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Kundenrezensionen

115
4,0 von 5 Sternen
Geliebte Jane
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56 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. September 2007
Etwas erstaunt habe ich die durchaus gemischten Rezensionen zu diesem Film hier und anderswo gelesen. Offenbar kreisen die Kritikpunkte hauptsächlich um die Auswahl der Hauptdarsteller/in (vor allem Anne Hathaway) und weiterhin um die historische und soziale Akkuratheit eines scheinbar biographisch angelegten Filmes.

Ersteres scheint mir geradezu unverständlich. Obwohl ich anfangs höchstskeptisch war ob eine Amerikanerin eine doch sehr englische Figur überzeugend darstellen kann, hat mich der natürlich Charme und die durchaus facettenhafte Darstellung der Anne Hathaway doch überzeugt. Verglichen mit der unerträglichen Darstellung der Emma durch Gwyneth Paltrow, die sich durch den kompletten Film mit einem albernen und übertrieben gefälschtem englischen Akzent holpert, wirken Anne Hathaways gelegentliche 'Amerikanismen' vernachlässigbar. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem zähneknirschendem Pseudo-posh britischem Akzent und einem etwas weniger akzentuierten, englisch gefärbten Amerikanisch, ist mir letztes doch angenehmer. Fällt es doch weniger ins Ohr und lenkt nicht durch seine Künstlichkeit von der guten und überzeugenden Darstellung ab. Und das ist sie. Anne Hathaway verleiht ihrer Darstellung der Jane Austen sowohl angemessenes Feuer, als auch Unabhängigkeit und Cleverness. Auch die traurigen Momente des Films trägt die Schauspierlin mit Würde und deutlich erkennbarer und mitfühlbarer Emotion.
Vielleicht ist ihre 'Jane' ein Hauch zu modern. Vielleicht ist ihr Gesicht einen Tacken zu schön, beides ist jedoch in so dezentem Maße in den Film integriert, dass es weder stört noch allzu anachronistisch wirkt. Sie hat mich jedenfalls weitaus mehr überzeugt als die allgemein hochgelobte Darstellung der Lizzy Bennett durch Keira Knightley.

James McAvoy ist mir bis zu diesem Film vollkommen unbekannt. Seine Darstellung des Tom Lefroy scheint mir überzeugend und charmant. Seine Figur bleibt jedoch etwas klischeehaft und einseitig. Die 'Redemption' vom Lebemann zu verliebten Ehrenmann ist etwas zu abrupt und auch ein wenig zu klischeebelastet. Als romantische Figur durchaus tauglich, generell jedoch etwas zu vorhersehbar.

Erwarten die Zuschauer und Zuschauerinnen wirklich eine historisch möglichst korrekte Inszenierung von Jane Austens Leben in diesem Film? Solch eine Erwartungshaltung wird sicherlich enttäuscht. Ich finde schon das Titelbild, wie auch die Trailer und Ankündigungen des Films machen deutlich, dass es sich um eine Art romantische Inszenierung eines Abschnitts in Jane Austens Leben handelt. Dieses Genre ist nun wirklich nichts was "Becoming Jane" erfunden hätte. Historische Figuren und ihr Leben dienten bereits oft genug als Vorlage zur Erzählung einer Geschichte, die sich durchaus nur vage an historische Fakten hält. Als Kritikpunkt scheint es mir bei einem so auf Spielfilm und period movie angelegtes Projekt etwas pedantisch. Ja, natürlich ist eine solche biographische Episode geschönt. Biographische Erkenntnisse gewinnt der Zuschauer, die Zuschauerin sicher nur am Rande. Aber historische Korrektkeit gehört in die historisch-biographishe Wissenschaft- nicht zwingend in Spielfilme. Als Charakterstudie oder schlicht unterhaltsames period drama ist der Film jedoch durchaus tauglich und verdient meines Erachtens großes Lob.

Ich störe mich nicht an historischen Ungenauigkeiten, wenn ich das Gesamtwerk gelungen finde. Und 'Becoming Jane' ist gelungen. Zwar gibt es auch hier einige Schwächen, aber ansehbar und liebevoll ist der Film durchaus.

Also von mir volle 5 Sterne
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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Mai 2008
Diese Geschichte greift eine verbürgte Episode aus Jane Austens Leben heraus, und macht ein tragisch-schönes Liebesdrama daraus. Als Jane Austen dem faszinierenden aber armen Lebemann Tom Lefroy begegnet, verliebt sie sich in ihn. Da beide aber mittellos sind, scheint diese Liebe zum Scheitern verurteilt. Inspiriert durch dieses Erlebnis schreibt Jane ihren beliebten Roman "Pride and Prejudice".

Eigentlich ist eine ausgezeichnete Idee, die Entstehungsgeschichte von P&P und Jane Austens große Liebe filmisch zu verquicken und daraus sozusagen einen biografisch angehauchten Aufguss des Romans zu machen. Auch mit den darstellerischen Fähigkeiten der schönen Anne Hathaway könnte man sehr zufrieden sein ebenso wie mit dem schnuckelig süßen James McAvoy als Tom Lefroy (Mr. Tumnus der Faun aus Chroniken von Narnia). Kostüme, Kulissen, Kameraführung, Landschaft, all das ist eigentlich atemberaubend, authentisch, wunderbar und die traurig-schöne Geschichte ist es erst recht und nötigt selbst dem hartgesottensten Gemüt am Ende noch zwei, drei Tränen ab.

Also muss man als Rezensent fairerweise zugeben, dass dies ein herrlicher, farbenfroher und sehr bewegender Liebesfilm aus der Regency-Zeit ist, den man als Austenianer natürlich unbedingt gesehen haben muss.

Dennoch war ich am Ende nicht richtig zufrieden mit dem Film, und das liegt daran, dass ich all das, vor gar nicht langer Zeit schon einmal gesehen habe mit einer dürren Keira Knightley als Elizabeth Bennet und einem süßen Matthew McFaddyen als Mister Darcy. All das hat man beinahe eins zu eins kopiert, die chaotische Familie, die eher frugalen Kostüme, die Gebäude, die alle eine Patina von Verwitterung haben, die Musik, die herrliche Landschaft, ja sogar das ländliche Flair mit Schweinestall und Hühnern ist brav übernommen worden, frei nach dem Motto: "Das hat den Leuten schon mal gut gefallen".
Dabei geht es mir gar nicht um die Frage ob nun eine Elizabeth Bennet oder wahlweise eine Jane Austen wirklich Schweine gefüttert hat, sondern darum, dass hier reichlich einfallslos (wenn auch unbestritten romantisch und bildgewaltig) auf einem Trend herumgeritten wurde und man im Grunde nur (übertrieben ausgedrückt) die Darsteller und das Ende ausgetauscht hat.

Fazit:
Ein wirklich schöner und sehenswerter Film, der mir persönlich sogar besser gefällt als die 2005er Stolz und Vorurteil Verfilmung, dennoch finde ich es extrem bedauerlich, dass man nicht mehr Kreativität aufgebracht, und diese Geschichte aus Austens Leben zu einer netten aber einfallslosen Kopie hat werden lassen. Dafür ziehe ich (schweren Herzens) einen verärgerten Stern ab.

DVD:
Bild:: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch DTS, DD 5.1, Englisch DD 5.1
Ländercode2
Laufzeit: ca 116 Minuten, ca. 36 Minuten Bonus,
Special Features: Deutscher und US-Trailer, Deleted Scenes, Interview mit Anne Hathaway, Interview mit Regisseur Julian Jarrold, Informationen zu Cast und Crew, Fotogalerie, Programmtipps
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42 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. November 2007
Das Anne Hathaway überzeugen kann, wussten wir zwar spätestens seit Brokeback Mountain, aber hier spielt sie die Autorin Jane Austen einfach umwerfend.
Lustig und beschwingt fängt der Film an, lässt einen in Erinnerungen des Buches Stolz und Vorurteil schwelgen (überhaupt hat die Geschichte nicht gerade wenig Ähnlichkeit mit dem Buch, was den Fan sicher freuen dürfte!) und viel lachen, geht dann aber eher ins tragische und nachdenkliche über, was einem schon die ein oder andere Träne ins Auge treiben kann.
Die Schauspieler sind bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt und der Film ist einfach das, was ich mir immer unter einem anständigen Kostümfilm in Verbindung mit Jane Austen vorgestellt habe. Das diese Biographie eher fiktiv ist, stört mich dabei nicht, dafür ist das Ende umso realer.
Für alle Austen-Fans ist dieser Film ein Muss und auch so mancher Mann dürfte was zu schmunzeln haben in diesem kleinen Meisterwerk.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Mai 2008
Ich bin zufällig zu diesem Film gekommen: er lief während eines Interkontinentalfluges von 12 Stunden! so konnte ich mir 1x die spanische und 4x die englische Originalversion "antun". Damit ist mein Vorzug klar. Nur in Englisch vermag der Film diese so eigenartige Atmosphäre vermitteln, die sich zwischen kartonierter Höflichkeit und tiefstem Bedürfnis nach Nähe, Gefühl und Anerkennung ausbreitet.
Die Szenen sind spannungsreich aufgestellt und enden nie blind oder unklar, sondern leiten durch die ganze Story durch. Bis zum bitteren Ende, an dem für mich die Spannung nicht aufhört, weil sich in den Trennungsszenen gerade zeigt, wieviel Jane an anerzogenem Diskurs aus dem Elternhaus mit sich trägt und weitergibt. Daher glaubt sie nicht an sich und an an ihrer Kraft, an der Seite ihres Freundes nicht nur eine Last zu sein. Er hat einen besseren, lebensfähigeren Diskurs erhalten und behauptet: "ich kann Geld verdienen!"
Übrigens, eine für mich unverständliche Szene hat der Film doch, in der Lefroy nach dem Konzert aus dem Saal allein zum Wagen geht und dann mit seiner Tochter zurückkommt. Woher kamm sie denn?
trotzdem: 1 mit * für die Schauspieler, speziell für James McAvoy, den ich bis dahin nicht kannte, aber dieses Lächeln, und Spotten ...!, ich musste es immer wieder sehen! (dank YouTube)
Meine Empfehlung: schaut Euch den Film in Englisch an, die Sprache ist köstlich!
Lest Jane Austen, auch in Englisch. Ihre Bücher sind über Wikipedia alle herunterladbar!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Februar 2008
Dieser Film hat von vornherein nicht den Anspruch biografisch korrekt zu sein. Das muß er auch nicht. Man hat eher den Eindruck man wird mitgenommen auf eine Reise mit dem Hintergedanken ''So hätte es auch sein können''. Man wird mit so vielen Emotionen konfrontiert, dass man wirklich auch im Nachhinein nicht aus dem Grübeln heraus kommt.
Man kommt an einen Punkt, wo man annimmt, dass nur so eine große Liebe der Nährboden für Jane Austens brilliante Meisterwerke gewesen sein konnte.
Die Hauptdarsteller Anne Hathaway und James McAvoy haben mich absolut fasziniert. Beide haben sehr viel Gefühl, Charme und Witz in ihre Rollen eingebracht. Und der oft in solchen Filmen vermisste Prickelfaktor wird hier extrem erhöht durch kleine aber intensive Szenen (beim Ball, in der Bibliothek und auf der Treppe z.B.)
Wer Romantik liebt und noch Wert auf echte Gefühle legt, dem wird dieser Film sehr gefallen und es wird sicher nicht bei einem Taschentuch bleiben.

Das Ende ist natürlich für Romantiker nicht gerade das was sie sich vielleicht wünschen, aber es schlägt durch den hohen Realitätsfaktor wieder den Bogen zur Persönlichkeit Jane Austens.

Es gibt nur einen Punkt, den ich bemängeln muß, aber da er nichts mit der filmischen Leistung zu tun hat, ziehe ich keinen Stern ab. Die deutsche Übersetzung ist grottenschlecht, lieblos und unspektakulär. Viele Wortspielereien kommen gar nicht zur Geltung. Mein Englisch ist auch nicht perfekt, aber ich habe mir die Mühe gemacht und diesen Film in der englischen Originalfassung angeschaut. Das wirkt hundertmal mehr. In der deutschen Übersetzung haben die Macher teilweise lächerliche Stimmen ausgesucht (Mr. Wisley z.B. kann einem richtig leid tun)
Daher empfehle auch ich jedermann.....unbedingt in Englisch schauen!

Ansonsten verdient der Film das Prädikat ''Überaus wertvoll mit hohem Unterhaltungswert!''
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Man nehme: Diverse Versatzstücke, die sich in den meisten Austen-Werken finden, füge eine Darstellerin hinzu die bei der Zielgruppe gerade populär ist, und würze das ganze mit etwas historischer Wirklichkeit - schon hat man einen Film über Jane Austen, dessen Handlung gerne unter dem Motto "so dürfte es wohl sicherlich höchstwahrscheinlich vielleicht möglicherweise ganz ähnlich passiert sein" beworben wird.
Tatsächlich ist "Geliebte Jane" ganz klar keine Biografie der Autorin, sondern bauscht ein kleines Detail ihres Lebens zu einer großen Romanze auf, die streckenweise schon wie eine Eins zu Eins Kopie ihrer Werke scheint. Insofern lässt die Kreativität der Handlung zu wünschen übrig.
Dennoch macht dies den Film nicht zwangsläufig zu einem schlechten Abklatsch. Ist erst einmal akzeptiert dass man die Geschichte im Grunde bereits kennt und hier eher Fiktion denn Tatsachen erwarten muß, kann man sich gänzlich auf die hervorragenden Bilder sowie die überzeugenden Darsteller einlassen, welche die schwache Handlung überzeugend zu tragen vermögen.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. August 2007
Ich kann leider meiner "Vorrednerin" nicht beipflichten. Ich habe bestimmt nicht das Wissen, die geschichtlichen u. soziologischen Tatsachen der damiligen Zeit sind mir fast fremd. Ich spreche als einfache Liebhaberin dieser Literatur, Jane Austens Novellen. Ich habe diesen Film bisher fünf mal gesehen, ja fünf mal. Ich habe mir ihn in der Orginalfassung (Engl.) angeschaut und muß sagen, das A. Hathaway und. J. Macavoy großartige Darsteller sind, leidenschaftlich gehen sie ihrer kurzen Romanze nach. James Mcavoy, ein junger schottischer Schauspieler, versteht sein Handwerk. Er stellt den furchtlosen, eher rebellischen jungen Juristen dar, kämpft gerne, nicht nur wenn es um das weibliche Geschlecht geht. Er sieht am Anfang eine junge Dame vor sich, die sich als Autorin etablieren möchte, jedoch nicht den notwendigen Schneid besitzt, vielmehr hoffnungslos romantisch schreibt, daher versucht er ihr einen gewissen Teil von Selbstironie, maskulinem Erzählstil zu zeigen und das eher plump.

Beide sehen sich als Aussenseiter einer Epoche, die durch Zwänge besteht und Zweckmäßigkeiten bindet, Liebe und Mut dagegen unterbindet. Das schürrt Emotionen und letztendlich der Grund dafür, dass sich beide ineinander verlieben. Die Romanze wird natürlich hervorgehoben, diese hat in diesem Maße wahrscheinlich nie existiert, aber ES IST EIN FILM. In Filmen wird biographisches nur oberflächlich behandelt. Alleine durch Szenen (Szene auf dem Ball) verzeiht man dem Regisseur und den Verantwortlichen des Filmes...Sie werden mich verstehen. Schauen Sie sich den Film an, kaufen sie ihn, leihen sie ihn sich aus, setzen sie sich aufs Sofa, trinekn sie ein Glas Rotwein dabei und lassen sie sich für zwei Stunden in eine andere Welt versetzen.

PS; Die deutschen Synchronstimmen sind eher "entäuschend", wenn sie sich es zutrauen, schauen sie ihn sich ain der Orginalfassung an und sie werden sehen, sie verstehen mehr als sie vlt. zu Beginn gedacht hatten.
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. März 2008
BBC-Verfilmungen hin oder her, dieser Film erhebt keinen Anspruch darauf authentisch zu sein. Muß er auch nicht!
Wunderschöne Bilder, grandiose Musik und viel Herzschmerz. Anne Hathaway nervte manchmal ein bißchen mit ihrem amerikanischen Akzent, aber das ist zu verschmerzen.
Loben muß ich die tolle Darstellung von James McAvoy. Großartig, wie er die Wandlung vom versnobten Bond-Street-Beau, zum reifen Charakter der verzichten muß, vollzieht. Während Anne Hathaway sich kaum verändert, durchläuft er extrem emotionale Momente und sagt mit einem einzigen Blick mehr, als Anne Hathaway mit vielen Worten. Auch sein schottischer Akzent schlägt manchmal durch, aber das ist sehr charmant. Zur Authentizität läßt sich noch sagen, das in diesem Film viel häufiger Sitten und Regeln des Regency zum Ausdruck gebracht werden als in anderen Filmen.
In Pride&Prejudice z.B. dürfen die Protagonisten den ganzen Abend mit ihrem Schwarm tanzen. Eigentlich ein absolutes no go. Hier wird das vom Bruder Jane Austens angesprochen ("Zwei mal mit dem gleichen tanzen, drückt schon eine Vorliebe aus, aber dreimal ist skandalös") und auch die Tatsache, das man in Schottland (Gretna Green) ohne Lizenz heiraten konnte wird bemerkt und Janes gesellschaftlicher Abstieg, weil sie mit "diesem Verdacht behaftet ist" (laut Lady Gresham). Einzige Fehler sind durch den Wegschnitt von Szenen festzustellen. Als z.B. Ihr Bruder anreist, läuft Jane über die Wiese auf ihn zu, dabei ist sie eigentlich noch mit ihrer Schwester und Cousine im Haus. Aber, wenn interressiert das schon? Also einfach gucken und losheulen!
Absolut empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. November 2010
Die junge Jane wurde als 7. von acht Kindern in eine bürgerlich englische Familie des 18. Jahrhunderts hineingeboren. Von Anfang an muss sie am Beispiel ihrer Eltern erfahren was eine mittellose Heirat aus Liebe bedeutet: viele Kinder und immer weniger Geld diese zu ernähren. Und so ist es die dringlichste Sorge der Mutter ihre beiden Töchter Jane und Cassandra gut verheiratet zu wissen. Doch das Leben auf dem Lande bringt nicht viel Zerstreuung für die beiden Schwestern.
Es ist eine allgemein anerkannte Weisheit, dass ein Ball oder eine Nachmittagsgesellschaft eine gerngesehene Gelegenheit für heiratswillige Töchter war, um sich zu präsentieren. So passiert es, dass Jane Austen während eben so einer Nachmittagsgesellschaft eine Parodie auf die Verlobung ihrer Schwester vortrug, als sie je von Tom Lefroy unterbrochen wurde. Der junge Mann aus London wurde von seinem reichen Onkel aufs Land geschickt. Dieser war es Leid die Eskapaden, wie Prostituierte, Boxkämpfe und Verspätungen, des angehenden Juristen länger zu ertragen. Jane sieht das ungehobelte Benehmen des Neuankömmlings als Affront gegen ihre schriftstellerische Tätigkeit an und schon beginnen die Reibereien und eine ganz große Leidenschaft zwischen den beiden.

Wer die Biografie von Jane Austen kennt, der weiß, dass die Schriftstellerin niemals verheiratet war. Doch will die Hoffnung auf ein Happy - End zwischen Jane und Tom bis zum Ende dis Filmes nicht sterben. Ganz großen Anteil daran haben die beiden herausragenden Hauptdarsteller Anne Hathaway und James McAvoy, die es vermögen den Zuschauer emotional an das Schicksal der beiden Liebenden zu binden.
Sie verkörpert eine freche, kluge und leidenschaftliche Jane Austen, die in vielen Szenen an ihre Romanfigur Elisabeth Bennet erinnert.
Er ist der smarte, jungenhafte Anwalt Tom, der für seine Liebe zu Jane, die finanzielle Zuwendung seines Onkels aufgeben würde. In diesem Punkt liegt auch das Ende für die Tom und Jane verborgen: sie kann es nicht zulassen, dass er das Geld seines Onkels aufgibt, mit dem er zu großen Teilen seine Eltern und die vielen Geschwister vorm Verhungern rettete.
Was an der filmischen Umsetzung des Liebeslebens der Jane Austen Fiktion und was Fakt ist, sei dahingestellt. Als Berater für den Film war Jon Spencer, Literaturhistoriker und Austenbiograph tätig. Diese Verfilmung kann man also eher zu den Glaubwürdigeren zählen.
Doch vielmehr ist dieses kleine filmische Wunder auch ein Portrait der Frauen des endenden 18. Jahrhunderts, von denen man verlangte schöngeistig aber nicht intelligent zu sein. Ein hübsch anzusehendes Anhängsel des Mannes, welchen sie sich in den seltensten Fällen nach romantischen Gesichtspunkten erwählen konnten. Eine Liebesheirat ging oft Hand in Hand mit dem finanziellen Ruin.
Als Trost für diejenigen, die immer noch dem nicht vorhandenen Happy - End nachtrauern: hätte Jane Austen tatsächlich Tom Lefroy geheiratet, hätte sie niemals so viele Romane veröffentlichen können und ihre Geschichte wäre in der Bedeutungslosigkeit versunken. Ganz zu schweigen davon, dass wir nie die Ehre gehabt hätten Mr. Darcys kennenzulernen.

Wen es interessiert: die Extras sind auf der DVD leider nur spärlich gesät. Lediglich ein paar entfallene Szenen und eine Jane Austen Biografie sind zu finden. Hier wären ein paar Interviews der Schauspieler und des Regisseurs sowie ein Making-Of interessant gewesen.
Ich bin niemand, der sich sonderlich an deutschen Synchronisationen stört und auch hier kann ich nicht wirklich etwas aussetzen.

Die tollen Darsteller und ein Film, der mitreißt und zum Nachdenken anregt, können als letzte Konsequenz nur die volle Bewertung erhalten.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2008
Mir fällt es etwas schwer diesen Film zu bewerten. Er ist handwerklich sehr gut gemacht, es gibt tolle Landschaftsaufnahmen, stimmige Musik und auch die Schauspieler überzeugen.

Dem Film fehlt aber trotzdem etwas: Und zwar die Leidenschaft. Ich finde es ja schon etwas schade, dass das Leben der Jane Austen auf die Liebesbeziehung mit Tom Lefroy reduziert wurde. Aber, wenn sich dafür entschieden wird, sich eben nur darauf zu versteifen, so möchte der Zuschauer auch mit den beiden Liebenden mitgerissen werden. Bei mir war das aber leider nicht ganz der Fall. Für meine Begriffe wird die Liebesbeziehung zu emotionslos abgehandelt, die ja den ganzen Film tragen soll, denn über die Beziehung zu ihrer Schwester, den Eltern und ihren weiteren Werken (außer Stolz und Vorurteil) erfahren wir in dem Film nicht viel. Ich glaube, es war ein Fehler, dass sich der Film an Stolz und Vorurteil anlehnen möchte. Es ist dem Film anzumerken, dass er eine genauso leidenschaftliche Liebe, wie zwischen Elizabeth Bennet und Mr. Darcy heraufbeschwören möchte, aber letztendlich dieser Vergleich es ist, der diesen Film nicht zu einer Glanzleistung macht. Ich hätte es hier besser gefunden, wenn die Filmemacher nur der Person Jane Austen vertraut hätten und ihr Wirken und Schaffen in Szene gesetzt hätten. Die Liebesbeziehung hätte besser ausgesehen, wenn sie nur als Nebenhandlung im Film zu sehen gewesen wäre. Schade.

Trotz allem möchte ich noch drei Sterne vergeben, weil der Film auch schöne und traurige Momente hat, die mich haben mitfühlen lassen. Was meines Erachtens aber schwer wiegt, ist, dass der Film wenig an Ironie und Biss besitzt, was in einer Verfilmung über Jane Austen den Vergleich nahelegt, wie wenn ich mir einen Film mit Otto Waalkes anschaue und darin nur Ernst erwarte.
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