schönere Lösung hat das Kino nicht anzubieten!

Die Qualität des Bildes dieser Bluray hätte man sich noch besser gewünscht für einen solchen Ausnahmewestern. Es ist trotzdem die bisher beste und annehmbarste Veröffentlichung von "Warner-Bros", aber eine nochmalige Überarbeitung, eine dem Film noch würdigere, wäre dennoch wünschenswert. Die "Extras" der blauen Scheibe sind erfreulich.
Es gibt einen interessanten Audiokommentar von "Rio Bravo" Fan, Regisseur John Carpenter und Filmhistoriker Richard Schickel, zwei neue Dokumentationen: Ein Tribut: Howard Hawks'Rio Bravo, Old Tucson: Wo Legenden lebten, eine Filmkarriere: Die Männer, die den Film schufen: Howard Hawks und eine USA-Kinotrailergalerie.

Große Empfehlung des Rezensenten für einen der besten - und schönsten Western der Filmgeschichte!
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am 29. November 2001
Über den Film braucht man kein Wort zu verlieren: ein Meisterwerk. Aber Howard Hawks hat den Film eben auf 4:3 gedreht, und die DVD zeigt nur den 16:9-Ausschnitt. Das bedeuet, daß in jeder Einstellung die Füße und die Cowboyhüte fehlen. Wer mit so einem Film so umgeht, hat vom Kino keine Ahnung.
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