Amazon.de: Kundenrezensionen: In Rainbows

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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Genie steckt im Detail!!
Ende 2007 blätterte ich in einigen Musikzeitschriften um Ausschau nach guter Musik zu halten.
Immer wieder bin ich dabei auf Radiohead gestossen.
Als musikalisches Highlight und Marketingeinmaligkeit wurde "In Rainbows" in den höchsten Tönen gelobt.
Aha-Ein Album wurde einfach ins Internet gestellt und jeder bezahlt das was er für angemessen hält?!Und es...
Vor 13 Monaten von Schwalbenkönig veröffentlicht

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versus
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Kritik von einem langjährigen Fan
Eigentlich sind auf diesem Album 10 tolle Songs. Warum trotzdem nur 3 Sterne?

1. Die Tracklist
Während auf alten Radiohead-Alben die Songs wunderschön ineinander fließen, funktioniert die Tracklist auf IR meiner Meinung nach nicht.
Mit "15 Step" und "Bodysnatchers" kommen die beiden aufgedrehtesten, überladensten Songs am Anfang direkt...
Vor 12 Monaten von Mo Ritz veröffentlicht

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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Genie steckt im Detail!!, 14. Oktober 2008
Ende 2007 blätterte ich in einigen Musikzeitschriften um Ausschau nach guter Musik zu halten.
Immer wieder bin ich dabei auf Radiohead gestossen.
Als musikalisches Highlight und Marketingeinmaligkeit wurde "In Rainbows" in den höchsten Tönen gelobt.
Aha-Ein Album wurde einfach ins Internet gestellt und jeder bezahlt das was er für angemessen hält?!Und es soll auch noch gut sein!?
Ich habe nicht lange überlegt und mir die Cd einfach gekauft.Schlecht kann es ja wohl kaum sein, habe ich gedacht.Schliesslich hat die Band in den 90er das geniale "Creep" erschaffen.
Dann kam die Ernüchterung.
Für mich hörten sich alle Songs gleich und irgendwie chaotisch an, ständig von der wehleidigen Stimme des Sängers begleitet.
Nach 2-3 Durchläufen blitzten dann einige Melodien und auch Sinn in dem Chaos auf.
Aber DAS ALBUM war es für mich nicht, und so legte ich es erstmal auf die Seite.Bis vor Kurzem...
In einer ruhigen Stunde habe ich nochmals ausgiebig reingehört.Und plötzlich hat sich die Musik entfaltet!
Aus scheinbar willkürlich angeordneten Instrumenten und Tönen im Hintergrund entstanden einprägsame Rhythmen, aus vermeintlich lieblosen Refrains wurden Hymnen und aus dem wehleidigen Gesang wurden Wahrheiten mit unglaublichem Tiefgang.
Seit dem muss ich täglich, und sei es noch so kurz, mindestens einmal dieses Meisterwerk hören, um ständig begeistert neue Dinge zu entdecken.
Ich danke Radiohead dafür und werde bei ihrem nächsten Werk ganz sicher einer der ersten Käufer sein!!

Anspieltipps: Jigsaw Falling Into Place, House Of Cards
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Radiohead sind Radiohead sind Radiohead..., 24. Dezember 2007
Radiohead ist wieder da! Vier Jahre nach ihrem letzten Albumrelease und Thom Yorke und Jonny Greenwood's Solopfaden war die Band wieder zusammen im Studio und veröffentlicht mit 'In Rainbows' ein Album der Extraklasse.

Mit der Idee, das Album zuerst nur zum Download anzubieten, hat Radiohead den Musikfans eine wichtige Frage gestellt: Wie viel ist mir Musik wert, die ich als Download in 160 kBit/Sek-Qualität aus dem Netz sauge? Am 10. Oktober kann dann der grosse Moment. Aufgeregt habe ich den Downloadbalken beobachtet, wie er sich immer mehr blau füllte.

Bei mir ist es so, dass ich eine Weile brauche bevor ich meine Meinung zu einem Album äussere. Doch schon die ersten Songs von 'In Rainbows' haben mir klar gemacht, dass ich meine Festplatte mit etwas Grossem gefüttert habe. Spätestens bei 'Nude' war ich gefesselt von den gewohnt melancholischen Beats und Yorke's unverkennbarer Stimme. Und doch strotzt das Album vor Wärme und beweist den Ideenreichtum der Band. Persönlicher Favorit des Albums ist wohl 'Reckoner'. Wunderbare Streicher, grossartiger Beat verbunden mit einer tollen Melodie. Welch Lobgesang! Mit 'Jigsaw Falling Into Place', kurz vor dem Ende der 10 Songs, dreht Radiohead noch einmal auf und entpuppt sich als ein weiteres Highlight des Albums. Das ganze Album ist sehr abwechslungsreich: Von kratzigen Gitarren wie bei 'Bodysnatchers', bis hin zu 'Faust Arp' mit minimalistischen Klängen und Akkustikgitarre.

Keine Ahnung wieso jedes neue Album immer mit 'OK Computer' verglichen wird. Ich werde mich dazu auch nicht äussern. Denn hier und jetzt haben Thom Yorke und seine Kumpanen erneut ein Business Class-Album herausgebracht, an dem sich einige Bands eine Scheibe abschneiden könnten.

Ach ja! Wieviel mir damals die Platte wert war? 10 Euro. Und ich werde mir am 28. Dezember auch das Original besorgen. Ich bin nicht so kreativ wenn es darum geht, ein Cover zu entwerfen :-)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Besser als OK Computer / Bisher ihr bestes Album, 4. Januar 2008
Es ist erstaunlich, wie Radiohead es bei jedem Album schaffen, sich weiterzuentwickeln und wieder neues Terrain für sich abzustecken. Und wie gut es der Band gelingt, klassische Band-Arragements mit elektronischen Elementen immer zu einem interessanten organischen Ganzen zu verbinden. Von Album zu Album wird die Band offenbar jedesmal geschmackssicherer, was bestimmt auch an der Arbeit von Nigel Godrich liegt.

Welche Lieder mir besonders gefallen (huch es sind ja alle!): Mit "15 Step" startet die Platte im 5/4 Takt, elektronisch, dann grossartige Gitarrenbegleitung und ein Aufblühen des Songs, komplex ohne verkopft zu sein (allein der Beat - grossartig Freiheit und Wagnis, wie schon bei Morning Bell und Pyramid Song). Danach "Bodysnatchers", hektisch-treibend mit verzerrter Bass/Gitarre-Kombination und einer neu gefundenen Gesangsattitüde, die es so vorher bei Thom Yorke noch nicht gab - geil ist schon das richtige Wort. "Nude": träumerisch, langsam, sanft, schwebend, wunderbar. "Arpegii" - schwebende Akkorde, träumerischer Gesang kombiniert mit eigentlich flottem Beat - wunderbar dazu mit dem Auto durch die Landschaft zu fahren / Romantik. "All I Need" - dunkel, cool, so einen Song gab es von Radiohead noch nicht. "Faust Arp" - beginnt als 4-Track-Akustikgitarren-/Gesangsstück (Eliott Smith-Assoziationen), dann kommen Streicherornamente dazu - wunderbar gemacht. "Reckoner" - Ballade, beginnt mit grossartigem, verhallten Motown-Schlagzeugsound, dann melancholisch Gitarre+Gesang+Klavier, am Ende dazu Streicher, die an "Unfinished Sympathy" von Massive Attack erinnern. House of Cards: Reggae/Dub-Anklänge, harmonisch einfachstes, wahrscheinlich auch "gewöhnlichstes" Stück der Platte, das Abdriften in Kitsch wird durch das Arrangement (die Sounds, den Mix) verhindert. "Jigsaw" - zackig, treibend, dunkel, sich steigernd, trockene Akustikgitarre und Schlagzeug, Thom Yorke singt tief, so noch nicht von Radiohead gehört. "Videotape" - Gänsehaut, zartes Klavier und Gesang wie aus kleinem Zimmer, faszinierend in seiner ganzen schwebenden Traurigkeit.

In Rainbows: Vielleicht das beste Radiohead-Album bis jetzt.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "I don't wanna be your friend.....", 20. November 2007
Radiohead sind nicht leicht zu lieben. Sie wollen nicht unsere Freunde sein und spielen in ihrem eigenen Universum .Sie weigern sich weiterhin beharrlich weitere "Hits" wie "Creep", "Just" und "Karma Police" zu schreiben (was sich auch meine Wenigkeit manchmal in einem Anfall von Schwäche wünscht), und "In Rainbows" ist vielleicht nicht ihr bestes Album.

Und dennoch oder gerade deshalb sind sie nach wie vor die beste und wichtigste Band der Welt. Ungeachtet jeglichem Wirbel, der um dieses Album herum gemacht wurde. Ob es jetzt die erste Download Veröffentlichung einer Major Band mit frei wählbarem Preis ist, oder die ominöse Verschwörung mit der Zahl 10 usw. (bitte woanders nachlesen!). All das spielt keine Rolle.
Soundtechnisch ist das Album zwar keine Weiterentwicklung und kann deshalb problemlos zwischen Ok Computer und Kid A verortet werden. Darum geht es aber ebenfalls nicht.
Der kleine aber feine Unterschied zwischen Radiohead und all den anderen Mittelmäßigen ist: Diese Kunst des feinfühligen Erfassens subtilster Gefühlsregungen. Diese Abwägung zwischen elektronischer Avantgarde und beseeltem Gitarrenpop wie in "15 Step". Die im Überfluss vorhandenen Balladen wie "Nude" oder "House of Cards", übersät mit Streichern die sich niemals anbiedern, sondern dich herausfordern bis du sie nicht mehr los wirst. All diese Songs die man sich wegen ihres Sounds, der magischen Stimme von Thom Yorke und der millionen kleinen melodischen Kniffe auch noch in hundert Jahren anhören kann, ohne das es langweilig wird. All das ist wichtig.
Alles andere sollen die Hipster in den Internetforen besprechen !

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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Grosses Kino!, 7. Dezember 2007
Bei jedem Radiohead Release seit Kid A ist es immer das Gleiche: "Die CD ist nicht so gut wie der Vorgänger".
Klar, ist alles subjektiv und früher war ohnehin alles besser. Ich finde die Scheibe aber vor allem sphärisch wesentlich dichter und einheitlicher als der Vorgänger "Thief", aus diesem Grund (möge mich der Zorn der Radio-Köpfe-Inquisitoren verschonen) finde ich dieses Album spannender als "thief".
An "OK" komm sie natürlich nicht ran, man kann ja nicht jedes Mal ein epochales Werk produzieren, aber andere Bands machen in ihrer ganzen Karriere keine solche Scheibe wie "in Rainbows",
Von Beginn an klingt "in rainbows" so, wie's der titel sagt - fröhlicher und, wie man bei uns sagt, lüpfiger und Thom (trotz seiner schmerzenden sirenenstimme) scheint nicht nahe des Abgrundes. Es klingt so, als hätte er sich damit abgefunden, dass das Leben so ist, wie es ist. "in rainbows" tönt ruhig und doch hat es diese treibende Kraft in sich. Wunderschöne Melodien, elektronische Elemente...
Sicher ein guter Nachfolger ihres letzten Albums.
"Bodysnatchers", "Weird fishes/Arpeggi" und "15 step" sind meine Reinhörtipps.
Ich finds Klasse.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen die positive Bewertung haben sie sich verdient, 1. Februar 2008
Natürlich gibt es viele Menschen, die mit Radiohead nichts anfangen können. In meinem Freundeskreis gibt es viele, die Kopfschmerzen bekommen und das kann ich auch nachvollziehen.

Es handelt sich nunmal nicht um allgemein taugliche Musik, auch wenn dieses Album wieder wesentlich eingängiger ist, als seine Vorgänger. Seit "Street spirit" bin ich ein richtiger Fan von Radiohead und ich für meinen Teil bin von "In Rainbows" mehr als begeistert.

Selbst nach mehrmaligem Hinhören ist die Vielseitigkeit gegeben. Jeder Titel hat das Potenzial zum "Lieblingslied". Es wurde bereits genug Positives geschrieben, daher gehe ich nun nicht weiter darauf ein.

Für mich MEHR als das ALBUM DES JAHRES!

Ich freue mich auf HURRICANE und das KONZERT IN BERLIN :-))
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen All I need are weird fishes..., 8. Januar 2008
"In Rainbows" ist das nun mehr siebte Studioalbum dieser Ausnahmeband, und das sechste durchweg geniale, makellose...
Und doch gab es allgemein viel Rumgeplänkel über das Album, Enttäuschungen wurden ausgesprochen, weil das Album nun doch als CD erschienen ist und weil es den hohen Standard, den man angesichts der genialen Vorgängeralben gesetzt hatte, sowieso nicht standgehalten hätte. Für mich alles quatsch...
Denn für mich ist es nämlich nicht so ganz unwichtig gewesen, dass das Album als richtige CD erschienen ist, schließlich besitze ich (neben den normalen Studioalben) eben noch ein paar EPs und Singles und das siebte Album sollte es dann nur als Download geben? Das hätte in meiner CD-Sammlung sicherlich sehr unschön ausgesehen...

Und dann die ewigen vergleiche mit "OK Computer"...die kommen mir so langsam, 10 Jahre nach "OK Computer", fast schon lächerlich vor. Als ob sich eine Band wie Radiohead in diesen 10 Jahren kein Stück geändert hätte.

Was es zur Musik zu sagen gibt? Sie ist, wie ich finde, definitiv zugänglicher als auf "Kid A" oder "Amnesiac" und somit dürfte "In Rainbows" wieder ein paar vergraulte Fans, denen es dann doch etwas zu ungewöhnlich geworden ist, zurück locken.
Anspieltips gebe ich an dieser Stelle keine, da es keine schwachen Songs gibt und sich ohnehin jeder Radiohead-Fan den ein oder anderen Song herauspickt, der ihm am bessten gefällt.
Das das Album als ganzes gehört werden will, muss an dieser Stelle noch unbedingt erwähnt werden, denn durch sinnloses rumgeskippe und ignorieren der Songs die einem "schwach" erscheinen, lernt man ein Album von Radiohead niemals kennen...und lieben. Also, keine Tasten betätigen, sondern sich lediglich zurücklehnen, hören und genießen...
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Kritik von einem langjährigen Fan, 15. November 2008
Diese Rezension stammt von: In Rainbows (Audio CD)
Eigentlich sind auf diesem Album 10 tolle Songs. Warum trotzdem nur 3 Sterne?

1. Die Tracklist
Während auf alten Radiohead-Alben die Songs wunderschön ineinander fließen, funktioniert die Tracklist auf IR meiner Meinung nach nicht.
Mit "15 Step" und "Bodysnatchers" kommen die beiden aufgedrehtesten, überladensten Songs am Anfang direkt hintereinander. Sorry, das ist mir zu hibbelig, obwohl die Songs für sich eigentlich gut sind. Radiohead waren 3 Jahre lang im Studio um IR aufzunehmen und vllt haben sie an manchen Songs zu lange gearbeitet.
Und in der 2. Hälfte kommen dann eigentlich fast nur noch ruhige Songs, sodass sich gegen Ende das Gefühl einschleicht, Radiohead beginnen sehr überdreht und dann geht ihnen auf halber Strecke die Puste aus.

2. Thom Yorkes Stimme
Leider hat Thom Yorke gesanglich im Laufe der Jahre immer mehr abgebaut. Wenn man sich im Direktvergleich noch mal "The Bends" anhört, wird klar, wie dünn und nasal Thom Yorkes Stimme inzwischen geworden ist.

3. Die Produktion
In den letzten Jahren scheint es so, als ob Radiohead Angst davor hätten ihre Musik zu pompös klingen zu lassen. Dabei war es doch gerade der Bombast, der Alben wie "OK Computer" so einzigartig gemacht hat. Besonders Schlagzeug und Bass klingen viel zu dünn, dadurch leiden Songs wie "15 Step" und "Nude". Hört man zum Vergleich die Live-Bootlegs, dann merkt man, wieviel besser die Songs mit etwas wuchtigeren Drums werden.

4. No Surprises
Vielleicht ist man als Radiohead-Fan zu verwöhnt, aber sie haben sich so oft in ihrere Karriere neu erfunden, dass man das fast von ihnen erwartet. Während "The Bends", "OK Computer" und "Kid A" jeweils ein Quantensprung im Vergleich zum Vorgänger waren, können die letzten drei Alben den Hörer nicht mehr wirklich überraschen. Sie schreiben nach wie vor gute Songs, aber der Hang zum Experimentieren, zum Erschaffen von nie gehörten Klangwelten, ist doch zurückgegangen.

Dennoch: Auf diesem Album ist nicht ein Lückenfüller und Songwriting, Texte und Arragements sind nach wie vor exzellent.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Reifes Werk kreativer Köpfe, 31. August 2008
Von Jenzo (Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Schon vor Erscheinen ihres siebten Albums waren Radiohead durch dessen Vertriebsform in aller Munde. Jeder konnte das bezahlen, was ihm der neueste Output wert war u. erhielt "In Rainbows" zum Download. Klingt an für sich ja super - wäre das Album nicht knapp drei Monate später als physischer Tonträger durch Beggars Banquet/XL Records vertrieben worden (dachte man als Fan nicht, daß man mit dem Onlinevertrieb den Plattenfirmen keine Anteile mehr an der Schaffenskraft der Künstler zugestehen wollte?!). Zudem musste man sich als Downloader ohne Artwork u. geringer Tonqualität von 160 kbps begnügen. Das könnte man beim nächsten Mal doch etwas professioneller Gestalten.

Aber nun zur Musik...
Radiohead bringen mit "In Rainbows" ein reifes Album an den Fan. Wer "Kid A" oder "Amnesiac" für zu gewollt ambitionbiert u. "Hail To The Thief" als uninspiriert erachtet, kann hier getrost zugreifen - aber auch die, die die Vorgänger mochten, werden hier nicht enttäuscht.

Thom Yorke und Co. gelingen hier 10 relaxte, fast schon unaufgeregte Poprocknummern mit enormen Ohrwurmpotential... und Radiohead wären nicht Radiohead, wenn das Album bei jedem Hören Neuses entdecken lassen würde.

Im Gesamtkontext lässt "In Rainbows" keine Schwachstellen zu, einzeln für sich betrachtet fallen das ein wenig schnulzige "Nude" u. "Faust Arp" mit den etwas zu schmalzigen geratenen Streichern etwas ab.
Ganz großes Kino sind dagegen das zweigeteilte "Weird Fishes/Arpeggi", dessen fast schon hypnotische, sphärische zweite Part des Stückes für mich das Highlight des Albums darstellt. Auch das überaus entspannte "Reckoner", das zeigt, wie man Streicher dezent gekonnt einsetzt und das fast schon rockig ausgefallenen "Jigsaw Falling Into Place", das zweifelsohne das größte Ohrwurmpotential besitzt und sich ganz tief in den Gehörgang gräbt.
Als wahrer Geheimtip entpuppen sich in meinen Augen "Bodysnatchers" - man staunt manchmal nicht schlecht, was man in vier Minuten alles verstecken kann; mal wird dreckig gerockt, dann wird man atmosphärisch - und "All I Need", eine ruhige Nummern, getragen von den Drums u. einem phänomenalen Break eine knappe Minute vor Schluß.
Mit "Videotape" schicken uns Radiohead durch die letzten der knapp 43 Minuten - eine balladeske Hymne, wie gemacht dafür, dieses Album zu schließen:
This is my way of saying goodbye
Because I can't do it face to face
So I'm talking to you before it's too late...

Was bleibt unter'm Strich?!
Wem Thom Yorkes Stimme u. Neigung zum Falsett auf die Nüsse geht, den wird auch "In Rainbows" nicht begeistern können.
Wer bis heute der Meinung ist, daß Radiohead nach "Ok, Computer" nur noch Abgehobenes u. Selbstverliebtes praktiziert haben, könnte hier vielleicht versöhnt werden. Weniger Experimente, weniger Gefrickel, aber dafür ganz starke Songs, die für sich stehen, wohl komprimiertes Soundgetüftel, Songs, denen es gelingt, den Hörer bei jedem Hören erneut zu fesseln.

Radiohead sind noch immer nicht weg vom Fenster und das ist auch gut so!
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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Everything in its right place, 3. Januar 2008
Eine bessere Welt ist machbar. Das scheint die Botschaft dieses Albums zu sein. Wenn Thom Yorke nicht gerade bei einer der besten Bands der Welt singt und Gitarre spielt, setzt er sich gerne politisch ein, etwa für den Schuldenerlass der Dritten Welt. Und Radiohead lassen Taten folgen. Die CD kommt als Bausatz daher - seht her, wir sorgen für die Musik, die Verpackung kann sich jeder selbst zusammenbasteln. Die Musikindustrie will uns nicht, wir brauchen die Musikindustrie nicht. Das Album vorab als Download anzubieten und den Hörer selbst entscheiden zu lassen, ob und wie viel er dafür bezahlen will, war ein genialer Schachzug, um für In Rainbows zu werben und die Plattenindustrie wachzurütteln.
Radiohead haben bislang alles richtig gemacht! Es gibt kein einziges schlechtes Album, nicht mal einen einzigen enttäuschenden Song. Allerdings haben sie die Leichtigkeit von Anyone can play guitar oder Hits wie Creep vom ersten Album früh hinter sich gelassen. The Bends und OK Computer sind Meisterwerke, die ein grosses Publikum begeistern konnten. Danach wurde es längere Zeit etwas anstrengend. In Rainbows ist das beste Album seit OK Computer. Aber es würde jetzt nicht so euphorisch aufgenommen werden, hätte es nicht vorher Kid A, Amnesiac und Hail to the Thief gegeben. Denn es ist eine Mischung aus den letzten drei Alben und OK Computer. Mit ihren drei überambitionierten, handwerklich hervorragenden Alben haben sie Hörgewohnheiten verändert, aber das Massenpublikum überfordert - zu kalt, zu akademisch, zu elitär. Ich hätte schwören können, dass Kid A eine Spieldauer von 70 Minuten hat, habe es aber extra noch mal überprüft - es hat die Länge einer typischen Vinylplatte, um die 45 Minuten, so wie auch In Rainbows. Eine gute Spieldauer, weil längere CD's nicht selten langweilen können. Gefühlt hat Kid A, trotz wirklich guter Songs wie Optimistic und Idioteque, aber dennoch eine Länge von mindestens 70 Minuten.
Wie wird es mit Radiohead weitergehen? Sie sind nicht ungefährdet! Zeilen wie "I get eaten by the worms" (Weird Fishes) sprechen nicht gerade dafür, dass Thom Yorke seine Depressionen überwunden hat. Und mal ganz ehrlich, Lyrics werden nicht besser, nur weil man sie vielfarbig und mit ungewohntem Zeilenabstand abdruckt. Wenn das Überhand nimmt, werden sie sich irgendwann überschätzen und wie Pink Floyd auseinandergehen. Oder schlimmer noch, sie werden irgendwann zu fröhlich, erliegen den Verlockungen des Rockstarlebens wie die irischen Aufklärer.
Wie auch immer, im Hier und Jetzt sind sie die beste Band der Welt! Alle Euphorie um das neue Album war und ist gerechtfertigt. Radiohead machen Musik für Menschen, die Musik lieben.
Bei Songs wie Videotape die Augen schliessen und Bilder vorm geistigen Auge sehen, die mindestens so interessant sind, wie die im kunstvollen Booklet. In Rainbows vereint Elemente aus elektronischer und guter alter handgemachter Musik. Die intensivsten Momente des Albums erzeugen Schlagzeug, Piano und Thom Yorkes wahnsinnig gute Stimme. "Today has been the most perfect day I have ever seen". Hören, geniessen, träumen...und handeln:
Eine bessere Welt ist machbar.

Anspieltipps: 15 Step, All I need, Videotape
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